Indiana Tribüne, Volume 27, Number 165, Indianapolis, Marion County, 4 March 1904 — Page 7
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(Fortsetzung.) in dämmeriges, feuchtes Grau umgab ihn, wie er auf dem Flur stand. Noch konnte man kaum die nächsten Gegenstände mit einiger Deutlichkeit unterscheiden. Alles andere verschwand in unbestimmten Umrissen, in einem düsteren Schleier, den halb die Nacht, halb der Nebel des Regentages bildete. Aus diesem Schleier tönte wieder von irgendwoher ein kurzes, schweres Rasseln. Tie Thurmuhr rüstete sich stöhnend zum Schlagen. Sieben Uhr! xtx Xic innani icnnn oen (vang ymunter zu den drei Stuben, in denen seine Rekruten von sieben bis acht Instruktion durch die Unteroffiziere erhalten sollten. Gerad' heute, nach dem Balle, durften sie ihn nicht schlafend wähnen. Er öffnete die erste Thür. In zwei Reihen saßen da auf den Holzschemeln, gerade unter der ma:t brennenden Deckenlampe, die Rekruten, barhäuptig, in weißen Drillichröcken, die Hände flach auf dem Knie.
Bei seinem Eintritt sprangen ste mit einem einzigen dröhnenden Schlag auf und blieben regungslos stehen. Sergeant Kuhnert trat auf den Offizier zu und meldete in strammer Haltung: 5in Unteroffizier, zwei Gefreite, drciundzwanzig Slrtann zur Jnstruktion'." Danke! Hinsetzen!" Die Retruten ließen sich nieder. Der Unterricht nahm seinen Fortgang. Der Sergeant plagte sich eben mit dem Rekruten Tuleikes ab. der durchaus den ersten 5iriegsartitel nicht zu fassen vermochte. Tuleikes Mensch- begreifen Sie denn nicht? Der Soldat soll" ... Der Soldat soll" ... der ernsten Pflichten seines Berufes eingedenk " ... der ernsten Pflichten seines B:rufe eingedenk " ... dieselben gewissenhaft zu erfüllen-" ... dieselben gewissenhaft zu erfüllen-" m . . . eifrig bemüht sein." ... eifrig bemüht sein " So schön nun das Ganze nocb einmal" Tuleikes schwieg verstört. Seine wasserblauen Augen starrten rathlos in die Weite. Wärst Du doch in Tctnem Litthauer Pferdestatt geblieben!" stöhnte der Sergeant. Tuleikes, noch einmal!" Der Leutnant war nicht gewillt, das Weitere anzuhören. Ein gräßlicher Kerl!" sagte er ärgerlich, schob den Stuhl zurück, den ihm einer der in der Ecke stehenden Gefreiten zugetragen hatte, und wandte sich zur Thür. Der zunächst sitzende Rekrut schnellte empor und riß sie auf. Elcte trat auf den Gang hinaus. In den anderen Stuben dasselbe Bild. Die dumpfglotzenden, kurzgeschorenen Rekrutenschädel, die er nun schon im vierten Winter kannte, die ungeschickten Unteroffiziere, die in der Ecke müßig herumstehenden und verstohlen gähnenden Gefreiten das Dämmerlicht, der Dunst der blakenden Lampen, auf den Gängen das Trapsen, Gewehrklirren und die gedämpften Kommandos, unter denen die alte Mannschaft zum Felddienst antrat, das alles erzeugte heute mehr denn je in Elctes Kopf das Gefühl einer grenzenlosen Oede, einer Nüchternheit, grau und eintönig. wie der Regentag draußen, wie die Tage vor ihm, wie dieser ganze Winter und sein ganzes bisheriges Leben. Unten, am Ende des Ganges, stand gähnend Leutnant von Hessel von der Sechsten." Das Wort Kompagnie wird als etwas Selbstverständliches im Kasernen-Jargon weggelassen. Ein kleiner, zierlicher Herr, dunkelhaarig und elegant, dem Dienst gegenüber von einer äußerlichen spöttischen Nonchalance, mit der er geschickt seinen peinlichen Eifer zu drapiren liebte. Uebrigens ein guter Kerl. Als er Elcke sah, lachte er laut auf. Albrecht, was machst Du für ein Gesicht?" ..Ich habe Kater." Ja das kommt vom Vortanzen," bemerkte Herr von Hessel mit fcrnu loser Miene wenn man das Glück hat, mit der schönen Alix durch den Saal zu fgen noch dazu in einem Tempo, wie Du es gestern beliebtest " Eläe hörte gar nicht auf ihn. Er sah wieder hinunter in den menschenleeren Hof, wo in den breiten Pfützen das Regengeriesel tausend durcheinander laufende Ringe zog. Moralischen hab' ich!" sagte er end. lich kurz und ohne den Kameraden anzusehen. Das hast Du in letzter Zeit häufig!" .Ja!" Aber warum denn, um Gottes wilUnV Warum?" Elcke blickte immer noch in den Regen hinaus, als habe er da etwas besonders Merkwürdiaes ent-
deckt: ... warum dos ist so eine Sache siehst Du zum Beispiel in der Instruktion heute da lernen meine Rekruten eine Stunde lang allerhand über die Pflichten des Soldaten" Na ja!" Elc.'e fuhr plötzlich herum. Aber die Rechte des Soldaten?" fragte er leise, und ein finsterer Glanz sprübte aus seinen klugen wo bleiben denn die?" Welche Rechte?" Rechte, die jeder andere Mensch hat jeder Maurergeselle jeder " In Hessels Gesicht war der svöttischt Ausdruck geschwunden. Er wußte frftr.n ntfl was es firf) bandelte. Zum Aelspiet - zu yelratz;enl- lagte ei. Allerdknge -ein Maurergeselle nim.i'.t, wen er will, und fiiminen sich um nicbts weile?--" Während wir die Heirathskaution stellen tuüssen sechzigtausend Mark und inehr - - und wenn man die nicht hat wenn man überhaupt nicht hat, lvie ich als fünfundvierzig Markmcnatlich aus der Familienstiftung und einen Manien, dessen Träger sich seit drei Jahrhunderten haben für die HohenioUern todtschießen lassen-und wenn oas Mädchen auch nichts Hai wie das ja wohl auch vorkommen kann was denn dann 5 ich frage Tich, Hessel was denn dann?" Der kleine Leutnant zuckte die Schultern. Ja das weiß ich wahrhafug nicht!" Elcke war wieder ganz ruhig ge worden. Dann sind wir eben zur Ehelcsigke't verurtheilt," sagte er. Dann raubt man uns das natürlichste Recht des Menschen, das Weib zu nehmen, das er liebt und von dem er geliebt wird und was gibt man uns dafür: den Dienst und immer wieder den Dienst Die Thür nebenan öffnete sich. Ein Gefreiter sah im Auftrag des Sergeanten Kühling nach, ob es auf der Käsernenuhr schon acht sei. Da tönte der erste Schlag der Uhr. Wegtreten!" rief Elcke in das Zimmer, ... sagen Sie's den anderen, Sergeant Kühling na auf nachher, Hessel!" Damit stieg er die Treppe h'nauf. Hessel blickte ihm kopfschüttelnd nach.
In seinem Zimmer Ifiü natürlich alles noch durcheinander, wie er H vor einer Stunde verlassen hatte. Tie Fenster standen weit offen. Der Wind trieb am Aod?n mit den Papierschnitzeln sein Spiel. Gegenüber, in der Dienstwohnung des Konimande'rs. hantirte ein Bursche in blaugestreisiem Kittel an den Glasscheiben des Eckzimmers. Die anderen Fenster waren geschlossen. Aber als der Leutnant jetzt, während die heiseren Schläge der Kasernenuhr in der Lust verhallten, scheinbar gelangweilt auf die Gasse hinausbliÄte. klirrte plötzlich drüben ein Fenster aus Ein blonder Kopf zeigte sich in ihm eine schlanke Gestalt, von einem blauc. Morgenrock umflossen. Die Beiden sahen sich einen Augenblick an, reglos und stumm. Ihre A, gen suchten sich durch die Rcgenluft, die zwischen ihn:n auf der breiten Gasse in rieselnden Schwaden dampfte. Ein:n Augenblick nur. Dann gino das Fenster drüben wieder leise zu.
Unten im Gange spazierten Herr von Hessel und sein Intimus, der Leutnant Hein.ze, fäbeltlirrend auf und nieder.
W alle vertrauten Freunde hatten
sie sich toenig mitzutheilen. Eben lief Elcke weg!" sagte kleine Leutnant endlich gedankenvoll. ... hinaus in sein Zimmer." Wollen wir einen Schnaps bei ihm trinkend" schlug Heinze vor. Ufa der andere winkte ab. Nee laß ihn lieber, der wirft unt heute womöglich noch hinaus!" Was hat er denn?" Na -Du weißt doch" sagte Hes. sel. Sein Freund nickte tiefsinnig rnii dem 5topf. Ich möchte nur nassen,' meinte er wie das nu schließlich werden soll. Ei hat nichts. Sie hat nichiö. Die Ver wandten haben nichts! Ja, Tu liebe: Gott es gibt doch wahrhaftig noch gc nug andere Frauenzimmer auf dei Welt und genug andere Leutnanlö
auch. Warum müssen sich denn nun
gerade die Beiden m einander verlieben?" Warum?" Hessel drehte melancholisch den, Sä-
belgriff zwischen den Händen hin und
her. Ja wenn man das wüßte, meir lieber Heinze" II. Eine Viertelstunde darauf war b:i Dienst schon wieder in vollem Gang. Tie Mannschaft hatte jetzt ihre alten, vielfach geflickten und verschlissene? Tuchröcke angelegt und übte, mit ViützSeitengewehr und Patronentasche anigerüstet, in den Zimmern, unter Auf. sicht der Unteroffiziere, Griffe unr Wendungen. Die schweren Gewehre klatschten unt klirrten, ein dumpf dröhnender öchlac zeigte d'e Stelle, wo eben einer der, Rekruten nach dem Zählen des Gefreiten sein Rechtö-um! oder Kehrt! gemacht hatte, und an den Wänden hin, m einzelne die Chargirung übten, sprangen die Holzpatronen in weitem Bogcr durch die Luft, kollerten am Boden hioder schlugen lärmend gegen das Holz; werk der Spinde und Thüren.
Etwas abseitsffvon dem allgemeinen Getriebe schaltet der Schießunteroffizier, ließ sich ei?izeln die Nekruten holen, ihm in's Zkuge zielen oder auf dem schrägen Aufltgegestell und dem Sand, sack ihre Fertigkeit im Einrichten de. Gewehres zeigen. Auf dem Gange betrieb man fcer langsamen Schritt. Mi: je fünf Schrie Abstand schoben sich die schwankender Gestalten längs der Fenster bin. mit vorgebeugtem Oberkörper, den Blick stier in's Leere gerichtet, auf dem einer durchgedrückten Beine ruhend, das an dere in kunstvollem Bogen langsam nachziehend und oann jun nach vorne schleuoerno. Auf den Gängen, in dcn Zimmern, überall gellten die ommandorufe und Iliie der Inslruk::ure. Sie haltten von Veit niedrigen Declen und Wölbuugen wider, sie klangen regellos t;;rci) einander und vermischten sich mi! d:m Klirren der Gewehre, dem Koll.'rn der Patronenhülsen, den dröhnend: Marschschritten draußen, den stampfenoen Wendungen innen im Ziinmer zu einem wüjten Cbs. Und von überallher klang aus der gan,;en vierstöckigen Kaserne dasselbe wirre, vielfach zerrissene Gelöse. Nun war es wenigstens zehn Uhr! Die Zeit zum Fleijch-Empfang für den Offizier der BataillonS-Dulour. die (5lckc heute hatte. - Das finstere, hochgemauerte Kellergewölbe, in dem sich die Küche des zweiten Bataillons befand, lag gegenüber, auf der anderen Seite des Hofes. Als (ilcte eintrat, standen die Beteiligten schon wartend da, der Kücnen-Unter-offizier, einer feiner Leute, ttz von Beruf Metzger war, und zwei Schlächtergesellen. ' Das Fleisch, das diese gebracht, lag daneben in einer Holzmulde, riesige Klumpen von röthlichem Gewebe, von weißlich-gelbcm Jett, von Sehnen und Knochen. Die Kilogrammzahl des Fleifchberges wurde auf der Waage festgestellt. Sie stimmte. Aber eS ergab sich, nach der eindringlichen Versicherung des Unteroffiziers und seines Gehilsen, daß ein Stück von etwa zwanzig Pfund viel zu sett und daher minderwerthig sei. Die Schlächtergesellen wollten protestiren. Aber (läe ließ sie nicht zu Worte kommen, besohl, ihnen die zwanzig Pfund zurückzugeben und trug das ganze Ereignis; in das schmierige, mi! zahlreichen Meldungen der TlljourOffiziere und Rügen der MenageKominission angefüllte Küchenbuch ein. Dann kehrte er zu seinen Rekruten zurück. Schon am Ende des Ganges crwar tete ihn ein Gefreiter mit aufgercglen: Gesicht. Herr Leutnant der Herr Graf ist da!" 2er Leutnant schritt eilig den fflur entlang bis zu dem lcten Zimmer, aus dem eine hölzerne, schnarrende Stimme mit ungeduldigem Ausdruck tönte. Da drinnen stand Graf Dahlem, der Regi..ents-Kommandeur, eine sechs Fuß l -.nge, hagere, straffe Gewalt, tausend Mltchen in dem lede.-farbenen, cingetrocknetcn Antlitz, aus d?m der lange, aschgraue Schnurrbart in spitzgedrehten (.rnfcen starrte. Im rechten Auge blitzte das Monotle. ISr ixü( 75elomütze, Ueberrock mit zum Reiten umgeklappten Schößen und hohe, kothbesprite Stiefel. Wenn man ihn von hinten erbliäte, konnte seine lange, mag.'re Rassefigur den Eindruck eines noch jugendliche Mannes machen. Anders von vorn. Da merkte man: Er hatte einen Rncd:'. Ein Leö?rleiden oder so was, das über kurz oder lang den blauen Brief mit der Pensionirung nach sich zieht. Elcke faßte den Säbel an und stand strai'im. Rekruten der siebenten Kompagnie zum Ererz'.eren! Ich war in der Küch? beim leischempfang!" Danke. Herr von Elcke!" Der Oberst schien sehr 'schlechter Laune sehen Sie einmal diesen Menschen an -tjätjä dieser da dieser Mensch ist unmöglich!" Natürlich der Rekrut Tuleikes! Als ob Elcke nicht gewußt hätte, daß Tuleikes unmöglich" sei! Nichts kann einen Rekruten-Offizier mehr zur Verzloeiflung bringen, als der Hinweis der Boraesetzten auf solche Kerle, an denen er sich ohnedies schon seit Monaten vergeb! ich abgequält hat. ,.U Befehl, Herr Graf!" Der Oberst warf noch einen prüfenden Blick umher. Angstvoll schauten die Rekruten zu dem alten. hag;ren Junker empor, der sie um Kopfeslänge überragte. Er fand nichts mehr zu tadeln. ,,'n Mor'en, Herr von Elcke!" sagte er. zwei Finger an die Mütze legend. während ein leichtes Lächeln einen Augenblick über seine hochmütigen Ziig; glitt, und ging weiter. Seine langen, wiegenden Schritte, zu denen im Takte die mit Koth und Pferdehaar bedeckten Sporen klirrten, verhallten in der Ferne. Der Dienst ging weiter. Elcke sah auf die Uhr. Noch zwanzig Minuten? dann war dies entsetzliche Griffeklopfen zu Endc. Diese Zeit verstrich erfahrungsgemäß am langsamsten. Aber endlich war ee doch dreiviertelels und fast gleichzeitig verstummte überall in den Gangen der Lärm des Exerzierens. Man hörte nur noch das schwere Trappen der Mannfchaft, die ihre Stuben aufsuchte, um sich zum Turnen umzuziehen. (Fortsetzung folgt.)
Die höchklc Bergbahn. t:chnisch,A elfter,? -eutlcher zßi,r t Ilrgetttiu,,,, Der Reichthum der argentinischen Republik an Erzen ist seit Jahrhunderten bekannt. Schon 1595 bestanden in der Provinz Nioja Bergwerke. Aber e:war nicht leicht, ste zu betreiben, noch weniger leicht, die gewonnenen Mine ralicn zu transportiren. Die Höhe de. Andenkette, die das Land durchzieht, die Unwirthlichkeit nd Unwegsamkeit der im Aconcagua bis zu 23.000 Fuh ansteigenden Gebirge bereiteten dem Transport nahezu unüberwindliche Schwierigkeiten. Seit wenigen Jahren erst verbindet eine 27 Meilen lang? Eisenbahn La Riaja, die Hauptstadt der Provinz, mit einigen umliegenden Sl.idten und eben jetzt baut mau in demselben Bezirke die längste Drahtseilbahn und gleichzeitig die höcbstgelegene Maschinenanlage der Erde. Sie soll d?n Transport von Erzen aus fccr.i in den Kordilleren gelegenen Minendistrikt La Mezicana nach der Eisenbahnstation Ehilecito der argentinischen Nordbahn vermitteln. Diese Drahtseil, bahn erhält eine Länge von 2 Mei len und hat darauf nicht wkW'.ger als 11,009 Fuß Gefalle zu überwinden. Die untere Station ocr Bahn liegt 3462, die Endstation 15,131 Fuß über dem Meere, 1320 Juh höher als die Jungfrau. Fürwahr ein küf'nes Werk, das die bekannte Leipziger Firma Bleichert & Eo. hier zur Ausführung bringt. Die Schwierigkeiten des Baues sind ungeheure. An einzelnen Stellen muß man die Drahtseile, an denen die Transportwagen laufen, bis zu 2805 Fuß weit freihängend spannen, wobei deren tiefster Punkt etwa 660 Fuh über der Thalsohle liegt, dann wieder sind Thürme, nur aus Eisen konstruirt, bis zu 132 Fuß Höhe nothwendig, um die Seile genügend zu stützen. Um den Bau zu erleichtern, hat man die Bahn durch sieben Zwischenstationen in acht Theilstrccken getheilt. Diese Theilstrecken, deren jede ein besonderes Zug seil hat, sind durch 15 mittlere SpannVorrichtungen und Verankerungen wieder in einzelne Spannstrecken getheilt. Jede dec sieben Stationen, außer der vierten, hat eine ZwillingsdampfMaschine von 35 Pferdestärken zum Antrieb der Bahn. Tie Anlage der Zwischenstation 7 liegt 14,338 Fuß über dem Meere, sie ist ohne Zweifel die höchstgelegene Maschinenanlage der Erde. Um den Ausbau zu erleichtern, be gann man bei der unteren Station zu bauen. J eine Theilstrecke fertig, wird sie sofort in Betrieb genommen zum Aufwärttransport d:r Materialien für die nächste Strecke. Denn der Transport ist hier eine der wichtigsten Fragen. Alle Konstruktionsstücke müssen auf Maulthieren an Ort und Stelle gebracht werden. In Folge dessen durfte leiner der Theile ein bestimmtes Maximalg'wicht überschreiten, daher wurden die schweren Maschinentheilc, DampfMaschinen. Seilscheiben. Pfeiler alle in kleine Stücke zerlegt. Keines dieser Stücke überschreitet die Tragfähigkeit eines Lastthieres. Da sämmtliche Theile der Aahnanlage in Deutschland hergestellt worden sind, erforderte erdem der Seetransport besondere ,'alt, denn es wurden nicht wenials 16,000 einzelne Kolli. Kisten und Ballen im Gesammtgewichte von annähernd 2000 Tonnen über Antwerpen nach dem Hafen von Rosario verschifft, darunter allein 87 Meilen Drahtseil, das einer Strecke von Ber. lin nach Magdeburg entspricht. Die Leistungsfähigkeit der Bahn ist enorm. Sie wird in der Stunde 40 Tonnen Erz mit einer Geschwindigkeit von 8 Fuß in der Sekunde befördern, wobei alle 4? Sekunden ein Wagen von Tonne Inhalt an der Endstation zur Entleerung kommt. Tie Wagen folgen einander in Abständen von 371 Fuß. Die Sterblichkeit in Berlin. Da- Marimum der Sterblichlcit zeigen in Berlin die Kinder hinter ein?m Jahre, das Minimum die 15jährigen. Die 84- bis 90jährigen stehen Hinsichtlich der Sterblichkeit den Säuglige gleich. Die Sterblichkeit war in 1902 mit nur 17.11 pro Mille d'.e günstigste. die in Berlin bisher b:obach:et würd?, 1O03 war sie nur wenig höher, 17.30 pro Mille. Dem gegenüber stehen die Jahre 18711880 mit einer SterbeZiffer von 32.7, und 18811890 mit 25.8 pro Mille. In den Jahren 1750 1765 betrug die Berliner SterbeZiffer 43 pro Mille. Tie Durchschnittstemperatur von 8 Grad Celsius (45 Grad Fahrenheit) in 190 gibt den Schlüssel zu der niedrigen Sterblichkeil. vor allem der Säuglings in diesem Jahre, wegen ihres Einflusses auf deren Organismus und auf die Milch. Für die wirthschaftliche und scziale Bethätigung der Bevölkerung Berlins, das mit seinen 23 Vororten nur das doppelte Areal Kölns bedeckt, sind na mentlich die Wohnungsverhältnisse beachtensmerth, wegen ihrer sittlichen Wirkungen. Wenn auch 83 Prozent der Bevölkerung in Familien leben, so sind die 5 Prozent der nur in Schlafstellen Lebenden als ungünstig anzusehen, und die Dichtigkeit des Wohnens mit 77 Bewohnern für ein Grundstück bis zu 120 erscheint in gleicher.! Lichte. Onkel S a m s Jahreseinkommen beziffert sich auf $558,887,:i.4&
Vom Meerschaum. ß)winung und v,?ard,itug des atekialö im Wilajktt ruft. Im türkischen WilajettBrussa, einem auherordentl' mineralreichen Gebiet Kleinasiens, kann sich jeder, der will, gegen eine ganz geringe Abgabe ein kleines Meerschaumbergwerk anlegen. Tie dortigen Bergwerke beschäftigen etwa 4000 Arbeiter, meist Perser und Kurden. Sine Gruppe von 3 bis 15 Leuten hackt zunächst ein Loch von etwa einer Fard im Durchmesser in den Boden und gräbt dann weiter einen Schacht, bis sie auf eine rothe thonige Schicht stößt, unter und in der gewöhnlich der Meerschaum zu finden ist. Sie wird zuweilen schon in wenigen Fards Tiefe erreicht, meist aber erst in 20 bis 30 oder gar 60 Aards. Die rothe Erde enthält Meerschaum in nierenförmigen oder unregelmäßig gestalteten Knollen von der Größe einer Walnuß oder höchstens eines Apfels. Die eigentlichen Blöcke werden erst aus besonderen Gängen herausgeholt, indem oft unter großen Schwierigkeiten lange Stollen in den rothen Thon getrieben werden. In jener Gegend ist an manchen Stellen der Boden fchn derart unterwühlt, daß die verschiedenen unterirdischen Gänge ineinander Überzehen. Die Meeschaumblöcke werden von den Pfeifenfabrikanten in ESkifchahr gekauft. Vor der Verarbeitung muß der rothe Meerschaumblock gereinigt werden, was einfach durch Abkratzen der äußeren Schicht mit einem Messer geschieht; über 1000 Menschen sind dauernd damit beschäftigt. Nach der Reinigung werden die Blöcke nach ihrer Größe und Güte in vier Klassen getrennt. Dann werden sie weiter verkauft an die Händler und Agenten in Eskifchahr. Tiefe packen die Blöcke mit großer Vorsicht und Sorgfalt in Baumwolle ein, so daß sich die Stücke nicht gegenseitig stoßen und reiben können. Im Handel haben die vier Klassen des Meerschaums besondere Namen: Tiramali, Biremberlik, Pambutli und Dakme. Der jährliche Ertrag der Meerschaumbergwerke beläuft sich auf 1200 bis 1500 Doppelcentner. Der Meerschaum von Eskischahr steht sehr hoch im Preise, so daß die Bergwerke bei sparsamer Ausnutzung dem türkischen Staat viel Geld einbringen können. Talzplastik. Das Museum für österreichische Volkstunde in Wien enthält eine Anzahl höchst merkwürdiger Proben von Schniyereien aus einem bisher dazu kaum benutzten Material, nämlich aus Salz. Tie Arbeiter eines bestimmten Salzbergwerkes in Wieticka, Galizien. haben die Salzschnitzereien zu einem förmlichen Industriezweig ausgebildet: sie heißen in ihrer Heimath Aiguranten ul d ihre Arbeiten Salzfigürchen. Unter diesen Erzeugnissen befinden sich die verschiedensten Dinge, nicht nur kleine Gegenstände, wie Rosenkränze. Grabkreuze, Medaillen, Wappenbilder, sondern auch, wie die Ausstellung in dem genannten Museum" zeigt, ganze Zimmereinrichtungen; man sieht einen runden Tisch, eine Sitzbank, einen Toilettenspiegcl, verschiedene Küchengeräthe, ferner das Modell eines Friede Hofes mit einer Kapelle und einer Marienstatue darin. Das schönste Stück der Salzschnitzereien aber enthält das Bergwerk selbst, nämlich eine große Kapelle, die von einem Arbeiter im Jahre 1698 aus einem grünen Salzkörper ausgehauen wurde. Sie bildet eine Sehenswürdigkeit des Salzbergwerkes, hat einen mit Figuren und Säulen geschmückten Hauptaltar sowie zwei Nebenaltäre und eine Predigtkanzel mit den Aposteln Petrus und Paulus. Der bessern Haltbarkeit wegen werden die Schnitzereien mit lauwarmem Wasser gewaschen und dann an der Sonne oder am Ofen getrocknet. Der kalte id." In einer Bauerngeschichte aus Bayern, die Ludwig Thoma in einer Münchener Zeitschrift erzählt, kommt ein Bauer vor, der eine schwere Sünde auf dem Herzen hat. Er hat nämlich einen Prozeß gegen seinen Nachbar dadurch gewonnen, daß er einen Meineid geschworen hat. Thoma beschreibt bei diesem Anlaß, wie nach dortiger Bauerntradition einer einen falschen Eid schwören kann, ohne sich strafbar zu machen. Er muh nur die Vorsicht üben, daß er während des Schwurs, d. h. während er die rechte Hand hoch hebt, zugleich die Finger der linken Hand nach unten streckt. Die Tradition sagt, daß auf dieseArt der Schwur von oben nach unten durch den Körper hindurch in den Boden fährt und als ein kalter Eid" keinen Schaden thun kann, nach Analogie des sogenannten kalten Blitzschlags. Ein Gegenstück, wenn nicht das Vorbild für den kalten Eid" der bayerischen Bauern, sin det sich in den Gepflogenheiten des niedern Volks im römischen Gebiet. Dort ist man mit Schwüren und Betheuerungen der verwegensten Art ebenso rasch bei der Hand wie mit Flüchen und Verwünschungen; nur muß der Schwörende, wenn er etwas Falsches betheuern will, die Vorsicht gebrauchen, während der Schwurhaltung hinter dem Rücken oder unter dem Tisch mit der linken Hand die verneinende Geste" (Schütteln des Zeigesingers) zu machen. Im italienischen Po st d i e n st werden zur Zeit vielfach Frauen an Stelle von männlichen Beamten angestellt.
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