Indiana Tribüne, Volume 27, Number 167, Indianapolis, Marion County, 7 March 1904 — Page 6

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J,tdiaa Tribüne, 7. März 1909

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Luroräische Nachrichten. Provinz Aestpreugen. D a n z i g. Dr. Karl Fuchs, hier seit langen Jahren als Organist, Musikreserent, lehrender und ausübender Künstler bekannt und angesehen, feierte sein LSjähriges Berufsjubiläum. A r n s f e l d e (Deutsch ' Krone). Bei dem Besitzer Schulz brach Feuer aus und vernichtete sämmtliche ö'ebäude. In den Flammen kamen auch 22 Schweine, ein Fohlen und fast alles andere lebende und todte Inventar um. Schulz ist nur schwach versichert. E l b i n g. Selbstmord durch Erhängen verübte der 14 Jahre alte Schlosserlehrling August Döring aus nicht bekannten Gründen. Graudenz. Das Fest der diamantenen Hochzeit begingen die hier seit 30 Jahren ansässigen Rentier Andreas Hoffmann'schen Eheleute in bewunderungswürdiger körperlicher und geistiger Frische. Der Ehemann ist 8, die Ehefrau 82 Jahre alt. Eine große Anzahl Kinder und Kindeskinder hat ten sich um das Jubelpaar versammelt. K o n i tz. Der Rendant des hiesigen Vorschußvereins Karl Berkhahn hat sich in seiner Wohnung erschossen. Berkhahn war zur Zeit des früheren Bürgermeisters Eupel Stadtkcmmerer und Beigeordneter. Es hatte eine Aufsichtsrathssitzung stattgefunden, in welcher die Geschäftsfühclng des BerkHahn bemängelt worden war. , S t r a s b u r g. Die Handarbeitslehrerin Wittwe Kroll schied nach 48jähriger Thätigkeit an der hiesigen Stadtschule aus dem Dienste. n Än erkennung ihrer treuen Dienste hat der Minister ihr ein lebensgroßes Bruftbild der Kaiserin in prächtigem Eoldrahmen geschenkt, weiches der Jubilarin von Mitgliedern des Magistratsund d:r Stadtschul - Deputation überreicht wurde. I 0 p p o t. Eine kürzlich hier am Strande geborgene Leiche ist als diejenige der verwittweten Frau Oberleutnant Thorspecken aus Elbng erkannt worden, die bort vermißt wurde. Z l o t t o n o. Dem emeritteri Lehrer Pierzynöki wurde der Adler der Inhaber des Hausordens von Hohenzollern verlieben. &vovitQ ScykeNen. B r e s l a u. Der 39jähriae Arbeiter Knoll erschlug feine Ehefrau, mit der er in Unfrieden lebte, und entfernte sich dann aus seiner Wohnung.

.Knoll wuroe von der Kriminalvolizei

ermittelt unv veryasiei; er geslano Die That ein. Die Vorsitzende und Gründerin des Prinzeß-Luisenheims Hierselbst, Frau Regina Schlesinger. feierte ihr 25jähriges Jubiläum in diesem ihrem Amt. B e u t h e n. Auf dem hiesigen Guido-Schacht Ux Königlichen Viel-schowitz-Grube verunglückten die Häuer Richard Marek aus Kunzendors und Anton Sobotta aus Preiswitz auf entsetzliche Weise. Sie waren unter Tag beschäftigt. Sprengpatronen zu machen, gingen mit dem Lichte sahrlässtg um, wobei der Kasten mit Pulver explodirte und beide schwer vorletzt wurden. F e l l h a m m e r. Berghauer. Robert Winkle? in Hinter-Fellhammer. welcher vor einiger Zeit von seinem Flurnachbar, einem Grubenarbeiter, mit einem Messer arg verwundet worden war, ist seinen Verletzungen erlegen. Der Messerheld, Vater einer zahlreichen Familie, befindet sich in Untersuchungshaft. G l o g a u. Arbeiter der Stärkefabrik sahen in der Vorstadt einen Mann in der Oder mit dem Tode ringen. Sie reichten ihm Stangen zu, jedoch mußten ihn die Kräfte schon verlassen haben, denn er priff nicht mehr nach der Hilfe. Vor thren Augen versank er in den Fluthen ;und gerieth unter das Ei?. Da der T'lsch ler Lachmann von der Großen Operstrahe vermißt wird, ist anzunehmen, daß dieser der Verunglückte ist. Groß-Deutschen. Die kranke Ehefrau des Stellenbesitzers Jaroschitzki lief, ohne daß es der Ehemann gewußt hatte, in's Freie und wurde nach einiger Zeit in der Nähe dS Fischteiches todt aufgefunden. K a m i tz bei Reichenstein. Steinbrucharbeiter Heinrich Werner war im Kleinbetriebe der Ziegelei des Wirthschastsbesitzerö Johann Laufer beschäftigt. Beim Abschachten von Lehm würd Werner durch herabfallende Masse verschüttet und erlitt so schwere Verletzungen des Rückgrats, daß der Tod sofort eintrat. Provinz 'Zfoscn. Posen. Das Arbeiter-Ehepaar Gromatzki im benachbarten Gl.mno, das seit sieben Jahren verheirathet ist und drei Kinder besitzt, gerieth in Streit, in dessen Verlauf der Mann seine Frau so schwer mißhandelte, daß sie sofort den Geist aufgab. Gromatzki wurde verhaftet. Brom berg. DaS hiesige Schwurgericht verurtleilte den Arbnter Cegielsti weoen Raubmordes, begangen cn e'ner alten Frau, zum ?odc. Die Mitangeklagte Frau Janusch wurde wegen Diebstahls zu drei Monaten Gefängniß verurth ilt. C z a r n i k a u. In Pruzinowo verließ die Arbeiterfrau Soloch, um Wasser zu holen, ihre Stube unv ließ ihr drei Jahre altes Töchterchen allein zurück. Am Brunnen traf sie zufällig ine Bekannte, mit der sie eine UnterHaltung anknüpfte. Al sie in ihr Wohnung zurückkehrte, bot sich ihr ein

schrecklicher Anblick dar. Daö Mädchen lag vor dem Herd am ganzen Körper brennend. Nach kurzer Zeit starb das Kind. K l e m p i tz. Gutsbesitzer Haemmerling in Kempitz wurde mit durchschossenem Kopfe auf seinem Felde todt aufgefunden. Haemmerling hatte sich mit seinem Gewehr aus der Wohnung entfernt und ist wahrscheinlich durch einen Unglücksfall um's Leben gekommen. Er lebte w guten VermögensVerhältnissen und war unoerheirathet.; em Selbstmord erscheint auseschlossen. M a m l i tz (Labischin). Im hiesigen Gasthause fand eine arge Schlägerei statt, bei welcher der Büdnersohn I. Kaczmarek übel zugerichtet wurde. Dieser ist infolge der Mißhandlungen gestorben. Prinzenihal (Bromberg). Die 61 Jahre alte Eigenthümerfrau Gädke aus Jägerhof. die zum Besuche ihre? Tochter hier weilte, wurde von einem mit Dung beladenen Wagen deö ,.Reaiments Grenadiere zu Pferde" überfahren und sofort getödtet. Die Pferde jenes Wagens waren durchgegangen und sind später in einen Fleischerladen hineingestürmt, wo sie das Schaufen. stcr zertrümmerten und viel Schaden anrichteten. R o g a s e n. Der hiesige FuhrWerksbesitzer Brettschneider war auf dem Wege nach Buchenhain mit dem Ausroden von Pappeln beschäftigt. Durch eine umstürzende Pappel wurden ihm beide Beine gebrochen. An diesen Verletzungen ist Brettschneider trotz ärztlicher Hilfe gestorben. Wongrowitz. Das Altsitzer Linde'sche Ehepaar in Grantowitz feierte seine goldene Hochzeit. Pastor Siegesmund überreichte die dem Jubelpaare verliehene EhejubiläumsMedaille. -&voxittd SacHsn. M a g d e b u r g. Im Zuckerspeicher der Elbschiffahrts - Gese2schaft ereignete sich ein schweres Unglück. Ein großei Stapel aus Zuckersäcken stürzte plötzlich um in dem Augenblick, als zwei Steuerkeamte eben daran vorübergingen. Hierbei wurde der Steuerbeamte Traugott Ribitsch auf der Stelle von den auf ihn fallenden Zuckersäcken getödtet, während der Hilfssteueraufseher Andreas Thielebein mit leichten Verletzungen davonkam. Der frühere Bäcker, jetzige Arbeiter Dubrau, der schon längere Zeit keine Beschäftigung hat, unternahm infolge einer Zwistigkeit im benachbarten Crakau einen Mordversuch auf seine Ehefrau. Er gab drei Schüsse auf sie ab, von denen einer den linken Oberarm traf. Er wurde verhaftet, während seine Frau nach der altstädtischen Krankenanstalt gebracht wurde. A s ch e r s l e b e n. Auf der Chaussee zwischen Königsaue und Schadeleben stieß das Fuhrwerk derFrau Faust mit einem anderen Wagen so hart zusammen, daß die Frau aus der Schoßkelle heraus unter das Pferd flog und bedeutende Verletzungen davontrug. B r ü ck e n. In der Nähe desMarktfleckens hier wurde die Leiche des 88jährigen hiesigen Wittwerö Johann Werner gefunden. Sie soll nach der Aussage der Wirthschaften von dem jüngerenBruder dorthin gebracht worden sein, der die Begräbnihkosten sparen wollte. Die Wirthschaften behauptet, der I. Werner sei in se'mer Wohnung gestorben, der jüngere Bruder hat sich, bevor die gerichtliche Obduktion der Leiche stattfand, erhängt. E i ö l e ö e n. Unter großer Th.'ilnähme der Gemeinde feierte hier das Sattlermeister Gottfried Kortesche Ehepaar seine goldene Hochzeit. Es empfing bei der Einseqnung durch den Ortsgeistlichen die Eheju.iläumsmedaille. H a l b e r st a d t. Die jährige Tochter des Bierkutschers Großmann in der Schmiedestraße wurde von einem elektrischen Motorwagen übersahxtn. Das Kind war sofort todt. K l e . n l i e b e n a u. Bei einer hier abgehaltenen Treibjagd ereignete sich ein bedauerlicher Unfall. Der 34 Jahre alte Maurer Karl Erbe au? Möritzfch, welcher bei der Jagd als Treibe? beschäftigt war, wurde von einem Schützen, dessen Gewehr sich entlud, angeschossen. Der Mann, der die volle Schrotladung in den Körper erhielt, wurde in schwerverletztem Zustände in das Leipziger Stadtkrankenhaus zu St. Jakob gebracht.

Eeue Etymologie. Kyrassier: Wissen Kamerad, woher Bezeichnung Infanterist" kommt? Kolossal entfach: insang das Kind. triHtin traurig, ch, ..Trauerknabe!Naiv. Besuch: So Hänöchen. Ihr führt auch bisweilen vegetarische Küche?" Hänschen: Ja, wenn der Fleischer nicht mehr pumpen will." Vorschlag. Parvenu: -Singen S' bei mir um einen billigeren Preis, Herr Kammerfanger, und geh'n S' halt dafür nicht so hoch hinauf mit der Stimme!" Stoßseufzer. Bäuerin (die zuschaut, wie ihr Mann von einem Betrunkenen geprügelt wird): JesseS. JesseS! Und das nennen die Herr'n beim Gericht mildernde Umstand'"'' Hyperbel. Der gräßlichste Schlaf, der einem Steuerzahler in Deutschland passtren kann, ift der, von. dem theuren Stadium zu träumen, mit dem Kanonen gegossen werden können.

ai klt enteuer oc Herzogs von Orlea, . Aus Wien wird geschrieben: Die Nachricht, daß der Herzog von Orleuni beabsichtige, sich von seiner Gemahlin. der Erzherzogin Dorothea scheiden zu lassen, ist durch die Agence Havas" dementirt worden. Der Herzog. so versicherte das französische Nachrichten-Bureau. habe diese Absicht nie gehabt. Nun wird aber hier bekonnt, daß der Dame, die er gegen seine Frau hatte umtauschen wollen, der Zutrit, zum Wiener Kaiserhofe verboten worden ist. Die junge Schöne"'), um die eö sich handelt, trägt den Fürstentitel und einen historischen Namen, dies hindert sie nicht, die Schwachheit u besitzen, sehr kokett zu sein, und sie hat schon manchen schwärmenschen Herrn aus der Aristokratie und Diplomatie, den sie durch ihr virtuoses Geigenspie! entzückte, durch ihr Augenspiel zur Verzweiflung gebracht. Eines Tages wurde sie auf der Jagd durch einen Schrotschuß an der Kehrfeite verwundet. Ein trauriger Zufall! sagte man lächelnd. Aber Eingeweihte erklärten, eö besser zu wissen: ein hochadliger Jäger, erzählten sie. habe sich auf diese Weise an dem Fräulein gerächt, das ihn in einem feingesponnenen Netz hatte zappeln lassen wie einen gefangenen Karpfen. Auch der Herzog von Orleans, der sehr empfänglich für weibliche Reue ist, hat das Netz kennen lernen müssen, und daß seine ehelichen Beziehungen dadurch getrübt worden sind, beweist das Zeichen kaiserlicher Ungnade, das dem liebenswürdigen und gefährlichen Mädchen nunmehr zu Theil geworden ist. Mehrmalige Mahnungen sollen diesem letzten Schritt vorangegangen sein aber sse blieben vergeblich. Dies läht immerhin vermuthen. dafc, wenigstens auf Seite des Herzogs, nicht 'bloßes Getändel vorlag, sondern dafc die Geriichte von den Scheidungsabsichten, Gerüchte, die von sonst gut unterrichteten Leuten verbreitet wurden, doch einen thatsächlichen Grund hatten. Es wurde damals erzählt, er Herzog wolle sich an den Papst um einen Dispens wenden: dann hieß eö, die Sache sei beigelegt. Mit vollständiger Ableugnung' trat nun die Agence Havas" auf wahrscheinlich auf Wunsch desHerzogs. Der gute Prätendent hat sich schon so Viele kleine Abenteuer gestattet, daß dieses neueste ihn ganz um seinen Kredit gebracht hätte. Ob er selbst freilich sein Prä'tendententhum sehr ernst nimmt, ist zweifelhaft. Auch beurtheilt er seine Aussichten gewiß richtiger alö seine ehrgeizige Gattin, die nur in hocharistokratischen Kreisen verkehrt, wahrscheinlich nur den Gaulois" liest und. als sie Hocteit hielt, sich von den orleanistischen Getreuen wie einer künftigen Königin huldigen ließ. Sie soll damals schön wie sie ist in ihrem Diadem wMlich königlich ausgesehen haben. Sie hat aber eine so konservative Auffassung auck von den Pflichten des Ehemannes, daß der Herzog sich durch ihre Majestät ein wenig beengt fühlt. Leider hat sie ihm auch keine Nachkommen geschenkt, und er kann ihr daher entgegenhalten, daß sie die Hofsnungen. die das royalistische Frankreich auf sie gesetzt hat. nicht zu erfüllen vermochte. Daß er aber für seinen Bruder oder seine Vettern sein lebelang den schweren Prätendentendicnst leiste, ist. seiner Ansicht nach, zu viel verlangt. ) fl handelt sich n ber Cache um eine Peln, ,,ssin Vekkernich, Brande i Rortvgcn. Hn der letzten Zeit wird fast jedes Jahr eine der kleineren norwegischen Städte, die durchcehends aus Holz gebaut sind, durch eine gewaltige Feuetsbrunst vernichtet. Im Jahre 1902 ging ein großer Theil von Larvik zugrunde. 1901 Farwnd. 1900 Sandefjord; je desmal belief sich der Verlust auf etwa 1 Million Kronen. In den letzten 30 Jahren ist das an sich geringe Ratio, ualvermögen Norwegens auf diese Weise um 50 Millionen Kronen vermindert worden. Eine so gewltige Brandkatastrophe wie die an Aalesund hat man iedock, nie in Norwegen erlebt sie übertristt bei weitem alle Feu: ersbrunste des vergangenen Jahrhunderts. Mit 20 Millionen ist der Berlust gewiß nicht zu hoch veranschlagt; und man muß noch dazu dem Schicksal dankbar sein, daß nicht auch die unzähligen Fischerboote, die sich jeht gerade vor dem Beginn der großen Flschereic, im Hafen von Aalesund angesammelt hatten, ein Raub der Flammen wurden. Dann wäre der Verlust einfackl nicht zu berechnen gewesen. Der einzig' Lichtpunkt in all diesem Unglück ist di? ungeheure Opferwilligkeit im Ausland wie in Skandinavien. Ein? enorme Masse von Nahrungsmitteln und von Geld strömt ein. Aber um einen Ver lust von 20 Millionen zu decken, braucht man auch ganz bedeutende Beiträge. Zum zweiten Male hat in Rostock ein Mann seine Frau geheira thet. Ein Arbeite? hatte nämlich in gutem Glauben, daß seine Ehe bereits geschieden sei. wieder geheirathet. Er wurde zunächst wegen Doppelehe mit 8 Monaten Gefängniß bestraft; jetzt ist vom Landgericht Rostock die zweite Fhe auch für nicht zu Recht bestehend erklärt worden. Die zuerst geschlossene Ehe ist aber inzwischen wirklich geschieden worden, und da der Staatöanwalt nichts mehr dagegen einwendet, hat der Ehebedürftige seine zweite Frau zum ,weiten Male aebeiratbei.

Das Schicksal des Wetzlarer Domes muh jeden Kunstfreund mit banger Sorge erfüllen. Von der Westfront, von deren gefahrdrohender Nähe rohe Holzschraken den Verkehr fernhatten, prasseln von Zeit zu Zeit die verwitternden Brocken des SandsteinzierWerks herab, mehrfach auch müssen größere Werkstücke, die herabzufallen drohen, beseitigt werden. Ganz unvermuthet erfolgte vor einigen Monaten ein bedeutenderer Absturz vom Heidenthurm. dc.n älteestn. aus der romani-sche-n Zeit stammenden Theile des DomeS, der das davorstehende starke eiferne Gitter in Trümmer schlug. Zur Rbttur.g des Heidenthurmes ist nun zwar der Dombau ' Verein eingetreten. weiter aber reichen seine Mittel nicht. Und dabei bilden fast alle 'Ai'hentheile des Domes ein Bild tröstlosen Verfalles und eine ständige Bedrohung der Vorübergehenden. Es scheint über dem Wetzlarer Dom ein dauernder Unstern zu schweben. Bereits um die vierziger Jahre des vorigen Jahrhunderts trat der hochverdiente erste Konservator der Kunstdenkmäler. v. Quast, mit aller Kraft für die damals schon als dringlich bezeichnete Rettung des Bauwerks ein. Und was war nach jahrzehntelanger Vorarbeit das Ergebniß dieser Bewegung? Einige kümmerliche, künstlerisch unzureichende Arbeiten, die als neue Flicken auf altem Gewände häßlich hervorstechen und zur Erhaltung des Ganzen nichts beitragen. Seit etwa vier Jahren hat der alte Dom durch einen herabgeschütteten Steinhagel eine neue Bewegung zu seinerWie' derherstellung eingeleitet. Ob dem unschätzbaren Kunstdenkmal Rettung lvinkt. ob Untergang? Jedenfalls muß das letzte Stündlein seines jekigen Zustandes bald schlagen, sei es Im einen, sei es im anderen Sinne. ' (Pin T uvstttlnnxnva :. Eine der originellsten winterlichen Veranstaltungen in Berlin ist der schon seit mehreren , Jahren stattfindende Taubstummenball. Die berühmten Bälle der Kahlköpfe in Paris, der Verwachsenen in New Vork und des Berliner ..Vereins der Siebenmonatskinder", der zu seinen Mitgliedernnur über drei Zentner schwere Herren zahlt, können nicht eigenartiger wirken. Die Berliner Taubstummen lernen sich kennen in den Taubstummenanstalten sovie bei ihren Gottesdiensten. So entstand nach und nach die Idee des noch engeren Zusammenschlusses zu Vergnügungszwecken. Wie die taustummen Pärchen, ohne einen Ton der Musik zu hören, instinktmähig nach ihr das Tanzbein schwingen, das muß man gesehen haben. Uns es sind sogar vorzügliche Tänzer, die sich in keinem Ballsaal zu verstecken brauchen. Es geht auch keineswegs unheimlich still zu. denn mebr als die Hälfte der Besucher dieser festlichen Veranstaltung rekrutirt sich aus normalen Menschen, die fast durchweg die Taubstummensvrache verstehen. Nur mit dem Fortschreiten der Fidelitas kann es dem. der zum ersten Male in solche Gesellschaft hineingeräth. etwas unheimlich zu Muthe werden. Die Taubstummen gehen stark aus sich heraus lind ersetzen durch eigenartige Töne tvas ihnen Allmutter Natur an Zungenkraft versagt hat. Aber sonst geht's zu wie bei jedem anderen internerßniigen. Da fehlen wedorMaofoukstü ine noch allerlei Ueberraschnugeil. nicht die Kaffeepause, noch Humoristische Vorträge. Gerade darin sind die Tau stummen ja Meister. Ist doch ihr ganzes Leben eine ununterbrochene Pantomime! , i Tev arn val von Ri.za, der durch seine Pracht jedes Jahr große Mengen von Zuschauern auallen Welttheilen anlockt, soll in dieser Saison mit besonderem Glänze gefeiert werden. Die Plätze und Straßen Nizzas sind von einem Ende zum anderen geschmückt worden, während auf bc: Place Massen von einem Heer von Arbeitern der riesige goldene Pavillon errichtet wird, der dem Prinzen Karneval während seiner kurzen, aber fröhlichen Regierung als Palast dienen soll. Der Pavillon wird durch Tausende von elektrischen Lampen erleuchtet werden, während ein starker Schein lverfer von der Kuppel darüber spielen wird. Die Ausschmückung der Place Massena kostet allein einige 20.000 Mark. Der Herrscher des Festes. ..Prinz Karneval Zuckerpflaume. Kaiser der Sahara", wird eine riesige Ka rikaturfigur von Kaiser Jacques s." sein und auf einem Thron von 24 schwarzen nubischen Riesen getragen werden. Das Bild des Prinzen und der Wagen, auf dem eö mittels eines verborgenen Automobils durch die Straßen geführt wird, werden ungefähr 40 Fuß hoch aufragen und 20.000 Mark kosten. Prinz Karneval ist seit undenklichen Zeiten fast immer von s.'iner Frau begleitet worden. I-,? Karneval dieses Jahreö hat man es jedoch für angemessener und richtier gehalten dem Sahara - Monarchen zu gestatten, seinen Harem mitzuführen, der einen prächtigen Wagen einnehmen wird. Gegen feuergefährliche Theater geht man jetzt auch in Wien vor. Die Vertretung deß Bezirkes Jo. sephstadt hat Wiener Blättern zufolge bei der Regierung die sofortige Schlie ßung de Josephftädter Theaters beantragt und ti soll dasselbe auch bezüglich deß KarltheatnS unv deß Eaalek de MufikverewS geschehen.

Gewissenhaft.

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Gefängnißdirektor: Es ist Ihnen doch das letztemal wegen guter Führung ein halbes Jahr von Ihrer Strafe geschenkt worden, und schon wieder sind Sie da?" Stromer: Nix for ungut, Herr Direktor, ich hab' m'r gedacht, für dös halbe Jahr, dös d'r doch eigentlich g'hört hätt', kannst fcho' wieder amal a kleens Diebstählche riskira."

Angenehm. jQfc haben so viele Schulden; mahnt S e denn keiner Ihrer Gläubiger?" Oh. wenn die mich sehen, dann laufen sie gleich fort, weil sie einen neuen Pumpversuch fürchten!" Uebergabe. '

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Hausknecht (nachdem tr einen zudringlichen Geschäftsreisenden wiederholt hinausefpedirt hat): Heute will ich Ihnen auch gleich adieu sagen; vom nächsten ersten" ab gehen Sie nämlich in andere Hände über!" Vergeblich. Alte Jungfer (im Teich): So retten Sie mich doch. mein Herr; sehen Sie denn nicht, daß ich in's Wasser gefallen bin!" Herr: O ja, aber Ihre Hoffnungen auch!" Die Berühmtheit.

Sakra, alles will von mir a' Autogramm jetz' iS d' höchst' Zeit, daß i' schreiben lern'!" Angenehm überrascht. Tourist (auf dem Berggipfel): Endlich einmal ein Punkt, wo es nicht nach Benzin riecht!" Der schläfrige Zeitungl e s e r. 1.

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M u t t e r ft o l z. Aber ordentlich heraus gemacht hat sich 3tfa

Junge." Daß will ich meinen; burch'A Telephon wird er auch schon staunn mit .Sie" angeredet!"