Indiana Tribüne, Volume 27, Number 167, Indianapolis, Marion County, 7 March 1904 — Page 3
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pladivoftock beschossen. Allem Anscheine nach handelt eS sich nur um eine Ans-Närungs-Taktik.
kand.vormarsch geqen Gensan, Korea. Thauwetter bildet schweres Hinderniß. Gerüchte aus London. Stubenten.Tumulte. Toll'fche Expedition.
Ost'Asten. Beschießung Vladi. v o ft o ct'S. Bladivoftock, 6. März. Heute Nachmittag 1 Uhr 25 Minuten erschienen 5 japanische Schlachtschiffe und 2 Kreuzer, welche die Stadt und die Landbatterien 55 Minuten lang beschossen. Da Geschwader kam aus der Rich tung der ASkold-Jnsel. am Oft-Sin. gang zur Uffuli Bay und etwa 32 Meilen südöstlich von hier. Nach der Einfahrt in die Bay sormirte sich der Feind in Schlachtlinie, kam aber nicht näher als bis zu einer H Meile heran. Da die meisten Lyddit . Geschosse nicht explodir. ten. so richtete das feindliche Feuer keinen Schaden an. Die russischen Batterien, unter Com mando der Generäle Veronetz und Artamonoff.erwiderten nicht, sondern sie warteten auf das Näherkommen des Feindes. Das japanische Feuer hörte um 2 Uhr 20 auf und der Feind zog sich in der Richtung auf die Aökold.Jnsel zurück. Zu gleicher Zeit zeigten sich 2 Torpe. dojäger bei der Insel und 2 andere bei Cap Maidel. Die javanischen Schiffe waren mit EiS bedeckt. Der Angriff brachte den Russen keine Verluste, kostete aber dem Feind an Munition 200.000 Rubel (100,000). Die meisten der Projektile waren 6 und 12 zöllig. Die vorher gewarnte Bevölkerung der Stadt verhielt sich ruhig. Bericht von Alexieff. I St. Petersburg. 6. März. Eine Botschaft deö VicekönigS an den Zaren aus Mukden unter heutigem Datum besagt: Ich theile Euerer Majestät ehr furchtsvoll mit. daß der FeftungSCom Mandant in Vladivostock meldet, heute früh 8 Uhr 50 Min. seien 7 Schiffe südlich von der ASkold Insel ge sichtet worden, jdie man nach einer Stunde als auf die Insel zusteuernde
Kriegsschiffe erkannte. Etwa um Mittag befand sich das feindliche Geschwader zwischen der Küste und Insel ASkold, mit Ussuri Bay als Ziel. Die Schiffe waren außerhalb des Bereichs der Landbatterien. Um H Uhr eröffnete der Feind Feuer. 2 Schiffe des Geschwaders 'waren voraus sichtlich die Kreuzer 1. Classe ..Jdzum" und Vakuma". die Namen der übrigen sind unbekannt. " ' 5 Nüssen sollen gefal l e n sein. St. Petersburg, 6. März. Amt. liche Depeschen über die Beschießung Vladivoftock'Srwähnen keine russische Verluste; nach Privatnachrichten aber kamen 5 Personen um'S Leben, 4 See leute und die Frau eines Ingenieurs. Augenscheinlich fürchteten sich die Japa ner ihre Schiffe dem verheerenden Feuer der Landbatterien auszusetzen und e gilt auch als wahrscheinlich, daß die Japaner durch die Beschießung sich über die Stellung der russischen Batterien informiren wollten. Ruheauf derLiaoTung Halbinsel. London. 7. März. Nur rus fische Berichte über die Beschießung on Vladivoftock sind bis jetzt eingegangen
und diese lassen nicht erkmnen, ob das
russische Geschwader noch dort ist. Ei ner Tokio Meldung zufolge wurde das
Geschwader am Donnerstag vor Gen san, Korea, gesehen. Port Arthur Depeschen vom SamS
tag und Sonntag melden alles ruhig
daselbst und auf der Liao Tung Halb insel.
Das japanische KreuzerGeschwader
wurde Freitag Nacht während eines
heftigen Schneefturm vor Port Arthur
beobachtet. Räch dem Dail Telegraph beschäfti
gen die Russen noch immer Tausende von Kulis in Port Arthur und Dalny
bei Verschanzungen und neuen Fort.
Der Standard bringt etn Gerücht
nach welchem 30 russische Rattosen bei
dem Versuche, aus Port Arthur zu fliehen, ergriffen und am gleichen Tage erschossen worden seien. In Suda Bay, Türkei, ist der russ. Kreuzer Aurora" angelangt. Antung befestigt. Tokio, 6. März. Die Russen befestigen Antung. welches, wie man annimmt, zur Bist für den Wider, stand gemacht wird. Patrouillen bei Anju werden wieder zurückgezogen. ES wird hier in Abrede gesteht, daß die franz. Regierung im Namen der Con cesfionäre Einwendungen gegen die Vollendung der Söul Wiju - Bahn durch Japan erhob. Anleihe Angebot abge. lehnt. London. 6. März. Wie gemeldet wird, offerirten deutsche Bankiers Rußland eine Anleihe unter günstigen Bedingungen, aber das Angebot wurde nicht angenommen. Vermuthlich legt Rußland Werth darauf, der Welt mit der Größe seiner Hilfsquellen zu impo niren und wird eine Anleihe bei einer fremden Nation so lange als möglich hinausschieben. Japanischer Flanken Marsch. S t. P e t e r S b u r g. 6. März. Nachrichten aus Bladivoftock zufolge marschiren 2500 Japaner, die in der PlaSkin Bay (Ostküste Nord Koreas) landeten, gegen Husan (218 Meilen von Gensan), um schließlich Hunchun (linkeS User deS TumenFlusseS, etwa 100 Meilen westlich von Bladivoftock) zu erreichen und die russische Flanke zu bedrohen. Zur Hemmung dieser Bewegung rückten die russischen, 1500 Mann starken Vorposten, die kürzlich den Tumen kreuzten, zur Besetzung von Koyryong am Tumen vor. einer befestigten Stadt, welche die von den Japanern zu pasftrende Straße beherrscht. Ueber die Marine.M ibilisation wur. de heute theilweise entschieden. In den Plan, der die Mannschaften des Paci. ficgeschwaderS verstärken soll, sind die 3 Provinzen deS europäischen Rußland,
Vyaika. Perm und Ufa eingeschlossen.
Die Novofti bringen einen versöhnli
chen Artikel gegen England. DaS Blatt ist der Ansicht, das Einvernehmen der beiden Länder hinsichtlich der asiatischen Politik werde den Frieden in Asten
sichern, ohne den daselbst eine normale
Entwickelung weder der russischen noch
britischen Interessen denkbar sei.
Auch die ..Novoe Vremya" bespricht
die britischen Freundschaftsanaebote.
meint aber spottend: John Bull hofft
auf bessere Erfolge mit Großbritan nien und Javan als Zweigespann als
mit einer Troika, die den amer. Mustang einschließt.
Die Frau eines Marine.OssizierS
gibt eine drastische Beschreibung deS Port Arthur Bombardements am 9.
Februar und der Flucht von Frauen und Kindern am nächsten Tag. Sie wurde mitten in der Nacht durch den
Donner der Kanonen geweckt und sah
vom Balkon aus die Scheinwerfer
spielen. Die Stadt war verödet, mit
Ausnahme von Vicekönig Alexieff'S
Wohnung. Morgen bestieg die Dame mit einem kleinen Kinde einen Zug; sie beschreibt daS furchtbare Gedränge auf dem Bahn Hof in Port Arthur und auch in Dalny, wo sie vom Schicksale des Variag" in
Ehemulpo hörte. Die Züge waren so
besetzt, daß du Dame ihr Baby nicht einmal auf den Fußboden des Wagens, der mit Gepäckstücken bedeckt war, zu legen vermochte. Zwischen dem Hauptquartier Alexieff' und St. Petersburg besteht jetzt direkte, durchgehende telegraphische Verbindung.' Diese Linie, wohl die längste der Welt, erstreckt sich über 600 Meilen; bisher galt die directe Verbindung zwischen London und Teheran, eine Entfernung von 5000 Meilen, als längste. Prinz Loui Napoleon, bisher Bri gade-Commandeur im Kaukasus, ist hier angekommen und soll ein wichtiges KriegS'Tommando erhalten. New Shwang'S b e v o r ft e hende Räumung..
I B i n K o w, 6. März. Die Ent.
fernung von Mobinar DM Polizei und Militär.HauptquartierS und die Weg. nähme von Silber aus der Bzn! beuten auf eine beabsichtigte Räumung New Cbwang'S. Die Bank-Behörden betrauen französische und deutsche Agenten mit Leitung ihrer Interessen. Vor Oeffnung deS Flusses wird in New Shwang die Rückkehr einer ftar ken Kavallerie Abtheilung erwartet, um zwischen der Hauptbahn und der See zu patroulliren und der Küste AufklürungSdienfte zu leisten. Nach russischen Privatbriefen schlugen die Russen bei den kürzlichen Schar, mützeln zwischen dem PaluFlusse und Ping Hang mit überlegener Stärke die Japaner, erlitten aber schwere Verluste. Flüchtlinge, die hier eintreffen, er klären, Port Arthur sei seit dem 26. Februar nicht mehr angegriffen wor den; dagegen treffen Vorräthe und Munition noch immer ein. Die Thä tigkeit auf dem Trockendock, wo das Schlachtschiff Retvizan reparirt wer den sollte, ist seit denjtztzten 3 Tagen eingestellt, indem deauSmärtige In genieur den Retvizan nicht zu Heden vermochte und Port Arthur mit dem einzigen andern dort anwesenden Englünder verließ. Der beträchtliche Schaden für die Forts durch das japan. Feuer von der Pigeon Bay wird bestätigt; die Be. feftigungen auf jener Seite werden jetzt gestärkt. Alle Forts haben SignalOfnziere der Flotte erhalten, um russische schiffe zu erkennen und zu verhindern, daß die Forts bei ihrer Annäherung auf sie feuern. I a p. Spione. Kronstadt, 6. März. 4 jap. Spione sollen hier verhaftet worden sein. Admiral Birilef inspicirte die Schiffe, welche hier zur Dienst. Einstellung vor bereitet werden. Thau Wetter hemmt Ope r a t i o n e n. London, 7. März. Der Ehe Foo Korrespondent der Daily Mail beschreibt einen Resuch in Chinambo. Die Gegend von dort nach Ping Dang ist wegen deS Thaues unpasfirbar. Die Dörfer sind verödet. Pferde und LebenSmittel lassen sich nicht erhalten, da die Javaner alles aufgekauft haben. Der Corresp. hört, daß der Vormarsch erst beginnen soll, wenn 100.000 Mann concentrirt sind. Am Freitag landeten TranSportdampfer, von dem Kreuzer Takao" und 2 Torpedobooten begleitet. Mannschaften und Vorräthe 10 Meilen unterhalb Kwangja. Kossaken halten scharfe Wacht auf die japanischen Bewegungen. Amerikanische Einmi schung prophezeit. Berlin, 6. März. Die ..Köl. Nische VolkSzeitung" und andere Blät. ter commentiren die Haltung der Ver einigten Staaten, speciell eine Rede des amerikanischen HülfS StaatSsecretärS LoomiS. über die künftige Gestaltung der Dinge in Oftasien, und prophezeien eine amerikanische Jutervention. so bald sich der Krieg dem Ende nähere, um Japan zu schützen. Daraus können
die ernstesten Verwickelungen entstehen.
Aus einer Erklärung, welche der Staatssekretär des Reichö'MarineamtS, Admiral v. Tirtzitz. vor der Budget Commission deS Reichstages abgab, fol gern viele Blätter, daß eine neue Flöt teN'Vorlage mit Sicherheit zu erwar ten ist. Ausfuhr. Verbot möglich. Riga, Rußland. 6. März. Ver schieden? Fabriken wurden von briti schen KoblenLieferanten verständigt, daß sie sich mit ihren Aufträgen beeilen müssen, da die Kohen-AuSfuhr verbo ten werden könnte. Deutschland. Beerdigung Walderse e'S. Berlin. 6. März. Die Beer, digungung des verstorbenen Feldmar schall Grafen Walderfee findet Mitt woch Mittag statt. DaS Kaiserpaar, alle Mitglieder deS HauseS Hohenzollern, sämmtliche deut, sche LandeSfürften und zahlreiche her. vorragende Persönlichkeiten deS Aus lande haben der Gräfin Walderfee te lezraphisch ihr Beileid ausgedrückt. Proceß Krohn. Dresden , 6. März. JnPirna sollte vorgestern vor dem Kriegsgerichte der Proceß wegen der Duelle beginnen, welche Oberleutnant Krohn vom 5. Feldartillerie-Regiment No. 64 mit mehreren anderen Offizieren, die zu sei ner Gattin in einem unlauteren Be?. hältnisse gestanden hatten. auSfocht. Die Verhandlungen wurden jedoch nach Zusammentritt de Gericht aus unbe stimmte Zeit vertagt, weil zwei der An geklagten flüchtig geworden find und bi jetzt nicht haben aufgefunden werden lönnen.
Grubenunglück. B r e S l a u, 6. März. In der Echlesien.Krube in Oberschlesien hat ftch etn beklagensmerlheS Unglück er eignet. In einem Schachte brach ein Feuer au, und die in der Nähe der Brandstätte beschäftigten Grubenleute wurden sofort vom Rauch überwüitigt. Al eine Rettungsmannschaft bis zu dem Platze vorzudringen vermochte, fand sie die Leichen von acht Gruben leuten vor, welche verbrannt waren. Die Grube gehört dem Fürsten Guido von Donnerömarck. Zwei hervorragende Leute verschwunden. Berlin, 6. März. In Dresden find die Gemüther andauernd erregt über da Verschwinden des Pastor Segnitz. Er spielte nicht nur im polt tischen Leben eine bedeutende Rolle, sondern war auch ein großer Wohl thäte? und allgemein hochgeachtet. In Wien erregt da unaufgeklärte Ver schwinden de namhaften Physiologen und Professors der Universität Theo, dor Beer ungeheures Aufsehen. Canada. Wittwe ihrer3Söhne beraubt. Buctouche, N. B., 6. März. 3 Sühn: von Frau Louis Savoie, einer Wittwe, kamen heute Nacht bei einem Brande um'S Leben und ein vierter wurde voraussichtlich lebensgefährlich verletzt; die Wohnung ist eingeäschert. Die Leichen der Söhne, die 26, 14 und 12 Jahre zählten, fand man in den Trümmern; der vierte wurde be! einem Sprunge auS dem Fenster schwer der. letzt. Die Mutter erlitt keinen Scha den. Großbritannien. Bibel. Gesellschaft. London, 6. März. Die Feier von Bibel.Sonntag" durch die Bibel Gesellschaft in der St. Pauls Käthe
drale entbehrte heute beträchtliches In teresse in Folge der Abwesenheit de Königs Edward, der an einer Erkäl tung leidet. Die Königin und andere Familienglieder waren erschienen. Der Erzbischof v. Canterbury predigte. Rußland. Schicksal Toll's wohlbe siegelt. St. Petersburg, 6. März, bezüglich des Geschicks von Baron Toll, dem einenBerichtnach imNordpolarmeere umgekommenen Forscher, erklärt hier Doubzorin, der Secretär der Akademie der Wissenschaften, er habe in letzter Zeit keinerlei Nachrichten erhalten. Nach Toll sucht jetzt eine andere Expe dition; man glaubt jetzt, daß er der loren ist. Die Börsen.Zeitung setzt für eine genauere Meldung, welche den Tod des Forschers bestätigt, eine Be. lohnung aus. Am 31. Juli letzten Jahres hatte eine St. Petersburger Depesche gemel bei, daß die russische Akademie der
Wissenschaften ernste Besorgnisse wegen deS NordpolfahrerS Baron Toll hege, von dem nichts mehr verlautete, feit er am 23. Mai 1902 die Yacht Zaria" mit zwei Jakuten verlassen hatte und nach der Bennet.Jnjel aufgebrochen war. Anfang Juni 1902 ging die Zaria" au ihrem Winterquartier ab, um Toll nebst seinem Begleiter, dem Naturforscher Birilin. zu finden, hatte aber keinen Erfolg und kehrte nach dem
Lena.Flusse zurück. Birilin rettete fich über das Eis. Die Akademie sandte Anfang 1903 drei RettungSzesellschaf ten auS, darunter eine unter Leutnant Kolschak. Am 15. Januar diese JahreS wurde auS YakutSk, Oft.Sidirien, gemeldet, es seien daselbst Leute von Koschak an gekommen und hätten die Nachfor schungen der Expedition als erfolglos bezeichnet. Auf der Bennet Insel hinterließ Toll Schriftstücke, au denen hervor geht, daß er am 8. November 1902 in südlicher Richtung aufgebrochen ist. Oefterreich'Ungarn. Studenten Tumulte. Prag, Böhmen, 6. März. Stu
dentenUnruhen erneuerten fich heute
in größerem Stile al diejenigen von letzter Woche. Feindliche deutsche und Ezechen Verbindungen demonftrirten für und gegen Rußland, wobei e zu Handgreiflichkeiten und Verletzung die ler Personen kam. Die berittene Gen
darmerie vermochte die Demonftraatm
nicht zu zerstreuen und für Wiederher ftellung der Ordnung mußte Mtlittr aufgeboten werden.
Ter Gchiedssprum deß Haagee Tribunals. Das Haager Schiedstribunal hat in dem Streit der Gläubiger Venezuela den sogenannten Blockademächren. Teutschland, Großbritannien und Jta lien. Vorzugsrecht aus die 30 Prozent der Zolleinnahmen zugesprochen, welche die Regierung in Caracas zur Sicher siellung der Forderungen ausländischer Kreditoren verpfänden muhte. Der Schiedsspruch scheint in manttn Kreisen Washingtons verschnupft zu habe, obwohl das Tribunal bei vorurteilsloser Erwägung aller einlägiaen Verhältnisse zu deinem anderen Ächluffe gelangen konnte, als zu demjenigen, den eS einstimmig in seinem Urtheile niederlegte. Die von einem leider ungenannten hohen Beamten" unserer Bundesregierung auSgesproeHene Behauptung, das Haager Tribunal habe mit seiner Entscheidung geradezu eine Prämie auf Gewaltakte gesetzt und Nationen, die ihre Ansprüche gern auf dem Wege diplomatischen Meinungsaustausches friedlich geltend machen wollen, entmuthigt". trifft nicht zu. Gerade Venezuela hat sonnenklar bewiesen, daß auf gütlichem Wege kein rother Cent von ihm zu er' halten war. Der Präsident Castro scheute nicht davor zurück, unbequeme Gläubiger zu drangsg.liren und gar mißhandeln zu lassen, er beleidigte die Vertreter der fremden Mächte und beantwortete diplomatische Schriftstücke in ungezogener Weise. Frankreich sandte ein Kriegsschiff nach LaGuaira. um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen. Unter dem Mündungen der Geschütze versprachen die Staatsmänner von Caracas das Blaue vom Himmel herunter, sobald der französische Offizier aber im Vertrauen auf die erhaltenen Zusicherungen wieder den Hafen verlassen hatte, lachten sie sich in's Fäustchen und ließen Alles beim Alten. Wir vermochten dem ganzen Vene-zuela-Rummel von vornherein keinen Geschmack abzugewinnen, und sind auch heute noch der Ansicht, daß ein Land nicht das Blut seiner Söhne auf's Spiel setzen sollte, um waghalsige Spekulanten vor finanziellen V:rluten zu schützen. Wenn eine Macht aber einmal einem der südamerikanischen Radaustaaten, die sich mit souvezäner Verachtung über die Rechte
Fremder hinwegsetzen, emen Denkzettel ertheilt und ihn unter Aufwand er-
heblicher Kosten zwwgt. seine Verpflicht
tungen und Versprechungen zu ersullen. so ist es in hohem Grade Unrecht, von dieser Macht oder diesen Mächten zu verlangen, die Früchte ihres Vorgehens zu gleichen Theilen mit den anderen Gläubigern zu theilen. Ja. die Forderung ist in dem vorliegenden Fall? noch um so unbilliger, als gerade einige dieser Gläubiger recht laut in das feindselige Geschrei gegen die Blockademächte eingestimmt hatten, zu dem der Ton von einigen unserer Staatsmänner angegeben worden war. welch: die Angelegenheit durch die trü ie Brille der unverstandenen MonroeDoktrin betrachiteten oder doch wenigstens zu betrachten vorgaben. Der Schiedsspruch schlicht für alle Pnmprepubliken die sehr heilsameLehre in sich, daß faule und böswillige Schuldner bei dem Tribunal vergeblich Schutz suchen, und daß dieses die An Wendung eines gewissen Maßes von Gewalt bei der Eintreibung der Forderungen nicht zu den verwerflichen Mitteln zählt. Die Einstimmigkeit des Schiedsspruchs verleiht ihm auch in dieser Bedingung besondere Bedeutung. Sehr bemerken swertb erscheinen auch die von dem Präsidenten des Tribunals an die Urth?ilsverkündung angeschlossenen Bemerkungen über den Krieg im fernen Osten. Herr Mnrawiew sagte etwa: Die Berathungen des Tribunals hätten in Friedenszeiten degönnen, doch jetzt habe ein schrecklicher Krieg den Bestrebungen für Licht und Fortschritt sich in den Weg gestellt. Niemand sei gegen einen böswilligen Angriff gesichert. Keine Nation könne den Krieg vermeiden. wennEhre und Freiheit in Frage gestellt würden. Eine gerechte Vorsehung entscheid.? über Recht und Unrecht, und am vSnb? dieses Krieges zwischen Europäern und Asiaten werde das Recht siegreich sein. Die Worte kamen freilich aus dem Munde deö russischen Justizministers, :s ist aber wohl mit aller Bestimmtheit an zunehmen, daß sie im Einoernehen mit den anderen Mitgliedern oes In
bunals gespichen toib?n uns dessen emmüthige Ansicht zum Ausdrucke brachten. Auf der Feste Kronprinz bei Metz sind zwei vollständig mit Füllung versehene Geschcsse, ein Schrapnell und eine Granate gestohlen worden, beziehungsweise verschwunden. Obgleich das Verschwinden bereits am 22. August v. I. gemeldet wurde, auch seitens der Militär- und Civilgerichte seitdem eifrig recherchiert und mehrcre Personen Militär und Civil in Untersuchungshaft waren, ist es doch nicht gelungen, die Thäter zu ermitteln. Festgestellt ist. daß die gestohlenen Objekte über die Gren schafft sind. I)ie Staatsanwaltschaft setzt nun auf die Ermittelung der Thäter eine Belohn nung von 600 Mark aus. Ein ähnlicher Diebstahl ereignete sich im vorigen
Jahre auf einem anderen Fort. Damals wurde ein Zeugfeldwebel wegen LandeSverratheS angerlagt, konnte aber schließlich nur disziplinarisch bestraft erden.
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Eine förmlichePanik entstand dieser Tage in New Fork in einem Straßenbahnwagen, als der Condukteur Alfred Hamilton bei einer Kurve das Gleichgewicht verlor und mit dem rechten Arm durch das Fenster der Car fuhr, wobei ihm die Adern am Handgelenk zerschnitten wurden, so day das Blut nach allen Richtungen spritzte. Der Condukteur stand in der Mitte der Car. als diese von einemSeitengeleise auf daS Hauptgeleise fuhr, um die Fahrt in westlicher Richtung anzutreten. Als die Car die Kurve nahm, verlor der Condukteur das Gleichgewicht und fiel mit dem rechten Arm durch das Fenster. Mehrere Frauen, die nahebei sahen, wurden mit Blut bespritzt, und eine heillose Verwirrung entstand in der Car. Nachdem der Condukteur eiligst die Car verlassen hatte, um sich im b?nachKarten Bellevue Hospital einen Berband anlegen zu lassen, herrschte immer noch unter den Frauen in der Car eine grenzenlose Aufregung. Mehrere Frauen waren in Ohnmacht gefallen. Sie wurden in's Freie getragen und kamen dort bald wieder zu sich. Die Sitze in der Car waten mit Blut be spritzt, und viele Passagiere weigerten sich, mit der Car zu fahren und warteten auf den nächsten Wagen. ZurErhaltungdeöWildfiandes wird jetzt von Wildhütern und Jö gervereinen verschiedener Staaten die Errichtung eines nationalen WildparkS auf den weit ausgedehnten Regierungsländereien des Territoriums Oklahoma vorgeschlagen; alle Arten Wild, von den Prairiehühnern und Schnepfen bis zu den Moosethieren und Elchen sollen da gehegt und gepflegt werden, damit die einzelnen Staaten, in denen das Wild zu schnell abgeschossen wzrd. neuen Vorrath erhalten können. Der Cngreh soll ausgefordert werden, eine Summe Gelde und einen großen Landstrich in Oklahoma für die Ausführung dieses Planes einzuräumen. Auch sollen die Pflichten und Rechte der Bundes - Fischereicommission so weit ausgedehnt und erweitert werden, daß sie die Pflege des Wildeö und die Verwaltung des vorgeschlagenen Parkes umfassen. Ein Befürworter meint: Der Ausführung dieses Planeö stehen keine großen Hindernisse im Wege; eS könnten jedes Jahr ohne zu große Kosten Millionen von Exemplaren der verschiedenen Wildsorten in dem Park gezogen werden; Prairiehühner, Hirsche, Elche und anderes Roth- und Hochwild. Belasstnen, WaOeln, Birkhühner, wilde Puter und andere Thiere könnten dann von dort an die Staaten vertheilt werden, in denen sie mit Ausrottung be droht find; und verschiedenes Wild, wie wilde Puter, könnten in Staaten eingeführt werden, wo eS augenblicklicb diese Arten nicht gibt. Außer dem Staate New Sort hat Massachusetts die größte änge elektrischer Straßenbahnen zu verzeichnen.
