Indiana Tribüne, Volume 27, Number 185, Indianapolis, Marion County, 28 March 1904 — Page 3
Jnbiana Tribüne, . März Ißo.
Abermals gefehlt. Ein zweiter Versuch zur Bloitirung des Hafens von Port Arthill. japanische andnnMllinc hierdurch gehemmt. Ttandrecht in Mau (fhwaug. jtos Abreise aus Zöul japanisches Tabak-Monopol. NeutralitatS'Berletzung. Amerika und der (kongo Ttaat.
stasien. Ein zweiter BlockirungsVersuch. St. Petersburg, 27. März. Einer amtlichen Depesche auö Port Althur an den Kaiser zusolge entdeckten die russischen Suchlichter heute früh 1 Uhr 4 große dem Hafen zusteuernde Handels Dampfer, von 6 Torpedo, booten geleitet. Die Batterien lind einige Kriegsschiffe eröffneten ein schar. feS Feuer auf sie. Da Torpedoboot Silni, von Leutnant KrinSzki befehligt, brachte die Handelsschiffe durch Beschädigung deS ersten aus dem Kurs und griff dann die feindlichen Tor pedoboote an. In dem heftigen Kampfe, der folgte, wurden der Ober Maschinist des Silni und 6 Marine Soldaten getödtet, der Commandeur und 12 Mann verletzt. Jndeffcn ist der japan. Plan auf Senkung der Einfahrt nach Port Arthur verhindert und der Canal noch klar. Vice.Admiral Makaroff sandte dem Kaiser eine Depesche, wonach der Feind um 2 Uhr heute Morgen einen zweiten Versuch zur Blockirung der Einfahrt in den inneren Hafen machte. Er be. schreibt dann die Annäherung der Handelsschiffc unter dem Geleit der Tor pedodoote, die von den Batterien und den Wachschiffen Bohr" und Otwa. jag" beschossen wurde. Das Wach Torpedoboot Silni" zerstörte den Bug des ersten HandelsoampferS mit einem Torpedo; das Schiff wandte sich, von zwei anderen gefolgt, rechts und alle drei strandeten rechts an der Ein fahrt. Der vierte Dampfer sank zur Seite des Fairway". Nachdem der Admiral die russischen Verluste wie oben angegeben, schließt er: Mit Tagesgrauen erschienen die feindlichen Schlachtschiff, und KreuzerGeschwader und ich fuhr mit der mei nem Commando unterstellten Flotte dem Feinde entgegen. Der zweite Versuch zur Blockirung der Hafeneinfahrt von Port Arthur ist dank der energischen Vertheidigung der See- und Landstrcitkräfte abgeschlagen. Der Hafen bleibt vollkommen klar. Eine amtliche Depesche über das gleiche Ereignik. aus Port Arthnr vom 27., lief von General Smirnoff ein. Im Uebrigen gleich, enthält sie fol gende Wendung: Die Feuerschiffe erreichten infolge der Heftigkeit unseres Artillerie.FeuerS und der Kühnheit unserer Torpedoboote den Hafen'(?ingang nicht. Zwei strande ten auf einem Riff unter Gold-n HM, ein anderes, durch einen Torpedo ge troffen, an der ersten Canal-Mündung, das vierte neben einem japan. Dampfer. Von jedem gesunkenen Schiffe fuhr ein Boot mit ihrer Bemannung ab. Ge. gen 4 Uhr Morgens zogen sich die feind lichen Torpedoboote zurück und die Be. schietzung endete. Um 5 Uhr früh erschienen die feindlichen Torpedoboote abermals, von den
Batterien beschaffen. Um 6 Uhr zeigte
sich das feindliche Geschwader am Hori zont und das unsere fuhr ihm entgegen. Um 7 eröffneten die Batterien Feuer, das aber bald aufhörte, indem die Ja paner nach Südvften abdampften, of fenbar ein Gefecht ablehnend. Um 10 Uhr waren die japanischen Schiffe am Horizont verschwunden. St. Petersburg. 27. März. Eine weitere Depesche von Makaroff meldet, daß sich auf den Feuer-Schiffen Höllen Maschinen befanden, deren Drähte durchschnitten wurden. Die Dampfer toaxni nicht alt, zu je etwa 2.000 Tonnen und mit leicht calibrigen GeschüKen armirt. Mulden. 27. März. General Kuropatkin langte heute an und begab sich in das Hauptquartier zumVicek5nig Alexieff. Der Zweck der beabfich t ig t e n Sperrung.' St. Petersburg. 27. März. Die Kunde von der Zurückweisung von Admiral Togo'S zweitem Anschlag auf Port Arthur verursachte großer Jubel, vor allem rief Makaroff'S Bereitschaft, den Feind zu bekämpfen, einen auSge zeichneten Eindruck hervor. In Regierungskreisen gilt dieser
neue Versuch, die russ. Flotte einzu schließen, als Beweis, daß sich die Ja. paner auf eine starke Truppenlandung am Golf Liao Tung, entweder in New (Schwang oder an der Westküste der neutrale:: Mandschurci'Zone, vorbereiten. Zur sicheren Durchführung ist die Festlcgung von M. Flotte absolut weseut. lich. wahrend die Transportschiffe um das Südende der Halbinsel fahren. Im Falle des Erfolges hätte die Sprengung der Dampfer und Wegschaffung der Trümmer mehrere Tage genommen und wahrend dieser Zeit wären die Japaner in ihren Plänen ungehindert gewesen. Wenn der Liao. Fluß, was bald eintrifft, eisfrei ist, kaun er leicht minirt werden und der heutige Fehl. schlag stört die Absichten der Japaner ernstlich. Nach wie vor herrscht die Ueber zellgung, daß die Japaner einen direk ten FrontalAngriff auf die Mandschu rei von Kona aus gegen die ganze russische Armee nicht sür rathsam halten. Ein russ. Torpedoboot ge funken. St. Petersburg. 27. März. Wie mitgetheilt wird, sank bei dem heutigen Angriff auf Port Arthur ein russisches Torpedoboot ; man hofft das Schiff aber wieder flott zu machen. Mine unter d e r F e st u n g. St. P e t e r s b u r g. 27. März. Unter der Festung Vladivostock wurde einer Meldung zusolge eine Mine ent. deckt, deren Drähte nach einem chines. Hause in der Stadt führten. (5. hines. TruppenimSchlepp. tau eines j a p. Kriegs schiffes. St. Petersburg, 28. März
Aus anscheinend guter Quell' verlautet,
im Berichte Makaroff s über die
gestrige RecogniscirungS Fahrt n.'ch;
den Elliot.Jnseln sei die verblüffende Mittheilung enthalten, er hübe eine Dschunke mit chines. regulären Trup pen gekapert, die sich im Schlepptau eines japanischen Kanonenboots befand. DasTabal Monopol. Tokio, J7. März. Das Abgeord. neten-HauS amendirte die Tabakmono-Pol-Vorlage durch Erhöhung der Ent schädigungs-Clause von einer Summe einem dreijährigen Einkommen entspre chend, auf eine Summe dem Betrag dreijähriger Verkäufe gleichend gi nanzminister Sone bekämpfte die Aen derung und man erwartete, die Regierung werde sich im Oberhause wider letzen. Jedoch traf dies nicht zu, denn heute gab die betreffende OberHau5 ComMission der Abänderung ihre Zustim mung und ist es jetzt einleuchtend, daß die Vorlage in gegenwärtiger Form vom Oberhause angenommen imd da mit Gesetz wird. Abgeordneter auöge schloffen.
Tokio. 27. März. Die tfornmif sion. welche die Anklagen gegen Re dakteur Akiyrma untersuchte, fand keine Beweise für die Beschuldigung, er
sei ein russischer Spion. Dogegen bade er in seiner Zeitung daS nationale In tereffe privatem Gewinn geopfert. Di? Kommission empfahl, daß A. fein Mandat für'S Parlament niederlege. DaS HauS nahm den Bericht an und der Abgeordnete legte sein Mandat nie der. V'evrltirende Gefangene. St. Petersburg, 27. März. Die harte Behandlung, welche die poli tischen Gefangenen in Jrkutschk zu er dulden haben, führte zu einer Tragö' die, indem 70 Gefangene sich verbarri kadirten und der Polizei und dem Militär drei Tage lang Widerstand leiste ten. Um sich gegen das Feuer deS Mili Uu6 zu schützen, hielten die VtsangMM ein Kind zum Fenster hinaus, was die Soldaten vom Schießen abhielt. Die Truppen halten jetzt du Gebäude umzingelt, um die Gefangenen auszu hungern. Diese habett bereits mehrere Soldaten getödtet und wollen sich nur ergeben, wenn ihnen bedingungslose Freiheit versprochen wird. Alle sibirischen Gefangenen sind durch den Krieg in große Aufregung gerathen llnd schmieden Pläne zu ihrer Be freiung. Amerikanische Arbeiter. Söul, 27. März. Die Gruben Arbeiter in Nord-Korea sind in schwie riger Lage, da sie sich auch vor dem ge ringsten Ausdruck der Parteinahme für .einen der Kriegführenden in Acht neh men müffen. Der amerikanische Oe sandte Allen drängt auf Freilassung ihres Lohn.Zuges. da die Verzögerung Unannehmlichkeiten bereitet. Die amerikanischen Missionare in Ping Vang und sonst im Norden werden in ihrer Thätigkeit nicht belästigt. I t o 'S Abreise. Söul, Korea, 27. März. Mar quiS Jto reiste mit Gefolge heute ab, nachdem er vorher beim Kaiser nach einer Audienz daS Diner eingenommen hatte. Der Besuch Jto's hat den Weg zur Versöhnung deS koreanischen Volkes und Ausdehnuug des japanischen Einfluffes geebnet. Der Marquis ricth bei Staats'Funltionen stets zu schrittweiser Reform und keiner Erhöhung der korea Nischen Armee. Korea wirdscinerseitS eine Gesandtschaft nach Japan entsenden, wozu der Kaiser Ji tfhi ?)ing, einen früheren Minister, wünscht. Die ser zögert aber auj Furcht, sich zu sehr mit der pro japanischen Partei zu liiren. C h e F o ,, 27. März. Der aus Kode. Japan, angelangte Dampfer Active" meldet, daß ihm am 25. eine japanische Transportflotte auf dem Wege nach Korea begegnete. Standrecht verkündet. T i e n t f i n, 27. März. Heute Mittag wurde von den Rüsten das Standrecht in New Chwang verkündet. Algier, 27. März. Der russ. Torpedv'Jäger Buini" wurde heute bei der Einfahrt in den Hafen schwer beschädigt und muß unter Dock gehen. Italien. ,Z w e iK a i s e r b e g n u n g g e plant. Rom, 27. Mürz. Aus Abbazia wird telegraphirt, daß Kaiser Wilhelm mit Kaiser Franz Joseph dort am April zusammentreffen werde. Abbazia im österreichisch'illyrischen Küstenland Jstrien, ist ein klimatischer Kurort am Golf von Fiume und wird das Adriatische Nizza" genannt.
Amerikanische Gäfte.
Botschafter Meyer und Abt ttrng einzige Tischgenossen des Kaiser?. Neapel, 27. März. Auf Einla. dung von Kaiser Wilhelm kam heute Botschafter Meyer aus Rom nach Nea pel und dinirte mit dem Kaiser auf der jacht Hohenzollern". Der Botschafter saß zur Rechten des Kaisers, zur Linken der Abt des Klosters Monte (iafsino. Ulf. Krug, der frühere Abt des Be. ncdiktitter.KlosterS in Beatty, Pa. Diese Beiden waren die einzigen Käste des Kaisers, der scherzeud meinte, eS sei ein amerikanisches Effen. Auf Einladung des Kaifers begleitete der Votschaster den Kaiser und den Abt nach Monte lassino, wo die Restaura' tionS.Arbc'iten an den berühmten Mos. saiken bewundert wurden. Botschafter Meyer äußerte über den Kaiser: Er sieht außeorordentlich gut aus, genan so. als ich ihn letzten Som mer in Kiel sah. Seittt Stimme ist so kräftig wie jemals und die Stimmnng vortrefflich. Großbritannien. Amerika und die E o n g o Greuel. London, 27. März. Zwischen der Affociirten Preffe und dem Könige Leopold von Belgien wurden betreffs des (5ongo-Freistaates zwei Depeschen gewechselt. In der einen macht die Affociirte Preffe den König darauf auf merksam, von welchem Werthe eineAeuhenwg seinerseits bezüglich der Ankla gen wäre, welche eine Abordnung von Missionaren bei Präsident Rooseveli und Sekretär Hay bezüglich an Eongo-Negern begangenen Greueltha tcu erhoben. Leopold ließ durch seinen Sekretär erwidern, der König mißt der unpor teiischen Gesinnung der amerikanischen Preffe große Wichtigkeit bei. Ich habe Ihnen amtliche Dokumente vom Congo-Frcistaat gesandt, in wel chen Sie alle zu einem ausführlichen und wahrheitsgetreuen Bericht über die Angelegenheit nöthigen Thatsachen sin den werden." Am Freitag waren Vertreter der amer. Baptisten u. A. beim - Prüsi sidenten und Staatssekretär erschienen, um die Zustände im Congo-Staate vom Standpunkte der Missionare aus zu schildern. Die Missionare erzählten von Greueln, welche von den belgischen Herren gegen die Eingeborenen verübt wurden. Die Missionare rrtlärten, ihre Thätigkeit werde durch die Haltung der belgischen Beamten fast Werthlos ge macht ; denn diese monvpolisircn alle Nahrungsmit! l-Borräthe und machen eS den Missionaren schwer, von den Eingeborenen irgendctwas EßbareS zu bekommen. Außerdem würden die Eingeborenen durch die grausame Behandlung von den Missionen verjagt und die Schulen stehen leer. Auch die Eigenthumsrechte der Missionare seien Verletzungen ausg 'setzt und es war aus diesem Grunde, daß die Delegation eine Intervention der amer. Regierung in Vorschlag brachte. Ans Anlaß des Staatssekretärs saudte die Delegation ein Memorandum ein, worin erklärt wird, die absolute Macht des Königs der Belgier habe die von der Berliner Eonferenz gewährte Handelsfreiheit annullirt. Der Präsi dent versprach die Angelegenheit in sorgfältige Erwägung zu ziehen.
Der Bär: Wahrlich, ich hatte ihn nie skr so anßersrdentlich lebhaft gehalten.
m u g u st a n a E o l l e g e z u Rock Island in Illinois, einer höheren Lehranstalt der schwedischen Lutherantx, ist jetzt eine Deutsche Gesellschaft" gegründet zur Pflege deutscher Sprache und Literatur. Wohl in keiner Stadt mit einer Bevölkerung von 50,000 sind innerhalb eines Jahres so viele Operationen wegen Blinddarmverschlingungen vorgenommen worden wie in South Btttd, Ind. Ein einziger Arzi der Stadt hat nicht weniger als 10 solcher Overationen vorgenommen. JmValduTrtent unweit von Martigny in der Westschweiz ereignete sich vor einigen Wochen ein gewaltiger Lawinensturz. Die Lawine nahm ihren Ausgang von der Höhe desBerges Rebarmaz (8000 Fuß) und erreichte rasch eine Breite von etwa I 1 '0 Fuß. Zunächst wurden drei Alphütten weggerissen, dann zerstörte der Schneesturm einen Lärchcnwa.d, fegte die Straße mit den Telegraphen und Telephondrähten weg. übersprang eine Nasenkuppe und endigte endlich in der Schlucht des Trient. So furchtbar war die Erschütterung der Luft, daß auch auf der gegenüberliegenden Thalseite eine Lawine gelöst wurde und daß in den nayen Ortschuften viele Fensterscheiben brachen. Ein Bauer wurde von den Schneemassen verschüttet.
D.c Ermordung deutscher olo i itcit aus dem Biemarck' .'lrchipel. Wir hatten vor längerer Zeit schon lelegraphisch berichtet, daß auf einer ni cl des Bismarct - Archipels in der suosee mehrere Deutsche von Eingeborenen ermordet worden waren. Eine ausführliche Darstellung des traurig:u Vorfalles, der sich auf der Insel Deslacs abspielte, entnehme wir dem Ostasiatischen Lloyd: Die Neu-Äuinea-Kompagnie unterhält seit Jahren auf der Jnjel Dcclacs eine Handelsstation. Ein großer Theil der Jnjel ist von der Kompagnie käuflich erworben und der dortige Händler P. Hansen, ein geborencr Däne, treibt nicht nur Taujchhanoel. sondern hol,t die Umgegend der Station Peterhafen" ab. um dcu urhax gemachten Boden mit Kokospalmen zu bepflanzen. Zu diesem Zweck unterhält er ane Arveiierschaar von etwa hundert farbigen Arveitern, die größtenthcils auf anderen Inseln angeworben, zum Theil aber auch au ge n:ietl)eten Deslacs - Insulanern be steht. Zu seiner Verfügung stand eine Dampfbartasse' unter Aufsicht des 903 schinlstt .l Dölle, der angeblich auSSuhl gebürtig war. Seit kurzer Zeit war .ins der Station auch der Kaufmann Reinhard, ein geborener Rheinländer, anwesend. Eines Morgens waren Hansen und Reinhard mit den Arbeitern nach dem Arbeitsfeld gegangen. Der Maschinist Dölle arbeitete an tet Maschine der Dampfbartasse. Zu Ihm kamen einige seiner teilte, die an Bord als ffeuerleutc und (Gehilfen befchäftigt sind und auf der JnselDeslac wohnen. Unter htm Vorwand, das; viele Fische längs da Barkasse zu sehen wären, lockten sie Dölle an den Bordrand. und als er vornübergebeugt ins Wasser schaute, durchbohrten sie ih-i mit Speeren. In demselben Augen bück drangen andere Eingeborene in das Lager ein und bewächtigten sich der dort aufbewahrten Gewehre titli der Munition. Ein Knabe re'.tcte sich durch die Flucht und brachte Hansen die Nachricht von dem Vorgefallenen. Hansen war zu Pferde und versuchte nnn mit seinen Arbeitern, die mit gro. hen Messern und Aextcn, ihrem Ar beitsgeräth. versehen waren, nach der Station zurückzukommen. Unweit dieser wurde er jedoch mit Gewehrschüssen begrüßt und sah, dah sein Versuch dergeblich sein würde. Er sowohl nne seine Leute flohen nun zur besseren Deckung in den Wald. Reinhard, der zu Fuh war, konnte nicht so schnell fortkommen und wurde eingeholt. Einige feiner Verfolger riefen ihm zu, nicht fortzulaufen, da man nichts gegen habe. Dies war jedoch nur etne Falle, denn als man an ihn herankam, schoß man auch ihn nieder. Hänfen gelang es, die Küste zu erreichen. Noch ein dritter Deutscher wurde am folgen den Tage von den Meuterern überfallen. Der Händler Rauer. aus Köstrij bei Gera gebürtig, wollte frühmorgens mit seinem Boote nach Peterhafen ab fahren. Als er sich ins Boot begab, wurde er plötzlich von Eingeborenen angegriffen und erhielt mehrere Spcer wunden. Er konnte sich jedoch in sein Haas retten und vertrieb nun durch Flintenschüsse die Angreiser. Am Nach, mittage wurde er von einem eingebo renn'Weibe gewarnt, daß es hohe Zeit sei. ,'ortzueilcn, da die Eingeborenen sich sammelten und einen Hauptangriss planten, zu dem von DeslaeS mit Gc wehren bewaffnete Eingeborene herüber gekommen feien. Obgleich Rauer verwundet war und außerdem einen starken Malaria-Anfall durchmachte, hielt er es doch für gerathen, der Warnung Folge zu leissen. Eeine Arbeiter waren davongelaufen, und so mnstte er. von drei Weibern begleitet, in ee geen. Durch die aufopfernde Hilfe d Weiber gelang es Rauer, die etwa 180 Seemeilen lange Strecke nach Herberts f)öf)t zurückzulegen, und er "erreichte glücklich diesen Ort.
Aerzte.
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Der Hafenbau auf Skaqcn. an der Nordspitze Jütlands nimmt jetzt bestimmtere Gestalt an. Bisher war jener nördlichste Punkt Dänemarks mit seinen unter dem Wasser fortlaufenden gefährlichen Sandriffen ohne Hafen, was zahllose Schiffc-katastrophen der ursacht und viele Menschenleben gekostet hat; der Speisesaal de6 einen der bei den Gasthöfe Alt-Skagens ist an den Wtfnden in dichter Reihe mit den Gallionsbildern gescheiterter Schiffe aller Nationalitäten versehen. Der neue Hafen soll spätestens am 1. November 1907 in Gebrauch genommen werden. Er wird sich an der Westseite Skagens 1700 Fuß weit nach Osten erstrecken, mit Molen, die bis 1380 uh von der Küste in das Meer hinausgeben. Durch Quermolen soll der Hafen in einen Vorder- und einenVinnenhafen getheilt werden. Der Skagener Hafcnplan hatte im dänischen Parlament seit einer 5teihe von Jahren die Gemüiher in Bewegung gehalten; fast noch mehr lvar das in dem 60 Kilometer südlich von Skagen an der Küste des Kattcgats belegenen Frederickshavn der Fall, gleichfalls e!ner künstlichen Schöpfung an dieser ursprünglich hafenlosenttüste. Die kräftig gediehene Stadt fürchtete natürlicy Schädigung durch die neue Hafenanlage und hatte deren Berschleppung mit Behagen wahrgenom-men.
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Wohlseltcnisteseinem Menschen beschicken gewesen, so vielen seiner Mitmenschen das Leben zu retten. wie dem in Hann. - Münden verstorbcncn Bäckermeister Fritz Hagemann. Fast ein volles Dutzend hat er dem sichern Tode, theils den Wellen der dicht an seiner Besitzung vorbeifließenden Werra, theils den Flammen brennender Häusu.ntrissen. Wie Hageuiaun so gelvissermaßen Spczialist für Lebensrettung war, so hatte er auch eine besondere Art. denjenigen, die sich leichtsinnig in Gefahr begeben hatten, ihr Unrecht klar zum Bewußtsein zu bringen. Auf einem seiner Pürschgänge überraschte er eines Tacu' einen jungen Mann, ivie dieser gerade im Begriff stand, seinen Kopf in die Schlinge zu stecken, die er an einem Baumaste befestigt hatte. Hagemann legte auf den Selbstmordcandidaten an und forderte ihn zunächst auf, von dem Baume herabzukommcn. Als dann hielt er ihm eine lange Rede, in der er dem Manne zunächst klar machte, wie es für einen gewesenen Soldciten schimpflich sei, zum Stricke zu greifen; nur ein ehrlicher Soldatentod durch Pulver und Blei könne cinigermacn die Schmach des Selbstmordes mindern. Hierauf lieft er den Lebensmüden in einer Entfernung von etwa 150 Fuß an einen Baum treten, schlug die Flinte gegen ihn an und zielte. Aber schon ehe Hagemann zwei gezählt hatte, war der Lebensmüdes im nahen Dickicht verschwunden. I n Tours ist unlängst ein Strafprozeß entschieden worden, der mit seinen Schlußfolgerungen ein trübes Licht auf die Berhältnisse in französischen Irrenhäusern wirft. Im Irrenhause zu Tours war ein Paralytiker Namms Mechin in der Abtheilung für unruhige Kranke untergebracht worden. Seine Krankheit zeigte sich ciußer in den chorakteristischen Aeußerungen, den Sprachstörungen u. s. w., i;. einer kindisch läppischen Sucht, anderen Leuten einen kleinen Possen zu spielen. Als nun eines Abende ein Wärter mit der Abfassung des Tagesberichts beschäftigt tiJT, schlich sich Mechin trotz wiederholten Anschnauzens dreimal an ihn heran und zupfte ihn leis am Aerme'.. Der Wärter, durch die harmlose Neckerei gereizt, hielt es für geboten, Mechin in die Zwangsjacke zu stecken. Einer seiner College schlang Mechin seine Schürze um den Hals und riß if r Boden, worauf mehrere Wärter sich heftig sträubenden Irren die Zwangsjacke anzulegen versuchten. Mechin, dessen Hals fest zugeschnürt war, gab während des ungleichen Kampfes den Geist auf. Der Art der Abtheilung und der Chefarzt, den der Böses ahnende Direktor deS Krankenhauses zuzog, nahmen übereinstimmend einen natürlichen Tod an. veranlaßt durch heftige Erregung, und die Erlaubniß zur Beerdigung wurde ertheilt. Später bekam das Gericht Wind von der Sache, von ihm bestellte Sachverständige untersuchten die Leiche nochmals und srellten ganz unzweifelhaft Anzeichen der Erdrosselung und roher Mißhandlungen fest. Die Wärter legten ein Geständniß ab und sind zu Gefängnißstrafen von einem Jahr bis zu einem Monat verurtheilt worden. Borficht. A.: Se'z' Dich, alter Junge, ich bin gleich fertig, ich schreibe eben an meine Frau, die nach Italien verreist ist. B.: Wie oft schreibst Du ihr? .: Täglich. Hin ein bischen oft. A.: Nicht zu oft. Wenn sie nicht regelmäßige Nachricht von mir hat, dann denkt sie am Ende, eö ist etwas vorgefallen und kommt nach Hause.
