Indiana Tribüne, Volume 27, Number 165, Indianapolis, Marion County, 4 March 1904 — Page 6

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Jndtana Tribüne , . MSrz 1904

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Europäische Nachrichten. Schweiz. Aarau. Ein Eisenbahnunfall er-' eignete sich hier dadurch, dah ein Wei chenwärter.der sich in dem zwischen den Geleisen befindlichen Wärterhäuschen befand, die Weichen verstellte in dem Augenblick, als eine Rangirlokomotive vorüberfuhr. Die Lokomotive und ein Gepäckwagen stürzten seitwärts um und zertrümmerten das HäuS chen. Der Weichenwärter Weiersmttller war sofort todt. Der Lokomoliv führer und der Heizer blieben unversehrt. Biel. Beim Schlitteln veriinglückte zwischen Magqlingen und Leubringen Uhrensabrikant Lehmann und sein Sohn. Der Vater brach beide Beine, der Sohn erlitt starke Verletzungen am Rücken, ein? dritte Person Nip. penbrüche. Flüssen. Auf der AxenstraKe stürzte eine Chaise mit 8 Insassen in den Vierwaldstättersee. Gin Herr lisler von Sisikon ertrank. Die Leiche konnte nicht gehoben werden. 8 a u s an n e. In der Nähe hiesiger Stadt wurde der schon stark in Zersetzung überganqene. von Thieren angefressene Leichnam eines gut ge-kl- ' 'ten jüngeren Mannes gesunden, Genaue Untersuchungen ergalen. daß es sich um den Leichnain des ca. 20 jährigen Setzers Ulysse Dedetaz handelt, der am 9. November spurlos verschwunden lvar. Seine Taschen waren geleert, eine hinter dem Vhx ein gedrungene Kugel hat ihm den Tod gebracht. Der Arbeitgeber und bis Mitarbeiter des jungen Debetaz sagen aus. daß der Verstorbene vor seinen' Verschwinden verdüstert war und kein Hehl aus seinem Lebensüberdruß machte. l?in Mädchen, das er umwarb, hatte ihm den Abschied gegeben. Auch hatte er sich einen Revolver ge Taust. Die Sache wird dadurch nur noch räthselhafter. Im besten alle liegt Beraubung der Leiche eines Selbstmörders vor. c t v vcichHtn a v n . Wien. Vor dem Gebäude des mllitärgeographischen Institutes brack' der l!.':jährige pensionirte Oberltlieute' nant Johann Gryziecki, Josefstädter, straße ?!o. 91 wohnhaft, vom Schlage getroffen, zusammen. Die Filiale des Freitvilligen Rettungscorpö wurde be rufen, konnte aber nur den Tod feststellen. L e i p a. Zum Tode durch den Strang verurtheilte das hiesige Schwurgericht den 40 Jahre alten Glasschleifereibesitzer Joseph Richter aus Oberpreschkau. welcher den Geld Verleiher Eduard Vater ebendaselbst in bestialischer Weise ermordete und beraubte. Der Mitangeklagte 33jähriqe Bauarbeiter Johann Austen. ein Schwager des Verurtheilten, wurde freigesprochen. L c i t m e r i tz. Vor dem h'iesizen Schwurgericht hatte sich kürzlich die 24jäyrige. ledige Dienstmagd Anna Wolf wegen mehrfachen Kindesmordeö zu verantworten. Die Magd hatte ihr neugeborenes Kind und gleich darauf ihr vierjähriges Töchterchen erdrosselt und die Kindesleichen den Schweinen in den Trog zum Fressen vorgeworfen. Das Verbrechen wurde nur durch einen Zufall entdeckt und die Wolf verhaftet. Die Mörderin wurde zum Tode durch den Strang verurtheilt. Prag. Eine Frauensperson er schob sich in der Weinberger Wacristube mittelst eines Revolvers. In der Leiche wurde die 32 Jahre alte Fakbiuders Gattin Josefine Jahelka aus Skuhrow bei Horowitz gnosckrt. Dieselbe weilte vom August l. I. bis Mitte September in der Prager Irrenanstalt, von wo sie als geheilt entlassen wurde. T r o p p a u. Hier wurde aus der Oppa die Leiche des seit Kurzem auö Neutitschein abgängigen 60jährigen Hausbesitzers und Kaufmannes I. Richter geborgen. Es liegt zweifellos ein Selbstmord vor. Wiese. Im Pinto Schachte der Brucher Kohlenwerke verunglückte der Bergmann Franz Preisler. indem ihm

ein Stück K'vlc. das sich von der 'Decke des Planes gelöst hatte, auf den Kopf fiel und ih.i so schwer verletzte, daß er verschied, eh noch ärztliche Hilfe bei der Hand war. Zna im. Der 17jährige. bei einem Wiener Schuhmacher in der Lehre ge st.indene Ludwig Balski. aus Nimptschdorf bei Mähr. - Budwitz, lief; sich hier von einem Lastzuge überfahren. An dem Aufkommen deS Burschen, der über das Motiv der That jede Auskunft verweigert, wird gezweifelt. Fuemöurg. Luxemburg. Bei Beidweilee brach auf dem Heuboden des LandWirthes E. Huberty Feuer auS, welches das Gebäude sammt den Stallungen bis aufs nackte Mauerwerk einäscherte. Niederkerschen. Der 73jährige Tagelöhner G. Kerschen ging aufs Feld. Andern Morgens fand man den entseelten Leichnam in der Korn, wo er den Tod durch Ertrinken gefunden hatte. i Gras. Es entstand Feuer in den Gebaulichkeiten deS LandwirthS Ton-gelk-SteiS zu GraS. Der Eigenthumer war auf'S Feld gefahren und nur mit Mühe gelang eS. das Vieh auS dem Stalle zu bringen. Die Gebäulichketen brannten vollständig ab.

Die leinen in innerem Plane: tensyftem.

Von ranz Bendt. Wenn man dieZlchlen niederschreibt, welche die Entfernungen der Planeten von unserer Sonne anzeigen, dann erhält man eine eigenthümliche gesetz mäßige Folge, die auf eine besondere Regel hinzudeuten scheint. Schon der Gesetzgeber unseres Sonnensystems, der große Keppler, machte darauf aufmerksam, daß diese Regel an der Stelle, wo Jupiter dem Mars folgt, eine Unterbrechung zeigt. Er hoffte, daß diese Lück'. im Weltall durch spä tere Entdeckungen mit Hilfe großer Fernrohre einst ausgefüllt werden würde. In der Neujahrsnacht des 19.JahrHunderts hat sich Kepplerö Prophezeiung erfüllt. Der italienische Astronom Joi.es Piazzi zu Palermo, fand damals einen kleinen Wandelstern, von hn sich später herausstellte, daß er der Planet sei, der in die Lücke zwischen Mars und Jupiter hineingehört. Piazzi nannte den nur im Fernrohr sichtbaren Wandelstern die Ceres. Sehr bald fand sich, daß die Ceres nicht allein auf einsamer Straße mandelt, sondern M sie eine große Zahl von Schwestern besitzt, die sie auf ihrer Bahn begleiten. Es erfolgte damals schnell auf einander die Entdeckung der Pallas, der Juno und der Vesta. Diese kleinen Planeten," von denen bis zur Acitte des vorigen JahrHunderts rl,a ein Dutzend gefunden wurden, bezeichnet man in ihrer Ge sa:nmtrit als die Asteroiden oder Planetoiden. Die außerordentliche Entwicklung der Photographie führte in den siebziger Jahren dazu, sie für die Himmelskünde zu verwenden. Die photographisch?n Platten sind empfindlicher wie unser Auge und erkennen Körperchen, die sich sonst den Sinnesorganen ver schließen. Seitdem die Astronomen Fernrohr mit der photographischen (nn:ra in Verbindung gebracht ha ben. ist die Kenntnik der kleinen Vlaneien ganz gemcnltg gelllegen, yre Menge wurde bald so groß, daß die Zahl der Frauennamen, die man ihnen beizulegen pflegt, bald nicht m?hr ausreichte. Man kennzeichnet sie deswegen jetzt mit einer Nummer, die in einen Kreis eingeschlossen ist. So deutet man den ersten Asteroiden, die Ceres, an durch (1). Am Schluß des 19. Jahrhunderts waren 465 kleine Planeten bekannt, die alle zwischen Mars und Jupiter ihre Bahnen beschreiten! Der wissenschaftliche Forscher ist zumeist zufrieden, wenn er nach Festste!lung eines neuen Himmelskörpers, seiner Bahn durch Rechnung zu folgen vermag. Der Laie dagegen ist sehr bald mit dem Warum und Wieso bei der Hand. So wurde denn auch die Frage aufgeworfen, woher die Menge der kleinen Planeten stammt? Halb ernsthaft, halb achselzuckend war die Antwort des Kundigen, daß es möglich sei, daß man in ihnen die Trümmer eines großcn Pkmeten zu sehen habe! Als ihre Zahl aber von Jahr zu Jahr zunahm, Hut man eS als wahrscheinlicher hingestellt, daß sie einem großen Ringe entsprossen seien. Die Asteroiden. die man in derThat als die Zwerge unseres Planetensystems bezeichnen kann, sind nur sehr winzig; schwankt doch ihr Durchmesser, der erst mit den Rieseninstrumenten der Lick - Sternwartt in Californien festgestellt werden konnte, zwischen 40 und 964 Kilometer. Die letzteZahl gibt den Durchmesser der Ceres an. Seltsamerweise erscheint die dreimal kleinere Vesta sehr viel Heller. Sie ist auch der einzige Planet, aus der Klasse der Asteroiden. der unter günstigen Bedingungen von einem guten Auge frei beobacht werden kann. Zahlen haben nur dann Werth und sind nur dann im Stande, in uns bestimmte Borstellungen zu erw,cken, wenn es gelingt, sie in Vergleich mit einer uns bekannten Größe zu stellen. Wir wollen deswegen daran erinnern, daß der Durchmesser unserer Erde weit über 13.000 Kilometer Länge besitzt, also fast fünfzehnmal so groß ist als der Durchmesser der Ceres. Die Asteroiden in ihrer Riesenzahl haben die Himmelskundigen des 19. Jahrhunderts fast ununterbrochen in Athem gehalten. Ist es doch unerläßlich, nach Auffindung eines kleinen Planeten ihn wissenschastlich zu untersuchen und vor allem seine Bahn zu bestimmen, wenn er nicht unauffindbar wiederum im Gewühl der Fixsterne verloren gehen soll. Allerdings begegnet dieses Schicksal manchen Asteroiden; sind doch etwa achtzig von ihnen nach der ersten Entdeckung nicht wieder in die Erscheinung getreten. Es ist immer ein besonderes Fest für den Himmelsforscher, wenn er einen Wandelstern auffindet, von dem sich herausstellt, daß er schon einmal in das Rohr eines Fachkollegen eintrat. Zumeist gelingt es dann, seine Bahn für alle Zeiten festzustellen! Ein ineressantes Beispiel bot hierfür der hundertsechsundfünfzigste Planetoid die Xantippe". Sie wurde 1875 beobacht tet und verschwand im Weltenraum. ES fand sich dann, daß sie mit Wandelsternen identisch sei, die im Jahre 1901 und 1902 beobachtet wurden. Nun ist Xantippe" ein wohleingeordneteS Glied unseres Systems; die Rechenkunst des Mathematikers hat sie in

Banden geschlagen.

Wir führten eben auS, daß die AstH

rotden ihre Bahnen in der Lücke zwischen MarS und Jupiter durchlaufen. Eine merkwürdige Ausnahme hat sich hier gefunden, als wollte sie beweisen, daß auch in den kosmischen Angelegenheitcn zuweilen die Ausnahme die Reoel bestätiat. Es eraab sieb die vervlussenoe Thatsache, dah einer der kleinen Planeten in der Marsbahn selbst läuft. Man gab ihm deshalb, zum Unterschied von den übrigen Planetoiden, einen männlichen Namen, den Namen Eros. Die Berechnung der Planetenbahnen hat für den Himmelskundigen zunächst den Werth, daß er sich in seinem Reiche zurecht zu finden vermag, in dem in so eminenter Weise Zchl und Maß Herrschen. Von noch größerer Bedeutung und noch größerem Interesse ist eine zweite höhere Aufgabe, deren cndgültige Lösung als das höchste Ziel deS Naturkundigen gilt. Wie allbekannt beherrscht die Himmelskorper ein großes, vom Engländer Newton entdecktes Gesetz, nach dem zwischen unserer Sonne und allen Planeten bestimmte anziehende Kräfte wirken. Je größer ein Körper ist und je mehr er sich einem anderen nähert, um so gewaltiger ist auch die Macht, die er auf den zweiten auszuüben vermag. Die Asteroiden waren so recht geeignet so weit es unser Planetensystem angeht die Wirkungen des Newtonschen Gesetzes bis in seine feinsten Einzelheiten hinein zu erforschen. Bewegen sich doch alle diese kleinen Körpercben in der AnziehungSzone des größten und gewaltigsten unter den Planeten in der Nähe des Riesen Jupiter, neben dem selbst unsere Erde wie ein Zwerglein erscheint. Je nach derStellung eines Asteroiden zum Jupiter kann man den Einfluß des Riesen beobachten. Am gewaltigsten zeigt er seine Macht über den einhundertfünfundsiebzigsten Asteroiden, über die Andromache". Veranlaßt er doch, immer nach elfeinhalb Jahren, eine Verlängerung ihrer Umlaufszeit (ihrer Jahre) um neun Tage! Um diesen Ekngriff in die Rechte der Andromache gebührend zu würdigen, möge man sich vorstellen, daß auch unsere Erde plötzlich in dav Bereich eines ähnlichen Riesen käme, der unser Jahr um neun Tage verlängert. Alle Geschäfte, alle Vorschriften unseres Kalenders würden dadurch Veränderungen erleiden! Die Entdeckungen kleiner Planeten ist inzwischen auch im neuen Jahrhundert eifrig weitergeführt worden, so daß wir jetzt etwa fünfhundert zu zählen vermögen, von denen allerdings, wie wir oben schon mittheilten, nur wenisj bekannt ist, und die zum Theil erst nach wiederholten Neuentdeckungen eine Bahnderechnung zulassen dürften. y in schönes Wort.

Die Pariser Blätter machen sich über einen Professor des Lycee Concordet lustig, der seinen Zöglingen vor den Neujahrsferien folgenden wohlgemeinten Rath mit auf den Weg gab: Hüten Sie sich davor. Mistakostreptomanen zu sein." Die jungen Leute sahen etwas verblüfft ihren Professor an, der in der liebenswürdigsten Weise ihnen die Aufklärung gab, daß der letzte Neurologencongrcß von Brüssel für die Sucht der junzcn Leute, den zarten Flaum, der für sie denSchnurrbart darstellt, zu ziehen, das schöne Wort Mistakostreptomanie" gefunden lmi. Und da behauptet man noch, die Wissenschaft mache keine Fortschritte mehr! Falsch v e r st a n d e n. Sie haben Ihren Nachbarn einen Affen genannt. Ich denke, Sie werden diesen Ausdruck als übertrieben zurücknehmen?" Stimmt, Herr Schiedsrichter! Dös is noch ka Äff. döS is erscht a Halbasf!"

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Wörtlich zutreffend. Schau nur. was die Frau Commercienrath alles an Blumen und Federn auf ihrem Hut aufgethürmt hat." Das ist allerdings der Gipfel der Geschmacklosigkeit!" B o n d e r S ch m i e r e. Gretchen (sich versprechend): Meine Uhr ist hin, mein Herz ist schwer!" Fatale Bekanntschaft. Die Herren kennen sich doch?" Jawohl! Wir grüßen uns nicht einmal mehr!" Definition. Was versteht man unter einem Temperenzler?" Einen, der sich einer unmäßigen Mäniakeit befleißiat." Merkwürdig. Professor (ein neues Kissen mit einer Inschrift Ruhe sanft" am Sofa erblickend): Wie kommt nur dieser Grabstein auf mein Sofa?" Unvergohrener Traubensaft wurde als Abendmahlsweiu unlängst zum ersten Male in der St. Johannistirch' zu Flensburg bei der Abendmahlsfeier gereicht. In Flensbürg besteht eine kräftig sich ausbreitene Guttemplerb:wegung. Wenn auch der Guttemplerorden gegen den Gebrauch eZ alkoholischen WrnS beim Abendmahl keinerlei Vorschriften macht, so beweist die erwähnte Thatsache doch, daß man in den Reihcn der Geistlichen bereits Bedenken trägt, durch die Darreichung aegohneu WeineS irgend einen Abendmahlsgast einem Gewiffenszwange

I auszusetzen.

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Silberne G e r ä t h e können der Gcundheit nachteilig werden, wenn saure und ammoniakahschc Speisen oder Getränke in ihnen längere Zeit aufbewahrt werden. Behandlung Heller Handschuhe. Wenn die hellen Handschuhe in Benzin gereinigt sind. so werden sie noch viel rascher als vorher trübe und schmutzig. Um sie dagegen zu fchützen, reibe man sie nach dem Waschen mit weißem Tallpulver ein; dieses verleiht dem matten Leder einen leichten Glanz und hält Staub und Schmutz ziemlich lange ab, ist aber nur für die ganz lichten Handschuhe zu gebrauchen. Schleier zu w a s ch e n. Weiße Scbleier werden in blutlvarmc:n Seifenwasser gewaschen, leicht ausgerungen, a'vdann in kaltem B?unnen wasser ausgespült, gebläut, gcstärtt und zwischen den Händen halb trocü'n ge klopft und schließlich zum vollständigen Trocknen aufgesteckt. Schwarze Schleier taucht man in warmes Wasser, iu welchem Dchsengalle aufgelöst ist. lind spült sie dann kalt nach. Um solche zu steifen, zieht man sie durch dünnem Gummilvasstr. klopft sie zwischen den Händen halb trocken und steckt sie baun auf. Hat man Lanipen gereinigt oder Heringe und an dere Fische zugerichtet, so wird eo schwer, die starken, unangenehmen Ge rüche von den Händen zu entfernen, am wenigsten gelingt dies durch Sei. fenwasser. Dagegen verschwinden oi: lästigen Erinnerungen an die riechende Arbeit sofort, wenn man die Hände mit gemahlenem Senf lväscht. Dies ist ebensowohl ein treffliches Reinigung Mittel für Waagschalen oder andere Gerä ,?. denen ein staner Geruch an haftet, der dem Abwäschen mit Seife oder Soda nicht weicht. L e b e r - K a r t o f f e l n. Seckö Personen; 1j Stunden. Eine Kalbsleber wird mit Salz und Suppengrün eine halbe Stunde gekocht, dann herausgenommen, von Haut und Sehnen befreit und feingehackt. In einer Kasserollc läßt man Butter zergehen, gibt die Lebermasse nebst einer feingehackten Zwiebel, etwas Fleischbrühe. Salz und Pfeffer dazu und läßt sie gut durch dünsten. Unterdessen hat man einen Suppenteller voll Kartoffeln in d?r Schale gekocht, abgezogen und gerieben, vermischt sie nebst vier zerquirlten Eiern und 10 bis 12 Tropfen Maggis Würze mit der Leberfarce, füllt die Masse in eine mit Butter ausgestrichenc und mit geriebener Semmel ausgestreute Form und läßt im Ofen 30 bi 35 Minuten backen. Sauerkraut zu kochen auf bayerische Art. Man schichtet das Sauerkraut in eine Kasserolle, steckt in oie Mitte desselben ein autes Stück fettes, frisches Schweinefleisch oder ein großes Stück Schinken, geräucherles Schweinefleisch und dergleichen, falzt das Kraut und Fleisch, je nachdem letzteres frifch oder geräuchert ist, mehr oder weniger, gießt Was ser darauf, so daß das Kraut davon bedeckt ist, thut eine gehackte, in Gänseoder Schweinefett gelbgeschwitzte Zwiebel hinzu und läßt das Gericht gut zugedeckt weichkochen. Das Fleisch wird herausgenommen, sobald es genügend weich ist. das Kraut ohne weitere Zuthat kurz eingeschmort und mit dem warm erhaltenen, in Stücke geschnittenen Fleisch aufgegeben. Hühner auf italienische Art. Man dressirt junge Hühner und beschwert sie eine Weile zwischen Zwei Brettern, um sie abzuplatten, worauf man sie zehn Minuten in Butter schwitzt, mit einem Glas Weißwein und reichlich so viel Fleischbrühe übersieht und nebst Salz, Pfeffer und einem Kräuterbündelchen eine Stunde bei gclinder Hitze dämpst. Dann nimmt man sie aus der Brühe, verdickt dieselbe mit ein weni in Mehl gerollter Butter, schüttet etwas davon in ein flaches Kasserol. streut einige Löffel geriebenen Parmesankäse darüber, legt die Hühner darauf, übergießt sie mit dem Rest der Sauce, bestreut sie mit Parmesankäse und brät sie bei starker Oberhitze im Ofen, bis sie schön goldgelb aussehe.': und alle Sauce eingezogen ist.

Malz-Fütterung der Kühe. Wer an seine Kühe Malz verfüttert, muß die Menge nach der Eigene art und dem jeweiligen Zustand der Thiere selbst bemessen. Es gibt Kühe, die stärkere Malzgaben vertragen können als andere, was dem beobachtenden Blicke des Zütterers und Melkers nicht entgehen wtrd. Während der Zeit der höchsten Milchergiebigkeit darf die Tagesration höher bemessen werden als bei vorgerückter Trächtigkeit. Zu Fettansatz neigenden trächtigen Thteren entzieht man lieber dieses Kraftfutter ganz. Endlich hat sich die Größe der Malzbeigabe auch beim Dürrfutter nach der Güte desselben zu richten. Je besser das Heu ist, um so weniger Malz darf gegeben werden. Liegen die VerHältnisse so, daß aus irgend welchen Gründen eine stärkere Malzfütterung angezeigt erscheint, so soll kein oder nur sehr wenig Heu verfüttert werden. Wie viel von letzterem zuläsfg ist, zeigt die Beschaffenheit des KotheS der Thiere an.

Tapferer Lebensretter. Der Obersteiger Wamsley im Ost-Peoria-Kodlenbergwerk bei Peoria. Jll., wurde an einem Nachmittage davon in Kenntniß gesetzt, daß der Luftzustrom in der Mine sich verringere. Wamsley. welcher sofort ahnte, daß et. was nicht in Ordnung sei. fuhr den Hauptschacht hinunter und fand zu seinem Entsetzen, dah ein Sandsturz von der Decke stattgefunden hatte und meh. rere Tonnen Sand den Eingang fast versperrten und auch den Luftftrom abschnitten. Ohne an seine eigene Sicher heit zu denken, kroch er durch die noch übrig gebliebene enge Oeffnung und rief jedem einzelnen Kohlenaräber zu. sich so schnell wie möglich zu retten. Nur mit genauer Noth tonnten sie sich. Mann für Mann, durch den engen Ausgang hinausbegcben; erst als der Letzte glücklich in's Freie gelangt war. verließ auch Wamsley seinen gefährlichen Posten. F l a k'.l n t n t o d eines Greisenpaares. Die in den 60et Jahren stehende Frau Annie Hinchliff in Chicago hatte sich an einem Morgen erhoben, um das Frühstück zu bereiten. Hierbei erplodirte der Petroleumofen, wodurch die Wohnung in Brand gesetzt wurde. Die rasch herbeigeeilte Feuerwehr trug die Frau und iyren 68 Jahre alten Galten in's Freie, doch hatten die beiden alten Leute bereite derartige Brandwunden erlitten, daß sie bald darauf starben. Die Frau hatte sich vergeblich bemüht, ihren gelhmt:n Gatten in Sicherheit zu bringen, und war ein Opfer ihrer Gattenlicve gcwcrden. Lange Geschoß-Flug-bahn. Einer der Offiziere des Schlachtschiffes Missouri." welch?.' jüngst bei den Chesapeake Capes ein Ueoungöschiesn abhielt, erzählte, daß eines der z.vlfzölligen Geschütze bei sieben Grad (flevation eine Granate abgeschossen hab, welche so weil flog, d7.ß man das Ende der Flugbahn selbst mit dem stärkten Marineglas nicht zu s?hen vermochte. Später meldete ein pasjirender Dampser, daß das Geschoß etwa 300 Zyardö von ihm in's Wasser eingeschlagen sei. Der Dampfer war zu der Zeit 18 Meilen von der Missouri" entfernt. Gefährliche ZeitungsLeser. In Long Creek. Col.. Hai C. A. Coe, Herau?g?ber einer klemen Zeitung. dessen Geschäftsbureau unlängst durch Dynamit-Efplosion zertrümmert wurde, weitere anonyme Droh briefe erhallen, in welchen es heißt, er mitsommt seiner Familie werde in die Luft gesprengt werden, falls er es wagen sollte, seine Zeitung The Ranger" weiter herauszugeben. Coe hatte sich die Feindschaft gewisser Leute im Orte zugezogen, weil er sie in seiner Zeitung angegriffen hatte. Er beschloß, den ungastlichen Ort zu verlassen. Seltener Petroleumfund. Im Petroleum-Distrikt von Muncie, Ind.. ist in einem Bohrloche zum ersten Mal Petroleum mehrer: Fuß unter der Salzwasserlinie gefun den worden. In dem Bohrloch befan den sich bis vor Kurzem 700 Fuß Petroleum. In Folge dieser Entdeckung wird die ganze Petroleum-Gewinnung in jener Gegend modifizirt werden, denn es galt bisher als Grundsatz, daß jede Bohrung aufgegeben werden müsse, falls man dabei auf Salzwasser stößt. Heldenmüthige Schulk i n d e r. Während in Toronto, Ont., das Ketchum-Schulgebäude in Brand gerieth und bereits der Rauch in jedes Schulzimmer drang, folgten die Kinder ruhig dem Befehl der Lehrer, ihre Kleider anzuziehen und sich in d'.e früher eingeübte Marschordnung zu stellen; mit festem Schritt, wie Soldaten, zogen die 600 Kinder, alle unter 14 Jahre alt. aus dem brennenden Gebäude. Die Feuerwehr konnte bei der bitteren Kälte nicht viel ausrichten. Sperlinge im Weizenselbe können, wenn sie zahlreich auftreten, ganz gewaltigen Schaden stiften; nicht nur dadurch, dak sie die Körner aus den Aehren fressen, sondern noch vielmehr durch das Umknicken deHalme. .Das gibt dann Lagerkorn. welches sich bekanntlich außerordentlich schlecht mäht und auch beim Binden und Aufstellen der Garben große Schwierigkeiten macht. Man soll deshalb in Gegenden, die besonders reich sind an Sperlingen, wenigstens einen Theil der Weizenfelder mit Grannen-. weizen besäen. Diesen verschonen die Sperlinge mit ihrem Besuch, weil sie in Folge der Grannen nicht an die Körner heran können. vurcy freue? und naite gefährdet war der allein wohnende Farmer Kurtz in Hazel Town, S. D. Während der Nacht gerieth sein Häuschen in Brand; er erreichte noch kaum in brennenden Nachtkleidern das Freie, wo er sich im Schnee rollte, und hatte dann bei der bitteren Kälte noch eine Meile nach einem Nachbar zu gehen. Wie der herbeigeholte Arzt sagte, war es ein Wunder, daß der Mann am Leben blieb. Pflege von wilden Füchs e n. George T. Scove, der sich nahezu sechs Jahre auf -'er allein gelegenen Insel in der Nähe der Küste von Alaska aufhielt, ist jüngst Besuchs halber nach seinem HeimathsrteManitowoc, WiS., zurückgekehrt. Im hohen Norden fütterte er wilde Füchse und verkaufte deren Pelze. Er fing mit 60 Paaren an und hat jetzt mehr als 1500 Füchse auf seiner kleinen Insel. Für einen Pelz wird von 510 bis $80 bezahlt.