Indiana Tribüne, Volume 27, Number 179, Indianapolis, Marion County, 21 March 1904 — Page 6

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Jndiana Tribüne, 21. Mär, 190

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23, beding mit seiner Frau, Auguste, j

gH. '.otthes, die golden. Hochzen. Beide Jubilare haben das 80. Lebensjähr überschritten. Der Mann ist seit Jahren blind und die beiden Alten leben in dürftigen Verhältnissen. Ter 50 Jahre alte Schlächtergeselle Paul Tscköpe war seit 21 Jahren bei dem Schlächtermeister Hauschild in der lZentralmarkthalle beschäftigt und wohnte seit vierzehn Jahren mit einer 64 Jahre alten Arbeiterwittwe Marie Petrow zusammen. Diese leidet seit üloei Jahren an Schwermuth. Tschöpe äußerte wiederholt, daß er ohne die ffrau nicht mehr lrben könnte. Obwohl nun ihr Zustand sich eher gebessert als verschlimmert hatte, bildete er sich doch ein. dein sie bald sterben

müsse, und wollte ihr unter allen Um-

ständen zuvorkommen. Letzten schickte ihn HanschilD in der Markthalle nach dem Heller, aus dem er etwas holen sollte. Im Keller aber nahm der Äeselle sein Schlächtermesser und schnitt sich den ds bis auf den Wirbelknochen durch. Als man ihn auffand, war er an Verblutung gestorben. Die ordentliche Lehrerin an der Königlichen tlisabethschule und Vorsitzende des Vereins chemalir (5lisabethschiilcrinnen, Frl. Marie Tiede. Hallesches User 11, feierte den Tag, an welchem sie vor 25 Jahren ihre Lehrtätigkeit an der Elisabkthschu begann. Labvratoriilmsdiener Ernst Müller, kleine räsidentenstr. 7 wohnhaft, ein Veteran des eldzuge. von 1K7. beging eine dreifache Feiu; die silberne Hochzeit, fein Geburtstag und die Vermählung seiner zweiten Tochter. leinen entsetzlichen Tod fand der Drechsler Paul Müller aus der Vrunnen strafte 193. Müller, der in einer Tischlerei in der Alerandrinenstrastc angestellt ist. wollte nach Hause fahren und stand auf der Vorderplatform ei nes Stlnenbahnwagens der Linie Marheiliekeplatz - Gesundbrunnen. Als der Motorwagen die Jerusal".n strafte passirtc. kam ein Mehlwagen, dessen Kutscher in ziemlich scharfem Tempo an den Strastenbahnivagen schräg Heranfuhr. Erst zu spät bemerkte der Kutscher die Gefahr. Die hochstehende Deichsel des Wagens stieß g'gen den Kopf deö auf der Platform des Straßenbahnwagens stehenden Müller. Dieser erlitt einen Schädelbruch. an dem er auf dem Transport nach der Unfallstation starb. K ö p e n i ct. Die Tochter des Gast wirths Helling wurde von den Eltern beauftragt, in der Wohnung die Fen ster schließen. Dabei benutzte daö Mädchen einen Leuchter, der ihre Kleider in Brand setzte. Als die Kleine laut schreiend die Treppe hinunterlief und dem Vater in die Arme fiel, hat ten die Flammen bereits ihre ganze Bekleidung ergriffen. Es wurde schien niqst die Üebcrführung der Sckwerver legten nach dem Kreiskrankenhause in Britz vorsteuomrien; sie ist atex vort ihren Brandwunden erlegen. Neuanöpach. Eigenthümer Ueckert erhanate sich ans dem Heubo d-n seines Pfcrdeftalleö. Er soll nicht gun ;nrechnungsfählg gewesen sein. m i x o o r f. Das Fest der goldenen .Houzeit beging das Gottlieb Schubertsche Ehepaar. Rosenstr. 21 wohnhaft. Der Jubelbräutigam steht im so., die Jubelbraut im 74. Ledensjahre. iltüdersdorf - Kalkberge. Der große Kalkschuppen der Portlandcincntfabrik ging in Fla.nmen auf. St?glib. Durch eimn Sturz von, Baugerüst wurde hier der aus Plödtim gebürtige. 27jähritie Mkl inerpolier HttMSNn Frank, verheirathet und Vtiter von Mi Kindern, getödtet. Beim Richten eines Neubaues gliti er ab, fiel auf die Straße, wo er niit gebrochenem Genick todt liegen blieb. rc'vl,, Zltprcnß',T. Königsberg. Dem Landesgeologen Professor Dr. Ltlebs ist der russische SianislauS - Orden zweiter Klasse mit dem Stern verliehen teot den. Dem Landgerichtssekretär Kanzleirath Krmner, welcher nach fast ,'.iäliriger Thätigkeit im Justizdienst in den vtuticitand getreten ist, wurde der Rothi Adlerorden vierter Klasse verliehen.

E y d t k u b n e n. Bei Ausübung seinem Dienstes ist der im October v. I. freiwillig beim Feld - Artillerieregi ment No. 16 in Königsberg eingetre te hiesige Speditionsgehilfe Fritz Klauß durch den Hufschlag eines Pferdes lebensgefährlich verletzt wor den. Die Mutter des Verunglückten eilte ..uf Grund der telegraphischen Benachrichtigung durch das Regiment an das Sterbelager des Sohnes, der bald darauf seinen Verletzungen erla.,. G u t t st a d t. Allen Anzeichen nach hat der hiesige Abbaubesitzer An ton Steffen seinen Tod in der Aller gefunden. Er hatte Zahlung für Hol', fuhren erhalten, lieh seinen 15 Jahre alten S?hn nach Hause fahren und blieb in der Stadt. Auf dem Heilngange muß er den Weg verfehlt haben. denn er ist zu Hause nicht angekommen. Mr.n hat aber Hilferufe außerhalb der Stadt in der Nähe des Schlachthauses

gehört, und Fußspuren führen bis zur Mitte der Eisdecke der Aller, die osfen

war.

I n st e r b u r g. ?Isitzer Bundt i von Berjchkallm hatte seine Fuhrwerke !

in den Wald nach Streu geschickt. Als zloei Vorderpferde mit der Bracke von der Deichsel abgehängt wurden, scheuten sie und .asten querfeldein zur Chaussee, wo gerade der Besitzer Rackschat aus Snappen angefahren 'am. Die Durchgänger hakten mit derBracke an und das Gefährt schlug um. Infolge des starken Anpralls stürzten die beiden Pferde, sie waren sofort todt. Der Jnstmann Skndrawitz aus Snappen, welcher auf dem Wagen saß. war auf der Stelle todt, während Ructschat schwere Verletzungen erlitt. I u ck n i s ch k e n (P i l l k a l l e n). Der im rüstigen Mannesalter stehende Mühlen- und Gutsbesitzer Friedrich Mett befand sich kürzlich mit mehi.cren Nachbarn auf seinem Gelände znr Jagd. In der Frühstückspause trank er. obwohl er erhitzt war. eine Flasche kalten Bieres. Nach dem Genusse N iirde er unwohl nnd mußte nach Hause gefahren werden, wo er bald darauf starb. Rastenburg. Buchhalter li mecke von der Firma Gebrüder Rcj chke hat sich nach VerÜbung von noch nicht

genau festgestellten Unterschlagungen erbängt.

S cd i l l u p ö n e n. Gemeindevorstehcr Stessun erhielt das Allgemeine Ehrenzeichen. jyir.nm,i Wc'siprcuhen D a N z i g. Der beim Entlöschcn dev Dampfers Brünette" im Hafen

zu Neufahrwasscr beschäftigte ArbeitS-

barsche Lettwrn aus Brosen gerieth mit dem Arm und Oberkörper in die Löschwinde und erlitt so schwere Verletznngen am Kopfe, daß er sofort verstarb.' Die Verwaltung der Königlichen Obersorsterei Rehberg ist dem königlichen Oberförster Cvß definitiv übertragen worden. (5 h r i st b u r g. Es brannte die Scheune des Besitzers Majewsli nieder. In derselben befanden sich nur Futtervorräthe und WirN)schaft6gegenstände. D i r f ch a u. Die hiesige Baufirma A. Brand! hat ihre Zahlungen eingestellt. Die Passiva belaufen sich aus etwa 250.000 Ml. E l b i n g. Goldene Hochzeit scier ten die Fährpächtcr Karl Michaelis'scheu iMieleute. Aus diesem Anlaß ist ihnen ein königliches Geschenk von 30 Mark bewilligt tvorden. I a st r o w. In große Betrübniß sind die Besitzer Bork'schen Eheleute in Abb. Flötenstein versetzt worden. Ihre achtjährige Tochter begab sich auf den Weg x Schule, kehrte aber nicht zurück. ' Sie hatte ihren Weg über den See genommen und muß dabei in eines der von den Fischern gehauenen Löcher gerathen und ertrunken sein. ES gclang, die Leiche zu finden. K i t t n o w s k o. Beim Trans portircn von Kartoffeln auf d'n Bahn Hof mich Koßlershausen gerieth der Arbeiter Pankolv -ki von hier so zwi scheu das Hinterrad eines Waaenß und ein Briittengeländer, daß ihm der Köpk zerquetscht wurde und der Tod sofort eintrat. Er ging neben dem Wagen, kam wegen der herrschenden Glätte zu Fall iind mußte so sein Leben einbüßen. M a r i e n b u r g. Militärinvalide und Nentier Wirskowski zog sich durch den Sturz von der Treppe Schädelbrüche zu und verstarb, ohne die Be sinnung wiedererlangt zu haben. 9t 1 19 falte Knecht Kominatzki aus Ezerpienten fuhr in der Nähe von Niefenbu"g mit einem mit Ziegeln bcladenen Wagen einen Bergabhang hinunter. Hierbei brach die Wagendeichsel. Das eine Deichsclende schlug dem Sattclpserd, von welchem aus Kominatzki das Fahrzeug lenkte, an die Beine. Durch den starken Stoß fiel er vom Pferde, kam unter den Wagen nnd wurde am Unterleib überfahren. Der Verunglückte lebte nur noch kurze Zeit. T h o r n. Auf dem hiesigen Haup bahnhofe wurde beim Rangircn der Arbeiter Dittmann überfahren und gc tödtet; ein anderer Arbeiter wurde verletzt. Provinz ttrru'i;rt' Stettin. Erhängt aufgefunden wurde in dem Garten eines Ver gnügungslokals in der P'ölitzer Vorstadt der Handelsmann Richard Nogat. Wogat wurde seit einiger Zeit vermißt. F r e i e n w a I d c. Rentier Markus Dobrin feierte sein sünfzigjähr'igcs Stadtverordnetenjubiiäum. G r e i f e n h a si e n. In dem 5ause d-s Dachdeckermeisters Lvuis Eonrad. Hirtenstr. 422 Hierselbst. brach plötzlich Feuer aus. welches das ganze, aus Fachwerk bestehende Wohnhaus vernichtete. Gumenz bei Rummelsbürg. Ein Familienhaus, das von den Arbeitern Winkel und Kabbe und noch einem dritten bewohnt wurde, ging in Flammen auf. Kabbe hatte in Gemeinschaft mit dem hiesigen Maurersohn Pagei im Dorfkruge gezecht. Beide begaben sich in das Gebände und schliefen auf dem Hausboden des Kabbe. Pagel, der wohl aufgewacht ist. lief, als er Feuer um sich sah. vom Boden, ließ aber den schlasenden Kabbe zurück, ohne ihn zu wecken. Kable's Lcichenreste wurden unter den Trümmern des abgebrannten Gebäudes aufgefunden. Pagel wurde verhaftet. R i z a w. Mit Brandwunden be d:ckt wurde von ihrem Dienstherrn das

1 Jahre alte Dienstmädchen Jda Maronn hier aufgefunden. Sie gab nur noch schwache Lebenszeichen, dann starb sie. Die Maronn, welche an Krämpfen litt, ist der brennenden Lampe zu nahe gekommen, und ihre Kleider haben Feuer gefangen. Stolp. Verhaftet wurde der Büdnersohn Karl Duske aus Krampe und in das hiesige Äerichtsgefängniß gebracht. Die Verhaftung des Duske steht mit dem Verschwinden des Schäferknechtes Karl Ganger aus DeutschPlassow im Zusammenhang. Die Leiche des Ganau ist in den Mergelgruben am Bahngeleise zwischen derWalr mahle und Kämpe gefunden worden. Z i p k o w. Auf dem hiesigen GutsHofe kam e kürzlich zwischen zwei Pferde - Dputanten zu einer Schlägerei. wobei den Deputanten Eid ein Schlag mit einer Wagenrunge so unglücklich an den Kopf traf, daß die Schädeldccke zertrümmert wurde. Der Getroffene liegt hoffnungslos darnieder. llnter den Studenten der Wisconsiner Staats - Universität zu Madison warcn unlängst die Masern epidemisch aufgetreten, so daß dieProfessorcn es für rathsam hielten, den Unterricht für einige Zeit einzustellen. In der lateinischen Klasse gibt es allein mehr wie HO Fälle. Die in KostHäusern und Privatfamilien logircnden Studenten wurden in den verschiedenen 5irankenhäusern untergebracht. Auf der (5 h a u s s e e zivtschcn Salzwedel und Bergen a. D. wurde kürzlich der einer Brandstiftung verdächtige Maschinenbauer Röhl aus Bergen von einem Gendarmen verhaftet. Während deö Transportes nach der Stadt, bei dem der Beamte den Arrestantcn führte, erfolgte plötzlich eine heftige Erplosion. Röhl war zu Boden gestürzt und aus scinen Kleidern schlugen die hellen Flammen. Der Arrestiiut hatte e6, wie sich alsbald heraussiel! lc, verstanden, zweiPackete Pulver in seiner Hosentasitze unbemerkt in m,id zu stecken, in der Absicht, sich selbst in die Luft zu sprengen. Da Gendarm erlitt mehrere Brandwunden an den Händen. Röhl selbst lvurde am Unterleib und am Oberkörper erheblich verbrannt. Er bedauerte eS. keine Aelegenl)it gefunden zu haben, sich das Pulver in den Miind zu stecken, um sich mit sickxrem Erfolg in den Tod zu expedicren. Ueber einen dreifachen Mord und Selbstmord werden aus Vambevg folgende Einzelheiten berich tet: In einem Hanse der Färbergasse wurden oic dort wohnenden drei Ge visier Ada in. Margarethe und .'agdalene Ochs erschlagen aufgefunden. Im 5auSflur lag die Leich' des 'Mörders, des 31 Jahre alten Buchiilter Ada in Schrauders, der seinem Leben durch einen Revolverschuh in die Schläfe ein Ende gemacht hatte. Er war ein Enlcl der von ihm erschlageneu Margarethe Ochs und bis vor Kurzem in der Bambergcr Jrrenanstatt internirt getvesen. Obwohl als geheilt entlassen, brach doch der Irrsinn wieder vei ihm aus. um so mehr als er erblich belastet war. In einem erneuten Anfall seine? Krankheit ha! er dann seine Großmutter, Großtante und seinen Großonkel mit einem Beil erschlagen und hierauf Selbstmord verübt. I n der zlveitenKammcr deß schwedischen Reichstages ist ein Antrag auf Freihaltung der Nobelstiftung von den neuen Steuergesctzcn abgelehnt worden. Die Wirkung Ui Beschlusses auf den Nobelfonds wird eine sehr eingreifende sein. Nach VUmiui der aus- und inländischen Erbschaftösteilcr. Abfindung der Nobelschcn Vcrn'andtcn und ailgesicht. der Verwaltungc-tosten wird von der seiteils d?s großen Erfinders und fltw rdtatfttunbtfl für seine idealistischei.

'.ivecte lirsprunglich bestimmt geweje wen Summ kc.um mehr als die Hälfte iivrig l'l-iben und entsprechend die bislx'rige Höhe der Nobelpreise beträchtlicl) herabgesetzt werden müssen. Die gesteigerten Ä,'ilitärausgaben und die allgemeine Lage der schioedischcn Finanzen erklärt den Beschluß bis zu ge wissem Grade, das Ansehen Schweden'i, in der Welt wird dadurch allerdiugs schwerlich gefördert. Der berüchtigte italienische Brigant Magnni wurde jetzt endlich von den iaravinieri unschädlich gemacht. Mügrini durchzog seit Iahren die Mareinmcn uno die Prooinz icna, ohne daß es gelang, deö Wegelagerers habhaft z,l werden. In dieten Tagen nun überraschte eine Karabinieri - Patrouille den Banditen beim Mittagsmahl in einer Bauernstube in der Ortschaft Roccafederighi. Magrini vertheidigte sich mit dem Revolver, aber alle seine Schüsse verfehlten ihr Ziel während ihm selbst eine Karabinirikugel durch die Brust ging und ihn todt zu Bod:n streckte. Di Bevölkerung bereitete den Karabinicri, die sie von einer fürchterlichen Plag, befreit hatten, enthusiastische Ovationen. Den letzten bekannt gewordenen Raubansall hatte der Brigant in der Nicht vom 5. zum 6. Januar ausgeführt. Ee plünderte mit vorgehaltenem Revlver drei Gutsverwalter des H?r)0jfl Antirwri im Walde der sienestschen ntagnola aus und schoß einen von ihnen mit den Worten: Du bist der Betrüger, der mir meinen Lohn verweigert hat!" eine Kugel in den Rüaen.

Ä Rlatsu. Ski;e aus Japan von ftnfc Rentier. Es war die Zeit der Kirschenblüthe und jeder Garten in Tokio ein wogendes Blüthenmccr. Frau Lana Heller saß auf ihrer Veranda und schenkte ihrem Besucher, der fast jeden Tag zu ihr kam, Thee ein. Seit zwei Jahren war sie mit Heller, dem deutschen Professor an der japanischen Hochschulc, verkjeirathct und litt an jenem zehrenden Heimweh, das die meisten Frauen im Osten ergreift. Das junge Ehepaar war gegen den Besucher, den deutschen JngenieurKarl Hausmann, so freundlich und gütig gelvcsen, irit eben nur Genossen des l'-rilS sein können. Frau Heller horchte nun wohl zchon zum hundertsten Male auf dessen Beschreibung von Ninis Heimath, ihren Vorzügen. ihrer Bildung, ihren Geschwistern, ja ihrem Hunde und ihrem Fahrrad. Während eines kurzen AufentHalts in Deutschland hatte sich Hausmann nämlich verlobt, und seine künftige Frau sollt? in einigen Tagen eintreffen, von Frau Heller empfangen und venlnttert werden, bis sie Hansnnnn in daß Haus führen konnte, da er voll stolz für sie hergerichtet hatte. Hausmann stand seit einigen Jahren im Dienste einer großen japanischen Firma, und neben seinem Patron, dem Herrn Jkuruke, erschien seine nicht große Gestalt noch immer majestätisch. In seinem japanischen Htius bereitete ihm O Matsu die behaglichste Existenz. O Matsu war die Königin aller Haushältrlnnen, so sanft und ruhig, so arbeitsam; sie kochte wundervolle Diners, wichste den Boden glatt, besserte ihres Herrn Kleider aus,' hielt den Jinrikschamann in Ordnung und sorgte für Hausmanns Behaglichkeit, ohne je die Stimine zu erheben oder ihre hübschen Hände zu beschmutzen. Erschien ein Freund zn Besuch, so trug sie fünf Minuten nachher den Thee ans, immer in ihrem griinlichschimmernden Gewand und ibrem braunen, golddurchwirkten Obi"; ihr Haar glänzte in seinen Witeln und Verschlingun,ien immer wunderbar schwarz, und ihre kleinen Sandalen ruhten immer an der Thüre auf demselben Fleck. O Matsu war jedoch ein Stein des Anstoßec für die irnstgesinntkn unter Hausmanns Freunden und besonders für den Pastor Herzog, 'der keine Gelegeahnt versäumte. Hausmann auf das Unpassende der Anwesenheit der jun gen Japanerin innerhalb der Holzund Popicrmaucrn seines Hauses aufmcrksam zu machen. Und warum sollte ich Matsu nicht behalten?" fragte Hausmann dann Lrgcrlich.,, Sie ist werthvoller als irgendwelche europäische Magd. Und trenn Sie meinen, ich kümmere mich auf andere Weife um sie, so wäre ich längst zu Ihnen gekommen und hätte sie anständigerweise qeheirathet." Aber wie so viele gute Leute, war der Pastor eher geneigt, an das Laster als an die Tugend zu glauben. Und endlich erreichte er von Hausmann das Versprechen, seine Ferien in Deutschland zuzubringen und s''ne alte Mut ter zu besuchkn,' unterdessen wollte dann der Postor und seine Frau für Mats" eine andere Stelle besorgen. O Matsu vernahm die Nachricht von der bevorstehknden Anreise ihres Herrn mit unterthänigem Lächeln und erklärte sich ohne weiteres bereit, das Haus in seiner Abwesenheit zn vcrwalten. HauLmann hatte jedoch nicht den Muth gehabt, ihr initntheilen. daß ein nach seiner Riiekiebr ihre Geschä'ftc besorgen sollte, er hatte nur bei sich selbst beschlossen, ihr von Hongkong aus zu schreiben und ihr Geld zu schicken. damit sie zu ihren Leuten zurückkehre. Groß war daher die Freude des guten Pastors Herzog, als Hausln.inn von seinem Urlaub verliebt und verlobt zurückkam. Der Stein des Anstoßes wtlrde damit von selbst aus dem Weg geräumt. Nur Frau Heller fühlte einige Besorgnis; um das künftige Glück dc Ingenieurs, der ihr Ninis" Photographie im Ballkleid mit dünnen ?lrmen und großen Händen gezeigt hatte und seine Nini. die eigentlich Eugenie hieß, bis in alle Himmel erhob. Hansmann beschäftigte sich nun mit der angenehm. n Ausgabe, sein kleines Heim zum Emp,ang seiner Braut vorlul'ereitcn nd zu schmücken, und am Tage, als er bei Fran Heller auf der Veranda saß, hatte er sie besucht, um sie zu bitten, alle seine Anordnungen zu besichtigen und natürlich auch zu billigen. Und Frau Heller versprach ihm.' am folgenden Tag Thee bei ihm zu trinke,?. Der Besitzer empfing sie an der Gartcntbürc und führte sie überall herum. iii den kleinen Salon, der mit blauer Seide und Fächern geschmückt war und in das Eßzimmer, wo rothe Lack- und Vambusarbeiien höchst geschmackvoll wirkten. Ueberall, auch im Schlafzimmer, das mit weißer, golddurchwirttcr Seide drapirt war. zeigte sich der künstlerische Geschmack des Verlobten und Verliebten.

Wo steckt denn ei.;cntlich Hausmann?" fragte Professor Heller seine Frau einige Tage später. Jemand sagte, er habe das Fieber." Ach nein!" ries Frau Heller. Das ist sicherlich ein Irrthum. Abe? du könnlest hingehen und nach ih:r. sehen." Du muht mit mir kommen," erwiderte er, im Krankenzimmer bin ich nicht zu Hause."

Zusammen begaben sik sich nach Hausmanns Wohnung. Alle Thüren wartm geschlossen. O Matsu bleich und müdr kochte Bouillon auf dem Hibaschi" vor der Thüre. Den Herrn des Hauses fanden sie in einem dunklen Zimmer neben der Küche. Hausmann erkannte seine Freunde nicht. Mit geröthctem Gesicht und gläsernen Augen lag er auf einem Futon" auf den Matten des Bodens und redete unaufhörlich in der Hitze des Fiebers. Heller blieb die ganze Nacht bei Hausmann, und am folgenden Morgen trug er und der Arzt de Kfanken in das Bett im schöngeschmückten Schlafzimmer, das er für den Empfang seiner Frau bestimmt hatte. Er kannte es nicht mehr. Erst gegen das Ende hatte er einen lichten Äugenblick. Frau Heller saß neben dem Bett und O Matsu kauerte auf dem Boden, die Augen ans sein Antlitz gehestet. Während fünf langer Nächte hatte sie keine Stunde ausgeruht, und sie sah abgemattet aber zufrieden aus. Hausmann streckte die Hand nach ihr aus. Ja, sagen Sie dem Pastor, Frau Heller." flüsterte er leise, Matsu ist ein gutes, ehrliches Mädchen, und ohne sie und Sie würde ich diese Krankheit nicht überstanden haben. Das Fieber " Sie dürfen nicht reden," mahnte Frau Heller. f O Matsu brachte ihm stillschweigend ein Getränk und hielt die Schale an seinen Mund. Er versuchte selbst sie zu halten, war aber zu schwach, und seine Hand sank schwer auf die blaue Decke. Dort begegnete sie O Matsus Hand, und er drückte ihre Finger schwach und zärtlich. gutes, an ständiges Ding," wiederholte er. arme Mats. Ich will nun schlafen. Laßt mich schlafen ein wenig " Er schien zu schlummern, und Frau Heller schlich aus dem Zimmer, um mit dem Doktor zu reden, den sie die Straße herauf kommen sah. Sie erzählte ihm, wie verständig und ruhig Hausmann geworden war. Es ist gewöhnlich das Ende." versetzte er ernst. ES wird nicht mehr lange dauern. Er leidet nicht mehr." Frau Heller fetzte sich auf bic Treppe vor dem Haus und weinte bitterlich. ..Das arme Mädchen! Das arme Mädchen!" seufzte sie. Moryen wird sie ankommen um zu beirathen und er wird todt sein? Wer könnte das ertragen? Wie kann Gott nur so grausam sein!" Da Haus blieb am folgenden Tage in 0 Matsus Hut. und mit schwerem Herzen begaben sich Professor Heller und seine Frau hinunter nach Pokohama. um Eugenie Bank abzuholen. In all dem erwartungsvollen Glück einer Braut würde sie eintreffen, nur um zu erfahren, daß Karl Haiiömann todt in feiner Wohnung liege. Wer soll es ihr beibringen?" seuszte Frau Heller immer wieder, wie sie durch das in der Kirschenblüthe prangende Land hineilten. Was soll ich ihr sagen? Ich finde keine Worte." Sie bemerkten kaum, wie hoch die Wellen im Hasen von Yokohama gingen, als sie hinausruderten nach dem schwarzen Steamer. wo sie ein Herz brechen sollten. An Bord des Schiffes kam ein Schiffsoffizier auf sie zu. Frau Professor Heller?" fragte er. Ja, bitte, wo kann ich Fräulein Eugenie Bank finden?" Wollen Sie mir folgen?" Der Offizier fübrte sie nach der Kajüte des Eapitäns. Wo ist Fränlein Bank? Ich soll sie abholen!" ries Frau Heller voller Erregung. Ich habe eine Votschaft von Fräulein Bank an Herrn Ingenieur Karl Hausmann." erwiderte der Eapitän zögernd. Ich fürchte nur. es ist keine angenehme Botschaft, die ich überbringe. Aber solche Dinge passtren. Ich bitte, mich ruhig anzuhören: Während der Herreise sah sich Fräulein Bank veranlaßt, ihren Sinn zu ändern. In Hongkong ging sie mit all ihrem Gepäck an's Land. Ich habe den Auftrag, Herrn Hausmann davon in Kenntniß zu setzen und ihm ihr Bedauern auszudrücken, ihn nicht heirathen zu können, indem sie überzeugt fei. daß sie ihn nie hätte glücklich machen können. Sie steht nun im Begriff, einen Herrn Barth von der Firma Maier. Barth & Eo. in Shanghai zu heirathen. der sich ihrer auf der ganzen Reise gütigst angenommen hat." Der Capitän wartete die Wirkung dieser Botschaft nicht ab. er rannte davon. und Frau Heller sank auf einen Stuhl nieder und weinte und lachte w gleich. Ihr Mann drückte sie in seine Arme und sagte zärtlich: ...Höre auf. höre auf. Lieb! Es ist besser so, weit besser! Armer Hausmann, mich freut es fast, daß du todt bist!" Sie vergaßen ihn nicht, und Hausmanns bescheidenes Grab wurde sorgfältiger gepflegt als manches pompöse Mausoleum. Nie legte Frau Heller einen Blumenstrauß dort nieder, ohne auch einen Blüthenzweig, in einem höhlen Bambus steckend, dort zu finden. Oft brannten auch dort kleine Weihrauchkerzen, Zeichen zärtlicher Erinnerung. Und wenn die Zeit der Kirschenblüthe wiederkehrt, ist der niedere Grabhügel dicht mit Blüthen besäet, erröthend und erbleichend wie ein Mädchen an ihrem Hochzeitstag. Ein Ra'thsel. Der ' Herr Assessor ist und bleibt nur ein Räthsel!" Warum?" Wal er sich nicht erklärt."