Indiana Tribüne, Volume 27, Number 176, Indianapolis, Marion County, 17 March 1904 — Page 6
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Judiana Tribünc, 17. Marz 190.
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Europäische Nachrichten.
$c$(cn. Dresden. Der preußische außerordentliche Gesandte und bevollmch tigte Minister aui hiesigen Hofe. Wirk, licher Geheiliier Match (ij reis von Don hoff. Excellenz, beging die seltene Feier seines 2sijät)na,en Gesandten Jubiläums. Oberjustizrath Gustav Adolph Munkel, Oberanttörichter dein, 5iöuiglicheu Amtsgericht, der dem siich sischeu Staate iilr vierzig Jahre mit größter Pslichllreue gedient hat. ist hier gestorben. - Durch die That des SattlermrislerS Friifter aus Runner! dorf wurde tiirzlich die Beivohner schuft der limged.mg von Dresden in große Anfregliug verseht. In der Wache iti kolketvlzeß Friedhofes erschoß dieser seinen zehnjaheigen Sohn, der so. fort eine Leiche ivar. Dara.r richtete der 40 Jahre alte Vkann die Mord lvafse gegen sich selbst und verschied kurze Zeit daraus, lieber den Beweg arud der Thai ist nichts festgestellt. Unter außerordentlich zahlreicher Theilnahme hiesiger nnd auswärtiger Offiziere wurde auf dein hiesigen Gar nisonfriedhvf der im Duell bei Chem 11 i ij gefallene Leutnant der llnteroffi ziervorschule Schubert vom Regiment !)t'o. 177 zu Grabe getragen. Berbersdorf Von einem Pferde an den Kops geschlagen und todllich verletzt wurde hier der 14jäh rige Schulkunde Lauge. g he Nl n i tj. Ans dem Bahnhofe Altchemnitz wurde von einem Guter zuge die ledige Elso Wehrmann von hier überfahren. Anscheinend lieg: Selbstmord vor. D a h l e n. Erschossen im Vett a-.rf-gefunden ivurde ein hier wohnendes 50 Jahre altes Frä'uleinWerner. Ohne .lveifel liegt Selbstmord ver, began gen im Verfolgungswahn. Das 3fräu lein lebte in guten Verhältnissen uud war Besitzerin des Kaufes, in dem es woh.rte. g t S hd 5 g. Die Wittwe Johan. M Sophie Wcigand feierte hier ihren 101. Geburtstag. Die als Tagelöhnerin in den einfachsten Verhältnissen le bende ale Frau ist körperlich uud geistig verhältnismäßig noch frisch, nur Gehör uud Augenlicht sind gcschlvächl. Glaubitz beiGroßenhtrn, Der allgemein beliebte Seelsorger Pa ftvc rLinenkel, den ein schweres Wervenleiden schon feit Langem qiiäl!e, machte seinem Leben durch Erschießen ein Ende. Jägerkgrüni. V. Hier brannte das der Wittwe Roßbach gehörige Bauerngut mit sämmtlichen Erntevorräthen und .lttervorräthen sowie einem Theil des Mobiliars vollständig nieder. Klingenthal. Das sarl August Schlosser'sche Ehepaar feierte deS seltene Fest der diamantenen' Hochzeit. Leipzig. Tödtlick) verunglückt bei der Ausübung seines Berufs ist hier der im vierzigsten Lebensjahre stebende Tachdectel Wert Gustav LouiS ÄockstaNer aus Magdeburg. Auf den L.-Lindenauer Bahnhofe verunglückte der Rangierer Bernhard Fichtelmann, welchem beide Beine sowie der rechte Arm abgefahren wurden und der außerdem einen Schädeluch erlitt. Im Stadtkrankenhause ist er verstorim. ?ichtelmann war erst seit Iah. resfrist lerheilthet. Er ist Bar eines Kinde. P l a u s s i g. Müller staust geriech bei Ausübung seine? Beschäftigung in das Getriebe der hiesigen RittergutsSchrotmühle, wobei er derartige Aer-
letznngen erlitt, daß der Tod auf dei
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telle eintrat.
R e i m e r s g r ü n. Durch Nnachtsamkeit des jährigen SohneZ gerieth das 3jährige Töcht-rchen des Gutsbesitzers Grimm dort in das Göpelwect einer im vollen Gange befindlichcn Dreschmaschine. Das Kind wurde derartig zugerichtet, daß die Eingeweide bloßg'-legt wurden. Nach kurzer Zeit gab es feinen Geist auf. Weizdorf bei Dresden. Die Lehrerswittwe Frau B.ithig. die bei ihrem ' Enkel. Bauunternehmer Fesch ner. wohnt, feierte ihren 100. Geburtstag. W a l d e n ü u ? g. In Dürrmühlödorf fiel der beim GntSbesier Böhme in Stellung befindliche Knecht Richter beim Garbenreichen auf die Tenne herab und erlitt so sujioc B?rlevungen, daß er sofort verstarb. fbtfftt axmflixoi. D a r m st a d t. Kürzlich starb hier der Gesandte z. D., Wirkliche Geheime Rath und Kammerherr Otto Graf v. Dönhoff Freiherr v. Krafft, im Alter von 07 Jahren. Breitenbrnnn. Die Eheleute Johannes Riedel feierten hier das überaus seltene Fest der eisernen" Hochzeit. Die goldene feierten sie im Jahre 1889, die diamantene 1898. Beide Gatten sind noch recht rüstig. Der eiserne" Hochzeiter ist 86 Jahre alt und webt jetzt noch an seinem Web' stuhl, die Frau spinnt Wolle und beide helfen bei den häuslichen Arbeiten. Von dem betagten Ehepaar leben zahlreiche Enkel und Urenkel, sowie zwei Ur-Ur-enkel. D i e b u r g. Auf der v'n OberRoden nach Dietzenbach führenden ttreisstraße ereignete sich ein gräßlicher Unglücksfali. Der ffuhrknecht Kern von hier fuhr mit e'nem hochbeladenen Wagen Felle nach der Haarschneidefabri? zu Münster. Hierbei kam der ca. 60 5ahre alte Mann auf eine bis jetzt
unoufgellärte Weise so unglücklich' zu
Fall, daß der Wagen dem Mann) über Kopf und Brust ging, so daß der Tod sofort eintrat. Kost he im bei Mai,. An dem Mehr bei Flörsheim waren drei Arbeiter mit Ausbessern veschästigt; pwizlich kippte aber der Nachen in tvelchem sich die drei Arbeiter befanden, um nnd sie fielen sämmtlich in's Wasser, wobei der Maurer G. Roth von hier ertrank. Main z. Eine folgenschwere Benzinerplosi"N bat sich in der Opel'schen Fabrik in Riisslsheim ereignet, wobei sieben Perlonen mehr oder minder schwer verletzt worden sind. Die beiden am meisten Verletzten, der 19jäh; rige Monteur Philipp Jage.' aus Rufsei s he im nnd der gleichaltrige Schlosser Theodor Klohe aus Gernsbeim kamen hierher in das RochuShospital. Ober roden. Der Sohn der Wittwe 5orenz Brehm hatte letztens kaum mit der Arbeit im Walde beim Holzfällen begonnen, als die Art beim Schlüge auf einen stark g'srorenen Stamm an seinen Kopf zurückprallte. Der schwerverletzte Brchm mußte nach H.nlse gefahren werden, wo er hosf. nunqsli.S darnicderliegt. W a b l e n. Eine historische Person ist hier zur Erde oestattet worden. Es war dies die achtzigjährige Anna Margarethe Arnold geb. Gölz. Sie war schon seit Jahren die noch einige lebende Person, die in dem verschöllencn Dorfe Dürr . Ellenbach geboren war. welches anfangs der 40er Jahre vorigen Jahrhunderts von dem Gra fen zu Erl.in, angekauft und alsdann rissen ivorden ist. ?3"crn. M ü n ch e n. In seiner Wohnung in Haiohuusen suchte sich der in hiesigen Biirgerkreisen wohlbekannte und geachtete Privatier David Defchl durch einen Schi ß gegen die Brust zu entleiben. um einem schn'.erzhaften Gichtlciden ein Ende zu machen. Deschl stand bereits im 84. Lebensjahre und ist dadurch in weiteren Kreisen bckann! ge worden, daß er die Kunstschlosserar, leiten für den alten Theil des neuen Rathhauses gefertigt hat. Hofrath und .ofstabsarzt )r. Martius, ein hier wohlbekannter und beliebter Arzt, verstarb lentens. Au dei F re i s i n g. Spenglerrneister Ludwig Rist hier war mit der Reparatur eines Acetylen - Guskessels beauftragt. Bevor er an die Arbeit ging, erkundigte er sich, ob im Kessel noch Gas vorbanden sei, worauf er die Ar'.tivort erhielt, daß sich kein Gaö mehr !m Kessel befinde. Er begab sich hieraus mit einem Feuerbettkorb in den Kesselraum. Als er aber zu arbeiten begann, entzündeten sich die noch vorhandenen Gas? und schleuderten unter donnerähnlichem Gekrache den Mann zweimal zu Boden, wobei er viele Brandwunden im Gesicht und am Kopfe erhielt. Füße u. Ans dem mit einer spiegelglatten Eisdecke überzogenen Weißcnsce rxrgnügten sich der Student der Philologie Waibel von Weißens und Administrator Hlessa von hier mit Schlittschuhlaufen. Sie brachen ein und aus ihre Hilferufe eilte ein 14 ;h riger Knabe mit einer Stange lrbei; diese erfaßte Flessa und arbeitete sich mir großer Anstrengung aus seiner ge fährlichen Lage. Leider gelang es aber nicht, Waibcl zu retten. Kitzingen. In der Klein'schen Zsaßfabrik erplodirte ein neugebautes 4'Hektoliterlagersaß. Ein ?heil de Faßbodens wurde einem Arbeiter na meng Haas so heftig an den Kopf geschleudert, daß er nach wenigen Augenblicken starb. Der Arbeiter hinterläßt eine Frau mit drei Kindern. O t t e r f i n g. Verschiedene Passagiere, die nach Otterfing und Sauerlach fahren wollten, uiegen irrigerweise in den auf diesen Stationen nicht anhaltenden Eilzug. Als sie n.erlteu, daß der Zug hier durchfahre, kamen die betreffenden Personell in groß Aufregung. Einer derselben sprang von dem in voller Fahrt befindlicbn Zuge ab, überstürzte sich mehrmals und blieb schwer verletzt liegen. Einer der Reisenden zog die Nothbremse; der Zug hielt dann auch an, doch war es schon ?u spät. Der Abgesprungene, ein Dienstknecht namens Schallhammer von Elbach, hatte schwere Berletzungen an den Armen und a.n Kopfe erlitten, so daß er in das hiesige Krankenhaus verbracht werden mußte, wo er starb. Starnberg. Dampfschiffs-Ea-pitän Jos. Wecker hier feierte mit seiner Frau Josephine im Kreise der Familie das Fest der silbernen Hochzeit. U n t e r w e i ck e r l h o f t n. Hier starb der Chirurg Jos. Herndl in einem Alter von nahezu 97 Jahren. Mit ihm dürfte der l-tzte Chirurg in Bavcrn aus dem Leben geschieden sein, der noch aus der damals in Landvhut vestehenden Chirugenschulc hervorging. Württemberg. Stuttgart. In dem Atelier des Landschaftsmalers Professor Reiniger örach ein Brand auS, der grc ßen Schaden anrichtete. Eine Reihe werthvoller Gemälde ist theils vollständig oerbranilt, theils mehr oder weniger stark beschädigt. Commerzie.lrath Georg Ehni ist nach längerem Leiden hier gestorben. Der Verewigre war am 2h. August 1828 zu Bissingen u. T. geboren. Böffingen. Schultheiß Link legte nach 25jähriger Amtsthätigkeit aus Gesundheitsrücksichten fein Amt tfithät
D a r m 6 h e i m. Ein Act bestialischer Rohhcit kam hier vor. Der mit seiner Frai? in Unfrieden lebende 36 Jahre alte Steinbrecher Johannes Reich kam unlängst betrunken nach Hause. Scine Frau flüchtete mit dem ältesten Kmde. während sie die ande en Kinder zurückließ. Von diesen legte nun der Rabeiivater das Jahre alte Kind auf den vor seinem Hause befindliehen Düngerhaufen, so daß eö jäinmerlich erfrieren mußte. Der Unhold wurde in das Amtsgericht eingeliefert. G a i l d o r f. Wohn- und Oekonomiegebäude des Bauern Lindauer in der zur Gemeinde Bordersteinenbrg gehörigen Parzelle Greuthöfle wurden durch Feuer zerstört. Mähringen (Ulm). Schultheiß Huber!. der Senior der Ortsvorsteher des Oberamts Ulm und eine weithin bekannte Persönlichkeit, feierte seinen 75. Geburtstag. Hubert ist schon 43 Jahre Leiter hiesiger Gemeinde. Deutsch oder Ungarischi
Ein? lustige Geschichte, die buchstäblich wahr sein soll, erzählt der Temps". Nach einem sehr alten Brauch erhält in Oesterreich - Ungarn jcder Jüngling, der am Ende seiner Universitätsstudien die Note Mit Auszeichnung" erlangt hat und mib aunj 'iclifl imj,. i i'toi'itt" (i'i'zi", wenn er lngar ist) Doetor geworden ist, vom Kaiser einen Ring mit den Buchstalen F. A. in Brillanten und darf nach einer bestimmen Zcit dem Monarchen pecsönlich danken. Ein junger Ungar, Dr. B. Zempln. der in Pest sein Jahr abdiente", durfte sich ei'ier solchen Gunst erfreuen. Da er nicht ivußte. wie er sich dem Kaiser vorstellen sollte, fragte er seinen Oberst um Rath. Der Oberst wußte alr auch nicht, wie er rathen sollte, denn Zempln mußte als einfacher Soldat vor dem Kaiser bedeckt bleiben, wie ein spanischer Grande, während er in seiner Eigenschaft als Doctor die Kopflxdeckunq unter dem Arme zu tragen hatte. Nach reiflicher Uebeilegung fand d-r Oberst folgende Lösung des schwierigen Problems: Wenn der Kaiser Sie Deutsch anredet, d. h. in der Armeesprache, sind Sie ein einfacher Einj'ihrig - Freiioilliger unol behalten den Ezako auf dem Kopfe. Wenn der Kaiser aber mit Ihnen Ungarisch spricht, nehmen Sie den Ezcko ab, txn das bedeutet dann, daß er in Ihnen den Doctor sieht." Bei der Audienz hoiloelte Dr Zempln genau nach dn Vorschriften des Obersten: er trat ein, grüßte militärisch und harrte der Dinge, die da kommen sollten I -t,v lir " (Herr Doctor). Der Kaiser hatte kaum oiese Anrede ausgesprachen, als der Freiwillige mit einem kförbaren Ruck" seinen Ezako vom Kpfe riß. Franz Joseph, der nur selten lacht, mußte bei dieser tWsche Pantomime laut auflachen. Auskunft. Ich wollte mich über oas Mädchen erkundigen, das früher !i Ihnen war, kann sie tochen?" - ..Die kochen? Die kann 'ne Küche nich von 'nem Schlafzimmer unterscheiden!" S elb st bewußt. Brautvater: Glauben Sie denn, meine Tochter alrntüch zu machen? Leutnant: Ach, habe ich bereits. Habe sie gefragt, ob sie meine Frau werden will! R a a l s o! Gehilfe Fräulein Grämlich war hier. Sie hat sich beklagt, ihr Vild wäre gar nicht ähnlich. Photograph: Darüber beklagt sie sich? da soll s!e d?ch vergnügt sein! fcin sauberes Mädchen. Madame: Wie. Sie haben schon wieder die Waschschüssel zerbrochen? Jetzt kaufe ich Ihnen aber keine mehr. Dienstmädchen: Na. imWinter brauch' .ch auch keine, Madame! M i ß v e r st a n d e n. Mann (zu seiner Frau): Sieh' doch, die Frau Müller im Reformkleid! Arbeiter (Mi im Vorübergehen vie Bemerkunq gehört hat): Na, ich dächte, 'ne Rehform hätt' es gerade nicht! Pech. Gauner: Vor acht Tagen habe ich ?inen feinen Ueberzieher der neuesten Mode gestohlen und ganz sicher versteckt. Heute habe ich sechs Monate dafür gekriegt; wenn ich jetzt 'ranskomme. ist das Ding unmodern! Ueber daö Wormser Luther - Denkmai wud geschrieben: Das Luther - Denkmal wird sich bald dem Beschauer anders und hoffentlich günstiger präsentiren als dies seitue? Der Fall gewesen ist. Verschiedene .Nünstle.' haben auf Veranlassung der Stadtverwaltung ihr Gutachten über Uc Frage der Abänderung der seitherigen mangelhaften Einfriedigung abgegeben. Zuletzt bttchäftigte sich die Akademie der schönen Künste zu Berlin mit der Lösung der Frage, und ihr Abänderungsvorschlag gelangt gegenwärtig zur 'Ausführung. Ihm zufolge füllt der Kieshüzel sowie die Sandstein Umrahmung fort. Um da? D'nkmal wird ein 20 Fuß hoher Sok?el geführt, so daß das Denkmal dem Beschauer höher erscheinen und der ge drückte Eindruck, den der jetzige Kies Hügel mit der unmittelbar aufsitzenden architektonischen DenkmalSumrahmung hervor. uft, beseitigt wird. Die' Aufgangsrufen zum Denkmal werden um drei vermchrt, und zwei Treppenaufgänge von der hinter dem Denkmal führendeil Straße werden zum Monu-
, ment angelegt. Die gaunerischen Anlagen zu beiden Seiten rücken entspre- ' chend naher an das Denkmal beran.
T o r c 0 o s . Arten, Größe, Einrichtung uud Lanziren der Waffe. i Pier,,.. Schlepp,, frisch und Tchwartzkop Torpedos Torpedo unter WafferSchics;. battinwoU, und Prehluft -vattiirrplzr u I Torpevstkauoe - Treffwakirlkinlichkeikett. Im Hinblick auf die Thatsache, daß die Japaner in dem Kriege gegen Rußland ihrm crsten Erfolg der fachge mäßen Verwendung von Torpedos zu verdanken hatten, dürften die folgenden. Ausführungen über diese Marinewaffe desJntercßes nicht entrathen: Torpedos werden sowohl auf den Linien- l Schlackt-) Schiffen und Krcu. zern als auf den besonders dazu er bauten Torpedobooten geführt. Die ersten Torpedos wurden mittelst einer langen Stange oder Spiere von dem Bug eines Bootes aus an das feind. liche Schiff gestoßen (Spierentorpcdo) oder hinter einem Boote hergeschleppt, um, am feindlich? Schiff angelangt, nach der Seite luözuscheren und es zu treffen (Schlepptorpedo), tfrst die Erfindung des Ingenieurs Whitehead, der dem Torpedo die Gestalt eines runden Fisches gab (Fischtorpedo), gestattete es, den Torpedo durch maschinelle Ein. richtnngen auf größere Entfernungen einem Gegner entgcgenzuschleudern. kurz, den Torpedo abzuschießen oder zu lannren. Dieser Fischtorpedo wurde später durch den in Deutschland konstruirten Schwartzkopf-Torpedo verbessert. Eiit solcher Torpedo in Fisch, gestalt hat die ansehnliche Länge fcu zu ly Fuß 8 Zoll und ist somit das längste Geschoß; es zerfällt mit seinen maschinellen Einrichtungen in sieben Abtheilungen. Der 5iörper hat einen Durchmesser von etwa 1 Fuß 7 Zoü und enoet vorn in einem Kopf nach Art einer Eigarre, während er am andern Ende durch zivei Schrauben, eine rechts- und eine linksschlagende, fortbewegt wird. Die im Kopf angebrachte Sprengladung, die aus nasser Schießwolle bis zu 220 Pfund besteht, wird durch eine auf trockene Schicßwotte wirkcnde Zündpille zum Zerspringen gebracht, sobald der Torpedo das feindliche Schiff berührt. An Stelle der Schießwolle kann auch jeder brisante Sprengstoff in den Kopf als Ladung eingebracht ivcrden. Zunächst dem Kopf befindet sich die Kammer mit den Apparaten für den Antrieb, die den Torpedo in einer bestimmten Tiefe unter der Oberfläche des Wassers halten demnächst folgt die Kammer mit der auf 70 Atmosphären zusammengepreßten Luft, welche die FortbewegungSMaschine in Gang setzt. In dem nächsten, dem Maschinenraum, befinden sich die Bewegungsmaschine für die l-elden Schrauben, der Regulator für die der Maschine zuströmende Preßluft, so daß diese stets denselben Druck in den Ey' lindern ausübt, obgleich der Druck im Luftraum sich durch den Verbrauch fortwährend vermind.it. Im Maschi nenraum sind fer.ier untergebracht die Nudermaschine für das Horizontalrüder; die Vorrichtung, wodurch der Torpedo auf Grund sinkt, wenn er seinen Lauf vollendet hat; endlich der Mechanismus, durch den im ersten Augenblick nach dem Abschießen des Torpedos das Horizontalruder unbeweglich gehalten wird. Es reihen sich hieran die hintere wasserdichte Schwimmkammer, die Abtheilung für die Uebcrtragung mittelst Zahngetriebe und das r$u iioanzstiick, an welchem die Schrauben und die Ruder angebracht sind. Das Abschießen oder Lanziren eines Torpedos geschieht jus anzirrohren, die über oder unter Wasser in Breitseiten, Bug und Heck der Schiffe eingebaut sind, oder aus besondern Torpedokanonen. Das Ausstoßen des TorpedoS aus dem Rohr wird durch Preßluft oder eine schwache Pulverladung bewirbt, da die eigene Maschine des Torpedos diesen vorwärts bewegt, sobald er das Wasser erreicht hat. Diese ffischtorpedos haben zwar eine Ge sammtschußweite von zw:i Seemeilen bei einer Geschwindigkeit von etwa 49 Fuß in der Sekunde; aber die TreffWahrscheinlichkeit ist schon bei Entfernungen über 1300 Fuß sehr gering, besonders wenn man auf Ziele schießt, die sich mi' lerselen Geschwindigkeit bewegen wie der Torpedo selbst. 1:Treffsicherheit ist selbstverständlich gegen festliegende Schiffe erheblich gröher. Doppelgänger nfd Modell. Der Päpstliche Staatssekretär Kardinal Merry del Val ließ vor Kurzem durch einen Maler sein Bildniß malen. richtiger gesagt anfertigen. Denn zum Modellsitze:'. konnte sich S;. Eminenz, da er von den Geschäften zu sehr in Anspruch genommen ist, nur ein eiw zige? Mal, und auch nur für äußerst kurze Zeit, entschließen. Tann wie. der Kirchenfürst den AÜnftln an. er solle sich nach Padua begeben, wo ihm der dortige Bischof einen Pfarrer namhaft machen werde, der ihm, dem Staatssekretär, zum Sprechen ähnlich sehe und d:r Zeit genug zum Modellsitzen habe. Der Maler fuhr alsbald nach Padua, um dort der schwierigen Aufgabe, ein getreues Porträt Staatssekretärs zu liefern, gerecht zu werden.
An amerikanischem M e h l e wurden im Jahre 1892 nach Hongk?ng, China. 457,690 Barrels rportirt, im Jahre 1902 1.298.8&3 Barrels.
,,AloskiUl dkg tfllcue." i dlchurisch ?,adt Sebtn d ihr tt)&itotnciialc t?ntioifluiif. Die mandschurische Stadt Harbin (auch Eharbin), die im gegenwärtigen Kriege als Basis für die Konzentrirunz der russischen Truppen dient und von ihren Bewohnern den stolzen Beinamen Moökau des Ostens" ertlten hat. liegt a:n SungaH'luß, und zwar an dem Punkt, wo der mandschurische Zweig der sibirischen Eisenbahn ihn Überschreitet und die chinesische Ostbahn nach Dalny und Port Arthur beginnt; die Stadt ist mehrere hundert Äceilen nördlich von Port Arthur belegen. Wie die Stadt den geographischen MittelPunkt der Mandschurei bildet, so wird sie in Zukunft ohne Zweifel auch ihr kommerzieller Mittelpunkt werden. Bis auf Hunderte von Äieilen enthält die Umgebung das beste Ackerland, auch fehlt es nicht an reichen Mineral- und Hol,',ländereien. Die Stadt Harbin ist eine ausschließlich russische Schöpfung, denn ehe die Eisenbahn-Jngenieure dort ihr Hauptquartier etablirten. gab es in der Nähe keine nennenswerthe An siedlung von Eingeborenen. Heute besteht Harbin aus der drei Meilen vom Eentraldahnhof belegenen Altstadt, dem am Fluß belegenen Stadttheil Prestin sowie dem in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs befindlichen kommerziellen Centrum und Verwaltungssitz. Bedeutung zu gewinnen, begann Harbin im Jahre 1900. und bis zum Oktober 1903 war die Civilbevöltrung auf 00,00t) gestiegen, darunter 400 Japaner und 300 andere Ausländer. Die letzteren sind übrigens nur geduldet und haben gar keine Rechte. Harbins Hauptindustrie ist heute die Fabrikation von Mehl und acht riesige Etablissements sind in derselben thätig; das tägliche Produkt beläuft sich auf circa 100,000 Pfund. Erwähnung verdienen ferner die FleischverpackungsGeschäfte und die in der nächsten Umgebung befindlichen großen Backstein-, brennereien, die meist von der Regiermig angelegt sind. Das Kapital für die meisten Privatunternehmungen stammt von sibirischen Juden. (sine russische Schöpfung. Die russische Hafenstadt Dalny. welche mit Recht als die Märchr.stadt des fernen Ostens bezeichnet werden könnte und die ein wenig in östlicher Richtung von Port Arthur liegt, ist die merkwürdigste Stadt der Welt. Sie wurde auf Befehl des Zaren von 25.000 Männern in der fabelhaft kurzen Zeit von 12 Monaten erbaut und tostet? rund 12,000,000. Die Spiegelfläche der Bucht, an deren Küste die Stadt liegt, hat eine Ausdehnung von inehreren Meilen uno die Area des Tiefwassers ist hinreichend, um die Flotte ganz Chinas zu tragen. Die großen Lande Plätze, deren die Stadt fünf besitzt, sind alle mit Bahnen, Elevatoren, elektrischen Anlagen und enormen Hafendämmen versehen, welch letztere es den Schiffen ermöglichen, ungeachtet de? Witterung am Molo vor Anker zu lie gen und ihre Fracht zu entladen. Die Doav für ausländische Fahrzeuge st cken sich 2 Meilen weit längs der Küste hin und einer der beiden Trockendocks ist geräumia genug, um das höchste Seeschiff aufzunehmen. Durch die Erbauung dieser Stadt wollte der Zar eine kommerzielle Endstation der sibirischen und mandschurischen Eisenbahn gründen, dieser Bahn, welche einen so bedeutenden Fattr in den Ueberbrückungsversuchen zwischen Ost und Wt bildet. Ein weiterer sehr wichtige? Grund ist der, daß der Hafen von Dalny eisfrei ist. während Niutschwang. der einzige andere Hafen der Mandschurei. über vier Monate des Jahres fest gefroren ist. Ueberdies ist Dalnn ein Freihafen, der Endpunkt der Bahn und besitzt alle zweckmäßigen Einrichtungen einer modernen Stadt. Frauen st udium an deutschen Universitäten. Im laufe.iden Winterhalbjahr sind im Ganzen 85 Frauen an den deutschen Universitäten rechtmäßig immatrikulirt und 1260 als Hospitantinnen eingeschrieben, wobei zu erwähnen ist, daß die Universitäten Greifswald, Freiburg und Rostock über die hospitirenden Frauen keine Angaben machen. Bon den immatrikulirten Frauen entfallen 28 auf Heidelberg, 26 auf Freiburg, 25 auf München, 3 aus Würzburg und 1 auf Erlangen. An der Universität Gießen sind 2 Zrauen als ..Hospitantinnen aufgenommen." im Gegensatz zu den übrigen nur eingeschriebenen Hospitantinnen. Etwa drei Viertel der immatrikulirten Frauen studiren Wtb'u Zin. Die deutsche Turners ch a f t wird auf der St. Louiser Weltausstellung nicht vertreten sein. Der Ausschuß der deutschen Turnerschaft hat sich einmüthig gegen du Vertretung des Verbandes aus der Weltairsstellung in St. Louis ausgesprc.chen. Die Nichtbetheiligung der deutschen Jünger Jahns wird mit der Erklärung motivirt, daß die Hauptaus. gäbe des deutschen Turnens in der heimischen Turnarbeit liege, aber nicht in turnerischen Schaustellungen in fremden Ländern. Das Repräsentanten haus der Ver. Staaten erfordert einen Jahresaufwand von tz3.000.000, der Bundessenat einen solchen von 31,400,000.
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