Indiana Tribüne, Volume 27, Number 186, Indianapolis, Marion County, 29 March 1904 — Page 6
Jndiana Xribütte, 29. Marz 190
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Euroräische Nachrichten. Provinz Schlerlen. V r e s l a u. Schwer verletzt und besinnunoslos aufgefunden wurde der auf dem im Unterwasser liegenden Dampfer Nordost- angestellte Heizer Otto Woitschak. Der Mann soll sich auf der Kurzgasse aufgehalten und dann in Begleitung eines Mädchens in der Richtung nach dem an der Oder-tor-Eisenbahnbrücke liegenden Dam-' pfer begeben haben. Der Schwerverlegte wurde einem Krankenhause zugeführt, wo er starb. Unter dem Verdachte, durch fahrlässiges Hantiren mit einem Revolver die Verwundung des Woitschak verursacht zu hc den. wurde ein Heizer des Dampfers verhaftet. B u n z l a u. Im nahen Fabrikdorfe Greulich verunglückte derSchmiedemeister Baier auf gräßliche Weise. (Sin funken des Schmiedefeuers war ihm unbemerkt in die Kleidung geflogen, und als er sich unmittelbar darauf in s Freie begab, blieb der Wind den funken zur hellen Flamme an, die an Oberschenkel, Unterleib und Händen schwere Brandwunden hervorrief. D i t t e r s b a ch. Berghäuec Hcinrieft Mischer Hierselbst beging sein 50 jähriges Bergmannsjubiläum. i r s ch b e r g. Tödtlich verunglückt ist hier der Kutscher Hübner des Spediteurs Bettermann. Er gerieth unter den mit Basalhsteinen beladenen Wagen. Der linke Oberarm wurde zermalmt, außerdem waren sckiwere innere Verletzungen zu csnstatii7n. Bald nach seiner Einlieferung '.n's Krankenhaus gab der Verunglückte seinen Geist auf. L a u b a n. Infolge Blutvergif-
tung durch einen Karbunkel ist vier der 45 Jahre alte Fleischermeister Wil. Helm Glotz, Vater von 6 Kindern, gcstorbe.i. Lange nöls. In der neben dem Baum'schen Gasthofe gelegenen Walter'schen Schmiede brach Feuer aus. das so schnell um sich griff, daß außer dem Vieh fast nichts gerettet werden konnte. Die etwa 30 Jahre alte Frau Walter war, nachdem sie ihr eiujähriges Kind im Baum'schen Gasthofe geborgen hatte, noch einmal in das brennende Haus zurückgekehrt, um verschiedene Werthsachen zu retten. Doch fand sie hierbei ihren Tod. P e t e r s w a l d a u. Tie mehrtennige Scheuer des Gutsbesitzers Langer in Peterswaldau brannte bis auf die Umfassungsmauern nieder. R o t h e n b a ch. Bei Ausübung feines Berufs auf der Grube verunglückte der hiesige Schlosser Franke, indem er von einem 12 Meter hohen Gerüst auf den cementirten Boden fiel und das Genick brach. Trachcnberg. Das Ackcrbürger Wiedersich'sche Ehepaar feierte das Fest der goldenen Hochzeit. Nach der kirchlichen Einsegnung wurde dem Jubelpaare durch Erzpriester Dannhaue? die goldene hcjubiläumsmedaille überreicht. 'Frorlnz Fosen. Posen. Der Arbeiter Przymufinski, der von seiner Ehefrau und deren Liebhaber auf der Schrodka so mißhandelt worden war, daß er in das Stadtlazareth gebracht werden mußte, machte in der Wilhelmstrnße vor dem Landgerichtsgebäude einen Selbstmordversuch. B r o m b e r g. In einer hiesigen Brauerei verunglückte der Arbeiter Franz Borutzki. Während er unter dem Fahrstuhl stand, fuhr dieser plötzlich herunter und traf den Arbeiter mit solcher Gewalt, daß ihm die Brust vollständig zerdrückt wurde und der Tod auf der Stelle eintrat. Krone a. B. Beigeordneter und Stadtältester Alexander Eohn &egtafl sein 25jähriges Jubiläum als Magistratsmilied. Kosten. Stadtverordnetenvor steher Schober konnte auf eine Wjähs rige ununterbrochene Thätigkeit in der Verwaltung hiesiger Stadt zurückblicken. L a b i s ch i n. Unter eigenartigen Umständen ist die HändlerwittweZyrel Schwarz aus dem Leben geschieden. Sie ernährte sich kümmerlich durch Schnittwaarenhandel und war meist auf die Wohlthätigkeit ihrer Mitmenschen angewiesen. Als ihr letztens Essen gebracht ivurde, vernahm man aus der Stube ein leises Wimmern. Die darauf benachrichtigte Polier ntf nete die Thür und fand die Frau wot auf ihrem mit Lumpen gefüllten Bette sitzen. Hunger und Frost haben wahrscheinlich ihren Tod herbeigeführt. In eimm verschlossenen Kasten wurden in zwei Beuteln 544 Mark Silbergeld gefunden. Ostrowo. Durch Platzen eines Gefäßes mit kochendem Wasser würd? da? iy2 Jahre alte Söhnchen des Arbeiters Jagdmann derartig verbrüht, daß das Kind bald darauf verstarb. S ch u l i tz. Die Eiqenthümerfrau Th'ömke verlicü ihre Wohnung, um zu ihrem Manne zu gehen, der sich gerade auf dem Nachbargrundstücke befand. In der Wohnung blieben ihre drei Kinder im Alter von 6, 2 und 1 Jahr zurück. Nicht lange nach dem Fortgange der Frau kam die 6jährige Tochter athemlos gelaufen und meldete, daß der klene Albert brenne". Die Eltern eilten nach der Wohnung zurück, fanden aber den Kleinen bereits als Leiche vor. Er war der Ofenthür zu nahe gekommen, seine Kleider batten Feuer gefangen, und die
kleinen Kinder konnten den Brand nicht dämpfen. S ch r i m m. Im Alter von 102 Jahren starb hier die Wittwe Blum. Provinz aetyen. Magdeburg. Rechnungsrevisor bei dem hiesigen Landgericht, iiürch nungsrath Behrends. feierte in körperlicher und geistiger Frische sein 50jähriges Dienstjubiläum. D e u n a. Die Franz Rabe'fchen Ebelcute feierten das s-ltene Fest des goldenen Ehejubiläums. Dem Jubelpaar wurde ein vom Kaiser bewilligtes Gnadengeschenk durch den Pfarrer überreicht. G ö r s b a ch. Von einem Zuge der .Halle - Kasseler -Eisenbahn hat sich der 52jährige Landwirth Louk- Höchel l von hier überfahren lassen; er hat dabei den Tod gefunden. Die Gründe dürften darin zu suchen sein, daß Höchel als Rendant der Interessentenlasse der Grundbesitzer der hiesigen preußischen Flurhälfte hei der Rechnungslegung die 1900 Mark nicht vorzulegen vermocht, die in der Kasse vorhanden sein mußten. H a l b e r st a d t. Auf der Bakcristraße wurde von einem elektrischen Motorwagen das I'jährige Kind de5 Arbeiters Strümpel überfahren. Beide Beine wurden ihm abgefahren; es lebte nach dem Unfall noch, ist jedoch bald darauf verstorben. Kalbe a. Saale. Chemiker Robert Wand, ein geborener Eichsfelder, feierte auf der hiesigen Zuckerfabrik sein 25jähriges Jubiläum bei dem Fabrikbesitzer Wilhelm Knauer. L u t t e r. Der 23jährige Vuchhalter Georg Curtius, gebürtig aus Dillingen an der Donau, durchschnitt der 25jährigen hiesigen Wittwe Mathilde Günther, geb. Trümper, den Hals, so daß der Tod sofort eintrat. Eurtius wurde verhaftet. N a u m b u r g. a. S. Vom Dache
der Artillerie - Kaserne stürzte hier der Klempner Rudolf Schmidt aus Weißenfels herab und war sofort todt. S t a ß f u r t. Das 2 Jahre alte Töchterchen der Arbeiter Spichallaschen Ehelcute Hierselbst spielte während kurzer Abwesenheit der Mutter an der Feuerung des Ofens. Dabei gerieth seine Kleidung in Brand. Es erlitt fo erhebliche Brandwunden, daß es alsbald starb. Als die Mutter zurückkehrte. fand sie nur noch die angekohlte Leiche ihres Kindes. Meißenfels. Auf dem hiesigen Bahnhöfe verunglückte der Arbeit ter Kubinka. Er war beim Rangiren in der Nähe der Rampe für Viehverladüngen von einem Wagen abgesprungen und hatte sich dabei in die Weichenstelldrähte so unglücklich verwickelt, daß ihm beide Beine über dem Knie gewissermaßen abgeschnürt wurden. Er ist den Verletzungen erlegen. TJfroirntz JbOrtnovtV, Hannover. Von einem erheblichcn Unfall wurde die Gemahlin des Generalleutnants von Moltke betroffen. Als sie mit ihrem Gespann von einer Gesellschaft heimkehrte, wilrden unweit der Wohnung die Pferde scheu und rannten durch mehrere Straßen. Als die Insassen des WagenS die Gefahr erkannten und aus dein Wagen springen wollten, wurden sie auf oaö Straßenpflafter geschleudert. Dabei erlitt die Gräfin schwere Wuyden an der Stirn und im G'sicht. Alfeld. In dem Hause des Schlächtermeisters Carl Hartje in der Kurzenstraße entstand Feuer. Trotzdem die Feuerwehr sehr schnell auf der Brandstätte erschien, brannte das Haus völlig nieder. B a r l i s s e n. Tagelöhner Ludwig Reinecle von hier wurde in nincr Kammer seines Hauses mit zerschmettertem Schädel todt aufgefunden. Bei der Leiche fand man eine Schußwaffe, und es ist wohl anzunehmen, das) Reineäe sich vorsätzlich erschossen hat. E m m e r k e. Sein gcldenes Priester - Jubikäum feierte der hiesige Dechant Rappe. Zu Ehren des Jubilarö fand ein Festessen im Kollmann'schen Saale ,tatt. (Goslar am Harz. Der dreikigjährige Arbeiter Bosse, gen. Warnecke, aus Biedclem, der kürzlich in das Getriebe einer Dreschmaschine gerieth, erlag im hiesigen Vereinskrankenhause seinen Verletzungen. H i l d e s h e i m. Die Haussöhne Diers und Bartclö aus Gr.-Lobke, die wegen Ermordung der Dienstmagd Jda Knackstedt aus Rautenberg vom hiesig'n Schiourgcricht zum Tode verurtheilt wurden, dann aber vergeblich die Wiederaufnahme des Verfahrens anstrebten, sind nunmehr Durch den Kaiser zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe begnadigt worden. Lüneburg. Eine Nichte Ernst Moritz Arndt's, Fräulein Sophie Arndt. ist hier im Alter von 92 Iahren gestoben. O st e rode a. H. Nach langem schweren Leiden verstarb hier der Bürgermeister Berhird Ahrens im Alter von nahe,'. 67 Jahren. Springe. 25 Jahre ist Sekretär Tubbe beim hiesigen Königlichen Amtsgericht als Gerichtsschreiber thaig. Derselbe wurde 1897 vom An ge richt Ealenberg nach hier verseht. Der Jubilar blickt bereits auf eine 35jährige Dienstzeit zurück. Vienenburg. Bahnwärter a. D. Eberhard, gen. Deike, feierte mit seiner Ehefrau das Fest der goldenen Hochzeit. W i l h e l m s h a v t n. Der Sohn
des Jimmermcisters Hinrichs von Altgarmsiel und des letzteren Schwiegersöhn Eiben aus Friederickensiel sind kürzlich mit einem Boot (Kutter) von hier nach Wangeroog gefahren, jedoch dort leider nicht angekommen. Da sie des Segclns unkundig und mit den Wasserverhöltnissen wenig bekannt waren, wird der Kutter zweifellos bei dem starken Winde gekentert und Hinrichs und leiben den Tod in den Wellen gefunden haben.
Der r u s s i s ch e S t. N i c o l a - D o m, eine vornehme Kirche aus einem der hervorragendsten Punkte Tokios gelegen, wird während des Gottesdienstes von einem Aufgebot von Polizisten überwacht. Es ist leicht möglich, daß während des Krieges das imposante Gebäude, das vermöge seiner Lage ganz Tokio beherrscht, zerstört wird. Gewissen Kreisen ist der Dom überhaupt ein Aergerniß. Als s. Z. die Bauerlaubniß ertheilt wurde, gab es große Stürme. Unter anderem wurde geltend gemacht, daß man von der Kuppel der Kirche aus in den kaiserlichen Garten sehen könne. Das fei eine fortwährende Majestätsbelei digung! Thatsache ist, daß auch heute noch in den Straßen, durch welche der Kaiser fährt, kein Menses) sich in einer Etage oder an einem Orte aufhalten darf, der höher gelegen ist. als der Sitz des Kaisers im Wagen. In allen öffentlichen Gebäuden müssen die Beamten ins Parterre hinunterkommen. Es soll auch äußerlich der Anschein erweckt werden, daß niemand über" dem Sohn der Sonne steht. D ie Maden zeigen gegenwärtig deutlich, nach welcher Seite die Sympathien der Engländerinnen in dem jetzigen Kampfe im fernen Osten neigen. Der japanische Kimono" ist in England seit langem als loses Hauskleid Mode; letzt lvird er auch als Theaterumhang und sogar als Dinerkleid getragen. Die Mode, das Haar niedrig zu tragen, nimmt ab; die Damen tragen das Haar vielmehr auch auf japanische Art hoch und fragen nur nach der neuesten japanischen Haarmode. Außerdem werden nach der Art der Geishas über beiden Ohren Schmucksachen im Haar getragen. Bei den Blulnenhandlern werden Chrysanthemen und Lotusblumen verlangt; sie werden die fashio nablen Blumen der Saison. Weiße japanisch Fächer haben für den Augenblick die zierlichen Blumen- und Federsächer verdrängt, die so lange unumschränkt geherrscht haben. Das japanische Stück ..Der Liebling der Götter" ist beliebter als je, und an allen Vergnügungorten hört man Musik aus japanischen Stücken.
Meik Habcrsack's Ichreibkbricf.
Aus der Redaktion eines schwäbischen Blättchenö erschien Ende Februar ein kleiner Knirps mit der triumphirenden Nachricht, das; er schon einen Maikäfer gefangen habe. Der Redakteur händigte dem allerjüngsten seines MitarbeitcrstabcS das Honorar von 20 Pfennigen aus, während er das Ereignis; in der nächsten Ausgabe des Blattes gewissenhaft verzeichnete. Am nächsten Nachmittag erschien wieder ein etwa achtjähriger Junge auf der Redaktion, um ebenfalls einen sclbstgefangenen" Maikäfer zu Präsentiren. Auch hier der gleiche Hergang wie am vorigen Tage. Die betreffende Notiz in der folgenden Nummer des Blattes hatte aber den Zusatz, daß der Frühling mit aller iacht im Anrücken sei, da die Maikäfer sich heuer früher als sonst hervori'agten.' Aber siehe da. am nächsten Tage erschien schon wieder ein Maikäferfänger und präsentirte seine Beute. Der Redakteur schrieb nun von einer eigenthümlichen Erscheinung, da man nicht mehr von vereinzelten Eremplaren reden könne. Der Lehrer des )r res fand aber die Erscheinung zu eigenthümlich, denn er war gewohnt, daß seine Buben ihm alle derartigen Funde stets mittheilten, und bis setzt tvar ihm nur ein Exemplar eines Maikäfers vorgezeigt worden. Er ivitterte daher Morgenluft und nahm den Findet tüchtig ins Verhör, der ihm allch gestand, daß er seinen Maikäfer an r'.nen anderen Schüler weitcrverkauft und daß dieser ihn wieder einem dritten käuflich überlassen habe. So hatte der Redakteur einen und denselden Maikäfer dreimal rcgistrirt und dreimal bezahlt. EinjungeroeutscherEinlvanderer hat sich a!3 verzweifelter Aemterjäger entpuppt, nachdem er von Vremcrhaven in Baltimore angekommen war. Wie er sagt, heißt er Heinrich Ludwig Friedrich August Dralle, ist 25 Jahre alt, aus Göttiugen und Landwirth. Auf die Fragen des wohlwollenden BaltimorerEinwanderungsCommissärs Weis erklärte er folgendes: Ich will den Präsidenten Rooseoelt in Washington aufsuchen. Ich habe gehört, daß in Washington Aemter zu erlangen seien. Eine diplomatische Stellung würde mir etwa passen. Je höher, desto besser, und je eher, desto besser! Ich habe so viel von der Zugänglichkeit des Präsidenten gehört, daß ich mich ihm ganz anvertrauen will." Auf den Einwand des Herrn Weis: Sollte der Präsident Sie aber abweisen?" erwiderte der junge Mann ohne Zaudern: Dann würde ich mich vor ftinen eigenen Augen erschießen!" Natürlich wurde er nun zurückgestellt, um auf seinen Geisteszustand untersucht zu werden.
dlJ fl ffLXr m Jk t jSisn y g'dWiiM'J,
Geöhrter Mister Edithor! Well, daß ich nach die Liebjiehr Partie mein Verstand .loch hen, kommt nur daher, daß ich nit viel zu verliere hen. Ich hen'ö ja gegliche ahlreit, ahlreit. awwer es iS doch das krehsigste Ding gewese, wo ich in mein ganzes Lewe mitgemacht hen. Ich sin ganz uffgemickst qcworde un schließlich hen ich nit mehr gewißt, ob ich en Bub sin odder e Meedche. Wie ich also mit die gutguckige Miß Mille? in die Hahl komme sin, do is die Selma mit en Schentelmann zu mich komme un Hot mich zu ihn introduhst. Ich hen die Miß cilter introduhse wolle, awwer die is mich zuvorkomme un Hot gesagt, das wär ihr Bißnes un so sin mer dann bekannt geworde. Se Hot mich in die ganze Hahl herum gnrommc un ich hen mit alle Piebels Händs schehke müsse. Do is der Ehrist gewese, der Mister Mehr war auch da un e ganze Latt Piebels, wo ich gekennt Yen un sell Hot mich e wenig beruhigt, sonst wär ich schon in die erschte halwe Stund krehsig gelvorde. Dann hen mer gestart zu danze. Die Miß Miller Hot mich sor d'n erschte Wahlz gefragt un sell is mein Fehweritt. Ei tell juh, mer hen en Wuyl', dahin gelegt, das war ch Nomber wonn. Die Miß Miller Hot gesagt, wann ich ausgetciert wär. dann sollt ich's nur sage un dann dehte mer stappe. Newwer 'eittd, hen ich gesagt, solang wie Sie könne, kann ich einige Zeit. Un do hen mer nit ehnder gestappt, bis die Musik gestappt Hot. Dann hm ich awwer gefiehlt, als wann ich e halwe .tund im Wasser gclege hätt. Ei tell juh, es hätt mich Jemand dorch en Waschringer ringe könne, bikahs ich sin sohking wett ge wcse un ich hätt en Dahler drum gewwe, wann ich cn gute Drink Bier hätt hen könne, iister Habersack, Hot die Miß Miller gesagt, darf ich Jhne zu en Drink einladet Ich denke, se Hot geahnt, wie mich's um s Herz war UN do hen ich doch nit reffjuhse könne. Mer sin dann in e anneres Ruhm gange, vo e kleine Bar war un do Hot mich die Miß iiller gefragt: Was soll's sein? Well, hen ich gesagt, wann Sie nicks drum gewwe, dann nemin ich e Bierche. Ich nemme e Kacktehlche, Hot sie gesagt, un wie mer unsere Drinks gehabt hen, Hot se auch sor bezahlt. Un ei tell juh, en Zug Hot die Miß Miller am Hals gehabt, das Hot einige? geböte. Es sin noch e paar annere Schentelmänner in den Bar ruhm komme un die Hot se auch gefragt ebbes an sie zu nemine. In leß denn no teim Hot se fünf Dahler gespend gehabt, awwer ich kann bis uff den heutige Dag noch nit sage, wo se ihr Packetbuch gehabt Hot. Ich hen blos .lenohtist, daß se jedebmol, wann se twaö bezahlt Hot, in e Korner gange ls, sich eruin gedreht un sich geoückt Hot. Well, ich gewwe auch niese drum, awwer fonnie 18 es ennihan. Wie iner wioler in die Hahl komme sin, do sin zwei Lehdies zu uns komme, lvo mich gefragt hen, ob sie en Danz mit mich haivwe könnte. Ich hen grad schuhrding sage wolle, do Hot die Mitt, Miller gesagt: Lehdies. Ihr sollt bei die Zeit Wisse, daß der Schentelmann mein Partner iö un ivann er zum Danze siihlt, dann sin ich Lehdie genug, daß ich zu ihn tende kann; wann ich awwer Nit mehr ehbel sin, dann schick ich Jhne Wort und dann könne Se das Plescher hen. Do hen awwer die zwei Lehdies yehseö gemacht! Schie wiß. ecksäcktlie als wann se die Miß Mitter ufffresse wollte, i-ine Hot gejagt: Cchie. die is tschellus! ch hätt Jhne Jhrn Pahrt ner nit gcstohle, do brauche Se keine Anst zu hen, awwer Jhne Ihr Zlonkwckt is nit Lehdieleik, natt e bitt. For Gut!u?ßel)l, Hot die Miß Miller gehallert, Mister Habersack, halte Ce mich, odder ich bringe die freche Dinger um! Well, ich hen se auch UN sogar recht fest ich hen doch kein Trubel hen wolle! Das Schkohlde is noch immer weiter gange un es is mich ganz fonnie geworde. Ob da von den Festhalte war, odder von die Angst kann ich nit sage, ennihan is es e grüne Tckseitemeni gewese.' Da) is so for e Weil fortgange un do Hot die Miß Miller gesagt: Well, wann Se e 7 ' hen wolle, dann komme Se mit aut Se Hot sich von mich losgerisse un dann sin se aus die Hahl fort. Ich hen mitgehn wolle, awwer mein Pahrtner Hot gesagt, ich hätt dabei nicks zu duhn, bikahs das wär zu eckseiling for mich; ich sollt nur in die Hahl stehn, bis sie die zwei freche Dinger gelickt hätt. Dann sin se autseit un ich hen jetzt in Fäckt gefühlt, als wann ich t Lehdie wär. Das Herz Hot mich gebobbelt wie alles und in meine Eckseitement sin ich zu die Selma gelaufe un hen gesagt: Denk emol, Selma, die Lehdies feite ja! Das is nicks, Hot se gesagt, se wer'n sich schon nit kille. Do sin ich zu den Christ gangs und hen
ven mein Trubel verzählt, er yor gesagt: Du bist ganz alleins f, r zu blehme, warum machst Du die Lehdies tschellus? Jetzt mußt Du auch die Kannsekwenzes trage. Awwer Du mußt mich jetzt ecksjuhse, in sin von die Miß Trudelhorst ingehtscht un muß jetzt danze. Do Hot er mich stehn losse un Hot gedanzt. Ich hen mich e paar Mol in mer Nohs gcpinscht. for auszucnne ob ich nit schlofe r.n drieme. Awwer ich sin wach gewese ahlreit, ahlreit, un dann hen ich die Eidie kriegt, daß ich mchbie bei Mißtehk in e Jnsehn Eseilum komme wär. so was Hier uff deutsch e Krehsiehaus nenne duht. Ich hen auch Widder en Dorscht kriegt, der Hot einiges geböte un wann ich gewußt hätt, ob es diesend wär sor en eirrZelne Mann, dann wär ich streht in den Barruhm gange un hätt mich ein5 einschenke lasse. Well, ich sin e wenig in die Hahl erum gange un sin, wie bei Ecksident, immer nierer zu die Barruhmdiehr komme. Wie ich ganz klohs war, do hen ich die Diehr en Pusch gewe un sin eneigeschniekt. Awwer denke Se emol, was ich do gesehn hen! An en Tehbel in den Barruhm sitzt die Miß Miller un die zwei Lehdies un drinke Schempehn. Sie sin so lustig gewese wie alles un ich muß sage, das Hot mich arig getrudelt. Wie mich die Miß Miller genohtist hat, is se gleich zu mich komme un Hot mich gesagt, se hätte Widder uffgemacht un dehte jetzt zellebrchte. Se hatt mich auch inweitet, awwer se war effrehd. ich könnt mehbie nit so viel Drinks stende. Jetzt denke Se nur emol an un dabei hat mich for lauter Dorscht die Zung acht Jnsches lang aus den Hals eraus gehängt. Well, schließlich hen ich doch noch mehrere Drinks kriegt un wie's Zeit war zum Heimgehe. to Hot mich die Miß Miller Widder heimgenomme in die Kerritsch. Ich hen gesagt, ich hätt e arig gute Zeit gehabt un ich Wär motsch obleitscht, un wie se heimgefahre is, Hot mich das gutguckige Mehdche auch en gute Kih gevrammißt, wann Widder Liebjiehr wär. Hen Sie schon emol so ebbes erlebt? Ich h'n nit. Wie ich awwer in mei Ruhm war un emol in das Luckinglas geguckt un gesehn hen, daß ich doch en Mann sin, do sin ich arig froh gewese. Mit beste Riegahrds, Juhrs Trulie. Meik H a b e r s a ck. Eskweier un Scheriff von Apple Jack Holie Terrer Kauntie. luch eine Schlafkrankheit".
Die Tropische Medizinschule" in Liverpool hat kürzlich eine sehr trau rige, oder, wenn man will, eine sehr lustige Enttäuschung erlebt. Die Medizinschule erhielt eine Kabelmeldung von der Westküste Afrikas, daß zwei schwarze Patienten, die an der heimnißvollen Schlafkrankheit" litten, mit dein nächsten Schiff in LiverPool eintreffen würden. Daraus herrschte Freude unter den Wissenschaftlern, denn Fälle dieser Art waren nur selten zu haben, wenigstens in Liverpool. Als das Schiff in dem Hafen landete, wurde es von den medizinischen Spitzen gestürmt, die bald die Bekanntschaft zweier Schwarzen machten, von denen keiner ein Wort Englisch sprechen konnte. Das waren die Opfer der gefürchteten Krankheit. Sie wurden sofort in einen Ambulanzwagen gesetzt und in das Southern Hospital" gebracht. Dort gestaltete sich ibr Einzug zu einem wahren Triumph, hatten die Sachverständigen doch endlich zwei echte Fälle von Schlafkrankheit zum Studium vor sich. Die Leute wurden sofort zu Bett geschickt, und während der folgenden Tage wurden sie von Spezialisten aus allen Theilen Nordenglands besucht. Besondere Wärterinnen wurden angestellt, um ununterbrochene Aufzeichnungen über die Symptome und über die Länge der Schlafperioden zu machen. Die beiden Vcänner erfüllten jedoch die ErWartungen nicht, die man von ihnen hegte; sie schienen vielmehr ihren Aufenthalt im Hospital sehr zu genießen. Sie aßen und tranken begierig, ver standen auch bald genug Englisch, urr häufig nach Brandy und Fleischbrühe zu fragen, und forderten selbst den für Patienten unerhörten Luxus von Koteletts und Steaks. Aber das Seltsamste war, daß die Patienten an der Schlafkrankheit" nur in der Nacht zu leiden schienen; am Tage waren sie völlig wach und vergnügt wie Rohrsperlinge. Die Zeit verging, die Symptome der Krankheit waren noch immer nicht zu merken. Währenddessen versuchten die Patienten Gespräche mit den Wärterinnen zu führen, in der Hoffnung, ibr Englisch zu verbessern. Nachts schliefen sie den Schlaf des Gerechten. Zc Aerzte waren ganz verdutzt. und schließlich wurden Nachforschungen über die klinische Boraeschichte der Kranken gemacht. Dies brachte den Aerzten einen harten Schlag, denn es stellte sich heraus, daß die beiden Männer in bester Gesundheit und Völlig frei von Schlafkrankheit waren. Es wurde beantragt, daß die beiden Schwarzen aus dem Jnstitut weggehen sollten. Das thaten sie aber nur sehr zögernd; sie meinten daß sie nach England gekommen wären, um die Sprache zu erlernen, und daß sie ganz zufrieden mit der Verpflegung feien, die sie im Hospital erhalten hatten und dabei hätten sie so gute Fortschritte in ihren Studien gemacht!
