Indiana Tribüne, Volume 27, Number 169, Indianapolis, Marion County, 9 March 1904 — Page 7

JnKt

ana Tribüne, 9. März 1904

irüirCrtrüirüü1rttir4tylrtt

Z

IDienst!

Kasernenroman in drei lugen Hvl &

Ndolpe? &tci1 j iUMi!-r. Y c WMMt (Fortsetzung.) Haben (sie eine Idee von dem heu tigen Felddienst?" fragte Hesse! plötzlich ganz unvermittelt dazwischen. ..Nein!" erwiderte der Reserveleutnant verblüfft. Warum denn?" Jch meine nur so!" sprach Hesse! gleichgiltia vor sich hin. und alle drei

schwiegen und horchten auf die letzten, leise verhallenden Klänge der Musik. Da trappten Hufe durch den Thorweg. Der .ompagnie-Chef ritt an. Mit der Miene eines Mannes, dem man eine interessante Neuigkeit mittheilt, nahni Hauptmann Besch die Meldung Elckes entgegen, wonach sich hier elf Untcroffiziere, fünf Spielleute und siebenundneunzig Mann zum Königlichen Dienst versammelt hätten, und zog eilig denn er war schon in Verspätungden Säbel. Wenn ich die Herren bitten darf, einzutreten" Die Herren traten, die blanke Waffe in der Hand, an die Flügel ihrer Züge. Gleich darauf schwenkte die siebente Kompagnie in Sektionen ab und zcg dröhnend an der reglos dastehenden Kasernenwache vorbei in's Freie. Das Städtchen ruhte noch. Nur hie und da ein mißtönend pfeifender Bäckerjunge, ein kothbespritzteö Fuhr, werk vom xianbe auf den leeren Gassen. Sonst regte sich nichts hinter den herab, gelassen en Laden, den träumenden Vorgärten, den wie verschlafen dastehenden Häuserreihen, an denen der Marsch vordeiaing. Nun kam die Vorstadt. Ohne Tritt! Rührt Euch!" lommandirte der Kompagnie-Chef. sich im Sattel umwendend. voglelch wurde dle Kompagnie langer und länger, der regelmäßige Marschtakt verschwand und machte einem verworrenen Getrappel Platz, die Gewehre lagen wie Kraut und Rüben über der rechten oder der linken Schulter, halblaute Ausrufe und Gelächter tönten ..us den Reihen. Der kothige. krumme Vorstadtweg zog sich lang hin. Zwei endlose Reihen niederer, verwahrloster Häuser, die sich wie Bettelvolk um die mächtig aufragenden Steinquadern, die schlank emporschießenden Schlote der Fabrik, vormals Giesecke, Kern und Komp.," schaarten. XSot der Fabrik füllten, als vie orn. zagnie herankam, dicke schwarze Menjchenklumpen die Straße. Zum Thei! boten sie das gewohnte Bild des Volkes der Arbeit, jene duntlen. einförmigen Gestalten, wie sie allmorgendlich, das Blechgeschirr unter dem Arm. die Hände fröstelnd in den Taschen, zur Werkstatt strebten. Aber diese Gestalten waren in der Minderzahl. Andere Arbeiter tauchten zwischen ihnen auf. in ihren Sonntagsroden und mit steifen Filzhüten, auf deren Krenlpe das rothe Federchen der Sozialdemokratie sich blähte, manche auch mit rothen Nelken im Knopfloch oder einem rothen Schlips. Sie hielten die zur Arbeit Gehenden vor dem Thore an. Ueberall standen Gruppen in halblautem, verbissenem Wortwechsel und trennten sich mit finsterem Achselzucken oder höhnischem Lachen. In der Thoreinfahrt standen zwei oder drei Herren, Bleistift und Papier in der Hand, und notirten mit ernstem Gesicht die Namen der Eintretenden. Neben ihnen am Eingang zwei Schutzleute. Das frostige Grau des Morgens gab dem Ganzen ein düsteres. beinahe unheimliches Ansehen. Vor der Kompagnie machte alles schweigend rechts und links Platz. Wieder sah Elcke. wie nach jenem Abend am See, daö finstere, verbissene Lächeln auf den Gesichtern der Proletarier, während die Truppe, neugierig nach beiden Seiten blickend, an ihnen vorbei und zur Stadt hinauömarschirte. .Was ist denn da los. Rother?" fragte Elcke den neben ihm gehenden Sergeanten. Er hatte eine dumpfe Er-

innerung. als sei unlängst im Kasino davon gesprochen worden, daß die Plebs demnächst aus dem Häuschen gerathen

würde. .Der 1. Mai. Herr Leutnant!" mel dete Rother. ..Heute wollen sie alle nich

arbeiten hier in der Fabrik nicht und in Berlin nicht und überall

nicht!.Ja. warum denn nicht?"

.Sie haben sich das so ausgedacht.

D?r alte Herr Direktor Giesecke bat freilich die drei Hauptkrakehler an sein Bett rufen lassen und hat gesagt: .Wer mir am 1. Mai nicht zur Arbeit

komm:, der kann gleich vierzehn Tage wegbleiben!' aber den Kerlen ist das

rn ganz egal!"

..Dolle Gesellschaft!" sagte Elcke. und

das Gespräch verstummte.

Aber während sie weiter und weiter

schritten, aus dem Stadtchen hinaus,

auf dem Ackerweg über die im Maien-

glänz leuchtenden, thaubeperlten Flu

ren und in die würzige Luft des knospenden Buchenwaldes hinein.

wurde der Leutnant den Gedanken an

diese Arbeiter nicht los. Merkwürdige

trotzige Kerle daS! Weigerten sich auf

einmal, sich für andere Leute abzu rackecn und ihnen da Gold für Hoch

zertsreisen nach dem Gardasee und sttl. voll eingerichtete, lauschige Villen und ungarische Bollölutjucker zu liefern! .Rahn wie viel verdient so ein Arbeiter ungefähr?" fragte er plötzlich den vor ihm schreitenden Musketier, einen hageren schwarzbärtigen Menschen, von dem er wußte, daß er ein gelernter Maschinenschlosser war. Das geht nach d,r Woche, Herr Leutnant! achtundzwanzig oder dreibig Mark!" So." sagte Elcke und dachte bei sich: also mehr als ein Leutnant! Denn der bekommt an Gage und Servis kaum hundert Mark im Monat. Freilich auch noch freie Wohnung. Aber was für Verpflichtungen dagegen!

Das Einkommen eines Fabrikarbeiters und eine Stellung auf den Höhen

der Gesellschaft! Das war ein Zwie-

spalt, den er nicht begreifen und nicht überwinden konnte.

Elcke dachte daran, dah der junge

Giesecke neulich einen Vetter bei den

Dragonern in der Nachbarschaft besucht und am selben Abend fünfzehnhundert Mark im Jeu verloren hatte,

ohne darüber auch nur einen Augenblick

seine rosige Laune einzubüken. Fünf-

zehnhundert Mark! Das bedeutete für

ihn, Albrecht von Elcke, die Dienstleistung eines ganzen Jahres, eine unabsehbare Reihe eintöniger Ererzierstun-

den in Sommerhitze und Winterfrost. bei tage und bei Nacht, eine Dienstleislung. die seine ganze Persönlichkeit wie in einem Bann hielt und Tag für Tag seine ganzen Kräfte von ihm for-

derte.

Freilich Giesecke diente auch, ob-

wohl er es nicht nöthig hatte. Aber wie

behaglich konnte der sich das Leben ge, stalten, wie leicht jeden Augenblick sei-

nen Abschied nehmen und mit vollen

Händen in den Schätzen des Lebens wühlen, während Elcke, der Sprosse des uralten Kriegergeschlechts, verbittert und entsaqend daneben stand.

jva enome ein langgezogenes ommando. Die Kompagnie machte am Waldrand Halt, marschirte in Zügen

auf und setzte die Gewehre zusammen.

Dann trat dre Mannschaft weq und

bildete, liegend und stehend, zwischen

den Bäumen schwatzende Gruppen.

Der Hauptmann war, da zum Bc-

ginn des Felddienstes noch eine halbe

Stunde fehlte, zu dem die Uebung l'eitenden Stabsoffizier vorausßeritten. Der Reserveleutnant, der an einem

starken Kater litt, hatte sich ohne Wei-

teres zu einem hastigen Sch'rnmmer in das thaufeuchte Gras geworfen. So

saßen Elcke und Hessel alle veisammen am Grabenrand ueven dem

Wege.

Erst nahmen sie nach altem Brauch

einen tüchtigen Schluck aus der Kog-

naktlasme. Dann warf Elcke seinen tö.taarrennummel weg uno onnzelre.

einen Grashalm zwischen den Zähnen,

finster in die bläuliche Ferne hinaus.

D" kleine Leutnant sah iyn von der

Seite an.

..Armer Kerl!" sagte er nach einer

Weile. .Heute ist ein böser Tag für

Dich!"

Ern Tag wie jede? andere!" erwi-

derte Elcke gleichgiltig. Ich habe damit abgeschlossen!"

..Hast Du das wirklich gelonnt?"

fragte der Freund.

Elcke schaute vor s:ch hin. ..Allein wär' mir's zu schwer gewor-

den!" saate er lanafam ich sonnte

machen, was ich wollte ich wurde den

Zorn und die Verbitteru ig nicht los-

im Gegentheil das wuchs von Tag zu

Tag und wurde immer schlimmer! Und da machtest Du diese Reise?" Da kam mir plötzlich der Gedanke an meinen Onkel den General!" Elcke zog eine neue Cigarre heraus, betrachtete sie aufmerksam und brannte sie an. Jch kannte ihn gar nicht. Ich wußte nur, daß er Kommandirender des dreiundzwanzigsten Korps war und in unserem Familienverband na, das kannst Du Dir ja denken eine Art Halbgott, ein Mann, vor dem sich alles in Ehrfurcht beugt. Da dacht' ich mir: .Wenn irgend Jemand auf der Erde Dir rathen und helfen kcnn. daß Du aus Deinen Zweifeln t,irauskommst. so muß es dieser große bedeutende Mann sein.' Na und da nahm ich zwei Tage Urlaub und fuhr die paar Eisenbahnstunden zu dem General hin" . . . Und was sagtest Du ihm denn?" Ich sagte ganz einfach: .Excellenz ich bin Ihr Neffe, der Leutnant von Elcke vom Regiment Prinz Marimilian. Ich bin irre an mir. an meinem Beruf, an meinen Kameraden, meinen Vorgesetzten an der Gerechtigkeit der Welt an allem. Wenn Euer Excellenz mich wieder auf den rechten Weg weisen wollen, so werde ich Ihnen mein ganzes Leben hindurch dankbar sein.' " ., . . . Und er hat Dir diesen Weg ge-wiesen?-Elcke nickte. Ich war den ganzen Abend bei ihm! Und er hat mir gezeigt, daß es ein Mittel gegen Zorn und Bitterkeit gibt das ist unsere Pflichterfüllung der Dienst! .Wer von Elcke heiß'.' sagte er zu mir, .der bringt seinen Beruf schon mit auf die Welt. Er ist von der VorsehuVg dazu bestimmt, sein Leben im Dienst des Königs und des Vaterlandes zu verbringen und seine Befriediguna darin zu suchen, daß er seiner

Vorsahren würdig wird, jener zwanzig

Elcke, oie im siebenjährigen Kriege für den Großen Friedrich fielen, und jener

Dutzende von anderen, die seitdem bei Leipzig und Waterloo und Königgrätz

und Saint Privat auf oem Feld der blieben sind.'"

Ja Gott winn's Krieg gäbe!" sagte der kleine Hqsel. Siehst Du das wandte ich auch ein." erwiderte Elcke eifrig. ,Wenn es Krieg gäbe. Excellenz ' meinte ich. ,ja dann wäre ich gewiß der Erste am Feind, und mein Leben gälie mir einen Pappenstiel wie unserem Vorsahren Achim. den sie mit sechzehn Löchern im Leib vom Schlachtfeld von Fehrbellin aufhoben aber der eintönige kleinliche Friedensdienst in der Kaferne ' Siehst Du da lieh er mich nicht ausreden! .Dienst ist Dienst!' sprach er und wurde noch ernster wie zuvor .und im Dienst gibt es nichts Kleinlich?. Ob Sie im Kugelregen eine Batterie stürmen ober auf der Regiinentskammer die Brotbeutel nachzählen, die wir zur Mobilmachung brauchen, das ist ganz dasselbe. So oder so dienen S'.e Ihrem König und Ihrem Vaterland. Und dienen ilnen im Fri:den viell?icht noch mehr als im Kriege! Wenn jetzt unser Deutschland von allen Vöskörn gefürchtet und bestaunt wird, wenn unser Handel die cnt Welt umspannt, wenn wir Kolonien haben und tausend andere Dinge, die unsere Vorfahren nicht einmal zu hoffen wagten, dann dürfen wir Offiziere mit gerechtem Stolze die Hand an den Säbel legen und uns sagen: Das ist unser Werk! Wenn auch der Säbel in der Scheide bleibt, Jahre und Jahrzehnte unsere Geg ner wissen trotzdem, daß er scharf gr schliffen ist. Und ihn auch in Zukunft. so weit wie ein Jeder vermag, scharf geschliffen zu erhalten, das scheint mir eine Aufgabe, die wohl das Leben eines Elcke ausfüllen und über der er ein

Mädchen vergessen kann!' " Ist der General verheirathet?" fragte der kleine Hessel philosophisch. Wein, Junggeselle!" Das dacht' ich mir!" sagte Hessel. Elcke achtete nicht darauf. ..Jetzt sehe ich den Dienst mit andern Allgen an," sagte er, und finde ineine Befriedigung darin. Ich denke gar nicht mehr daran, daß wir in diesem armseligen Ackerstädtchen hier vegetiren. Ich stelle mir vor.' wir ständen an der Grenze des Reiches, wo es jeden Augenblick losgehen kann, und hielten Wacht nach Westen oder Osten und kümmerten uns den Kuckuck darum. was hinter unserem Rücken los ist. .Die alen Ordensritter.' sagte der General, .haben es auch nicht anders gemacht. Die ließen die Weiber sein und hielten daö blanke Schwert in be: .Hand.' " Na ja. das ist ja ganz schön'' Fessel beschattete mit der Hand die Augen. Wenn Du dabei bleibst" Elcke sprang auf. ..Dabei bleibe ick." saate er Rnftt uno Dann weroe :cy ia,iten.ua) oocy einmal die Verliebtheit los" In der Ferne galoppirte der Hauptmann heran und gab mit erhobener Rechten ein Zeichen. Elcke rift den Säbel heraus. Die Klinge zitierte und flimmerte in der rühlingesonne. An die Gewehre!" hallte seine metallisch gellende Stimme. Gewehr in die Hand! Daö Gewehr über! Bataillon soll chargiren! Geladen! Mit Sektionen rechts schwenkt im Laufschritt marsch marsch!" Mit Staub und Schweiß bedeckt,

müde schlurfenden Trittes kam gegen

Mittag die Kompagnie vom F!ldoienst

zurück. Auf demselben Wege, auf dem ste

ausmarschirt war, zog sie wieder in da3

Städtchen ein. durch die krumme, kcthige Vorstadtgasse, an der langen ZZront der Fabrik vorbei. Ein halbes Dutzend Schutzleute stand an deren Eingängen. Gruppen von Frauen da und dort auf der Strafte und in den Hausfluren, halbwüchfige Burschen' dazwischen, den Hut in's Genick geschoben, die Hänoe in den Hosentaschen. Kinder in Menge. Auf dem Trottoir, hart neben dem Thor, war eine große Blutlache, weithin von vereinzelten Spritzern um-

geben. Eine Kette von breiten Tropfen zog sich von da in daö Innere des Gebäudes. Vorhin haben sie ihn niedergeschlagen. wie er zum Mittag au der Fabrik kam" meldete ein Schutzmann dem Kompagnie-Chef. indem er neben dessen Pferd hercting. Weil er ein Stritebreche? wär' sagten sie und er nannte sie Lausbuben und da gab so ein Wort das andere Sind die Kerle verhaftet?" Schon im Amtsgefängnih. Alle drei. Aber heute Abend, wenn's dunkel wird, da sieht's bös aus. Ich weih nicht, wie wir paar Mann da mit den Leuten fertig werden sollen, wenn die Arbeiter nach Hause gehen " ..Es ist ja Militär genug da." sagte der Hauvtmann kühl zu dem neben ihm schreitenden ElcZe und entließ den Schutzmann. II. Von dem Thürmchen oben auf dem Kasernendoch hallten fünf blecherne Schläge. Und wie ein Echo klang es unten im Hofe dagegen: Die siebente Kompagnie! Weggetreten!" Das war ein willkommenes Kommando für alle, die sich da im Schweiße ihres Angesichts am Querbaum mühten und mit krampfhafter Miene über die dünne Schnur des Sprunggestells hllpften. Willkommen auch für die Kar geraden, die am Tau. an Stange und weiter emporklommen, die täppisch aus dem Schwebebaum balancirten oder

das Bajonettirgewchr regloö vor sich mit beiden Händen ausgestreckt hielten. Willkommen ganz besonders für die Abtheilung, die gerade am Eskaladier. gerüst auch die Knochenmühle genannt angetreten war und sich nun des unangenehmen HerabgleitenS an der fünfzehn Fuß hohen Holzwand überhoben sah. In raschem Gewimmel drängten sich die weißgekleideten Gestalten den Thuren zu und polterten die Treppe hinauf zu ihren Stuben. Elcke folgte ihnen langsam. Ein Stockwerk um das andere stieg er empor, durch die Reviere der siebenten und der achten Compagnie. Am halbdunklen Flur der verheiratheten Unteroffiziere vorbei, von wo Kindergeschrei erscholl und Küchendunst sich durch das Revier verbreitete. Dann noch eine Treppe höher durch das Gebiet der Elften, deren Mannschaft die großen Tische auf den Flur gestellt hatte und an ihnen unter brüllendem Gesang die Gewehre putzte, höher und immer höher bis zu dem Boden, wo sich die Kompagniekammern befanden. Eine Reihe von Verschlügen füllte den Raum, durch hohe, mit Vorhängeschloß versehene Holzgitter nach außen gesperrt. Davor standen, für etwaige Feuersgefahr, die großen Bottiche mit Wasser, über dessen glasigen Spiegel die Fliegen summten. Eine seltsame Atmosphäre von Tuch und Leder, von Kampfer und Staub lag über den Dingen. 5hi der Ecke saß blinzelnd eine weiße Katze. Der Kammer-Unteroffizier erwartete den Leutnant bereits und empfing den

Beseht, zunächst den Bestand an Tuchröcken dritter Garnitur nachzuweisen. Er holte die Ballen herab, legte das Kammerbuch daneben und begann sein Werk. Eintönig schlugen die Zahlen an Elckes Ohr. Er gab sich alle Mühe, ihnen zu folgen, den Unteroffizier zu kontrolliren umsonst. In seinem Kopfe hämmerte und pochte unablässig ein einiger Gedanke, und selbst das Schnarren des Unteroffiziers vor ihm schien sich ihm immer wieder in die Paar Worte zu verwandeln: ..Run sind sie Mann und Frau!" Mechanisch beugte er sich vor und faltete einen Rock auseinander, um zu sehen, ob das Tuch keinen Mottenschaden genommen hätte. Aber während er es an's Fenster hielt und seinen dunkelbläulichen Glanz prüfte, wiederholten seine Lippen unmerklich miede: Nun sind sie Mann und Frau!" Seit einer Stunde Mann und Frau! Staat und Kirche hatten ihren Segen dazu gegeben. Nun war alles in Ordnuna. Nun rüstete man den .ftorfWirä icyinaus. s verjammellen licy Die Gäste, es erschienen die Kamerad in Waffenrock und Epauletts, und mit salbungsvollem Gesicht der Garnison Pfarrer. Und zwischen ihnen, von allen

Seiten umdrängt und beglückwünscht . . ..Zusammen einhundertdrei Waffen, röcke, Herr Leutnant! Von den drei, die an den einhundertsechs im Kamme.buch fehlen, einer dem Portepeefähnrich Döring auf die Kriegsschule zu Han nover mitgegeben, einer dem Sergeanten Kühn zur Schießschule in Span, dau, einer dem Unteroffizier Winkle?, um sich bei dem Bezirkskommando in Wiesenthal als Schreiber vorzustellen' Elcke fuhr auf. Was?" sagte er rauh was erzäh-. len Sie da für Geschichten?" Der Unteroffizier wiederholte die Meldung. Elcke gab sich einen Ruck. ist gut! "Nun die Kochgeschirre und Feldflaschen!" Der Unteroffizier klapperte und rasselte geschäftig in einer dunklen Ecke zwischen dem blinkenden Metall, und die Zählung begann von Neuem. Sie muß schön ausgesehen haben," dachte Elcke. ..... in dem Spitzenschleier und dem weißen Schleppkleid. Weih stand ihr immer gut trotz ihrer blonden Haare und heute nun der Kranz darauf " Der Unteroffizier richtete sich auf. Ich habe mich verzählt. Herr Leutnant!" meldete er kleinlaut. Wenn der Herr Leutnant nou; einmal .nach-

zahlen wollten Elcke schrak zusammen. Also so thust Du Deine Pflicht!" schoß es ihm durch den Kopf. Der Mann konnte Dich in diesem Augenblick hintergehen, konnte Dir vorzählen, was er wollte, und Tu hättest es mit Deiner NameisUnterschrift im Kammerbuch besch!niat " yq weroe seltw nachsehen!" jagte er hastig her mit dem Zeug!" Nun war er ganz bei der Sache. Im Geiste sah er ivieder den General vor sich sitzen; wieder warf die Lampe ihren Schein auf die starren Züge, denen Wind und Wetter ebenso wie durchdringende geistige Arbeit ibre Falten eingegraben hatten, und wieder horte er seine Stimme: Ob Sie im Kugelregen eine Batterie stürmen oder auf der Regimentskammer die Brotbeutel nachzählen, das ist ganz dasselbe. So oder so dienen Sie Ihrem König und Ihrem Vaterland." Und mit verdoppeltem Eifer zählte er nun mit dem Unteroffizier, während um sie her die Kochgeschirre klapperten und klirrten. Da stand plötzlich wie aus der Erde gewachsen sein Bursche vor ihm. In dem Lärm hatte er seinen Eintritt nicht gehöu. Was gibt's?" Der Herr Hauvtmann lassen fragen, ob denn der Herr Leutnant da Alarmsignal nicht gehört hätten?" Alarm?"

Zu Befehl! Das zweite Bataillon wird alarmirt. Eben tritt die Kompagnie an!" Der Bursche reichte ihm den Helm, dn er in der Hand hielt. Elcke stülpte ihn hastig auf den Kopf und warf, die Schuppenkette unter das Kinn ziehend, seine Mütze auf den Tisch. Räumen Sie das Blechzeug auf. Ich revidirc morgen weiter!" rief er dem Capitain d'armes zu und eilte in großen Sprüngen die Treppen hinab

in den Hof.

.euer ' Signale.

ch

Wie in einem Ameisenhaufen, den der Stock des Borübergehenden aufgestört, wimmelte und wirrte es in der Kaserne durcheinander. Am Eingang war die Wache unter Gewehr getreten, und der Hornist wiederholte mit fcuerrotben Backen und feuchten Augen unaufhörlich daü Alarinsignal. Mit dem Trompetengeschmetter klang dumpf in der ThorWölbung das Gepolter der Mannschaften wider, die in schwerfälligem Lauf' schritt, das Seitengewehr mit der Ljn-

ken erfassend, einzeln und in Trupö von der Straße hereinkamen und die v

Treppen hinauf zu ihrem Revier stürmten. Dort scholl das Kommando der Unteroffiziere, die ihre Korporalschaften verlasen, das Fluchen der Einjähricen. die ihren Putzkameraden und ihre Dienstsachen nicht finden konnten, der schwere Tritt der abmarfchirenden Abtheilungen, Thürenwerfen, das Klirren eines aus der Stütze fallenden Gewehrs zu einem betäubenden Lärm zusammen. (Fortsetzung folgt.)

SchwereBeschuldigungen gegen einen französischen Schiffscapitan sind von dessen Mannschaft erhoben worden und haben den Marineminister Pelletan zur Einleitung einer strengen Untersuchung veranlaßt. Der Capitan, der das zwischen Frankreich und Neu-Fundland verkehrende Schiff Amilie Pilsia" führte, ist tt dächtig. auf einer seiner Reisen furchtbare Greuelthaten veranlaßt und geduldet zu haben. So waren an Bord einem 18jährigen Matrosen Gaffrique beide Ohren ausgerissen worden; dem Verletzten wurde keine Hülfe gewährt. und er starb an Verblutung. Vor der Leiche des armen Burschen soll der Capitän eine scherzhafte Rede gehalten haben. Als ein Matrose Namens Josmin drohte, wegen dieser unerhörten Vorgänge nach der Rückkehr nach Frankreich Anzeige zu machen, wurde er ergriffen und in's Meer geworfen. Des Capitäns Bruder stieß den Unglücklichen, der da Schiff schwimmend wieder zu erreichen suchte, mehrmals mit einer Stange zurück, trotzdem gelang es Josmin, an der Bordwand emporzuklettern. Auf Deck angelangt.

erhielt er aber einen Dolchstich in den Rücken. Der Watrofe Solia. der den Kameraden verbinden wollte, wurde mit Stockschlägen fortgetrieben. Josmin starb nach einiger Zeit, sein Leichnam wurde zum warnenden Beispiel für die übrige Besatzung entkleidet am Mast festgebunden. Folgende drollige Geschichte wird aus Rußland gemeldet: Eine Bäuerin aus dem Dorfe Bjclostotschek (Gouvernement Wilna) besaß am Tage vor einem Feste keinen einzigen Kopeken und fühlte sich erklärlicherweise deswegen sehr unglücklich. Was sollte sie beginnen, um zu Gelde zu gelangen? Ihr Mann war als unverbesserlicher Taugenichts weit und breit bekannt, auf ihn war nicht zu hoffen. In ihrer Noth wandte sie sich an ihre Nachbarin, ein nicht unbemitteltes älteres Mädchen, mit der Bitte, ihr einige Rubel zu leihen. Das

Fräulein verlangte jedoch irgend eine

Garantie. Selbst die feste Verstehe

rung, daß ihre Schuldnerin das Geld ratenweise zu tilgen bestrebt sein werde, half nichts. Ja, was soll ich Ihnen für ein Pfand geben, ich besitze wirklich nichts mehr, was noch irgend einen Werth hätte," rief die arme Frau in ihrer Verzweiflung. Vielleicht nehmen Sie meinen faulen Ehemann als

Pfand an?" Nun erhielt die Bäuerin

wirklich das gewünschte Darlehen und

machte sich damit freudigst auf den Weg in daS D?rf, um einiges für die

Wirthschaft zu besorgen. Dre Idee,

der Nachbarin ihren Mann als Pfand anzubieten, erschien ihr als drolliger Einfall, dem sie keine ernste Bedeutung

beilegte. . Wie groß war aber ihr Er

staunen, als sie bei der Rückkehr in ihre Wohnung ihren Mann nicht vorfand. Er war mit der Darlehnsgeberin ver-

schwunden, und niemand wußte, wohin

daS Paar sich begeben hatte. Die ver

lassene Frau stellte auch keine ernsten

Nachforschungen nach dem Pfande

an. da sie recht froh war, der Last

ledig zu sein.

AufderiüngftinFreöno.

Cal., abgehaltenen Staatsconvention

der Obstgartner erklärte ern Redner,

daß während der letzten zwanzig Jahre

in California 40.000 Acres Weinreben

durch Krankheiten zerstört worden

seien. Der Schaden beläuft sich auf

annähernd 40 Millionen Dollars.

Superlativ. Nicht wahr, Herr Leutnant, ein Bruder Ihrer Frau Mama ist Universitätsprofessor?" Allerdings, fage Ihnen, 'n blödsinnig geistreicher Mensch!" Ihr Standpunkt. Sa gen Sie, Karoline, wollen Sie eigentlich nicht heirathen?" Nee. gnä'ge Frau ich verlange immer rücksichtKvolle Behandlung!"

t PnmftzkV nfc Market Sngl!sh'Optrn.Haut ast und Nw yvrt 7 Noble und vttchigan 4 N. Jersey u. Stoff Im b Pme und Norch

0 fJUuttt und Pm,

'l 8awu nah Snft ' Sig. k Eprttzenhau

Vaff. ix nahe SZobk

is DtwUMtt und Walnut 14 .Jtrsev u Eenttal.

16 Mass, und arnell V

. Asb m.d 11. kratze

4) Park Im und 11 Et?

.8 Eolumbta undHtllfld

i9 Hlghland v u. Pratt II Jllinot und Lt. I

Pennsylv. und Pcatt 44 Meridian und ll. St, L No. 6 Spritzenbaut 16.

nah Jllinvts

26 Senate vu.tFlatr

2? Illtnoiundtchtaan P, sylvanm und 14. .'S Senate ve. und lt.

3i 9lo. l Sprttzenbaut Ind ArenaheVichiga Rertdu und alnut

u alifornta u Ocrrntrn

U Mak rdw vor Ind. ,. u. Ct Ifltr 17 itd Hospital : Blaß, und Rorttz 5 ichttzun und Lnkt tl No. t Spritzenbaut Washington nad eft sendors u asb. 4t tffouri u ew Vor, 6 Meridian u asb Jlltno und C4 17 apttol v. u asb 4 Kmgan't Portbaul 4t Snaßmbabn mU . aMngtan Str ll ste. 10 Spritzenhaus Jllinot u errtll JUinoit u outftana M Best und South eft und kth M Senat, v. u Henry 47 Meridian und Ray o. 4 Spritzenhaus adonv.uor-.-it Vadiion v.u Dunlop n Ste Hakn Leiterhaut South nah Delawan i Penn, u terrlll 4 tX'ttar n VteSart

t Saft und!

Jersey.

7 irg. v. u vradshaw Saft und P?owt Vicring und High n 94. ll Spritzenhaus Str ve. nah Huro rt Saft und orgia n da, und Elm r Davidson u Georgts m Englisd v. u Pt ' Sheldy und ata t No, 8 Spritzenhaus Prospekt nahe Shelbh ' Fletcher v. u Shelbtz A Markt u. New Zersetz Delaware und Vash. aft Masdtngton it New york u.Davidjot' 6 Taubü ?innnen Anstalt ver. Staaten Arsenal '7 Ortental und Last. 19 FraueRsormat. n Ste. 13 Spritzenhaus Maryland nahe Mer. 2 Mrrtdian u. Oesrqta. Meridian und South 4 Pennsylv u. Louiftana '5. Virgtnt v u. lab. Hatquanicr. 17 Srand Hotel. H Sapitai ve und Vhle !3 No, 16 Spritzenhaut 1. und Ash. 24 Alabama und 1. 86 Central Xtt und 14. 36 Dande und 16. 7 rookstde und Jupiter En tral Ave und 17. 9 Delaware und 1. ZI Alabama und 11. 3 BellesontSin und . 4 olleg Ave und 56 Delawan und 13. 6 Alabama und Sterth 87 Rewmann und 19. 3S College Ave und 14. EorneU Ave und l. 41 7)antx unU 19. 4 Htgtzland Im und 10. 43 Tkcumscb und 10. 46 New Jersey und tft. 4 Alvord und 17. 47 Ste. 8 Spritzenhaus HiUfU Ave und Is. ,4 Kollege ve und . 4 ollkgk v und 7. 61 Part ve und tt, M lau. Bahn u. 164 Ramsey v und 10. IM Ttoughion u ewmen 67 Atlas und Pik. i68 Bloyd und Pawpaw. ,59 Ste. 1 Spritzenhaus rightwood i- rden und Depot i6 Briaonvood und 88. 64 ural und Bloyd 166 St. klatr u. Keystom !7 Arsenal v UN- tt. Bellesk-itain und .

Ist Pa Av und 19 III apttal rd IT. 1 ennsvlv. u. iehiaa, 14 Illinois und 0. 1s Senat ve und N. is Pnnsvlvanta und n.

H17 Meridian und 1. 818 Eapttal ve und 84. 1 Sroadtvay und 10. 1 Illinois und McLea 4 Ste. 14 Spritzenhaus ltmwosd und 30. 466 Illinois und 8. 886 nneua und 80 837 Ste. 8 Spritzend xui Udell und Staöer Itt Udkil Sadder or 8 Jiabel und 87. 141 Meridian und 4. 141 Illinois u St. fe 43 Sldridg und 88. II West uud alnut 1 West und 1. 14 Howard und lt. 316 korbet und Paca tit apttal v und T 817 Northwestern Ave 18 ent und lt. 318 Kanal und 10. 884 Serealin, Works 4 Vermont und Lynn 886 Vt8maku tZ?andvtA 8 Ste. 18 Spritzenhaut HauGhvill. 4? Miehiaan u. Holmet, Itt ichigan u. Eoncord 841 West und rIntyro 818 Miftouri u. Maryland 41 Mftourt und Dhw 416 Capital Ave - eorg 411 Migouriu fteniuSyA 417 Senat v ll. ffi 431 P und p.undUs . Washington. 4 JrnnHow'tal. 484 Miley v .ZsVuW 486 ash and Harr 988 Ste. 1t Spritzennch . Washiigtou 887 Dltver und ireh 888 Oliver und Osaood 41 Sterdvk und vork 881 Hasley v i. orri 888 Siiver ve u. Morris 454 River ve und atz 486 Harding u. Big 4 ? 438 Harding und Oltfrl 47 ste. 16 SprtterihO Vterris und Harbins.

I eilnu und tfjfr

IM arnb6ft und Bticje 67 Nordyde Ave a.

61 West ud Siech

6l enwechllv.!

614 erid,, und VterrN 618 Jklinoit nd emto 617 ornt nd Dakota tlt Vterrtt und Ehurch 616 apitae , WcttrK 881 endtar. und Palm, tat Pu un, Lord 4 VUWor Um u etnccl m Mmdian und veUVV 887 Esr.54 und Ratz 888 Meridian und riroo 11 Meridian u. taywni 631 ertfetan u. W.Oi. ' 68 o. 17 tetiltznaf Morris nahe IS 818 McKern'-. und Dud 811 aft u. Lincoln La 614 Säst und Setcher 816 Wright und Send 817 McEarry nd Seazy 818 Ste Jersey u Siv 8 Tlt Spruce und Prosperl Tlt nalish v. u. Laur 714 Stadt Ave u. veli? 716 Sheldy uud eecher 718 State o und Orange 718 Orange und Saunt 718 Sheldy u. Si'.taa 711 Lezington u ?uH 788 Fletcher Aveu. Oprued 714 State Ave u. PleasaT 7 Prospekt und leasan' 788 Orange und Harla 7 Liberty und Men 788 völ und South 8 Ste. it Spritzenh-ut Oft WashwaMl S' 1, Markt und Noble 14 Ohio u. High land 8 81$ Mudtaan u. Htghlanl 816 Markt rsenc 8 ,17 Oft lair und Union ahn Seieist Ui tztan Handle Shopt 83 Vermont und Wal ash. und State tz. 88 Maddn's tonn, Aas ttt kuek? und Dorkd 87 er, uud ka4ta AB ttt No. 1t Splltztiihaut Be nchchi888. 8l Southeastern tlv uud oodsid. 88 ash. und Dearvorv 84 Southeastern nd Kl44Ut8A. Re Vor? v Xencplt

IS Jlknvit i Illinois irnl 14 Senn, m 916' Delawar, ,

Gpezial.Giznale. trfttn 8 Schlage. Pvetter Alarm, -sweiten Schläge. drMer larm. dritte 8 chlaa, viert lärm. t-t-1, Feuer aus nd Schlauch ausgerokl. , Schlag. Wsfserdruck ad. tt Schlage, 18 Uhr Mittags.

5Di V hetzeichntlin Signae werden '

wachte? angegeben da an den betreftendeu StratzoV

OKlOÄZO

a

und der große Nordwefte 18

CTirrniraiiinn

i

lak-tkwt,-8Sht!w1'tne Jnkl. vier tägliche Schnellzüge nach Chicago. V on der 9nn 47. Gtr. Statt, kdiceg. 8 nur 6 wüten mittelst elektrischer ar nach den Nt9 Viehdbse French Tick Spring, In dem Orange ounty Hochland. fiaUitnHU nter neuer esfttzlMuna. Pluto, Proserpt lnd letz Quellen. Vesset treralwafer der elt. Äoet Ltte ttalich reeueastle Ltkkekdsftcen : Un,on Station, afiachusettt v nd Bis Washington ttttze. ..Alge,

JftTift an. lort, Snd,8nap9lis. And

18 II.

m mtm k tz. e e d

nuM. um, Uten, III.

6. nciit i

Hrts. nd Se 9ot-

((

. H.8ckkil.

fjemmiiiwr