Indiana Tribüne, Volume 27, Number 171, Indianapolis, Marion County, 11 March 1904 — Page 3

Jttdiema Tribüne, N Marz 1904

Amtlich widerlegt. Das ruff.-japanischc Scc-Gcsccht nur eine PhantasieSchlacht.

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Port Acthur dagegen von neuem beschossen.-Nußland'S Warnung nach Peking. Journalisten beim Zaren. Ende der ungarischen Obstruktion. Smdenten-Unruhen. Vom Mullah.

Oft'Afien. Amtliche Dementi des S e e . G e f e ch t e . Vladivoftock, 10. März. Der ftellvertr. Stabschef kündigte heule amtlich an, daß die Berichte über ein See.Gefecht zwischm den russischen und japanischen Geschwadern am letzten Sonntag jeder Begründung entbehren. Tokio, 10. März. Der Bericht des Viceadmirals Kamimura, der die Vladivoftock Marine.Expedition befeh ligt, traf heute ein. Er wirft wenig Licht auf die Bewegungen, außer daß daruS hervorzugehen scheint, daß daS russische Geschwader in Sicherheit innerhalb des Hafens von Nladivoftock blieb. Der Admiral sagt, am Sonntag Abend habe es eine Zeit lang geschienen, als ob die russischen Schiffe zum Kampf aus dem Hafen herauskämen, aber der vorher dichte Rauch an der östlichen Hafeneinfahrt habe sich wie. der verzogen. Die Japaner durchsuch teh dann die umliegenden Buchten bis Montag Mittag, wo sie wieder zum Vladivoftock Hafen zurückfuhren. Die Forts feuerten nicht auf die sich nähernden Schiffe und vom russischen Geschwader war keine Spur zu entdecken. Der Admiral dampfte hierauf süd lich. recognoScirte an Pofstef Bay und andern Punkten, ohne die Russen zu finden. Bon russischen Operationen bei der Posfief Bay oder am Tumen Flusie erwähnt der Admiral nichts. Meldung von Alexieff. St. Petersburg, 10. März. Der Zar erhielt aus Mukden eine De pesche Alezieff'S, wonach sich heute früh 1 Uhr vor Port Arthur japanische Torpedoboote zeigten, auf welche die Batterien schössen. Um 2:40 dampf, ten russische TorpeoS hinaus und trafen den Feind beim Liao TfhinLeucht. thurm. Nach kurzem Gefecht zogen sich die Japaner zurück. Später er schienen 14 japanische Schiffe, welche die russischen Kreuzer und die Feftung um 8 Uhr Morgens aus weiter Ent

fernung beschossen. London, 11. Mürz. Heute früh wird nicht publicirt. was deson. dere Ausklärung auf die KriegSvor. günge würfe. Die Spekulation über die Lage am Yalu ist sehr kühn, aber eS liegen keine Nochrichten von zuver lässigem Charakter vor. Mil itär.Zug entgleft. P r i n S k. W. Sibirien. 10. März. Ein Militär-Zug nach JrkutSk ift heute entgleist. Gin Mann wurde getödtet und verschiedene sind verletzt. Bin K o w, 10. März. Die Truppen'Concentration an der russ. strategischen Bahn bringt für die Chi nesen besonders in Liao Ving schwere Leiden. Selbst Privat. Gebäude sind für die Truppen requirirt und taufende Chinesen obdachlos. In allen wich, tigen Plätzen der Bah.', entlang liegen Russen. Patrouillen.Gefecht. Tokio, 10. Mürz. Nördlich von Ping Vang stießen gestern russische und japanische Cavallerie Patrouillen zusammen. Nach kurzem Gefecht zogen

sich die Russen zurück. Auf keiner

Seite wurden Verluste gemeldet. Journalisten beim Zaren.

N e w V o r k, 10. März. Dem ..He-

rald" zufolge wurden Vertreter der ruffischen Presse vom Zaren in Audienz

empfangen, unter Führung Herrn Souvorin'S. des Eiaenthümer der ,.No-

voe Vremya". Sie wollten dem Kaiser eine KriegS-Adresse überreichen und dieser drückte ?iedem die Hand mit dem

Hinweis, daß er die Bedeutung der

Presse erkenne. Er ermähnte die Her ren ,ualeick in Zukunft nur die Wahr

beit au schreiben und dankte für die

Idee, einen patriotischen Fond für

Kriegsschiffe zu sammeln. Der Fond

soll zetzt 15 Millionen betragen. Von Neuem beschossen.

Port Arthur, 10. Mürz.

Die japanische Flotte erschien um Mit

ternacht vor dem Hafen und beschoß die

Vtadt in Zwischenräumen biS heute

Morgen 8 Uhr. Die japanischen Schiffe

zeigten sich zuerst um 11 Uhr. 50 Mi nuten später eröffneten die Landbatte

rien Feuer. Ew Sturm entstand und

Landes-Verrath.

Unteroffizier wollte den Japanern Nachrichten verschachern.

die AngrissS.Flotte zog sich zurück. Sie erschien nochmals und begann, das Fort zu beschießen. Die Russen erwiderten daS japanische Feuer. St. Petersburg, 10. März, 4.45 Nachm. Die einzige Neuigkeit von Belang ift die Ankündigung in der Assoc. Presse Depesche au Port Arthur, daß die japan. Flotte einen frischen Angriff unternahm. Die Depesche enthielt keine Einzelhe Eine andere Depesche aus Vladivoftock erwähnt nichts von einem Kampfe und man nimmt an, daß dort Alles ruhig ift Die Berichte, die Japaner seien westlich am Jalu in die Mandschurei eingerückt und hätten Fang Huan Cheng an der Pekinger Straße, wo sich die russ. Verbindungslinie nach dem Valu befindet, erreicht, können nicht bestätigt werden. Die Capitäne der russ. Kreuzer Variag" und Korietz" erhielten für ihre heroische Haltung bei Chemulpo den St. Georgs Orden 4. Classe, die übrigen Offiziere und Mannschaften geringere Auszeichnungen. Drohung an China. S t. P e t e r S d u r g , 10. März. Rußland verständigte China, daß eS keine Truppen hinter die große Mauer schicken solle und die chinesischen Banditen. die theilweise unter Führung chines. Beamten stehen, von der Störung der Bahn und Telegraphen-Li-nien abhalten müsse. Ein Weigerung wird als Neutralität Bruch betrachtet. Vorotti sagt, Japan verliere jetzt seine Illusionen über anglo-amerikan. Hilfe, blicke aber noch immer auf China, vergessend, daß ein Eingreifen Chinas das Signal für die Intervention europ. Mächte wäre General Kuropatkin reift am Samstag nach'der Front. Er benutzt einen Sonderzug, der als Hauptquartier bei Leitung der Feld-Operationen eingerichtet ist und ift von seinem Stäbe begleitet. ES ift amtlich bestätigt, daß der rusfische Gesandte in Peking energische

Vorstellungen betreffs der Thätigkeit

chinesischer Tauppen an der MandschureiGrenze erhoben hat nebst dem Hin

weis auf die durchgreifenden Maßnahmen, zu denen Rußland gezwungen werden könnte.

ES handelt sich um die Truppen des

Generals Ma und des Oberbefehls-

haberS Dein Shi Kai. Ja p. Dampfer vernichtet.

Yokohama. 10. Mürz. Der

japan. Dampfer Shin Shid Maru

ging vor Chemulpo, Korea, unter.

Schiff und Ladung verloren.

Suez, gypten. 110. März. Der

russische Kreuzer Demitri Donökoi" fuhr in den Canal auf dem Wege in's Mittelmeer.

C a n t a, Insel Creta. 10. März.

Ein russischer TranSportdampfer traf aus Port Said ein. Auf dem Wege hierher ging das russische Torpedoboot No. 2211 unter. Mannschaft wurde gerettet.

Freigelassen. Nagasaki, 10. März. Die

Mannschaften der von den japanischen Kriegsschiffen seit dem Kriegsbeginn gekaperten Handelsschiffe wurden so

eben freigelassen. 400 Russen. Chinesen und Deutsche sind ihren diesbezüg

lichen Consuln übergeben, nm nach

Hause gesandt werden. 40 zu gleicher Zeit gefangene Offiziere weilen noch

immer in Sasedo. Grotzbritannien.

Chamberlain'S Gesund

heit.

London, 10. März. Josef

Chamberlain ift derzeit auf einer Nil reise begriffen. Gestrige im Unter

Hause circulirende Gerüchte, er leide an Gehirn-Erweichung, werden von seinem

Sohne Austin, dem Schatzkanzler, als

jeder Begründung entbehrend dezeich net. Afrika. Mullah-Anhänger g e -s ch l a gen.

B e r b e r a . Somaliland , 10.

März. General Mannina überraschte

am 27, Februar die Anhänger des

tollen Mullah; 150 Leute wurden ge tödtet und 10,000 Kameele erbeutet.

Paris, 11. März. Trotz amtlichen Schweigens und Dementis von der japan. Gesandtschaft wird wieder versichert, daß ein im Marine-Ministe, rium angestellter, jetzt verhafteter Unteroffizier Martin franz. Marine-Geheimnisse an den japan. Marine-Attache zu verkaufen suchte. Die Entdeckung erfolgte, indem ein an Martin adressirteS Schreiben zufällig von einem Marine-Capitän gleichen Namens geöffnet wurde. Kaiser der Sahara" da Hauptftück. Paris, 10. März. Die heutige Mittfaftenseier wurde durch Regen gestört, doch bewegte sich auf den Boulevards eine zahlreiche Menge. Das Hauptereigniß des Umzuges war eine Versinnbildlichung des Kaisers der Sahara". Präsident Loubet und Gemahlin empfingen die Königin der Schönheit" nebst Gefolge im Elyfee-Palast. Deutschland. j Tirpitz über d i e Lehren des Krieges. Berlin, 10. März. Staats-

Sekretär der Marine v. Tirpitz be

merkte beute in der Budget-Commission des Reichstag, die Hauptbedeutung der KriegS-Operationen im Osten liege

in der Ueberlegenheit großer Kriegs

schiffe über kleinere.

Erfolge von Torpedo-Booten lassen

sich nur bei günstigen Umständen er

zielen. Die Herrschaft zur See sei

allein durch eine homogene Reihe von

Schlacht-Geschwadern erreichbar.

Selbstmord eine Bankiers.

B e r l i n, 10. Mürz. Albert Saffe,

Theilhaber der Frankfurter Firma A.

Saffe & C. Trier, hat sich y "te erschössen. Durch Spekulationen büßte

er mehrere Millionen Mark ein und die

Depression nach dem Kriegsausbruch

vervollständigte seinen Ruin.

Oestvrreich'Ungarn.

Universität geschlossen.

V i t n, 10. März. Die Univerfi-

tät ift in Folge drohender Studenten-

Unruhen geschlossen worden.

Die deutschen Studenten sind über

die czechischen Demonstrationen gegen

ihre deutschen Commilitonen in Prag höchlichst erbittert und drohten mit Wie-drvergeltung.

Ende der Obstruktion. Budapest, 10. Mürz. Die

Obstruktioniften im ungarischen Abge

ordnetenhaus haben den Kampf aufgegeben und die Parlamentsgeschäfte werden wieder ihren ordnungsmäßigen

Gang nehmen.

In der heutigen Sitzung appellirte

zur Ueberraschung des Hauses Koloman

Thaly von der Kossuth-Partei an die Obstruktioniften. sich der RekrutirungSVorlage, die feit Monaten bitter be

kämpft wurde, nicht länger zu wider

setzen. Begeisterter Beifall begrüßte

die Aufforderung, der sich erneuerte,

als Herr Thaly von den Bänken der

Opposition nach der Regierungsseite

deS Hauses schritt und mit dem Mini

sterpräsidenten TiSza einen Händedruck wechselte. Viele Abgeordnete weinten

vor Freude über das Ende der langen Fehde. Nachdem sich die Bewegung '?gt, erklärte Ugron im Namen der Obstruktioniften, daß sie eine rasche Annahme der RekrutirungS-Vorlage unterstützen

würden. Sie Hütten den Kampf für

Einführung der ungarischen Sprache in der Armee so lange als möglich geführt, müssen aber mangelnder Stärke wegen nachgeben. Der Premier sagte, jeder Commentar würde die Feierlich

keit des Augenblicks beeinträchtigen und

bat das Haus zu vergessen, daß er eine

strengere Geschäftsordnung vorgeschla gen habe.

Der heute geendete Conflikt drehte sich vornehmlich um die Einführung deS Ungarischen als Commando.

Sprache bei ungar. Truppen. Franz

Josef hatte in einem Armeebefehl vom

17. Sept. 1903 entschieden erklärt, er

werde sich niemals den Forderungen der

ungarischen Partei fügen.

Washington. Abg. S. W.

Trost au Aiken, S. C., ift an BlutVergiftung gestorben. Er war 57

Iah, Demokrat und das erstemal im

Congreß.

S t eu b e n ville. Ohio. Beim

Ueberschreiten der Geleise aus der Sta tion Hanlter wurde Frau C. C. Fle

ming nebst Tochter von einem Pan

Handle Zug getödtet.

Zahnpflege.

(,, Jäh,, nn Einrichtungen z, 0 epsun U(MI. Zu den hygienischen Maßnahmen, die bisher in Europa wohl am meisten vernachlässigt wurden, gehört eine rationelle Zahnpflege. Die Folgen hiervon haben sich unter Anderem in einer Untersuchung gezeigt, der etwa 150,000 Schulkinder in allen Theilen des deut, schen Reiches unterzogen wurden. Es stellte sich dabei heraus, daß in vielen Gegenden nicht einmal zwei Prozent

der Voltsschulkinder ein gesundes Äe--

big hatten, und zwar nicht allem m den Städten, sondern auch unter der Landbevölkerung. Oft waren fast sämmtliche Zähne bis auf das Zahn-

fleisch abgestoctt; man sah nur schwarze

Zahnstummcl im Mund mit entzündelem Zahnfleisch und nicht selten

Zahnfleischfisteln, aus denen der Eiter

hervorquoll. Die Speisen wurden nicht gekaut, sondern unzerkleinert heruntergeschluckt und mit ihnen auch Unmenge:i von Bakterien. Daß die Gesundheit stark darunter leidet, ist selbstverständlich, und statt frischer, rother Backen sah man blasse, abgemagerte

Gesichter; eine Zahnpflege gab es nicht,

und die Zahnbürste war em selten Ding. Bei den Soldaten sah eS nicht besser aus. Röse fand unter 5691 Mann der Musterungspflichtigen in

Bayern nur fünf Prozent mit völlig gesundem Gebi Es ergab sich außer-

dem die wichtige Thatsache, daß die wegen allgemeiner Körperschwäche imtauglichen oder nur bedingt tauglichen Leute zum großen Theil darum in ihrer körperlichen Entwicklung zucückeblieben waren, weil sie ausnehmend schlechte Zähne besaßen. NachSickinger waren in Oesterreich während der vier Jahre von 1897 bis 1901 an

Zahn- und Zahnfleischerkrankuiigen

9300 Mann mit 40,596 Krankeniagen

bet der Truppe und 22,474 im Spital

erkrankt. Zwei Todesfälle kamen vor.

Im Jahre 1901 wurden 140 Mann wegen Krankheiten des Zahnfleisches und der Zähne aus dem Heer ausgeschieden. Seit mehreren Jahren macht sich jcdoch ein größeres Interesse für die

Zahnhygiene bemerkbar. Am weitesten

rst man darin m England vorgeschritten. Dort haben nicht nur sämmtliche Volksschulen und Lehrinstitute ihren regelrechten Zahnarzt, der für das Wohl der Zähne der Schüler zu sorgen hat, sondern auch die verschiedenen Spitäler, all' die Irren-, Armen- und Waisenhäuser, die Bersorgungsanstalten für Blinde, Taubstumme, Epileptische und Verwahrloste. Auch in Oesterreich, Rußland, Norwegen, Schweden und Frankreich haben staatliche und städtische Behörden durch mancherlei Bestimmungen und Einrichtungen ihr Interesse für zahnhygienische Bestrebungen bekundet. In Deutschland hat man mit einigen wenigen Ausnahmen die Zahnpflege für Unbemittelte dem Wohlthätigkeitssmn Einzelner überlassen. So hat d:r zahnärztliche Verein in Hamburg vor etwa drei Jahren einen Verein in's Leben gerufen, der feine Arbeitn nach den folgenden Richtungen entfaltet: 1. Kostenlose Behandlung der Schullinder. 2. Unterweisung in der ZahnHygiene durch Lehrer und Zahnärzte in der Schule und 3. durch die Presse. Der Verein setzt sich aus Zahnärzten, Aerzten, Lehrern, Kaufleuten und Vertretern anderer Berufszweige zufammen. An der Centralstelle für ZahnHygiene in Dresden, die vor drei Iahren gegründet wurde, werden Schulkinder unentgeltlich behandelt und ebenfalls in der Krupp'schen Zahnklinik in Essen die Angestellten der Firma und deren Familien. Schließlich werden auch in zahlreichen Polikliniken, wohl in den meisten größeren Städten Deutschlands, zahnärztliche Operativnen an Unbemittelten unentgeltlich ausgeführt. Im Oktober 1902 ist in Straßburg die erste städtische ZahnPoliklinik errichtet worden, und einen Monat später feierte der Verein hessischer Zah. 'irzte in Darmstadt die ErÖffnung der Poliklinik für Volksschulkinder. die mit Unterstützung der staatlichen und städtischen Behörden in's Leben gerufen wurde. Schweizer VerkehrSschnle. Die St. Gallische Verkehrsschule, eine Schöpfung des Schweizer Kantons St. Gallen, hat eine beständig wachsende Schülerzahl aufzuweisen. Zu Beginn des jüngsten Schuljahres betrug dieselbe 127. am Ende 163. Das

größte Kontingent lieferten hierzu die Kandidaten des Postfaches; in zweiter

Linie standen diejenigen für den Eisen bahndienst, sodann die für den Tele

graphen- und den Zolldienst. Die

Schule hat den Zweck, die berufliche

Ausbildung der Anwärter für den

Dienst der ichweizerischen Berkehrsan

stalten dem Zufall zu entreißen und

diesen Anwärtern die in den Großve trieben des Verkehrs mit ihrer Arbeits

theilung und Spezialisirung nur schwer anzueignende Uebersicht für die ganze Berufsausübung zu vermitteln. Mit den verschiedenen Abtheilungen der Schule ist von Vorkur für noch nicht

aenüaend voraeb ldete Schuler verdun

den. In sämmtlichen Lehrfächern wird

der Unterricht in deutscher Sprache er

theilt, doch erhalten Schüler französi.

scher und italienisch Zunge besonderen Unterricht auch in der Muttersprache.

Im Voraus ift für gremdsveachige

Deutschunterricht mit grotzer VNMven zahl voraeseben.

Spencer und die Japaner. Clu tlrtlxll übet I Schiil!chktt im s. stUVtlMttÄUttg. Bei dem allgen.eie.i großen .n-

te:c)ie, das jetzt den thatkräftigen Japanern in ihrem Kampfe gegen die

Russen zugewendet wird, dürfte ein die-

ser Tage veröffentlichtes Schreiben, daS

der umängst verstorbene englische Philosoph Herbert Spencer im Jahre 1892

an den Japaner Baron Kanego sandte,

besondere Äeachtung verdienen. Spencer ertheilt in dem Schreiben den Japa?'.ern den Rath, die Amerikaner und

Europaer auf Armeslänge von sich fernzuhalten und ihr Reich nicht den

Fremden und dem fremden Kapital zu

offnen, da sie sonst früher oder später unterjocht werden würden. Das Schreiben Spencers enthält außerdem die folgenden Betrachtungen über die

Rassenvermischung:

Auf Ihre Frage hinsichtlich der

Mischheirath zwischen Ausländern und Japanern, die nach Ihrer Angabe jetzi

von den japanischen Gelehrten und

Politikern sehr lebhaft befürwortet wird, lautet meine Erwiderung dahin.

daß solche Mischheirathen geradezu ver-

boten werden sollten. Es liegen überreichliche Beweise aus den Beispielen

der Mischheirathen unter Menschenrassen und der Kreuzung vcn Thieren da-

für vor, daß, wenn die vermischten Rassen über einen gewissen geringen

Grad hinaus verschieden sind, das Er-

gebniß unausweichlich auf die Länge

ein schlechtes sein muß. Ich habe mich selbst vor vielen Jahren damit beschäf-

tlgt, über diesen Punkt zur Einsicht zu gelangen, und meine Ueberzeugung ist auf zahlreichen Thatsachen begründet, die aus zahlreichen Quellen abgeleitet sind. Diese Ueberzeugung habe ich noch in der letzten halbe St .nde bestätigt gefunden, da ich zufällig auf dem Lande bei einem Bekannten weilte.

der wegen seiner Züchtungsversuche zwischen verschiedenen Rindviehrassen

wohl bekannt ist und darin viel Erfahrung gesammelt hat. Auf Befragen meinerseits hat er soeben meinen Glauben vollkommen bestätigt, daß, wenn z. B. bei verschiedenen Spielarten von Schafen eine Kreuzung zwischen

den am meisten unähnlichen stattfindet,

das Ergebniß namentlich m der zweiten Generation ein schlechtes ist; es entsteht dann eine unberechenbare Mischung von Eigenschaften und eine Konstitution, die chaotisch genannt werden kann, und ganz dasselbe findet bei den menschlichen Wesen statt. Das beweisen die Eurasier in Indien und die Mischlinge in Amerika. Die physiologische Grundlage dieser Erfahrung scheint darin zu' bestehen, daß jede Rasse im Lauf von vielen Generationen eine gewisse konstitutionelle Anpassung an ihre eigenartige Lebensart erwirbt. Die Folge davon ist, daß bei einer Vermischung der Konstitution von zwei weitverschiedenen Rassen, die sich an entsprechend weitverschiedene Lebensarten angepaßt haben, eine Konstitution hervorgeht, die der Lebensart von keiner der beiden Rassen angepaßt ist, also eine Konstitution, die nicht in geeigneter Weise zu leben und zu arbeiten vermag, weil sie für keine der Lebensbedingungen befähigt ist. Die von mir angeführten Gründe finden eine vollkommene Bestätigung durch die Bestimmungen, die in Amerika zur JernHaltung der chinesischen Einwanderung erlassen sind. Wenn den Chinesen erlaubt würde, sich in Amerika unbeschränkt anzusiedeln, so würden sie entweder, falls sie unvermischt blieben, eine i nterlegene Rasse bilden, oder wenn sie sich mit den Einheimischen vermischen, so mühte eine schlechte Nachkommenschaft daraus hervorgehen. In

jedem Fall würde, eine Einwanderung in großem Umfang vorausgesetzt, ein unermeßliches soziales Elend entstehen und möglicher Weise eine soziale Entartung. Dasselbe würde eintreten, wenn eine beträchtliche Vermischung europäischer oder amerikanischer Rassen mit den Japanern stattfinden würde. Ich wünsche nicht, daß dieses Schreiben zu meinen Lebzeiten die Oeffentlichkeit beschäftige, denn ich verlange nicht danach, die Empfindlichkeit meiner eignen Landsleute aufzustacheln." St. LouiS' Lagunen. Um beständig klares Wasser für die Lagunen auf dem Auöstellungsplatze in St. Louis zu sichern, wird der Lehmboden mit Brettern bedeckt. Die Schaufeln der elektrischen Gondeln, die aus den Lagunen im Betrieb erhalten werden sollen, würden den Leh.n aufrühren und daö Wasser trüben, wenn der Boden nicht bedeckt wird. Ursprunglich wurde vorgeschlagen, Beton oder Theer zu verwenden, doch stellte eö sich heraus, daß die Kosten bedeutend höher srin würden als bei der Verwendung einfacher Bretter. Es ist im Ganzen 712.545 Quadratfuß Raum mit Brcttern zu bedecken. Letztere werden an verankerten Balken befestigt, damit sse nicht vom Wasser an die Oberfläche gehoben werden. Bei der Bedeckung deS höher gelegenen Bodens unter den Wasserfällen nurde Segeltuch. daS mit Bleiweiß und Leinfamenöl bestrichen wurde, überzogen.

In Massachusetts kennt man, im Gegensatze zu anderen Staaten der Union, keine Mordprozeffe. die durch ihre Dauer und immer neum Appellationen jur Farce ausarten. Nach dem Geschworenen-Wahrspruch teht dem Verurtheilten in Maffachuetts nur eine einmalige Berufung an )as höchste Gericht des Staates zu.

Aerzte.

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E i n c in n a t i. Frau Anna Oppenheimer au Kentucky. die ange Nagt war, ihr 4 jähriges Kind im deutschen DiakoniffenHospital durch Verabreichung von Gift getödtet zu haben, wurde freigesprochen. Washington. Der Eavallerie. Oderleutnant A. G. Sharpley wurde von einem Manila Kriegsgericht ernster Beschuldigungen gegen seinen mora. tischen Eharatter für schuldig befunden und zur Entlassung verurtheilt.