Indiana Tribüne, Volume 27, Number 170, Indianapolis, Marion County, 10 March 1904 — Page 6

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Europäische Nachrichten.

MkUrtternverg. B l a u b e u r e n. Auf der Straße von hier nach Berghiilen scheuten die Pferde einesWagens und gingen durch, wobei der Wagen umgeworfen wur.de. Von den Insassen, zwei Frauen, kam die Wittwe Walz, welche das Rückgrat brach, ums Leben, während die Bescherin des Fuhrwerks. dieWittwe Allgaier zum Lamm, schwere innere Verletzungen davontrug. C r a i l s h e i m. Im Mühlcanal der Kuppelismühle ertrank der siebenjährige Knabe Kurr; er brach beim Spielen mit anderen Kameraden ein, gerieth unter die Eisdecke und konnte nur als Leiche geborgen werden. Dürrwangen. Hie: hat sich der in den 30er Jahren stehende Jabrikarbeiter Karl Hettinger, der seit längerer Zeit krank darniederlag, erschössen. Er hinterläßt eine Wittwe mit acht Kindern in d?n dürftigsten Verhältnissen. Eßlingen. RathsschreiberLamparter beging sein Lojähriges Dienstjubiläum. Seitens der Stadt wurde ihm ein Angebinde und eine Adresse überreicht. G e i s l i n g e n a. St. Unlängst wurde in der hiesigen Maschinenfabrik durch umstürzende große und schwere Blechtafeln der Taglöhner Staudenmaier getroffen und an Hüfte und Unterleib so schwer verletzt, daß er starb. H e i l b r o n n. Das hiesige Schwurgericht hat den Zimmermann Münzing von Weinsberg, der denVerführe? seiner Frau, einen Schustergesellen, beim sträflichenVerkehr erwischte und durch zwei Stiche lebenögefährlich verletzte, freigesprochen. P l i e n i n g e n. Der hier wohnende Gutsarbeiter JakobKohler wurde bei der sog. Teufelsbrücke todt aufgefunden. Er war anscheinend in der Dunkelheit vomWege abgekommen und so unglücklich die Straßenböschung hinabgestürzt, daß er sofort verstarb. U l m. Der im Jahre 1888 hier kinderlos verstorbene Stadtrath G. M. Schmidt hat, wie sich jetzt nach dem kürzlich erfolgten Tode seiner Frau herausstellt,nicht nur verschiedenen hiesigen Wohlthätigkeitsanstalten reiche Legate vermacht, sondern auch ca. 100,000 Mark zur Errichtung einer Stiftung bestimmt, deren Erträgniß gemeinnützigen und wohlthätigen Zwecken dienen soll. Vaihingen a. E. Knaben machten sich an der anläßlich des hiesigen Bahnbaus erstellten Rollbahn zu schaffen. Dabei gerieth der neunjährige Gustav Keller unter einen umstürzenden Rollwagen und erlitt einen Schädelbruch, der seinen Tod herbeiführte. Die Bauleitung trifft keine Schuld. Wden. Karlsruhe. In dem Augenblick, als der Eisenbahnarbeiter L. Fehrenbach über das Geleise des Güterbahnhofes schritt, wurde er von einer einfahrenden Lokomotive erfaßt und Übersahren. Dabei wurde dem Unglücklichen der Kopf vollständig vom Rumpfe getrennt, sodaß der Tod augenblicklich eintrat. Anläßlich seine? 35jährigen Dienstjubiläums wurde dem Regimentbüchsenmacher Schnauz vom Leib-Drag.-Regt. No. 20 vom Regimentscommandeur, Prinz Max von Baden, im Namen des Offizierscorps eine goldene Uhr überreicht. F r e i b u r g. Feldwebel E. Geiger von der 4. Compagnie des 5. bad. Jnf.-Regiments No. 118 schied nach 30jähriger Dienstzeit aus dem aktiven Dienst aus, um eine Stelle in der HofHaltung deö Erbgroß'ierzogs zu übernehmen. Kaiser Wilhelm verlieh ihm das Kreuz des Allgemeinen Ehrenzeichchens und die Erlaubniß, die Uniform des Regiments mit den für ausgeschiedene Unteroffiziere bestimmten Abweichungen zu tragen. Köndringen bei Emmendingen. Der 28jährige verheirathete Sattler Reinhard wurde v?n dem ledigen Küfer Huber im Streit durch einen Stich von hinten in die Lunge lebensgefährlich verletzt. Sattler ist Vater von drei Kindern. L ö r r a ch. Der ledige, 25jährige Mechaniker I. Kummerer wurde vom ledigen Arbeiter H. Schirrmaier ohne jede Provokation durch einen Schlag mit einer Eisenstange auf den Kopf tödtlich verletzt. Kummerer, der das Bewußtsein nicht mehr erlangte, erlag der Unthat. Der Thäter wollte Einhß in'S Haus und als er keinen erhielt, schlug er in blinder Wuth den nächsten Besten mit einer Gasrohre nieder; er wurde in Basel verhaftet. Mannheim. Das sieben Jahre alte Söhnchen des in der Neckar - Vorstadt wohnenden Vierkutschers Karl Barth versuchte heimlich dieKerzen deö Christbaumes anzuzünden. Dabei fingen die Kleider euer und der Knabe erlitt derartige Brandwunden, daß er bald darauf starb. OberenterSbach. Das Anwesen deS HofbauerS I. Riehle brannte völlig nieder. Fast der ganze Viehbestand im Werth von 3000 Mark wurde ein Raub der Flammen. Den Brand stiftete das ISjährige Dienstmädchen, weil eS nicht gern dient und eS ibr nicht im Hause gefiel. Ihre Zurech. nugSfähigkeit soll zu wünschen übrig lassen. Rhein selben. Im Turbinenhauö deö Kraftübertragungswerk 'S fiel der ledige 27jähriae Arbeiter Steinegger in einen Turbinenschacht:

er wurde von der im Lauf befindlichen Turbine am Kopf schwer verletzt und ertrank. Salem. :m naben Altenbeuren sollte ein 24jähriger Bursche Namens Kobllöffel während des Gottesdienstes die Dorfwache" (Feuerwache) halten, tatt dessen ging' er in's elterliche HauS zurück und betrank sich derart mit Schnaps, daß er, ohne wieder zum Bewußtsein zu kommen, starb. 'Ziheinpfcrrz. S p e Y e r. Fischer landeten vor Kurzem aus den Rhein die Leichen eines Ehepaares, dem Hände und Füße zusammengebunden waren. Die ErMittelungen ergeben, daß es die Ehelcute Thomas aus Mußbach seien. D i e d e s f e l d. Der 56 Jahre alte Fabrikarbeiter Bernhard Obermann hat sich in seinemStalle erhängt. Obermann wurde von seinem 17Jahre alten Sohn derart geschlagen, daß er eine klaffende Wunde am Kopfe davontrug. Später begab er sich in den Hof; als seine Frau nach ihm sehen woll, fand sie den Bedauernswerthen schon erhängt. E r b a ch. Privat - Jagdaufseher Karl Leiner von Jägersburg und sein Bruder August trafen in der Forstabtheilung Alterschlag im hiesigen StaatSwald mit vier Wilderern zusammen. Zwei derselben, NamenS Meyer und Graf von hier, wurden nach heftigem Kampfe durch Leiner töotlich verletzt. Graf wurde in die Brust getroffen und starb nach wenigen Augenblicken. Meyer wurde in's Krankenhaus verbracht und starb nach kurzer Zeit. Die beiden anderen Wilderer wurden verhaftet. H a h l o ch. Mit Hinterlassung einer Schuldenlast von 15.000 Mark suchte der frühere Sattler und Kofferfabrikant Jakob Strubel das Weite. Gelegentlich einer Rauferei in der äuheren Kirchgaffe zwischen den Bahnarbeitern Jakob Krebs und Jakob Falk erhielt letzterer einen gefährlichen Stich in den Rücken. L a n d a u. Der 37 Jahre alte hiesige Küfermeister und Weinhändler Wilhelm Hildenbrand war in der Strafkammersitzung vom 16. Mai v. I. wegen Beseitigung von 8000 Litern gerichtlich beschlagnahmten Weins zu zwei Monaten Gefängniß verurtheilt worden. S p e y e r. In der oberen Langgasse gerieth beim Eisfahren der Ackerer Friedrich Seitz. 46 Jahre alt. zwischen zwei mit Eis beladene Fkr, werke, die ihm lebensgefährliche Verletzunen des Kopfes verursachten. Der Schwerverletzte wurde in daS Hospital verbracht. ErsßLothringen. Straß bürg. Ein tragisches Ende nahm in Basny-sous-Bois der Taiglöhner Georg Lienhard. Er drang in eine Stube ein, wo eine Wittwe bei der Leiche ihres Mannes mit anderen Personen Nachtwache hielt, und brüstete sich, zu der Wittwe intime Beziehungen zu unterhalten. Die Wittwe wies dem angetrunkenen Eindringling empört die Thür, weshalb er auf sie eindrang. Als ein 73jähriger Mann ihm bei der Verfolgung den W?g dersperrte, kehrte er seine ganze Erbitterung gegen diesen. Der Greis ging, ohne ein Wort zu sagen, zurück, holte eine Flinte und schoß den Lienhard nieder. D i e d e n h o f e n. Ein Opfer seineS Berufs wurde der kaiserliche Bahnmeister Otto Stöckel. Er stand, in einem Handbuch Notizen machend, im Geleise, als ein Güterzug von Luxemburg herankam und ihn überfuhr. F i n st i n g e n. In dem Nachbarorte MitterZheim starb der im besten Mannesalter stehende Wirth Groß an einem Schlagfluß. Groß hatte sich noch ganz gesund und munter zum Mittagessen gesetzt, als er auf einmal. etwas Unwohlsein verspürte und plötzlich umsank. Hommartingen. Die Gebrüder Fischer geriethen in Streit, in welchem der jüngere Michael den älteren Nikolaus erstach. Metz. Der seit vergangenem Frühjähr in der Metzgerstrahe No. 40 zur Miethe wohnende Xaver Probst auö Colmar, ein Anfangs der dreißiger Jahre stehender Kaufmann, der sich bisher deS besten Rufes erfreute, feuerte in seiner Wohnung auf die im Hause wohnende Frau des Artisten Viletil fünf Revolverschüsse ab und erschoß sich dann selbst. Die Frau ist schwer verletzt. Der Ehemann erklärt, seine Frau habe in der Probst'schen Wohnung auf ihn gewartet, da er seine Wohnung abgeschlossen hatte und ausgegangen war. Probst habe die Frau vergewaltigen wollen und als ihm dies mißlang, den Mordversuch gemacht. Frau Viletil brach zusammen und wurde ins Hospital gefahren. Der 26jahrige Postassistent Schumann, der eine größere Anzahl von Diebstählen auf dem Diedenhofener Postamt verübt hatte, wurde von der hiesigen Strafkammer zu einem Jahr Gefängniß verurtheilt.

Immer zerstreut. Frau (bei der Abfahrt des Zuges aus dem Abtheil rufend): Vergiß nicht, mir bald einen Brief zu schicken!" Professor: Von wem denn, liebe Gmilie?" Der Wasserfeind. A.: Sie essen Fische nicht, Herr Doktor?" Studiosus: Nein! Thiere, die im Wasser lebe, esse ich grundsätzlich nicht!"

.chn Monalt auf See.

t.llerlei idrtgkeite aus thut chtsssrels von Jloilo nack, 91, Nrk. Die der Standard Oil Company gehörige Bark Juteopolis," die am 30. Avril vorigen Jcchres von Jloilo in den Philippinen mit einer Ladung Zucker nach New Fork absegelte, erreichte dieser Tage nach fast zehn Monate langer Fahrt den New Forker Hafen. Die Bark verließ die Philippinen unter stetigen Südwinden, und der Kapitän des Schiffes, Thomas Curd, hielt auf den Bashee-Kanal nördlich von Luzon in der Hoffnung auf günstige Winde; statt dessen aber zwangen ihn wechfeinde Winde, über den ganzen Ozean," wie er sich ausdrückte, bin und her zu laviren." Er wollte südlich um die Karolinen herumfahren, um in das Gebiet des südwestltchen Monsun zu kommen und dann die westliche Fahrt zu machen. Aber statt dessen gerieth er für zwei Monate in die Zon? der Windstillen und sogenannten Schlabber"-Winde. Und als dann endlich ein Lüftchen sich regte." war eö eine konträre Brise, welche die Bark den Salomons-Jnseln zutrieb. In dieser Periode des Umherlaoirens gerieth die Bark auch an eine unbekannte Insel, die noch gar nicht auf der Karte steht; die schwarzen Eingeborenen, nach der Ansicht des Kapitäns Menschenfresser, stießen in Kanoes vom Lande ab und suchten in feindseliger Absicht an Bord der Bark zu kommen. In Hunderten von Kanoes umschwärmten sie für 14 Tage die Juteopolis." aber die Schiffsbesatzung gab ihnen ab und zu eins auf den Kopf und wehrte alle Angriffe erfolgreich ab. Schließlich kam das Schiff in den Nordost-Passat; aber als es ungefähr den 38. Grad nördlicher Beite erreicht hatte, ging der Proviant aus, und der Kapitän sah sich gezwungen, auf Honolulu zu halten, wo die Bark am 7. September einlief. Von dort am 10. September wieder in See stechend, machte das Schiff, bei günstigem Wetter bis Kap Hatteras, gute Fahrt und erreichte in 137 Tagen die Delatvare-Mündung. Auf der Höhe von Kap Hatteras wurde die Bark von einem starken Südweststurm erfaßt, und während dieses Sturmes wurde ein Matrose, Jeremiah Petersen, beim Segelsetzen von einem fallenden Block auf der Stelle getödtet. Bis zu ihrer Ankunft am Kap Hatteras hatte die Besatzung noch immer Sommerkleidung getragen. Aber dann mußte sie diese plötzlich mit dem dicksten Winterzeug vertauschen. Vor dem Delaware erhielt die Bark Ordre, nach New Aork weiter zu gehen. Da sie bei den starken Nordwestwinden alle Segel reffen muhte, wurde sie von dem großen Schlepper Hughes" von Philadelphia bis zur Barre vor Sandy Hook in's Tau genommen, und hier bemühten sich dann eine ganze Anzahl von Schleppbooten vergebens, die Juteopolis" gegen Wind und Eis in den Hafen zu bringen. Sie ging schließlich an der Quarantäne vor Anker und gelangte, nachdem das Wasser genügend eisfrei geworden, in den inneren Hafen. Englische Schaltjahrbränche. Man schreibt aus London: Zwar hört man hier so wenig wie anderswo von Ehen, bei denen derHeirathsantrag von der weiblichen Hälfte ausging, aber es gilt als ausgemacht, daß jedes Schaltjahr den Frauen dieses Vorrecht bringt. Früher legte ein ungeschriebenes Gesetz dem Manne, der den Antrag ablehnte, eine gewisse Strafe auf: er mußte dem Mädchen, das nicht nach seinem Herzen war, ein seidenes Kleid spenden. Es scheint in der That als ein Landesgesetz angesehen worden zu sein, daß das Schaltjahr den Mädchen das Recht verleihe, Heirathsanträge zu Men. In Chroniken aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts finden sich Hinweise daraus, und die Geistlichkeit wurde ermahnt, darauf zu halten, daß die Männer den Bewerbungen die genügende Beachtung angedeihen lassen. Nicht nur mit Worten hatten die Frauen das Recht, sich um den Mann zu bewerben, sondern auch mit Blicken und Gebärden, so da ihnen gut und geziemlich dünke." Jedenfalls existirt das altehrwürdige Gesetz heute nicht mehr. Von dem ganzen Brauch scheint nur ein kleiner Rest sich noch bis auf die Gegenwart fortgeerbt zu haben, nämlich das Damen-Engagement bei Tänzen. Der Damen-Polka," ein Tanz, der in Deutschland auch in gewöhnlichen Jahren nicht unbekannt ist, ist in England sonst nicht Sitte, und nur im Schaltjahre kommt er zu seinem harmlosen Recht. Neue Namen erwünscht. Die dänische Regierung hat einen Antrag eingebracht, wonach es dänischen Bürgern erleichtert werden soll, neue Namen zu wählen. Das ist durch. auö nöthig, da die dänischen BaterSnamen sehr wenig mannigfaltig sind. Von den 600,000 Bewohnern KopenhagenS heißt jede 10. Person Hansen. Andere, sehr häufige Namen, sind Peterfen, Sörenfen. Von je 100 Bewoh. nern haben 42 einen Namen, der auf fen" endigt. In einer anderen Stadt mit einer Bevölkerung von 26,000 Ginwohnern sind nur 20 verschiedene Namen vertreten, wai auf jeden Namen durchschnittlich 1300 Personen ausmacht. I n Italien sind Tausende Acker Lande mit Maulbeerbäumen bepflanzt. Die Bäume erreichen rfn Alter von 50 bi 70 Jahre.

Berliner Schulwesen.

JtttkreNante Zahl chl und chülerzahl. eligiottAbkttntnih. Zyamiltusprachk. Ein interessantes Gesammtbild des Berliner Schulwesens gibt der Verwaltungsbericht des Magistrats für das Jahr 19021903. Danach sind vorhanden 15 Gymnasien (4 kömgliche und 11 städtische) mit 7093, 8 Realgymnasien (1 königliches und 7 städ. tische) mit 4114, 2 städtische Oberrealschulen mit 1002, 13 Realschulen mit 5685 Schülern, 48 höhere Mädchenschulen (2 königliche. 6 städtische, 40 private) mit 16,567 Schülerinnen, 258 Gemeindeschulen mit 213,481 Kindern. Dazu treten noch 22 Vorschulen, ferner Schulen für Nichtvollsinnige (Blinde, Taubstumme), WaisenHaus - Privatknaben, Seminar - Kirchschulen und andere. Die Gesammtzahl beträgt 402. die Schülerzahl 258.832. Unter den Elementar-Lehranstalten ist die Theaterschule (mit 25 Kindern) bemerkenswerth, in welcher die angehenden Ballettänzerinnen unterrichtet werden. Ein Blick auf das hauptstädtische Unterrichtswesen ergibt, daß der Staat an den Schullasten in sehr geringem Maße betheiligt ist, und ferner, daß daö Privatschulwesen (etwa mit Ausnahme der höheren Töchterschulen im Westen) in raschem Niedergange begriffen ist. Auffällig ist die Verschiedenheit des Religionsbekenntnisses der Kinder, ver glichen mit dem Prozentsatz der Bevölkerung. Unter je 100 Bewohnern Berlins sind 84 Evangelische, 11 Katholiken, 4 Juden und 1 Dissident (Sekten eingeschlossen). Danach gibt es rund 220,000 Katholiken (keine preußische Stadt außer Köln hat eine so zahlreiche katholische Bevölkerung) und 80,000 Juden. Nun sind aber vorhanden 20,703 katholische (12z Prozent statt 11) und 13,074 jüdische Kinder (5 statt 4 Prozent). Letztere besuchen in verschwindender Anzahl die Gemeindeschulen; in den Gymnasien steigt ihr Prozentsatz auf 30, in den städtischen HLHern Mädchenschulen auf über 40! Die Familiensprache ist bei 692 Kindern der Gemeindeschulen nur Polnisch, bei 1557 Polnisch und Deutsch, 5 sprechen Wendisch, 43 Russtsch, 45 sonst Slawisch, 10 Dänisch, 70 Ungarisch u. s. w. Daö Gemeindeschulwesen allein erfordert einen jährlichen Zuschuß von über 15.000,000 Mark; jeder Schüler kostet 70 Mark (gegen 61 vor 5 Jahren), während jedes Kind der höHern Lehranstalten etwa doppelt so viel kostet. Die einzige Gattung von städtischen Anstalten, die bedeutend mehr einbringen, als kosten, sind die Vorschulen, und das ist auch der eigentliche Grund, daß sie am Leben erhalten und daß immer neue errichtet werden. DaS Lachen. Das Lachen ist, physiologisch betrachtet, die Ausführung eines Befehls, den das Gehirn auf eine Reizung der Empfindungsnerven einem von der untern Wangengegend zum Mundwinkel verlaufenden, zu dem breiten Halsmuskel gehörigen Muskelbündelchen ertheilt. Das Muskelbündelchen, der Lachmuskel, zieht sich aus diesen Befehl zusammen, wobei die Mundspalte erweitert und die Mundwinkel gehoben werden. Bei hörbarem Lachen entstehen dazu noch eigenthümliche Athmungsbewegungen, bei denen die Ausathmung in schnell aufeinander folgenden Stößen mit stärkerm oder schwächerm Schall, die Einathmung dagegen in einem tiefen Zuge erfolgt. Der Schall beim Lachen ist je nach der Persönlichkeit verschieden. Die Revue Mondiale" unterscheidet fünf Lacharten, und zwar nach den fünf Selbstlautern a, e, i, o, u (ü), die einem bestimmten Charakter entsprechen sollen. Leute, die in a lachen, sind nach der genannten Zeitschrift offen und ehrlich. aber zu Lärm und geräuschvollem Treiben geneigt. Das Lachen in e kündigt ein phlegmatisches, indeß zur Melancholie neigendes Temperament an. Das Lachen in i ist gewinnend; es ist daö der Kinder und der kindlichen, dienstbereiten und ergebenen Seelen, hat jedoch den Fehler, daß es zu scharf ist, in den höhern Lagen leicht in die Kopsstimme übergeht und lästig wird. Großmüthige und kühne Naturen lachen in o, Menschenfeinde in u. ffolgen M Krieges. Durch den rufsifch-japanifchen Krieg sind die verfchiedenen Importartikel, welche die Ver. Staaten aus Japan bezichen, theurer geworden, und die Ungewißheit, wie lange der Krieg dauern wird, öffnet der Spekulation Thür und Thor. Raffinirter Kampher z. B. kostet jetzt schon 85 Cents per Pfund, während der Preis früher 44 Cents betrug. Das letzte japanische Kampherschiff für voraussichtlich geraume Zeit lief vor Kurzem auö Kode ein. ES brachte 600,000 Pfund Kampher mit. die alle schon vorverkauft waren. In Japan verwendet man den Kampher zur Herstellung von Sprengstoffen und für die Bereitung von Heilmitteln. Japanischer Thee geht auch in die Höhe, doch macht demselben der Thee aus Indien und Ceylon Konkurrenz. Theurer worden sind ferner Pfeffermünzöl. Nethol und SchweinöborftenWaaren. Von russischen Jmportartikeln wird bloö Wolle durch den Krieg beeinflußt. D ! e Londoner Sattler und Wagenbauer leiden fast alle unter einer and auernden Geichaftöftockung w Folge der zunehmenden Popularität des Motorwagens.

Das größte lilerarischc wcrk.

nfthug und Jrstö?ung ber ch inest sche ..Vucnctopaedia a?,ma. " Das größte literarische Werk auf der Erde ist von den Chinesen geschrieben worden. ES ist die Encyclopaedia Maxima," die Yung-lo-Ta-tien." die bei der Einnahme Pekings durch die Verbündeten vom Feuer zerstört wurde. Das Werk enthielt die beste Auswahl aus allen klassischen, geschichtlichen, philosophischen und literarischen Werken, die jemals in China veröffentlicht wurden und Astronomie, Astrologie, Geographie, geheime Wissenschaften. Medizin. Religion. Geschichte. Biographie und die Künste behandeln. JedeS chinesische literarische Erzeugniß von dauernder Bedeutung war in dieser Sammlung, die aus 22.877 Büchern in 11,100 Bänden bestand, enthalten. Dieses Werk wurde auf Befehl des zweiten Kaisers der Ming-Dynastie. Kunglo, vorbereitet, unter Leitung von Hsieh Chin, dem ersten Gelehrten des 15. Jahrhunderts. Er organisirte das Werk mit mehrere Subdirektoren und einem Stäbe von 2169 Personen, darunter Kritiker, Leser und Abschreiber. Es wurde im Jahre 1303 begonnen und 1407 beendet. Seit jener Zeit wurde nichts mehr hinzugefügt. Im Jahre 1562 wurden 100 Schreiber beschäftigt, um zwei Abschriften zu machen, die 1567 beendet waren. Eine dieser Abschriften und das Original verbrannten, als Peking eingenommen und die Ming-Dynastie 1644 gestürzt wurde. Als die Ordnung wiederhergestellt war. stellte sich heraus, daß 2422 Bände fehlten, deren Inhalt für immer verloren war. Die übrigen 20,455 Bände wurden in der kaiserlichen Akademie, dem Hanlin-Auan, untergebracht, die nördlich von der britischen Gesandtschaft in Peking lag. Während der Belagerung der Gesandtschaften im Jahre 1900 legten die chinesischen Soldaten Feuer an dieses hohe Gebäude, um die Fremden zum Verlassen der britischen Gesandtschaftzu zwingen, und so wurde die werthvollste Sammlung der chinesischen Literatur, die je gemacht worden ist, zerstört. Mehrere hundert Bände wurden nachher in den Trümmern gefunden; einige Ausländer erwarben für sich den einen oder andern Band; aber die Aunglo. Tatien" ist für immer verloren. westrumit' fltutt pattntirteS Verfahren r KestlegnnO des tratzenftaubes. Die mehr oder weniger erfolgreichen Versuche, die Festlegung des Straßenstaues durch Besprengung mit Petroleum zu bewirken, werden in Europa schon seit einigen Jahren unternommen. Die allgemetnere Verbreitung dieses Verfahrens scheiterte nur an den Kosten in den von Erdölbezirken entfernt gelegenen, öfters noch mit einer hohen Mineralölverbrauchssteuer belasteten Gebieten. Eine neuere patentirte Erfindung ermöglicht es r.un, zu diesem Zwecke eine weit billigere Mischung von Petroleum und Wasser, beziehungsweise eine Lösung eines Mineralöls in Wasser zu benützen. Diese Westrumit" genannte Lösung wird mittelst eines gewöhnlichen Sprengwagens über die vorher gut eingeebnete und fachgemäß hergestellte Straßendecke ausgebreitet. In verkehrsreichen Straßen wird zunächst mit einer fünfprozentigen Lösung besprengt und dann in kurzen Zwischenräumen die Sprengung m't einer fünf- bis zehnprozentigen Lösung wiederholt, um den Untergrund genügend mit dem Oel zu tränken. Eine weitere Wiederholung dieser Vesprengung richtet sich nach der Befestigungöart und Verkehrsdichte der Straßen. Lr Asphaltdecken würden sogar ein- bis zweiprozentige Lösungen genügen, den Staub während eineö Verkehrstages festzuhalten; höherprozentige Lösungen würden den Asphalt angreifen. Das Tiefbauamt in Frankfurt a. M. hat daselbst 27,000 Qua. dratyards mit Westrumit besprengt undden Versuch in technischer Hinsicht als gelungen bezeichnet. Auch bei dem in Irland veranstalteten Bennett-Ren. nen für Automobile wurde Westrumit mit gutem Erfolge zur Verhinderung von Staubbildung auf der Rennbahn verwendet. Vorschriften für Barbiere. Den Barbieren von Illinois hat die dortige Staats-Sanitätsbehörde kürzlich befohlen, daß sie dieselben gesundheitlichen Regeln beobachten müssen, die ihren Kollegen im Staate New Jork vorgeschrieben sind. Dieselben lauten: Schwämme dürfen nicht benutzt werden. Heißes und kaltes Wasser muß angewandt werden. Puderwische dürfen nicht benutzt werden. Keine unge. waschenen Handtücher dürfen gebraucht, und für jeden Kunden müssen frischgewafchene Handtücher benützt werden. Seifenschaumnäpfchen und Einsei fungspinsel müssen nach jeder Benützung rein ausgewaschen werden. Ehe sie einen Kunden bedienen, haben die Barbiere ihre Hände gründlich mit Seife und heißem Waffer abzuwaschen. Barbierstube und Möbel müssen taglich gründlich gereinigt werden. Bürsten, Kämme, Messer, Scheeren und sonstige Werkzeuge müssen, nachdem sie braucht sind, in heiße Wasser oder sonst eine Flüssigkeit getaucht werden, welche Bakterien oder sonstiges Unge, ziefer zerstört. Barbiere dürfen ke?ne Medikamente für Hautkrankheiten verschreiben, ausgenommen, sie sind gesetz. lich berechtigte Aerzte.