Indiana Tribüne, Volume 27, Number 167, Indianapolis, Marion County, 7 March 1904 — Page 7
TjpgpyppycTf m. '. Amfiy-rrm j apMypaywwRipwfpyjfCTyfppwF"
Jndiana Tribüne. 7. MärZ 1004
, ' - y MMMEMMK,-----------------------
k
k
9 .
I
'TKr tr
t - T - l t
i z t ;
j Kaserncnroman in drei gm jt 5 : von j $ glttbolrh $trtiij j 5 V -7. v (Fortsetzung.) Der Leutnant drehte sich zu seinen Leuten um und erhob die Stimme zu Hellem Kommando: Das Ganze in rechis abmarschirter Sektionökolonne Ruf!Von allen Seiten stürzten die Rekruten auf ihn zu. stießen und drängten
sich eilfertig durcheinander und ordneten sich zur Marschformation. Tuleikes und ein paar Geistesgcnossen sein den natürlich wieder ihren Platz nicht und rannten wie gescheuchte Hasen die Front entlang, bis einige freundlich; Püffe der Kameraden sie auf den rechten Weg wiesen. Sergeant Kühling sah ihnen mitleidig nach. Jcder Ochs und jeder Esel findet seinen Stall," sagte er, nur Tuleites nicht! Ter Leutnant trat vor die Front. Die Instrukteure austreten! Links marschirt auf: mursch marsch!" Nun begann unter seiner persönlichen Leitung das Exerzieren im Trupp, die Krone der Rekruten-Ausbildung. Dabei verging ihm die letzte Stunde kasch. Erst als sich die anderen Kompagnieen schon zum Abzug rüsteten und singend übe? den Exerzierplatz dahin, zogen, sah er auf seiner Uhr, daß die vierte Stunde vollendet war. Auf hundert Schritt von ihm stand Leutnant Heinze und legte die hchle Hand an den Mund. Kommen Sie mit, Elcte?" schrie er herüber. Elcte antwortete in gleicher Weise, indem er auf das Proviantdepot wies, dessen rothes Ziegeldach am Rand des irerzierplatzes zwischen einer Pappelgruppe hervorschimmerte. Kann nicht habe Brotempfang!" Ter andere nickte und schlenderte allein über den Exerzierplatz weiter. In riesigen Stößen erfüllten die schwarz-braunen. runden Laibe der Kommißbrote die mit Mehlstaub erfüllten Räume, in die Elcke eintrat. Der würzige Duft frischgebackenen Brotes erfüllte die Luft. Ein Fenster ging nach dem Hof zu. Von ihm konnte man drüben in die Feldbäckerei hineinsehen. Die knatternden Reisigfeuer warfen da ihre blutrothen Lichter auf den finsteren Gang. In ihrem Scheine hantirten halbnackte, magere Gestalten und schoben an langgestielten Schaufeln den Brotteig in die Oefen. Da erschien der diensthabende Unteroffizier, mit einem Teller und einem langen, scharfen Messer bewehrt. Elcke bezeichnete ihm schweigend eines der zunächstliegenden Brote. Der Unteroffizier nahm es, schnitt es in der Mitte auseinander und trennte dann von dem Inneren der einen Hälfte eine dünne Scheibe ab, die er auf dem Teller dem Leutnant überreichte. Elcke kostete und fand, daß das Brot einwandfrei sei. Es schmeckte nicht bitter, und der Teig zeigte weder g m Wasseradern noch zusammengebaäene Klumpen. Auch Schimmel war nicht vorhanden. Diese Beobachtung trug er in das aufliegende Rapportbuch ein; dann grüßte er flüchtig den Unteroffizier und schritt hinaus. Aber nicht in der Richtung auf die im Dämmergrau daliegende Stadt, sondcrn nach rechts, den schmalen, von knorrigen Weidenbäumen eingefaßte Ackerweg entlang.
Der llnteroffizier blickte ihm nach.
bis er tn der Wegbregung verschwand
nucis narre um Gottes willen ein
Mensch an einem Winterabend am Lin. senteich zu suchen? m. Nun gingen sie nebeneinander an dem Teiche hin. n dem verdorrten Ufergestrüpp vor ihnen gurgelten und rie-
selten die Wellen, die der Wind in endlosen, graugrünen Kämmen herübertrieb, aus jener feuchten Dämmerwand herüber, die sich allgemach in weitem Umkreis herniedersenkte. In dieser Dämmerung erschien der See riesengroß. Seine Ufer verschmolzen mit der weiten Ebene in ein rieselndeS Grau, eine weite, unbestimmt wogende und plätschernde Nebelwelt, aus der die knorrigen Stämme der Weiden gespenstisch starrten und über der an dem niederen Himmel die Wolkenfetzen stürmisch dahinflogen. Aus weiter jenit, in unregelmäßigen Stößen kam der Wind über di? ' lache. Er löste einzelne Strähnchen ihres goldblonden Haares, daß sie zerzaust um Nacken und Schläfe flattert?, er lüftete den Schleier, um in kaltem Hauche über ihr schönes leicht geröthetes Gesicht dahinzufegen und zwang sie, ihre schlanke Gestalt ihm mit geneigtem Kopfe entgegenzubeugen, um bei jedem Schritt seinem Anprall Stand zu halten. Sie schwiegen, wie es die Menscher: thun, die sich zu wenig oder zu viel zu sagen haben. Nun hatten sie eine geschützte Uferstelle erreicht. Hand in Hand standen sie da und schauten hinaus in das dämmernde Durcheinander von Wasser und Nebel und Wind.
Sie sahen sich an. Aber sie schwiegen weiter, und ihre Blicke wanderten wieder hinaus in die ungewisse Ferne. In solcher Stunde erschien Elcke die Welt unendlich unbedeutend und so unendlich ärmlich und blöde alles, wa'man darauf trieb. Er begriff sich selbst nicht, wie er jemals diese Dinge hatte ernst nehmen können. Das wäre das richtige Wetter, um in's Wasser zu springen!" sagte er plötzlich und wandte sich zu Alix um. Die zuckte nur lässig die schmalen Schultern. Eine Antwort auf solche Unvernunft hielt sie nicht für nöthig. Nun ja wahrhaftigen Gottes" fuhr Elcke fcn und wühlte mit der Spitze der Säbelscheide in dem aufgeweichten Boden. Das wäre das Dümmste noch nicht " Gestern ist meine Schwester Margarethe angekommen," sagte Alir nach einer Weile und starrte wieder in das Nebelgrau hinaus, sie hat acht Tage Erholungsurlaub vom DiakonissenHaus bekommen." Elcke lachte spöttisch auf. -Da war der gute Sparlrch gewch schon bei Euch?" Sie nickte. Sie saßen den ganzen Abend beisammen und erzählten sich allerHand" .... wie schön es gewesen wäre, wenn sie sich vor zehn Jahren hätten heirathen können." Ja wahrscheinlich sprachen sie davon." sagte Alix ruhig. Nur hatte sie kein Geld," fuhr ihr Begleiter zornig fort, und er hatte kein
Geld. Und tn ist er nin Ende ferner Karriere ein rummerncer kranmcyer Bezirksoffizier und sie eine freudlose Diakonissin. J?tzt dürfen die beiden verblühten und verwelkten Menschen beieinandersitzen und um ihre Jugend trauern und bereuen." Was sollten sie bereuen?" fragte Alix. Ihre Schuld war es nicht!" Elcke richtete sich auf, daß sich die Muskeln seines sehnigen Körpers spannten und faßte mit hartem Griff ihre Hand. Was sie bereuen sollten?" sprach er rauh. ..... nein, ich will es Dir lieber nicht sagen. Aber es ist entsetzlich entsetzlich begreifst Du das 'nicht. Alir ? wenn zwei kräftige, blühende Menschen, wi? die Beiden noch vor zehn Jahren waren, gewaltsam zur Ehelosigkeit verdammt lverden verdorren müssen ohne Freude und Nutzen für
sich und die anderen " Alix schüttelte seufzend den schönen blonden Kopf. Wenn ich die Beiden fr ansehe" sagte sie, ... es ist halb rührend und halb ja, das ist gewiß unrecht aber was kann ich r.ifür: halb kommt es mir lächerlich vor." Elckes Miene verfinsterte sich noch mehr. Weißt Du. wer ebenso lächerlich ist?" sprach er halblaut. ..... das sind wir Beide, oder vielmehr wir werden 's. Spärlich und Deine Schwester, das ist unser eigenes Zukunftsbild in zehn Jahren wenn wir nicht bis dahin das große Loos gewinnen." Alix drehte sich plötzlich herum und sah ihm voll in's Gesicht. Ein herber, trotziger Ausdruck lag auf ihren blaß gewordenen Zügen, die ein goldiges Gespinst lose im Winde tanzender Haarsträhnchen umrahmte. Das habe ich mir heute auch gesagt," sprach sie leise und schnell, und ich habe mir weiter gesagt: ich will nicht so werden, wie Margarethe ich kann das nicht und ich will es nicht ich will ellvas von meinem Leben haben." Elcke stieß den Säbel so heftig auf, daß dieser zitternd in dem Schlamm stecken blieb. Was soll ich unglückseliger Mensch machcn?" knirschte er. Den Abschied nehmen? ja, und dann ich hab' nichts gelernt für das, was man auf dem Kadettenkorps lernt, gibt seine: 'nen Groschen na, und daß ich gerade kein Genie bin. das weiß ich auch; also was soll ich thun. Alix? Als Offizier darf ich Dich nicht heirathen und im Civil verhungern wir zusammen, und ein drittes gibt's nicht!" Nein ein drittes gibt es nicht!" wiederholte Alix ruhig, das sagte Papa auch ich habe mit ihm heute Vormittag lunge gesprochen."
Elcke lachte höhnisch auf. Er haßte den Jrafen." Na und was meinte er danr. schließlich? " Alix schwieg einen Augenblick. Sie schien einen Entschluß zu fassen. Er meinte," sagte sie dann ganz ruhig und bestimmt, daß das zwischen uns cfccr. ganz hoffnungslos sei. Und wen;: etwas ganz hoffnungslos jei, dann müsse man den Muth haben" Sie brach ab und trat zur Seite, dicht an den Schilfrand, in dem daö unruhige Wasser gurgelte und gluckste. Elcke folgte ihr. Nun was dann?" zischte er zwischen den Zö.hnen. Sie wich seinen Blicken aus und sah zu Boden. Du weißt schon, was ich meine" sprach sie rauh. ..... und es ist ja mögliö, Albrecht-vielleicht täuschen wir uns wirklich, wie Papa meint, vielleicht vergessen wir uns rascher als wir ahnen, wenn wir nur erst nicht mehr beisammen sind vielleicht ist es unser Beider Glück, wenn wir auseinandergehen." Elcke faßte ihre beiden Hände und schaute ihr in's Gesicht. Was hast Du ihm geantwortet?" Sie schüttelte den Kopf. Nichts! Er sagte ja auch nichts, waö ich mir nicht schon selbst gesagt hätte. Unterbrich mich nicht-auch Du
hast schon daran gedacht so gut wie ich hundertmal inb mehr denn wir sind Beide jung und wollen Beide im Leben glücklich sein und können es nun einmal zusammen nicht werden " Sie waren inzwischen langsam weitergeschritten. Immer dichter wurde die Dämmerung um sie her. Eine Weile schwiegen sie. Dann blieb Elcke stehen. Warum sprichst Du gerade heute davon?" fragte er mit
unsicherer Stimme. Er sah. wie Alix tief Athem holte. Sie war sehr blaß geworden. Giesecke hat heute wiedel um mich angehalten!" sagte sie plötzlich rasch und halblaut, . . . zum dritten Mal Eine Weile hörte man nichts als das Plätschern der Wellen und das Ra-, scheln des Windes in dem durcheinander schwankenden und nickenden Schilfe. Dann hörte Alir seine Stimme neben sich. Sie klang heiser und beklommen, wie die eines Fremden. Und Du?" Sie starrte an ihm vorbei in's Weite. Ich habe ihm gesagt, daß ich mit Dir spreche" werde er selbst bestand darauf und dann " Dann ist es aus zwischen uns?" Sie nickte ein paar Mal heftig beinahe trotzig. Dann ist es aus!" wiederholte sie, ich kann nicht anders. Albrecht. ich kann nicht verwelken und eine alte Jungfer werden ohne alle Hoffnung und Aussicht. Das ist vielleicht selbstsüchtig von mir aber mein eigener Bater, meine eigene Schwester räth mn dazu, und ich glaube selbst wenn wir uns rechte Mühe geben, dann werden wir uns vergessen und vielleicht auch ohne einander noch glücklich werden " Sie sprach das rasch, beinahe mecha nisch. als hätte sie sich die Worte vorher eingelernt. Elcke antwortete nicht darauf. Unwillkürlich drehten Beidc um und schritten den Weg zurück, den s:e gekommen. Unten, an der Landstraße, blieb er stehen. ..Ich habe kein Recht. Dich zu halten!" sagte er ruhig, beinahe gleichgiltig, und sie gingen stumm duch die Dämmerung zur Stadt zurück. Da. wo die ersten Häuser begannen und das Geschrei spielender Kinder an
ihr Ohr tönte, war es Zeit, zu scheiden. Man dürfte sie nicht beisammen sehen. Sie reichten sich stumm die Hand. Dann gingen sie auseinander, und nach rechts und links verloren sich ihre Wege im Dunkel der niedersinkenden Winter, nacht. Es war eine entlegene Vorstadtgasse, die der Leutnant durchschritt, breit und schmutzig und fast nur von Fabrikarbeitern bewohnt. Einzeln und in Trupps kam ihm das Volk der Arbeit entgegen. Giftiges Lächeln, ein unterdrückter Fluch, ein roher, halblauter Witz folgten ihm, als er durch die Gruppen hindurchging. Er achtete nicht darauf. Nur einmal blickte er flüchtig auf, als plötzlich von links her ein greller blendender Lichtschein ihm ins Auge fiel. Ein mächtiges, in allen vier Stockwerken hell erleuchtetes Bauwerk erhob sich da, durch dessen breites EinfahrtsPortal sich der Blick in ein Labyrinth von Höfen und Hofgebäuden eröffnete. Unruhige lange Lichtstreifen zitterten auf dem schmutzig-glänzenden Pfla. ste? dieser Höfe. Ein eintöniges Summen und Stampfen drang aus den Ge. bäuden. Man sah hinter den erblin. deten Fenstern die Drehung großer Räder, auf- und niedergehende Stangen.
das Gleiten der Transmissionsriemen, und über einem hoch in die Nachtluft ragenden Schornstein stand röthlicher Dunst wie der Widerschein einer Feuersbrunst reglos in der feuchten
Lust.
Ver eutnant wuyte wohl, wem
diese Fabrik, der Stolz der kleinen
Garnisonftadt gehörte. Aber rotzdem
warf er im Vorbeigehen einen zerstreu
ten Blick auf das Messingschild neben
der Nachtkltngel des Hauptportals.
Aktiengesellschaft, vormals Giesecke,
Kern und Komp." war da zu lesen.
Ein Schwärm von Arbeitern trat
eben aus dem Portal. Dunkle, ge
beugte Gestalten mit hochgeklapptem
vtocktragen, das klappernde Blechae
schirr in der Hand, schlürften heraus
in's Freie, und Elcke, der nicht unter sie
gerathen wollte, eilte dem Kaltno zu. Warum er dortliin aina. wukte er
selbst nicht. Die Gewohnheit, um diese
mt die Tafelrunde der Kameraden
aufzusuchen, trieb ihn willenlos durch
d:e ? trage.
Wo sollte er auch sonst hin? Kaserne
und Kasino Das waren ja nun einmal die zwei Pole seines Daseins. Man hatte schon abgegessen, als er eintrat. Die Lichter zum Cigarrenanzünden standen auf dem Tisch und fast vor jedem Platze lagen die großen, blauen Parolebücher mit den daranhängenden, zur Vollziehung der Unterschrift dienenden Bleistiften.
Müßig starrte er vor sich hin. Bor
lym zog der auch der überall brennenden Cigarren einen bläulichen Schleier, und durch diesen Sckleier
schimmerte ihm überall, wohin er sah, derselbe Jnterimsrock mit seinen beiden glänzenden Knopfreihen, derselbe rothe Kragen, dieselben Achselstücke mit dem verschnörkelten M" darauf entgegen. (Fortsetzung folgt.) ,,
Raucht die Tish I Mingo.
l i fiihn MM, ,,MWMWMMUMWMkMMMMMilRMlf, , , um i iiiiliiiitMir'-"- - - -ntiin -mm'm ,
Alk Hr. Deutsch von Julia Vneren-HaHn. Jutereau war ein gutmüthiger, naiver Pariser, ein Pariser vom Kopf bis zu den Füßen, der einem Paul de Kock oder einem Henri Monnier als Modell hätte dienen können. Er lebte ruhig und harmlos dahin, bis ein trauriaes Ereianin in sein Le-
den eingriff und seine ganze Existenz vernichtete. Eines Tages stahl man ihm seine Uhr! Seine Uhr mit
Kette!
An der Kette bin ein Medaillon, in
welchem eine Blume ... ein Stiefmüt-
terchen, erngravut war. Ach, dieses Medaillon, das er von liebender Hand erhalten, war Ju
tereau sehr theuer. Das Stiefmütterchen war für ihn ein ganzes Gedicht
und machte ihm die Uhr noch lieber und
kostbarer, als sie schon war. Aber wie und wo hatte man ihm die
Uhr gestohlen?
Genau wußte er es mcht. Es konnte
nur in der Badeanstalt geschahen sein.
Seme Verzweiflung und sem Schmerz waren grenzenlos. Er ging sogleich zur Polizei, aber alle Bemühungen der Beamten waren vergebens. Tagelang durchkreuzte er Paris nach allen Richtungen, heiße, verlangende Blicke auf jede Weste werfend, auf welcher eine Kette prangte. Er suchte seine Uhr! EineS Sonntag Nachmittags, nach vier Wochen vergeblichen Suchens, erkannte er seine Uhr wieder, deren Kette ein dicker Herr, der den Boulevard de l'Opera überschritt, über der Weste trug. Vor Freude wurde er fast ohnmächtig. nahm sich jedoch zusammen und folgte dem Herrn umluffällig. sich nach einem Schutzmann umsehend. In einem Auaenblick jedoch, wo er eö am allerwenigsten erwartete, sprang der Herr trotz seiner Beleibtheit auf einen OmnibuS, der nach der Bastille fuhr. Verdutzt blieb er stehen, dann aber rannte er dem OmnibuS nach. Er war besetzt. Mit Mühe fand er einen Wagen, fetzte sich hinein und fuhr dem Omni. bus nach.
Trotzdem man den verfolgten Wagen zwanzigmal aus den Augen verloren hatte, kam man doch zu gleicher Zeit an der Haltestelle an. Als Jutereau den Wagen verließ, stürzte er sich auf einen Schutzmann und bat um dessen Hilfe. Soeben stieg der dicke Herr aus dem Omnibus; Jutereau, begleitet von dem Polizisten, ging auf ihn zu. Es war ein Herr von angenehmen Aeuhern, mit gutmüthigen, blauen Augen, und einem von Zufriedenheit strotzenden Gesicht. Mein Herr." redete Jutereau ihn an. Sie tragen eine Uhr und eine Kette, die mir vor vier Wochen gestohlen worden sind." Der dicke Herr trat einige Schritte zurück und starrte Jutereau mit aufrichtiger Ueberraschung an. Das ist nicht möglich!" meinte er. Doch, ich bin ganz sicher!" Hat die Uhr vielleicht ein besonderes Merkzeichen." fragte der Schuhmann. Ja. öffnen Sie das Medaillon, eö ist eine Blume ... ein Stiefmütterchen 'darin einaravirt." Wirklich. Sie haben recht. Ich bitte die Herren, mich zur Wache zu begleiten." Mit Vergnügen!" schrie Jutereau. Teufel auch," meinte der dicke Herr; ich bin bei Bekannten zu Tisch geladen. Das kann schön werden! . . . Glücklicherweise ist die Wache hier in nächster Nähe," fügte er beruhigt hinzu. In der That war die Wache ganz nah, und der Leutnant war zufälltg auch zugegen. Als dieser den dicken Herrn sah, trat er freudig auf ihn zu. Ach Herr Bouasse, was verschafft mir die Ehre Ihres Besuches?" Ich dinire heute Abend bei Ihren Nachbarn. Herrn und Frau Lisvois!" Wie nett, ich auch. Nehmen Sie einen Augenblick Platz, bitte." Jutereau stand ganz verdutzt dabei. Nun sagen Sie mir. was Sie herführt, lieber Bouaffe," fragte der Leutnant liebenswürdig. Jetzt glaubte Jutereau das Wort ergreifen zu müssen. Herr Leutnant . . ." Ich spreche nicht zu Ihnen, warten Sie gefälligst, bis Sie gefragt werden!" Aber . . iJch rede mit Herrn Bouasse. Also lieber Freund! ..." Herr Bouasse lehnte sich bchag'ich in seinen Sessel zurück und meinte: Die Sache ist lächerlich einfach!" Nicht fr einfach, wie Sie denken," murmelte Jutereau. Teufel auch! Schweigen Sie!" Der Herr beschuldigt mich nämlich, ihm seine Uhr und Kette gestohlen zu haben!" Der Leutnant lachte hell auf, und
weil der Leutnant lachte, lachten d Schutzleute auch. Nicht möglich." sagte der Leutnant, nachdem er sich beruhigt hatte. DaS habe ich nicht gesagt, mein Herr, ich habe gesagt, daß Sie eine Uhr und Kette trügen, die mir vor vier Wochen gestohlen worden sind." DaS ist in der That etwa anbete, aber Ihre Beschuldigung bleibt
vennocy em memg i?arr... 43m Bouasse ist ein achtbarer Mann und Fabrikbesitzer . . . beschäftigt viele Ar beiter ... Es scheint mir mithin ganz unmöglich, daß dieser Herr mit einem . . . nun sagen wir mit einem gewöhnlichen Taschendieb verglichen werden könnte." Man fing wieder an zu lachen und Jutereau wurde roth und blaß. Herr Bouasse suchte unterdessen in seinen Taschen. Sehen Sie. Herr Leutnant, zufäl. lig habe ich die Quittung bei mir. Ich habe die Uhr vor acht Tagen bei meinem Uhrmacher in der Rue Amelot gekauft." Er zeigte das Papier vor. und nachdem der Leutnant davon Kenntniß genommen hatte, meinte er: Es ist alles in Ordnung!" Was?" fragte Jutereau. Daß der Herr die Uhr rechtlich er worden hat." So. daß kann sein, aber Sie können doch nicht behaupten, daß mir meine Uhr nicht gestohlen ist?" DaS ist wieder eine andere Sache. Da müssen Sie sich an den Uhrmacher
in der Rue Amelot wenden." Danke für den guten Rath. Und wo bleibt meine Uhr so lange?" Die Uhr, wollen Sie sagen. Sie bleibt in der Westentasche dieses Herrn. Er hat sie bezahlt; er hat seine Quittung dafür. DaS andere geht mich nichts an. Wenden Sie sich an den Staatöanwalt." Mein lieber Bouasse, ich bedauere unendlich, daß ich gezwungen war, Sie ein wenig aufzuhalten. Bis nachher. wir sehen unö ja bei Tisch wieder." Dann wandte er sich zu Jutereau und sagte mit lauter Stimme: Sie sind frei!" Diee Worte gaben Jutereau den Rest. Was. mein Herr, Sie stecken mich nicht ein?" fragte er ironisch. Sie legen mich nicht in Ketten? Ist es wirklich wahr, daß ich frei bin? Sie halten nich nicht auf der Wache zurück, weil ich meine gestohlene Uhr reklamirt ?abe? Wie gütig von Ihnen " Gehen Sie. guter Freund, die frisehe Luft wird Ihnen gut thun," sagte der Leutnant darauf in wohlwollendem
Ton. Und Bouasse drehte sich auf der Schwelle nochmal um und sagte zu ihm: Ich bin Ihnen nicht weiter böse . . . Solche Sachen kommen täglich vor . . . Jeder Mensch kann sich irren!" Aber ich irre mich nicht!" Besuchen Sie mich in diesen Tagen. Hier ist meine Adresse." Selbstverständlich komme ich" . . . knirschte Jutereau zwischen den Zähnen. Jutereau ging direkt zum Staatsanwalt. Es wurden Nachforschungen angestellt, aber vergebens. Der Uhrmacher in der Rue Amelot war ein ehrenwerther Bürger. Er hatte die Uhr von einem Freunde, der ebenfalls ein achtbarer Mann war. erhalten, und dieser sie von einer Wittwe, die unglücklicherweise vor einigen Tagen nach Belgien abgereist war, gekauft . . . Man mußte die Untersuchung aufgeben wegen Mangel an Beweisen. Als Jutereau dies erfuhr, fetzte er sich in fieberhafter Aufregung in einen Wagen und lieh stch zu Herrn Bouasse fahren. Was er dort wollte, wußte er eigentlich selbst nicht. Gewiß wollte er seine Uhr wiedersehen, an der er mit allen Fasern seines Herzens hing. Er fand in Herrn Bouasse einen wirklich gutmüthigen und auch freundlichen Herrn, der die Liebenswürdigkeit soweit trieb und ihn zum Essen einlud. Jutereau nahm dankend an. und von diesem Tage an wurden sie die besten Freunde. Sie waren fast täglich zusammen. Von Zeit zu Zeit bat Jutereau Bouasse: Gib mir meine Uhr wieder." Jedoch ließ Bouasse in dieser Hinsicht nicht mit sich spaßen, und jedesmal antwortete er ihm: Nie. mein Freund, nie. Ich habe sie mit sauer verdientem Gelde bezahlt." Und sie tranken weiter zusammen. Eines Abends, als sie mehr getrunken hatten, als sie vertragen konnten. und Bouasse von seinem Stuhl herabgesunken war und ben Schlaf des Gerechten schlief, da wurde Jutereau vom Teufel versucht . . . oder war es der Wein . . . seine Hand in die Westentasche seines Freundes gleiten zu lassen ... und die Uhr. den Gegenstand seiner immerwährenden Qual, herauszrziehen." Da die Sache in einem öffentlichen Lokal paffirte, wurde er natürlich dabei ertappt und abgeführt. Er hatte eö seinem guten LebensWandel und den Aussagen mehrerer Freunde zu verdeinZen, daß er nur sechs Monate Gefängniß dafür bekam, weil er feine eigene Uhr gestohlen hatte. O, die Gerechtigkeit! HumorMIch. Ein kle7ne?Fehler. Ist die Braut Ihres Sohnes hübsch?" Sehr hübsch! Nur schade sie ist et. waö einäugig!" Bor derBuchhandlung. Jeiteles: Seltsam! Sonst hat ma' g'sagt: Epes Neies", jetzt sogt ma': Neues Epos"!" Ermahnung. ProtzenSgattin (bei einem Diner): Moritz, versuch niz, geistreich zu werden, '0 kommt zu viel Blödsinn heran!-
Feuer - Signale.
, Pennfylv nd Mark S Snglish's Opern. Hau 4 Sst und 5tt York 7 Noble nd vttchigan 3 St. Jery u. Mals Ad ? Pme und Rorth .0 TUnttt und Pim 'l Vermont nah Saft i Sie,. 8 Spritzenhaus Mass. Uv nah Siobl U DtVZwan und Walnut 11 . Jersey uSentral . '.S Vaff und Sornllvk 3 fh u d 11. trat (7 Park Ko und 1 Str .S Eolumtna undHtllftd Htghland v u. Pratt 1 Jllinoit und St. I, ii Pennfylv. und Pratt 14 Vezndian und 11. Str lb No. 5 Spritzenhaus 16 nahe Jllmoui 16 Senat ve u. StSIacr .ZlltuM undVuhtgari : Letsvlvania und 14 K Senat v. und i 11 o, 1 Spritzmhau Ins it naheVkchiga, 12 Meridian und valnut U Ealifornta u tanncrn Blak und Rew gort : Ind. X. u. 6t lair n ittz Hospital A Blake und Rorttz Z9 Mchtgan und LSe a R. Sprttzenhau ashmgton :he Keft I Seesend ors u Wafh. i tffourt u ew York ß Meridian u Vsftz . Jllmoi und Ohio 47 apitol p. u köash 44 Amga' Porkhau 4 Straßenbahn StSU, B. Washington Str 41 N. 10 Svrttzedau IllmoU u rrill Jlltnn u douiftana I Best und South Best und clarto K Senat Cm. u Henry VI Meridian und Rao Ro. 4 Spritzenhaus Madison Av. fltoivt eH Badiion d.u Dunlop No i Haken fieiter&au South nah Delawan s Penn, u MerriU Dlwar n Besäst M VMcher4, Jrsh u. BenU. 7 virg. v. u adshaw aft und Prospoct ieking und High n 9U. 11 Spritzenhaus Sir ve. nah Hur tt Saft und Seorgia 'S eda, und ta m Davidson u Seorgtz, m ngltsh v. u Pin e hellch und ates V Sko. 3 Sptttzknhau Prospekt nahe Sbelvtz t letcher Av. u helbtz 4 Market u. New Jersetz W Delawan und Bast). aft u Washington 44 New York. Davids Taubstummen Anstalt ver. Staaten Arsenal 17 vrtental und Wafb. i ZrauewResormat. 'i No. 13 Spritzenhaus Maryiand nahe Wer. 4 Meridian tt. Oeoxqia. i INertdian und South 4 Pennshl!, u. Lonistana iraini? Av u. öl lad. 5 $av.'?guarttcr. 7 Orand Hotel. 5 Capital Av und Vh. 1 No 1 Spritzenhaus l. und Ash. Alabama und 1s. Central Ave und lt. '1 7ndks und Id. t? Brookside und Awitn 8 Ettral Av und 17. i Delawan und 19. 91 Alabama und H. n Bllesontaine und W. .14 oUkg Ave und ss. 45 Delawan und 18. je Alabama und North stz Newmann und 19. öS College Ave und 1s. Cornell Av und 1. N Vnds uno i9. 48 Htghland Ave und 10. 43 Tecumseh und 10. ü 5U& Jersey and 88 .3 Alvord und 17. 4? R. 8 Spritzenhaus fciLfux Ave und 'S. 8 College Av und 18. 4s Eolleae Av und 87. Part Av und 88. 5? LSu. WVahnu. 88. H Ramsey Ave und 10. 6 Ltoughton u Rewman Atlas und Pike. 5 Blovd und Pawvaw. 9 No. 81 Spritzenhaus rightwood Ar den und Depot ti Vrigotwood und U 04 Nural und vlotzd SS St. air u. eyston 97 Arsenal Ave un u. ellesontatn und 88.
14 fart Ave und 1 818 Capital Av und tt. 818 Pennsyld. .Bdchiae 14 Allinods nd 8. 818 Senate Av und . 816 Pennsylvania und 88. 17 Vendian und 18. 818 Lapital Ave und 9 81 Broadway und 10.
831 Illinois und
834 No. 14
Kenwood und 88.
135 Illinois und tt. 830 nnetta und 8C 837 No. 9. Spritzenh ue Udell und Na 830 Udeil Lad der Corfl 988 Jssdel und 87. 941 Meridian und 84. 948 Illinois u St.. 849 ldridge und 88. 918 Best uud Walnut 919 es! und 18. 914 Howard und 18. 915 korbet und Paea 918 Capital Av und 18. 917 Northwestern Ave tt 918 Sent und 16. 918 anal und 10. 994 Aereali Boris 984 Vermont und Lynn 985 VismUu k8randviU 39 No. 99 Spritzenhaus HauatMlle. 327 Bichigan u. Hstaes. 888 tichiga . Toncord 41 Best und BcJnttz 418 Akiss ouri u. Varytcnck 413 Missouri und Ohio 18 Capital Aveeorg, 418 Missouri u Kentueky? 417 Senate Ave u. BaH, 481 P und 1hwi B. Washington. 13 Jnwtchojpital. 14 Miley Ave u. 3 85 89 495 Wash and Harr488 o. 18 Sptzedau1 B. Basheigton 97 Oliver und irch 88 Oliver und Osgood 498 Nordykk und f)ork 91 Hadley Ave u. Morris 99 Aiver Av u. Mvrril 34 wer Av und at 85 Harding u. VigI 88 Harding und Olive, 17 8. 19 Spritzendes
Morris und
451 eisn, Nd
458 Howard und Bt 4 Morris und Ms 88 Lamdeot und 90um 45? ordtzsk Ave u. fcacr nton Boris 819 Best und atz
519 ieentUtktz Ave u.'
514 Meridian und 818 Illinois nt
617 Borns und Datota 818 Morris nd durch 519 apttai A. u Bcfatv, 581 Meridian und ata 888 ksine un, Lord m Badisor. Av u Ltneolv 888 Meridian und velt 9& 587 Carlos und atz 598 Meridian uud 8rvm K98 Meridian u. Hayuumd 591 Meridian u. M.Cat. 599 Ro. 17 Spritzenh Sitz vrris nah 98eft M BcAnriar.iutp Dauah. 18, oft u. Lincoln imr 914 Aast und Seecher 815 Wright und Sandai 817 Beilarttz und veary 818 ew Jerietz u Ste 3ta 718 Spru und Prospes 713 ngllsh Ave. u. Laurl 714 State Ave u. elt? 715 Sheldy uud eech 71 State Ave und Oranf 718 Orange uud Laurel 718 helby u.Xt.ta9Ü 781 Lexington S u Änech 7 fclAtttt.O' 784 Statt v. u Pleasan 7 Prospekt und "lass 798 Orange und Harlav 78 Liberty und M 799 Noble und South 81 0. 15 Spritzenhaus Ost Washington 84 813 artet und Noble 14 Oyio u. Highland W l, ichiaa . Hiadtau 31, Market u Arsenal AZ, ,17 Oft . air und Union ahn leise 881 Pan Handl. Shops Btt Vermont und iBoico 94 ash. und State Atz. 885 addn'skoungKck 38 Zucker und Dorsev 897 B4.UNdVtB B 89 o. 18 Spritzenhaus VevilU nahe tchtßM 831 Southeaftern Ave 9 oodftde. 88 ash. und Dearvorv 834 Southeaseer nd Arsenal Avs. 835 New fort und keuch.
919 Illinois und
918" Illinois d 4 Yen. Und
is Delawan Atz
Gpezial-Signale. ersten Schlag, zweiter lärm, Zweiten 9 Schlaa. dritter Alarm. Dritten 9 Schlag, vierter AUtno. i-9-l, Feuer aus und Schlauch ausaeroket. Schlag. Wasserdruck ab ls Schlügt, l W?Btag.
Di, so bezeichneten Signal
wsch ter angegeben da an den
kreußuitaeM stsns AlarmÄsten mevratzt
Chicago nd der große Nordweft
dia
t
V
AlaSka-oawaii-B Ht ltvvtue Insel Bier tägliche Schnellzüge nach Chicago. fW von der Bcnoa 7. Str. Station, Chicago, 5d s nur 5 Minuten mittelst elektrischer Aar nach den Union Viehdösen Frenota Lick Spring, m dem Orange Tounty Hochland. fiailinHof unter neuer eschästslettuna. Pluto, Vroserptn lud owles Ouellen. Veftes Mineralwasser dar Zelt. Zwei Züge täglich via reracastle. ricketsficen : Union Station, achnsetts ive and 88 Best Bashington Sttasz. . V.l e .
Distrikt 9AA. Agent, Andianapolis. Inb. .b.9t9tU T.H.viw,l . Vräs. nd Gen. ter. Vetrseds, eil? SrnnkÄ. eed, tVen.Va. Agent. Ahleaae. JA.
