Indiana Tribüne, Volume 27, Number 168, Indianapolis, Marion County, 8 March 1904 — Page 3

Jndtana Tribüne, 8. März 190.

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Socialisten gebe ihr Blut zur Vertheidigung des Vaterlandes.

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Zweite Beschießung vladivostock's nicht bestätigt. Russ. Rrew zer in gefährdeter kage. Rriegs-Contrebande. Chinas Neutralität. Warnung an Bulgarien.

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Deutschland. ArenbergFall im Reichstag. Berlin,?. März. Im Reichstage kam heute beim MilitürBudget der be kannte Fall des Prinzen Arenberg (da gegen ihn verhängte Urtheil we gen Ermordung eines Negers wurde kürzlich wegen GeifteSgörung zur Zeit der Begehung der That aufgehoben) zur Besprechung. Bebel (Socialist) verlangte vom Kriegsminister Auskunft über den Ein tritt Arenbttg's in die Armee, der von Kindheit an physisch und moralisch nicht zum Offizier qualificirt gewesen sei, als Offizier die größten Brutalitäten unge straft begangen habe und dafür nach Afrika geschickt worden sei. Man ver sichere doch stets, daß die Offiziere der Colonialtruppen ausnehmend fähige Leute fein müssen. Nach einer Antwort des KriegSmi. nisterS, welcher die Militärverwaltung zu entlasten suchte, sprach B. wieder und erwähnte dabei, fast alle Pioniere seien Socialisten. Sie können keinen erfolgreichen Krieg ohne uns führen. Wenn es steh darum handelt, für die Existenz unseres Vaterlandes zu fechten, so find wir bereit vom Jüngsten bis zum Altesten das Gewehr zu schul tern und Mann bei Mann zu mar schiren. Hierauf gebe ich Ihnen mein Wort und wir werden kämpfen bis zum letzten Athemzug. Aber die Armee muß die Kritik vertragen können und es

herrscht in ihr eine geradezu kindische

Angst vor den Socialdemokraten."

Der Kriegsminister erwiderte noch

malS, betreffs B.Gelööniß seine Zufrie. denheit äußcrr'), zugleich aber auch Zweifel an der Erfüllung.

Vom Kaiser. Berlin, 7. Mürz. Der Kaiser eidet an einer schweren Erkältung und

wird am Begrübniß des Feldmarschalls

Grasen Waldersee. das jetzt auf Don nerstag angesetzt ist, nicht theilnehmen.

Er wird entweder durch den Kronprinzen oder seinen zweiten Sohn, Eitel

Friedrich, vertreten.

DaS Wetter im ganzen Reiche ist un

gewöhnlich streng.

Hannover, 7. März. An die

Gräfin Waldersee sandte der Kaiser

olgende BeileidS-Depesche : Kgl. Schloß, Berlin. Ich und die

Kaiserin empfinden herzliche Theil nähme für Sie bei Ihrem schweren

Verluste ; denn wir wissen, was Sie in

ihm, der zu Gott einging, besaßen und jetzt verloren haben.

smx mir trauert die Armee, die zu

ihm als erlesenen Führer im Falle eines ernsten Krieges aufblickte. Mir wird

in ihm ein alter und theurer Freund

entrissen. Möge Gott Sie trösten und

stärken.

Wilhelm, Rer. Bank'Krach.

Berlin, 7. März. Brendel &

Co., ein minder bedeutendes Bankhaus,

ist heute verkracht. DieFirma, 1378 ge

gründet, soll durch Unterschlagungen

eines durchgebrannten Angestellten in

Schwierigkeiten gerathen sein.

Die Berbindlichteiten von Brendel &

Co. betragen höchstens $500,000. Der Casfterer, welcher den Zusammenbruch

der Bank, deS ältesten Berliner Finanz

hauseS verschuldete, heißt Johannes

Reinhardt. Er verschwand am Samstag

mit Hinterlaffung einer Note an seine

Frau Lebe wohl, Liebe, eS thut mir

leid, aber ich konnte nicht anders H Reinhardt führte insgeheim ein zü

gelloses Leben. Wie man an der Börse heute erzählte, verkaufte er kürzlich der

Firma gehörige Werthpapiere im Be trage von 1150,000.

Vor der Bank hatten sich heute etwa

150 Gläubiger angesammelt; eS wurde

ihnen keine tröstliche Kunde zu Theil. Ost-Asien. Angeblich nochmaliges Bombardement. V i n k o w, 7. März. Eine amt

liche Depesche meldet, daß die Japaner Bladivoftock nochmals beschießen. Durch

andere Quellen findet diese Nachrich

keine Bestätigung.

London,?. März. Eine PeterS. burger Depesche an die Central NewS"

besagt, daß nach Telegrammen aus

Bladivoftock sich heute Bormittag 10

Uhr 7 japanische Schiffe jenem Hafen

näherten, etwa um Mittag in die

Usuri Bay eindampften und nach

einigen Evolutionen seewärts abfuh

ren.

Rufs. Kreuzer angeblich

zwischen jap. Geschwa d e r n. London, 7. März. 7 Uhr Abd.

Bis zu später Abendstunde hat die jap. Gesandtschaft noch keine amtliche

Mittheilung über die Beschießung von

Vladivostock. Man glaubt, daß die Japaner jetzt zwischen dem russischen Kreuzer Geschwader und Bladivoftock sind; daö russische Geschwader befindet

sich allem Anscheine nach in der Nähe von Posfiet Bay.

Russische amtliche Depeschen erwäh

tun Die es Ge cowaoer nicht, wesvalo

man zu der Annahme berechtigt ist. daß die japan. Kriegsschiffe daS Geschwader von Vladivostock abgeschnitten haben. Die ruff. Schiffe wären damit in ge fährdeter Lage, da sie den Geschützen

des japan. Geschwaders vor Vladivostock

oder jenes vor Port Arthur ausgesetzt

sind, bevor sie in einen ruff, Hafen ge

angen können.

Von Alexieff nicht b e

? ü t i g t. St. Petersburg, 7. März.

Vicekünig Alexieff depeschirte dem Zaren unterm heutigen Datum aus Mukden:

In Ergänzung meiner DeSesche vom rw l 0 m w 4. m

o. 'man meioe icy evrsuratSvou. oa

um 1 Uhr 15 Nachmittags 5 von 7 feindlichen Schiffen auf die Forts Su

waroff und Linewitsch, aufZdie Stadt, die Rhede und auf daS Thal des Oby aßnenije-FluffeS Feuer eröffneten.

Das Feuer währte bis 2:15. worauf

das japanische Geschwader südlich ab

dampfte, um 6 außer Sichtweite kom

mend. Weder Batterien noch Befefti' gungen erlitten Schaden. In der Stadt wurden ein Matrose verwundet

und eine Frau getödtet.

Nach eben eingetroffener Kunde

schien der Feind heute Morgen 8 Uhr

wieder in Sicht deö Forts.

Eine spätere Depesche deS VicekönigS

sagt :

Nach Meldung vom Vladivostock

Commandanten verursachte die gestrige Beschießung dem Hafen keinen ernst

lichen Schaden. Die Festung erwiderte das Feuer des Feindes nicht.

Heute Mittag kam der Feind aber

malS in die Affuri Bay und näherte

sich dem Punkte, von wo aus er den

Hafen am 6. beschoß. Hierauf fuhren die Japaner wieder nach der offenen

See. DaS Bombardement. Vladivostock, 7. März. Die letzte Nacht verfloß ruhig. Bürger und Truppen sind in zuversichtlicher Stim mung. Nach Japanern wird die Stadt scharf durchsucht. Die Polizei setzte eine Belohnung für Mittheilungen über

ihren Aufenthalt aus und droht Jedem mit standrechtlichem Verfahren, der einen Japaner verheimlicht. Der einzige Schaden durch die ge ftrige Beschießung durch die japan. Flotte besteht in Tödtung einer Frau und Verwundung einiger Männer. Von Gebäuden wurde nur die Holzhütte eines Handwerkers zerstört. Hierbei kam auch die besagte Frau um'S Leben. In dem unter dem Namen die schmutzige Ecke" bekannten Stadttheil fiel eine Granate auf das Hauö deS Obersten Shukoff ohne zu explodiren. Das Geschoß ging durch ein Schlaf zimmer, den Ofen zertrümmernd, und fiel schließlich in der Nähe der Regi mentS'Kaffe nieder, die im Hofe stand. Ein dortiger Wachtposten wurde mit Schmutz bedeckt, aber nicht verletzt. Durch die Explosion einer Granate im Hofe der sibirischen MarineBa. racken erlitten 5 Seeleute unbedeutende Verletzungen. Da Angriffs . Geschwader bestand, wie man jetzt glaubt, aus einem Schlachtschiff, 4 Panzerkreuzern und 2 gewöhnlichen Kreuzern.

Liberale Forderung. Moskau, 7. März. Die MoS kauer Zemftro schlägt die Einberufung einer Versammlung von Zemstro-Dele gaten aus dem ganzen Reiche vor, um Über die Sammlung und Vertheiluna von Fonds für das rothe Kreuz zu be rathen. Eine solche DelegatenVersammlung bildete seif lange einen Lieblingsplan der Liberalen. K b a r k o f f, 7. März. Die hie fige Zemftro bewilligte ß750,000 für den Krieg, 250,000 für daS rothe Kreuz und 500,000 zur Disposition deS Zaren. Fingerzeig für Ferdi n a n d. St. Petersburg, 7. März. Eine Depesche deS Zaren an den Für ften Ferdinand von Bulgarien, am Jahrestage seiner Bestätigung als Fürft durch den Sultan gesandt und das starke Band zwischen Rußland und den slavischen Völkern betonend, gilt der Preffe als Ankündigung von Sei ten Rußlands, daß es durch den Krieg seine Aufmerksamkeit nicht vom Balkan abhalten läßt. Dementi Kurino'S. Berlin, 7. März. Der frühere japan. Gesandte tturino in PeterS bürg stellte heute in Abrede, daß sein AbschiedSSchreiben an den Grafen Lamödorff irgend einen auf die Politik bezüglichen Inhalt gehabt habe. Russische Excesse. Söul, 7. März. Die russischen Soldaten in der Umgegend von Anju begehen alle Arten von Exceffen, Schän dung eingeborener Frauen und Raub züge bei jeder Gelegenheit. Korean. Soldaten griffen am Frei tag den 4. März eine Abtheilung solcher Marodeure an und tödteten 30 von ihnen. Bei einem Zusammenstoß zwi schen Russen und Koreanern am Kang Ge sollen erstere über den Jalu zurück getrieben worden sein. Balfour über Kriegs Contrebande. London, 6. März. Im Unter Haufe bezeichnete heute Minifterpräsi dent Balfour die Erklärung Rußlands, es wolle Kohle als KriegScontrebande behandeln, als von höchster Wichtigkeit. Der Premier wies darauf hin, daß der russische Bevollmächtigte auf der West. Afrikanischen Conserenz zu Berlin im Dezember 1884 anläßlich ver Neutrali sation deS Congo erklärt habe, Ruß land würde niemals die Auslegung an nehmen, daß völkerrechtlich Kohle als Contrebande zu betrachten sei, sei eS am Congo oder in irgend einer anderen Gegend. Im Hinblick hierauf ergreife

die britische Regierung Schritte, um genaueren Aufschluß über die Jnterpre tation der russischen ContrebandeEr klärung zu erlangen. China und Neutralität". Tokio,?. März. Trotzdem Ruß land China dazu drängt, das Gebiet westlich vom L iao Fluffe neutral zu machen, bleibt Japan anscheinend ruhig, da eS die Reservation machte,

daß im Falle der Gewährung dieser

Begünstigung an Rußland Japan jeden

chinesischen Gebietstheil, der für feine

Operationen nothwendig wird, benutzen würde. Sympathie. Adresse.

P a r i S, 7. Mürz. Der Stadtrath

beschloß der Petersburger Etadtver

waltung eine Sympathie Adresse zu

senden. Die socialistischen Mitglieder

enthielten sich der Abstimmung.

Zur Hilfe für russ. und zapan.

Verwundete bewilligte der Stadtrath

H4.000. Unverändert.

P o r t A r t h u r , 7. März. Die Lage hier ist unverändert. DaS Wetter

ist schön. Einchines. Räuber. Führer.

T i e n t s i n, 7. März. Ein hie

stger Bürger hatte eine Besprechung

mit Chang, den Führer dr Chun chuS".Rüuber. Hiernach befehligt er 2000 trefflich berittene und mit Mau serGew,hren und MagazinPiftolen bewaffnete Leute. Chang, der ent schieden russenfeindlich ist, hat Gene ralSRang. Bin K o w, 7. Mürz. Die russisch, chinesische Bank sandte ihre Bücher heute nach Tientfin. Wien, 7. Mürz. Af dem Markt in Sopron, Ungarn, wurden heute 400 Pferde für Japan gekauft. Keine Kaper Briefe. St. Petersburg, 7. März. Es verlautet, daß amerikanische Schiff

Firmen indirekt bei den russischen Be Hürden anfragen ließen, ob sie Voll macht zur Ausrüstung von Kaper Schiffen gegen den japanischen Handel erhalten könnten, jedoch keine Ermu thigung fanden. In welcher 'Form oder von wem diese Angebote ausgingen, läßt sich nicht feststellen, da die Regierung die Gesuche überhaupt nicht unter Er wügung nahm. Die Affoc. Presse ist zu der Ankündigung ermächtigt, daß

Rußland keine Kaper.Briefe auSgiebt.

Auf einer heutigen Generalverfamm

lung deS rothen Kreuzes wurde berich

tet, daß 30,000 Betten, für 8700,000

Brot und S20.000 Fleisch zur Versen dung bereit sind. DaS Rothe Kreuz verfügt jetzt über 3.000,000. Man rechnet für die nächsten 6 Monate auf eine Auslage von 84,000.000.

Paris. 7. März. Der russische

Botschafter NeUdoff dementirte heute formell den Bericht. Rußland habe irgendwelche Absicht, die GetreideauS. fuhr zu hindern.

Rufs. Operationen beim T u m e n Fluss:. Tokio. 7. März. Wie man

glaubt, befindet sich daS russische Vla

divostockGeschwader jetzt in der Gegend deS Tumcn Flusses, um die Truppen

bewegungen von der Posstet Bay nach dem Tumen Thale zu schützen.

Russische Patrouillen sind südlich bis

Kan Sung vorgedrungen. Die frühere russische Bewegung nach Nordoft Korea,

die man anfangs für eine Diversion hielt, scheint doch durch eine beträchtliche

Streitmacht vorgenommen worden zu

sein.

Die Berichte über die russ. Operativ

nen in Nord Korea sind unzuverlässig.

Die Truppenmacht am Jalu wird ver

größert; ob jedoch größere russ. Abthei

lungen den Fluß gekreuzt haben, läßt sich bezweifeln.

Mit der Bahnlinie Söul.Ping Yang

wird am 10. März begonnen; Vollen dung im September.

b a x x i 3 b u r a. Pa. Diese Ge

gend ist von einer andern großen Fluth bedroht. Einiae auf der SbellvS ?ln

sei abgeschlossene Familien wurden ge

rettet.

Chicago. Bei einem Brande,

welches das MalzhauS von S. Bullen

& Co. einäscherte, kam ein Mann um'S Leben; verschiedene sind verletzt.

Welch'strengeJustizin Rußland geübt wird, beweist wieder der folgende Fall: Am 27. September 1903 wurde ein General, der von Kasan nach Perm mit dem Dampfboot fuhr, auf dem Landungsplatze der Stadt Sarapul von dem Studenten der Moskauer landwirthschaftlichen Schulen, Alexander Andrejew. beleidigt. Letzterer erging sich in pöbelhaf ten Ausdrücken über den General, so daß Alle es hören konnten. Der General wollte den Studenten verhaften lassen, und als er sah. daß Polizeisolbaten nicht in der Nähe wann, sondern bei der Landungsbrücke standen, begab er sich dorthin. Als er bei Andrejew vorüberging, versetzte ihm letzterer einen ziemlich starken Schlag auf den Rücken. Der General befahl nun den Polizeisoldaten, den Andrejew zu verhaften, was denn auch geschah. Für diese That ist Andrejew auf admini strativem Wege (d. h. ohne gerichtlichen Urtheilsspruch) zu einer Gefängnißhaft von zwei Jahren und nach Abbüßung derselben zur Verschickung in da Gebiet von Jrkutsk. woselbst er unterAufsicht der Polizei gestellt wird, verurtheilt worden. Jrkutsk gehört mit zu den schlimmsten Verbannungsorten Sibiriens. In dem -preutzif chen Dorfe Lutter (Eichsfeld) wurde die 25 Jahre alte verwittwete Frau Mathilde Günther, die im Hause ihres Vaters, deö Gastwirths Jgnaz Trumper, lebte, von dem 24 Jahre alten Buchhalter Georg Curtius. der als Kostgänger ebenfalls in der Trümper'schen Gastwirthscha'st wohnte, ermordet. Als sie diesem den Morgenkaffee brächte, ergriff er ein dolchartigeSMesser. Übersiel die Frau und schnitt ihr die Kehle durch. Die tödtlich Verletzte war bald darauf eine Leiche. CurtiuS. der seit ungefähr Jahresfrist in Lutter bei einem Fabrikanten angestellt war, liebte die jungen Wittwe; öeren Eltern

aber waren geaen me Vermndung betder, weil die Lebensweise deS BewerberS nicht einwandfrei war. Frau Günther wollte sich nun in nächster Zit mit einem andern jungen Mann verloben, und dieser Umstand gab dem Verschmähten Anlaß zu seiner futthtbaren That. Nacb Ausführung des Verbrechen entfloh der Mörder. Zwei Gendarmen, die telephonisch benacbrichtigt worden waren, trafen ihn spater auf einer Chaussee. Sr hatte versucht, sich zu ertränken, war aber wieder ans Ufer schwömmen. Dann taumelte er aus der Landstraße hin und her, die Mordwaffe in den Händen haltend. Curtius wurde festgenommen, gefesselt und w da nächst Gefängnib tngeliefert.

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Milßttoe viiior. Es ist merkwürdig, in wie hohem Alter ein Tr,eil der englischen oberen Zehntausend gegenwärtig steht, und mit welcher Rüstigkeit das Alter von ihnen getragen wird. Die Baroneffe Burdet't-Coutts ist mit ihren 90 Jahren noch im vollen Besitz ihrer geistigen und körperlichen Kräste. Sie geht ihren vielfachen tteschäftrn nach, die alle auf dem Gebiete der Humanität und allgemeinen Wohlfahrt lieaen. als wäre sie im besten Alter, und so fest ist ihre Hand noch, dafc sie neulich einen Check ausschrieb, während der Rüöen ihres Hundes ihr als Tisch diente. Die alte Dame wird aber womöglich noch von der Herzogin von Abercorn übertrosfen; sicherlich an Jahren, denn die Her. zogin steht im 92. Lebensjahre. Im Gegensatz zu Lady Burdett-CouttS. die kinderlos ist. hat die Herzogin von Abercorn eine Nachkommenschaft vo'l nahezu hundertfünfzig Köpfen, darunter zwei gegenwärtige und zwei künftige Herzoge. Die alte Dame reist noch rüstig umher und besucht ihre zahlreiche Verwandtschaft oder empfängt sie in ihrem Schloß in Susser. Ein Veteran in der Aristokratie ist auch dcr Herzog von Rutland, der im 86. Lebensjahre steht, während Sir William Harcourt. der mit seinen 11 Jahren noch mitten im politischen Kampf steht, schier als ein Jüngling betrachtet werden muh. Auch Sir Charles Todd. der erft 73 Johre zählt, gehört nicht zu den Alten, besonders mit dem Record. den er darin hält, daß er 62 Dienstjahre binter sich hat. Noch heute steht er an der Spitze der südaustralischen Postverwaltung. Eine bemerkenswerthe Personlichteit ist der 81 Jahre alte Graf von Leicester. Von seinen achtzehn Kindern sind vierzehn noch am Leben. Während er mehrmaliger Urgroßvater ist. ist sein eigenes jüngstes Kind 10 Jahre alt und nahezu 50 Jahre jünger als sein ältestes Kind. Diese beiden Kinder sind natürlich aus zwei Ehen. Die zweite Ehe schloß Graf Leicester im Jahre 1875. genau hundert Jahre später als sein Vater, was gewiß nicht oft vorkommt.

Depot. Fürst (auf der Jagd): Daß ich doch immer fehle!" Förster: ..Durchlaucht sind eben immer auf das Begnadigen bedacht." Der Gemeindecinnehmer Kopricb in Kemvfeld bei Trier erschoß sich bei der Kassenrevision, da seine Unterschlagungen aufgedeckt wurden. Die bulgarische Sobranje bewilligte 200,000 Franken für die Enthüllungsfeier des Denkmals fü: den Zarbefreier am 12. September. UeberdieVergiftungenln Darmstadt wird noch mitgetheilt, daß an dem Tage, an dem der gifthaltige Dohnensalat in der Kochschule eS Alice-Frauenvereins ausgegeben wurde. 52 Personen in dem Institut gegessen oder von dort ihre Mahlzeiten bezogen haben. Von diesen Personen haben 26 den Salat, durch Farbe und Geruch desGerichts gewarnt, unberührt gelassen. Bon den übrigen sind, wie schon mitgetheilt, bisher neun verstorden. zahlreiche schwer erkrankt. Verurtheilte Falsch-

münze?, wcz cywurgeltl oes HennegauS, in Mons. Belgien, verurtheilte letzthin 4 Falschmünzer zu 15 und 10 Jahren Zwangsarbeit und zu 6 und 3 Jahren Gefängniß. Die VerHandlungen dauerten 8 Tage; 165 Zeuaen wurden vernommen. Es handelte such um die Herstellung und den Bertrieb falscher 5- und 10-Francsftücke. Verirrte Soldaten. Eine italienische Kompagnie alpiner Solda ten aus Udine verirrte sich neulich während eine Marsches im Carnischen Gebirge in Folge Schneesturmes auf österreichischen Boden. Zwei Soldaten stürzten in einen Abgrund und blieben chwer verwundet liegen. Nach länSerer Zeit erft gelgte die Kompagnie, urch die Anstrengungen völlig erschöpft, zur italienischen Grenze.