Indiana Tribüne, Volume 27, Number 185, Indianapolis, Marion County, 28 March 1904 — Page 4
Judtana Tribüne, 28. März 1904
Indiana Tribüne. Hkrautgtben von bet utedeg . Indianapolis, Ind.
Harry C. Thudinm
Präsident.
SeschäftSlocalt No 31 Süd Delaware Strabe. Telephone ssv.
t. tertii at the Pot Office of Indinapoli a econtl dass matter.
DaS Land der rauen.
Was Neu-Seeland und einige au ftralische Staaten in der neuen Welt, das ist Norwegen in der alten; eS ist das Land, in dem die Frauen größere iinh -in, hfhnmmtm &t?fllina
V V iy V uiiv v i t v vwgH" ' r genießen, als irgendwo sonst in Europa. Das politische Stimmrecht benfcen die Frauen in Norwegen allerdings nicht; auch ist eS nicht wahrscheinlich, daß sie es in der nächsten Zeit erhalten. Dagegen sind sie schon seit einigen Iah. ren im Besitze deS kommunalen Wahl, rechts und nehmen an den Abstimmun gen der Gemeinden übe? die Zulässig' keit deS öffentlichen Betriebes alkoholi. scher Getränke mit ganz denselben Rech, ten wie die Männer theil. Der Zu. gang zur Universität wurde ihnen de reits im Jahre 1882 eröffnet, und 1884 erhielten sie Zutritt zu allen Prü fungen und akademischen Graden fest Universität Christian!. Seit diesem Zeitpunkt ist die öffentliche Meinung in Norwegen der Ansicht, daß dem Staate die Pflicht obliege, den Frauen auch die öffentlichen Aemter zugänglich zu machen, zu denen die Erlangung der akademischen Grade die Männer berechtigt. Im Jahre 1091 löste die Regierung diese Verpflichtung ir.sosern ein. als sie dem VerfttffungSgesetz eine Bestimmung einfugte, daß Frauen prinzipiell Zu gang zu öffentlichen Aemtern haben sollen; die praktische Ausführung dieser Bestimmung leitet der Gesetzvorschlag in die Wege, den die Regierung soeben der norwegischen Voltsvertretung sStorthing) vorgelegt hat. Nach die sem Vorschlag sollen alle öffentlichen Aemter den durch ihre Ausbildung dazu berechtigten Frauen fortab zu gänglich sein, mit Ausnahme einzelner Kategorien. Die Frauen sollen nämlich keine geistlicyen Aemter in der Staatskirche, keine Polizeiämter, Konsulate, keine militärischen Posten, keine Aemter im Berg, sowie keine Chefstellen im Wege, Kanal-, Hafen und Feuer, wesen erlangen können, auch als Di. rektoren von Krankenhäusern oder Jr renhäusern für Männer sind sie nicht anzustellen. Dazu treten noch einige wenige andere Beamtenkategorien. Mi nister können sie nach dem Staats grundgesetze nicht werden. Alle Ubri gen Aemter sind ihnen nach dem Gesetze fortab zugänglich; besonders können dann Flauen in Zukunft Richter wer den, zumal sie schon seit längerer Zeit als Beipper zu Gerichten wählbar waren. Zu bemerken ist, daß einer der Minister, StaatSrath Schöning, ausdrücklich in mehreren Punkten über den Borschlag seiner Kollegen noch hinausgeht und insbesondere den grauen auch zu den geistlichen Aemtern Zugang eröffnen will. Entscheidend war indeß das Gutach ten der theologischen Fakultät in Chri ftiania und der Bischöfe deS Landes, die übereinstimmend erklärten, daß die Anstellung von Frauen in geistlichen Aemtern dem Worte Gottes, der Augs burgischen Consession und der kirchli chen Tradition widersprechen würde. Ob Frauen verheirathet oder unverhei rathet sind, soll für ihre Anstellung kei. nen Unterschied machen, indem voraus gesetzt wird, daß sie ihre Pflichten als Gattinnen und Mütter selbst am be. sten zu beurtheilen wissen werden. Kein anderer europäischer Staat ist auch nur annähernd so weit in der Berechtigung der Frauen gegangen. Die Basis, auf der sich die politische Macht der Frau in Norwegen erhebt, ist ihre gesellschaftliche Stellung Die Frau ist in Norwegen gesellschaftlich so mächtig, daß man das Land mit Fug als ein Land der Frauen bezeichnen kann. Wenn die Dichtung der Spiegel des Lebens ist, so verdient es Beach. tung, daß die Dramm deS größten norwegischen Dramatikers. Henrik Jb. sen, sich durchweg in. erster Linie mit der Frau befassen, daß in ihnen die Frau kühner, origineller, freier und großartiger erscheint, als der Mann; die Frauen find die wahren Stützen der Gesellschaft", heißt es in einem die. ser Stücke. In Wirklichkeit ist hier der norwegi sche Dichter nur der wahre Interpret
deS norwegischen Lebens. Seit zwei Jahrzehnten und länger giebt es keine politische, sittliche, soziale Bewegung in Norwegen, hinter der nicht die Frauen als die mächtigste Triebkraft ständen. Im politischen Leben spielen sie schon lange, mit oder ohne Wahlrecht, eine höchst bedeutende Rolle. Mehr als ein norwegischer Staatsmann hat seine
Weisheit von einer Egeria empfangen.
die freilich hinter den Kulissen bleibt. Frauen sitzen in den Wahlcomites der Parteien und nehmen an der Agitation regen Antheil. Die langjährige Macht der radikalen Partei in Norwegen be ruhte nicht zum geringsten Theile dar auf, daß die Frauen mit Begeisterung für die nationalen und liberalen Ideen eintraten, als deren Träger sich diese Partei ansah; und wenn bei den
jüngsten Wahlen diese ' irtei die! Mehrheit und die Regierung verloren
hat, so lag diese Ursache zum guten Theile darin, daß die Frauen den Glauben an sie und ihre Leistungs fühigkeit eingebüßt haben. Gerade diese Machtstellung der Frau macht t sicher, daß der Vorschlag der Regierung angenommen wird; denn keine der bei den rivalisirenden Parteien in Nor wegen kann und darf eS wagen, sich die Gunst der Frauen zu verscherzen, da sie
damit va banque um ihre Existenz,!
spielen würde.
Die Ueberschwemmungcn im ganzen Staate.
Nach all der tugendhaften EntrUstung im nationalen Abgeordneten. Haus über den Bristow . Bericht, be-
j fleißigensich doch die Herren Volksver.
trcter einer! würdevollen Mäßigung oder fürchten sie bei Aufrührung deS officiellen Schmutzes, daß auch sie be sudelt werden könnten, Wenn's eine Untersuchung gäbe.
Wenn wir auch nicht glauben, das; die alldeutschen Alütter mit ihrer Be-, hauptung. daß die Aufstellung der Statue des ..Alten Fritz" in Washington zu Schmähungen oder Verunzier rungcn des Denkmals des populären Helden, durch natioistische Fanatiker führen würde, so wäre es aoä) weise wenn man daö Andenken deS großen Königs nicht der Gefahr aussetzte böS willig beschimpft zu werden. Ein Heine Denkmal mußte leider Zuflucht in den Vereinigten Staaten suchen, ein Denkmal Friedrich des Großen hat' aber nicht nöthig. '
Bom Deutsch'Amerikattischcn Na tionalbund ist uns die folgende Einla dung zum Abonnement auf die 0Jei man.Amcrkan AnnalS" mit dm Er suchen um Veröffentlichung zugegangen : . j ..Mit dem erwachenden Selbstbe wußtsein des DeutschAm?rikanerS tritt auch die Nothwendigkeit einer thätige. ren Geschichtsforschung mehr zu Tage DaS Deutfchthum jeder Stadt, jedef Staates hat seine Geschichte, deren Er!, gründung, wo die? noch nicht geschehen!, in Angriff genommen werden sollte'. um so das Material zu einer allgemein nen Geschichte des Deutschthums der Ver. Staaten zu sammeln und zu ver öffentlichen. ES giebt in jeder Stadt genügend berufene Kräfte, bt sich zu einem Comite für historische Forschun gen vereinigen können, oder, wenn stark genug, zu historischen Gesellschaften wie dies bereits in mehreren Staaten geschehen. Die Geschichtsforschung sollte sich erstrecken: 1. Auf die Geschichte des Deutsch, thumö im Allgemeinen; 2. Die Geschichte der deutschen Ver. eine und Logen; 3. Die Geschichte der deutschen Kirchen und Schulen; 4. Die Geschichte der deutschen Preffe-, 5. Die Theilnahme von Deutsch. Amerikanern am spanisch ame titanischen Kriege, sowie den art deren Kämpfen der Union xwb der Kolonien. 6. Den Antheil von Deutsch.Ameri lanern an Industrie und Handel, Kunst und Wissenschaft, Technik, Landwirthschaft etc. 7. Auf Biographien und Autobio graphien. Zur Veröffentlichung deS bereits vor handenen, sowie des einlaufenden Ma terials, zur Schaffung eines gemein. famen geschichtlichen örgans, der Ge genwart zur Kenntniß, der Nachwelt zur Ueberlieferung, hat der National Bund die von der Deutsch'Amcrikani schen Historischen Gesellschaft in Deutsch und Englisch herausgegeben'' Monats schrift German American Annalö" als Organ adoptirt und empfiehlt das Abonnement auf'S Wärmste. Die German American AnnalS" sollten besonders in keiner Bibliothek fehlen. Der Abonnements Preis beträgt drei Dollars per Jahr.
Indianapolis. 27. März. AuS cku verschiedenen Theilen deS Staates sind während der letzen 24 Stunden die folgenden weitereil Berichte über die Stürme, Hochfluthen und ihre Verwüstungen eingelaufen. Da Telephon, Telegraph und Jn terurban bezw. Bahn.B?rdindungen durch die Elemente auch arg verkrüppelt worden sind, langen die Nachrichten nnr langsam uvb unvollständig an. Die Landstraßen wurden allenthalden unpassirbar gemacht, zahlreiche Brücken wurden fortgeschwemlnt, Bahndämme und Jnterurbahn.Gclcise unterspült, und soweit die nächste Umgebung von JndianvpoliS in Bctracht kommt, wurde besonders großer Scha den in Clermont, Carter'S Station. New Augusta. Acton, Brooksield, Traderö' Point, West Newton etc. angcrichtet. Zwischen Anders on und Marion schwebten während der Samstag'Nacht mehrere Hunderte von Menschenleben in der größten Gefahr, da die Fluthen fortwährend-stiegen und den von den Wassern bedrohten Fami lien nur wenig Hülfe gebracht werden konnte. ES wird befürchtet, daß während der Samftag.Nackt F ii n f Glieder der Fa. milie James Martin's, deren Farm zwischen Gas City und Marion belegen ist, in den Fluthen umgekommen sind. In A n d e r s o n wurden 300 Familien in der alten Waffcnhalle (Armory) einquartiert, während in Marion ebensoviele Unglückliche bei Privat.Familien Obdach fanden Manchester. Der sonst so träge und im Sommer oft wasserarme Tan ner'S Creek" ist mährend der letzten Tage zu einem reißenden Bergstrom geworden und stiftete auf feinem Weßk bedeutenden Schaden an. Die Shutt Jmprovement Co., welche umfangreiche Arbeiten für die Big gour.Bahn ausführt und der Contractor Wm. F. Koß von Indianapolis, welcher mit dem Bau einer Brücke beschäftigt ist, haben unter der Zerftörungswuth die ses BächleinS, welches sich plötzlich mi toll geberdete, zu leiden gehabt. P r i n c c t o n. Ind.. 27. März. Wabash, White und Patoka Fluß steigen sehr rasch heute Abend. In SUdwest Jndiana beträgt der Eigenthumsschaden bereits 200.000. Alle Züge tress?n mit großer Verspätung ein. In P o r t l a n d und V i n c e n n e S wurde ein Schaden von windestens je 6100,000 angerichtet, in K n oj County allein wurden 30 Brücken zer stört, und in Noblesvilie stehen die Wasserwerke Fuß unter Wasser und eine Eisenbahnbrücke ist fortgeschwenn,, worden. Fort Wayne, Terre Haute, Wabash. LoganSport, Lafayette, Richmond, der That alle großen Skldtc und Orte im Staate, berichten über Ueberschwmmungen, die hinsichtlich Schadens den schlimmsten in der Geschichte deS Staa teS gleichkommen, während die Gefahr immer noch nicht vorüber ist. S u l l i v a n County. In Riverton in Sullivan County hat der Wabash seine Ufer überschritten und stieg gestern 2 Zoll die Stunde. Familien, die im Wabash Thale wohnen, haben höher gelegene Plätze bezogen. Der Busseron Creek hat seinen hohen Wasserstand von 1890 übertreffen, mehrere Landstraßen an den Land Niederungen sind unpassirbar, weil überschwemmt. Zwei der Landbrkfträger . Routen außerhalb SullivanS führen durch Busseron und die Landbriefträgcr müs. sen große Umwege machen, um das Hochwasser zu vermeiden. In Merom Station, drei Meilen vom Wabash Flusse, war schon gestern Nachmittag die Lcvee überschwemmt. Fort Wayne. Manche Be. wohner der Stadt werden an diesen Winter und an dieses Frühjahr, das heißt, an das Ende des Winters und den Anfang deS Frühlings, noch lange zurückdenken, aber eS wird keine ange. nehme Erinnerung seil?. DaS sind die Bewohner deS sogenannten Spy Run. Diftricts, die zwischen der Brücke und Wagner Straße östlich von Spy RunAve. wohnen. Kaum hatten dieselben ihre Häuser, die sie während der kürzlichen Hochfluth Verlagen mußten, wieder wohnlich ein
gerichtet und hofften, nun unbehelligt zu bleiben, mußten sie Freitag Nacht und im Laufe des SamstagS abermals vor der Hochfluth die Flucht ergreifen. Infolge deS anhaltenden heftigen RegenS der letzten Tage find die Flüsse wieder zu einem gefährlichen Stand angeschwollen, thatsächlich war das Was. ser am Mittag 24 Zoll höher, als bei der Februarüberschwennnuttg vor cini gen Wochen. DaS Einzige. waS die Sache diesmal trotz des hohen Wasser stnndeS nicht so gefährlich macht, ist der Umstand, daß die Flüsse frei von Eis sind. An den Folgen des HochwasserS hatte besonders die G. R. & I. Bahn südlich von hier zu leiden. Die Geleise standen, besonders bei Decatur. Portland und Ridgeville, Pfeilen weit unter Wasser, z. B. südlich vs Portland auf eine Strecke von 20 Meilen. Alle Brücken waren beschädig und mußten erst reparirt werden, ehe die Züge Passiren konnten und mußten dieselben über andere Bahnen fahren, doch war bis Mittag der Schaden wieder so ziem' lich reparirt. Terre Haute. Der Wabash ist nach wir vor am Steigen und schon ist der Wasserstand hierorts höher als wie er vor einigen Wochen uewesen. wo dir Hochfluth so viel Ungelegcnheiten und Leiden im Gesolge hotte, iudem viele Familien ihre Wohminu. in Taylor ville hatten verlassen müssen. Die von der National Road auö nördlich dem Flusse entlang führende logenannte River Roa) ist schwer bedroht. Die County Commissäre haben sie selbst in Augenschein genommen und alS Resultat wurde der Contractor Kred Meredith beauftragt. Arbeiter und Fuhrwerke anzustcllcn, um Sand sacke in der Weise anzubringen, daß die Lttiidstraße nicht durch Hochwaffer aus gewaschen wird. Das Wasser, welches diese Road be droht, ist sogenanntes Hinterwasjer", das durch die Pfahlbrücken der Big Fonr und Vandalia.Bahnen in den Landniedcrungcn nördlich von der Na tional Road gelangt ist und das jetzt schon 1 biv 2 Fuß höher ist wie das Wasser im uatllrlichen Bett des Flusses. Die Niederungen auf beiden Seiten, d. h. zwischen der National Road, nördlich und südlich, sind nunmehr ganz und gar unter Wasser, so daßAlleS an einen großen See erinnert. DreibraveNetterer. trunken. Marion, 28. März. Drei Män. ner haben während der Samstag Nacht und gestern Morgen in der Hochfluth zwischen GaS Kitt) und Joneöboro ihr Leben verloren und ihre Leichen wur den am Sonntag geborgen. Die Todten sind : Teddy McGovern, Glasarbeiter aus Gas City. Robert Howe, Restaurant . Angestellte?, Gas City. Wm. Carter, JoneSboro, ein Ar. beiter der Jnsulated Wire & Rubber WorkS. Letzterer ertrank, als er mit seinem Vater in einem Nachen eine andere Familie retten wollte. Der Vater, der gleichfalls in die eisigen Fluthen stürzte, ist todtkrank. Auch die beiden anderen Männer fanden den Tod, als sie Nachbarn Hülfe bringe wollten. Glücklicher Weise hat sich herausge stellt, daß die ganze Familie James Martins', von der man 5 Glieder für ertrunken hielt, ganz und gar unverletzt geblieben ist. W a l l a c e 'S Menagerie vernichtet. Peru, 28. März. ES wird nicht nur befürchtet, sondern gilt für sicher, daß die Wallace'fche Menagerie wilder Thiere", deren Winterquartiere sich auf einer Farm zwischen den Wabash und den Mississcnewa Flüssen befanden, entweder ganz oder doch zum größten Theile in der Hochfluth zu Grunde ge. gangen ist. Man kann von einem Meilen entfernt befindlichen Hügel auS sehen, daß die Gebäude mindestens 6 Fuß unter Wasser stehen, und da eS für die Thiere keinen Ausweg gab, glaubt sogar Hr. Wallace selbst, daß seine werthvolle Menagerie zerstört wor den ist. In Süd, Oft und West Peru und in Elmwood und im Umkreise von 3 Meilen stehen die Wohnungen von min
1 dcftenö 5000 Menschen unter Wasser.
Die Herrsidaft in, Stillen Ozean. Daa Ringen um die Vorherrschaft im fernen Osten hat eine zw:iteMachtfrage in den Vordergrund gedrängt, die über kurz oder lang gelöst werden muß. gleichviel ob die Russen oder die Japaner siegreich aus dem gegenwärtigen Kampfe hervorgehen. Es ist die Frage der Herrschast aus d:m Pazisisehen Meere. Wer soll die Macht dort ausüben und wem gebührt sie? Oestcrreich. Italien, die swndinavischcn Länder und die Türkei haben auf dein Stillen Ozean keine erbeblichen Jnteressen. Holland ist nicht stark genug, um die Führerrolle zu übernehmen. Spanien ist verdrängt. Deutschland und Frankreich halten sich in Ostasien politisch im Hintergrunde. China ist un beholfen und hat im Rath: der Völker keine Stimme. England nimmt im fernen Osten immer noch eine l)ervorra gcnde StcNung ein; eS ist aber nicht m,:hr daö alte England, das auf allen Meeren seinMachtwort sprechen konnte. Ueberdies liegen seine Hauptinteressen gegenwärtig wohl mehr auf dein indischen und atlantischen als auf dein Stillen Ozean. Neben England famen bei der Entscheidung der Mach! frage Rußland. Japan und. vor Ällen. unser eigenes Land in Betracht. Und thatscichlich scheint unser Land in erster Linie dazu bestimmt zu sein, die ührerrolle auf dem Stillen Meer? übernehmen zu sollen. Die Entivicke lung der Handels- und Auslandpolitik unserer Regierung war n?uigstenS während der letzten Jahre unvcrlenn bar auf dieses Ziel gerichtet. Im Jahre 1898 nahm unsere Re gierung den Japanern, die eben im Begriffe standen, die Hawaii Inseln zu annektiren. Honolulu vor der- Nase fort. B?i dem Samoa-Vertrage sicherte sie sich Pago Pago und Tu tuila mit der besten Nhede. Von den Mariancn nahm sie tt'.'.'.m für sich in Anspruch. In dem Kriege mit Spanien verdränate sie den Gegner aus Westindien nnd behielt die Philivpinen. So besitzen wir jetzt eine, aller dinqs sehr theuer erkaufte, Kolonie mit Flottenstützpunkt in Ostasien und die drei Berbindungsposten Honoluli? , Pago Pago und VuaM Einen Theil dieser Politik bildet natürlicher Weise auch der Bau M Panamakanals. au dessen Endpunkten das Sternenbanner weben wird. Dast der Ausganq des Krieges auf die Gestaltung der' '.Nachtverhältnisse auf dcm Stillen Meere von grokem Einfluß sein wird, steht außer Frage. Bleibt Japan Sieger, so wird das kleine herrschsüchlige Srebervolk Alles aufb!?ten. um seiner Flagge die Hen schaft in den östlichen Gewässern UI sichern, und es dürfte bei den dahin zielenden Bemühungen, soweit sie steh gegen unser Land richten, vei England die verständuistinniqste und kräf tiqste Unterstützung finden. Al bion würde nachher schon sehen. wie es zu seinem NttPe kommt. Trägt dagegen Rußland den Sieg davon, "so würde England sich wahrscheinlich hüten, einen Krieg mit uns vom Zaune zu brechen, denn ein solcher Krieg wäre trotz des stillen brtischen Fankeehasses bei den englifeü Krämern nicht volksthümlich. weil er zu große wirthschaftlicl?e Verluste nach sich '.ziehen müßte. Mit Rußland aber nnirden wir verhältnißmäßig leicht fertig werden, weil unser Verhältniß zu dem Zarenreiche sich fast stet', in den Formen nnd Grenzen hatten ließ, die unter höflichen Menschen üblich sind, welckie trotz kleiner Zerwürfnisse auf dem Grüsifuße bleiben Im Uebrigen würde das siegreiche Rußland so viel in seinem Innern zu thun haben, daß schwerlich ernstlich danach Gelüste tragen könnte, wegen der Herrschast auf dem Wasser mit uns die Waffen zu kreuzen. Der Präsident Rooscvelt erklärte um die Mitte des vorigen Jahre : ..'Die geographische Lage, welche die )btx einigten Staaten im Pacifie haben, schert uns in Zukunft die friedliche Herrschaft in seinen Gewässern, wenn wir nur mit hinreichender Festigkeit die Vortheile ergreifen, welche diese Luge uns darbietet. Der Gang der Ereignisse. durch welche uns die Philippinen zufielen, hatte einen providentiellen Charakter. Das beste Mittel. Frieden zu huben, ist. daß uns der .trieg nicht schreeli. Deshalb müssen die Vereinigen Staaten sich mit einer gröhe ren Zahl von Panzerschiffen besten Modells ausrüsten . . ." Bleibt Rußland Sieger, so i,'t die Verlvirtlichung dieses Progranln - auf friedlichem Wege sehr wohl möalich. lächelt Japan das Kriegc-glück, so dürste die Machtfrage auf dem Stillen Meere wahrscheinlich nicht ohne Waffengeloait entschieden werden. Ein Sieg der Wuss?n läge somit auch bei Berücksichtigung dieser Frage in unserem Intcr esse.
Leicht ist das Wollen, schwer das Vollbringen. Will du dein Werk auch nicht gleich gelingen, Laß drum nicht muihlos sinken die Hände, Arbeit allein bringt Segen ohn' Ende. Wer unermüdlich wirkt und schafft. Fördert seinKönncn. stärkt seine Kraft. Helene HelbinA.
Die beste 5 Cent Cigarre in
der Stadt, Mucho's Longfellow".
Zur chlnesisSien Secresreform. Der Meldung, daß Juanschikai sei nen Posten als Ehcf des Stabes des Militärausbildungswesens niedergelegt habc, lne'il die Nimnten sich jcnuMii Plane für die Armeereform widersetzten. ist die c,ndere Meldung aus dcm 'M)c gefolgt, daß ein kaiserluhesEdikt das Entlassungsgesuch ablehne. Dieser ..Stab" besteht aus dein Prinzen Tschiuq. Tschantschitung. Nuanschilai und dcm mandschurischcn General Iicliang. Duanschikai ist zwcifeUos der einzige unter den vier, der ausreichendes Verständniß für die Frage besitzt. Offenbar sind seine Vorschläge auf dieselben Schwierigkeiten im chinesischen Beamtenthum gestoßen, an denen bisher jede Armeereform in (5hina gescheitert ist. auf den Mangel an Verständniß für die Erfordernisse eines modernen Heeres und an Achtung oor dem Militärwesen überhaupt. Vermuthlich ist der Widerstand von seinen eigenen Kollegen ausgegangen. Juanschikai als Generalgouverneur von schili verfügt über 7000 Mann von deutschen Instrukteuren ausgebildeter Truppen, hat sich in neuerer Zeit aber mit seinen Reformplänen ganz dcm japanischen Einfluß hingegeben. Vielleicht hat gerade iene von ihm angestrebte umfangreiche Inanspruchnahme japanischer Hilfe den Widerstand her-vorgerufen.
Mordthat aus im-fdma !::? Liebe. In dem Dorfe Lutter (Eichsfeld) wurde die 25 Jahre alte verwittwetc Frau Mathilde Günther, die im Hause ihres Vaters, des Gastwinhs Jgnaz Trümper. lebte, von dem 24 Jahre alten Buchhalter Gcorg Eurtius. der ul? Kostgänger ebenfalls in der Trümperschen Gastwirthschaft wohnte, ermordet. Als sie diesem den Morgentaffce brachte, ergriff er ein dolchartiges Messer, überfiel die Frau und schnitt ihr die Kehle durch. Die todtlich Verletzte war bald darauf eine Leiche. Eurtius. der seit ungefähr Jahresfrist in Lutter bei einem Fabrik kanten angestellt war, liebte die junge Wittwe; deren Eltern aber waren gegen die Verbindung beider, weil die Lebcnvloeise des Bewerbers nicht einniandfrei war. Frau Günther wollte sich nun in nächster Zeit mit einem anderen jungen Mann verloben, und dieser Umstand gab dem Verschmähten Anlaß zu seiner furchtbarenThat. Räch Ausführung des Verbrechens entfloh der Mörder. Zwei Gendarmen, dir telephonisch benachrichtigt worden waren, trafen ihn später auf einer Ehaussee. Er hatte versucht, sich zu ertränken, war aber wieder ans Ufer geschwommen. Dann taumelte er auf der Landstraße hin und her. die Mordwaffe in deu Händen haltend. Eurtius wurde festgenommen, gefesselt und in tab nächste Gefängniß eingeliefert.
Gcrcrlztcr Amm. Student (zu seineni Vater, der mühselig den Berg hinaufgckeucht war): Schau, Vater, wie schön es da unten ist!" V a t e r : Du dummer Junge, warum führst Du mich dann herauf, wenn es unten so schön ist!"
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