Indiana Tribüne, Volume 27, Number 179, Indianapolis, Marion County, 21 March 1904 — Page 3
Jndiana Tribüne, Sl. März lOO'i,
Japanisches Parlament.
tzröffnilttg dnrch cinc Thronrede des Mikado. tcrhaus gibt sofort cinc fügsame Antwort.
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Proteste gegen Bcrlctzung des ttriensrcchts. Nun. ffeld Operationen. Thee Importeure in edriingnih. Der Torpedoboot - Unfall. Tmnpser Um 1)oxl" in Kollision. schreckliche Vage.
Oft'Afien. tzröffilungdes Parlam e r: t 5. Tokio, 20. März. DaS Parlament trat heute in SonderSesfion zu sammen. um fUr das im Kampfe gegen Rußland nöthige Geld zu sorgen. Der Kaiser, in Generalissimus Uniform, fuhr in dem großen StaatSwagen vom Palaste nach dem Parlamentsgebäude und verlas die Thronrede an Pairs und Gemeine. Zum erstenmale wohnte der Kronprinz der Feierlichkeit bei. Wüh rend der Jährt vom Paläste, die in Be gleitung großen Gefolges geschah. mur den die Straßen von Polizei und Gendarmen bewacht; daS Volk empfing den Herrscher mit tiefem Schweigen, das höchste Zeichen der Achtung. Zur rechten Seite deS SaaleS standen die Pairs, alle in Uniform: zur Linken die Abgeordneten im Gesellschaftsanzug. Dicht bei dem Throne befanden sich die Cabinetvmitglieder unter Führung deS Minifterprüfidenten Katfura. Die Tiplor-iaten-Gallerie war dicht besetzt; Amerika vertraten der Gesandte Griscom, Oberst Wood, Commander Marsh, sowie die Sekretäre Ferguson und Laughlin. Beim Erscheinen deS Kaisers der beugten sich die Mitglieder des ParlamentS tief. Tcr Kaiser gab die Ver beugung zurück und schritt sofort nach dem Throne, wo ihm Katfura die Thronrede einhändigte. Der Kaiser sprach mit leiser, aber kräftiger Stirn me, die überall im Saale vernehmlich war. Die Thronrede sagt nach der Einlei tung: Wir kündigen mit hoher Be friedigullg an, daß unsere Beziehungen mit den VcrtragSmächten stctS an Herz lichkeit und gegenseitigem Einverftänd niß zunehmen. Vom Wunsche nach Ausrechterhaltung des Frieden? in Ost Asten geleitet trat unsere Regierung in Verhandlungen mit Rußland; wir mußten jedoch, da den FriedenSVer ficherungen Rußland'S die Aufrichtig Ui fehlte, gi unserem Bedauern an die Waffen appelliren. Nach diesen. Schritte dürfen wir nicht einhalten, bis das Ziel des Krieges erreicht ist. Unsere Truppen entfalten angesichts ungewohn ter Anstrengungen und Entbehrungen ihr? bewährte Loyalität und Tüchtigkeit und wir hoffen, daß alle unsere Unter thanen einig zum Ruhm des Reichs zu sammcnwirken. Wir hegen die Zuversicht, daß Sie im Einklang mit unserem Willen die
Ihnen obliegende Pflicht erfüllen und den Ihnen von den Staatsministern vorgelegten Budget-Vorlagen, die an gefichts der Lage besonders dringlich find, Ihre Zustimmung geben werden." Die Mitglieder verharrten bis zir Verlesung der Thronrede gebeugten Hauptes. Nachher schritt der Prüft dent deS Oberhauses die Stufen zum Throne empor und empfing die Thron rede vom Kaiser. Der Kaiser verließ mit einer Ver beugung den Saal und kehrte zum Palaste zurück. , Da das Abgeordnetenhaus in der letzten Session in seiner Antwort auf die Thronrede die Politik deS CabinetS verurtheilt hatte, so wurde eine Com misston zur Ausarbeitung einer Ant wort auf die jetzige Thronrede er nannt. In der Antwort erklärt sich das Haus für hochbefriedigt durch die Kriegserklärung des Kaisers und ver spricht den Anweisungen deS Kaisers Folge zu leisten und die wichtige ihm von der Nation auferlegte Aufgabe zu erfüllen. Die PairS fasten morgen eine Ant wort ab. Operationen in gutem Gange. V l a d i v o st o ck, 20. März. Die russischen Operationen scheiten besrie digend fort, der Hauptküfte und der Insel Sachalin entlang. Viele Ein wohner wanoern noch immer nach Kha barovsk und NicolSk aus, einige Frauen und Kinder auch nach Rußland.
Das erste Detachement vom rothen Kreuz ist angekommen und unter die Feldhospitäler vertheilt worden. Nach der Mandschurei und Korea werden von hier über 100 Pflegerinnen gesandt. Die Post nach den Häfen ist ant, der Telegraph vorzüglich. Briefe aus Pe tersburg treffen in 22 Tagen ein. Beschränkung für die Ausländer. New h w a n g, 20. März. Die auswärtigen Consuln theilten heute ihren Regierungen mit, das? der ruff. GarnisottC5mmandcurdenAusländkrn verbot, hinter dieWälle der eingeborenen Stadt zu gehen; ausgenommen ist das Flußufer zwischen der Fremden Colo nie uno den fremden Kanonenbooten, da sonst das amer. Kanonenboot Helena und der britische Kreuzer l5spiagie von der Verbindnng mit ihren Landsleuten völlig abgeschnitten waren. Die Ver ordnung ist eine militärische Maßregel im Interesse der KUsten-Vertheidigung. Der deutsche Konsul in Tientsin er. klärt, daß er hierherkomme, um die Gefahr für die deutschen Bewohner zu untersuchen. Gestern war gemeldet worden, sein Besuch hänge mit einer Aufforderung Rußland'S zusammen, russisches Eigen thum zu schützen. Der Eindruck herrsch', hier vor, daß weder amer. noch sonstige Consuln in der Mandschurei zugelaffen werden. C a n e a , Insel Creta, 20. März. DaS ruff. Schlachtschiff Oßliabyia, mit Admiral Wirenius, fuhr heute in un bekannter Richtung ab von 8 To.pcdobooten gefolgt. Der ruff. Panzer kreuzer Dimitiro DonSkoi ist ange kommen. Russische Proteste. Paris, 20. März. Die russische Botschaft händigte dem auswärtigen Minister Delcaffe, zur Übermittlung an den franz. Gesandten in Tokio, dem der Schutz der ruff. Jntereffen in Ja pan anvertr.lt ist, einen Protest gegen Verletzung der Kriegsgesetze ein. ES scheint, daß die Japaner bei dem Vort Arthur Angriff am 10. Über 50 Ge schaffe nach der Quarantäne Station auf der Insel San Shan Tao ab feuerten, wodurch zahlreiche Pcrsonen verletzt wurden, lraf LamSdorsf. der ruff. Minister des Aeußern, betrachtet dieS als Ver letzung der Kriegsgesetze, besonders br 25. Elausel der von Japan unterzeich neten Genfer Konvention. Die franz. Regierung Hot bereits den Protest gegen Beschlagnahme russischer Handelsdampfer nach Tokio Ubermil telt. Japan erwiderte, daß bereits ein PrileN'Gericht über die Frage entschie
deli habe u. diese daher keine diplomati sä:emehr sei. DieEiq-nthüioer haben jo)och das Recht, an ein böhereS Ge.icht zu appelliren. Rußland lehnt Annähme dieses Standpunkts ab und vcr langt von Frankreich die Erneuerung des Protest. Schwierigkeikelt der Theezufuhr. Moskau, 20. März. Nachdem die Dampfer dr freiwilligen Flotte ihre Fahrten eingestellt haben, ko-nmt kein Thee auS Ceylon auf dem Wasser weg. Die Siftirung der Frachtzüge auf der transsibirischen Bahn macht eS fast unmöglich, Thee aus China zu be ziehen. Ein Kaufmann, der 20.000 Kisten Thee unterwegs in der Mand schurei hat, bietet die Ladung der Re gierung zu einem NominalPreiS für die Soldaten an. Die hiestgen 5kauf leute faßten daher schließlich den Be schluß. auf die alte mongolische Eara wanen'Straße durch Kiakhta zurückzu greifen und sie wollen die Regierung um Bewährung I von Erleichterungen bitten. L i b a u, 20. März. Die Kriegs schiffe, welche den Winter über hier lagen, sind jetzt zur Einstellung in den Tienst bereit. Teutschland. DieKameraden deöKron Prinzen. Berlin, 20. März. Großes Aufsehen erregt die plötzliche Versetzung von acht jüngeren Offizieren vom 1. Garde-Regiment z. F. in Potsdam, die sämmtlich mit dem Kronprinzen Wilhelm bcsrcundet sind, der als Hauptmann und Kon.pagniechef jenem Regiment angehört. Es sind darüber verschiedene Versionen im Umlauf, von denen jedoch keine hinreichend durch Thatsachen gestükt ist. um d.n Fall be friedigend aufzuklären. Da der Kaiser den Kronprinzen vor Antritt der Mittelmeerfahrt noch öffentlich belobte, als er die Kompagnie feines Sohnes in spizirte, so kann man stch erst recht kein.'n Vers auf die Sache machen. Die Militärverwaltung schweigt sich, wie üblich, Über die Gründe der in Rede stehenden Versetzung aus, und so basrn alles Andere, was darüber ver lautet, auf einfachen Vermuthungen, die deS Mittheilen? nicht werth find. Großherzog und Jour n a l i st. Berlin, 20. März. Großherzog Ernst Ludwig von Heffen hat das Pro tettorat des Darmstüdter Journalisten und Schriftsteller Vereins ongenom men. ES ist der erste derartige Fall, daß ein regierender deutscher Bundes fürst den Mitgliedern des Journalisten standeS gegenüber so zuvorkommend gewesen ist.
Schiffsnachrichten. Angekommen. New ?)ork: Norge" von Eopenhagen, Ehriftiania und Christiansand. southampton: , New Z)ort" von New 1)oxl. Abgefahren ! Queenstown: Etruria" nach Rew Aork.
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Nachgerade komisch. Sultan abermals von den Vertretern der Ostmächte verwarnt. C o n st a n t i n o p e l, 20. März. Die russtsche und österreichische Bot schas! erneuerten heute ihren Druck auf die Pforte b-hnfs unveränderter An nähme des maceon. ReformplaneS. Die russisch-österreichische Note wies darauf hin, daf- die Gegenvorschläge der Pforte vom 17. März steine ausländifchen Offiziere bei der inac. Gen darmerie) mit der ursprünglichen An nähme des ReformpZans durch die Tür ke' nicht übereinstimmen. Die Note warnt die Pforte vor den schweren Folgen weiteren Hinausschie benS. Gestern empfing der Sultan den deutschen Botschafter Jrhr. Marschall v. Biederstem. Ocsterreich-Nngarn. Furchtbare Rache. Wien, 20. März. AuS Arad in Ungarn wird eine entsetzliche Familien tragödie telegraphisch hierher gemeldet. Ein Grubenarbeiter hatte seine Frau darauf ertappt, daß sie ihm unireu ge worden war. Sinnlos vor Wuth sprengte er sein WohnhanS mit Dynamit in die Luft, wobei die Ehefrau, sechs Kinder und der Liebhaber getüdtet wurden. Die ganze Bevölkerung deS Ortes ist ltber den furchbarelt Racheakt deS unglücklichen Mannes in großer Aufregung.
Schiff gesunken.
Ueber 20 Seeleute fanden ein Grab ans dem Meeresgrund.
Dublin, 20. März. Die deut fche Barke Mona" stieß heute früh vuc der Dublincr Bucht mit der eng lischen Barke Lady Cairns" zusam men. Das letztere Schiff sank in wenigen Minuten. Die aus 22 köpfen bestehndc Bemannung ertrank. Die schwerbeschädigte Mona" wurde in den Dubliuer Hasen bugstrt. Die Lady Unfall", ein Dreimaster von 1.180 Tonnen, Capt. T. Evans, war auf dem ÄZegc von Liverpool nach Neu Seeland. Die Mona" stand unter Befehl von Eapt. Swarting und war zulckt in Adressar gemeldet. L o n d o n, 21. März. Der Hamburger Correspondent der Daily Mail sagt, der Cuvitän deö Aerwick Castle" versichere, daß sein Schiff unmöglich mit dem Unterseeboot usammenge stoßen sein könne; die Erschütterung hätte viel heftiger sein müssen. Er empfand nur 2 ganz leichte Erschütterungen, die Atmosphäre war klar und er sah keiu Unterseeboot. Unfälle der New York." S o u t h a m p t o n. 20. März. Dem Dampfer N?w ZZork" D0n Amer. Linie, Capitän ")oung, am 12. aus N. $, nach Southampton, wieder fuhren heute 2 Unfälle. Er lief in der Nähe von Kap La Hague, Frankreich, Morgens auf und stieß nachher im Ca na! mit dem Dampfer Affeye" z'lsam men, der von der britischen Regierung als Truppenschisf benutzt wird und 500 Mann nach Bombay überführt. Die New ?)ork" lief Morgens 3
bei der Annäherung von Eherbour.i während eincS Nebels auf, wurde aber ohne Beistand nach 1j Stunden wieder flott. Die Fahrt den Canal aufwärts feilste sich ein dichter Nebel herab. Plötzlich tauchte vor Hurst ttaftle. Eng. land, die Assaye" auf und die Ber meidung eines Zusammenstoßes war unmöglich. Der Bug der New 7)ori" bohrte sich in das SteuerbordBug der Aj,aye", ein großes Lo5 verursachend. Aus beiden Schissen herrschte große Erreguug ; die Boot? der Assaye" wurdcn niedergelassen, jtdoch waren beide Schiffe im Stande, nach South ampton einzufahren. Die Newort", der da Buasoriet weggerissen wurde, ging zu zeitweiligen R:paraturen unter Dock ; der Schaden läßt fich erst im Trockendock feststellen. Die Assaye" wird durch :in anderes Truppenschiff ersetzt.
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Der Vlarine.Vtwifter deS Mikado.
DaS gesunkene Untersee b o b t. Hamburg, 20. März. Der Dampfer Berwick bastle", welcher ein britisches Unterseeboot am Freitag bei PortSmouth in den Grund bohrte, traf heute unbeschädigt ein.
Japanische Flausen. Was immer man von den Japanern denken mag. sicher ist, daß k schlau sind und daß ste ein dehnbares Vewis jcn ihr eigen nennen, welches ihnen keine Unbequemlichkeiten verursacht. Sie begannen den Kampf gegen das Zarenreich, indem sie, ohne voraus'gangene Kriegserklärung, durch ihre Torpedoboote eine Anzahl russischer Kriegsschiffe schwer beschädigten. Xie Äussen warteten auf die Nriegseiklärung und ließen es dabei in der n& thiaeu Wachsamkeit fehlen. Dafür mußten fie büßen. Di: Finanzen deß Sonnenreiches" befinden sich, wie alle Kenner japanischer Zustände wissen, schon seit sieben Jahren in einer Übeln Verfassung, Wie es um die Geldmittel der Vikad. scheu Negierung bestellt ist, wurde gleich nach der Landung der Japaner auf Korea offenbar. So weit dort Ausgaben nothwendig waren, wurden sie in Papiergeld geleistet. Allerdings ward versichert, diese Zettel würden in Gold eingelöst werden; aber bei der Finanznoth in Tokio ist diese Versicherung eitel Mondschein. Falls jenes Papiergeld überhaupt jemals eingelöst wird, dürfte jedenfalls geraume Zeit vergehen, ehe es geschieht. Die Ausgabe ungedeckten Papiergeldes ist immer eine verzweifelte 5inanzmahregel. Das weip die Regierung des Mikado natürlich eben so wohl, wie jeder mit Wirthschaft chen Dingen einigermaßen vertraute Mensch. Das sie dennoch zu diesem Austunftsmittel schritt, ist ein neuer Beweis für die Verlegenheiten, in welcher der japanische Finanzminister sich schon beim Beginn des Krieges befindet. Und je länger dieser dauert, desto ärger wird die Klemme" werden. Schon vor Ausbruch der Feindseligkeiten versuchten die Japaner in London eine Anleihe unterzubringen uno sie rechneten dabei .ins die unzweifelhaften Sympathien" der Engländer. Aber sie kannten den braven John Bull sehr schlecht. Seine Theilnahme ist billig; aber Geld verleiht er nur gegen gute Sicherheiten und weil Japans schlechte wirthschaftliche Lage in London genügend bekannt war, blieb der Pumpversuch erfolglos. Dann griff die Negierung in Tokio zu einer inneren Anleihe" und es wurde der Menschheit laut verkündet, tefj diese Finaninaßregel den glänzendsten Erfolg hatte. Das; dem aber nicht so gewesen ist. geht ckus den neue, sten Depeschen hervor. Aus Tokio wird gemeldet, die japanische Regierung ziehe die Nathsamkeit einer Anleihe in Betracht, tvelche gleichzeitig in Europa und in den Vereinigten Staaten aufgelegt werden soll. Diese Ankündigung wird mit allerlei Flausen begleitet, welche darauf berechnet sind, die Geldleute über die Finanzlage Japans zu täuschen. Es wird gesagt, die Regierung könne allerdings im eigenen Lande die Mit' tel aufbringen, um den Krieg achtzehu Monate lanq tveiter zu führen, und viele japanische Staatsmänner und Bankiers suchten ihren Stolz darin. daß man den Krieg zu Ende führe ohue vom Auslande einen Cent zi' borgen. Aber es könnte nach 12 Mona, ten oder nach zwei Jahren, wenn man alle Kriegsmittel im eigenen Lande be schaffe, daheim ein Geldmangel eintre. ten und dieser Möglichkeit wolle die Regierung lieber ausweichen, indem sie eine Anteils im Auslande aufnehme. Dadurch werde einer etwaigen späteren Finanzkrisis vorgebeugt werden. Dieses Gerede ist natürlich eitel Flunkerei, darauf berechnet, die geistig Mindestbegabten aber Wohlhabenden zu ködern. Jedes Kind weiß, dasi der ungeeignetste Zeitpunkt für ein Land, eine Anleihe aufzunehmen, der ist. in d?m es sich beim Beginn eines Krieges befindkt, der voraussichtlich oon lansicrDauer sein wird, weil Rustland schon zur Vertheidigung seiner sogenannten ..Weltmachtsiellunq" alle seine Kräfte zur endgültigen Niederwerfnng seines Gegners aufbieten lNUh. Wäre Japan in der Lage, die zur Weiterfi zrunc des Kampfes nöthigen Mittel daheim aiifiuvringen, so würde es das schon deshalb thun, weil es nach dem Siege, auf den es rechnet, viel leichter und zu viel günstigeren Bedingungen Geld vom Auslande borgen könnte als jent. Die Engländer würden es geivif. gern fehen. wenn Japan das Zarenreich belegte, und wenn sie an diese Möglichkeit glaubten und die Japaner für e'nigermafzen ZchKlNgSsöhige Vor qer hielten, wiirden sie diesen schon vor Außbruch des Krieges die nöthigen Ge'dinittel vorgestreckt haben. Ob U iich jetzt an einer Anleihe betheiligen werden, nachdem die Ostasiaten einige Vortheile znr See errungen haben. Müssen fri? natürlich abwarten. Unseren Lesern können wir nur dringend davon abrathen, ihr amr) Geld in japanischen Schuldscheine:', nzulcgen, falls diese hier ausgeboten verden.
Aerzte.
Der Gymnasialprosesser Holzer in Ulm. wo der Dichter Schubart längere Zeit al Tchulmeistcr" lebte, hat 47 unbekannte Komvosilio' nen sowie eine Reihe ungedruckter Gedichte von ihm entdeckt. Unter den neuoefundenen Gedichten befindet sich auch ein schubar:scher Text auf die Melodie des Gutdeamuö".
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Gefüllte A e p f e l. Man schält gute, nicht zu große Aepfel. sticht daS Kernhaus heraus, füllt an dessen Stelle Kirsch- oder Afikosenmarmelade hinein und steckt sie s,ben und unten mit einem Stückchen Semmclkrume zu, damit die Fülle nicht herausfällt, Dann wendet man die Aepfel in Mehl, Ei und geriebener Semmel, bäckt sie in Schmalz und bestreut sie mit Ba nillezucter. Tapetenger ''ch. Ein sehr gutes Mihel, um den üblen Geruch aus frisch tapezirten Wohnräumen zu entfernen, besteht darin, daß man. nachdem die Thüren und Fenster geschlossen, reichlich Wacholderbeeren auf ein glühendes Kohlenbecken schüttet und den Dampf zwölf Stunden wirken läßt. Nach Ablauf dieser Zeit wird von dem unangenehmen Geruch nicht mehr das Geringste zu spüren sein. Die Schwarzwurzel ist eine vortreffliche Gemüsepflane, welche bei uns viel zu wenig kultivirt wird, weil man ihren Werth nicht kennt. Die Wurzel ist äußerlich schwarz, im Inneren iveih. Sie hält zwei bis drei Jahre aus, ohne an Güte zu verlieren. Me Wurzeln werden in dieser Zeit bedeutend stärker und gehaltreicher. Bei guter Kultur liefert die Pflanze schon im ersten Jabre recht brauchbare Wurzeln. Man säet den Samen im zeiti gen Frühjahr in Reihen, welche einen Abstand von )r, oll haben müssen. Der Samen uß einen Zoll mit Erde, die man fest andrückt, bedeckt werden. Sobald die jungen Pflanzen die :rti Herzblätter gemacht haben, dünni man j?e aus. und läßt von den stärkeren so Viele stehen, daß jede Pflanze einen Raum von zwei biö vier Zoll hat. Sa. menhcindler führen den Samen unter dem Namen Scorzonera. Es gibt eine ähnliche Pflanze, Haferwmzel. die nur im ersten Jahre verwendbar ist. Unsere erfinderischen Samenhändler haben ihr den Namen Vegetable Dysier, auch Salsifi,, beigelegt.
