Indiana Tribüne, Volume 27, Number 171, Indianapolis, Marion County, 11 March 1904 — Page 7
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Kasernenroman in drei Tagen
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(Fortsetzung.) Wo hätten die Herren auch sonzt hin sollen? Die Kaserne durften sie nicht verlassen, so lange das Bataillon alarmirt blieb, andere Räume, außer etwa dem ungemüthlichen Kapitulantenzimmer mit seinen Schulbänken und der großen Schiefertafel, waren nicht vorhanden, so war es selbstverständlich, daß man die Bude" des einzigen in der Kaserne wohnenden Herrn aufsuchteso selbstverständlich, dah man ihn kaum um Entschuldigung bat, sondern ihm sofort unter kurzer Mittheilung des Thatbestandes ein Glas Punsch aus der Terrine eingoß. Diese Terrine in ihrem eigentlichen Dienstverhältniß eine Suppenschüssel aus einer Feldwebelsküche stand auf dem großen Mitteltisch. Daneben die Lampe, bei deren Schein vier Herren Skat spielten. Eine andere Skatpartie von biet Mann hatte sich bei Kerzenschein am Fenster ttavlnl. 38 einer iwe sayen zwei Hauptleute, hatten einen Plaid Über den Knieen und spielten darauf, nach ihrer Angabe, Piquet nicht Ecarte. wie Mißtrauische behaupteten. Feststellen ließ es sich nicht, denn die Beleuchtung bestand hier nur aus Wachsstreichhölzchen, die der Reihe nach aufrecht in die Schachtel gesteckt und beim Nahen Unberufener ausgepustet wurden. Auf dem Sofa schliefen ein oder zwei Herren. Im Allgemeinen aber herrschte eine aufgeräumte, zwanglose Stimmung. Auch die gestrengen Kompagnie-Chefs gaben sich so kämeradschaftlich heiter, wie sonst nur im Manöver, und die Dächse gar, die jüngsten Leutnants, faßten die Sache als einen kolossalen Scherz auf und erzählten die wildesten Sachen von einem verrosteten Offensivhaken, den die siebente Kompagnie beim Vorgehen auf der Straße gefunden, von einem gut erhaltenen Vordermann, der im Getümmel des Kampfes aus der achten desertirt sei, bis zu der aktuellen Frage: Wis pflanzt der Soldat, wenn er was läuft?--und der Antwort: der Soldat pflanzt das Seitengewehr aus, wenn er Gefahr läuft. Elcke wäre beim Anblick der Gesellfchaft am liebsten umgekehrt. Aber das ging nicht an. So markirte er denn den Hausherrn, überzeugte sich, daß seine Cigarren bereits aufgeraucht und sein Kognak ausgetrunken war wofür ihm übrigens für den nächsten Tag Entschädigung im Namen des Bataillons feierlich versprochen wurde und ging dann, da das Wohnzim-
mer keinen Platz mehr bot, in den anstoßenden Schlafraum. Hier warf er sich auf's Bett und blieb reglos liegen. Von nebenan fiel durch bläuliche Cigarrenwolken der gelbe Lichtschein in das Zimmer. Er hörte das Schnalzen der Karten, das Glucksen beim Einschenken der Bowle, Gähnen, Gelächter und die halblauten Ausrufe der Skatspieler: Tournips Solo Coeur Malheur dann wieder andere Stimmen dazwischen das leise Trällern eines Liedes, das halb an seinem Ohre vorbeiklang, während er in wachen Träumen vor sich hinstarrte. Zum ersten Male war also heute im Dienste Blut vergossen worden. Zum ersten Mal hatte er das, was man seit Tagen und Jahren unermüdlich übte, ernsthaft anwenden sehen und statt eines markirten Feindes einen wirklichen Gegner vor sich gehabt. Aber was für einen Gegner? Nicht den Russen, nicht den Iranzosen. gegen die er so gerne in Gedanken die Grenzwacht hielt, nein, eine hirnlose Horde, Betrunkene. Weiber, halbwüchsige Bengel, die sich wie eine Schafheerde vor den Bajonetten hertreiben liefe. UUac das der dienst, von vem der General gesprochen hatte der Dienst, der das Leben eines Mannes ausfüllen und befriedigen konnte? Nein und aber nein! Mochte man Polizeidiener anwerben, um diese Fabriken zu bewachen. Was ging das ihn an? Und doch hatte er nicht auf die blanke Klinae den Eid geschworen, den leiblichen Etd bei Gott, dem Allmäch tigen und Allwissenden, sich bei Tage und bei Nacht, zu Wasser und zu Lande, in Kriegs- und Friedenszeiten tapfer und unverweislich zu verhalten und sich so zu betragen, wie eö einem unverzagten, Pflicht- und ehrliebenden Offizier eignet und gebührt? Ja, das hatte er geschworen. Daö mußte er halten, so lanae er Offizier war. Vielleicht gab es überhaupt sei .nen Krieg mehr, vielleicht konnte er, wie heute als Leutnant, in fünfzehn Jahren als hagerer Hauptmann wiederum an einem 1. Mai ausrücken und die Ordnung herstellen. Vielleicht verbrachte er, der nicht fünfzig Thaler sein eigen nannte, ein ganzes einförmiges Dasein damit, ein Ackerstädtchen nach dem andern zu bewachen, bis er dann endlich den bunten Waffenrock mit flimmernden Orden ablegte und sich mit karaer Penston in irgend einem Provinzstädtchen verkroch. Er sah sich schon förmlich durch die holperigen Gaffen eines solchen NesteS
schreiten, den Cylinderhut, den ihm die alte Haushälterin beim Weggehen sorgfältig geglättet hatte, auf dem Kopf, im schwarzen Tuchrock des alten Militärs, er sah sich in die rauchige Wirhsstube eintreten, wo er des Abends c.m Stammtisch mit dem Amtsrichter, dem Apotheker, 'dem Oberförster beisammen saß er sah Im Nebenzimmer entstand ein plötzliches Stühlerücken und das Klirren von Säbeln. Es war, als rüstete man sich zum Aufbruch. Wo steckt denn eigentlich ($id;l' klang eine Stimme. Er schläft da drinn' " antwortete es von anderswoher. Laßt ihn in Frieden! Ihr wißt ja-" Armer Kerl!" sagte irgend Jemand. Dann ging die Thüre auf. Die Herren traten lachend und plaudernd auf den Flur hinaus. Ihre Sbel klirrten über die Steinfliesen. Tann verballten ihre Schritte auf den Treppenstufen. Hessel trat in den Schlafraum, im Beariffe. sich den Mantel zuzuknöpfen. Schläfst Du, Albrecht?" Nein." Und hast doch nichts gehört? Eben kam der Befehl, nach Hause zu gehen. Es ist alles ruhig. Wir haben den Staat vom Untergang gerettet." ..Meinetwegen!" Elcke stand auf und reicyie oem Freunde die Hand, lämie Nacht, Hessel!" Gute Nacht! E war doch eigentlich ganz scherzhaft heute Abends mal was anderes nicht?" Elcke fuhr auf, daß der kleine Leutnant verblüfft zurücktrat. Ich finbc gar nichts Scherzhaftes dabei!" sagte er finster, und seine Augen funkelten. Meinetwegen könnten sie diesen Giesecke was liegt mir daran? ich bin ärmer als einer von den Fabrikarbeitern, die wir heute Abend auseinandergejagt haben " Weißt Du, nun wird's mir aber auch zu bunt!" Der kleine Hessel gerieth in ehrlichen Aerger. Wenn man wirklich solche Grundsätze hat, dann" Dann muß man dcn Abschied nehmen! Das hätte ich schon längst gethan, wenn Du mir nur verrathen wolltest, wie und wovon ich leben soll!" Der andere zuckte die Achseln und schwieg. Du meinst wohl, ein rüstiger Kerl von altem Adel, mit guten Empfehlungen und bestem Willen, der müßte doch irgend etwas finden! Fehlgeschossen, mein lieber Hessel! Ich hab' es versucht insgeheim schon seit Jahr und Tag es ist alles umsonst. Um etwas zu erreichen, muß man etwas gelernt haben und ich na, Du weißt es ja, wie viel man im Kadettenkorps für das prattische Leben lernt." Wahrscheinlich so viel wie auf unseren Gymnasien." meinte Hessel, das heiß: weniger als nichts!" Weniger als nichts! ja wohl. Siehst Du da wird zum Beispie! ein Inspektor gesucht ein zuverlässiger, unoerheiratheter Mann aus guter Familie. Vortrefflich aber ich habe keine Ahnung von Landwirthschaft ich weiß nichts von Chemie die Buchführung ist mir ein böhmisches Dorf. Da sucht man einen Bärenführer, um mit einem jungen Prinzen auf Reisen zu gehen. Aber dazu braucht man mehr Sprachkenntniß als die paar Brocken erbärmlichesFranzösisch und mit dem Latein und Griechisch, mit dem ich mich neun Jahre lang gequält habe, locke ich keinen Hund vom Ofen. Da ist die Stelle eines Privatsekretärs bei einem
Minister frei. Aber ich kann nicht stenographlren ich verstehe nichts vom kaufmännischen Briefstil die Politik und was damit zusammenhängt ist mir ein Buch mit sieben Siegeln. Da gibt eö frühere Offiziere, die Redakteure geworden sind oder Maler oder derlei. Aber dazu hab' ich kein Talent und selbst wenn ich eins hätte, wäre es unausgebildet geblieben in dem ewigen Einerlei meines Lebens und nun ist eö zu spät. Ich reite nicht genug, um Stallmeister zu werden, ich schieße leidlich, aber als Kunstschütze kann ich mich doch nicht auf dem Jahrmarkt prüfentiren ich bin ein kräftiger Kerl aber zum Athleten langt'S nicht mit einem Wort-" Der kleine Hessel wollte ihn unterbrechen, aber Ele ließ ,hn nicht zum Reden kommen. . . . mit einem Worte," sagte er. die Kaserne läßt mi nicht loS! ich bin in ihr geboren, als mein Vater die Dienstwohnung als Direktor der Un teroffizierschule in Mennerstet hatte
ich bin ln ihr aufgewachsen und groß geworden. Wenn ich an mein Leben zurückdenke, so sehe ich immer lange, zugige Korridore vor mir und Holzthüren mit Papptafeln daran und öde gepflasterte Höfe und ein großes FlUgelthor, daö um zehn Uhr Abends geschlössen wurde. KadettenkorpS Kriegsschule Regiment eS war immer daö Gleiche. Die Kaserne Wt mich nicht loS. Ich bin ihr GefNgener auf Lebenszeit, und eS ist ein Glück, daß eö keinen Kirchhof darin gibt. Sonst käme ich auch nach dem Tode noch nicht heraus" Leutnant von Hessel schwieg eine Weile nachdenklich. Dann legte er seine Hand auf Elckeö Arm. Du solltest nicht so reden!" sagte er und zog ihn mit sich in daö Nebenzimmer. Schließlich Du bist doch jung, kräftia gesund da ist doch noch kein Grund, Zu verzweifeln. Da kann doch alles noch anders und besser wer-den.-Elcke antwortete nicht, sondern blickte langsam in dem Zimmer umher.
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Ein widriger kalter Cigarrenrauch
brütete darin. Aschenhäufchen und Streichhölzer lagen am Boden, massenhafte Cigarrenstummeln im Kohlenkasten vor dem Ofen. Die Lampe qualmte und blakte im Verlöschen und warf nur noch zuckende Lichter über die ltttkN Gläser, die unordentlich zusammengeworfenen Kartenspiele und zah lenbedeckten Papierstreifen. Ist das nun nicht scheußlich?" sagte er zu Hessel, ging zu den Fenstern und riß die Flügel weit auf. Siehst Du das ist nun einmal mein Schicksal eine verqualuite elelhafte Junggesellenstube. Komm mit auf den Gang! Ich kann den Greuel nicht mehr mit ansehen." Wie Du willst," sprach der kleine Hessel, und sie traten auf den Korridor hinaus. Nun schlief die Kaserne im Mond schein. Wie Silber glitzerten die Schieferdächer. Im bläulichen Hellyunkel, mn verschwimmenden Schatten und unbestimmten Lichtern schoben sich die Wände und Giebel durcheinander. Im Kasernenhofe plätscherte der Brunnen. Sonst durchdrang kein Laut die kalte, würzt Frühlingsnacht. Lan.e Zeit schwiegen Beide. Endlich faszte Hessel einen Entschluß. Wenn Tu mit Deinem Schicksal haderst." sagte er langsam so mußt SDu denken: cZ gibt Leute, denen es noch viel schlimmer geht." L;(ctt starrte finster vor sich hin. Nein, die gibt's nicht! Tenn jeder andere Mensch findet wenigstens Trost in der Arbeit, wie ich ihn auch bisher in meinem Dienste gefunden habe. Jetzt aber seit heute Abend ist es damit vorbei für immer" Und trotzdem," wiederholte der andere, gibt es Leute, denen es noch viel schlimmer geht und die den Mangel an Geld und was damit zusammenhängt, noch viel härter empfinden als Du!" "Wer denn zum Beispiel?" Hessel zögerte einen Äugenblick. Lieber Gott!" sagte er dann ruhig warum soll ich's denn nicht aussprechen, was Du besser weißt als ich. Glaubst Du, daß Alix Dahlem heute aus Liebe geheirathet hat? Nein sie that es. weil sie sich keinen Rath mehr wußte auö dem ganz einfachen Mangel an Aussichten für die Zukunft. An diesem Mangel leidest auch Du. Aber Tu bist ein freier Mensch, während sie ihr ganzes Leben einem andern unterordnen muß in einer Ehe, die doch aller Voraussicht nacy nicht sehr glücklich verlaufen kann" Sie wollte es ja nicht anders!" sagte Elcke halblaut vor sich hin. Nun wird es wohl so kommen!" Sie wollte nicht anders, weil sie nicht anders konnte. Das hast Du selbst eingesehen. Und da muß ich nun doch sagen: Wenn ein Mädchen das 'H.'icksal zu tragen vermag und nicht darüber zu Grunde geht, so könnte wohl auch ein Mann über den Mangel an Geld und den Verlust seiner Hoffnungen hinwegkommen!" (5lcke drehte sich rasch herum und faßte die Hand des Freundes. Da hast Tu recht!" sprach er, ich danke Dir, daß Du mir das gesagt hast!" Vom Thürmchen begann es in blechernen Schlägen zu zittern. E'N Schlag nach dem andern. Es nahm kein Ende. Mitternacht! Hat sie Dir heute noch etwas zum Absü)ied geschrieben?" fragte Hessel. Der andere schüttelte den Kopf. Sie drückten sich die Hände und schicden. Elcke ging in sein Zimmer zurück. Auf dem Mitteltisch schimmerte etwas Weites ein Brief oder Zettel. Er mußte, während die Beiden auf dem Gange standen, dort hingelegt worden sein. Ein freudiger Schrecken durchzuckte ihn. So hatte sie doch noch seiner gedach.' ihm doch noch durch einen der Bur-
schen aus der Dienstwohnung des Grafen gegenüber einen letzten Abschieds. -grüß gesandt! Hastig trat er an das Fenster, entfaltete dort beim hellen Mondschein das Blatt und las: Dienständerung! Statt des Felddienstes morgen früh Schießen auf Stand elf. Um siebeneinhalb Uhr fällt der erste
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Dqmr.Herr Leutnant von Elcke.
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chcr 3!. August. I.
ö5llt, e saß lassig im Sattel, die lark Winke mit langen Zügeln auf
n Tonten Knopf gestemmt, in finstere l r ... .
tu vanien veriunren. um ton rf" f geheimnißvolle Kühle des too?Mmermorgenö. Noch werfen die trahlen der griihforme lange Schatten über den einsamen Reitpfad, zu dessen Seiten im Morgenwind schauernd und nickend der junge Buchenwald rauscht. Goldene Sonnenflecke leuchten zerstreut zwischen seinem thauglänzenden Lichtgrün. Am Boden dampft es unter den langen Riedgräfern und den triefenden Farnen. Ein feiner weißer Dunst liegt wie ein Schleier über den Dingen. Etwas Jungfräuliche, etwas Heilige lebt in dieser Waldeinsamkeit, die chweiaend und unberührt der Gluth es Mittag entgegendämmert. Kein Laut ringsum als Finkengezwitscher und der heisere Schrei des Häher. Ab und u schteßt blitzschnell wie ein grauer Streifen ein wilde. Kaninchen über die
Schneise hinweg in seinen Bau. Ein
Rehbock kreuzt in zwei leichten Sprün-
gen den Weg. Noch von Weitem sieht man im Walde den weihen Spiegel leuchten und klingt das tiefe, blökende
Schelten des Thieres herüber.
Der Sprung, den das Pferd dabei gethan, brachte Elcke zu sich. Er richtete sich im Sattel auf und sah. daß
ihm von ferne der Assessor von Krähen-
stein tm Jagdgalopp entgegenkam. Als der Assessor den Leutnant erkannte, zügelte er sein Pferd und reichte ihm die Rechte. Na Sie Glücklicher!" sprach er, Sie reiten jetzt erst los, und ich- er sah auf die Uhr muß mich schon
eilen, um rechtzeitig in mein Aktenloch zu kommen. Kein Bergnügen schwör
es Ihnen Tag für Tag den ganzen
Krei im Zaum zu halten."
Elcke sah den Assessor etwas ärge: lich an. Glauben Sie. daß ich zum Yergnügen ausreite. Baron? haben Sie mal erst den Dienst wie wir in diesen Hundötaaen! Jetzt muß ich auf den
groß.:n Exerzierplatz und mit zwanzig Männerchen beim Brigade-Exerzieren
den markirten Feind darstellen helfen dann ist heute Abend Nachtschießen." Noch einmal?" Es wurde ja neulich verregnet und muß yeuie avgemaHl weroen, weil wir morgen in aller Gottesfrühe in's Manöver gehen!" In's Manöver!" der von Krähenstein seufzte. Stolze Sache wollt'. ich wäre auch dabei beneide Sie darumwird Ihnen übrigens gut thun sehen verwünscht schlecht aus!" Elcke musterte das Pferd des anderen. Der Gaul taugt mehr, als mein Schinder hier " er schlug ärgerlich seinem Pferde mit der flachen Hand auf den Hals den mir mein Hauptmann während seiner Krankheit zum Reiten gegeben hat." Na da wollen wir doch mal sehen, ob Sie Pferdeverstand besitzen?" scherzte der Assessor. Also von wem kaufte ich den Gaul? Sie müssen es wissen." Da ich selbst ein Dutzend mal draufgesessen bin." sagte der Leutnant achselzuckend. Der Gaul gehörte Giesecke; ob er ihn verkauft hat, weih ich nicht." Gerathen! hat es Ihnen Giesecke etwa schon gesagt?" Elcke sah den ahnungslosen Assessor halbbelustigt an. Nein!" sprach er dann gleichgiltig, ich habe ihn nur zweimal auf dem Exerzierplatz ge sehen." Aber er ist doch schon seit acht $m gen von der Hochzeitsreise zurück!" Ja, ich weiß." Da haben Sie am Ende seine Frau überhaupt noch nicht gesehen?" Seit sie Frau Giesecke ist, allerdings noch nicht!" Sie werden sich wundern" der Baron lachte verschmitzt. Donnerwet:er ist das eine Frau ich kann Ihnen sagen-" Aber der Leutnant ließ ihn nicht ausreden, fondern reichte ihm b';e Hand: Verzeihen Sie, Baron ich muß zum Dienst" Und in kurzem Galopp sprengte er davon, indeß der Assessor dem Städt-
chen zutrabte.
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Aber in Wirklichkeit dauerte es noch eine gute Stunde bis zum Beginn des Brigade-Exerzierens. Längst hatte Elcke sein Pferd wieder in Schritt fallen lassen und war in seine alten Träumereien versunken. War es ja doch der letzte einsame Morgenritt, auf dem er ihnen ungestört nachhängen konnte, ehe das Manöver mit seinem Lärm und seinem Getümmel begann, jene Zeit, in der man oft wochenlang nicht eine Minute allein ist, sei es, daß man mit seiner Mannschaft um das Feldwachfeuer lagert, oder sich auf strohgedecktem Scheunenboden zum Alarmquarlier bettet oder mit einem Dutzend Kameraden sich in die drei Fremdenzimmer des Gutshofes theilt. Ein Glück, daß sich ihm der Assessor nicht angeschlossen hatte, solche Gespräche gingen jetzt über seine Kräfte. Welch eine erquickende Stille ringsum! Nichts regte sich außer dem Rauschen der Baumwipfel und dem hellen Vogelgezwitscher in ihnen und Ja es war unverkennbar. Auch sein Gau! spidte die Ohren und horchte auf die dumpfen Galoppsprünge hinter der Biegung des Weges, die rasch näher und näher kamen. Ein oder zwei Pferde mußten es sein. Noch konnte man sie nicht sehen, und Elcke hielt es auch gar nicht der Mühe werth, unnöthig den Kopf zu wenden. Die paar Kameraden, die ihn da störten und mit ihm weiter zum Exerzierplatz ritten, die bekam er noch zeitig genug zu Gesicht. Aber da scholl, wie die Hufschläge immer stärker auf dem weichen Sand boden widerhallten, ein seltsamer Klang an sein Ohr, eine Art Rauschen, das Schlagen langer Kleiderfalten, mit dem der bleibeschwerte Saum eines Damenreitkleides den Pferdeleib trifft. (Fortsetzung folgt.) A u st r a l i e n soll mit der Zeit vollständig zum Erdtheil de weißen Mannes" werden. Deshalb zahlt z. B. die Regierung eine Prämie für Zucker, der ausschließlich mit Hilfe von Arbeitern kaukasischer Rasse gewonnen wird. Im letzten Iahn erntete man 100,000 Tonnen Zucker, wovon sieben Zchntel mit Hilfe kanadisch Arbeiter produ. zirt wurden.
Muß für ihren Mann kochen. Frau Holsky in Coshocton, O., hatte gegen ihren Mann eine Scheidungsklage eingereicht und weigerte sich, ihren Pflichten als Hausfrau nackzukommen. Das Gericht entschied jedoch, daß sie bis auf Weiterks für ihren Mann kochen und ihm das Bett machen müsse. Ehrung des deutschen Botschafters. Die Universität Pennsylvanien verlieh jüngst dem Baron Speck v. Sternburg, deutschen Botschafter für die Ner. Staaten, den Titel eines Doktors der Rechte. Der Baro hielt eine längere Rede über das Thema: Die Deutschen als Gründe: von Kolonien." Unterbrochene Hochzeit. Als in Salem, S. D., der Prediger be
reits anwesend war, um die Trauung von Sam Jorgenson und Sophie Holstrom zu vollziehen, ließ der Bräutigam immer noch auf sich warten; als er dann mit seinen Freunden kam, waren sie stark betrunken, und die Braut weigerte sich absolut, einen solch' besoffcnen Kerl" zu heirathen. Der älteste Mann Jo was ist wahrscheinlich Heinrich Schäfer in Marshall Town, der jüngsthin seinen 104. Geburtstag beging. Schäfer, der noch gesund und rüstig ist, erlebte die Wahl von 26 Präsidenten und erinnert sich noch an Commander Per rys großen Seesieg und andere Vorgänge aus dem Kriege mit England in den Jahren 1812 bis 1814. Jndianerpaar zur Welta u L st e l l u n g. Der Indianer Dckorrah von Baraboo. Wis.. und seine Squaw sind engagirt, auf der Ausstellung in St. Louis die Winnebagos in Wisconsin zu repräfentiren. Dekorrah ist ein Enkel des berühmten Häuptlings Dekorrah, und seine EheHälfte, welche das niedliche Gewicht von 400 Pfund hat, stammt von dem kampflustigen Häuptling Black Hawk ab. Studirende Farmer. In der landwirtschaftlichen Abtheilung der Staatsuniversität von Wisconsin ging vor Kurzem ein Htägiger Kursus zu Ende, der als ein Versuch für ältere Farmer eingeführt wurde. Am Morgen hielt ein Professor einen Vortrag über Landwirthschaft, Nachmittags wurde praktischer Anschauungsunterricht ertheilt und der Abend wieder mit Vorträgen ausgefüllt. Der Kursus war von über 170 Farmern im Alter von 30 bis 65 Jahren besucht. Tramps nicht rechtlos. Ein Tramp Namens Johnson hatte in Pottawattamie County, Ja., eine Schadenersatzklage gegen die Bahnverwaltung eingeleitet, nachdem er von einem Bahnangestellten aus einem Zuge herausgeworfen worden war und dabei Verletzungen erlitten hatte. In erster Instanz wurde die Klage abgewiesen, mit der Begründung, daß ein Tramp in dieser Hinsicht rechtlos sei. Die Supreme Court ordnete jedoch einen zweiten Prozeß an, der mit einem Verdikt zu Gunsten des Klägers endete. Dieses Urtheil wurde durch die Supreme Court bestätigt. Eigenartiger Unfall. In den Feuerwehrstationen Philadelphias läuft, wie auch anderswo, eine polirte Messingsäule durch runde Oeffnungen in allen Stockwerken vom obersten bis zum untersten Stockwerke. An dieser Säule pflegen die Feuerwehrleu ie beim Alarm herabzurutschen, um so möglichst schnell aus den oberen Stock, werken herunter zu gelangen. Kürz lich schwang sich der Feuerwehrmann Snyder, der im zweiten Stockwerke einer Station geschlafen hatte und durch einen Alarm geweckt worden war, an der Säule hinunter. Hinter ihm her gesaust kam der Distrikts-Jnge-nieur, der vom dritten Stockwerk kam. Letzterer holte Snyder ein und traf ihn mit seinen Füßen derart auf den Kopf, daß Snyder besinnungslos zu Boden stürzte. Er wurde nach dem Hospitale überführt, wo die Aerzte einen Schädelbruch feststellten. Verurtheilung wegen Verrathe s. In Belgrad, Serbien, wurde der gewesene InfanterieOberleutnant Paul Mihailovic, der vor einigen Monaten seinem Kommando höchst wichtige Militärpläne entwendete, vom Obersten Militärgerichte wegen Verbrechens deö Verrathes zu 15 Jahren Gefängniß verurtheilt. Verhängnihvoller Scherz. In de" ungarischen Gemeindr Jezwin wurde dieser Tage ein Festessen abgehalten, bei welcher Gelegenheit der Grundbesitzer Nikis eine Rede hielt. Während er sich vom Sessel erhoben hatte, rückte einer seiner Freunde den Stuhl beiseite, so daß Nikis, als er sich wieder setzen wollt?, rücklings fiel; er erlitt einen Genickbruch, der seinen sofortigen Tod herbeiführte. Von einem Fohlen get ö d t e t. Der Oekonom Odor in Uyod bei Oedenburg, Ungarn, ging kürzlich mit seinem Sohn in den Stall, um nach dem neuangekauften FohlenHengst Nachschau zu halten. Kaum war der Besitzer zur Krippe getreten, so erfaßte das Fohlen OdorS Arm und drückte ihn mit solcher Gewalt an die Wand, daß der zu Hilfe geeilte Sohn feinen bedrängten Vater ouö der entsetzlichen Lage kaum zu befreien vermochte. Odor waren sechs Rippen geKrochen und der Brustkästen eingedruckt, so dah er an innern Verblutung ver-schied.
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