Indiana Tribüne, Volume 27, Number 177, Indianapolis, Marion County, 18 March 1904 — Page 6
'' " ' fr'f' "jj ,. jjjjjjjjjjjjjjjj
tt
Jttdimia Tribüne, 18, März I90'l
fp
Ja, wir verkaufen
4t
I
r
i
I
aS WN. y YFPtsi SÜuüL f" Pjwfc
L- ; f
Grrleiixtl Oefeö
und
es.u
Möbeln ttiib Teppiche
ZU
gstkn Preisen.
willigs Möbcl-Laden, 141 W. Washington Str. 9tut oder Kdit.
ßÖlANI
MWjCW
m
,sjy
142 Nord Pennsylvania Strafe Hauptqu-lrtier für grillen xxixh (Operngläser
tPOvaMwv..
E
jray
nri,s?
ättlX
Of" BriUkn werden nach den besten Mktdoden de? Augen angepaßt. unstliche lugen werden schmerzlos eingesetzt.
Gehen Sie zu der Wcttansstellung in St Louis? Wenn so, so sprechen 2t vor in der Big Four Office, No. I Ost Washington Str., Indianapolis, Ind. oder man schreibe an den Unterzeichneten für weitere Information hinsichtlich des ffahrpreises. Abfahrt der ge, Hotel Mt, ztosthäuser etc.
Richt m verqeffen, die riet) di. Weltausstellung
nie für
..BIG F0UR Wifl's Fair Mg.. und deren Office ist No. l Oft Washington Strafte, oder ?eke Washington und Meridian Vtr. Indianapolis, Ind. il . M. Brcnion, ff t. Gen. Pass. 9lgrnt. rofct VAyi von
SA WT frCl i l' n Hl I a c !i jiB lEK kÄ festwKd Ä 1V4HP;MHB IffinFSK IM. ch hc"8 I '"" ffi 2 VEZZ9LBfcdKB St"'"' TiiilMnB""
Aug. Diener. Bis. 449 Ost Washington 6fe KO Aelepko 625.
I
Painter...
Spezielle lusmer?samkeit wird Gratning. 1-aUimtmaa, Tinting and Glaser Arbeit se schentt werden, No. 11 Hudson St. Oi fit t ?,lphon j fttii l . dua lelevbon l luuj
UKE ER!E & WESTERN R. R. . . . .Fahrzeit der Züge. . . btahrl nkusttt ZoUho, htta,o und Wichiganf rortt -t 7.16 fl0.I olbo, Dttrott und bkao film li.to f tu Vichigan TU,, unct u LasatteSpi..? 7.10 N0.t tSgltch t aufgenommen Connif.
Euroxäischc Nachrichten. JpO&fft s sl f f lf ttlfc Landschaftsmaler Professor W. Echröker erlag. 54 Jahre ilt. einem (tychirn schlage. Hofraih Professor Dr. Wilhelm Brainbach. Tireklor der hiesigin Hof und Lan d, l'ibliolhkk. wird demnächst in den Wiche staut treten, Professor Vrainl'ach ,st bereits scit einem Jarjr wegen eines lliqkl.lcilcns beurlaubt. A l t l u st h e i n. ier wurden die znsainn.enqt'biindenen Leihen des Winzeks Phil. ?homas 2 und seiner 7?r an gelandet. Daß Ehepaar war zu Muszbach in seinen wirthschaftlichen VekhöltnifftN zurückgekommen; es tct lies'. Wuhbach und als beide lurje eit fort walkn, l'urde über ihr Vermögen der tf"ncutö verhängt. Sie gingen enieinfaln in den ?od. (5 d i n a e n. Bei der hiesigen Station kürt der Weichensteller Ihrig bei dem llsammenhängen von zwei VÜterwageki von dem Trittbrett des einen Wagens an der 'rust erfaßt und gegen den anderen Wagen gedruckt. (5r erlitt schwere Verletzungen. sZreibur. Ter langjährige 7ührer der nationalliberaleki Partei Baoens, Landgerichtspräsidt'nt Dr. Dieser, ist hier gestorben. Heidelberg. Zn seiner WohNt'.ng fand man den Maurer Anton Stoe erstickt im Bett vor. Er hatte vergessen, den Gast,.,hn anzudrehen. Der austcrordentliche Professor der hieftge Universität. Tr. Adolf .uch. seier:' sein Ljähriges Journalistenjubiläum. K o n sk a n z. Die seit Kurzem dermißte LljährZge Tcte: de hiesigen pensionirtcn Nittme'sters voil Brand w'rde an einem Weiher un:oeit Kreuz lingen mit einem Tchuß in der Stirn todt aufgefunden. M n n n h c i m. Vom Schwurgericht hierseldst wurde der I jährige Lsdwirth I. 5inapp von Heddesheim wegen ords zum Tode vcrurth ilter crntordete am 25. Oktober 1903 auf einem Acker bei Heddesheim seine (eliebte, die Dienstmagd Barbara Lang, die er verführt hatte. Er wollte sich die zu erwartenden Alllvrilche dc Mädchens vom Halse schaffen. S ch ö n w a l d. Der etwa (ZYjährige Magnus Schüler begab sich letztens vom Hirschcn" aus den Heimweg nach Weissenbach, kam aber nur bis zum Gottesacker, wo er längere Zeit hin- und hergelaufen sein mufe. Halb erstarrt wurde c: vor dem .ölrschen" aufgesunden. WahnchdnHch wollte er km Hirsche" üor Nacht bleiben, kam aber nicht mehr hinein. Ohne wieder zum Bewußtsein gekommen zu sein, verstarb Schuler. Vhc'inpsnrz. Speyer. Das Fest der goldenen Hochzeit feierren Ackerer Philipp Johann Sproß und seine Ehefrau Maria Magdalena, geb. Napp. Dieselbeil steden iln K). bezw. 84. Lebensjahre und haben eine Nachkommenschaft von fünf Kindern und vierzehn Enkeln. Ludwigshafen. In dem Ncbenzimmer einer Wirthschaft in der Marstraße erschoß sich der 22 Jahre alte Johann Borgdörfer, Schneider, zur Zeit Oekonomiehandwetter beim 2. Armeecorps Wurzburg, mittels eines Vievolvers. Nach Anlegung eines Nothverbandcs wurde der Schl''erverletzte ins Krankenhaus verbiacht, wo er verstarb. L i n g e n f e l d. Das Mählgebua de der Lochmühle der Iiirma Manz u. Nembor brannte vollständig nieder. Nur dem raschen thatkräftigen Eingreifen der Feuerwehr von hier ist es zu verdanken, daß das Wohn und die Oekonomiegebäi'de gerettet wurden. Oberbexbach. Durch schlagende Wetter verunglückten auf Grube Nord feld sechs Bergleute. Friedlich Drumm von Waldmohr, MengcS von Bezbach und Stubby von Ohmbach sind schwer verletzt; Ludwig Bächle von Waldmohr. Peter Brach und Ehrmcmn, beide von Jägersburg, sind leicht verlctzt. . N h e i n g ö n h e i m. Der 47 Iahre alte oe. heirathetc Tagncr Fianz Trägerverunglüctte hier dadurch, daß ihm das Pferd des Johann Weidner mit dem Huf einen Schlag auf den Kopf versetzte, so daß das Hirn vollständig zertrümmert wurde. Der Bedauern werthe wurde bewußtlos ins städtisch Krankenhaus nach Ludwigs' haftn verbracht. Wachcnheim. Hier siacb iin hohen Alter von über 87 Jahren eine in der ganzen Pfalz und darüber hinaus bekannte Dame, Fau Heinrich Ludwig Wolf WiNwe. Luise geb. Grbhe. Für Arme und Nothleidende, für humanitäre und andere edle Zwecke hatte die Verblichene stets eine offene Hand. fei hier nur an die von ihr erbaute Luisenruhe" bei Bergzabern, das Diakonissenhaus und die Netfcherkirche in Spcyer erinnert. Zwei brücken. Fabrikant Lim- ' 'ch hier, ein sehr rühriger Mann, der er, vom Schlosser bis zum Fabrik1sttzer gebracht hatte, ist einem Unglücksfall zum Opfer gefallen. Beim Heimgang vom Aoendfchoppen fiel er, vermuthlich über einen Stein jlolpernd, in der Schillerall eine dort zum Eanal hinabführende Treppe hinunter und verletzte sich dabei derart, daß er sofort verstarb. löttcih Lothringen. Straßburg. In Kronenburg bei Strasjburg erschoß sich nach einem voranaeaanaenen Streit mit einem
Lehrer der 17jclhrise Sohn des Landesaiischußmitgliedes Gutsbesitzers von Schluiubeger. C o l m a r. ? er Telephones Weißmuller ans Ehaux - de - fonde (Schweiz) ist hier verhaftet worden. Wkißmkuer von thuur - de - fondö vrrscr)wand an, fttbxuat nach !cruntruung von !.''., Franken und irrte seitdem in Deutschland umher, bis ihn hier in Eolniar das Verhängniß ereilte. D i e d e n h o f e n. Zwei Schlosser. Namens Bamr und Tessig. arbeiteten an einem Hochofen, ivoselbst eine Reparatur auszufiihke war. Plötzlich senkte sich d?r Ofen, die euersäule schlug heraus und die auf dem (Gerüst stehenden Arbeiter wurden fürchterlich verrann!. r a 1 1 1 0 t 1 1 . Eine seltene Heicr begingen die Eheleute Johann Zranz Mogenot und Maria '.'lnno Nant von hier, nämlich ihr li,jähriges Ehejubiläum, vl u & dem festlichen Anlaß hatte der Kaiser den Jubilaren die Ehejubiläumsi?-,ci. aille verliehen. Metz. Kürzlich wurde die in den, Vorort Montigny bei N!ctz in einem kleine Hause allein wohnende 60; jährige Wittwe Vler.se mit durchschnittener Kehle todt aufgefunden. Es liegt Raubinord vor. Von den Thätern fehlt vis jetzt jede Spur. K o m b a ch. Der Vorarbeiter Kieser gericth mit seinen Begleitern in Streit, woraus sich eine Schlägerei entspann und wobei K. übel zugerichtet wurde. 17 Messerstiche wies sein Körper ai'.f, die ihm im Rücken und Kopf beigebracht man. An seinem Aufkommen wird gezweifelt. .'dilViUutrrt. Schwerin. Die 12 und 13 Jahre ölten Söhne des Erbpächters Vorzwardt veranügtei sich beim Eislauf auf dem .nun merower See. geriethen bei de? sogenannten Aalbude in eine offene Stelle und ertranken. B ü tz o w. Der Sträfling Jobs. Nambow, der kürzlich auf dein BabnHof Güstrow einen Selbstmordversuch machte, indem v sich von seinem Transporteur losriß und sich auf die Schienen warf, aber noch rechtzeitig zurückgcrissen werden konnte, hat sich iin hiesil Eentralgcfängniß erh'rngt. Ä ü st r n w. Sein Elfjähriges Meister Jubiläum feierte der Tischlermeist Peter Düwell auf dem Krönchenyagen. Die städlischc Musikkapelle erfreute den Jubilar durch eine Morgenmusik. Die hiesige Tischlerinnunq ließ dem Jubilar ihre Glückwünsche durch den Vorstand unter gleichzeitiger Ueberre'chung eiies Ehrendiploms aussprechen. P a r ch i m. Im 84. Lebensjahre starb hier der Stadtjäger a. D. Ludwig Beckmann. Nahezu 00 Jahre war der Verstorbene in seinem Berufe thätig, und 50 Jabre diente er der hiesigen Stadt in Tree. Im Herbst Z.89L trat er in den Ruhestand. N o st o ck. Kirchenvogt I. Holldorf von V er Pctrikirche wurde im Kesselhalise todt aufgefunden. Ob Herzschlag oder Vergiftung durch Kohlengas vorliegt, ist noch nicht festgestellt. W a r n e m ü n d e. Das Fest der goldenen Hochzeit feierte das Rentier Homp'sche Ehepaar. Außer den 'vielen Glückwünschen von nah und fern ging auch ..in Bild in Goldrahmen nebst einem huldvollen Glückwunschschreiben vom Großherzog ein. g)ldcnbrg. Oldenburg. Beim Ordcnssest erhielten der Justminister Ruhstrat das Ebren - Groß -Komturlreuz deZ. Old. Haus- und Verdienst - Ordens, ferner erhielten auch die beiden and:ren Minister. Willich und Ruhsrat. Orden; desgleichen Oberstallmeister von Freitag. Hofniarschall von Weoderkcpp und Geheimer Rath Jedelius. Oberlandesgerichts- und Oberkirchenrath - Präsident Excellenz Schoninin ist hier gestorben. E u t i n. Nach kurzer Krankheit terstarb hier im ,!. Lebensjahre der Zeichcnlhler A. Kn.op, der über !0 Jahre dein Lebrercolleqium des Grzn:nasiums angehörte und bl' kurz vor seinem Tode in seinem Berufe thätig war. Groß - T i in m e n d o r f. Hi r brach der lOjcihng? S' hn des Arbeiters Klies auf dem Eise des Dorf??'ches ein und ertrank.
Jeder. Einen seltenen Festtag !
freite hier der großhrzogliche chloßverivalter Hermann Voß. ?0 Jahre sind verflossen, seit der Genannte Soldat wurde, um dann e i n i -
ce Jahre später in den Dienst deö
Großhkizogs zu treten. Mit treuer Aizfopferiing pflegte er seinen Herr, alz er vor etwa drei Jahren, von Jta lien zurückgekehrt, in seinem Sommerschlisse Nastede zu kränkeln begann, ms zur letzten Stlinde, Daer Zeitige Großyerzog seine Diensie ru) niissen wollte, ernannte er ihn zum l,iesia.en Schloßverwalter, nachdkt.l er ihm die Wahl der Schloßverwalter stellen zu Eu'.Zn und Jevcr anheimgestellt hatte. M a r i e s i e l. Die zu Sander - Altenhof liegende Besitzung de Landwinds Allmers wurde total eingeäschert. Es verbrannten außer dem Mobiliar noch G Kühe und 5 Pferde.
Tragische Maskenbälle.
Um die Zeit, wo bunte Masken sich in fröhlichem Reigen drehen, denkt man mit Interesse an Kostümseste zurück, die den Hintergrund für tragische Vorfälle abgaben. Einer der historisch bedeutsamsten und literarisch am meisten ausgebeuteten Maskenbälle fand am 10. März 1782 in Stockholm statt. Es ist das Fest, welches Auder und Verdi den Stoss zu Opern lieferte und welches Scnbe in Form eines Dramas behandelte. Während dieser Hofredoilte fiel Gustav III., dessen autokratische Regierung den schwcdischen Adel erbittert hatte, von meuchlerischer Hand. An der Spitze der Verschwörung standen die Grafen Riding und Horn, ihre Seele war der vom König persönlich beleidigte Eapitän Anckarström. Um Rache nehmen zu können, soll er sich den Äerschwörern freiwillig zur Ausführung des Attentats angeboten habeil. Der König erhielt rechtzeitig eine Warnung, daß ihm auf dem Ball Gefahr drohe. Er lächelte jedoch über die Besorgniß seiner Hosleute und fuhr in munterster Laune zum Ball. Kaum erschien er im Saal, als ihn eine Gruppe von Masken umgab. Während Graf Horn ihn am Arm faßte und laut die Worte rief: ..Guten Tag, schöne Maske!" feuerte Anckarström von rückwärts eine Kugel auf ihn ab. Der Schuß war tödtlich. da die Kugel tief in den Nticken drang, doch trat der Tod nicht sofort ein. Mit vollem Bewußtsein konnte der König noch sein Testament diktiren und für seinen minderjährigen Sohn eine Regentschaft einsetzen. Er starb erst 13 Tage nach der Verwundung, am 29. März. Anckarström bestieg einen Monat später das Schafott. Die übrigen Verschworenen wurden verbannt. Grauenhaft war die Opernredoute, welche 1832 zu Paris stattfand. Am Vortage des Maskenballes war nach Paris die Nachricht gelangt, daß in London die Cholera auögebrocken sei. Acan war äußerst beunruhigt, obwohl in Paris noch kein Cholerafall festgestellt toordcn war. In der Oper wollte man sich durch ausgelassene Lustigkeit betäuben. Die Säle waren überfüllt, und man tanzte in bacchantischer Laune. Da begann eine seltfamc Maske de Aufmerksamkeit der Tänzer auf sich zu lenken. Es war eine ungewöhnlich hohe Gestalt, die in tiefes Schwarz gehüllt war. Ohne an der Unterhaltung theilzunehmen, schritt sie langsamen, feierlichen Schrittes durch die Säle und hielt zudringliche Masken durch düsteres Schweigen und eine aowehrende Hand dewegung von einer Ailnäherung zurück. Dseö räthselhafte Betragen er regte endlich die Neugierde so vieler TheUnehmcr des Festes, daß man der schwarzen Maske gruppenweise nachging und sie umringte. Nun begann sie zu fliehen; der Maskenball wurde u einer Treibjaod; denn man folgte die Maske von Loge zn Loge. v n Eol'idor zu Corridor, bis die geheimnißvollo Gestalt endlich auf der obersten Gallerie Halt machte, da sie keinen Ausioeg mehr fand und von den Verfolgern umringt war. Bevor man ihr den Domino vom Gesicht reißen konnte, wandt' sie sich plötzlich um und rief mit .lauter Stimme: Ihr wollt wissen, wer ich bin? Ich bin die l?holer..i" Diese Worte wirkten blitzähnlich. Ei.le Verwirrung entstand, und bevor wieder Ruhe eintrat, war die Maske verschwunden. Eine balbe Stunde später zeigte sich die Cholera auf dem Maskenball, sie tra! mit fol cher Heftigkeit auf. daß man viele Leichen in den Kostümen begraben mußte. Selbstverständlich konnte die Cholera i licht durch bloe Einbildungskunst entstehen; doch erklärt sich die historisch beglaubigte Thatfache ihrer Vrbrcitung aus der Pariser Opernredoute durch den Umstand, daß die Furcht, welche die Worte der schwarzen Maske erregt hatten, der nach Paris verschleppten Epidemie den Weg bahnten. in, geniale Erfindung."
Die Phantasie der Erfinder treibt wunderbare Blüthen. Selbst in die Schrecken des Krieges mengen sich zu allen Zeiten die Erscheinungen des Humors, der zu;n Glück nie ausstirbt. Bekannt ist dk geniale" Idee des Parisers. der im Jahre 1870, als di deutsche Armee sich zur Belagerung von Paris anschickte, allen Ernstes den Vorschlao machte, die wilden Thiere des Jardin des Plantes", des dort:gen zologischen Gartens, auf diePreußen loszulassen. ' In diesen Tagen hat ein Erfinder in London diesen guten Pariser noch weii übertroffen. Dieser ausgezeichnete Mann hat den Japanecn ein unterseeisches Magnetboot angetragen, das mit seiner magnetischen Kraft im Stande ist, die russischen Kriegsschiffe an sich zu ziehen und dieselben ohne Widerrede ganz einfach in den nächsten japanischen Kriegshafen zu lotsen. Es ist nur schade, daß der edke Freiher von Münchhausen schon todt ist; der hätte damit die Kanonenkugel, auf der er spazieren ritt, noch übertrumpfen kön-nen.
Modern. Die Gräfin! ttr, m , Ui Kransta scheint sich in ihrer jungen Ehe L A j 1 n "ft nicslt glücklich zu fühlen." - Aller- rr: Ist melleicht bei Ihnen et a dingö erklärlich, ihr Gatte soll w möblirtes Ztmmer zu vernnethen? schrecklich in sie verliebt sein!" Frau: Jawohl, per sofort oder noch frühe.!
Freund schall.
Van (p.okttze.
Mit fremden Menschen nimmt man sich zu, sammen, Da mertk man auf. Da sucht min seinen ,'jioeck In ihrer iiiiist, damit 1 nktzeN sotten; Allein bei freunde iftty man frei sich stehen, Man ruht in ihrer Via:, man erlaubt Eich eine Laune, ngezAhmttt will.Tie Vcik. !.schafk, nun sv vcrlel'.en wir A ersten die. die wir am i.iirtslcii lieben.
S innen roerft, llcsi .Vtttott ca,r,lj0,u. o jeder Pjotrowitsch, Direktor der Volksschulen im '.'schcn Gouverne ment, der sich für einen gerca)ien und gr'?mluthtgen Mann hiei:. empfing eir.es Tages den Lehrer Wremenki in feiner Kanzlei. ,,ein, Herr Wremenski," sagte er. Sie niissen den Dienst quittiren, es ist unvermeidlich. Mit solcher Stimme kann man den Lchrerdienst nicht fortsetzen. Wie ist es gekommen, daß Sie Ihre Stimme verloren?" Ich war erhitzt und habe kaltes Bier getrunken," brachte der Lehrer flüsternd hervor. Wie bedauerlich! Da haben Sie vierzehn Jahre im Dienst zugebracht und irerden plötzlich durch eii.cn Unfall gelähmt! Wegen einer solchen Dünnnheit die ganze Laufbahn zerstört! Was beabsichtigen Sie denn nun zu begin nen?" Der Lehrer antwortete nichts. Ha den Sie Familie?" fragte der Direktor. Eine Frau und zwei 5iindcr. 'rcellenz " erwiderte der Lehrer zaghaft. Tiejes Schweigen trat ein. Der Tirektor stand vom Tisch auf und schritt erregt aus einer Eckc des Zimmers in die andere. Ich weiß mir keinen Rath! Waö fange ich mit Ihnen an?" sagte er. Lehrer können Sie nicht sein, zur Pension sind Sie noch nicht berechtigt Sie dem Schicksal überlassen das möchte ich auch nicht. Sie haben vierchn Jahre für uns gearbeitet, und so ist es unsere Sache, Ihnen zu helfen. Wie soll das aber geschehen? Was kann ich für Sie thun? Verseyen Sie sich in meine Lage: was kann ich für Sie tbun?" Wieder trat Schweigen ein. Der Direktor schritt durch s Zimmer und überlegte: WremenSki faß, von seinem Kummer betrübt, auf dem Rande seines Stuhles und dachte ebenfalls nach. Plötzlich klärte sich das Antlitz des Direttors, er knallte sogar mit den Fingern. Ich begreife nicht, daß ich nicht früher darauf gekommen bi.''" begann er eilig. Ich will Ihnen einen Vorschlag machen, hören Sie zu. In der nächsten Woche wird die Stelle des Schriftführers in unserem Afyl frei. Wenn Sie wollen, können Sie den Posten bekommen! Tos ist etwas für Sie!" Wremcnski, der so viel Gutes nicht erwartet hatte, strahlte vor Freude. ..Vortrefflich." sagte der Direktor, schreiben Sie noch heute das Gesuch" AlserFjedorPjotrowitschWrenienski entlassen hatte, fühlte er ein? Erleichternng und sogar ein gewisses Vergnügen; vor seinen Blicken schlenderte nicht mehr die Gestalt des flüsternden Pädagogen, und es war ihm ein angenehmcs Bewußtsein, gerecht und gewissenhaft gehandelt zu haben, wie es sich für einen guten, anständigen Menschen schickt, indem er die vakante Stelle WremenSki anbot. Aber diese gute Sti.nmung hielt nicht lange an. Als er nach Hause kam und sich an den Tisch gesetzt hatte, begann Ratal-a Jwanowna plötzlich: Ach, beinahe hätte ich es vergessen! Gestern hat mich Nina Sergjejewna be sucht und geUten, mich für einen jungen Mann zu verwenden. In unserem Asyl soll nächstens eine Stelle vakant werden." Ja, aber sie ist bereits einem anderen versprochen," sagte der Direktor, die Stirn runzelnd. Und Du kennst mein Gesetz; ich vergebe niemals Stellen aus Protektion." Ich weiß es. aber für Nina Sergjejewna kann doch wohl eine Ausnahme gemacht werden. Sie ist uns so gut, wie ihren nächsten Angehörigen, und wir haben ihr bis jetz. noch nie etwas Gutes erwiese:-. Du darfst es iyr nicht abschlagen, Feoa. Mit Deinen Launen würdest Du sie und auch mich ver. letzen." Wen empfiehlt sie denn?" Polsuchin." Was für einen Polsuchin? Ten etwa, der am Neujabr zur Gesellschaft bei Fischatzki spielte? Älesen Gentleman? Auf keinen Fall!" Der Direktor legte Messer und Gabel aus der Hand. Auf keinen Fall!" wiederholte er. Gott schütze mich davor!" Aber warum denn?" Begreife doch. Matuschka, wenn ein junger Mann nicht den geraden Weg geht, sondern sich der Frauen bedient, so ist er ein Halunke! Warum iommt er nicht selber zu mir?" Nach dein Mittag legte sich der Direkto" in seinem Zimmer auf's Schlafsofa und begann, die soeben eingegangcne Post und die Zeitungen zu lesen. Lieber FjodorPjotrowitsch!" schrieb ihn, die Göttin des Bürgermeisters. Sie nannten mich einmal eine Heranstund !ae Ulck Menschenkenner
Nlk. eyt sollen le sich aucd wirkltcq r.derzeugen, oo e so ist. In den nächsten Tagen wird sich vei Ihnen ein gewisser . N. Polsuchin vorj.ellen. um sich um den Posten des Schriftführers in Ihrem Asyl zu beuiühen. Ich kenne den jungen Mann als einen vortrefslichen. iix,,b.ifch!ii Mcnsmen. Wenn Sie sich für l,n interejnren. werden Sie sich davc überzeugen u. s. w. Auf keinen all!" sagte der Direktor. Gott bewahre!" Seitdem verging lein Tag. an dem der Direktor nicht mehrere Bslsuchi empfehlende Briefe bekam, i ii.e sa?öneu Morgen - erschien Polsuchin selb'', ein loohlgenülirter. junger Wann, mit rasirtem Jockeygesicht, in einem nagelneuen, schwarzen Anzüge. In Dienstsachen empfange ich nicht hier, sonoern in der 5lNAlei," sag.e der Direktor trocken, nachd"?: cr seine Bitte oernomnien hatte. Verzeihe: Sie. Ezcel'cn aber unsere gei.ieinschaftlichen Bekannten ha den mir gerathen, mich hierher zu wen"den." ,.Hm!" brummte der Direktor, mit einem haßerfüllten Blick die spitznasi--gen Stiesel des jungen Mannes betrachieno. So viel ich weiß," sagte er, ..hat Jbr Vater ein gutes Eintommen. und Sie leiden keine Noth; maß liegt Ihnen also daran, diese Steile zu bekommen mit diesem Groschcng'halt?" Es ist nich. des Gehalts w?gen. sondern so immer! ;n, es ist Staatsdienst" So. Und in eine n Monat werden Sie wahrscheinlich dieses Postens überdrüssig werden und ihn aufgeben; dagegen gibt e Kandidaten, für die diese Stelle die Lebenskarriere bedeutet. Es gibt unvermögende Leute, für die " Ich werde sie nicht aufgeben. Excellenz!" unterbrach Polsuchin. Mein Ehrenwort, ich werde mir Muh? geben!" Der Direktor wurde aufgebracht. Hören Sie einmal," fragte er mit einem verächtlichen Lächeln, warum haben Sie sich nicht sogleich an mich getoandt, sondern es für nöthig gehalten, vorher die Damen zu beunruhigen r Ich wußte nicht, daß bnen das unangenehm sein wird." erwiderte Polsuchin verlegen. ..Aber wenn Excellenz auf Empfehlung-briefe keinen Werth legen, so kann ich Ihnen Zeugnisse vorlegen " Er zog ein Papier aus der Tasche und hielt es dem Direktor hin. Unter dem im Kanzleistil verfaßten, mit Bureauhandsckrift geschriebenen Zeugniß stand die Unterschrift des Gouverneurs. Aus dem Ganzen war deutlich zu erkennen, daß der Gouverneur das Schriftstück unterschrieben hatte, obne es gelesen zu habell, nur um sich von den Bedrängunen einer zudringlichen Dame loszumachen. Gut also, ich beuge mich ich habe nichts dagegen." versetzte der Direktor mit einem Seufzer, nachdem er das Zeugniß gelesen hatte. ..Rei.-en Sie morgen das Gesuch ein. Es hilft nichts" Als Polsuchin das Zimmer verlassen hatte, konnte sich der Direktor des Gefühls eines unbesiegbaren Ekels nicht erwebrcn. Verwünschte Sache!" ziscdte er. mit großen Schritten durch das Zimmer schreitend. ..Er hat das Seinige erreicht, dieser unwürdige Aratzfüßler, dieser Kourmacher und Frauenliebling! So eine ekelhafte Kreatur!" Ter Direktor spie laut auf die Thür, hiiiter der Polsuchin verschwunden war, und wurde plötzlich verlegen, weil in demselben Augenblick eine Dame, die Gattin des Vorsitzenden des ötommunalhofs, in's Zimmer trat. Ich tommt nur für einen Augen-
bück " begann die Dame. Seyen Sie sich, mein Freund, und hören Sie mich aufmerksam an. Wie ich höre, fc T bei Ihnen eine Stelle vakant sein. Morgen oder heute wird ein junger Mann, ein gewisser Polsuchin, sich bei Ihnen melden " Die Dame plapperte weiter, der Tirektor blickte sie mit trüben, matten Augen an, wie ein Mensch, der eine Ohnmacht nahen fühlt und aus Höflichkeit lächelt. Als er am nächsten Tage Wremenski in seiner Kanzlei empfing, konnte er sich lange nicht entschließen, ihm die Wahrheit zu sagen. Er wand nch verlegen und fand keinen Anfang für das, was er ihm mitzutheilen hatte. Er wollte sich bei dem Lehrer entschuldigen, ihm die ganze Wahrheit sagen, aber er begann, wie ein Betrunkener zu. stammeln, seine Ohren brannten, und er wurde auf einmal darüber ärgerlich, daß er in seiner Kanzlei seinem Untergebenen geaenüber eine so unbeholfene Rolle spielen mußte. Plötzlich stieß er mit der Faust auf den Tisch, sprn auf und rief wüthend: Ich habe keine Stelle für Sie! Hören Sie! Lassen Sie mich in Rn.' e! Quälen Sie mich nicht! Thun mir den Gefallen und lassen Sie mich endlich in Frieden!" Und er verließ die Kanzlei. ydllcclitc llclUamc. T o u r i st (zum Wirth, c r einen großen, prächtigen Hund hat)! ,,o ein großes Thier muß aber viel an Futter kosten?" W i r t h : O nein! Die Gälte geben ihm ja meistens ihre Speisen!" diese Nlt'wbiger: . . . Wie ich höre, machst Du eine .glänzende Partie!" Ach, die halbe öraut bin ich ia schuldig!"
4
A V
ii
i
pf ,
a
