Indiana Tribüne, Volume 27, Number 187, Indianapolis, Marion County, 30 March 1904 — Page 3

Jndiana Tribüne, SO. März WM.

Japanische Rcitcr schlagen Kosaken. In kurzem, aber heißen Gefecht bei Chong In znriilk. Anschlag aus das Veben des Papfttt cutbcrfi. Ttrcik-llnrnhcn in ffrankrcich. England gegen Einwanderung. Tcr aiser und Margerita.

Oftafien. Japanischer Sieg zuge standen. St. Petersburg, 29. März. Der Jar hat von General Kuropatkin einen längeren Bericht erhalten, in wel chem gemeidet wird, daß bei einem wich tiger. Gefecht, welches unter General Mitchenko am 21. März nahe Chong Ju geführt wurde, die Japaner siegten, daß aber die ruf. Streitkräfte sich in bester Ordnnng zurückzogen. Die Ja panefen sollen große Verluste erlitten haben; die Verlust.' der Rüsten sind nicht angegeben. Die Japanesen zeig ien große Tapferkeit. Eine weitere Depesche giebt den Ver luft der Russen an. Todte, drei Ko saken. Vermundet, drei Officiere und 12 Kosaken. Kuropatkin beschreibt den Kampf. St. Petersburg, 29. März. General Mifttchenko machte gestern einen Angriff mit 6 Compagnien Ko faker auf i Schwadronen feindliche Cavallerie, die wie er glaubte Ehong Ju (50 Meilen vom ?)alu Fluß) besetzt hielten. Er fand jedoch Chong Ju unbesetzt. i5S war halb 11 Uhr Vor. mittags, als der Feind hinter den Mauern der Stadt stehend Feuer auf die Kosaken eröffnete. In der Stadt aber lag?n eine Tom pagnie japanischer Infanterie und eine Schwadron Cavallerie im Hinterhalt. Unsere Truppen erhielten nun drei Compagnien Verstärkung und gingen zu? Attacke über. Nach heftigen tapfe rem Kampf suchten die Japaner Deckung in den Häusern und hißten an zwei Punkten die Flagge deö rothen Kreuzes. Bald darauf kamen drei japanische Schwadronen in Sicht, welche der Stadt zujagten. Zwei der Schwadro nen gelang eS, durch unseren Cordon in dte Stadt zu gelangm, die dritte ge rieth durch unser Feuer in Unordnung und zog sich zurück. Als die Japaner noch weitere Verstärkungen erhiellen, zogen sich unsere Trupperk in völliger Ordnung zurück. Die Japaner sind im Besitz der Stadt. Vorerst keine ernsten Kämpfe. T i e n t s i n , 29. März. Der hiesige russische Militär-Agent erklärte heute, daß er kein ernsthaftes Gefecht zwischen russischen und japanischen Landtruppen vor 2 bis 3 Monaten er warte und ein Landungsversuch der Japaner in New Chwang oder Um gedung sei sehr unwahrscheinlich. Zum französischen Consularagenten in New Chwang wurde der Franzose Krentlar ernannt. Er ist Angestellter der russisch-chinesischen Bank und hißte die französische Flagge über dem Bank Gebäude. Wahrscheinlich wird die Trikolore noch auf allen russischen Re gierungS Gebäuden in New Chwang aufgezogen. DaS angebliche Gefecht bei A n j u. 2 o ii l . 29. März. ES wird be richtet, in einem Gefecht zwischen Anju und Tingfu seien 50 Japaner und I Kosaken gefallen. Die Depesche bezieht sich auf das gestern Nacht berichtete Gefecht, daS am 23. März vor sich gegar.gen sein s,ll. Verluste der Kosaken wurden hierbei nicht gemeldet. Special-Gefandter nach Japan. Söul. 29. März. Marquis Jto übermittelte der Regierung vor seiner gestrigen i Abreise einige Resormvor. schlüge. Der Kaiser hat den früheren Minister Yi Chi Ying als Special.Ge. sandte? an den japanischen Kaiser ent-

sUtivt. Correspondenten ausgewiesen S t. Petersburg, 29. März. Ein KriegSCorrespondent der Viedo mofti schreibt auS Harbin, die Reise nach Port Arthur sei ihm nicht gestattet worden und er dürfe nicht am 2 April nach der Front gehen. Alle Corre. spondenten wurden auS Port Arthur

ausgewiesen, weil einer von ihnen in sei nen Depeschen einen wichtigen Ausschluß über die russischen Truppenbewegungen gab. Ueber den Baikal-See. I r t u t S k , 29. März. Der Ver. kehr über den Baikal'See geht so regel mäßig wie ein Uhrwerk. Die Trup pen marschiren singend über das Eis. Ter Eisbrecher wird nächftdem mit Herstellung eines Canals beginnen. St. Petersburg, 29. März. Das KriegSministerium verfügt, in Anlehnung an die britischen Truppen während des südafrikanischen Kriegs, die Ausrüstung der Truppen mit Kork Helmen für den SommerFe!dzug. Keinen Protest. London, 29. März. Die briti. sche Regierung beabsichtigt keinen Pro test gegen die Verkündung deS Stand rechts durch die Russen in New Chwang. Für die pekuniär gefchüdig ten britischen Kaufleute wird :iad) dem Kriege auf dem herkömmlichen Wege Vergütung verlangt werden. Ob der

brit. Consul in New Chwang bleibt,

ist noch unentschieden. C a d i z, Spanien, 29. Mürz. Der russ. geschützte Kreuzer Aurora" und Torpedoboote sind hier angelangt. In der Straße von Gibraltar wurden eine Anzahl Kriegsschiffe, vermuthlich ruf fische, gesichtet. Die russischenglischen Beziehungen. S t. P e t e r S b u r g. Mär,. Sämmtliche Blätter besprechen die Möglichkeit befferer Beziehungen zwischeu Rußland und England durch Frankreich'S Vermittlung. Die No vofti" betont, daß das Fehlen wider sprechender Jntereffen Rußl. und Engl. zusammenbringen müsse, da ein BUnd niß für Beide von gewaltigen Vortheile märe. Die Novoe Wremya" spricht aber noch immer vom treulosen Albion und sagt England hat seine selbstsüchtige Ferundschaft sämmtlichen Völkern Eu ropa'S der Reihe nach aufzudrängen ge sucht, sie alle aber durchschauten daS Spiel." Die Börsenzeitung meint sarkastisch, der Grad der Freundschaft England'S hänge von den Nachrichten über die Ver stärkung der OstseeHäfen und den Ver stärkungen der russ. Armee nahe der indischen Grenze ab. In politischen Kreisen erregt die Möglichkeit einer solchen TripelAllianz beträchtliche Aufmerksamkeit und man hält den Plan nicht für so phantastisch als eS anfangs schien. König Edward, der jetzt in Wirklichkeit sein eigener Premier-Minifter ist, wünscht aufrich tig die langjährigen Differenzen zwischen Großbritannien und dem Reiche seines Neffen aus dem Wege zu räumen.

Großbritannien. Beschränkung der EinWanderung. London, 29. März. Der üb. liche Äntrag auf die Ofter-Vertagung deS Unterhauses gab heute dem libera len Führer Sir Henry Campbell-Ban-nerman Anlaß zu einem scharfen Angrif auf die Regierung. Er nahm die gesummte Regierung? Politik scharf vor. die, mit Ausnahme der Frage der KuliArbeit, durch Un enlschloffenheit und Verwirrung charalteriflrt sei. m sei nicht mit dem Willen der Ver. fa'sung vereinbar, daß Ministerpräsident Balfour länger am Ruder bleibe, obwohl ihm das Land bei jeder Gele geyheit gezeigt, daß er nicht mehr ge wpnscht sei. Balfour erwiderte, er kenne wohl den Äunsch des liberalen Führers nach sei Nk m Rücktritt, sehe aber keinen Grund hierzu, so lange er das Vertrauen deS HauseS genieße. Die EinwanderungS'Bo.lage wurde heute in erster Lesung angenommen. Die Vorlage schließt sich an die Empfehlungen einer Kgl. Commission an, wonach die Einwanderung gewisser Classen von Ausländern in'S Verei nkgte Königreich staatlicher Controlle zu ujnterftellen sei. j Der Sekretär deS Jnnnern Douglas n)ies bei Eindringung der Vorlage auf ttie Vermehrung der Verbrechen durch splche Ausländer hin. denen sicherlich in Pmerica kein Zulaß gewährt würoe. Im Allgemeinen wolle man die Ein Wanderung nicht beschränken, sondern nur jene Classe von Ausländern fern halten, welche den britischen Arbeiter verdrängt hätten. Die Stimmung zwischen Ausländern und Briten sei namentlich in London zu einer ernsten Gefahr für Gesetz und Ordnung geworden. Italien. DeöPapfteSLeben be droht? London, 29 März. DaS L on don Daily Chronicle" meldet, daß ein Complot gegen das Leben des Papstes entdeckt worden sei und daß Polizisten und italienische Truppen den Vatikan bewachen. Königin Margerita und der Kaiser. Rom, 29. Mürz. Die Königin Wittwe Margerita von Italien traf heute mit dem Kaiser Wilhelm zusam men. der sich auf der Reise von Neapel

nach Galta befand. Die Königin kam

auf dem Schlachtschiff Tie Umberto", der Kaiser aus der Hobenzollern" und die Schiffe begegneten sich auf hoher See. Der Kaiser begab sich sofort an Bord des Italien. KriegSschisjs, worauf ihn die Königin nach der Hohenzol lern" begleitete, um dort das Frühstück einzunehmen. Argentinien. Ermordung eines deut s ch e n V i c eK o n s u l S. Buenos AyreS, Argentinien, 29. März. Herr Duffey, deutscher ViceKonsul in Gaita, wurde von ei nem italienischen Bettler ermordet. Der Thäter, welcher auS Rache gehandelt haben soll, ist in Haft.

Flankenbewegung Geg-n Hcrcrog erfolglos.

B e r l i n. 29. März. Der Versuch, die Streitkräfte der Hereros zu um gehen und sie zwischen zwei Feuer zu bringen, scheiterte an der Umsicht des Feindes. Major Glasenapp meldet, daß der Feind sich von Omikorero nach Okatumba zurückzog. Major Glasenapp hält nun Owikorero besetzt. Ocsterreilh'Ungurn. Schwamm drüde, Wien. 29. März. Aus Belgrad wird gemeldet, daß die guten Beziehun gen zwischen Serbien und gewissen Großmächten, die durch die Ermordung deS serbischen KönigSpaareS gelitten hatten, wieder hergestellt werden wür den. König Peter wird die am Meuchelmord betheiligt gewesenen Hofange st Uten aus dem Dienste entlassen. Frankreich. Angriffe auf den Marine M i n i st e r. Paris. 29. März. Die Depu tirtenkammer begann heute die Be rathung über Minister Pelletan's Flor teN'Verwaltung. Die Debatte gilt als Fühler für die Stärke Pelletan's und des ganzen Ministeriums. Die 2lv f)i):.i der Regierung behaupten über eine Majorität von 20 Stimmen zu verfügen. Vor der Sitzung besprach das Cabi net die Lage deS Ministeriums; Mini fter Präsident CombeS bestand trotz Pelletan's Einspruch darauf, daß daS Cabinet als Ganzes für Pelletan's Ver waltung eintrete. Abg. Chaumet (Republ.) eröffnete die Debatte mit einem heftigen Angriff auf Pelletan's Unfähigkeit bei der Lei tung der Marine Angelegenheiten. DaS ZehnstundeN'Gesetz. Paris. 29. Mürz. Der Ausstand im Departement deS Nordens, dessen Ursache die Einführung deS socialistischen 10StundenTageS ist, droht gro ßen Umsang anzunehmen. In Rou baiv fanden große StraßenKrawall.' statt.

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Bitt'Admiral S. Uriu. Unter fführung Uriu'S brachte ein japanisches Geschwader die russisa,en Kreuzer ..Variag" und Korietz" bei khemulpo ZUM Sinken.

In einer Ärnst nesangen. Aus Athen schreibt man: Alhoöchentlich pflegt die Hier lebende Frau Soph!e Schliemann zum Mausoleum ih ree Gatten, des großen Archäologen zu wallfahrten, um dort des Dahingeschiedenen ungestört zu gedenken. Dieser Üaat war sie am Grabe des Gemahls völlig in wehmüthige Rückerinnerungen versunken und bemerkte gar nicht, deß die Dunkelheit hereinbrach. (5in hef. tiges Geräusch schreckte sie plötzlich aus ihrem Sinnen auf. (in Wächter hatte die schwere eisern Tyür des Ä)tausolenms ins Schloß geworfen, in dein Glauben, stc sei aus Versehen offen geblieben. Vergebens war alles Rufen und '.1!iittcln der geängstigten Dame. Die Todtenstille. der Anblick des aus dem Dunkel gespenstisch aufragenden Sargeö des Gallen machten einen so liefet Eindruck auf die Verstörte, daß sie bewußtlos zusammenbrach. Glücklicherweise suchte der 5tutscher. der wegen des langen Ausbleibens seiner Herrin unruhig geworden war. auch im Mausoleum nach der Verschwundenen und befreite sie aus ihrem Gfängniß. Frau Schliemann liegt infolge des erlittenen Schreckens krank darnieder.

Kurze Depeschen. 29. Mürz. I ! a u d. L e n n o x , Mass. Der deutsche Botschafter, Baron von Sternburg, hat hier für seinen Sommeraufenthalt einen prächtigen Landsitz gemiethet. San Francisco. TranS portdampfer Dix fuhr mit 200 Maul eseln. einigen Pscrden und 9.200 Ton nen Heu und Futter nach Manila ab. Auch etwa 20 Passagiere sind an Bord. Washington. Vice 'lomiral N. D. EvanS, in Commando oer asiat. Flotte kürzlich durch Vice Admiral Eooper ersetzt, ist auf seinem Flaggschiff Kentucky" von Hongkong nach den Ver. Staaten abgefahren.

Schiffsnachrichten.

Angekommen. New York: Palatia" von Neapel und Genua. London : Minneapolis" von New Bork. Plymouth: Graf Waldersee" von New Z)ork. New York; Palatia" von Genua. Abgefahren: NewZI'ork: Laguria" nach Genua; Kaiser Wilhelm der Große" nach Plymouth; Sevic" nach Liver. Pool.

Fahrt unter Wasser. Itr unser dem Hudso von Jerse Eittz ch 'Jltlii ')oti sunrrnde Tunnel. Mehrere Beam:e und etwa 40 Zeitungsreporter passirten dieser Tage von Jersey City. N. I.. aus den von der genannten Stadt nach New Jork führenden. unter dem Hudsonstrome erbauten Tunnel. Am Eingange des Tunnels waren Plakate mit Aufschriften wie folgt angebracht: Betritt den Tunnel nicht mit leerem Magen!" oder Nimm reichlich jiaff.'e!" Ehe es zur Einfahrt kam, mußte sich jeder Teilnehmer einer ärztlichen Untersuchung unterziehen. Tcr betreffende Arzt wies Jeden zurück, dessen Herz nicht ganz in Ordnung zu sein schien, und vor allem mußten die Tiäen" sich diese Zurückset)ung" gefallen lassen, da, wie der Doktor erklärte, dieselben in Gefahr kommen würden, infolge des erhöhten Luftdruckes im Tunnel zu ertranken. Alsdann hatte sich jeder Theilnehmer mit einer gelben wasserdichten Jacke und dito Kappe, sowie mit Gummistiefeln zu bekleiden. Von dem Maschinenhausc aus, in welchem die Luft- und Wafferpumpen in beständiger Thätigkeit sind, ging es dann auf Auszügen hinab. Nachdem die Sohle des Schachtes, 4.? Fuß unterhalb der Erdoberfläche, erreicht worden war. nahm die Gesellschaft auf Karren, sogenannten Hunden," Platz, die mittelst Drahtseils in Bewegung gesetzt wurden. Nachdem man etwa 1600 Fuß weit gefahren war, knm man an die erste Luftschleuse. Diese erwies sich als eine ungefähr 18 Fuß lange eiserne Röhre von etwa 6 Fuß Durchmesser, deren beide Enden durch luftdichte Thüren geschlössen wurden. Nachdem dieses geschehen, wurde komprimirte Luft in den Raum gelassen. Es waren jetzt nur noch 22 Pfund Luftdruck zum Quadrat ol. über den gewöhnlichen atmosphärischen Druck nöthj. aber trotzdem war die Wirkung auf einige der Zeitungsleute so bedeutend, daß dieselben starke Ohrenschmerzen, stürmisches Sausen im Kopf und andere unangenehme S.,.nptome verspürten und später Nasenbluten bekamen. Bis zum New Yorker Ausgang waren dann noch zwei Lustschleusen zu Passiren, die Reise ward jedoch ohne weitere Fährlichteiten beendet. Der Bau des Tunnels, welcher für elektrischen Bahnbetrieb bestimmt ist, wurde bereits vor 30 Jahren beginnen, nach langen Unterbrechungen vor zwei Jahren von der New 7)ork & Nem Jersey Railroad lompany wieder auf genommen und neulich zu Ende geführt. TcSavouirter Richter. In einer Schöffengerichtssitzung zu Breslau. Preußisch-Schlesien. geriech der Angeklagte mit dem Vorsitzenden Amtsrichter in Differenzen. Im Berlause der Verhandlung nannte der Richter den Angeklagten einen frechen Lümmel." Der Angeklagte erwiderte: Wenn Sie nicht der Vorsitzende vä ren, so würde ich Ihnen eine herunterhauen." Diese Aeußerung veranlaßte den amtirenden Staatsanwalt, eine i strafe von drei Tagen wegen Ungebühr in Antrag zu bringen. Der Richter verkündete darauf, daß der Angeklagte zu dieser Strafe verurtheilt werde. Der Angeklagte aber erklärte, daß der Richter allein eine solche Strafe nicht verhängen könne, es müßten erst die Schöffen siefragt werden. Der Richter zog sich nunmehr mit den Schöffen in das Bcrathungszimmer zurück. Die Berathung dauerte längere Zeit. Schließlich mußte der Vorsitzende dem Angeklagten bekannt ae ben, daß das Schöffengericht in seiner Mehrheit" eine Ungebühr nicht angenommen habe und daß deshalb die Haftstrafe nicht ausgesprochen werden könne. DaS Wachsthum Berlin. Die Frage, wann Berlin 2,000,006 Einwohner zählen wird, ist durch die letzten Ergebnisse der Fortschreibuna sehr nahegerückt. Nach Ansicht eines hervorragenden Statistikers auf diesem Gebiete ist dieser Zeitpunkt schon im aufe dieses Jahres zu erwarten, etwa im Oktober. Vorausgesetzt ist dabei, daß der Zuzug in der bisherigen Weise anhält. Tie ungewöhnliche Zunahme der Berliner Bevölkerung im letzten Jahre mit mehr als 35,009 Köpfen ist in erster Linie auf die Mehrzuwanderir i von 19,r::i Personen zurückzuführen. Berlin zählte zu Anfang des Jahres etwas über 1,950,00' Einwohner. Zu oen 2.000.0 fehlen somit noch etwa 43,000 bis 44,000. Von den ersten zehn Monaten dieses Jahres müßte also jeder im Durchschnitt etwas iiber 4000 Einwohner bringen. Goldbcrgbau in Böhmen. Vor Kurzem wurde das südlich von Prag gelegene alte Golberomerk Eule von einem englischen Syndikate angekauft, welches die in den Tiefregionen goldhaltigen Erzlagerstätten mit Hilfe der neuen Bergbautechnik in Angriff nehmen will. Nach eine Mythe soll zuerst von Libussa. 734. der Goldreichthum der Euler Berge erkannt worder sein. Jedenfalls stand die Goldwäscherei in dieser Gegend schon vor dem 10. Jahrhundert und später im frühen Mittelalter in großer Blüthe. Die späteren Religionskriege, insbesondere die Hussitenkriege, brachten den Euler Goldbergbau in Verfall, von dem er sich selbst unter ärarischem Betriebe nicht mehr erholen konnte.

Aerzte.

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Dr. j. A. Suteliffe, Wund-Arzt, Geschlechts, Urin- und Rectum Krankheiten. Office : 155 OK Market Str. Tel. Ml 0keLdtn : t bil 10 llbr , ; , IM 40R , Gehen Sie zu der Weltausstellung In St Louis ? Wenn so, so sprechen Sie vor in der Big Aour Office, o. 1 Oft Washington Ztu, Indianapolis, Ind. oder man schreibe an den Unterzeichneten für weitere Information hinsichtlich deS Fahrpreises, Abfahrt der Zuge, Hotel Lifte. Kosthäuser etc. Nicht zu veraessen, die richtige Linie für die Weltausstellung ist die ..BIG F0UR '! Fair M. und deren Office ist No. 1 Oft Washington Straße, oder Geke Washington und Meridian Str. Jdtaaplt. Ind. . M. Brcnion. Ai,t. Gen. Pass. Agent. (sin eigenartiger Hau von Setvft n,eize beschäftigte di:ser Tage das Kreisgericht der 21. Division yi Frankfurt a. M. Im Januar 1902 war der Rekrut Kar! Weber von der 4. Schwadron des Hanauer Ulanen - Regiments in'ö Lazereth gekommen, lr hatte sich nach seiner Angabe einen Span zum Auskratzen der Hufe schneiden wollen und sich dabei in den linken Zeigefinger geschnitten. Da die Tehne durchschnitten war. blieben die beiden oberen Fingerglieder steif; der Ulan wurde deshalb als dienstunfähig entlassen und erhielt eine Jnvalidenpension von 9 Mark monatlich, da die Beschädigung im Dienste erfolgt war. Anfangs Dezember v. I. meldete sich nun Weber bei der Behörde, zahlte die bis dahin empfangenen 162 Mark Invalidengelder zurück und bat um seine Verhaftung. Die Verletzung sei nicht zufällig gesck)ehen, sondern absichtlich, dami: er vom Militär freikomme. Sein Kamerad, der Ulan Johann Großer, habe ihm dabei geholfen. Die Untersu, chung bestätigte diese Angaben. Weber, der aus lberfeld stammt, war frei, willig bei den Ulanen eingetreten, wünschte aber trauriger Familienver, Hältnisse wegen freizukommen. Er besprach die Sache mit seinem Freunde Großer, und eines Abends, als die Beiden in der Kantine stark gezecht hatten. gingen sie hinter den Stall, Weber legte seinen Finger auf einen Pflock. Großer nahm das Brotmesser des Weber, legte es auf den Finger und schlug mit dem Hammer, den er als Schmied bei sich führte, darauf. Schneiden konnte ich nicht," sagte er vor dem Kriegsgericht, das ging mir gegen meine Natur." Weber nahm dann nach seiner Entlassung eine Stelle in Elberfeld und im vorigen Jahre eine solche in Amsterdam an. Diese gab er auf. um sich selbst anzuzeigen. Ich wollte mein Gewissen rein erhalten." erklärte er: denn ich sah mich als Betrüg,'?

4 s s s m .

an. Haupts achlia) cyemt es i W.v sCi r Cf C r (Pv1ll4 A.tauf.M

UCl VMIllUß Ji'Jui yticaCil t. sein, der die Selbstqestellung herbeiführte. Denn er hatte sich inzwischen verlobt, aber seine Braut verlangt''. das er die Strafe, die ihm gebühre, as sich nehme. Auf Selbstverstümmelung. die zum Heeresdienste untauglich marfsteht Gefängniß nicht unier einem Jahr, und auf dieselbe Strafe mußte gegen Großer wegen Beihülfe zur Selbstverstümmelung erkannt werden. Das Kriegsgericht ging jedoch über das niedrigste ' Strafmaß nicht hinaus, brachte auch die Untersuchungshaft in Abrechnung und beschloß außerdem, ein Gnadengesuch für die beiden Verurtheilten einzureichen. I n einem Kontest zwischen "chottischen und amerikanischen ..Äyr-hire"-Rindern erzielten die Schotten m Durchschnitte 1 Pfund mehr Milch per Tag, die Amerikaner jedoch 2.16 Pfund mehr Butter. Die B e s u ch s z i f f e r der technischen Hochschulen Preußens zeigt bn laufenden Wintersemester nach den vorläufigen amtlichen Feststellungen 5022 immatrikulirte Studenten, gegen 5368 im vorigen Wintersemester.