Indiana Tribüne, Volume 27, Number 182, Indianapolis, Marion County, 24 March 1904 — Page 6
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Jndiana Tribüne. 2 i. März 190.
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Europäische Nachritten. r o vtirz Lde ssctt ZI asf ci u. Kassel. Begnadigt wurde auf Kaisers Äeburtctag der Kesselschmied I. Faber aus Aachen, welcher wegen Todtschlags zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe in der Strafanstalt zu Wehlheiden intern'rt. war und sich ivhrend Ljahriger Strafhat gut geführt hatte, aber hat.e sich in dieser jeit $00 Mark gespart, mit welchem
Geld? er tn seine Heimath entlassen wurde. A r e u n a. Bürgermeister Umlenke und dessen Frau, beide 72 Jahre alt, beainaen das Veit der aoldenen .vocbzeit. Das Jubelpaar, außerge:. ohn- ! rüstig, lörpeclich und geistig noch sehr frisch, beging die Zweier im Kreise einer stattlichen Anzahl Kinder und Enkel. H a ch e n b u r g. Der städtische Förster (5arpentier tödtele seine Frau in seiner Wohnung durch einen Schuß in die Schulter. iJach der einen Darstellung liegt Fahrlässigkeit vor. nach der anderen ist die 2hai im Jähzorn während eines ehelichen Streites mii et worden. Der Forster befindet sich in Haft. F tt 1 o. Auf der Wachstuchfabrit von Wies erplodirtc infolgeUnachtiamkeit eine Petroleumlampe. Der vio)t Lagerraum der Firma gerietb in Brand, wodurch 38000 Kerzen vernichtet wurden. Der Schaden beziffert sich auf 8000 Mark. Frankfurt a. M. Im Keller räum der Hutfabrik E. Simon A- iio., Weser st raste 17, erplodirte der Dampf kessel. -Ein Stück des Mauerwerts sprang, der Dampf strömte mit Macht aus und schleuderte den 20jh'f)iia,en Heizer Fleischer, der den Kessel bediente, gegen die Wand. Fleischer erlitt schwere Verletzungen am Kopf und wurd in hoffnungslosem Zustand in's Krankenhaus gebracht. H a n a u. Tk hiesige Strafkammer verurteilte Dr. Walter Fürst von Bieder, Vater von acht Kindern, wegen Sittlichteitizverbrechen, begangen an Mädchen unter 14 Jahren in drei Fällen, sowie wegen Beleidigung in zwei Fällen zu iner Gefängnisstrafe. Wiera. In, hiesigen Walde h. tten sich zwei Holzfäller zum Frühstück in der Nähe einer Tanne niedergelassen, die bereits stark angehauen war. Plötzlich stürzte die Tanne um und fiel auf die beiden. Der eine, Lerch mit Namen, erst 19 Jahr? alt. wurde auf der Stelle getbdtet, oer andere, ein jungerhemann, trug eine schwere Webirnerschütternng davon, so dast an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Wiesbaden. Maurer Stillger. 2) Jahre alt. stürzte aus dem dritiea C lockwerk eines Aeubaues herab und erlitt so schwere Verlegungen, daß er verstarb. (5r hinterläßt Frau und mehrere Kinder. mtvttnUil Staaten. 9t tn stöbt. Der B gründe? des Bankwesens in unserer Stadt, Wilhclm von Kübner, ist im Alter von 7 Jahren gestorben, v. Kübner gehörte der Thüringischen Bank 18 und der hiesigen Bank als Vorstandsmitglied 25 Jahre an. A r o t s e n. (yeheimrnth Robert Barnhagen, ber langjährige fürstliche 5iammer- und Consistorialdirektor. ist im Altec von 80 Jahren hier gestorden. B r a u n s ch w e i g. Erschossen hat sich auf dem Monumcntsplatz der Kaufmann Böhm (Hochstrabe); der Sanitätswagen sollte den Verwundeten nach dem Krankenhaus bringen; inzwischen trat jedoch der Tod ein. (5in Wächter des Schliebinstitnts b'örte ans einemPatrouillengange denSchuß fallen unb berief die Sanitätswache. Ueber die Beweggründe der That ist nichts bekannt. E i s c n a ch. Nach kurzem Kranksein starb an den Folgen eines Schlaganfalle Redakteur a. D. Julius Löwenheim im 77. Lebensjahre. Er war eine weithin bekannte Persönlick keit. Lange Zeit wirkte er als Lehrer in Wiesbaden und Stabtlcngsfeld llF'isenacher Oberland) unb wirkte als solcher burch Wort anb Schrift allezeit für bie soziale Besserstellung des Lehrerstandes. Von Lengsfeld aus siedelte er 1874 nach hier über und übernahm als verantwortlicher Ncdakteur bie Leitung ber nationalen ..Eisenacher Zeitung." I e n t. Bei ben Erbarbe'ten hinter dem Weimar (eraer Güterbah? Hof wurden bie Arbeiter Hugo Gros aus Saalfeld und Julius Gumpert aus Neuziegenhain von herabstü runden Erbman'en erschlagen. Die Leicki?n wiesen entschließe Verletzungen auf. Ein britter Arbeiter kam mit leuchte ren Verletzungen bavon. Gymnas:albir,'ttorGnstav Richter ist Hier nach längerem Leiben gestorben. K ö t H e n. Se!n 50jähriges Juristenjubilä :m feierte Justizrath Kon rad Rieger hier. Dem allseitig geschätzten Jubilar wurden aus diesem Anlaß zahlreiche Aufmerksamkeiten zutheil. V o x l f e 1 b t. Im Schulze'hhen Steinbruche zu Velpke verunglückte ber Maurer Niebuhr von hier badurch, baß herabfallenbe Erdmassen ihn. zur Erde warfen unb zum Theil verschütteten. An ben Verletzungen ist Niebuhr gestorben. Weimar. Der Grohherzogliche Oberstallmeister Graf Otto zu Mün-
ster-Langelage, Freiherr von' Oer, ist auf sein wiederholtes Ansuchen krankheitshalber u?tter Anerkennung ber von ihm geleisteten Dienste in ben Ruhestanb versetzt worben. W ilbungen. Ein schreckliches Unglück ereignete sich in der Familie bei Straßenaroeiters Kahlhöfer im benachbarten Alraft. Die Mutter desselben stellte vom Ofen einen Tops siedenben WasserS auf den Fußboden. i?nd während sie sich zu einer Besorgung umwandte, fiel das 4' .jährige Kind des Kahlhöfer rücklings in bic beiße Flüssigkeit. Entsetzlich verbrüh! wurde es sofort in ärztliche Behanblung gebracht, verschied jedoch unter schrecklichen Qualen. $rtdHett. Dresden. Hofuhrmacher Johcmn Andreas Ludwig Treuber feierte sein 5)lj'ihrigeö Jubiläum als hiesiger Bürger. Aus dem britten Stock-
! werke bes Hanfes Ecke Menageriestra
ße unb Hohenthalplatz in Friedlichst ab t stürzte sich bic dort tvohnhaft? Oberschaffners - Wittwe "orkhardt auf bie Straße hinab. Der Tod der Bedauernstverthen, die in den sechziger
I I ihren stand, war sofort eingetreten
Ucber die Beweggrunde des Selbstmordes kurstren allerhand Muthnraßungen, aber nichts bestimmtes, r B r ö se n bei Grimms. Die diamantene Hochzeit feiecte hier der eukeindediener Eisrig'sche (5hcpacrr. Beide stnd 86 Jahre alt. E o s ch ü tz. Ein Soldat des Schü-tzen-Regiments Nalnens Förster aus Gittersee wurde auf dein Bahnkörper in der hiesigen Flur t'ödtlich übersahren. Allem Anscheine nach liegtSelüstmord vor. Deuben. Auf der lrus" Naumburg" wurde der Schlosser Frenzel bei der Reparatur einer sogen. Schiebebühne" von bieser mit dem Leibe gegen bie Borbkante einer Mauer gedrückt. Fren ,el würbe daburck i schwer verletzt, baß er alsbald starb. Falkenau bei Flöha. Der im Kinberkorb liegenbe, ein halbes Jahr alte Franz Wagner fiel einem Brondunglück zum Opfer. Die Mutter hatte im (Karten Wasche aufgehängt, während in der Wohnstube ein Zjährlges Kind und der genannte Knabi' ohne Aufsicht spielten. Das erstere erfaßte im Spiel wahrscheinlich die Streichhölzer, wobei die Betten des kleinen Franz Felier fingen. Leipzig. Der 25ijährige Inge nieur Ulrich von Bcithmer aus Berlin hat sich in einem hiesigen Hotel er-schössen.--Von ihrer Logiwirthin wurde die (ijährige Handelsfrau Eber'bach gesch. Zemann in der Küche ohnmächtig mit verbrannten ftUU dungsstücken aufgefunden. In ihrem Wohnzimmer war die Petroleumlam pe umgeworfen. Die Frau wurde noch lebend in's Krankenhaus gebracht, wo sie verstarb. Meißen. Ein alter Kriegsveteran von 1 870 71 , Namens Nichter. der in Dresden seinen Wohnsitz hatt- nnd hier alsBettler arretirt wurde, in dem Augenblick, als er gerade ein Stück Brod zur Stillung seines Hungers erbettelt hatte, hat sich im Gefängnis'., nachdem er das ihm dargereichte Miitagessen noch zu sich genommen hatte, an seinem Halstuch aufgehängt. O st r i tz. Plötzlich verstorben ist hier der Thiei arzt Hay. Er wr kürz lich nach Hause gekommen nnd hatte in dem in seinem Bureau stt'hcnden eifernen Ofen Feuer angezündet. Später wurde Hay in diesem Raume todt vorgefunden. R a m e n z. Ans Furcht vor Strafe versuchte der Rekrut Amtzberg des hiesigen 178. Infanterie - Regiments sich mit seinem Dienstgeloehr inittelsPlatzPatrone zu erschießen und wurde schwer verwundet ins lÄarnisonlazareth überführt. Dort ist er seiner Verwundung erlegen. ccnavtixiLcibt. D a r m st a d t. Der 74jährige Kolporteur Peter Kreuz, welcher Ecke der Rheinstraße und (5rnst-Ludioig' platz vor einiger Zeit von einer Droschke überfahren wurde, erlag letzten? im städtischen Krankenhaus seinen Verlctzunaen. Der 41 Jahre alte Bureaugehilfe Karl Schmil ous Lübeck hat sich hier im Wald westlich der i d?lbergerstraße durch Erhängen selbst entleibt. Bingen. Die Ehelcute Anton 3poß unb Margarethe, geb. Eimer. begingen bas Fest der silbernen Hochzeit. Sproß ist seit dem Jahre 182 Direktor bes diesigen Zweigvereins bes Vereins Crebitreform". Dieselbe Feier begingen Jos. Laubenbach und Frau. geb. Elisabeth Kutscher. Er dach. Landwirth Michael Hoff?rberth aus Etzengefäß wollte in Mümling - Grumbach von einem schon im Gange befinblichen Zuge (Frankfur! Eberbach) aussteigen, kam hierbei unter bie Räder und es wurden ihm beibe Beine öbgefahren. Der Verunglückte verschied noch währenb bes Transports zum hiesigen Hospital. Groß - Gerau. Der langiährige Direktor der hiesigen Volksbank, Gemei. beroth unb Göstwirth Louis Weber, ist plötzlich von einem Herzschlag bahingerafft woroen. H e u s e n st a m m. Nachtwächter Jakob wurbc hier bei Ausübung seines Dienstes überfallen unb burch einen Messerstich beröriig verletzt, baß ber Tod auf ber Stelle eintrat. Arbeiter Grimm, welcher bie Thö ausführte, war stark betrunken unb wurds
von dem Nöchtwächter aufgefordert, nach Hause zu gehen, gerieth darüber in Wuth und stach ben Nachtwächter in bcn Hals. L o r s ch. In einem Mälbchen beim Fricdhofe entdeckte man die an einem Baume aufgehängte Leiche des Fabrikarbeüers Valentin Neudecker. Es liegt zweifellos Selbstmord vor. Der Lebensttberdrüssige hinterläßt eine Frau mit drei Kindern in dürftigen Verbältnissea. M ü h l h e i m a. M. In der chemi,chen Fabrik explobirte ein Kessel, wobei bie Schlosser Klein und Kaiser schrecklich verstümmelt wurden. Beide waren sofort tobt. O f f e n b a ch. Geheimer Eommerzicnrath Weintaub feierte seine vierzigjährige Zugehörigkeit zur hiesigen Hanbelskammer, deren erster Vorsitzender er seit 1890 ist. Von 1875 bis 1890 war er ihr Vicepräsidcnt. W i e a u s P i e r r e, S. D., berichtet wird, haben t'-t staatliche Versuchsstation und die Landloirthjchaftsschnle
! gemeinschaftlich beschlossen, dauerhafte
Arten von Obstbäumen und Beerenstränchern öus Deutschland. Standinavien und Rußland einzuführen, bie sich für dieses Klima eignen. - Weiche Gefahren in London Damen drohen, zeigt nachstehende merkwürdige Geschichte, die sich vor einigen Tagen in der Sloanest'-ect abspielte. Eine in der Nachbarschaft dieser Straße wohnende Frau, die dafür belannt ist, daß sie in der läegel ierthvoUen Schmuck an sich trägt, ging Nachmittags gegen 5 Uhr burch ük Straße, als sich ihr ein Mann näherte, der ihr sagte, in ihrer Wohnung sei plötzlich ein schwerer Krankheitsfall öusgelreten, und man habe ihm gesagt, er solle die Dame in einer Droschte r. ul) Hause bringen. Die Damc glaubte ihm nicht und rief k'inen Polizisten herbei, dem sie den Vorgang erzählte mit der Anfforderuug, gegen den dringend iverdenden Fremden einzuschreiten. In diesem Augenblick trat eine Frau in Krankenpflegerinnentracht hinzu, die die Aussagen des Mannes bestätigte und hinter dem Rücken der lebhaft widersprechenden Dame dem Polizisten durch Zeigen auf die Stirn klarzumachen versuchte, daß die Dame geistesgestört sei. Der Polizist macht? wirklich schon Anstalten, den beid?n Leuten zu helfen, die Dame in eine herbeigerufene Droschke zu schassen, als diese auf den Gedanken kam. ihn unter heftigem Widerstand aufzufordern, in ein nahe gelegenes bekanntes Geschäft zu kommen, wo sie sich ausweisen werde. Der Polizist aing darauf ein. und alle vier betraten das Geschäft, wo die dein Geschäftsinhaber gut bekannte Dame mit größter Höflichkeit empfangen wurde. Als der Polizist, der nun bemerkte, daß er beinahe Helfershelfer von Verbrechern geworden wäre, sich nach diesen umsab. waren sie verschwunden und konnten auch nicht mehr eingeholt werden. Der Hoskapellmeister des Kaisers von Japan ist, wie aus Glatz geschrieben wird, ein Deutscher Nail.ens Ackert. Er stammt aus Neurode in Schlesien, wo sein Vater, ein Gerichtölanzlist. vor Jahrzehnten aus alten gedienten Militärmnsikern, die in ihrem Eivilmhältnik alle möglichen Aemter bekleideten, eine Gelegenheitsapelle gebildet hatte, mit der er sowohl zun?Tanz als auch bei Begrabnisseu aufspielte. Auf diese Weise genoß der Sohn von Jugend auf Mllsikalische Vorbildung, und er wurde vor etwa 25 Jahren Hoboist bei der Marinekapelle in 5iiel. Damals erhielt sein Kapellmeister einen Ruf nach Japan, den er jedoch nicht abnahm. An seiner Stelle ging der Hoboist Ackert nach Tokio, wo er aus kleinen Anfängen herallö ein tüchtiges 'usiktorps fchnf. Später verlieh der Mikado Ihm den Titel eines Hofkapettmeisters. Nacb zwanzigjährigem Aufenthalt in Japan nahm Eckert vor zwei Jahren einen länaeren Heimathsurlaub. Sobald er nach Tokio zurückgekehrt war,
begab er sich auf Wun'ch des 5ialsers von Korea nach Söul, um das dort sehr im Argen liegende Musikwesen in der koreanischen Armee" zu reorganifircn. N a ch e n d l o s e n Verhandlung gen ist die Stadt London jetzt endlich in der Lage, die Wasserwerke, welche die Stadt mit Wasser versorgen, aber in Privathänden sind und einen enoriuen !erth rpräsentiren. zu verstadtlichen", allerdings gegen Zahlung von circa 5210,000,000. Es sind acht Gefellschaften, die sich in diesen Betrag theilen, und einige von ihnen besitzen ein ehrwürdiges Alter, das nach JahrHunderten zählt. Die Verhandlungen begannen 1880, und damals wurde der Werth der Wasserwerke auf 169 MilIicnen Dollors geschätzt. Es wurde aber nichts aus dem Plane, bis London vor einigen Jahren im Parlamente ein Gesetz durchbrachte, welches der Stadt die Erwerbung der Werke ermöglichte. Auf Grund dieses Gesetzes wurde eine Eommission ernannt, bie jetzt enblich ihre Entscheibung in dem letzten ber Fäl5e abgegeben und bie Entschäbigungssumme festgesetzt hat. Von den Forberungcn ber lsellschaft wurden hierbei 24 Millionen Dollars gestrichen. Scherz. Fußgänger (seinem Freunb auf bem Automobil begegnenb): Dcorgen! Wie geht's?" Automobilist: Donke! Ich und Automobil!"
Pohlen unter lvasscr. Vor'.hsile einer besseren OoßMMß i.t Sohle wüthend der Lagerung. Die Lagerung von 5tohlen unter Wasser antcM in freier Luft oder in Schuppen, eine für die Kriege- wie für die Handelsmarine gleich wichtige Frag?, beschäftigt seit einem Jahre in England weitere Kreise. Einer de: ersten Verächter dieses neuen Gedan kens, der i::ite: der Alexandra Dock 5 and Railwan in Newport am Bristol, kanal. Mr. Macaulay, veröffentlichte im Sente.nber 1902 die Resultat ein: ger provisorischer Versuche, nach denen aus dem Hafen und dem Kanal efischte Kohlen weniger von ihrer Heiz-, kraft verloren hätten als in freier l'.ft oder unter Bedachung gelagerte. Die englische Admiralität erkannte sofort dcn großen militärischen Vociheil. den eine bessere .Konlervirung der Kohle wahrend der Lagerung haben würde, und ordnete eine systematische Erprobung der von Macaulay aufgestellten Behauptung an. Sie ließ zu dieiem Zwecke loh 21 Tonnen Kohlen ber glei. chen Zeche unb Lieferung in Porte mriuth zehil Tonnen unter Wasser, zehn Tonnen in freier Luft unter einer Per senning lagern und eine Tonne sofort verbrennen. In jedem Jahre soll dann an demselben Tage je eine Tonne der beiden Lager verbrannt weiden, um nn genaues Bild von dem Einflüsse beider Lagerung 'arten auf di? Hei straft der Kohle tu erlangen. Mittlerweile hat auch Macaulay seine Versuche fortgesetzt und ihre Resultate veröffentlicht. Er hatte '.;ier Kohlensorten gewähltfrisch? beste Monmouthshirekohlc ; Kohlen, die drei Jahre im Wasser gelegen hatten; Kohlen, die zehn Jahre unter Wasser gewesen waren; Kohlen, die im Mudd des Ushflusseö gefunden waren. Die Verbrennung dieser Sorten ans einer Lokomotive lieferte überraschende Resultate. Die größte Heizkrafl entwickelte die Kohle, die aus dem Mudd des Flusses gefischt war; Macaulay schreibt dies dem llmstande zu. daß wohl nur die beste Kohle sich dsrt erhallen hat, alles andere zerfetzt und fortgeschwemmt ist. An zweiter Stelle kam die Kohle, die zehn Jahre im Wasser gelegen hatte, an dritter Stelle die frische Kohle, an vierter Stelle die Kohle, die nur drei Jahre im Wasser gewesen war. Die erstere entwickelte 4 Prozent, die zweite 1.8 Prozent mehr, die letzte 1.0 Prozent weniger Heizkraft als die dritte Kohlenart. M in nimmt gewöhnlich an. daß im Freie, i gelagerte Kohle 10 bis 12 Prozent in unserem Klima und 20 bis 80 Prozent in tropischen Gegenden an Heilkraft verliert.
Ts Christenthum in Jöpnn. Im Jahre 1902 gab es in Japan 129,138 Ehristen. darunter 40,C',4 evangelischen Bekenntnisses. 55,824 Katholiken. Der Rest gehört der gricchisch. russischen Kirche an. Da das Land 45,000,000 Einwohner zählte, so kommen auf 10,000 Einwohner 2li Christen. Just 32 evangelische Missionsgesettschaften. meist amerikanische, standen in der Arbeit, aber auch eine deutsche, nämlich der Allgemeine evangelisch - protestantische Missionsvcrein. Derselbe hat zugleich die kirchliche Äersehung der evangelischen Deutschen in Japan übernommen. Im japanischen Parlament sind von den 300 lbgeordneten 14 Ehristen. Ter Präsident ist zum zweiten Mal im Jahre 1903 Kataoka gewesen, ein seit 20 Jahren gctaufter evangelischer Ehrist, der zugleich Präsident der Doschischa ist, der von .7)0 Studenten aller Fakultäten besuchten christlichen Hochschule Japans. Auch der höchste Richter des Landes ist Ehrist, wie überhaupt das Christenthum unter ben Gebildeten viele Anhänger gefunden hat. Von der Regierung wird der Arbeit der Missionare kein Hinderniß entgegengesetzt, sie unterstützt sie vielmehr, wenn sie daraus praktischen Nutzen zieht. So laß: sie z. B. zu. daß die Missionare sich der Strafgefangenen und d?r entlassenen Sträflinge annehmen. Prähistorisches Grab. In einer Kalkgrube im Kcllergarten des Weinhändlerö Roller in Mistel, bach bei Wien wurde in einer Tiefe von 1 Aards ein prähistorisches Grab aufgedeckt. Gesunden wurden acht Stück vollständig erhaltene kleine Thongefäße und zahlreiche Thonscherben. Die Thongefäße sind aus freier Hand gearbeitet, jedes Stück hat eine and?'.e Gestalt. Außerdem wurden noch Stücke oon fünf zertrümmerten Wcbstuhlgewichten gefunden; sie sind aus Thon, haben eine pyramidenförmige Gestalt mit einem Loche, sind groß und schwer und an der Außenseite geglättet. Man fand im Grabe ferner Sämereien, und zwar Weizen und Hanf oder Linsen in ziemlicher Menge. Die Körner sind gut erhalten, aber ganz verkohlt und bilde'en jedenfalls die Weazehrung für das Jenseits." In d?r Asche lagen kleinere Knochen, jedenfalls Reste eines Mahles. In zwei Gefäßen war eine weißlichgraue Masse, augenscheinlich ein Speiserest. Autf lagen im Grabe noch viele gebrannte Lehmstücke und verschlackte Stücke. Die vorgefundenen Gefäße gehören der Bronzezeit an, etwa aus der Zeit 1000 bis im v. Chr. Die Fundgegenstände werden im Museum der Stadt Mistelbach aufbewahrt. Durch Stürme gingell im Jahre 1903 1107 Schiffe gänzlich verloren. VvN diesen waren 57 deutsche Föhrzeuge.
Römisches Gesckjüwvcscn. Jnk,reNa, :c Schickversttch, mit l.lteu W,,rt u,aschi.e MW iizr tteluWat. In Metz unternahm vor Kurzem Major Schramm nach einem erläuternden Vortrage über das Geschützwesen im alten Rom Sch:es',vc7snche mit drei nach der. Angaben und Äiaßen der ältesten Ql.en hergestellten Geschützen beziehungsweise Wurfmaschimn. Zum ersten Mal wurde solch Artilleriematerial der Allen in natürlicher Größe und schießfertigem gu stände zur Schau gestellt und eine prattische Probe damit gemacht. Mangel-
! haft war bei dem Entl,ylonon und u-
lintonon nur die Beschaffenhc'.: tr Sehne des zweiarmigen Schießbogens und der cylindrischen Sennenbündel, in denen die beiden Arme stecken und deren Torsion beim Anspamen die Kraft der direkt auf daik Geschoß wirkenden Bogensehne wesentlich nl . Anstalt der acflocytenen Slrähne au Frauenhaar waren einfache Hanfrricke verwandt, fo daß Kraftentwicklung und Schußweite einigermaßen lauter den Angaben der alten Schriftsteller zurückbleiben mußten. Immerhin schoß das Euthytoncn die Pfeile, die nach dem Muster der in aroßer Menge auf der Fundstätte oon Haltern a. d. Ltppe, Westfalen, qefundenen Pfeilspitzen gearbeitet waren, in wagerechtem Schliß etwa 200 nß weit, und dieselbe Schußweite errei auch das Palintonon, während ; ic Schießversuche mit dem Onager Oiner einarmi'ten Balliste mit löifelark? -em Gefäß am Aufnehmen und Fortsle dern des Steinkugelgeschosses ) weniger gut glückten, da ili Folge eines oller dings schnell erkannten aeringsü.!iaen Konstruktionsfehlers das Geschoß immer wieder steil in die Luft stieg und senkrecht zum Ausgangspunkte zurückkehrte. Jedenfalls erwiesen die ieß; versuche im Allgemeinen die Genauu keit der Rekonstruktion und die Ica sache. daß die römische Artillerie im Stande war, mit ihren Geschützen von verschiedenem Kaliber recht genau zu zielen und aus eine nicht unbedeutende Strecke den einzelnen Feind zu treffen. Frankreichs (elbbüchcr. Die Bücher, in denen d'.e '.i'tegier' gen dcn Parlamenten von Zeit zu Zeit die diplomatischen Verhandlungen und sonstigen Belege über wichtige Verhält nisse zum Auslande im Abdruck unterbreiten, haben bekanntlich ihren Namen von der Farbe ihres Umschlage. Die ältesten Druckwerke dieser Art sind die englischen Blaubücher. Im Jahre 18"2 sühne Napoleon den Brauch auch in Frankreich ein, indem er zugleich durch das Auswärtige Amt eine Sammlung diplomatischer Aktenstü? und durch das Staatsminifteriun? eine Schilderung der Lage des .euen ftt serreichs veröffentlichen ließ. Vcire Schriften sollten im Senat und im gesetzgebenden Körper vertheilt werden. Der Vorsteher der politischen Abtheilung übertrng einem seiner Beamten die Leitung der Arbeit in cr kaiserlichen Druckerei. al'?r noch während des Setzens gingen vom Kaiser und vom Ministerium so viele Abänderungen ein, daß sich der Druck bis in die Nacht vor dem Zusammentritt der Kammern ter - zögerte. Und in letzter Stunde mußten die Schriften ncch gchcstct und mit Umschlägen versehen werden. Die Darlegungen des Ministeriums hatten endlich eine grüne Decke; als rzann abe" auch bie Veröffentlichungen des A" wärtigen Amts mit einer solchen versehen werben sollten, fehlte es an grünem Papier, unb da die Zeit drängte unb man daö von England erkoren? Blau vermeiden wollte, griff man ju einem gerade vorrätigen Gelb, das seitdem in Frankrich beibehalten wurde. Die übrigen Regierungen wählten darauf für lhre nachherigen Veröffentlichungen jener Art gleichfalls eine besonbere Ümschlagsfarbe. Vulgarenkolonie in Oesterreich. Seit ungefähr 1.". Jahren ist in Wiener Neustadt eine Bulgarenlolonie angesiedelt. Das beimathliche Elend trieb die Balkansöhne dorthin, wo sie sich außerhalb der Stadt, an den Ufern des Wiener-Neu-städer Kanals niederließen. Sie bauten sich Hütten und legten Gemüseaärten an. Ihren Lebensunterhalt benri!ten sie zum The'.l aus dem Handel mi: Teppichen, die sie selbn erzeugten, ganz besonders aber durch Gemüsckultur. Da ihre Hütten allen Bauvorschriften zuwiderlaufen, wurde letzthin seitens der Stadt die Deniolirung derselben angeordnet. Die Bulgaren wehrten sich dagegen, sie rekurrirten bis zur letzten Instanz. Doch auch diese bestätigte den Demolirungsauftrag. Es bleibt ihnen nun nichts anderes übrig, uls die Stadt, die ihnen schon fast zur zweiten Heimath geworden ist, zu verlosten. Volksthümliche H o ch -schul surfe. Die Gesellschaft für öffentliche Lesehallen in Nürnberg, Bayern, läßt zur Zeit durch Erlanger Universitätsprofessoren volksthümliche Hochschulkurse abhalten. Als Eintrittsgeld sind für sechs Vortrüge von Arbeitern und Arbeiterinnen insaesammt 80 Pfennige zu entrichten, ran Lehrern, Lehrerinnen, staatlichen, städtischen, kaufmännischen Angestellten und Gewerbsmeistern 1 Mark, von anderen Hörern und Hörerinnen 3 Mark, wobei für diese letzte Abtheilung Familienkarten für 5 Mark vorgesehen sind. Die Vorträge berühren die verschiedensten Gebiete bes Wissens.
