Indiana Tribüne, Volume 27, Number 173, Indianapolis, Marion County, 14 March 1904 — Page 5
Jndkana Trio,n o,
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Die Geige.
EyWMiß von Wnlthkr Koester. ftorcr)' sagte die Wäscherin Finneinann zu ihrer Tochter Sophie und stellt ihre Seite des großen Wasche- ' den die beiden gerade zum Voden hcrauftrugen, auf eine Treppenstufe. um sich auszuruhen, horch. Canoidat Berg spielt. . f In der Dachkammer des vierstöckiger. Miethhauses aber stand der blasse Stud-nt vor dem alten, wurmstimicn Stehpult, den Mops auf die lim geneigt, und lieft den Bogen leicht über die vibrirenden Saiten streichen. Und das Instrument schien unter seinen Griffen Leben zu M k innen, eö log in seinen Armen wie eine beliebte, der i alles. Zsreud' und Leid, anvertraute, ihres Mitgefühls gemife. Alles, was er an (hrnnaiinnen hatte, was andere an ihrer ffamilic, an slki, Mutter. Geschwistern besagen, verkörperte ihm. dem früh Verwaisten. seine Geig-, und es ging ihm wie eine? Mutter, die zärtlicher, wie ihre frischen, rosigen, gesunden ttinder daz eine, kranke liebt, um dessntwillen sie in steter Furcht und Besorgms; sein inuft. . . Und in dieser Furcht und Besorgnist mukte Gottfried Berg um seine Geie sein, denn er hatte Schulden. . . Aber was ihm noch viel toeher that, ftll der blofze Verlust seiner geliebten Violine, das war der Umstand, daß sein eigener Leichtsinn schuld vacan war. Das wor so gekommen: Im ersten Stock des Hauses, daö mitten im Studentenvicrtel der nortusche Universität lag. hatte ein ade lige, Student, der auch für sehr reich galt, zwei elegant möblirte Zimmer Kl. Eineö Abends spät, als Gottfried Berg vom Besuche eines Freundes zurückkehrte, fand er den jungen Herrn vor der Hausthür, wie er Lärm machte und wüthend gegen die verfchlossene Thur trat. Er hatte seinen isschlüssel verloren oder vergessen, eines von Beiden. Als Gottfried Berg ihm aufmachte, wurde der Andere ohne besondere Ur fache so gerührt, daß er den bescheioen abwehrenden Studenten mit in seine beiden eleganten Zimmer nöthigte. Respektvoll hörte der Kandidat die nicht immer ganz klaren, aber um so verbindlicheren, fast zärtlichen Reden txi Herrn v. Bohrld an und trank mit ihm aus dringend Nöthigung hm eine ganze Flasche Sherry und hinterher noch einige Cognacs aus. Am folgenden Morgen iwut er nur eine ganz unbestimmte Vorstellung von der neuen Bekanntschaft und außerdem einen rasenden Katzenjammer, so dafe er beim besten Willen nicht im Stande war, die Privatstunden, womit er sich seinen Lebensunterhalt und die Mittel zum 2tubium der Philoso pbie verdiente, fy uti abzuhalten. Wenn er aber geglaubt hatte, bafj die vornehme Bekanntschaft mit diefem Anfang zugleich ihr Ende erreicht habe, fo war er im Irrthum. Allmählich fand Herr v. Vohrfeld. daß sein neuer Freund ein famoser Hechi" sei. und nur der Umstand, daß Berg allzu bescheioen, Bohrfeld nannte es bei sich schlot i", gekleidet war. hinoertc ihn, sich öffentlich mit ihm zu zeigen und auch seine Freunde mit ihm bekannt zu machen. Aber auch hierfür fand sich ein Ausweg, und eines Tages nahm Herr v. Bohrfeld den Candidaten B?rg. der der allgemein - menschlichen Schwachheit, ftolz auf den neuen feinen Verkehr zu sein, unterlegen war. mit zu seinem fcuralen" Schneider, der. wie er äuherst beruhigend erklärte, bis zur Abfuhr" pumpte. Xafe die Rechnung ungefähr so viel betrug, wie Berg's Eltern ihm, auf der Sparkasse d?ponirt, hirnerlassen hatten, ahnte dieser nicht. Da er als eleganter Mann nun auch Geld in der Tasche haben muhte, so griff er daö kleine Erbtheil an, und zwar so kräftig, daß allmählich nicht mehr viel übrig blieb. Leichten Sinnes hatte er außerdem die Absage von zwei oder drei wöchentlichen Privatstunden hingenommen, die ihm jetzt ohnehin nicht mehr passend zu sein schienen. Am Ende des Semesters zog Herr v. Bohrfeld aus feiner bisherigen Wohnung aus und kehrte zu Beginn des neuen Halbjahres nicht wieder an die nordische Universität zurück. Während er abwesend war. erhielt Candidat Berg die Rechnung des feudalen" Schneiders, die ihn mit Entsetzen erfüllte. Er that dann so ziemlich das Thörichste, was er thun konnte, ging nämlich zu dem Kleiderkünstler hin und beschwerte sich. Natürlich wurde dieser Mann, der sonst wohl noch gern und anstandslos Geduld gehabt hätte, stutzig, und zog alsbald Erkundigunaen Über den Eandidaten Berg, den Freund" des Herrn v. Bohrfeld ein. Und als nun Berg'S ärmliche VerHältnisse an's Tageslicht kamen, da verwandelte sich der freundliche und gefällige Geschäftsmann in einen groben, unerbittlichen Gläubiger, der in höchsteigene? Person die vier Treppen h'.naufstieg und manches von Hochstapelei und dergleichen erwähnte, was Eandidat Berg mit Thränen in den Augen, schuldbewußt anhörte. Wenn Sie mir bis Anfang Februar nicht wenigstens eine Abschlagszahlung von hundert Mark ge
macht haben. Herr Berg. 10 zeige tcy Sie der Staatsanwaltschaft an", sagte der Mann und ließ seine Augen in der ärmlichen Dachkammer umherschlveifen. um vielleicht irnb etwas Pfgndbares zu entdecken. Da blieb plötzlich sein Blick an der S?eiae hängen, wie Berg mit Schrecken bemerkte. , . ir besah t hin und her und kam am nächsten Tage mit einem Sachverständigen wieder, der sie ebensalls mit seinen schmutzigen Fingern bda stete und probirte. während Gottfried Berg wie ein ganz Ueberflüssiger und Unb'cthei'.iqter. aber im tiefsten Herzen zerknirscht und empört über diese Entweihung des Liebsten, das er aus Erden desaß. daneben stand. Schlicszlich bot ihm der Sachverlläkldige achsclzuäcnd hundert Mark, und Gottsried war schon im Begriffe zuznschlas.en. als sich der Schmider in's Mittel legte. Denn jener hatte bemerkt, mas Gottfried Berg in seiner Betriioniß und Berztveiflung völlig übersehen hatte, nämlich, daß die Augen des tte.inerS gierig aufgeleuchtet hatten. So billign Kaufes sollte er denn doch nicht daran kommen, wenigstens seine gai'e Rechnung wollte er bezahlt haden. Umsonst war das zornige Zwinkern des Andern, das besagen sollte: Du wirst Tmtn Theil am Raube schon erhalten!" Etloas Lebenskenntnih aber hatle Eandidat BtZQ wenigstens durch die vornehme Freundschaft gewonnen, lvenn es auch der einzige Nutzen ge wefen wer. So kam ihm denn die Gr lenchtung durch das Dazwischentreten des Schneiders noch gerade zur rechten Zeit, und die beiden Herren n'.ußten heute unocrrichteter Dinge abziehen. Gottfried Berg aber schöpfte von Neuem Hoffnung. Wenn seine Gcigc wirklich eine echte Amati war. so bot er ja genügende Sicherheit, und am 'ilgenden Tage begab ti sich zu sei nem Gläubiger, um ihm eine Uebereinkunf anzubieten, der zu Folge tt ihm jeden Ätnat eine gewisse Summe abbezahlen wollte. Denn seine Geige mochte er unter keinen Umständen hergeben. Zu Schneider ging darauf ein K ter der Bedingung, daß jener ihn' die Geige verpfände, eine bloße Formalität. wie er versicherte, der sich denn Berg auch nicht zu widersetzen wagte. Und bald klebte der G:richtsvollzie. her seine Marke auf den schön geschwungene., wunderbar glänzenden Leib der Violine. Kaum aber war das geschehen, da nöthigte mit einem Male eine geschäftliche Krise, wie er schrieb, den Schneider, mit allem Nachdruck sein Geld im vollen Betrage der Schuldsumme einzutreiben, und so sehr (Saiu didat Berg auch bat und flehte, wurde dennoch ein Bersteigerungs - Termin für einen der nächsten Tage festgsetzt. Beschämt, und bis in'S innerste Herz gedel,müthizt vom vergeblichen Bitten, ging Berg betrübt nach Hause, und zum Ütftn Male nahm er dori feine stumme Freundin, die doch so süß, wie mit Engelzunaen, singen konnte, zur Hand, und strich leise mit dem Bogen über die Saiten. Das war cn jenem Abend, wo die Wäscherin Finnemann mit ihrer Tocbter Sophie auf der Treppe drau ßcn horchte. . . Und als Gottfried Berg nun die Geige wieder in ihr Futteral gelegt hatte, seufzte er tief und schwer auf und dachte nach. Da kam ihm ein schöner und ein häßlicher Gedanke. Der schöne Gedanke war, daß nun plötzlich die Thür aufgehen werde und ein hochherziger und grundgütiger Wohlthäter einträte und ihm die benöthigte Summe vorschösse. . . Aber solche Wohlthäter giebt es UU der in Wirklichkeit nicht viele, und diese wenigen sind selten zur rechten Zeit an der rechten Stelle. Der häßliche Gedanke aber war der. daß er mit seinem scharfen Federmesser einen kleinen, unsichtbaren Spalt in den schönen, tiefdunkel glänzenden Lack scheiden wollte, damit der heimtückische Händler keine Freude an seinem Raube habe. . . Aber da Gottfried Berg ein anständiger Mensch war, der sich sagte, daß er selbst am Ende der Dinge der Schuldige sei, so gab er auch diesem häßlichen Gedanken den Abschied. Am folgenden Tage wurde die Geige an den Meistbietenden, der eben jener Händler war. versteigert. Der Schneider erhielt seine Rechnung voll ausbezahlt und der Ueberschuß betrug etwa so viel, wie Eandidat Berg früher auf der Sparkasse gehabt hatte. Von jenem Tage aber hat er an keinem leichtsinnigen Vergnügen mehr Freude gefunden, und vornehme Freundschaften hat er nie mehr gesucht. Aus Erookston im Staate Iowa wird Folgendes gemeldet: Aus Sparsamkeitsgründen packte ein Minn seine Frau in eine ist? und brachte sie als Frachtgut nach dem Bahnhöfe, um sie nach Buford. N. D.. zu schicken, wo sie einenBesuch machen wollte. Unglücklicherweise entstand eine Verzögerung, die Kiste blieb während der bitteren k'ättt auf der Platform, und da die Frau es schließlich nicht mehr aushalten konnte, mußte sie wohl vder übel sicb bemerkbar machen, und der nicht zeitgemäße B.trua wurde entdeckt.
vom Auslande.
Unterdenjüngsten Senfationen der Berliner Varietebühnen befindet sich eine, die das besondere Interesse kriulinalistischer und ärzllicher Kreise erregt hat: der merlwürdige 5tettcnsprenger jfcrbini. Durch jahrelange Uebung ist eö diesem Manne, der äußerlich durchaus keinen be sonders kräftigen Eindruck macht, gehingen, seine Muskeln so weit zu bringen, daß et durch Ihr Anspannung sich der stärksten Fesseln, der Zwangsjacke und rafsinirte.' Schniirungen spielend zu e,rtUiigen vermag. Verblüffende Proben seiaes Könnens hat er bereits in Berlin vor einem Publikum voi Fachmännern abgelegt. Eine interessante botanische Entdalirng hat man kürzlich i Brasilien gemacht. Es handelt sich nämlich um eine leuchtende Pflanze, die von den Eingeborenen Orvpe genannt wird nnd bis jetzt überhaupt i och fast unbekannt war, völlig aber hinsichtlich ihrer merkwürdigen gtaett schaften. Man findet s.e in der Näh' von Sao Joaquim im Staate San Paulo, also in Südbiasilien. In bei Nacht sendet sie leuchtende Strahlen auö, die hell genug sein sollen, um eine Zeitung entziffern zu können. Triefe Lcuchtk' st soll auch noch einige Tage nach den, Pflücken anhalten. Nach dem Diario de Ribeiro Hroto gehört die Pflanze der Familie der Zlryptogamen an, obwohl sie dem Champig nv'l in keiner Weise ähnelt, einige Exemplare sind ietzt in Gar; Paulo gesammelt worden und sollen eingelend untersucht werden. Phonographische Fizirungen von zwei Reden des deutschen Kaisers werden in den phonetischen Archiven der Universität Harvard, des National - Museums und der Con greß - Bibliothek zu Washington als die ersten Platten des europäischen Theiles dieser Sainmlung niedergelegt und in 5tupfer eingravirt aufbewahrt werden. Neulich Sonntag, nach dem Gottesdienst empfing der Kaiser Pro fessor E. W. Scripture von Harvard, der eigens zu dem Zwecke nach Ber.i.l gekommen war, in Audienz nnd unUx hielt sich mit ihm über die geolanie Sammlung. Dann begab er sich allein in das Zimmer, in dem der Apparat aufgestellt war, und sprach zw. st in ihn einen Theil der Rde üer Friedrich den Großen hinein, die er seinerzeit in Diberitz gehalten hatte. Diese Platte ist ausschließlich für Harwaro bestimmt. Die zweitc Platte, die allen drei Sammlungen einverleibt wird, enthält eine kurze Rede über Tapserkeit im Schmerz". Eine neue Jdentisicirungs - Methode hat neuerdings Bertillon, der Begründer der Anthrpometrie, d?n PariserJustizbehörden vorgeschlagen. Sie oL für alle nicht erkannten und zur Morgue gebrachten Leichen Anwendung finden. Bis jetzt hat man sich daraus beschränkt, die Leichname photograohiren zu lassen. Man erhielt so aber nur eine sehr entftrnte Ähnlichkeit mit dem Gc ficht der Person bei Lebzeiten, und meist war es ein werthloses Dokument selbst für die Personen, die berufen waren. .hreMki nung über die Jdentificirung des Verfchwundcnen abugiben. Man mü;te also die Züge des Gesichts für einen Augenblick Wiederaufleben" lassen. Bertillon hat nun gestützt auf eine ?!eihe von Beoba'.ungen. folgendes Verfahren vorgeschlagen: Mit Hilfe einer Pravazspritzc führt man in die Augen drei bis vier Tropfen Glycerin ein; al-dann heben sich die Augenlider, die Augen bleibe wcit offen und der Leichnam scheint wiederauszuleben. Um dem Augapfel Glanz zu verleihen, der ohnedies trübe und gläscrn aussehen würde, bringt man in die Lider baut ein wenig Glycerin; irmn vervol!ständig: die Illusion durch Reiben der Lippen mit ein wenig Karmin und der fo vorbereitete Leichnam gibt in der Photographie ein lebensvolles" Bild. I n peinlicher Berlegenheit sollen sich oie Osficiere und Mannschaften des vom Fürsten Albert von Monaco dieser Tage aufgelösten Heeres befinden, (nne deutsche Tonristenzeitung theilt darüber mit: Mit der ihm eigenen Grohmuth und Munifizenz hatte Fürst Albert bei der Auflösung des Heeres, das aus etwa 100 Wam mit 10 Offneren bestand. Franzosen nnd Italiener, jedem Offizier 1000 Francs, jedem der Unteroffiziere 500 nd jedem Gcmeinen 200 Frai.es auszahlen lassen. Den Mitgliedern des Heeres war aus naheliegenden Gründen der Zutritt zu den Spielsälen verboten gewesen. iSti der Auszahlung der Dotationen wurde den Betreffenden mitgetheilt, daß sie nunmehr auf einer höheren Stufe der Kul'ur angelangt seien und sie deshalb selbstverständlich auch Anspruch auf Aufnahme in die honoroble Gesellschaft, in die Svielsäl? besäßen. Der zarte Wirke jourbc nicht mißvcrstan den. Äon den NO Köpfen der einstigen glorreichen Armee von Monaco fehlte am Nachmittag an de. Spiel bank auch nicht einer. Und in kaum drei Stunden war eS erreicht die Taschen der tapferer Krieger waren leer. Die so reich Dotirten wußten nicht, woher sie die Mittel zur Rückreise in ihre Heimath rtfymtu sollten. DaS Volk aber brachte noch an demselben Abend dem geliebten Fürsten, der o landesväterlich dafür sorgt, daß alles Geld hübsch im Lande bleibt, begeisterte Ovationen dar.
Bom Jnlande. Dieisernte ist dieses Jahr iibereich. und man sollte meinen, daß die Eispreise fiir dieses Jahr niedrig sein würden. Nun klagen aber die i'Sl-ute, daß das Eis zu dick ge rath.!, ci und das Einheimsen große kosten verursache. Das wird der Vorwand sein, um die 0 icprcis? hoch zu halten. Na'ch Grayson EonntyTexas, das feit dem 20. Januar unter dem ocal Optio. i - Gesed steht, wird jctz! von StansaS Eity ciiz viel Whisky gesandt. Der Whiskey kommt per Erpreß unter Nachnahme. Eine unternehmende Firma in tansas oerschicti denVNiskey auf's Geratewohl a.l verschiedene prominente Äürger in der Voraussetzung, sie ihn annehmen und dafür ',ahlen werden. jetzt ist auch die Annahm? nur in sehr fei jenen Fällen verweigert worden. Ä)aß auch Tramps gewijje unveränßerlichc Mcnfchcnrechte besitzen, hat soeben das Obererich. von Jmva in aller Form Rechtens entschieden. ta Eisenbahn - Condukteur in Pottawattomie Evunty Kutte einen Land-str-icher. der sich als blinder Passagier eingcschlichen hatte, unterwegs ohne viel Fcoerlesenö mit Austritten von seinem ug gistoßen, so daß der arme Teusel beinahe das Genick gebrochen hätte. Ein ..lenschenfreundli'cher 'Ad vokat nahm sich seiner an und verfocht die Klage, nachdem sie von den unteren Instanzen mehrfach abgewiesen worden, bis in'S Obergeriäzt. welches nun mehr in ) einer Entscheidung erklärt, jeder Mensch, auch der ärmste, habe gewisse natürliche Rechte, lic ihm Wiemand, nicht einmal ein quast - omnipotenter Eisenbahn - Condukteur, verkümmern dürfe. Der jiegrcche Tramp wird jent niit Hilfe seines gesetzknndigen und opferwilligen Freundes dcm betreffenden Zugführer, sammt der Bahngesellschaft, in deren Diensten er steht, mit einer gepfefferten Schadcnersatzklage aufwarten. Ueber ein sonderbares Naturwunder" wird auS Louisville, Kn., berichtet: In den letzten Tagen hat eine wahre Aöerwanderung nach einem Hause an der Zientuckystraße, zwischen der Fünfzehnten und SechehntenStr., stattgefunden, veranlaßt wurde oicsebe durch ein geheimnißvolles Bild, das vor kurzem an der Wand in eine." Zimmer oes Hauses erschien Die meisten oe Neugierigen sind Neger, aber auch zahlreiche Weiße haben dem Hause einen Besuch abgestattet und sich dos Wunder angeschen. Das &üd ist das der Negerin Mary Need, welche vor einigen Aochen starb. Darüber, daß th da ist. kann kein veifel b?stehen, die Frage ist nur die, wie es an die Wand kam. Zum ernen Male wurde das Bild von Lizzie McDonald, einer Schwester von Mary Reed, gesihen, als sie a.n Tage nach dem Tode ihrer Schwester das Schlafzimmer der Letzteren betrat. Sie fiel beinahe in Ohnmacht, als sie das Bild sah, das einer Phatographie ähnlich ift und die wohlgeiroffenen Züge der Todten zeigte. Sie rief sofort ihre Verwandten und bieBvlkerwanoerung begann. Das Bilo, ros namentlich bei schlechtem Wetter gut zu sehen sein scll, bildet seitdem das Tagesgespräch unier den Negern .er tadt, die bei ihrk,m Aberglauben allerlei Gründe di sein Erscheinen ongeben. Viele Neger schen das Bild als eine Stcafe für Lizzie McDonald an, welche set vh-crcn Jahren nicht mit ihrer Schwester gesprochen hatte. Ein drollices Jntermezzo im Gericbtssaale wird aus New Aort wie folgt geschildert: Eine Jury hat wohl selten herzlicher gelacht, als die in den Genera! Assisen vor dein dichter Eowing. Auf dem Zeugenstanbe befand sich oer Farbige as:ph Ernest, Mitglied einer Maurer - Union, der Anfang., Januar g?lcsntlich eines Handgemenges in einer Wirthschaft einen Schuß in die Nippen erhalten hatte. Den Schuß sott angeblich ein Arbeiter Namens William B!aers abgegeben haben. Auf Befragen seitens des Hilfs-Distrikts anwaltes O'Eonnor, loo ihn die knel getroffen habe, antwortete der jeuge: Die Kugel ist mir mitten d.;rch die Konstitution" georungen." Allgemeine Verwunderung im Saale. Welter befragt, w.'.e er mit der Koul'iilution meine, antwortete Zeuae: Nun ja, ich htte die Ltonstitution und Nebengesetze mein-r Uni') in der Tasche und die wurde von der 5tugel durchlöchert." Allgemeines Gelächter. Und nun erhob sich der Vertheidiger des Angeklagten nnd machte folgende bemerlungen: ccine Herren Geschworeuen, vergessen Sie nicht, daß incin Klient Myer ein armer Teufel ist. ohne einen Freund, ohne Beistand und so irm. dab ihm von dem Richter ein Vertheidiger angewiesen wurde. Als ich ihm als fein Rechtsbeiztand vorgestellt wurde, sagte er, Nticb vom Scheitel bis zur Sohle messend: Ad), wenn ich dreh nur die Mittel besäße, N1 mir einen Advokaten leisten zu konneyk" Und der Nichter lachte, oie Jury lachte, alle Anwesenden lachten ud selbst oer Vertheidiger stimmte schließlich in die allgemeine Heiterkeit "L naiv. Bauer (einen Btftj von seinem Sohn, dem iitMi, lesend): Da schreibt der .Varl, ich soll ihm etwas Moos schien. Wozu er das wohl brauchen mag? Bäuerin: Na, wahrscheinlich in's Fenster, damit es nicht so in?inl''bt.
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