Indiana Tribüne, Volume 27, Number 164, Indianapolis, Marion County, 3 March 1904 — Page 6

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Indien, Tribüne. Mär; 1904.

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LurorSische Nachrichten. WUritemvcrg. Stuttgart. Der bei seinen Eltern hier wohnende Student der Musik Ernst Haid wurde seit Kurzem vermißt. Jetzt wurde er im Krähenwalde mit einer Schußwunde am Kopf und einem Revolver in de? Hand todt aufgefunden. Mühlhausen. Eine n hier ausgebrochenen Brande fiel em Oekono miegebäude des Adlerwirths Frick zum Opfer. N e u n h e i m. Dem Wagner Philipp Schnips von hier, der im Walde mit Holzfällen beschäftigt war, wurde dabei von einem Ast eines stürzenden Baumes die Schädeldecke zertrümmert. Der Verunglückte starb bald darauf. R o s e n f e l d. Hier starb Stadt, schultheiß a. D. Kipp im Alter von 73 Jahren an einem Schlaganfall. ?r hatte 25 Jahre das Amt des Orts. Vorstands versehen, das dann vor zwei Jahren seinem Sohne übertragen würbe. ll l m. Die Firma Albert Daiber liier feierte Iftquch die 60jährige Wiederkehr ihrer Geschäftsgründung. Bei diesem Anlaß wurde den Angestellten und Arbeitern eine Belohnung für mehrjährige Dienstzeit, schon mit fünf jähriger Dauer beginnend, durch eine Versicherung in namhaftem Betrag qa rantirt. W a i b l i n g e n. Hier vergnügt-.n fisb mebrere Scbulknaben auf der mt.m mit msicuemetscchren; vaoec fiel der 9 Jahre alte Sohn de Arbeiters Mayer in den an der betrefsenden Stelle sehr tiefen Fluß und ertrank. Wnden. Karlsruhe. Hoflieferant A. Sauer stürzte sich aus dem Fenster seiner im 4. Stock gelegenen Wvhnung in der Herrenstraße. Er brach das Rückgrat. so daß der Tod sofort eintrat. Sauer soll, als seine Frau ein Schriftstück von einem Schutzmann in Empfang nahm, von plötzlichem Verfolgungswahnsinn befallen, die That begangen haben. Das 60jährige Jubiläum im Staatsdienst beging der Archivar der 1. Kammer Oberrechnungsrath Ludwig Bauer, der jetzt im 74. Lebensjahr steht; seit 1883 steht er dem Archivariat der 1. Kommer vor. Der hiesige Möbelpacker Gustav Noe stürzte in der Nähe von Grötzingen so unglücklich von einem Möbelwagen, daß er an den schweren Verletzungen, die er dabei erhielt, kurze Zeit darauf verschied. Au a. Rhein. Der zehnjährige Sohn des Schneiders Bauer vergnügte sich auf dem zugefrorenen Altrhein ; an einer dünnen Stelle brach das Eis urd der Knabe ertrank. Denkingen. Im nahen Walde Malayen verunglückte Gutspächter Möhrle von Andelsbach. Er war mit Holzschleifen beschäftigt, wobei ihm durch die schnelle Schwenkung eines Stammes der linke Unterschenkel zweimal abgeschlagen wurde. Engen. Bei der hiesigen Bürgermeisterwahl wurde Condi.'or Hermann Rebstein zum BUrgermnster gewählt. Bürgermeister Mayer hat bekanntlich sein Amt niedergelegt, un die Stelle des Sparkassiers zu übernehmen. Gremmelsbach. Im Zinken Am-Bach brannte das Anwesen des Metzgers Karl Kienzler nieder. Der Schaden beträgt etwa 12.000 Mark, welcher durch Versicherung nur theil weise gedeckt ist. Heidelberg. Beim hiesigen Bataillon des Grenadier - Regiments No. 110 zog sich der Einjährige Steinbach aus Eppingen eine Verletzung eines ffußes infolge Durchscheuerns am Stiefel zu. Es trat Blutvergiftung hinzu, an welcher der hoffnungsvolle junge Mann, der im zweiten halben Jahre diente, im Lazareth starb. Kippen he im. Mit Strychnin vergiftete sich hier der 22jährige Apothekerlehrling Betz. Mannheim. Wegen eines Hutes setzte hier der 24jährige Reisenoe Oskar Brückner aus Stuttgart sein Leden auf's Spiel. Wählend der Fahrt mit der elektrischen Bahn flog sein Hut davon; Brückner sprang ab bei voller Fahrt, wurde überfahren und schwer verletzt. Im Krankenhaus wurde ihm derlinke Arm amputirt. Sein Zustand ist sehr bedenklich. O o s. Auf dem hiesigen Bahnhof stürzte der Bahnarbeiter gleich von einer Lokomotive und kam unter dieselbe, wodurch ihm beide Beine unterhalb des Knies abgefahren wurden. S ch u t t e r n. Der 26jährige ledige F. X. Speierer vvn hier, der als Rangirer am Baseler Bahnhof thätig war. fiel beim Kuppeln der Wagen unter die Räder und wurde so schwer verletzt, daß er alsbald starb. Rheinpskz. Kaiserslautern. Erhängt hat sich in seiner Wohnung der Ende der 60er Jahre stehende Tagner Bernhard Geivel aus Wachenheim, 'seit längerer Zeit hier wohnhaft. Motiv unbekannt. La n d a u. Die hiesige Strafkammer verurtheilte den 48 Jahre alten Weinhändler Heinrich Mann von hier wegen Verkaufs von überstrecktem Wein zu 160 Mark Geldstrafe und verfügte die Einziehung des größten Theiles des beschlagnahmten Weines (etwa 11.000 Liter). Ludwigshafen. Eine ruchlose That würbe im nördlichen Stadt

theil vor der Wirthschaft Zur Peterö-bürg-verübt. De? 18 Jahre alte, ledige Tagne? Emil Hahle? saß bei mehre?en College und t?ank mit denselben einige Stein Bier, ohne daß es dabei zu einem Disput irgend welcker Art gekommen wäre. Als Haßler 'die Wirthschaft ve-lieh. versente ibm ein unbe fcinnter, schlanker junger Mann einen Messerstich in die linke Brustseite und flüchtete in der Richtung nach der Vöhlstraße. Der Gestochene erlag seinen Wunden. Ersß'Lothringen. Straßburg. Auf dem Eise eingebrochen und ertrunken ist hinter der Fischotter" ein 12jähriger Knabe Namens Steinhardt. Der Knabe hat seinen Leichtsinn.auf das jetzt gar nicht mehr tragungsfähige Eis zu gehen, mit dem Leben büßen müssen. I r s a. M. Einem tragischen Unfall ist einer unserer angesehensten Mitbürger Herr Oberingenieur Alfons Fischer zum Opfer gefallen. Bei einem Klappwechsel, den derselbe mit seiner Jagdflinte vornehmen wollte, kam er auf dem Hausflur in Gegenwart des Dienstmädchens zum Fall; das Gewehr entlud sich und die Ladung durchbohrte die Lunge des Unglücklichen. Der Tod trat alsbald ein. Diedenhofen. Herr Kreissekretär Frey von der Kreisdirektion Diedenhofen-West ist an die Kreisdirektion des Landkreises Straßbura versetzt. Ihm zu Ehren veranstalteten die Bürgermeister des genannten Slxtv seS im Hotel St. Hubert ein Abschiedselen. Zkleclikenvurg. Schwerin. Infolge eines Fehltristes stürzte der Böttchermeister Kemvke die Treppe zu seiner Wohnung hinal.- und erlitt hierbei so schwere innere Verletzungen, daß er gestorben ist. B o iz enbu rg. Die Firma BeckHaus. Eisengießerei und Maschinenfabrik. blickte auf ihr 60jährige? Bestehen zurück. Aus Anlaß dieses Tages fand für das gesammte Personal mit Familien im Schützenhause eine Feier statt. Der Großherzog verlieh dem jetzigen Inhaber der Firma. Conrad Beckhaus. den Titel eines Sommerzienrathes. D a r g u n. Hier starb im 92. Jahre der Altentheiler Christoph Vick. früher Erbpächter zu Vorbeck. bei Schwaan. nachdem kurz vorher seine Ehefrau ihm im Tode voraufgegangen war. Am 10. Mai 1899 hatte das Ehepaar seine diamantene Hochzeit gefeiert. Eldena. Schlachter Meyer fiel kürzlich und brach den Fuß. Sein Zustand verschlimmerte sich derart, daß er in das Universitäts - Krankenhaus in Greifswald aufgenommen werden mußte, wo er starb. Krdcnvurg. Oldenburg. Bei einem Zimmerbrande in der Rosenstraße verbrannten zwei Frauen, eine Wittwe mit ihrer 19jäh?igen Tochter. Der Hausbesitzer wurde durch das Dienstmädchen auf ein ausgebrochenes Feuer aufmerksam gemacht, worauf er in die Kammer eilte, wo das Feuer entstanden war. Hier fand er die Wirthswittwe Meller nebst ihrer Tochter bereits todt vor. Er schleppte die unbekleideten, von Brandwunden entstellten Leichname heraus, wobei er selbst in Feuersgefahr gerieth. Das Feuer konnte jedoch bald gelöscht werden. Man vermuthete erst eine Lampenexplosion. wodurch die Kleider und Bet" ten der Unglücklichen sofort in Brand gesetzt wurden, wie die Recherchen der Staatsanwaltschaft jedoch mit Gewißheit ergeben haben, sind Frai'Meller und Tochter die Opfer eines Doppelraubmordes geworden. Die Thäter haben ihre Opfer durch Schläge auf den Kopf getödtet. Geld und Werthschen wurde geraubt und dann die Wohnung angezündet. D i n k l a g e. Das Wohnhaus wie der angebaute großeStall und MiethsHaus des Händlers Kreuzmann gent. Hoffmann brannte gänzlich nieder. Vom Mobiliar ist nur wenig gerettet. Das Feuer griff so schnell un. sich, daß an Rettung wenig zu denken war. Kreuzmann war versichert, aber sehr gering. E u t i n. Bahnwärter, welche unlängst die Strecken zwischen Eutin und Gremsmühlen abgingen, fanden in der Nähe des Vogelbergeö einen schrecklich verstümmelten menschlichen Körper. Die Leiche wurde als die des Schlächtergcsellen Albert Oppeln, geboren am 22. August 1877 zu Gelbenhausen, festgestellt. Ob ein Unglücksfall ode? Selbstmord vorliegt, konnte nicht festgestellt werden. Areie $täbte Hamburg. Verstorben ist auf seinem Schiff der Schiffer Emil Taube aus Königstein an den Folgen eine? vor Kurzem erlittenen Unfalles. Der Schiffer war beim Verholen feines Oberländer Kahnes über Bord gefallen und später im bewußtlosen Zustände aus dem Wasser gezogen worden. Die Wiederbelebunasverlucke

i waren zwar von Erfolg gewesen, doch

trat etne schwere Krankheit ein. an der der Verunglückte auf seinem Fahrzeug verstarb. - Der auf einem hiesigen Segelschiff bediensteie Zimmermann Alfred Kohl stürzte aus der Takelage an Deck und zog sich so schwere Schädelverletzungen zu. daß er bald darauf starb. Beim Fensterputzen stürzte die junge Ehefrau HLwe. Mutter von fünf Kindern, au dem Fenster der 4. Stage Groß-Ne.umarkt 51

und erlitt außerordentlich schwereVerletzungen, so daß sie an Ort und Stelle verstarb. Bremen. Passanten bemerkten letztens, daß eL in einem Zimmer der vierten Etage des Hauses Brautstraße 16 brannte. Nach Oeffnuna der Thür fand man das Zimmer dicht mit Rauch angefüllt, ein Bett stand in Flammen. Das Feuer wurde bald gelöscht. Als der Rauch einigermaßen abgezogen war. fand ein Schutzmann die fünfjährige Tochter des Bewohners Puls unter einem Toilettetisch liegend, das Nachtzeug war ihr zum Theil auf dem Leibe verbrannt. Der Körper wies zahlreich? Brandwunden auf; die Kleine war todt. Die Mutter hatte ihr Kind zu Bett gebracht, war dann fortgegangen und hatte beim Weggehen das Zimmer abgeschlössen. Ob das verunglückte Kind später noch wieder auö dem Bett gekommen ist und mit Zündhölzern hantirt hat, die auf dem Toilettetisch gelegen haben, oder ob daS Feuer auf andere Weife entstanden ist, wird sich kaum ermitteln lassen. Lübeck. Dem in den Ruhestand getretenen Bahnhofsinspektor Struck ist der Rothe Adlerorden 4. Klasse verliehen worden. Senior Dr .Ranke, Hauptpastor an St. Marien, feierte sein 25jährigeS Jubiläum als Seelsorger. Zahlreiche Gratulationen und sinnige Geschenke wurden dem beliebten Geistlichen auS diesem Anlaß zutheil. Drei Kin'oer des Straßen Wärters Kühl im nahen Neudorf sind beim Schlittschuhlaufen eingebrochen und sämmtlich ertrunken. EineneueWeltspra che", die das barbarische Volapük und das Esperanto entthronen soll, ist unter dem blauen Himmel der Riviera entstanden. Die .Linguistische Union der Azurküste" hofft, daß diese neue Sprache in zehn Jahren von der civilisirten Welt gesprochen wird. Die gelehrte Gesellschaft glaubt, daß das Lateinische. aber nicht das des Tacitus und Sueton. sondern ein vulgäres Handelslatein" schnell zu erlernen ist. Diese modernisirte Sprache, die den Förderungen neuer Ausdrücke angepaßt wird, soll dem Volapük und Esperanto entgegengesetzt werden, die keine glänende Laufbahn hatten. Das Handelslatein wurde früher von den Seeleuten, Soldaten und Kaufleuten inRom gesprochen, die es ihrerseits den Barbaren der Seine, der Themse, des Rheins, des Nils und desEuphrats brachten. Es wird berichtet, daß Bruchstücke von Manuskripten, die in diesem Vulgärlatein geschrieben sind, bei den Ausgrabungen in Pompeji wiedergefunden wurden. Die Grammatik ist sehr einfach, ohne Zweideutigkeit. die Worte sind kurz und die Sätze sehr klar. In Flensburg erhielt dieser Tage der Höker H. Hansen einen vom 6. November 1886 datirten Geburtstagsbrief seiner Mutter. Die Absenderin des Briefes, die vor etwa drei Jahren gestorben ist, wohnte damals in Skive (Jütland). während sich der Adressat (ihr Sohn) in Buenos Aires aufhielt. Der Brief blieb auf dem dänischen Consulat liegen, da der Empfänger wieder nach Flensburg verzogen sein sollte. Inzwischen ist der Brief mehrere Male hin- und hergegangen und jetzt nach mehr als 17 Jahren endlich in dieHände des Adressäten gelangt. Eine noch längere 'Zeit, nämlich genau 22 Jahre, hat ein Brief gebraucht, um von Hannover nach Eil' sen (Schaumburg - Lippe) zu gelangen. Der an den Rendanten Witte von der Sparkasse in Eilsen gerichteteBrief ist am 28. Januar 1882 geschrieben und vom Absender zum Postbriefkasten gebracht worden. Zufällig wurde der Brief am 28. Januar d. I. 'in einer Mauerspalte neben dem Briefkasten gefunden, sofort abgestempelt, obwohl die Marke erkennen ließ, daß er dort mindestens schon seit zehn Jahren gelegen haben müsse, und dann nach Eilsen - Bückeburg weiter befördert. Manschreibt aus Lond o n : Man erwartet allgemein, daß die Zahl der Heirathen in diesem Jahre höher als in früheren Jahren sein wird, da wir ein Schaltjahr haben und es infolgedessen ein unstreitiges Vorrecht der Damen ist. Heirathsantrüge zu machen. Fachleute auf dem Gebiete der Etikette stimmen darin überein, daß es ganz innerhalb der Grenzen der strengsten Schicklichkeit liege, wenn Damen dieses Vorrecht ausüben. Die Frauen in allen Theilen des Landes werden auch ermuthigt werden, wenn sie erfahren, daß zur Förderung der SchaltjahrVorrechte der Frauen in Kensington ein Schaltjahrball" abschalten wird, bei dem jeder Mann chaperonirt" werden muh. Dadurch wird die bevorrechtete Stellung der Frauen stärker betont. UeberdieS stammt die Idee deS Balles nicht etwa von nicht verantwortlichen Junggesellen, sondern von ernsthaften grauen im mittleren Alter. die heirathsfähige Töchter haben. Man hat beschlossen, daß der Mann von einem Herrn oder einer Dame behütet" werden kann; jede Dame kann sich zu dem Balle einladen, wenn sie sich erbietet, einen bekannten Herrn in Obhut zu nehmen. Dann schon. Herr: Ist Ihr junger HauSarzt tllchtia?" Dame: 0 ja, er hat mir schon dreimal daS Leben gerettet " Herr: Wirklich?- Dame: Ja, immer wenn ich ernstlich krank war. dann war er verreist.

Die rothe Rode.

Ein Strafprozeß, der mit den Figuren des strengen Untersuchungsrichters und des Unschuldigen, der durch einen falschen Beweisapparat zur Verurtheilung gebracht wird, lebhaft an das Schauspiel Die rothe Robe" von Brieu? erinnert, beschäftigte dieser Tage die 9. Kammer des Pariser Strafgerichtes. Angeklagt war der Arbeiter Rabiet wegen gefährlicher Bedrohung des Untersuchungsrichters Lemercier. Rabiet war nach einer von Lemercier geführten Untersuchung wegen Mordes und Diebstahls im Jahre 1898 vor die Geschworenen gestellt und zu sieben Jahren Zuchthaus verurtheilt worden. Im Jahre 1902 gelang eS Rabiet. eine Wiederaufnahme des Verfahrens durchzusetzen, in dem nach wenigen Zeugenvernehmungen feine völlige Unschuld erwiesen wurde. DaS Gericht bewilligte ihm eine Entschäoigung von 10.000 Fr., die eben hinreichten. die Schulden Rabiets, in die er durch sein Unglück und durch die Kosten der Vertheidigung gerathen war. zu bezahlen. Rabiet machte den Untersuchungsrichter für die ungerechte Verurtheilung verantwortlich, begehrte eine Unterredung und drohte, da ihm diese nicht gewährt wurde, Lemercier mit seiner Rache. Lemercier denunzirte infolgedessen Rabiet. Die VerHandlung bot drastische Momente. Rabiet rief Lemercier zu: Ich habe Ihnen ein Alibi nachgewiesen und dafür sieben Zeugen genannt. Sie haben die Zeugen nicht vernommen. Alö man vier Jahre später meinen Prozeß revidirte, erwies sich meine Unschuld durch jene sieben Zeugen, die ich in meinem ersten Verhöre genannt hatte. Ebenso war es mit meiner Uhr. Ich konnte nachweisen, daß ich sie viel früher ehrlich gekauft hatte als zu der Zeit, da ich sie gestohlen haben sollte. Auch das sagte ich im ersten Verhör, und erst vier Jahre später hat man die Zeugen vernommen. Sie haben meinem Mitangeklagten Cardon die Aussage, die mich belastete, diktirt." DaS Gericht verurtheilte Rabiet wegen der Drohung zu drei Monaten Haft, jedoch mit Verzicht auf die Vollstreckung der Strafe, da Rabiet unbescholten und daS Opfer eines Justizfehlers ist. der sein Gemüth verbittert hat." Rabiet wurde sofort auf freien Fuß gesetzt und soll eine weitere Entschädigung erhalten. In den Sparbanken der Ver. Staaten sind nach dem Bericht des Comptrollers of the Currency" 52.935.204.545 hinterlegt; eine Zunähme von $185.07,555 gegen das Vorjahr. Auch die Zahl der Depositor ren hat sich vermehrt. Im Laufe des verflossenen Jahreö sind auf den russischen Eisenbahnen 9890 Unglücksfälle vorkommen, darunter 1012 Zusammenstöße von 1521 Entgleisungen. Der materielle Schaden der Bahnen betrug 1.600.000 Rubel. Bei den Unglücksfällen wurden 1529 Menschen getödtet und 7908 verwundet. 36.88 v. H. aller dieser Unfälle trugen sich auf den Linien der Transbaikalbahn zu. E i n nichtSwürdige? Bursche hat in dem schlesischen Dorfe Wölfelsdorf bei Habelschwerdt vielUnheit angerichtet. Dort wurde die Pflegetochter des BauerngutsbesitzersSpittel von einem der bei ihm bedienteten Knechte überfallen und durch Messerstiche am Kopf und an den Schultern schwer verletzt. Einem andern zu Hilfe eilenden Knecht schlug der Rasende die Schäd-ecke ein und durchstach ihm beide Ohren. Dann legte er Brand an die Besitzung seines DienstHerrn und zündete schließlich seine eigenen Kleider an. Die Gutsgebäude wurden völlig eingeäschert, der Knecht trug lebensgefährliche Brandwunden davon. Endlich ist Hauptmanns Drama Die Weber" von der österreichischen Statthaltern für Wien freigegeben worden. Nach einem jährelangen Kampfe, nachdem Preßburg. Graz, Pilsen und in den letzten Tagen auch noch Olmütz der Haupt- und Residenzstadt Wien mit der Aufführung dieses heißumstrittenen Dramas zuvorgekommen sind, werden es auch die Wiener zu sehen bekommen. Allerdings wird das Werk vom Berliner Deutschen Theater, das im Mai zu einem längeren Gastspiel am CarlTheater in Wien eintrifft, zur Aufführung gebracht werden. Scho7. vor orei Jahren hatte das Deutsche Volkstheater Die Weber" der Censur überreicht, und alö das Stück damals verboten wurde, ein Jahr darauf die Zensurprobe wiederholt, jedoch mit dem gleichen negativen Erfolg. Hauptmann zog nun Die Weber" vom Deutschen Volkötheater zurück und .übergab sie dem Dr. Brahm, der sich von ihm das Aufführungsrecht fürDeutschland und Oesterreich zusichern ließ. Dr. Otto Brahm ist es nun. dem die WienerCenfür die Aufführung der Weber" gestattet hat. Auö der Schule. Lehrer: Wenn Du mir heute $200 zu 24 Procent borgst, wie viel habe ich Dir nach einem Jahre Zinsen zu zahlen, nun, Max? Maz: Zu 2 Prozent? Daö ist ka'n Geschäft! Weichherzig. Gräfin: Johann, sehen sie doch mal nach, warum der Tyraö" so heult? Johann: Gnä' Frau, dö'ö kann i' nit! I' bin so weich, herzig, daß fr sonst mit ihm heulen müßN

Einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist der 28jährige Reisende Theodor Pötter auö Hamme bei Bochum. Pötter wollte von Sprockhövel nach Barmen fahren, traf aber dort nicht ein; vielmehr fanden Bahnbeamte seine Leiche auf dem Bahnkörper zwischen Heubruch und Wichlinghausen. Durch die ärztliche Untersuchung wurde festgestellt, daß Pötter durch einen Hammerschlag auf den Kopf getödtet worden ist. Wie die Leiche auf die Schienen kam. ist nicht aufgeklärt. Es wird angenommen, daß Pötter während der Fahrt nach Barmen beim Passiren eines Tunnels von einem Mitreisenden im Wagenabtheil überfallen und dann aus dem Zuge geworfen wurde. Der Getödtete trug 40 60 Mark bei sich; dieses Geld ist verschwunden. Paris hatnicht nur einen Hundefriedhof und ein Institut für Hunde-Massage, sondern auch unweit von letzterem eine HundeSpielschule! Spitze. Pinscher. Möpse. Terriers wer kennt die Völker, nennt die Namen all' der beneidenswerth geliebten Vierfüßler, die hier ihre VorMittagsstunden verbringen zum Besten ihrer Gesundheit, die unter mangelnder Bewegung leidet, und sich amüsiren dürfen nach Herzenslust, dieweil ihre Herrinnen sich vorbereiten zu dem Schönheitsturnier am Nachmittag und Abend! Ein großer Garten bietet all diesen Cheris und ihrem Jagd- und Spielbedllrfniß Gelegenheit, sich zu bethätigen. Schüsselchen mit frischer Milch sorgen für ihre Erquickung. und wenn sie müde sind, ladet ein Salon mit kleinen Diwans, die sich an den Wänden entlang ziehen, zu süßem Schlummer. Mittags kommen dann die Diener und Zöfchen wieder, um Söni" - Favori oder Goldkrönchen"Joujou abzuholen. Voreinige rZeitwarin Rom und an einigen andern Orten eine Photographie ausgestellt, die ergreifend darstellt, was irdische Ehre und irdische Herrlichkeit ist. Das Bild zeigt eine alte, weißhaarige und unstät aussehende Dame, die von einem Pol'zeibeamten scharf zurechtgewiesen wird. Und das ist Niemand anders als die frühere Franzosenkaiserin Eugenie! Sie. die einst so berühmte und bewunderte Herrin von Frankreich, hielt sich vor längerer Zeit einige Tage in Paris auf, und als sie über den Platz der Tuilerien, den Schauplatz ihrer einstigen Triumphe, ging, bückte sie sich, um eine kleine Blume als An denken mitzunehmen. Es war in jenem Theile des Parkes, den ihr Sohn, der kaiserliche Prinz, ehedem als Spielplatz benutzte. Ein Polizeibeamter, der es mit ansah, stellte sie zur Rede und wollte sie nach der Polizeistation bringen, weil es streng rerboten ist. dort Blumen abzupflücken. Ein Zuschauer. Graf Primoli, hat durch ein Bild diese Scene festgehalten. Eine merkwürdige Luftballonfahrt machten Graf de la Vaulx und der Graf d'Oultremont. die auch kürzlich von Paris nach Hull in einem Ballon fuhren. Sie verließen an einem Samstag den Park des AeroClubs in Paris, um eine Luftschifffahrt zu unternehmen; Charles Rolls und Frank Butler waren ihre Gäste. Als der Centaure", der Ballon, in dem der Graf de la Vaulx seinen berühmten Flug nach Rußland machte, sich von St. Cloud erhob, war Alles mit dichtem Nebel bedeckt, aber die Luftschiffer fuhren geraden Weges durch und kamen oberhalb des Nebels in blauem Himmel und warmem Sonnenschein an. Als die Luftschiffer sich wieder der festen Erde näherten, hörten sie Stimmen, konnten aber den Boden nicht sehen, und für eine Weile bewegten sie sich umher, riefen Fragen von ihrer Gondel herab und erhielten Antworten von Menschen, die sie nicht sehen konnten, und von denen sie iyrerseits auch nicht gesehen wurden. Plötzlich prallte der Ballon gegen einige Bäume, die durch den Nebel verborgen waren. Es war aber kein großer Schaden angerichtet; drei Menschen kamen zu Hilfe und zogen den Centaure" vermittelst des Leitseils auf die Erde. Im Buchladen. Backfisch: Ich möchte einen LiebesbriefsteUer, aber einen unglücklichen." Vorsichtig. A.:WenndöS net wahr is. was i' sag', nacha soll mein Freund Meier da gleich maustodt vom Stuhl 'runterfall'n!" Kindliche Naivetät. Fritzchen (zu seinem Papa, dessen Bild von der Ausstellungsl'itung abgelehnt wurde): Papa, mußt Du fttzt daß Bild nochmal malen?" Verschnappt. Die Verlobung Deiner Tochter ist infolge Deines Concurses also zurückgegangen?" Natürlich, meine Tochter kann jetzt doch eine viel bessere Partie macken."

S e b r e i n f a ch. Mein Herr.

Sie sind gefordert Sie haben mich schief angeblickt!" Aber ich kann ja nicht anders ich bin von Natur schief!" Gut. dann fordere ich Jh. ren Vater!". . t ZweiMlnutenAuf enthalt. Herr Borely: Um welche Zeit darf ich Ihnen morgen meinen Besuch abstatten?" Frl. Ethel. Um 2 Minuten vor 3 Uhr würde eS mir am besten passen." Herr Borely: Ah, nehmen Sie meinen Dank." Frl. Ethel: Ja. urrd seien Sie pünktlich, denn um 8 Uhr gehe ich au."