Indiana Tribüne, Volume 27, Number 167, Indianapolis, Marion County, 7 March 1904 — Page 4
Judtana Tribüye. 7. März 1904,
Zndiana Tribüne. H,?auItbkN vvn bt GtS Indianapolis, Ind.
Harry C. Thudium
Prafident.
B t f d) f I c a 1 1 o 31 Süd Delaware Strabe. telbphoine av.
ut the Pott Office r Indlnjxlh tcond clai matter.
Die deutsche Sprache.
Wie sich die Ansichten mit den Zeiten ändern, geht au dem plötzlichen Um schwung der öffentlichen Meinung in Englünd über die Wichtigkeit der deut. Ichen Sprache hervor. Bedeutende Londoner Zeitungen erklären eS frei müthig für eine Nothwendigkeit, den deutschen Sprachunterricht auf den Lehrplan der Schulen zu setzen. Kein geringeres Blatt als die Londoner .Morning Poft" wirft sich folgender maßen zum Borfechter für deutschen Untericht auf. Sie schreibt : Welches find die erzieherischen und praktischen Vortheile der Kenntniß deS Deutschen Der erzieherische Werth liegt in der Thatsache, daß Deutsch der Schlüssel und zwar der einzige zu dem halben Leben und Denken deS modernen Europas ift. Deutsch ift die Sprache Luther'S. Les. fing'S. Kant'S und Goethe'S. Ranke'S und BiSmarck'S. Sie nicht können. heißt diese Männer und ihre Werke nicht verstehen und sich daher eine voll.
kommen einseitige Anschauung modern ner Geschichte und des heutigen Euro paS, der Welt, in der wir leben, bil den. Die Hälfte der Schwierigkeiten, unter denen Großbritannien äugen blicklich leidet, entspringt aus der we nig schmeichelhaften Thatsache, daß kaum einige unserer Staatsmänner. Soldaten, Seeleute oder Parlaments Mitglieder Deutsch verstehen. Sie sind auf dieser Weise von jeder rich. tigen Kenntniß Deutschlands auöge. schlössen, seine! 'Volkes, seiner Politik. seiner Errungenschaste.i im Fort schritt und der Organisation der Wis senlchaften. Niemand behauptet, daß Deutsch eine bessere Sprachelist als Lateinisch odeGriechisch. Als werthvolles Mittel zur Schulung deSlGeifteS ift die Erlernung der deutschen Sprache allerdings nicht nothwendig. Darum handelt es sich auch 'gar nicht, und hoffentlich wird der Fall, die alten Sprachen durch neue zu ersetzen, nie eintreten. Denn Zeitersparniß wäre das schließlich nicht, da die auf Griechisch und Lateinisch verwandte Mühe den Knaben befäbigt. die Grammatik und die Konstruktion einer modernen Sprache bei Weitem leichter zu lernen. ES ist auch nicht eine Frage deS Vergnügens vergleichen der Grammatik-Studien, die nicht zu dem Schulpensum gehören, abgesehen von den Fällen.sin denen sie der Lehrer bei seinen Methoden braucht; sondern der einzige Zweck ist, den Schüler in den Stand zu' setzen, in der fremden Sprache lesen zu können, Kann er diese sprechen und schreiben, desto besser, doch beide find nur Annehmlichkeiten für ihn. Man kann nicht lernen, ohne zu sprechen, und natürlich muß der Schüler angewiesen werden, richtig zu sprechen, doch nimmt dies nicht eine Minute mehr in Anspruch und schließt nur in sich, daß der Lehrer richtig spricht und die Grundsätze der Phone tik kennt, ohne welche Kenntniß er aller dingS für unfähig angesehen werden sollte. Wir haben bei der Darlegung deS erzieherischen Werthes der deutschen Sprache ganz allgemein ihren prakti schen Nutzen berühren müssen, aber wie weit dies Feld ist. ahnen leider nur wenige unserer Landsleute. Welche Wissenschaft kann ohne Bezugnahme auf deutsche! Bücher vollkommen beherrscht werden? Vor einigen Jahren hätte man Volkswirthschaft anführen können, aber heute nennen sich die jün geren Volkswirthe, die Mr. Chamber lain unterstützen. Jünger der deutschen Meister. Die modernen Methoden historischer Forschungen find nach Frank, reich und England von Deutschland aus eingeführt worden, wo Niebuhr und Mommsen, Ranke und Hartz ihre Pioniere waren. Die Wissenschaft ver. gleichender Philologie ift eine deutsche Schöpfung, und auf diesem Wissen. zw?ige fteht.Deutschland noch immer an der Spitze. ADie Geschichte der germa Nischen und? auch der romanischen Sprache ift in der Haupsache die Frucht deutscher Forschungen. Bor 40 Jahren mußten die Lands lente eines Boyle und John Dalton
nach Deutschland gehen, um ihre chemischen Studien zu vollenden, und man scheint zugeben zu müssen, daß Deutschland seinen Chemie Studenten einen nicht unbeträchtlichen Theil seiner Fortschritte in der Industrie zu ver. danken hat- KriegSwisseuschast und Kriegskunst find seit dem Zeitalter Napoleons von den Deutschen umge ändert und erneuert worden, so daß alle anderen Nationen des. Kontinents und selbst Japan ihre Ideen von Deutschland übernommen haben. Die britischen und amerikanischen Armeen haben lange geglaubt, einen Moztke und seine Schule verachten zu können, aber letztere haben unter der Leitung von Mr. Root ihre Vorurtheile fallen gelassen, und die Vereinigten Staaten haben nun auch ihren Ch:f des Großen GeneralftabS. Auch in der Geogra phie sind die Deutschen die Pioniere ge Wesen. Die Briten waren allerdings als die Entdecker die Ersten und mach ten uns die meisten unbekannten Länder zugänglich aber erst die' Deutschen waren eS, die die Resultate vergleichend neben einander stellten, und die das meiste thaten, die Geographie in ein System zu bringen. Deutschland ift auch unserem Lande in der Karto graphie so weit voraus, daß die oberen Klassen in Großbritannien infolge von Vernachlässigung der deutschen Sprache in den Great Public Schoolö mit der mächtigsten und am meisten vorwärts schreitenden Nationen Europa'S viel fach die Fühlung verloren haben, und gar kein richtiges Verständniß für Heu
tige Geographie haben.
Die Zionö So-overative Mercan. tile Institution" in Utah versendet ein Eircular im Lande, worin sie um 11.! terstützung gegen die beabsichtigte AuS schließung deS Senators Smoot ans jener Körper zaft nachsucht. ES wird darin betont. Smoot'S Character sei tadellos, er selbst ...n Polygamift, und als einziger Vorwurf lasse sich das er heben, daß er als Apoft.l der Mormo nen'Kirche angehöre. Gerade der letztere Punkt ift jedoch ausschlaggebend. ES kommt nicht so sehr darauf an. ob Smoot ein anftän diger oder ein schlechter Mensch ift; aber e fragt sich, ob eine Persönlichkeit, die einer die Gesetze des Landes mißachten den religiösen Gemeinschaft angehört, als Gesetzgeber in der Bundeshauptstadt geduldet werden kann. Daß die Mormonen.Kirche heute wie früher an der Vielweiberei festhält, ift durch die Aussagen ihres derzeitigen Leiters er wiesen, und zugleich auch, daß Apo strt" dieser Kirche praktisch diesem Grundsatze huldigen. Herr Smoot, der eingestandenermaßen die Zustim mung der Apostel zu deiner Kandidatur einholen mußte, billigt selbstredend so mit Ansichten, deren Bethätigung sich als Verletzung der grundlegenden Ge setze des Staates darste.lt. und hat schon damit, unsere ErachtenS, fein Anrecht auf einen Sitz im Bundessenate ver wirkt. Die GeschäftStüchtigkeit und persönliche Ehrenhaftigkeit Smoot'S. von der daS besagte Eircular spricht, hat mit der ganzen Frage überhaupt nichts zu thun.
Im Mittelalter galt e, wen auch nicht als Gewohnheitsacht, so doch als feststehender Brauch, einem DeZinquen ten, bet welchem die Kunst des HenkerS versagt. daS Leben zu schenken. ES fanden VolkStumulte satt, wenn daS nicht geschah und nicht selten kam eS vor, daß die empörten Zuschauer den ungeschickten Scharsrichter das Schick sal seines Opfer bereiteten. Erst mit dem Eindringen der römi schen Strafrechts Grundsätze erhielt das R.'cht seinen rassinirt grausamen und gefühllosen Charakter. Am Samstag kam es im Süden bei der Hinrichtung eines farbigen Mör derS zu abscheulichen Scenen; nachdem der Strick beinr ersten Versuche ge brachen war. muhte der Verurtheilte das Schaffott nochmals besteigen und dann erst gelang die gräßliche Proce dur. ES ift nicht der einzige Fall, in dem wir von einem zu langen Stricke" oder ähnlichen peinlichen Vorkomm nissen hören, und es wäre wahrlich an der Zeit, solchen scandalösen Erschei nungen ein rasches und gründliches Ende zu machen. DaS bei derartigen Executionen an. wesende Pudlicum bekundet einen viel schlimmeren Mangel an gemüthvollem Empfinden, alS das sog. barbarische Mitte! '.lter. Auch ift schon darauf hingewiesen worden, daß der Henker, wenn er per. sönliche Rachegelüste befriedigen will, dem Delinquenten furchtbare Leiden durch solch' nachlässige Hinrichtung Methode nach Willkür bereiten kann. Und in dem vorliegenden Falle ift dieö nicht ausgeschlossen; denn der Verur theilte'hatte den Beamten durch Messer ftiche verletzt.
Deutscher Allgemein - Protest.
Waisen-Verein. AuS der gestrigen Versammlung.
In der gestern Nachmittag abgehal tenen regelmäßigen MonatSversamm lung des D. A. P. Waisenvereins wur den nach Erledigung der RoutineGe. schäfte die Herren F. Zwicker Sr. und John Hedderich als Mitglieder in den Verein aufgenommen. Das Gesuch der Frau Lenz um Aufnahme ihrer Kinder in die Anstalt wurde bewilligt. Hierauf gelangte der Februar.MonatS bericht des WaisenvaterS zur Verlesung wie folgt: Der Gesundheitszustand der Kinder, 71, 26 Mädchen und 45 Knaben, wie am Anfang deS Monats, war ein sehr guter. Frau I. C. WinterS schenkte eine Anzahl MädchenSchulhüte und Herr Pastor I. C. PeterS hat auf die Bibeln und Gesangbücher unserer 0 Conftrmanden deren Namen auf sein Kosten, drucken lassen. Beiden herz, lichen Dank. Am Sonntag, 20. März, Nachmit tagö 2 Uhr, werden unsere Confirman den geprüft und am Sonntag. 27. März, Vormittags, findet in der ZionS Kirche ihre Einsegnung durch Herrn Pastor PeterS statt. Alle find freund lich zur Theilnahme eingeladen." Ehrungen für Frau Eli sabeth Schmidt. Der Verein beschloß alsdann, ein Quartett der WaisenKinder an der Bahre der Waisen Freundin grau Elisabeth Schmidt, der langjährigen Präsidentin des FrauenWaisenvereinS, fingen zu lassen, deren Beerdigung heute Nachmittag stattfand. DieS geschah, um einen sehnlichen Wunsch der Verstorbenen zu erfüllen. Der Frauen Waisenverein beauf tragte in seiner gleichsallS gestern adge haltenen Versammlung ein Comite mit der Ausarbeitung geeigneter Trauer Beschlüsse anläßlich deS Todes seine langjährigen, treuen Mitgliedes, der opferfreudigen Gönnerin der Waifer?'. Frau Elisabeth Schmidt. Der Verein betheiligte stch in corpore an der Bk erdigung.
Polizeiliches Allerlei. Sin ruhiger Sonntaq -Ein verschwundener wiedergefunden -Jtette Hausgenossen :c.
In der Samstag Nacht erhielt R. H. Baumert'S Wohnung in No. 1516 Oft Market Str. den Besuch von Eindrechern, die durch ein erbrochenes Sei tenfenfter einstiegen. Alles im Hause auf den Kopf stellten und schließlich eilt Portemonnaie mit S15Jnhalt erbeu teten. Tagsüber verrichtete gestern die Hermandad. nachdem fie noch in der Samstag Nacht 2 Wirthe wegen Ver. letzung des NicholsonGesetzeS verhaftet hatte (A. L. Fox von der South Str. und Dave Gause von der Süd Meri dicm Str.), keine nenncnSwerthen Tha ten. Vom Polizisten Johnson wurde ein gewisser Ade Watts wegen angebl. MordangriffeS verhaftet, weil er an einer wüsten Keilerei in der Samstag Nacht betheiligt gewesen sein soll, und außerdem verhafteten die Radier ASkin und AmSden in No. 320 N. La Salle Str. einen gewissen Louis FrederickS wegen thätlichen Angriffs. Derselbe soll stch an seinem Kostwirthe wegen deS Kostgeldes vergriffen haben. Der feit mehrerenTagen vergeb lich gesuchte, auS Dr. Fletcher'S Sani tarium entsprungene 24jährige I. E. Martin befindet sich seit gestern . wieder in der Anstalt. Fr war am Samstag Abend spät doch noch heim nach Audubon gekehrt, und gestern Morgen wurde dir Jüngling, der ein wenig Über spannt ift, von den Seinen wieder hier hergebracht. Eingesteckt wurden von der Polizei im Laufe des Tages außer den Obengenannten der in No. 516 Weft Maryland Str. wohnende Jaö. Lyons und sein Kostgänger Mal. Branch, Er fterer wegen thätlichen Angriffs. Letzte rer wegen desselben und wegen Tra genS einer verborgenen Waffe; denn man fand an ihm einen Schlagring vor. Die Beiden waren aus irgend einem Grundb handgemein geworden und Branch batte, trotz feines Schlag, ringe, den Kürzeren gezogen. Lyons richtete ihn fürchterlich zu und brachte ihm u. A. Kopfmunden bei, zu deren Flickung Dr. Jeffries vom Dispensa rium 20 Stiche legen mußte.
Erfolgreiche Unterhaltung der
o. A der Ptzthian Guards, I. O. K. P. Wie populär sich die Co. A der Py. thtan Guards des Verb. Ordens der PythiaS . Ritter namentlich in den Kreisen der deutschen Bevölkerung ge macht hat, daS bewies der gestrige Be such der von der Compagnie in derSüd feite Turnhalle veranstalteten Ab'nd Unterhaltung. Trotzdem es Bindfaden vom Himmel regnete und die Wege theilweise unpassirdar waren, hielten die Besucher doch in stattlicher Anzahl ihren Einzug in den von Meister Truemper & Sohn in geschmackvoller, der Festlichkeit entsprechend decorirten Saal. Nachdem daS Orchester einen flotten Marsch und hierauf eine Ouvertüre gespielt hatte, hielt Capt. Joseph I. gorbeö. welcher stch um die Compagnie so außerordentlich verdient gemacht hat. welcher im Interesse derselben stets sein ganzes Können eingesetzt, eine kurze aber von Herzen kommende und doch schneidige Ansprache, welche nicht nur bei seinen tapferen Heerschaaren, sondern auch bei den übrigen Besuchern vielen Anklang fand. Die von der Compagnie unter seiner Leitung ausgeführten militärischen Uebungen erregten durch die exscte Art und Weise ihrer Durchführung all. seitigen Beifall. Frau Harry Thalman'S Recitation wurde sehr beifällig ausgenommen; Frl. Lena Roch drillirte mit einem Piano.Solo und die ViolinVirtuostn Frl. Ruth ForbeS zeigte durch ihre Vorträge, daß fie ihr Instrument be meistert. Erstaunen und Bewunderung erreg ten die G?brüder Jrrgang mit ihren athletischen Uebungen. Nachdem daS offizielle Programm abfolvirt worden war. wurde noch manche Stunde von Männlein und Weiblein das Tanzbein in fröhlicher Weise geschwungen. Für aufmerksame Bewirthung und Bedienung, war in bester Weise ge sorgt, so daß die Besucher der gestrigen Unterhaltung der Co. A, Pythian GuardS. I. O. K. P. in jeder Bezie. hung zufriedengestellt wurden. Das Piano wurde gestern Abend noch nicht verloost. weil noch nicht alle Tickets abgeliefert waren. Die Verloo funk findet am Ofter.Sonntag statt.
Nachrichten aus Jndiana.
Vergnügte Knchre-Partie. In dem freundlichen Heim des Hrn. und Frau August Renner an der Merrill Str. ging es gestern Abend vergnügt und lebhaft zu Dieselben langten nämlich auf der gemeinschaftlichen Wanderung durch'S Leben gestern in glücklicher Harmonie, wohl und munter am 13. Meilensteine an und anläßlich dieses frohen Ereig nisseS hatten fie ihre Freunde, die Mitglieder der Jolly Eight" zu einem Progressive Suchre eingeladen und nicht ein Einziger noch eine Einzige hatte versäumt, der Einladung Folge zu leisten. Die Gäste waren : Wm. OmenS und Frau, Charles Steinle und Frau, Charles Banworth und Frau, Karl Kramer und Frau. John Vesper und Frau. Joe Pfleger und Frau, Nic. Kretzer und Frau, Alfred Pich und Frau. Mehrere Stunden wurde eifrig um die schönen Preise, welche die Gast geber gestiftet hatten, gekümpft, bis endlich die Palmen des Sieges folgen den Damen und Herren zufielen: Damen: 1. Preis Frau John Vesper. Trostpreis Frau Theo. Steinle. Herren: 1. Preis Karl Kramer. Troft.PreiS-A. Berberich. Nach beendigter Kartenschlacht setzten stch die Theilnehmer an derselben zu einem hochfeinen Souper nieder, wel cheS selbst einen verwöhnten Gaftro nomen befriedigen mußte. Erst um die Mitternachtsstunde nahmen dieJolly Eight Abschied von ihren freundlichen Gastgebern, welche ihnen in ihren trau liehen Räumen einige sehr genußreiche Stunden bereitet hatten.
Die beste 5 Cent Cigarre in
der Stadt, Mucho'S Longfellov".
Bauerlaubnißschein e. M. .Domafchko, Cottage, New York und Oxford, 1450.-Hannah FurnaS, Ziegel Gebäude, 129 N. Alabama, S2650. JndplS. Wrecking Co., Ge bäude abzutragen. New Jork und Pennsylvania, 1550. Josephine Branson, 'Reparaturen, 413 N. Capitel Ave., 1300.
Der schlagfertige Schul Prinzipal wird gericht lich verfolgt werden. E v a n S v i l l e. Der fchlagfer tige Prof. LaSlie, der Prinzipal der Omensville, Ind., Schule, dessen En. gros Prügelei der 82 Schüler der Leh. rerin Bertba Montgomery, welche für die zartbesaitete Lehrerin so üble Fol gen hatte, daß diese im hiesigen Irren asyl Woodmere untergebracht werden mußte, bereut jetzt aufrichtig seine jäh zornige Handlungsweise, wahrscheinlich aber zu spät, da Nachrichten aus Omensville melden, daß die aufgebrach ten Eltern der gezüchtigten Kinder den Professor gerichtlich belangen wollen. Selbst wenn das Gericht keine allzu schwere Strafe über den Mann verhän gen sollte, dürfte dessen Stellung doch unhaltbar geworden sein, und man er wartet, daß er refigniren wird. Die arme Lehrerin leidet im hiesigen Jrrenasyl immer noch an hochgradiger Nervosität und hat ad und zu sogar Tobsuchtsanfälle, doch soll sich am Sonntag ihr Zustand wieder etwas ge bessert haben. JameS A. Coftello soll der Mörder deS Apothekers Wm. Runyan fein. South Bend. Am Samstag Abend gestand der vor Wochenfrift als verdächtig verhaftete Charles Krienke. nachdem er täglich nothpeinlichen Kreuz, verhören etc. auZgefetzt worden war, daß er Genaueres bezüglich der Ermor. dung des Apothekers Wm. Runyan wisse, der in der Nacht des 20. Februar in seinemZLaden erschossen worden war. Krienke'S Geftändniß wurde vor Pol'. zeiChef McWeeny in Gegenwart deS MayorS Fogarty, des StaatSanwalteS Clarke und der Stenographistin Miß Caß abgelegt, nachdem Krienke'S Frau Nellie sich vorher in allerlei Wider sprüche verwickelt gehabt und schließlich ihren Mann alS einen Mitschuldigen an dem Morde bezeichnet hatte. Krienke gestand, daß er und Coftello sich verschworen hatten, den Apotheker zu berauben. Jedch habe er, Krieuke. den Muth verloren, und Coftello sei al lein in die Apotheke gedrungen. Hier habe sich, da Runyon sich wie ein Löwe wehrte, ein fürchterlicher Kampf ent spönnen, und, alS Ezftello zu unterliegen drohte, da habe dieser zum Revolver gegriffen und den Apotheker er schössen. Coftello. der 28 Jahre alt ist. defin det sich noch auf freiem Fuße. Er ist auS Warsam. Ind., gebürtig und ein notorischer Bursche, der sich der Nomen Klnney" oder Borkey" bedient und schon mehrmals aus South Bend ver trieben worden war. Auch ffnenke's Leumund ift nicht der beste; denn vor zwei Jahren stand er im Verdachte, an dem John M. KoonS manMorde betheiligt gewesen zu sein. Netter Junge und Bruder. E v a n S v i l l e. Unter der An klage des GroßdiebstablS soll LouiS Greenberg, ein junger Mann von 24 Jahren, der durch Geheimpolizist Da viS in Charleston, W. Va., verhaftet und am Freitag hierher zurück tranS portirt wurde, sich vor dem KreiSge richt verantworten, doch ist eS mehr als zweifelhaft, nb der junge Mann je zum Prozeß gelangen wird, da er an der Schwindsucht im letzten Stadium leidet und schon fast hülfloS in einer Zelle des CountyGefängniffeS darniederliegt. Vor etwa zwei Wochen beftahl Greenberg. der, wie frühere Fälle be weisen, daS Besttzthum seiner Ver wandten auch alS sein Eigenthum zu betrachten scheint, seine Schwester, Frau Fannie Rosenthal, um einen Diamant ring im Werthe von 575 und ein Portemonnaie mit 20, sowie drei an dere minder werthvolle Ringe. Den Erlös seiner Beute hatte LouiS hier ver spielt und stch dann nach Charleston geflüchtet. Tante und Nichte am selben Tage gestorben. E v an S vi ll e. grau Lena He berer, geb. Folz, Gattin von Herrn Änrad Heberer, und die verwittwete Frau Catharine Mary Deig. eine Nichte von Frau Heberer, wurden beide am Freitag vom Tode abberufen. Frau Heberer starb am Freitag Morgen um 7 Uhr-in ihrer Wohnung an Columbia Straße und Heinlein Avenue, im Alter von 57t Jahren, und ihre Nichte, die in No. 518 Oft Columbia Straße starb, erreichte ein Alter von 32 Jahren und segnete am Freitag Nachmittag um 4 Uhr das Zeitliche.
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schaft, welche nunmehr ihr Hauptquar
tier in der Obd FellowS-Halle an Washington und Addison5traße auf geschlagen hat, ernannte ein Comite, welches einen Anwalt engagiren soll, um daS County an der Zahlung ferne rer Contractsummen für die Weft Washington Str. Brücke zu verhin dern, eS sei denn, daß den Contracto ren die vorgesehenen Strafen wegen un genügender Arbeiten abgezogen werden. Die Mitglieder der Gesellschaft find sammt und sonders der Anficht, daß der Bau der Brücke nicht derart ausgeführt worden ift, wie er sollte, sowie daß dem County eine bessere Brücke zukomme. DaS Verhalten des CountyCouncilß bezüglich der Brücken-Appropriationen wurde von der Gesellschaft gutgeheißen, da die Meinung vorherrscht, daß die gegenwärtigen County.Commiffüre doch noch nicht die Männer seien, um die Brücken-Frage in gerechter Weise zu be. handeln. Ferner ernannte die Gesellschaft ein Comite, um heute bei der Behörde für öff. Werke oehuf besserer Sorge sü? die KieSftraßen auf der Westseite vor. ftellig zu werden.
