Indiana Tribüne, Volume 27, Number 172, Indianapolis, Marion County, 12 March 1904 — Page 6

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Europäische Nachrichten. Schweiz. Bern. Im Alter von 76 Jahren ii Herr Pfarrer Ammann in Lotzwil flestorben. einer der angesehenste Geistlichen der Schweiz. A a r a u. Ein Eisenbabnunfall er eignete sich hier dadurch, daß ein Wei chenwarter, der sich in Um zwischen den Geleisen befindlichen WärterhäuLchen befand, die Weichen verstellte in dem Augenblick, als eine Rangirlokomotive vorüberfuhr. Die Lokomotive und ein Gepäckwagen stutzten seitwärts um vnd zertrümmerten das Häuschen. Der Weichenwärter Weiersmüller war sofort todt. A r b o n. Im Alter von 61 Iahren ist in Arbon nach längerem Leiden Notar Raußer gestorben. Basel. Pfarrer Emanuel Preis, tverk ist im Alter von 79 Jahren hier gestc.den. maQ langem Vnsl n. Waisenhausprediger hat er noch ein Jahrzehnt der Ruhe genossen. Mit ihm geht ein früher um sner Volksthümlichen Predigtweise hochgeschätzter T?elsorger dahin. Lausanne. In der Nähe hiesiger Stadt wurde der schon stark in Zersetzung übergegangene, oirn Thieren angefressene Leichnam enö gut gekleideten jüngeren Man-.es gefunden. Genaue Untersuchungen ergaben, daß es sich um den Leichnam des ca. 20jät rigen, als solid bekannten hiesigen Setzers Ulysse Debetaz handelt, der am 9. November spurlos verschwunden war. L e P o u t. Beim Schlittschuhlaufen auf dem Jouxsee brach der jungc Louis Beley, Sohn des Piloten dee Salondampfers Caprice" ein und tu trank, da niemand zur Stelle war. V e v e y. Beim Schlitteln am Col de Sonloup verunglückte Frau Libe ral-Verdan, Gattin des Kunstmalers indem sie mit solcher Gewalt gegen ei ne Mauer fuhr, daß sie mit gebroche nem Schädel in'S Samariterfpita nach hier transportirt werden mußte. Man fürchtet um ihr Leben. estcrreich'Zingarn. Wien. Der 40jährige Bersicherungsagent Kurt Robert Rowland wurde in seiner Wohnung Landstraße, Salmgasse No. 10 an der Thür mr. einer Spagatschnur erhängt aufgefunden. Im 78. Lebensjahre verstark hier der in Olmütz geborene GM. Max Edler v. Hirsch, der an der Bertheidigung von Ofen unter Hentzi wesentlichen Antheil hatte. Er hat bis Fortification von Legnago eingerich tet, die Kadetteninstitute von Straf und Marburg gebaut und war zuletz Geniechef in Graz. Meßner del Schottenkirche Ant. Schwarz feierte das Jubiläum seines vollendenten 40. Dienstjahres an dieserKirche. Schwarz ist auch seit Errichtung des PensionsVereines katholischer Meßner undKirchendiener dieses Vereines und erfreut sich allseitiger Beliebtheit. In seinem hiesigen Bureau tödtete sich der Chef der Firma Winternitz & Friedmann, Besitzer der Podharter mechaNischen Weberei" bei Königinhof in Böhmen, Dr. Paul Winternitz, durch einen Revolnerschuß. Finanzielle Schwierigkeiten, welche den Weiterbestand der Firma bedrohten, sind das Motiv der That. Auf den zwölfjährigen Realschüler Moriz Reinhardt wurde ein verwegenes Raubattentat verübt. Der Knabe war bei seinen Eltern in Ottakring,Heindlgasse 12, besuchte aber die Realschule in Penzing. Als er mit der Stadtbahn von der Station Penzing aus nach Hause fahren wollte, wurde er in der Nähe des Stationsgebäudes von drei halbwüchsigen Burschen überfal, len und durch einen Messerstich am Kopfe erheblich verletzt. B a d e n. In derLeeödorfer Hauptstrahe wurde das greise Ehepaar, der frühere Mühlenbesitzer Anton Friedberger und dessen Gattin, von dem Stubenmädchen bewußtlos in den Betten aufgefunden. Als die polizeiarzt liche Commission erschien, fand dieselbe Anton Friedberger bereit? todt. Als Ursache deö vorgefallenenUnglücks wird der Sprung eines Gasleitungsrohres angegeben, daö in daS Schlafzimmer führte Während der Nacht war dadurch Leuchtgas ausgeströmt. Die Frau starb kurze Zeit nach ihrer Auffindung. B r ü n n. Ein Liebesdrama hat sich im Hause Nr. 12 am Kapuzinerplatze ereignet. Daselbst dient die Magd Marie Zeleny. Letztens sprach sie im Vorhause der Schneidergehilfe Ludwig Synek. welcher ibr schon frühe: Liebesanträge gemacht hatte, an und bat sie später nochmals, zu ibm herunterzukommen. Weil ihm dieö daS Mädchen abschlug, zog Synek. an dem angeblich schon seit einiger Zeit Spuren von Trübsinn wahrgenommen wurden, plötzli enen Revolver auö der Tasche und feuerte in rascher Aufeinanderfolge gegen die Zeleny und dann gegen sich selbst vier Schüsse ab. Die Zeleny erlitt eine leichte Schußwunde, während Synek schwer verletzt zu Boden sank und binnen wenigen Augenblicken r:rschied. Lernvurz. Luxemburg. Kürzlich wurde der Taglöhner Josef Lederle, der den Handschuhfabrikanten Herrn Bloc meuchlings auf der Straße überfallen und am Kopfe erheblich verwundet hatte, zu 6 Monaten Gefängniß ver-urtheilt.

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Irgend eine Tvau kann gesund sein ! 6t U e U ft i N e. Fla., den 21. Mär,. 1908. 6 Beovae Strabe. Im l-dten Herbst Pakte ich mit wahrend der Menstruation ein rkkltung zugezogen, die eine Entzündung der Gebar mutier verursachte, die sich al sehr ernsthast erwies. Ich fühlte einen beständigen, brennenden Schmer. bestigeS ovs weh. und mein Magen weigerte sich häufig. Nahrung auszunehmen. flJidn froh emütb und meine Gesundheit versagten mir gleichzeitig, und da mlr die Rezepte des rztes nichts halsen, so beschloß ich. den Wia ok Cardai zu probiren. Ich fand, daß innerhalb einer Woche mein Magen gestärkt war. und dah ich wieder Nahrung genieße konnte. Meine ovk' schmerzen nahmen allmälig ab, und die Schmerzen, die ich ausgestanden, M linderten sich. ....... Qjl rH ff - .11

Ich nahm sieben la?en oavon nn, eoe , vomumvia lunert war. m j y A OT) jH-Um EWine of cwrtul ist ein Segen für kranke Jrauen und ich rathe rneU '4lJL o fj) XJ fiUULLUf r..fcafc.. SAM.li.rn rtit k 11s nthr n i ftfn Mnii st snrT n.(nitk " v

nen leidenden Schmettern an, ihn zu gebrauchen, wenn sie schnell gesund

werden wollen.

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Daß der Wine of Cardai menftruelle Störungen und ni edndrückende Schmerzen, Schmerzen im Eierstock. Entzündung und alle die Leiden heilt, die aus weiblichen Schwächezuständen entstehen, haben viele Tausende von Frauen bekräftigt, ber der Wint ok Caraui ist gleichfalls ein sichere Verhütungsmittel derjenigen Krankheiten, für die er eine positive Heilung ist, und auch der schrecklichen Krankheiten, die mit der Zeit chronisch und organisch werden, und die außer dem Bereiche der Heilkunde sind. Hätte Frau Göttlich den Wine ok Cardui zeitiger genommen, so hätte ihre Erkältung nicht ihre Hauptorgane angegriffen, und würde sie kein schwereres Leiden sich zugezogen haben. Aber neun von je zehn Frauen sind Opfer weiblicher Schwäche. Oft ist das Ceiden verborgen und erttwickelt sich nur durch Erkältung oder irgendwelche außergewöhnliche Anstrengung. Wenn Ihr Gebärmutterleiden habt, dann solltet Ihr keinen Tag länger mit dem Beginne der WIn et Caidai Behandlung warten. Weibliche Schwäche ist eine beständige Gefahr für Eure Gesundheit. Der wine ok Cardui wird alle Spuren menstrueller Störungen vertreiben. Geht heute zu Euerm Apotheker und kauft ei tz1.00-Flasche Wine ok Cardnl

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C l a u se n - Park. Das dem Postperzeptor M. Didier gehörende Wohn- und Geschäftshaus, gelegen in Elausen-Par.', an der Staatsstraße Luremburg-Trier, wurde in öffentlicrr Versteigerung dem im selben Hause wohnenden Gastwirthe Speltz für ?1.000 ftr. zuaes4!aaen. E sch a. Alz. Der Bergarbeiter Adam Weiler war eben im BegriU, sein Tagewerk zu vollenden, als er unter einen herabrollenden Felsblock gerieth und derart zerquetscht wurde, daß er innerhalb weniger Minuten starb. L e n n i n g e n. Der 14jährige Sohn des Winzers N. Graf führte das Pferd seines Oheims, des AckererS Fr. Steinmetz, zur Tränke. Das Pferd riß denKnaben um und traf ihn mehr mals mit dem Fuße so heftig auf den Kopf und an die Brust, daß er einen Schädelbruch erlitt, an dessen Folgen er starb. Provinz Vrandenburg. Berlin. Das in der Adalbertstraße 56 am 29. November d. I. verstorbene Fräulein Marie Hoffmann hat in ihrem Testament zu ihrer alleinigen Erbin die hiesige Stadtge'meinde eingesetzt mit der Bestimmung, daß der 5tachlah zum Besten der städtischen Blinden - Anstalt verwendet wird. Die Höhe der Erbschaft wird im Testament auf 80,000 Mark angegeben. Nach einem häuslichen Zwist hat sich der 45 Jahre alte Arbeiter WilHelm Schütz aus der Lothringenstraße S1 das Leben genommen. Er vergiftete sich mit Carbolsäure. Der letzte noch lebende Enkel des Turnvaters Iahn, der gleich diesem die Vornamen Friedrich Ludwig führt, hat an die 4. Männer-Abtheilung der hiesigen Turnerschaft, des größten deutschen TurnVereins, auf einer Postkarte auö Amerita einen Gruß gerichtet. Iahn ist in Ioliet, Jll., cls Turnlehrer thätig. Ein alter Düppelstürmer, Oberbriefträger Leo, ist, 66 Jahre alt, gestorben. Viele Jahre war der brave Beamte an demPostamt in der Marienstraße als Geldbriefträger thätig und hct noch vielen am Weihnachtsabend, an dem er rüstig seine ledtt Bestellung ausführte, eine Freude bereitet. Leo hat auch die Kriege von 1866 und 187071 im Dienste der Post mitgemacht. Die Firma August Zeitner, Mierei und Milchkuranstalt, Emdener Straße 40 41, feierte in den Hohenzollern - Festsälen. Bandelstraße 35, ihr 25jähriges Geschäftsjubiläum. Aus Furcht vor einer Augen - Operation hat sich die 68 Jahre alte Arbeiterfrau Johanna Braunert aus der Jagowstraße No. 13 vergiftet. Der Rektor der 25. Gemeindeschule. K. Böhme, feierte sein fünfzigjähriges Dienstjubiläum. Der Präsident des diesigen kaiserlichen statistische Amts Dr. Leopold Wilhelmi ist an einem Nierenleiden ge'torben. Dr. Wilhelmi war erlt vor Kurzem aus Cairo übergeführt worden. Brandenburg. H. In der bekannten Tuchfabrik des Commerzienrathö Metzenthin brach ein Feuer aus, durch das das riesige Etablissement bis auf die Umfassungsmauern abbrannte. Der Schaden ist bedeutend. Ein Feuerwehrmann wurde durch den Einsturz einer Mauer getödtet. Prof. Florian Cajori von dem Colorado College" und Prof. Wolcott von der staatlichen BergbauSchule in Denver, Col., berichteten auf Grund eingehender Untersuchungen, daß Radium - Kräfte die Ursache der medizinischen Wirkungen des WasserZ der Glenwood Springs, Cebolic Springs und der Pagosa Springs seien. Sie haben sich erboten, alle Mineralquellen im Staate Colorado auf ihren Radiumgehalt zu untersuchen. Präsident Van Hise von der Wisconsin Universität" hat feinen Beistand zugesagt und will sich bemühen, für diese wissenschaftliche Untersuchung der therapeutischen (!'?igenschaften der Mineralquellen in Colorado dieMitwirkung der Bundesregierung zu erlangen.

rtgsdepesche. Das Berliner Tageblatt" ngeht sich in Betrachtungen darüber, welche großen Kosten der japanisch-russische Krieg den Völkern verursacht und meint, daß er auch den Zeitungen erhebliche Mehrausgaben auferlegt. Das ist allerdings richtig. Wenn aber das Tageblatt sich in seinen Berechnungen zu der Annahme versteigt, daß allein die Telegraphengebühr den sieben grüßten Londoner Zeitungen nach Schlachttagen mindestens ?4.000Mart kostet, und zusammen mit allen anderen riegs-AuLgaben 20.000 Mark täglich, so irrt es offenbar: das heißt, es überschätzt und unterschätzt die Londoner Presse. Wir wollen deren Unternehmungsgeist gewiß nicht herabsetzen; aber wenn die spaltenlangen Spezialdepeschen" der Londoner Zeitungen sämmtlich echt wären, so würden sie bei' der Telegraphengebühr von fast 50 Cents für jedes Wort, das von Japan nach London gedrahtet wird, noch viel mehr als $5000 per Tag kosten. Die Berliner Zeitung überschätzt indeß die Freigebigkeit der Londoner Blätter und sie unterschätzt deren Leistungsfähigkeit im Erfinden spaltelllanger Berichte, an denen häufig kein wahres Wort ist. Manche der amerikanischen in englischer Sprache gedruckten Zeitungen lassen sich die Spezialdepeschen" der Londoner Blätter im Auszuge herüber kabeln und stopfen sie dann hier wieder so heraus, daß sie einen großen Umfang annehmen. Aber wenn sich die amerikanischen Abnehnker der Londoner Nachrichten" die Mühe geben wollten, daß Erhaltene auf seinen Inhalt, beziehunaSweise auf seinenWerth zu prüfen, so würden sie wohl alsbald auf den Schund verzichten. Die Depeschen der Associirten Presse" sind umfangreich genug und wenn man in denselben die Spreu vom Weizen sondert, so bleibt auch von letzterem nicht sehr viel übrig. Aber die Agenten der A. P." hczlten es für ihre Pflicht, den Hunger nach Neuigleiten, der bei den amerikanischen Zeitungslesern zweifellos obwaltet, so gut zu stillen, wie sie eS vermögen. Wenn keine Schlachten geschlagen wurden, so können sie gewissenhafter Weise über solche auch nicht berichten. Sk melden indeß Alles, was wie eine Neuigkeit aussieht und mehr darf man vernünftiger Weise von ihnen nicht verlangen. Anders verfahren die Londoner Zeitungen. In ihren Spezial-Kabel-Depeschen" berichten sie fast täglich von großen Schlachten zu Wasser und ßu Lande. Diese Berichte sind natürlich fast ausnahmelos zu Gunsten Japans gefärbt. Die unternehmenden Engländer haben schon mehr russische Kriegsschiffe in den Grund gebohrt, olö die Flotte des Zaren jemals besessen hat. Sie liehen in einer Schlacht am Aalu-Flusse, die nie stattgefunden hat, 2500 Russen tödten und am 29. Februar Port Arthur zu Wasser und zu Lande angreifen, wobei natürlich auch wieder russische Kriegsschiffe zerstört wurden; obschon an dem genannten Tage sich ausnahmsweise die japanische Flotte das immerhin kostspirlige Vergnügen versagte, die russische Festung zu bombardiren. Denn jeoer Schuß auö den gewaltigen Kanonen der modernen Kriegsschiffe kostet ein Heidengeld und bei der Finanzklemme, in welcher Japan sich schon jetzt in solchem Maße befindet, daß es uneinlösbareö Papiergeld ausgiebt, ist daS wirkungslose Abfeuern theuerer Kanonenschüsse nicht rathsam. Wir haben mit der größten Aufmerksamkeit die sogenannten Spezial-Kabel-Depeschen" vom Kriegsschauplatze verfolgt. Auch nicht eine einzige derselben Hai bisher Wissenöwertheö und Wahres früher gemeldet, als die Associtrte Presse", deren Berichte unsere Leser täglich erhalten. Mitunter waren jeneSpezialberichte nichts als Umarbeitungen der Nachrichten welche die Associirte Presse" lieferte, wobei allerlei Erfindung zum Au-

schmücken dienen mußten; meist aber waren eS leereRäubergeschichten. welche jeder thatsächlichen Begründung entbebrten. Es giebt ja viele Leute, welche seh? gern Märchenerzählern lauschen. Wer reichlich über freie Zeit verfügt, der mag sich ja in solcher Weise unterhalten lassen. Aber man sollte diese obennn kümmerlichen Erfindungen nicht als etwas anderes ausgeben, als waS sie sind; sondern über dieselben schrei ben: Die Scblacht am ?)alu. 2500 Russen getödtet. Angriff auf Port Arthur. Sechs russische Schiffe Theilweise versenkt Theils in die Luft gesprengt. Diese Nachrichien sind sämmtlich erlogen. Wir haben sie erfunden und veröffentlichen sie als Spezial-Kabel-Depeschen" u? Unterhaltung großer Kinder, die sich gern gruseligeGeschichten aufbinden lassen." Wenn die Münchhausiaden in solcher Form aufgetischt würden, könnte man gegen dieselben nichts einwenden. Aber man sollte sie den Lesern nicht als wahrheitögetreueBerichte vorsetzen. DaS ist eine Ungezogenheit gegen die ZeitungSleser und man schädigt dadurch daS Ansehen der Presse. ftrankkeirns Alotte. In weiten Kreisen Frankreichs setzt man bekanntermaßen seit einiger Zeit kein ganz unbedingtes Vertrauen mehr in die Schlagfertigkeit und Leistungsfähigkeit der französischen Flotte. Bereiteten unter diesen Umständen die Mißerfolge der verbündeten russischen Flotte im fernen Osten den Staatsmännern an der Seine schon begreijliches Unbehagen, so wurde die Lage thatsächlich peinlich, als neugierige Abgeordnete die lange bewahrte ZurückHaltung aufgaben und von der Regierung verlangten, sie möge ihnen reinen Wein über den Zustand der eigenen Flotte einschänken. Der Marineminister Pelletan empfing eine Parlamentsrische Abordnu und gab ihr die VersiÄ:rung, daß alle beunruhigenden Gerüchte der thalsächlichen Grundlage entbehrten. Die französische Flotte entwickele sich in ordnungsmäßiger Weise, sie sei im vorigen Jahre um fünf Panzerschiffe verstärkt worden und werde auch in diesem Jahre einen gleichen Zuwachs erhalten. Außerdem seien sechs neue Unterseeboote bestellt, die Kohlenniederlagen im Auslande bedeuiend vergrößert worden und die Küsten Jndo-ChinaS gegen eine Lan' dung fremder Truppen ausreichend geschützt. Die Abordnung gab sich mi' dieser Auskunft zufrieden oder hielt es wenigstens für ihre patriotische Pflicht, sich befriedigt zu zeigen. In der Kammer war man mcht so genügsam und wiederholte in offener Sitzung die Frage an die Regierung, wie es um die Landesvertheidigung bestellt sei. Diesmal übernahm der Premierminister Combes die Beantwortung. Er ertheilte noch allgemeiner gehaltene Auskünfte als der Marineminister und setzte mit dem geschickten Einwände, die Opposition such eine Erörterung aller möglichen Fragen der auswärtigen Politik zu erzwingen, den Schluß der Debatte mit 328 gegen 251 Stirnmen durch. ES muß zugegeben werden, dah die Opposition in der französischen Kammer nur zu geneigt ist, dem Zlabtnett Combes Verlegenheiten zu beceiten, eS ist aber auch festzuhalten, dah sie gerade in den jüngsten ernsten Tagen großen Takt und Patriotismus an den Tag legte. Wenn somit 251 Abgeordnete glauben, sich mit den Ver stcherungen der beiden Minister nicht uftieden geben zu können, so ist das immerhin ein recht bemerkenSwerthed Zeichen der Zeit. Und nach dem Urtheile Sachverständiger sind die Besorgnisse um den. Bejtand und die Zu-

kunft der französischen Flotte keineswegs so ganz unbegründet, loi die Herren Combes und Pelletan sie hinzustellen suchen. An fertigen, modern zu nenncr.den Linienschiffen zählt die frar.g'vttsa Flotte zur Zeit elf, dazu kommen secks ältere, drei veraltete und eine Anzahl Küstenpanzer geringen Deplacements, von denen vier modern sind. Im BI befinden sich sechs große Linienschiffe, von denen bis jetzt nur zivei vom Stapel gelaufen sind, und vor 1907 wird das nach dem Flottengesetz von 1900 zu bauende Geschwader nicht triegsbereit sein, vielleicht erst später. So stellt sich die Anzahl der gepanzerten Schlachtschiffe Frankreichs, welche inan für gewöhnlich in Bausch und Logen auf 28 Liniensctiffe beziffert, genaue? besehen wesentlich anders dar. wen:: man die Flotte unter dem Gesichtspunkt des Hochseekrieges betrachtet. Als im Laufe der neunziger Jahre die Vereinigten Staaten. Deutschland. Rußland und Japan mit dem planmäßiqen Ausbau ihrer Flotten begannen, kam auch in Frankreich ein Flottengesetz zu Stande, welches den weisen Vorbehalt aufweist, daß der Wechsel desjeweiligenMarineministers bis zum Jahre 1906 keinen Wechsel im Flottenbauprogramm nach sich ziehen solle. Der frühere Marineminister de Lanessan hat sich damit um die französische Marine sehr verdient gemacht, während es dem Civiladmiral Pelletan durch falsche Sparsamkeit gelungen ist. die Durchführung des Programms um zwei Jahre hinauszuschieben. Diese Verzögerung bedeutet aber, an dem jährlichen großen Zuwachs der engllschen Flotte gemessen, einen ganz erheblichen Rückschritt. Und England ist doch eben der Feind Frankreichs zur See. und der Ausbau der französischen Flotte hat immer in alleiniger Beziehung auf den der englischen stattgefunden. Daß die Herren Combes und Pelletan unter den obwaltenden Umständen den Fragenden nicht mit bestem Gewissen Red' und Antwort stehen können, liegt auf der Hand. Frankreich ist. wie kaum eine zweite Nation der Erde, die VereinigtenStaaten nicht ausgenommen, stets zu den gröhten Opsern bereit gewesen, wenn es sich um die Stärkung seiner Landund Seemacht handelte. Der häufige Wechsel der leitenden Personen im Marineministerium aber, welche als Nichtfachleute wenig Zeit hatten, sich einzuarbeiten und sich deshalb, je nachdem sie berathen waren, von den sich bekämpfendenStrömungen inderFlotte leiten liehen, hemmte nur zu häufig die gedeihliche Entwickelung der Marine. Der Auf- und Ausbau einer Flotte verlangt vor allem Stetigkeit, in Frankreich lieh man sich aber bald von Leuten leiten, die dem Hochseekriege mit Linienschiffen, bald der Küstenvertheidigurg und dem Handelskriege mit schnellen Panzerkreuzern, Torpedo- und Unterseebooten daS Wort redeten. Herr Pelletan nennt im Gegensatz zu seinem bedeutenden Vorgänger den Torpedobootjäger das Schiff der Zukunft und wirft de Lanessan's Grundsätze über den Haufen. Der Erfolg zeigt sich in der Stockung des vlanmäßigen. von den bedeu tendsten Fachmännern Frankreichs entworfenen Flottenbauprogramms. Ob die Erfahrungen Frankreichs nickt eine gute Lehre für unseren Flottenausbau in sich schlichen sollten? AnkÜnviguns einer gdimlcve. Bei der heutigen Aufführung des Dorfbarbier" wird das verehrte Publikum auf der Bühne gratis rasirt. Scrrutsarn. Richter (zum Zeugen): Sie sind also dreihig Jahre alt. (Hierauf zur Zeugin): Na, und wie viele Jahre zählen Sie drüber?" Erweitertes Hitd. Dünner Strolch (der eben einem fthr dicken Polizisten durchbrennt): Na. adje! Gehaben Sie sich wohl, Sie Fettauge des Gesetze, Sie!"