Indiana Tribüne, Volume 27, Number 165, Indianapolis, Marion County, 4 March 1904 — Page 3

Günstig für Dreyfus. Beginn der Proceß-Rebifton vor dem bürgerlichen Gerichtshof.

wenig Neues vom Kriege. Die Vorfälle an der Petersburger Universität. - China's angebliche Loyalität. Sibirische Bahn. Prinz Arenberg.

Frankreich. Die Revision deS Drey, f u S . F a l l e S. Paris, 3. März. Der Caffa. tionS.Hof begann heute mit Berathung des Gesuchs von Alsred DreyfuS um eine Revision seines Processes. Das Interesse an dem Fall hat zvar gegen früher nachgelassen, jedoch war der Ge. richtSsaal dicht mit Offizieren, Anwäl. ten und anderen Personen sowieFrauen, darunter Verwandte von DreyfuS, be setzt. Auch der frühere Oberst Piquart war anwesend. DreyfuS selbst war nicht zugegen; er wird von dem Rechts anmalt Maynard vertreten. In dem vom Referenten Boyer ver lesenen Bericht sind die Thatsachen aufgezählt, auf Grund welcher Justizmi nifter Balle eine Proceß-Revision emPfahl. Herr Boyer gab eine erschöpfende Uebersicht über den Fall und erklärte, er vermöge keinerlei Beweis für die Existenz des Dokuments zu finden, zu dem der deutsche Kaiser eine Randbe merkung gemacht haben sollte und das einem der DreyfuS Richter in RenneS übergeben wurde. Er schloß damit, daß die gegen den Angeklagten benutzten Beweise vor den Verhandlungen von 1899 gefälscht worden seien, jedoch hinzufügend, ge richtlich sei dieS bis jetzt noch nicht fest, gestellt worden. Generalanwalt Boudouin sagte, als er die Untersuchung deS Falles begon. nen, sei er von dem Begehen eines Rechts . Irrthums überzeugt gewesen, aber sein Erstaunen habe sich bei näherer Vertiefung in den Fall ver größert. (me nach der anderen," fuhr der Beamte fort. ..der Anklagen' zerfließt, schließlich nur Beschuldigungen ohne Bedeutung oder Inhalt zurück lassend. Als ich die Geheimsammlung der Dokumente prüfte und ihren elen den Charakter erkannte, werthvoll nur wegen deS schlau um sie geschlungenen Geheimnisses, da kam ich zu dem Ent. schlusse, daß die Gerechtigkeit das letzte Wort haben müsse und eS ist meine Ueberzeugung, daß eS keinen gegen wärtig der Armee angehörenden Offi. zier giebt, der einer solch' gelegten Anklage gegenüber nicht zu Falle gekom men wäre." Die Regierung hatte auS Furcht vor Störungen Wachen unter den Zu schauern und den Gängen zum Gerichtösaale vertheilt, deren Anwesenheit aber unnöthig war. Gegen die günstigen Schluß.Folgerungen des Refe. renten und StaatsanwaltS veranstaltete die Menge keinerlei Demonstration. Oftafien. Verbot gegen patriotische Kundgebungen. New V o r k, 3. März. Der Times zufolge ist der Minister deS Innern. Herr Plehve, durch ein Dekret des Zaren angewiesen, scharfe Maßnahmen gegen patriotische Manifestationen zu ergreifen. Man hält diese Kund.

gedungen nicht bloß für abgeschmackt, da sie Phantasie-Siegefeiern, sondern befürchtet auch hiervon GgenKund. gedungen. Die Haltung der Zöglinge der FraueN'Hochschule veranlaßte die Re gierung zur Schließung diese? Jnfti tutS. DieLandung bei Song. Eh in. Vladivoftock, 3. März. Die 2.000 Japaner, die, ohne Artillerie, am 19. Febr. in Scng.Chin, PlaSkin Bay. an der Rordweftküfte Korea'S an langten, wurden von 3 Dampfern, die 3 Kriegsschiffe eScortirten. Nachts ge landet und marfchirten sofort nach Mao Für Chan. Süd.Mandschurei, dicht bei der koreanischen Grenze. Chinesen Ausstand. E h a n g a i, 3. Mürz. Nach einer Depesche auS Chenningchou, Provinz Kui'chou, China, ist gegen die Boxer. EntschäoigungS'Steuer ein Aufstand ausgebrochen. Die Wohnung des Un terpräfekten wurde gestern geplündert. Riesige P r e i S-S t e i g e r u n g. Harbin. Mandsch., 3. Mürz.

Bei manchen Waaren, wie condensirter Milch, find die Preise um 100 Procent gestiegen. Japanische Spione. Vladivoftock. 3. März. Die Polizei ließ Plakate in Chinesisch und Russisch anschlagen, welche die Chinesen auffordern, japanische Spione in chine fischer Verkleidung auszuliefern. Standrecht in Söul. Tokio, 3. März. Gen. Jnouyie, der japanische Commandeur in Söul, hat mit Zustimmung der koreanischen Regierung eine Proklamation zur Ver. künduna des Standrechts erlaffen. Ein Wendepunkt in der r u s s. Geschichte. St. Petersburg, 3. März. Zum ersten Male seit der Befreiung der Leibeigenen im Jahre 1861 wurde der Tag im ganzen Reiche offiziell als all gemeiner Feiertag begangen. Die Zeitungen werfen Rückblicke auf die Reformen Alexanders II der mit einem Federstriche 23,000,000 Leideige. nen die Freihest gab und bezeichnen die heutige Feier als Wendepunkt in der russischen Geschichte, als die Aner kennung weiterer Freiheit im nationa len Leben, deren Verwirklichung nicht ferne sei, falls man die durch den Krieg unerwartet vereinten Einflüsse in geeigneter Weife zu nützen verstehe. Auf dem großen Hauptmarkte hier standen Tausende unbedeckten Hauptes im Freien, sich am Gesänge eines Te deumS betheiligend. Verschiedene russische Bildhauer find nach dem Osten gereist, um daselbst KriegS-Typen zu modelliren. ES dürfte dies der erste derartige Versuch fein. VavorSjaya. die russische Sarah Bernhardt, erschien gestern in Kolpino, nahe von hier und schenkte jedem Mann der Ponton . Abtheilung, die gestern auf den Kriegsschauplatz ab reiste, eine Tasche mit Feldftiefeln,

Hemd, Handtuch und verschiedenen Kleinigkeiten. Die Regierung ist der Ansicht, daß der japanisch'koreanische Vertrag im direkten Widerspruche mit dem eng. lisch-japanischen Abkommen steht, wel. cheS die Unabhängigkeit Koreas pro klamirt. Da der Vertrag unter Zwang zu Stande kam, so kann er keine rechtliche Wirkung beanspruchen. Die von General Pflug gemeldete Landung von 2,500 Japanern iri Sung.Chin, Korea, ist nach hiesiger Auffassung die Quelle für die kürz lichen Berichte über eine japanische Landung an der Posftet Bay und gilt als Versuch, die russ. Vorposten am Yalu Fluß zu überflügeln. Prisen für rechtmäßig erklärt. - Nagasaki, 3. März. Daö Prisen.Gericht in Safebo erklärte gestern die durch japanische Kreuzer erfolgte Wegnahme der Handelsdampfer Ar. gun", Mukden", Michael" und Rusfia" und der Wal.Dampfer Ni

colai" und Alexander" für rechtmä ßig. Berufung innerhalb 60 Tagen ist zugelassen. Der Argun", welcher der chinesischen Oftbahn.Gesellschast gehört, wurde zu Anfang deS Krieges von dem Kreuzer Sai Yien Hai Yien'' in ver Nähe von Fufan, Korea, gekapert und am 1. Februar nach Safebo gebracht. Etwa um die gleiche Zeit langten die übrigen Prisen in Sasebo an. Die sibirische Bahn. St. Petersburg, 3. März. Seit dem Verschwinden der japan. Flotte vor Port Arthur warte die Regie,. rung mit Spannung auf die nächsten Flotten Operationen der Japaner. Man glaubt, daß die Japaner durch den Fehlschlag ihrer Angriffe, vielleicht auch durch Verluste, die sie nicht an. kündigten, entmuthigt find. Selbst aus der dürftigen Jnforma tion über die russischen Dispositionen in NordKorea läßt sich erkennen,daß der Plan zur Hemmung des japanischen Land'Vormarsche durchgeführt ist und daß den Yalu hinauf stärke Reserven gebracht werden. Die gesammte Energie der Behörden geht jetzt darauf, eine Blockade der sibi

rischen Bahn zu , hindern. 20 neue Seiten.Geleise, zu je 2.200 Fuß. sind errichtet. Hierturch hofft man trotz deS großen Verkehrs die tttafc offen zu halten und täglich 11 Züge in jener Richtung zu senden. Die Reserven in den sibirischen L anddiftrikten find eifriger bestrebt, vor die Front zu kommen als die städtische Bevölkerung. Viele Städter bringen ärztliche Krankheitsatteste herbei. Die Schließung der Universität. St. P e t e r s b u r g, 3. März. Die beleidigte Würde von 167 weib. lichen Studenten unter 1000, welche die Universität besuchen, hat indirekt zur zeitweiligen Schließung der Univer sität und theilweisen Schließung des technologischen Instituts geführt. Vor einigen Tagen beschlossen über 800 der jungen Mädchen den Erlaß einer LoyalitätsAdresse. Die übrigen 167, die nicht befragt worden waren, protcstirten nachher in einer Versamm lung. einmal weil die Adresse im Na men der ganzen weiblichen Studenten Körperschaft überreicht und dann, weil der Ausdruck Schüler" statt Student

verwandt worden war. Unter den 167 wurde sogar der Vor. schlag gemacht, dem Mikado eine Glück' wunsch'Depesche zu senden. Schließlich beschlossen die Mädchen, keine Vorle. sungen mehr zu besuchen, und der wei. tere Verlauf der Mißhelligkeiten, moz noch Störungen durch männliche Stu denten kamen, veranlaßte die Direkto ren zur zeitweiligen Schließung der Universität. Die russischen Torpedo, boote. P o r t S a i d , Aegypten, 3. März. Der Zusammenstoß eines russischen Torpedobootes mit einem ägüptifchen Zollkutter im Canal bei Cantora hatte das Sinken des Kutters zur Folge. Die Mannschaft wurde von den Russen gerettet. Der Canal ist mindestens 24 Stunden versperrt. 3 von den 4 gestern zurückgekehrten russ. Torpedobooten, nachdem sie vor. geblich nach Algier abgefahren waren, schienen erheblich vom Wetter mitge nommen. Sie erhielten keine weiteren Kohlen.Vorräthe und werden zum Ver. lassen deS Hafens aufgefordert. Trotz der Proteste der Regierung holten sich die russischen Schiffe in Port

Said und Suez wiederholt länger als die ihnen bewilligte Frist auf. China für loyal gehalten. Paris, 3. März. Das auöwär tige Amt schenkt den Meldungen, China stehe im Begriff sich Japan im Kriege anzuschließen, keinen Glauben. Alle hier eingelaufenen Berichte zeigen, daß China seine Neutralität - Erklärung erfüllen will und daß die nördlich ge sandten chines. Truppen angemiesen find, sich neutral zu verhalten. China hat jede Gemeinschaft zwischen seinen Truppen und den Räuberbanden in Abrede gestellt und erklärt, daß die Leute, welche sich letzteren anschließen, Deserteure sind. Nahrungsmittel requirirt. Söul, 3. März. Die Russen in Angu zwingen die Koreaner, sie mit Reis und Heizmaterial zu versorgen; Antung wird stark befestigt, mit der augenscheinlichen Absicht, die Japaner am Ueberschreiten deS Valu u hindern. ES wird gemeldet, daß Prinz Hi Chai.Sun, ein Neffe des früheren Königs, der zeitweilig alle hohen Aemter des Landes bekleidete, gestorben ist. Deutschland. Fall Arenberg. Berlin, 8. März. Vor einem Militär.Gericht der I. Garde.Division begann beute die Untersuchung über den Geisteszustand des Prinzen ProS per Arenberg, der wegen Ermordung eines Eingeborenen in S. W. Africa eine 15jährige Gefängnißftrafe ver büßt. Die Zeugen erzählten bemerken werthe Fälle über des Prinzen trank, haften Gang zur Grausamkeit. Einer berichtete, der Prinz habe als 8.jähriger Knabe eine Freude daran gefunden lebenden Fischen die Augen mit Stöcken

auözustechen, Katzen die Füße abzu schneiden und dann Hunde auf sie zu hetzen. Dr. Schlueter, der Begleiter des Prinzen auf der Rückreise Aren bergö aus Africa, berichtete über man. cherlei Excentricitäten auf dem Schiffe, die Geifteikrankheit verriethen.

Santiago, Chile. Chile hat die Unabhängigkeit von Panama aner. kanG

Tabakanbau auf Sumatra. l,or,:,I,mlich vn Teuttck,,,, ,u sein? jkyig Vd,utug gebracht. Zu den größten Tabakproduzenten unter den Ländern der Erde zählt dermalen die Insel Sumatra, und es ist vornehmlich das Verdienst von Deutschen, die Tabakkultur auf der großen, den Holländern gehörigen Insel zu ihrer jetzigen Bedeutung gebracht zu haben. Jede der Tabakplantagen war dem Urwald erst abzugewinnen. Das vom Pflanzer erworbene Terrain wird nicht auf einmal bebaut. Man läßt vielmehr zunächst nur ein so großes Stück des Urwaldes ausroden, als dem Bedürfniß einer Jahresernte entspricht. Ein solche Stück wird zweimal bebaut, dann dringt man in den Wald weiter vor. Der Boden bleibt einig? Jahre unbebaut. Tie gefällten Bäume

und das ausgerodete Gestrüpp werden durch Feuer vernichtet; die Asche gib: einen vorzüglichen Dünger. Auf dem durch Umhaäen bearbeiteten Boden legt man nun Saatbeete an, die zugedeckt und Morgens von Würmern gesäubert werden müssen. Während hier die jungen Pflanzen (Stecklinge, aufsprossen, findet die Herrichtung der eigentlichen Felder statt, deren Erde auf's Sorgfälligste durchgehackt wird. In diese Felder werden die Stecklinge nach einiger Zeit verpflanzt. Sind die Pflanzchen bis zur Hälfte gewachsen, so werden sie angehäufelt, und wenn sie 16 bis 22 Blätter haben, werden d?e Blumen abgebrochen, um zu verhindern, daß sie in Saat schießen und die Oberblätter klein bleiben. Nach zwei bis drei Monaten beginnt die Pflanze zu reifen. Die Pflanzen sind jetzt fünf bis sechs Fuß hoch. Die gekappten Pflanzen werden in die mit hatten belegten Tragkörbe gelegt und dann zum Trocknen in die nahegelegenen Scheunen getragen. Hier werden etwa je zehn Pflanzen an Stöcken aufgehängt, deren Enden auf Querlatten ruhen. Die Trockenscheune hat Wände .nit Klappen, die man je nach Bedürfniß öffnen kann. Bei sehr feuchtem Wetter werden Feuer auf dem Boden angemacht, um den Luftzug zu beför dern. Sind die Pflanzen getrocknet, so werden die Blätter abgenommen, in Bündel sortirt und dann in den Fermentirschuppen gebracht, wo die gesammte Ernte eingewogen wird. Beim Sortiren unterscheidet man 16 Qualitäten nach der Farbe und Feinheit. Jedem Sortirer gegenüber sitzt ein GeHilfe, der die Blätter jeder einzelnen Sorte der Länge nach ausstreicht, in vier Gröszen eintheilt und in Büschel von 40 bis 80 Blättern bündelt. Am nächsten Morgen werden die Bündel in das Empfangslager abgeliefert. Die feinen Bündel werden abgewogen und nun dem Fermentiren unterworfen. Hierbei müssen die klebrigen und wasserigen Theile, welche noch an den Blättern haften, durch weiteres Lagern und Trocknen entfernt werden. Ist vollständige Trockenheit erreicht, so wird der Tabak auf große Stapel von 10 Fuß Länge. 8 Fuß Breite und 8 Fuß Höhe zusammengebracht, einer Wärme von 140 bis 149 Grad Fahrenheit aus gesetzt, und zwar auf die Zeit von einem Monat und mehr. Die andauernde Hie verleibt den Blättern Glanz, Gefchmeidigkeit und gleichmäßige Farbe. Um den Fortgang des Fermentirprozesses immer genau überwachen zu können, muß die Temperatur der Tabakballen beständig mit dem Thermometer gemessen werden. Ist der Prozeh beendet, so kann die Waare endlich zum Versandt kommen. In Ballen gepreßt, gelangt der Ernteertrag zur Verschiffung. Dieser Ertrag beläuft sich bei 400 Feldern Bebauungsfläche im Durchschnitt auf 2500 bis 3000 Pikul: in sehr guten Jahren kann er aber auch bis auf 4000 Pikul oder 50.000 Pfund steigen. Widersetzliche Chinesen. Es ist oft gesagt worden, daß es den Chinesen gleichgiltig ist, wer sie bcherrscht, wogegen sie leicht in Erbitterung gerathen, wenn man in ihre Lebensgcwohnheiten eingreifen will. Nicht selten ist es vorgekommen, daß sich die mächtigsten Satrapen vor tumultuari, schen Volkshaufen in ihre Amtswohnung flüchten mußten, weil sie Verordnungen erlassen hatten, die allgemeines Mißfallen erregten. Sobald sie diese dann zurücknahmen, war die Menge zufriedengestellt und verlief sich ebenso schnell, wie sie sich zusammengerottet hatte. So war unlängst in entern Torse in der Provinz Hupeh eine Theatervorstellung angekündigt worden. Der Mandarin aber verbot die Vorstellung, um eventuelle Ausschreitunien zu verhüten. Nun ist aber das Theater da höchste Entzücken aller Chinesen. Tausende von Bauern strömten deshalb zusammen, um sich das Schauspiel anzusehen. Der Mandarin erschien aber ebenfalls auf der Bildfläche, um seinen Willen durchzusetzen. Das Volk nahm nun sofort eine drohende Haltung an. Die wenigen Trabanten, die der Beamte bei sich hatte, konnten nicht verhindern, daß fein Tragsessel zertrümmert, seine Kleidung zerrissen und er selbst braun und blau geschlagen wurde Er mußte sich in einen Tempel flüchten. wo er krank darniderlag. In einem europäischen Lande würde eine derartige Auflehnung gegen die Staatsgewalt bedenkliche Folgen haben; aber in China geschieht wohnlich nichts, weil man fürchtet, dle Sache dadurch nur noch schlimmer zu machen.

..Jiu-jilsu." Taö System der körperlichen Erziehung im japanischen ßeere. Studium ttr Anatomie als Grundlage Di ha, manische utwickliiug e arpers Ja. panische Wettkömpst Todbringende Cchla Nützliche Kertigke!. Die Japaner sind trotz ihrer Kleinheit wahrscheinlich das physisch tauglichste Volk auf Erden. Der Umstand, daß sie das gcworden sind, ist auf die japanische Wissenschaft vom Jiujitsu" zurückzuführen, die für das Heer ein sorgfältig durchgearbeitetes, allgemeines System der körperlichen Erziehung ist. ös beruht nicht auf Kunstgriffen, sonoern auf einem genauen Studium der Anatoinie; sein Ziel ist die vollkommene und harmonische (5ntWicklung des ganzen Körpers. Diese Wissenschaft hat eine so gefährliche Höhe der Vollkommenheit erreicht, daß man zweifeln muß, ob sie von einer weniger gutmüthigen Rasse, als es die Japaner sind, unbedenklich angenommen werde könnte. Bei ihnen sind die Wettkämpfe in Leibesübungen kaum jemals ernstlich gemeint, d. h. es wird vorher angeordnet, wer der Sieger sein soll, und der andere muß nur einfach so viel Widerstand leisten, wie zur vollen Uebung der Muskeln nöthig ist. Unvorsichtiges oder wüthenderes Vorgehen beim Jiu-jitsu" würde wahrscheinlich mit Kamvfunfähigkeit oder selbst mit Tod ende;. Nicht weniger als sechs den Lehrern der Kunst bekannte Schläge führen sicher zum Tode. Jiu-jitsu" ist natürlich weit entfernt von den abendländischen Begriffen von Kampf. Schläge spielen in dieser Kunst eine kleine Rolle. Schläge, mit denen sie rechnet, werden stets mit der Schmalseite der Hcnd ausgetheilt, nie mit der Faust; dies ist nur eines der vielen Beispiele, daß die Wissenschaft mehr Kunstgriffe und Feinheiten hat, als daß es sich um rohe Kraft dabei handelte. Es ist ein Prinzip des .Jiu-jitsu," daß ein Schwächerer einen stärkeren Gegner angreifen und ibn mit Hilfe der größeren Kraft des letzteren besiegen könnte. Jiu-jitsu" ist mehr eine Sache des Griffs wie des Stoßes. Wenn ein körperlich ausgebildeter Japaner einen am Arm ergreift, so muß man ihn ihm lassen, sonst wird der Arm gebrochen. Es ist eine sehr nützliche Fertigkeit für die Polizei und wird von ihr auch angewandt, um einen widerspenstigen Gefangenen zu überwältigen. Man kann sagen, daß das System auf dem Prinzip des Musikantenknochens" begründet ist. Ein Schlag auf den Musikantenknochen verursacht eine zeitweise Lähmung, während ein ebenso starker Schlag auf den Arm etwas weiter oben oder unten keine nennenswerthe Wirkung haben würde. Und durch Ermittelung ähnlich verwundbarer Stellen am ganzen Körper ihre Zahl ist überraschend groß ist der Japaner ein vollendeter Meister darin, ungestüme Kraft zur Vernunft zu bringen. So wirft der Angreifer mit großer Plötzlichkeit seinen linken Arm um die Taille seines Gegners und gräbt die Finger mit großer Heftigkeit in den untersten Theil der Wirbelfäure. Gleichzeitig drückt er die offene rechte Hand so unter das Kinn, daß er den Kopf seines Feindes zurückwirft. Wenn der Angriff heftig genug gemacht wird, bricht dem auf diese Weise Angegriffenen sicherlich das Genick. Ein anderer unfehlbarer Hieb ist ein Schlag auf die Kehle, der wieder mit der äußeren Kante der Hand ausgeführt wird. Japanische Eingeweihte können sich jedoch so trainiren, daß sie sogar einem solchen Angriff widerstehen. Es ist dabei falsch. Jiu-jitsu" mit japanischem Ringkampf zu verwechseln. Beide Systeme sind von Anfang an einander entgegengesetzt gewesen; und seit vor einigen Jahren bei einem Wettkämpf in Tokio der Championringer Japans von einem Anhänger des Jiujitsu" in 15 Sekunden auf den Rücken geworfen wurde, ist die Kunst des Ringens in Verfall gerathen. Die japaNischen Ringkämpfer sind stets große Männer und gewöhnlich auch dick. Von der Wiege an werden sie für den Beruf bestimmt, da man nur die geeignetsten Kinder zu dem Zweck auswählte. Der Grund, warum das Ringen trotz seiner Jnferiorität so lange gepflegt wurde, ist der, daß bis zu der Zeit der Revolution in Japan Jiu-jitsu" das Vorrecht der Samurai" oder aristokratischen Kaste war und seine Geheimnisse unter Eid gehalten wurden. Jetzt wird Jiu-jitsu" jedem beigebracht, selbst Fremden, und die alten Ringkämpfe sterben schnell aus. Die g nze Wissenfchaft des Jiu-jitsu beruht vielfach auch auf sorgfältiger Diät und peiN' lichster Sauberkeit. Deutsche Hochseefischerei f l o t t e. Laut einer Aufstellung des deutschen Seefischerei-VereinS besteht die deutsche Hochseefischereiflotte mx fleü aus 753 Schiffen von 123.-

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4963 Mann Besatzung, Vioa) viel umfangreicher ist derjenige Seefischereibetrieb Deutschlands, welcher in kleinen fthrften Kalbaedeckten und offenen

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Krieg als Unheilstifter. In Berlin erschoß sich dieser Tage der Börsenmakler Ma? H. Meyer in seiner Villa. Er hatte 5100.000 durch das Sinken russischer Sekuritaten verloren und litt an Geistesstörung. Meyer hatte jedoch ein Vermögen, das seine Berbindlichkeiten mehrfach überstieg.