Indiana Tribüne, Volume 27, Number 163, Indianapolis, Marion County, 2 March 1904 — Page 3

Jndlana Tribüne, S. März 1904

Vormarsch der Japaner erwartet

Der japanische Generalftab in Korea eingetroffen.

Dementis folgen beinahe jeder Nachricht vom Rriegsfchanvlatz. Rüstungen der Chinesen. Erster Truppen-Transport über den Baikal See.

Ostasien. MachtCbina mobil? St. Petersburg, L März. Der russische Correspondent der Affo. ciirten Presse meldet aus Shanghai, datz weitere 40.000 chinesische Soldaten in Nord China mobil gemacht wurden und daß China groke Aufträge für Waffen und Munitior. gegeben habe. Nachrichten aus Korea. Seoul. 1. März Nachrichten vom Norden vermelden, daß 1400 Russen in ChanJu. 500 in Kusong und 50 in Anju eingetroffen ftnd. Sie find zu RecognoScirungö'Zwecken aus gesandt. Alle Amerikaner, die früher in Sun'Chun wohnten, mit Ausnahme einer Familie, find in Ping'Yang ein getroffen. Der Kaiser von Korea hat die Haufirer Gilde, die zum großen Theil für die Ruhestörungen verant. wörtlich war, aufgelöst. Von den Steinschiffen. Nagasaki, i. März. In Sa. seba find 7 verwundete Maschinisten, die auf den gesunkenen Steinschiffen vor Port Arthur waren, eingetroffen. Das Sinken der Schiffe geschah durch ehe irische Verbindung mit japanische Torpedoboot'Zerftörern. Port Arthur Angriff a m 26. Febr. C b e g o o. 1. März. Eine russ. amtliche Depesche sagt, daß die Japa ner den Angriff auf Port Arthur am Morgen deS 26. Februar erneuerten. Die Flotte hielt sich außerhalb Schuß, weite der russischen Geschütze und das Gefecht endete nach einer Stunde mit dem Rückzug der Japaner. Auf dem ruff. Kreuzer ASkold" wurden ein Geschütz demontirt und 2 Leute verletzt. In seichtem Wasser fanden die Russen am 23. Febr. einen japanischen Tor pedojäger, der in der Nähe vom Ufer deS äußeren Hafens gesunken war. Auch fanden fie 5 nicht explodirte Tor pedoS. Port Arthur war gestern ruhig. Nach einer anderen Depesche wurde am 26. Febr. ein russ. Torpedojäger, der in der Pigeon Bay Schutz suchte, durch eine furchtbare Kanonade japan. Kreuzer schwer beschädigt, konnte aber später nach Port Arthur zurückkehren. Jap. Generalftab nach C h e m u l p o. P a e i , 1. März. Wie der Cor. respondent der Assoc. Presse aus zuver lässiger Quelle hört, ist der japanische Generaldftab heute auS Japan nach Chemulpo. Korea, abgegangen. Es gilt dies als Zeichen, daß alle nothwen oi.ien Truppen jetzt in Korea gelandet find und man erwartet, daß der Vor. marsch der Truppen Ende der Woche beginnt. Berapässe beseKt. T i e n t s i n, 1. März. 2,500 Russen find am Palu angelangt und zwei berittene Jnfanterie-Regimenter, mit Artillerie, haben dt Bergpässe, etwa 83 Meilen südlich vom Hija, be setzt. Japaner kamen zuvor. L i a o V a n g, Mandschurei, 1.

März. Die Japaner haben Jchio

Iang, Korea, besetzt und befestigen

zetzt die Etadt2)cauern. DleS war

das Ziel des Generals Mischtcherko, der

gestern in Kasanja, Korea, mit Ko

sacken anlangte und noch am gleichen

Tage in Jchio Bang erwartet wurde.

In der Umgebung von Jchio Bang

befindet fich eine russ. TruppenAbthei

lung. Die Koreaner geben den Russen

keine Aufschlüge über die jap. Trup ven'Bewegungen.

Die chines. Truppen um Liao Chee werden verstärkt. Nuan Sbi Kai. der

chines. Oberfeldherr, hat 10,000 Mann

bei Junipin. Fu, während 10,000 Mann bei General Ma find. In der

Chili Provinz treffen frische Truppen

ein.

Das Montag. Gefecht vor

Port Arthur nicht be st ü t i g t.

St. Petersburg, 1. Mürz,

7:20 Abends. Der Zar hat eine De

pefche des VicekönigS Alezieff erhalten,

die, wie eS heißt, heute Nacht veröffent licht werden soll. Der Generalftab erhielt keine BeftS

tigung über die heutige Meldung der

Londoner ..Daily NewS". daß Port

Arthur gestern wieder von der japani schen Flotte beschossen worden sei.

RussischeSchiffe. u e z, Egypten, 1. Mürz. Das

russische Schlachtschiff OSlabya", der TranSportdampfer Saratoff" und 5 Torpedujäger fahren morgen in den

Canal.

Der russische Kreuzer ..Demitri

DonSkoS". hat um Erlaubniß ersucht. Reparaturen wegen hier zu bleiben.

Ponta del Gada. Azoren.

1. März. Der Panzer-Kreuzer Gen. Admiral", ist hier angelangt.

AuS Vladivo stock. St. Petersburg. 1. März.

Post-Nachrichten aus Vladivostock zu.

folge terroristren 500 chines. Räuber

den Distrikt Ninguta. Briefe auS dem

gleichen Orte vom 15. Febr. erwähnen.

daß sich an jenem Tage an Kriegs.

schiffen die Rosfia", ..Gromoboi", und

Penrik" und TranSportdampfer

Moskau" im Hafen befinden. Der

Hafen war fest zugefroren und die EiS

brecher v:rmochten den Canal kaum frei

zu halten.

Die Japaner versuchten vergebens

ein Dock in Vladivostock zu zerstören.

Sie entklamen.

Ein japan. Barbier daselbst, der be

hauptete von einem russ. Offizier belei dig; worden zu sein, erschoß jenen und

gab fich dann in theatralischer Weise

Weise für einen Hauptmann im japan.

Generalftab aus, der keine Beleidigun

gen ungerecht einstecke.

H o f j a g d" abgesagt. St. Petersburg, 1. März.

General Vannooshi. der frühere Kriegs.

minister, ist gestern Nacht gestorben.

In folgedessen wurde die für Gatfchina

geplante Hofjagd abgesagt.

Der erste Zug über den B a i k a l S e e. I r k u S k. Sibirien, 1. März. Der

erste vollständige Zug, der den Baikal.

See durchfährt ging heute Vormittag ab, aus 25 Wagen bestehend. Eisen

bahn.Minifter Fürst Khilkoff war bei Abfahrt des Zuges anwesend.

Oft. See-Flotte. Sebaftopol, Rußl., 1. März.

Vice Admiral Besobrazoff ist nach

Cranftadt gereift, um das Commando der II. Division der Oft.See.Flotte zu Übernehmen.

Arbeitslos. O d e s s a, 1 . März. Wegen Stockung sw m 4 . . m . r ' ä ä .

lm See Hast nnv etwa iu.uou Hafenarbeiter außer Arbeit.

K e i n A n g r i f f seit 26. Vakdlin, I.März. Die Trup. pen fiud in ausgezeichneter Stimmung

und hoffen auf baldigen Kampf mit b.'n Japanern. Seit 6. Febr. haben die Japaner Port Arthur nicht wieder angegriffen. Der ViuSburg Zwischen, fall. St. Petersburg. 1. März. Alle Blätter bringen heute früh .an hervor ragender Stelle, jedoch obne Commen tar. Capitän Marshall'S Bericht über den VickSburg Zmischenfall vor Ehe. mulpo und die Gründe, weßhalb er fich nicht dem Proteste der übrigen Flotten.Commandeure gegen daS Vor grien der Japaner anschloß. Im Zu sammenhang mit der Ankündigung daß daß Staatsdepartement die Reise-Be fehle für den Consul Morgan in Dalny widerrief, dürfte hiervon ein Nachlassen der feindseligen Stimmung gegen Ame rica zu erwarten sein. Deutschland. Deutscher Stahl . Trust nun völlig organi s i r t. Berlin, 1. März. Nach langen er-nüdenden Verhandlungen hat fich das deutsche Stahl. Syndikat endgültig organisirt. DaS Syndikat setzt sich aus 26 der bedeutendsten Betriebe zusammen. Netriabe, deren Produktion 1,500. 000 Tonnen nicht übersteigt, wurden nicht zugelassen. Die Forderungen der Krupp Co. waren das größte Hinder niß beim Zustandekommen des Trust. Aber heute erfolgte Einigung. Die Ver tragSverpflichtungen der einzelnen Fir men binden dieselben bis zum 30. Juni 1907. Die GefchäftSthütigkeit des Trust beginnt sofort mit General.Bureaux entweder in Köln oder Düsseldorf. Ein neue Opernhaus. Berlin, 1. März. Wie die Täg. liche Rundschau" hört, soll dem preußi. schen Landtag in Kurzem eine Vorlage auf Errichtung eineS neuen glanzvollen Opernhauses unterbreitet werden. Prof. Ganzmere, der die Pläne für daS Wiesbaden?? Theater entwarf, hat bereits einen Plan aufgestellt. DaS neue Haus, daö an Größe und Schönheit der Pariser Oper revalifiren soll, wird zwischen den Linden und dem

kleinen Prinzessin Platze östlich von den j

Linden zu stehen kommen. Heute wird das alte Opernhaus, dessen Bau Friedrich der Große be gann, mit den Meisterfingern wieder eröffnet, uachdem die Errichtung weite rer AuSgänge (nach dem JroquoiS begonnen) vollendet ist. Frankreich. Weitere Bewilligungen verlangt. P a r i S, 1. März. Der Minister, rath beschloß heute, den Finanzminifter zu beauftragen, der LandeSmarme Vorlage auf weitere Credite für die Flotte und Colonien.Vertheidigung zu unterbreiten. San Tomingo. Die Unruhen in San D o m i n g o. San Domingo, 1. März. Der Gesandte Powell erhielt Meldung, daß die Insurgenten bei San Pedro De MacoriS den Schleppdampfer ..Purro", der einer New Yorker Ge sellschaft gehört, beschlagnahmt haben, und daß der amerikanische Consular Agent in San Pedro in Gefahr sei.

fluf dem Vaikassee.

enmahe des Sees und cigenar, tigc Transportmittel.

rsrorene Voldate Vadnterdchu,. l,iel,gug au, UiiflcnäQtiio Sei st-ng,,, einet isbrech? chl!ttesal,rten der den Ztt. Die Nachricht, daß 600 russische Soldaten auf ihrem Marsche über den mit Eis bedeckten Bai.'lsee erfroren seien, hat in besonderer Weise die Aufmerksamkeit auf jenen größten aller Gebirgsseen der Welt gelenkt. Der in

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Ba,kalsee. Fähre. 1640 Fuß Meereshöhe, mitten zwischen Bergen liegende See ist 397 englische Meilen lang und auch an seiner schmal, sten Stelle noch so breit, wie das Frische Haff an seiner weitesten Stelle zwischen Königsberg und Pillau. Mit seinem Flächengehalt ist der See annähernd ebenso groß, wie Baden und Württemberg zusammengenommen. Der Baikalsee bildet gegenwärtig noch die einzige Unterbrechung der transsibirischen Eisenbahn. Man ist aber dabei, eine Verbindungsbahn zwischen den Stationen Baikal und Myssowaja, um die Südspitze des Sees herum, herzustellen. Im Uebrigen begann Rußland, sobald der Krieg mit Japan als unvermeidlich erschien, mit der Legung von Eisenbahnschienen über den zugefrorenen See selbst. Als Transportmittel über den Baikalsee wählte man nach Fertigstellung der transsibirischen Bahn einen gewaltigen Eisbrecher, der im Sommer ein fache Fährdienste leisten, im Winter aber mit der Last der auf ihn übergeführten Eisenbahnzüge die mächtige Eisdecke des Sees durchbrechen sollte. Bei einer Wasserverdrängung von 4200 Tonnm und einer in drei dreifachen Expansionsmaschinen entwickele ten Leistungsfähigkeit von 3750 Pferdestärken sollte die Fähre, der man den Namen Baijkall" gegeben, die

längsten Züge der sibirischen Bahn, bis zu 25 Wagen, in drei Geleisen auf ihren 289 Fuß langen Rücken nehmen und kraft ihres Gewichtes jede noch so dicke Eisdecke weniger zerschneiden, als, von oben wirkend, zertrümmern. In der That konnte die ..Baijkall" das Frühwintereis. das sich im November bildet und nicht über vier Fuß stark wird, bemeistern und den Zug mit seinen Fahrgästen an's andere Ufer bringen. Schon im Dezember aber fängt daS Eis an, so dick zu werden, daß die Baijkall" machtlos ward. Man brachte nun unter dem Bordertheil der Fähre gewaltige Säugpumpen an, die unter dem Eise das Wasser hinwegziehen und damit die Widerstandsfähigkeit der Eisdecke mindern sollten. Aber selbst diese Einrichtung vermochte nicht. Eis von 13 Fuß Stärke zu zer-

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Oben: Eintreffen russischer Truppen in Port Arthur. Unten: Uebungen japanischer Soldaten auf dem Schlachtschiff Mikasa".

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Schlitten auf dem Baikals. trümmern. wie es bis zum März die ganze Seefläche bedeckt. So wurde der Eisbrecher im Winter außer Dienst gestellt, und die Reisenden fahren in Schlitten über den See. Die Baijkall" vermittelt jetzt nur noch den Frachtverkehr, während für die Passagierbeförderung im Sommer ein zweiter Dampfer, die Angara." besteht. Für die erwähnten Schlittenfahrten wird ein möglichst sicherer, spaltloser Weg ausfindig gemacht und den Schlittenführern gekennzeichnet. In Zwifchenräumen von einigen hundert gards sind Fichtenbäume in's Eis eingelassen, die den sicheren Pfad bezeich. nen. In geringem Abstand davon läuft eine telegraphische Linie, auf der die beaufsichtigenden Beamten rasch neugebildete Risse an Land melden und die Schlittenfahre? rechtzeitig warnen können. Nur einmal wird die wilde Jagd unterbrochen. Etwa auf der VZitte deö SeeS hat man eine g.-waltige Vretterbude errichtet, in der man sich

an Spe,S und Trank erlaben kann. Handfeffeln und Re. d a k t e u r e. Der preußische Justizminister Dr. Schönstedt hat eine Vervrdnung erlassen, welche daS Anlegen von Handfesseln an eine Person auf dem Wege zum Gefängniß ohne besonderen Auftrag verbietet; ausgenommen hiervon sind solche Personen, die zu Zuchthausstrafen verurtheilt sind. Diefn Erlaß ist auf die häufigen Beschwerdtn von Zeitungö-Redakteureu zurückzuführen, welche, wegen unbedeutender Prehvergehen zu FreiheitSstraftn verurtheilt, wie Verbrecher gefesselt W'S Gefängniß abgeführt wurden.

Aoresnische Sraurrbräuchr. MttMfj 0tfd)tiftu ,ur drung der Todten i ..Lande der frisch,." Es dürfte, außer etwa in China. kaum ein Land auf unserem Planeten geben, in dem die Trauervorschriften gleich strenge sind und in so pünktlicher Weise befolgt werden, wie in Korea. Der Koreaner hat für Vater und Mutter, und, sollten diese den Großeltern im Tode vorangegangen sein, auch für letztere in jedem einzelnen Falle für 27 Monate Trauer anzulegen, wohingegen der Tod der Kinder für die Elterii ähnliche Verpflichtungen nicht nach sich zieht. Die Trauergewandung besteht aus einem bis auf die Knöchel reichenden, um die Hüften mit einem Bande zusammengehaltenen, grellgrauen Hemdartigen Gewand aus ungebleichtem, durchsichtigem Nesselfasergewebe. Die Füße stecken in dicken, wattirtenStrümpfen aus weißem Baumwollzeuge und sandalenartigen Schuhen aus dünnen Hanfstricken. Kopf und Schultern verschwinden gänzlich unier einem aus rohem gespaltenem Bambus geflochtenen pyramidenförmigen Hut von etwa 26 Zoll unterem Durchmesser und iz Fuß Höhe. Der Trauernde hat sich für die Zeit der Trauer nicht nur aller Arbeit zu enthalten, sondern darf sich auch, was ihm zweifellos weit peinlicher ist. falls er vorher verlobt war. vor Ablauf der genannten Zeit nicht verheirathen, so daß, wenn gerade mehrere Trauerfälle sich in der Familie in Intervallen von etwa drei Jahren folgen. Braut und Bräutigam alt und grau werden können. bevor sie zu ehelicher Verbindung gelangen. Stirbt der Kaiser, so hat jeder Bürger des Landes 27 Monate lang zu trauern. Diese Trauerzeit zerfällt in zwei Perioden: die der tiefen und die der Halbtrauer. Die erstere währt so lange, wie die kaiserliche Leiche aufgebahrt steht, nämlich gegen ö, die letztere 22 Monate. Während der Dauer der Volltrauer dürfen an den Hausaltären nur Opfer für den verstorbenen Herrscher gebracht werden; Hochzeiten, Begräbnisse, Auspeitschungen und Hinrichtungen haben zu unterbleiben; ebenso ist es verboten. Thiere zu tödten und Fleisch zu essen. Diese Vorschriften werden allseitig strengstens befolgt, doch wird es ärmeren Leuten, die nicht in der Lage sind, die Leichen verstorbener Angehöriger einbalsamiren zu lassen, im Sommer aus sanitären Gründen gestattet, solche zu beerdigen. An festgesetzten Tagen haben sich für die Dauer der tiefen Trauerzeit die Mandarinen der einzelnen Provinzen an bestimmten Punkten zu versammeln und, mit dem Gesicht der Hauptstadt zugewendet, offiziell einige Stunden lang zu heulen. Nachdem von den Astrologen Ort und Zeitpunkt de? Beisetzung der Leiche festgesetzt worden ist, wird der Sarg auf eine Bahre von kolossalen Dimensionen gehoben und abwechselnd von den Mitgliedern des Trauergefolges, an dem unter anderen sämmtliche Truppen. Beamten u. f. w. theilnehmen, nach dem meist auf einem Hügel in der Nähe der Hauptstadt belegenen Begräbnitzplatz getragen. Für jede Herrscherleiche wird ein neuer Platz gewählt, auf dem nach erfolgter Beisetzung neben einem Monument ein Gebäude für die Unterkunft der mit der Bewachung und Opferdarbringung beauftragten Beamten errichtet wird. Lpostbethätignng und Schnupfen. Ein probates Mittel gegen Schnupfen ist die gründliche Durcharbeitung des Körpers in Form irgend einer Sportbethätigung. Radfahrer erreichen diesen Zweck am besten durch eine ein- bis zweistündige Spazierfahrt in so scharfem Tempo, daß eine ergiebige Transpiration eintritt. Die dadurch hervorgerufene starke Hautthätigkeit in Verbindung mit der immerwährenden Umspülung mit frischer Luft übt auf den ganzen Körper, namentlich aber auf die Schleimhäute, eine so kräftige Wirkung aus, daß der hartnäckigste Katarrh schon nach einer einzigen derartigen Tour fast ganz verschwindet. Selbstverständlich kann man statt 5um Radfahren auch ebenfo gut zum Schlittschuhlaufen oder irgend einer anderen energischen Arbeit, wie strammes Marschiren, in frischer Luft seine Zuflucht nehmen. Nach Beendigung solch' einer Tour ist ein laues Bad oder eine kalte Abwaschung zu empfehlen, weil dadurch am besten einer neuen Erkältung vorgebeugt wird. Vom Rasireu. Zur Kosmetik gehört auch das Rasiren; das Abnehmen des Bartes soll Alexander der Große 330 v. Chr. eingeführt haben; besonders war das Rasiren in den ersten Jahrhunderten der römischen Kaiserzeit Mod', wofür die Kaiser mit wenigen Ausnahmen selbst den Ton angaben. Nur die Stoiei und Cyniker protestirten gegen diese Mode und trugen lange Bärte, woran man deshalb sogleich den Philosophen erkannte. Weiterhin gab der Kirchenschriftsteller Clemens Alexandrinus seiner Entrüstung über die Verkehrung der Natur oftmals Ausdruck, wonach der Bart und die behaarte Brust Zeichen und Zierde des Mannes seien; für ihn stand eS unumstößlich fest: Der Christ darf sich nicht rasiren. - Die Baumwoll-Jndu-st r i e , welche zur Zeit der Sklaverei in Britisch-Guyana mit Erfolg betrieben wurde, soll in dieser Kolonie wie der eingeführt werden. -

Aerzte.

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Vielleicht d a S alte st e Spielzeug auf Erden ist der Kreisel. Schon vor Jahrtausenden war er überall bekannt und bei mehreren wilden Stämmen kommt er noch jetzt bei Veranstaltung religiöser Feierlichkeiten zur Verwendung. Doktorspromotion einer Professorsaattin. In der Aula der Berliner Universität wurde dieser Tage Frau Helene Herrmann, die Gattin des Germanisten, Professor Dr. Max Herrmann, vom Dekan der philosophischen Fakultät. Professor Dr. Planck, feierlich zum Doktor promovirt. Es ist der erste Fall in Berlin, daß einer verheirateten Frau, und noch obendrein der Gemahlin eines Universitätslehrers, daö Doktordiplom verliehen wurde. Frau Herrmann, die Tochter einer unter dem Namen Martha Hellmuth bekannten Schriftstellerin, steht erst im 27. Lebensjahre. Fortunas Gunst. Dieser Tage fand die Verloosung der Prämien statt, die der Swolo" von Mailand seinen Abonnenten ausgesetzt hatte. Der erste Preis, ein Palast in Mailand im Werthe von 190.000 Lire und einem Mietherträgniß von 8350 Lire fiel an zwei Kellner des Cafe Europeen" in San Remo an der italienischen Riviera. Die glücklichen Gewinner nahmen sofort ihre Entlassung und warfen ihre Kellnerfräcke in die Ecke. Der zweite Preis, eine Villa in San Remo im Werthe von 120.000 Lire, fiel einem Abonnenten in Mailand zu. Alter Schwindel. Ein ehemaliger Wirth in Darmstadt, der jetzt als Privatier lebt, ist das Opfer der spanischen Schatzschwindler geworden. Er reiste, nachdem er einen der vekannten Schwindelbriefe erhalten hatte, persönlich nach Barcelona, wurde am Bahnhofe von den Herren" in Empfang genommen und war bereits nach Verlauf einer Stunde 6000 Mark los. dafür aber glücklicher Besitzer eines ge. fälschten Millionenwechsels. Nach den Schwindlern wird er wohl zeitlebens vergeblich suchen. Seltenes Jubiläum. In Aachen feierte letzthin der Nadler Hubert Regen daS Jubiläum seiner SOjährigen Thätigkeit bei der Firma Stefan Beissel sel. Wwe. & Sohn. Als ein wohl außerordentlich seltenes Vorkommnih möge hierbei erwähnt werden, daß schon der 1883 gestorbene Vater Regens 6 Jahre bei derselben Firma thätig war, so daß also Vater und Sohn zusammen 118 Jahre lang in ein und derselben Fabrik gearbeitet haben.