Indiana Tribüne, Volume 27, Number 184, Indianapolis, Marion County, 26 March 1904 — Page 6
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Europäische Nachrichten.
3fr vie Ktcidte. Hamburg Der am Rossauöweg wohnende Diätar Vermehren stürzte in dem von ihm bewohnten Hause ein: Treppe hinab, zog sich eine Halswirbelverletzung zu und starb nach wcnigen Augenblicken. Das 50jährige Geschäftsjubiläum feierte die bekannte Baufirma Albers & Rockstrohen, die zahlreiche größere Bauten, u. A. das Schroderstift und Quaianlagen, aiil führte. Der jetzige Inhaber John AIbers ist ein Sohn des Mitbegründers der Firma. Durch Explosion einer Petroleumlampe im Laden des Barbiers Kühl in Allerwöhe entstand Feuer, das sich mit rasender Schnel: ligkeit über das ganze Haus, dessen Eigenthümer Tischlermeister Struß ist und das von der Familie Kllh! und F'.au Pank beloohnt war, verbreitete. Frau Kühl versuchte ihre kranke und schwache Mutter, die die oberen Räune bewohnte, aus dem brennenden Hause zu retten, was ihr jedoch nicht gelang. Beide Frauen fielen dem Rauch und den Flammen zum Opfer. Bremen. Fräulein Hermine Tidcman aus Brenicn hat der Kinderbe wahranstalt in Grohn, Kreis Blumen-
thal. 3000 Mark geschenkt. Der
fahrige Assistenzarzt vom allgemelnen Zkrankenhause ZU Hamburg, Xft Emil Ahting aus Varel, ist an einer Blutvergiftung, welche er sich bei einer Operation zugezogen hatte, als Opfer seines Berufes gestorben. Kchtvelz. Basel. Zum Pfarrer an der Theodorskirche wurde Max Zimmermann, bisher Pfarrer in Ölten, gewählt. Brunnen. Josef Heh, gewesener Courier im Hotel Schweizerhof" in Luzern, hat das Hotel Hirschen" in Brunnen käuflich erworben. Der Kaufpreis beträgt 205,000 Fr. S e e w e n (Solothurn). Der 34 Jahre alte Karl Bcneditt Stettler von Bollingen (Bern), Arbeiter bei der Elektra Birseck, hatte sich in das Transformatorenhäuschen begeben, um eine Sicherung herausunehinen. Dabei kam er mit der Starkstromleitung in Berührung, was seinen sofortigen Tod zur Folge hatte. Stettler
hatte die Jsolirhandschnhe nicht ange.legt. Er hinterläßt eine Frau ohne Kinder. S t. G a l l e n. In Sevelen ist die Sägerei Seifert bis zum Grund nie' dergebrannt; die Gebäude waren zu 16,600 Francs versichert. Z ü r i ch. An der Hauptstraße von Unter - Wetzikon nach Ober - Wetzikon stürzte nach vorausgegangenem don-
nerälnlichem Knall ein ganzes Wohnhaus in sich zu sammen. Die HauscigenthümerinFrau Wittwe Bertschin ger und Frau Bruderer wurden todt aus den Trümmern hervorgezogen. Frau Sauter starb auf dem TransPort zum Krankenasyl. Der Eheinann Sauter wurde lebend hervorgezogen und in'ö Krankenasyl verbracht. Das in der Giebelwohnung schlafende (5hr paar Pfeifer stürzte mit seinen zwei 5tindern in den Betten liegend in die Tiefe, ohne Schaden zu neh. len. Im Hause befand sich eine seit zwei Iah ren nicht mehr gebrauchte Gasleitung. $fßYtUQ Mngarn. Wien. Die letzte Enkelin Andreas Hosers, Fräuleiit Adele Edle von Hoser, ist im (13. Lebensjahre hier gestorben. Die alte Dame lebte in .)v ungünstigen Verhältnissen und war deshalb seinerzeit genöthigt gewesen, ihren Antheil an der Rente, welche sie und ihre Schwester Karoline bezogen, zu verpfänden. Sie focht dann die Pfändung an und es kam zu einem langwierigen Proze e, bei welchem die Frage, ob Andreas Hofer Staatsbebeamter war, verneinend entschieden und damit die Pfändbarkeit der Rente als zulässig erkannt würbe. Adele von Hofer war eine der beiden Töchter des einzigen Sohnes Andreas Hoset. der im Jahre 1856 al hiesiger Tabal. haupt'ikrleger starb. Der Oberregiffeill des Kaiser - Jubiläum - Stadttheaters, Amand Pohler, ist im N. Lebensjahre gestorben. Er war hier geboren, wirkte längere Zeit an den Bühnen in Preßburg, Reichenberg, Pest und Karlsbad, wa? dann 12
Jahre am Brünner Staottheater ein beliebtes Mitglied, im Jahre 1898 wurde er Oberregisseur am hiesigen Kaiser - Jubiläum - Stadttheater, wo er bis zu seinem Lebensende thättg war. - In einem Hotel im zweiten Bezirke hat der 23jährig- Friseurgrhülfe Josef Schober seine Geliebte, die 20jährige Julie Kühninger, durch einen Revolverschuß getödtet und sich dann selbst ein Projektil in die Brust gejaat. I n z i n g. Der frühere LandtagsAbgeordnete Josef Klotz verstarb hier nach langer Krankheit. Ein Tiroler vom alten Schlag, vertrat er durch zwei Perioden den Landkreis Jnnöbrück im Tiroler Landtage, bis er wcgen seines hohen Alters eine Wiederwähl ablehnte. Karlsbad. Gegen den geflücbteten Postbeamten von Eger, Schernger, der beim Postamte in Karlsbad in Verwendung stand, wurde wegen der von ihm begangenen Defraudationk'n und Urkundenfälschung ein Steckbrief erlassen. Scheniger hat das Aerar um 200,000 Kronen geschädigt. Klagenfurt. Gestorben ist hier der Bildhauer und Professor an der Staatshandwerkerschule Jakob Wold.
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Gin Sries aus Süd-Afrika.
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Ulo. 2 Ccmctcrh Road. Transvncil Ni,id, ttimbcrlcti, Süd'Asrika. dcn 28. Aprtl 1003. Der Wino ot rnr.luf hat meiner Frau ncsiplfen und ihr Stärke verliehen. Ich bin mehrere Monute von au Hause fort gewesen, und war bet meiner Rückkehr überrascht, sie so guten ntheS zu finden.' LllS ich wcgatng. war ihr Besicht nbgemngert. Cie war zwei Iahce lau,, unter ürztlichcr Pshandlung gewesen, und litt an Schmerzen in der Ma. gengrube. Xie etiwcc Milderung, die sie ersubr. war don dem Gebrauch heiser Salzbeutel. über ihre Schwester gab ihr ineS Ihrer Win ot Cnr4al Bücher und sie sagte mir. sie wünschte, sie h.itte vorher ttcwicht. tme vle weniger schmcrzen sie in Folge dessen HStte ausstehen uilisscn. Etc s.'gt. sie kann aus Eid hin bckrüfttzen. dab die? wahr ist. Meine krau hat Ihre Bücher an ihre Freundinnen ausgetheilt, und dieselben finden grobe (krlcich. tcrunn. indem sie dcn Winoof Cardul und Thodlord's JUltt.k-Drauht flföinucötcn. Wenn Ihnen dies etwas hilft, so mögen
ze es veronenkltche,,. so duft andere ffranen m nicht langer leiben mtissen. Hier kauft man ihn SJ&m 5 r C 1. . I II .. j w ; . ,-v . . x w AXv
um o uuuiMiu o.r mmc, aoer meine rau LSJr sagte, würde er t0 Cbillinaö per Flasche kosten. sie würd nicht ohne ihn sein. Meine yrnu. ikire g Echweftcr und ibre Freundinnen ersuckten mut.
dielen 'Lries zu schreiben. Vor wenigen Iahn war derVIns ot C&r.W eine Medizin, die in südlichen Häusern ausschließlich bekannt war. Terselhe wurde allmölia im Norden. Osten und Westen beliebt. Vestellungen sllr den Vlua ot Canlu! kamen von Europa. Asien und 3iid . Afrika, wo viele Kuren bewirkt werden sind. Ter vnoot rarslui ist eine beliebte Medizin tn Honolulu und sein Nuf hat sich thatsächlich über die it urhriu.At
Hittii ?lamieson's Brief ist nur einer auS vielen dankbaren Botschaften, die wir empsnngen haben, und die bekunden, wn der W, of Cnräni für leidende Frauen ans der anderen Sekte der Erde bewirkt. Bedeutende Bestelll'Ngen von Wine of Oftcfe! werden nach Süd Afrika versandt und diesel ben linden dort schnel'en Slbsah. ' bctV,"ln" Cr.iui silier die ganze Weltbekannt geworden ist. ist darin zu finden, dasz derselbe nicht eine M. dizin der gewöhn, luyen .'erdtenste ist. Derselbe ist ein Erfolg, weil er nicht einfach den Schmerz beschwichtigt, ohne dauernde Resultate m bringen sondern r 1 1 1 iirn N? , ; k.. rr- ir. . . ..... . '
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Der Verstorbene war bekannt durch eineReihe vortrefflicher Porträtbüsten. L a i b a ch. Dem hiesigen Juwelier Adolf Wagenpfeil wurde auf listige Weise von einem Gauner, der offenbar mehrere Komplizen hatte, ein Packet Ketten und Ringe im Werthe von 30,000 Kronen verwendet. Ein peinlicher Zlvis ch e n f a l l ereignete sich auf dem Friedhos zu Driebit) bei Fraustadt in Posen. Als dort dieser Tage eine ältere Dame beerdigt werden sollte, kippte der Sarg beim Hinablassen in die Gruft um und stürzte in die Tiefedie Leiche fiel heraus und auch einer der mit dem Hinablassen des Sarges beschäftigten Träger stürzte kopfüber diesem nach. Er schlug mit dem Geficht so unglücklich auf einen Beschlagtheil des Sarges, daß er sich eine stark blutende Kopfwunde zuzog. In dem Dorfe D ö r n h agen bei Gunterslusen in Hessen ist dieser Tage der 1 Jahre alte Sohn eines Schreinermcisters mit knapper Noth dem schrecklichen Schicksal entgangen, lebendig begraben zu werden. Der junge Mann lvurde an seiner Arbeitsstelle plötzlich von einem heftigen Unwohlsein befallen und kgab sich auf den Weg nach Hause. Er erreichte aber die Wohnung seines Vaters nicht mehr, sondern stürzte auf oer Strasse vor freuder Leute Thür bewufztlo nieder. Man nahm allgemein an, daß es sich um einen tödtlichen Schlagan fall handle, umsomchr als der Körper des Kranken sehr rasch erkaltete und Pulöschläge nicht mehr wahrnehmbar waren. So wurde der junge Bursche in das elterliche Haus gebracht, entkleidet und von allen Seiten als Todter behandelt und belveint. ?an bettcte ihn auf Stroh, zog ihm daö Sterbehemd an und stellte Lichter in das Zimmer. Die Vorkehrungen für die Beerdigung ivurden getroffen, und man bestellte den Leichenschmaus. Nach zlveitägigem Schlafe erwachte aber plötzlich der Kranke, und ohne sich lange zu besinnen und auch ohne wohl recht die Situation, in der er sich befand, begriffen zu haben, eilte er in das Wohnzimmer zu seinen Angehörigen, die natürlich zuerst vor Schreck wie gelähmt waren, dann aber wurde anstatt des Leichenschmauses ein Freudenschmaus gehalten.
Immer Auchmann. Der sechsiährige Franz ist der Sohn eines Oberförstcri.'. Er niiumt natür lich an dem Familienleben in dcn vcrschicdenen Hütten von Waldmann", Diana" u. s. f. dcn lebhaftesten Antheil und ist in der Hundezucht schon sehr bewandert. Da tritt in der Familie des Oberförsters ein freudiges Ereigniß ein. Franz bekommt Brii-
derlein, und zwar gleich drei an der j
Zahl. Andern Tages darf Franz sich dieBrüderlein, die natürlich eintiägtialich nebeneinander ruhen, ansehen. Statt in Jubel auszubrechcn, bleibt Franz stumm und sinnend. Erst nach geraumcr Weile, nachdem er sie genau gemustert hat, gibt er beim Verlassen des Zimmers sein Urtheil mit der Miene des Fachmanns dahin ab: Vater, den in der Mitte zieh'n mer uff." Eine Katastrophe. Haben Sie schon von dem gräßlichen Unglück gehört, das Arthur betroff-n hat? Nein, noch kein Wort. Was ist denn geschehen? Bei einer Kahnpartie fiel die Wittwe Meyer w's Wasser. Arthur ihr nach. Es gelingt ihm, sie zu packen. Er rettet sie, aber es glingt ihm nicht mehr, sich selber zu retten. Um Gottes willen! Ertrunken? Nein. Aber mit der Wittwe verheirathet. Gut p a r i r t. Denk' Dir. Männchen, heute Nacht träumte mir, Du hättest mir einen neuen Hut gekaust, dann kam plötzlich ein Windstoß und fort war er; da bin ich erwacht." Himmel, wie glücklich mußt Du etzt sein, daß Du Deinen allen noch Aast!"
ölor Der Krieys Commission. 'Illililnr Humoreske von Heinrich von Eelbitz. Herr Leutnant, der Soldat Gegensurtner Alois ioar draußen!" ,,o, warum ist er denn wieder fortgegangen?" Na, Herr Leutnant, er war noch draußen." Esel, dann sagt man: er ist drauhen; er soll eintreten!" Nun, Gegcnfurtner, was willst Du?" Herr Leutnant, ich meld' gehörschämst, ich hab' halt a Bisserl was ailSg'fresscn und da sollen mich der Herr Leutnant halt verdefendiren, damit " Nun, Gegenfurtner, was hast Du denn ausgefressen?" Ja, wissen'6. Herr Leutnant, ich hab' bei der letzten Kirchweih', wo ich an Urlaub kriegt haa'. thalt Einen a bisserl übern Schädel g'haut und da bin ich jetzt zur Aburtheilung vor die Kriege - Eommission verwiesen wegen Körperverletzung und da sollen halt der Herr Leutnant so gut san und mein Vertheidiger machen." Soo, also Tu hast Einen über den Schädel gehaut? Mit was denn?" Herr Leutnant, halt mit an Stecker!!" Gegcnfurtner. ich will Dir etwas sagen: wenn ich Dich vertheidigen sott, dann mußt Du mir die reine Wahrhcit sagen. Also, wie groß war denn dös Steckerl", mit dem Du den Ar,der ganz stad über den Schädel gehauen hast?" Wo, Herr Leutnant, es war halt so a Steckerl vielleicht so dick wie mei An,,." Lha! Und wie lang war denn dös Steckerl"?" ,.a, Her? Leutnant, es war scho so a sieben bis acht Fuß lang." So, so, und wen hast Du denn drüber g'haut mit dem Steckerl?" Den Gemeindediener, Herr Leutnaut, wissen's, i hab' halt so a bisserl an Rciusch g'habt." Natürlich! Natürlich! Auf der Kirch'vcih warst Du und da hast Du selbstverständlich einen Aombcnrausch gehabt und dann ist daö Raufen losgegangen und Du hcst den Gemeindedien, der Ruhe stiften wollte, mit oc:n Zannpfahl einige Male ordentlich über dcn Mops geschlagen; ist es so, Gegenfurtner?" Jawohl, Herr Leutnant!" a, mein lieber Gegenfurtner, da wird es bös ausschauen." No, Herr Leutnant, was mcinen's denn, wieviel Täg Arrest können denn da sür mich 'rausspringe? Wissen's, der Ober - Verdachtschöpfer ist ka Guter net!" Ober - Verdachtschöpfer? Wer ist denn das?" Dö is hatt der Vlutrichter!" Wer? Der Blutrichtcr?" Herr Leutnant, dös is halt der Negiments - Auditör." Was? So heißt Ihr den Herrn Regiments - Auditör; ich will diesen Ausspruch nicht miede höcen! Du fragst, welche Strafe Dich treffen kann? Nun, ein Paar Monate werden schon herauskommen." Ach, HerrLeutnant, ich manct, scho drei Wochen war'n g'nug." Nun, wir wollen sehen, was zu machen ist. Also, Gegenfurtner, sei vor der Kriegs - Commission sehr bescheiden; sprich so wenig, als möglich; zeige Dich als properer, strammer, wohldisciplinirter Soldat; rede Dich auf hinaus, daß Du einen ordonanzmäßigen Prügel - Rausch gehabt hättest und Dich an gar nichts mehr erinnern kannst, und es wird auch wohl so gewesen sein, nicht wahr?" Natürlich! Versteht sich. Herr Leutnant." Schon recht! Und dann machst Du morgen, in der Hauptverhandlung, ein möglichst dummes Gesicht." Herr Leutnant, dös werd' ich scho ja!ig bringen," grinst der Gegenfurtner und wird dann vom Leutnant entlassen. Damals bestand in Bayern noch
nicht die jetzige Militär -Werichts-Organisation; es war bei jedem Regiment ein Regiments - Auditor, der die Voruntersuchung und die HauptVerhandlungen leitete. Am Tage nach dem Gespräche zwischen dem Leutnant und Gegenfurtner fand Vormittags 9 Uhr die HauptVerhandlung statt. Der Gerichtshof bestand aus einem Major, zwei Hauptleuten und zwei Oderleutnants, sowie dem verhandlungsleitenden Regiments - Auditor, dem ..Blutrichter". Auf dem Gcrichtstifche lag, als corpus delicti, der zu Gerichts Händen gekommene Prügel, oben und unten sorgfältig petschirt und gesiegelt, damit er nicht abgeschnitten werden konnte, der sieben Schuh lange ZaunPfahl, dem Gegenfurtner sein Steckerl". Auf der Anklagebank sitzt der Ge-
genfurtner und macht befohlenerina ,
ßen ein polizeiwidrig dummes Gcstcht; er läßt die Ohren. Nase und Kinn hängen und schaut ganz theilnahmölos drein. Vlus die Fragen b:ö Auditors erwidert er immer nur stereotyp: Ich hab' an Rausch g'hadt; i woaß gar nix mehr!" Der Verletzte, der Gemeiu'dediencr Balthasar Lackclhuber von Dingshausen, der darnach aussieht, als ob er auch kein Feind eines guten Maßls" wäre, eräblt wcitschwcifia. wie die vrauscrcl vegann, wie er Ruhe stiften wollte, und wie es dann zu einer regelrechten Schlägerei kam, bei der Maaßkrüge als Wurseschosse, Zaunpfähle und abgebrochene Stuhlbeine als
Handwaffen eine hervorragende Rolle
lvieltcn. Können Sie," wirft der Vertheidign dazl schen, Herr Gemeindediener, auf Ihren Eid hin mit aller Bestimmtheit aussagen, daß gerade der hier sitzende Angeklagte es war. der Sie mit dcm Prügel über den Kopf geschlagen hat; er und kein Anderer? Auf Ihren Eid hin?" No, ich nwan scho!" . Za, das gilt hier vor Gericht nichts; Sie müssen e nm aücr Bestimmtheit sagen können, es war der Gegenfurtner und kann es kein Anderer gewesen sein, also?" Ja, wissen's, meine Herren, in so an Trubel, wo'S zugeht wie bei einer Schlacht, da kann man dös net so ganz genau sagen. ;S hat halt alles zug'haut hat; wie ich die Paar droben g'habt hab', is mir ganz schwarz vor die Augen worden und acht Tag lang hat mir mein Schädel brummt!" Hat es Ihnen außerdem geschabei?" .Na, g'schadt' hat mir's grad weiter nix; a Paar Tag hab' i mi in's Bett legen müssen und mein Schädel hat halt alleweil brummt wie a Bräutessel." Der Staatsanwalt, gleichfalls ein Leutnant, hat einen großen Bogen Papier vor sich liegen, aus welchem er feine Rede halb abliest, halb frei spricht. Antrag: sechs Wochen Gesängniß. DerVertheidiger erhebt sich: Meine Herren: Sehen Sie den Angeklagten an, wie er dasitzt; der sollte einen alten würdigen Mann, wie den Herrn Gemeindediener Lackclhuber mit einem solchen Prügel vorsätzlich, mit brutaler Gewalt über sein ehrwürdiges alterndes Haupt geschlagen haben? So sieht mein Client wahrlich nicht aus; dazu, meine Herren, ist der Alois Gegenfurtner viel zu dumm! Das ist ein harmloser Mensch, der keinem Kinde etwas zu leid thun kann, und der sollte so roh zugeschlagen haben? Das Schädel - Brummen kann auch von zu vielem Biergenuß herrühren; mein Client hat die That nicht begangen. er kann sie gar nicht begangen haben; ja, meine Herren, wenn es einmal gilt, gegen den Feind zu marschiren und dort im Kampfe treu seine Pflicht zu thun, dann ja dann ist der Soldat Alois Gegenfurtner gewiß der Mann, der ordentlich dreinhauen wird und freudig sein Leben hingeben wird für König und Vaterland?"
Nach kurzer Berathung verkündigt der Regiments - Auditor als Urtheil: DerSoldat Alois Gegenfurtner wird freigesprochen," und Alois verläßt mit freudigem Grinsen den Gerichtssaal. Einige Zeit nach dieser GerichtsverHandlung tritt der Soldat Alois Gegenfurtner wieder in das Zimmer bei dem Leutnant ein; er hat ein großes in Papier gewickeltes Packet auf dem Arme. Herr Leutnant; da ham mir daheim a Sau g'fchlacht und da ham mir meine Leut' a Paar Würscht g'schickt und da bring' ach halt dem Herrn Leutnant auch a Paar Würscht un an Schwartenmag'n, weil's mich gar so schä vertheidigt ham " Gegenfurtner, mache daß Du schnell wieder verschwindest!" Und, Herr Leutnant, i will nix umsonst ham und da ham's noch an Kronenthaler auch; weil's mi gar so dumm hingestellt ham; Herrgott, ich hab' selber lachen müssen." Sepp!" ruft der Leutnant seinem Diener , vor der Zimmerthüre zu Sepp! Wirf einmal da diesen unverschämten Kerl hinaus! Eine solche Unverschämtheit! Bietet der 5terl mir Geld an Hinaus!" Ach. Herr Leutnant, ich hab's ja ganz gut g'moant " Hinaus! Wenn ich Dich wieder einmal zu vertheidigen haben sollte, dann beantrage ich sechs Wochen mehr, wie der Staatsanwalt!"
Kühne Phantasie. Bertha: Die Ella hat eben in Allem Glück, was sie anfängt!. . . Ich glaube, wenn die einmal in einen Teich springt, sitzt schon ein Mann drin und wartet!" A u s der Jdagrube bei Schwadowitz, in Böhmen, löste sich kürzlich von einer Berglehne eil e größcre Erdmasse und rutschte so Unglück lich auf die Oeffnung eines Schachtes, daß dieser ganz bedeckt wurde. l?ine Anzahl Bergleute, die sich zu dieser Zeit gerade unter Tage befanden, wurden dadurch von der Außenwelt abgeschnitten. Sofort wurden die Rettungsarbeiten in Angriff genommen. Unter der Führung eines Obersteigers arbeitete eine Colonne von Kameraden der Verschütteten, um durch die gewaltigen Erdmassen einen Schacht zu graben. In überaus schwieriger und gefährlicher Arbeit wegen des losen Erdreichs, das nur durch Absteifungen gehalten werden konnte, vergingen drei Tage und drei Nächte, und noch immer war man nicht zu den Verschütteten vorgedrungen. Schon wollte man die Hoffnung auf Rettung aufgeben, als man end lich im Laufe des vierten Tages den Erdwall durchstieß. Man fand die Verschütteten zwar noch lebend, aber in einem Zustande völliger Erschöpfung vor. Nachdem sie sich etwas er-, holt hatten, erzählten sie. daß sie anfongs selbst eifrig an ihrer Rettung gearbeitet hätten; als aber der Hunger immer quälender geworden s?i und die Lamper allmählich verlöscht wären, da hätte sie Verzweiflung gepackt, zumal sie nicht im Besitze von Taschenuhren gewesen wären und ihnen die Zeit unendlich lang vorgekommen sei. Die Leute mußten sich nach dem langen Aufenthalt in tiefster Finsterniß zuerst wieder an das Tageslicht gewöhnen. Unter dem Jubel der Verwandten und Kameraden wurden die Über 80 Stunden lebendig begraben Gewesenen aus dem Schachte hervorgebracht. Es spielten sich dabei ergreisende Scenen ab. Manche der Geretteten waren körperlich und geistig so geschwächt, daß sie in ärztliche Pflege genommen werden mußten. Eine Kirche, in der g eraucht wird, dürfte in Friedenszeiten zu den Seltenheiten gehören und doch müssen die Bewohner von Lauterbrunnen in der Schweiz dieser Gewohnheit huldigen, denn der Kirchengemeindath von Lauterbrunnen hat sich veranlaßt gesehen, das Rauchen in der Kirche bei Vsammlungen und festlichen Anlässen zu verbieten.
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