Indiana Tribüne, Volume 27, Number 183, Indianapolis, Marion County, 25 March 1904 — Page 5
Jndkana Tribüne, SS. März IS.
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Zapaniskhk UrlkgsNcdcr. Votlikch'i.lus,:.Uische 'Ausdrücke Vr TenkaN uud s-tgettschaNeu es Volkes. In e:n?:n Briefe, den der englische storrejpor.Dciit Mcttezie !urz vor dem AuAbruche deS russisch - japanische Krieges in Tokio schrieb, äutzcrt er iitfi über das japanische Lied wie folgt: AbEkseym von der musikalischen
Sei:e. die eine Sache persönlichen und nationalen Geschmacke ist, muh da) j.ipanisaze Lied als der große Träger des VoltögefghlD ernsthaft genommen toerden. Jedes Ereignih von Wichtig, keit wird von den Strahenpoeten aufgenomii'en. in Verse gebracht und vertont. dun die Aussicht auf den ttrieg hatte viele Lieder eräugt. Folgendes alte, einfach? Lied, das jetzt viel von Kindern gesungen wird, erfreut sicli grosser Beliebtheit. (5s heißt: ..Todte! Todte? Todte! Todte Todte bis das Cchwert bricht! Todte! Todte! Todte! Todte!" (sin Lied über ein Altec' Schlachtfeld" ist pathetisch: es spricht von dem Schwert mit dem darauf glitzernden Jrost. der Stille des Todes, den einsamen Gräsern, die wie die alte ahne über den Gräbern wehen, und es schließt: Diese sterben, aber die Namen der Helden, die auf dem fylbt starben, werden in Ewigkeit leben." Tic meisten Lieder beziehen sich auf die japanische Flagge, und auch das Emblem des Voltes, die aufgehende Sonne, wird von den Dichtern auf hunderterlei Weifen gebraucht, um darzustellen, wie Japan die Welt erobert. Von dem Tode wird gewöhnlich cite etwas Wünschenswerthem gesprochen, wenn er in der Erfüllung der Pflicht kommt. Achte nicht darauf, ob es Tod oder Leben ist, gehorche dem .St ni ser und gehe vorwärts!" sagt ein Lied. Eher den Tod auf dem Schlachtfeld, als sich ergeben," lautet der Refrain eines anderen. Und da ist nicht leeres Gerede; denn sich ,zu ergeben, ist für den japanischen Soldaten und Seemann eine Schmach, die kaum gesühnt werden kann. Manche Lieder enthalten Schmäbungen gegen Rußland. Ein typisches Lied hautet: Schneide dem Adler die Flügel ab, um den Frieden im fernen Osten zu wahren. Der Adler kann !reit fliegen, aber die aufgehende Sonne wird den ganzen Erdball erleuchten. Die Krallen des Adlers sind sehr scharf, aber wenn das japanische Schwert erst aus seiner Scheide gezogen ist, wird der Adler aus dem fernen Csten vertrieben werden. Wenn des Adlers Kopf abgeschlagen ist, wird Rußland darüber trauern, daß es mit Japan kämpfte." Noch charakteritti scher ist folgendes Lied: ..Kriegerische-' Rußland! Immer brichst Du den Frteden des fernen Ostens. Im Namen des Himmels und der Menschlichkeit muß ftattcra Dich niederschlagen.
Feiges Rußland! Im Rainen des Friedens stahlst Du das Land, das Japan mit dem Blute seiner Söhne erkaufte. Prahlerisches Rußland. Dieb der Welt! Du prahlst ruhmredig mit Deinem Adlerfluge. Dein ar hat eine Friedenskonferenz einberufen; Du brichst den Frieden. Armes Rußland! Du bist wie eine blinde Schlange. Die Geschichte wiederholt sich. Der römische Adler, zerstört und entehrt, ist der Vorläufer vom Schicksal dieses Adlers. Unbesonnenes Rußland! Wie kannst Du. uneinig im Innern, hoffen, ein anderes Land zu erobern! Du bist wie ein Krähenschwarm." (Das letzte be deutet die schwerste Beschimpfung; die Krähenschaar stellt, nach dem japunischen Volksvergleich, den Gipfel des Unverstandes und der Feigheit dar.) Derselbe Dichter ermuthigt: Heraus! Heraus, ihr unsere Helden! Unsere Fahne der aufgehenden Sonne, die die ganze Welt erleuchtet, wird von den Mauern der Peter-Paulsfestung in Petersburg flattern! Die Fahne der aufgehenden Sonne verkörpert unsere Hoffnungen. Frieden ist im Schwert verborgen, Frieden ist in dem Rauch der Gewehre!"
Naplitbalin und Motten. Eine unlängst abgehaltene Sinuna
der Akademie der Wissenschaften in Paris war besonders von zahlreichen Damen besucht. Aus dem Programm stand ein Äortrag des berühmten Ehemikers Berthelot. Unter allen Chemie kalien gibt es wenige, die den Frauen inniger an's Herz gewachsen, als jene, die man in alljährlich wiederkehrenden Krcuzzügen gegen die Motten zu Hilfe ruft, und Berthelot sollte mittheilen, was seine wissenschaftlichen Forschun gen über den Werth des Naphthalins ergaben. Das Urtheil lautete nieder-
schmetternd. Dieser große Kenner der modernen Chemie erklärte, daß Naphthalin nur den Menschen unangenehm werden könne; Larven und Insekten aller Art, besonders Motten, fühlen sich in naphthalingesättigter Atmosphäre kannibalisch wohl. Berthelot hat sogar in reinem Naphthalin Motten gezüchtet. und er hielt es für seine Pflicht, dem Naphthalin seine Aureole zu rauben. Um die tiefgebeugten Hausfrauen aber nicht ganz hoffnungslos von dannen ziehen zulassen, rieth Berthelot, im Feldzuge gegen die Motten sich mit Terpentinessenz oder Benzin auszurüsten, welche Flüssigkeiten, wie er versichert, bei den Gourmands unter den Motten durchaus unbeliebt sind. In Wien zählte man in den 430 Volks- und Bürgerschulen am 1. Oktoder 1903 insgesammt 198,936 Schüler und Schülerinnen. Die größte Zahl verzeichnet Ottakring mit 20.700.
; 3s)ic Adresse. sjiinoreciif van C. 5. sjennlg. Als eincs Abends Herr Meinhardt vom Amt heimkam, fand er seine Woh nung leer. Nicht etwa, daß Diebe in
dieselbe eingebrochen uud alles Beweglichc mitgenommen hätten, nein, an Möbeln fehlte nichts, wohl aber die Perle des Hete, Frau Henriette. War sie vielleicht durch irgend einen Zufall aufgehalten worden, oder hatte sie sich beim Besuch einer Freundin verspätet? Herr Meinhardt schüttelte gleichsam als Antwort darauf mit trüber Miene sein Haupt; er wußte es besser; schon lange hatte er einmal Aehnliches erwarte:, und nun war die Katastrophe wirklich hcn'ingebrochen: seine Frau war ihm regelrecht durchgcbrannt. Und der Grund? Ucberspannte Romantik, kin bischer Trotz, Eigenwilligkeit und ähnliche Eigenschaften eineS verzogenen Menschenkindes. Weil Herr Mein hardt ihr etliche Hüte verweigert, weil er mit endliche? Strenge sie nach einjähriger Ilitterzeit ihren Hauvhaltungspflichien zuführen wollte, und schließlich weil er immer mehr und mehr anfing, seinen Nacien unter ihren zierlichen Füßchen hervorzuziehen, um allmälig den Herrn im Hause hervorzukehren. Schon oft hatte sie ihm deshalb bei den unvermeidlichen ehelichen
Szenen mit Davonlaufen" gedroht, und nun hatte sie es wirklich wahr gemacht. Die erste Regung bei dieser Entdeckung tvar die des Zornes über die ihm angethane Schmach, dann bemäch tigte sich seiner eire Art unbehaglicher Niedergeschlagenheit. Denn was würde das für Aufregung und Peinlichkeiten geben, bis alles wieder im richtigen Gr leise war! Die dritte Regung endlich war die natürlichste; er setzte den Hut auf und ging in'ö Wirthshaus. Sicherlich war sein rebellisches Weibchen tröst suchend an den mütterlichen Busen ge flüchtet, und es war somit vorerst kein Grund zur Sorge. Als er am andern Morgen etwas später als sonst erwachte und sich mit seinen verschiedenen schmerzlichen Gefühlen nach und nach ab'Zefunden hatte. fand er es doch gerathen, an seine Schwiegermutter folgendes diploma tische Telegramm zu richten: Hoffentlich ist Henriette gut ange kommen. Karl. Die Antwort hatte er bezahlt, do
sie kam nicht, statt dessen aber die
Schwiegermutter selber. Herr Mein hardt hörte sie schon die Treppe herauf
kommen und schickte sich schleunigst an,
sämmtliche Thüren der Wohnung zu versperren, aber die Hände zitterten ihm
so vor freudiger Aufregung über den
unverhofften Besuch, daß 39 nicht ge
lang. Und ehe er sich versah, stand seine Schwiegermutter, die Frau Stra-
ßenpflastermeister Bardt. vor ihm. Mit einem hörbaren Krach setzte sie ihren
Reisekofser auf den Boden, dann sag:e
sie mit strenger Stimme: Wo haben
Sie meine Tochter. Herr Schwteger söhn?" Ich habe sie ao.i nicht mehr, ver
ehrungslvürdige Frau Mama. Ich
dachte
So, Sie dachten! Sie wissen also nicht, wo sie sich befindet?" Nein!" Seit wann wisset! denn anständige Ehemänner nicht, wo sich ihre Frauen befinden?" Seit oiese wie ungezogene, eigensinnige Schulmüdels bei Nacht und Nebel davonlaufen!" Wie, was Schulmüdels Jetzt fragte die Frau Straßenpflastermcister nicht mehr, sondern sie sagte" unr noch. Zum Schluß ihrer gepfefferten Philippika warf sie ih?e.'m gänzlich vernichteten Schwiegersohn einen wirklichen leibhaftigen Mörder" an den Kcps. Da ober raffte sich Herr Meinhardt auf. Ihr Kummer, den ich theile, macht
Sie ungerecht, Vcama!" sagte er energisch. Unsere Differenzen waren nicht derart, daß sie ihr tiefer zu Gemüth gegangen sein könnten. Es ist lediglich der Kampf um'S Pantoffelregiment, der sie forttrieb und aus dem sie. da sie doch unterliegen mußte, wenigstens mit einer cffei ijoCIen Bersöhnungsszene hervorgehen wollte. Hätten Sie nicht eine so unglaubliche Nachsicht mH thuen Fehlern gehabt, so hätt? jetzt nicht der Gatte die schwierige Aufgabe, diesem Erziehungsmang l nachzuhelfen!- , Hiein Herr." rief die entrüstete
Dame, j"des Ihrer Worte ist eine töd. -liche Beleidigung für mich, aber den-
noch, mein barbarischer Herr Schwie
itfiuugcn rcUnoe und ekannre gescnrieuen, hatte einen Privatdetektiv auf Reisen geschickt und alle Teiche der Nachbarschaft abgesucht, dech nichts führte auf die Spur der Entschwundenen. Schließlich entschloß er sich ZU einem letzten Inserat, allerdings nur in einer ausländische eituna'
(o komme doch wieder. Mama geht
nir ja nicht vom Hals! In heller Ber
i'ieiflung . Dein Gatte! Mbit auch M it!e keinen Erfolg, i, fyu itlU wollte i um Acnßersten treiben und ihren '''ann ordentlich ihiiibc machen. Gern tte sich Herr Meinhardt selbst auf die .iche gem.icht. aber die argwöhnische
Pflastermeirin ließ ihn nicht fort.
Möglicher Weise wäre er aich rnem wiedergekommen, man kann alles nicht
wissen. Am Schlüsse aber kam irjm plötzlich der Gedanke, vielleicht ist sie
gar nicht aus der Stadt gegangen und
weilt ganz in der Nahe, wahrend wir sie in ungemessenen Fernen suchen! Und stehenden Fußes eilte er zu einer Freundin Henriettens. bei der sie immer viel verkehrt hatte. Aber auch diese Fährte zeigte sich als falsch. . Allein die Freundin der Verschwundenen erwies sich als eine ungemein intelligente Dame.
Wie lange ist sie denn schon fort?
forschte sie.
Es wird morgen fünf Wochen,
antwortete der unglücklich? Ehemann.
Und Sie haben keinerlei Anhalts-
punkte?"
Nein! Aber meine Schwiegermutter
kocht taatäalich schlechter, um meine
Phantasie anzuspornen, solche zu fin
den."
Armer Mann! Doch es soll Ihnen
geholfen werden. In drei Tagen wer-
den Sie von mir hören."
Etwas getröstet, doch ntcht allzu hoffnungsvoll ging Herr Meinhardt wieder heim. Steckte die Freundin mit seiner Frau unter einer Decke und wollte sie sich zuvor Informationen einholen? Doch gleichviel: Herr Mein-, hardt hätte jedes Mittel acceptirt, um sich aus dieser verwünschten Situation zu retten. Am dritten Tage erschien wirklich, wie versprochen, die Freundin Henriettens, zog triumphirend einen Streifen Papier aus ihrem Ridikül und überreichte ihn Herrn Meinhardt. Frau Henriette Meinhardt, derzeit in Schlampersdorf in Böhmen stand darauf. Aber, wie konnten Cie denn das in dieser Schnelligkeit erfahren, vorausgesetzt, daß es Ihnen nicht schon neulich bekannt war?" fragte erstaunt Herr Meinhardt. Nichts leichter als das." antwortete etwas pikirt die hilfreich? Freundin, ich schrieb einfach an ide Administration des neuen Modcjournals und bat, mir die derzeitige Adresse seiner Abonnentin, Frau Henriette Meinhardt, an, zugeben und liier ist sie." Die Schwiegerinuttc? hatt inzwischen bereits ihren 5loffer gepackt, um sofort zu ihrer Dochter Zll fahren. Hrr Meinhardt aber that wiederum dos Vernünftigste, was in dieser Situation zu thun war und ging in's Wirtl haus. Solch eine Intelligenz mußte doch gefeiert werden und nicht minder die Abreise der Frau Straßcnpflaster-meisterin.
-Z)crttnsqel?olfc. Nach einer schweren Abentsitzung
kommt der Förster frsih gegen drei Uhr
aus dem Wirthshaus nach Hause. Während er sich so geräuschlos al? möglich entkleidet, erwacht seine Frau. Alterchen, ich gloobe gär, Du willst schon wieder auf die Jagd, bleib' doch
d'rheeme bei der Kälte! Denk' doch' an
Deine Gesundheet. sei qescheidt und bleib' da!" .Hast ooch Recht. Alte, ich thu' besser, ich leg' mich nieder." erwiderte innerlich lachend der Förster. &S Xol
Drei Herren warteten sehnsüchtig auf einen vierten Mann zu ihrem Skat. Da kam ein Bekannter von ihnen in das Lokal. Sogleich sprang einer auf ihn zu mit den Worten: Kommen Sie, spielen Sie mit!" Nein, mit einem solchen Affen spiele ich nicht!" Was, Sie nennen mich einen Affen?" (?:, bewahre, ich meine ja meinen Affen!" Slö O:rumrtttm. (Ti1 flcfyt im Himmcr aus und nieder, Tov Ungeduld taurn halt er'S aus. An s Monster tritt er immer wieder Und blickt erwartungsvoll hinaus. Unruhe rotifct seine Wangen, Beflüsielt ,-ines J5)ec)cn Schlag. Naä) wen: der Jüngling wohl verlangen Und wen cr u-olji erwarten mag?
gertoyn, werde ich ntcht eher wieder von dieser Schwelle gehen, als bis mein armes Kind gefunden und wieder in ihre schmählich geraubten Rechte eingesetzt ist!" Herr Meinhardt erschrak; jetzt wurde die Situation kritisch! (?ine solche OHN quartirung! Lieber einen Korporal und vier Grenadiere. Mit Windeseile sauste er von ein"r Zeitungsexpedition in die andere und gab überall das iio liche, hier entsprechend modifizirte In-
ferat auf: Theure Henriette. kehre zurück, der Hut wird gekauft. Dein trostloser Gatte. Toch Henriette kehrte nicht zurück. Entweder hatte sie die betreffend'M Inferate nicht geljje'V oder sie hatte' stc inzwischen s"lb' schon den gewünschten Hu! gekauft. Herr Meinhardt hc.tte sodann unterer Hand an alle au5
Lliumorisiiselres
V fr im W r , ? . Wirst Du brav sein. Karlchen?" Na!" Aber Karl, man sagt doch .Nein!'" Xrn uumdcrciftirtstcn. Zahnarzt (zum Patienten): Drei Zähne müssen unbedingt herails; (für sich) die fehlen mir noch gerade an der Miethe?" cvWvcxxk. Zucht Hausdirektor (Aer
breche? entlassend): Und nun leben Sie wohl und führen Sie sich gut. Auf Wiedersehen, meine Herren!" Hc ünfrcnbödtc. Hans (da eben der Blitz einen Baum zersplittert, zu seinem Bruder) , Komm, wir wollen machen, daß wir fortkommen, sonst sind wir'ö wieder geWesen?" Ans der chaUml)n. Passagier (ungeduldig): Ja. zum Kuckuck, geht der Zug bald ab oder bleiben wir über Nacht da?" Schaffner (gemüthlich): Mir iü gleich!" Angreifend. Sieht Fräulein Bertha aber ange griffen aus!" Das ist sein Wunder, da sich im letzten Vierteljahr nicht weni'
ger als sechs ihrer besten Freundinnen verlobt haben." A.uci? eine 5'trnfe. Richter: Ihre Gründe genügen Mcht, um eine Scheidung zu bewirken; es wäre das beste, wenn Sie sich mit Ihrer Frau versöhnen! 5)aben Sie sonst noch etwas anzuführen?" Gatte: Nein. Herr Präsident, ich nehme die Strafe a n ! " Sorstront. Professor (der während eineS Gewitters nach Hause kommt, und einen Spibuben unter seinem Bett entdeckt): Hahaha. so ein großer traftiger Mensch, und fürchtet sich vor dem Gewitter! Schämen Sie sich, junger Mann!" Besondern nüttsitst. Wie war denn das gestrige Festessen?" Einfach großartig, für fünfzig Personen war gekocht worden und zwanzig lvaren nur anwesend!"
Das Postborn. Einzelne Berliner Zeitungen berichteten vor Kurzem über eine geplante Abschaffung des Posthorns. Die Oberpostdircktion habe, so wurde behauptet, die Zurückziehung des Hornes angeordnet, auch wurden bereits Klagen über das Verschwinden dieser altehrwürdi geik Einrichtung angestimmt. Die Nach richt gehört zu jenen Äcärchen, die merkwürdiger Weise immer wieder Verbrei tung finden. Es ist keine Rede davon, das; die Vezirksverwaltung eine so ehr-, würdige Einrichtung, die das Symbol
der Post bildet, einfach abschafft. Ge-
rüde in Berlin wird das Blasen des Posthorns mit solcher Liebe gepflegt, wie kaum in einem andern Bezirke. Bei
der reichseignen Posthalterei mit ihren
mehr als 900 Postillonen werden die Postillone vcn einem musikverständigen
Beamten des Postfuhramtes UN Bla sen ausgebildet. Es besteht ein beson
deres Musikkorps mit etwa 30 Mann, daö ft. B. bei zahlreichen postalischen Begräbnissen mitwirkt. ?lm Berliner
Bezirk ist den Postillonen Gelegenhei zu? Bethätigung ihrer Kunst gegeben
Cr bestehen ausgedehnte Rundfahrten und Posten auf den Landstraßen zwischen den Vororten. Veranlassung ;tl der Nachricht mag der Umstand gegeben haben, das; die Oberpostdirektion zugelassen hat. daß beim Aus- oder Einfahren in Postgrundstücte das Sig-
nalgeben mit dem Posthorn unterbleibt. Es ist aber ausdrücklich bestimmt worden. daß die Postillone das Horn stets zu führen haben.
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vandalia kine
Wen er erwartet? Kann man fragen? Auf Wen wohl wartet überhaupt Ein Iünaling, wenn cr zwischen crt Und Hofsen zu dergkhcn glaubt? Erwarten kann cr doch nur (rine, Nach d?r sein liebend Qerz I.egrlirt, Erhoffen nur. das; sie erscheine, Tie über alles ihm ist toerth. 0 horch, jetzt fomrnt'Z heran die Stufen . llopfr. Der Iitngling ruft Hcreii:!? Ta tritt, von i'.n mit Iubelrusen BegrUszt, d?r eldbriefkräger ein. Der IUnqling nimmt mit Hast entgegen Tas Geld verklärten Angesichts Und geht zu Vier. Tes MammnS Tegen Hat cr erwartet weiter nichts! Der gerade Wcg lst ver kürzeste; aber es dauert am längsten. bt, man eins ihm zum iele gelangt. m Die Jugend, die sich alt qtcbt, ist häßlicher, al Alter, das sich jung giebt.
Die israelitische EinWanderung des letzten Jahreö wird auf 75,000 berechnet, von denen an 50.000 aus Rußland kamen, und 25,000 aus Rumänien und aus Oestcr-reich-Ungarn. Etwa 50,000 diesei Einwanderer blieben in New ?)ork. In Preußen wurde kürzlich eine neue militärische Stellung gcschüsfen. und zwar die eines Generalkapitätts der kaiserlichen Hauötruppen." Sie ist dem Generalleutnant v. Scholl, zweitem dienstthuenden General-Adju-tanten des Kaisers, verliehen worden. V ö l l i o glatt r a s i r t e Russen ' sind eine sehr seltene Erscheinunq. In Rußland trägt so gut
wie Jedermann einen Bart. ia es herrschte dort früher sogar der Glaube, daß ein bartloser Mann auch keine Seele habe. iq knarriger Unfall. Während der in Diensten der L. I. Mueller Furnoce Company in Milwaukee stehende 22jährige Ernst Rau sich auf dem Weg nach dem Etablisse ment in einem elektrischen Straßenbahnwagen befand, legte er ein Bünde! Handwerkszeug auf den Kontrollerkästen der hinteren Plattform. Zwischen den in dem 5iasten angebrachten elektrischen Drähten und dem Hand werkLzeug bildite sich auf unbekannte Weise eine Verbindung, und als Rau sein Bündel berührte, gericthen seine Kleicr in Brand, und Rau wurde an den Händen und im Gesicht schwer ver-brannt.
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