Indiana Tribüne, Volume 27, Number 162, Indianapolis, Marion County, 1 March 1904 — Page 6
6
Jndiana Tribüne, ! März 190
U erade. was es vor 25 f Jahre war. ist auch L St i Jakobs 2 Oel 5 C noch heute. r le rasch, sicher Kur eg, I" i Schmerzen ? 5 Steifigkeit, f 5 Verrenkungen C h und r 5 Quetschungen. ? 1 Preis 26c und 60c. f
Ja, wir verkaufen"
tjjwIjdBIE &tiatylFjrj&fii!2äB Garland Oefen
und
Ranfigea Möbeln und Teppiche zu den niedrigsten Preisen.
WILLIG'S Möbel.Laden, 141 W. Washington Str. vaar oder Trrdtt.
PP
142 Nord Pennsylvania Straft. Hauptquartier für ,., HriUen unfc Operngläser
Brillen werden nab den besten Metdoden htm
ugen angepaßt. künstliche ugen werden schmerzlos eingesetzt.
BACKUS Gaö-brennende Dampf Heizer für offenen Feuervlatz.
Wir verkauften Solche an Senator David Turp:e, Dr. E. . Wehrman, Fred. P. Rusch, . E. Daq. H. O. Thudium, Dickson ei Talbott. F. X. Gregory, C. Van Samv. und Andere.
Offiee, 24-S6'Pebroke Areade, F B. QATEBZA C0.
GprechenZVte vor zur Veflch
ttgi der ufter.
Europäische Nachrichten. 'Zfroviz gvcmnovcx. Hannover. Der neue Präsident des hiesigen Landesconsistoriums. Dr. Chalybaeuö. wurde zum Kurator des Klosters Lokkum ernannt, an Stelle des verstorbenen Präsidenten BarckHausen. Damit ist dieser Posten vom Amt des Präsidenten des Oberkirchenraths wieder getrennt. Schwer verletzt wurde bei der Vornahme von Abbruchsarbeiten der Berg- und Thalbahn auf dem Klagesmarkt der Arbeiter Gustav Koblitz durch eine zur Seite schlagende öisenschiene. Dieselbe traf den Genannten so heftig gegen die Beine, daß er mittels Sanitätswagen in das Krankenhaus, geschafft werden mußte. Sein 25jähriges Arbeitsjubiläum bei der Firma Chr. Walkemeyer beging der Zimmermann Fritz Peters. Ter Jubilar wurde seitens seiner Chefs durch ein Geldgeschenk geehrt, ebenso erhielt er von seinen RtU arbeitern schone Geschenke. (5 i m e. Tödtlich verunglückt ist auf dem hiesigen Kaliwerk der 28 Jahre alte Bergmann Fritz Wedetin. wohnhaft in Gronau. Der so jäh zu Tode Gekommene war im Schacht auf einer etwa 00 Meter über dem Boden des Schachtes hängenden sog. Buhne mit btnt Ausmauern desselben beschäftigt. In der Buhne befindet sich eine Oeffnung. welche zum Durchschütten von Erde u. s. w. benutzt wird. Wedekin trat nun über diese Oeffnung und stürzte in die Tiefe, wo er todt aufgefunden wurde. Hildesheim. Ein schwerer Unglllcksfall ereignete sich auf der im Bau befindlichen Chemischen Fabrik Hammonia". Beim Hochbringen eines eisernen Kastens riß die Kette, so daß der Kasten herunterfie', wobei der Polier Busche seinen Tod fund und der Zimmermann Schmidt schwere Verletzungen davon trug. K l e i n - H o l l e n. Seinen Äater erschossen hat hier der 22jährige Haussohn Hermann Poppen. Der Bater. Arbeiter Johann Poppen, hatte sich seit dem im letzten Sommer erfolgtcn Tode seiner Frau stark dem Trunke ergeben. Im Zustande der Trunkenheit mißhandelte er namentlich seine jüngeren Kinder in unmenschlicher Weise. Kürzlich richtete er in seiner Wuth das Messer gegen den älteren Sohn. Um sich zu schützen, ergriff Hermann Poppen jetzt ein im Zimmer stehendes Gewehr, loelches vom Sylvester - Schießen her noch mit Schrot geladen war und drückte es gegen den Bater ab. Der Schuß traf den Alten in Brust und Hals und führte den so fortigen Tod herbei. L a a tz e n. Das Staatz'sche Ehe. paar feierte hier das seltene Fest der goldenen Hochzeit. S ch n e p f k e. Erschossen hat sich in der hiesigen Lehmkul'schen Wirthschaft der 30jährige HandlungSreisende Averdiek aus Bremen. Er hielt sich l,ier auf und hat in recht auffallender Weise gezecht. Die Ursache deö Selbst, mords ist nicht bekannt. S ch w i e ch e l t. Hier verschied der langjährige Gemeindevorsteher Friedrich Friehe im Alter von 78 Iahren. Arovinz JSostfcen. B e ck u m. Arbeiter Moser au Hameln. welcher Hierselbst bei einem Steinhauer in Logis war, wurde vo dessen Wohnung todt aufgefunden. Wahrscheinlich ist er aus dem Fenster seines Schlafzimmers gestürzt und hat hierdurch den Tod gefunden. B ü r e n. Der am 18. October vorigen Jahres aus dem hiesigen Krankenhause entwichene Maurer August Haltmann wurde in der Lipperhohle an einer Tanne mittels eines Leibriemens erhängt aufgefunden. Die Beweggründe zu der unseligen That sind nicht bekannt, diese wird aber wohl in einem Anfall von Säuferwahnsinn erfolgt sein. D r i b u rg. In tiefe Trauer versetzt wurde die Familie des gräflich von Oeynhausen - Sierstorpff'schen Försters Mehring. die im Forsthause Blankengrund (früher Sitas) wohnt. Auf unaufgeklärte Weise gerieth daS anderthalbjährige Söhnchen in ein auf dem Hofe befindliches Sammelbassin der Wasserleitung, in dem sich etwa 26 Centimeter tief Wasser befand, und ertrank. Kamen. Auf Schacht Grillo" setzte der Förderkorb so hart auf, daß der Schießmeister Kizak getödtet wurde und ein Hauer die Wirbelsäule brach. Lüdenscheid. Schneider Fuchs von hier, der bei seinen Verwandten in Holthausen bei Plettenberg weilte, verunglückte auf gräßliche Weise. Er wollte die Plettenberger Straßenbahn zur Heimfahrt benutzen und versuchte noch einzusteigen, da der Zug sich schon in Bewegung gesetzt hatte. Dabei glitt er aus und gerieth unter die Räder. die ihn schrecklich verstümmelten. Mettinghausen. Niedergebrannt ist hier das Heuerhaus deö Oekonomen Eikel von hier. Am späten Abend fuhr er mehrere Fremde nach dem etwa 8 Kilometer entfernten Torf Dahl. Nachdem er den Rückweg angetreten, gerieth er unweit deö Dorfes in der Dunkelheit in den Ellerbach, das Pferd kam zu Fall, er selbst bei der Hülfeleistung gleichfalls und konnte sich nicht wieder aufrichten, so daß er, halb im Wasser befindlich, erfrieren muhte, während daS Pferd beim Versuche, sich zu befreien, sich selbst erdros selte.
Siegen. In dem venacyvanen Kirchm ertrank der 8jährige Sohn des Gemeindedieners Stark beim Schlittschuhlaufen auf der Sieg. Schwerte. Ein entsetzlicher Unglückfall ereignete sich auf der hiesin. sKir. n - Industrie. Dem 16 ?kabre alten Arveiter orang infolge eines unglücklichen Zufalles ei glühende? Draht in den Unterleib. Der Schwerverletzte, der kaum am Leben erhalten bleiben dürfte, wurde in das KrankenHaus gebracht. "jlcmprortna. Köln. Die älteste Einwohnerin hiesiger Stadt, die Wittwe Kaufmann. starb im hohen Alter von 103 Jahren na5 kurzer Krankheit. Die Verstorbene erfreute sich bis zuletzt einer verhältnihmäßigen Rüstigkeit und geistigen Frische. A n d e r n a ch. Zwei Brüd:r und der Vater gcriethen hier lvegen einer Wurst in Streit ; im Verlauf desselben wurde der 19jährig: Arbeiter Schäfer erstochen. Die Thäter wurden verhaftet. Barmen. Einen entsetzlichen Tod fand die Köchin Therese Potthast, die bei einem hiesigen Restaurateur in Stellung war. Sie wollte auf ctott Spiritusflamme Gänse fläumen, kam dabei dem Feuer zu nahe und ihre Kleider geriethen in Brand. Da das llbrio.? Personal die Flucht ergriff, erlitt die Köchin, ehe ihr Hilfe gebracht werden konnte, so schwere Brandwunden, daß sie bald starb. B a ch a r a ch. In dem benachbarten Langscheid brach Feuer aus. DaS Wohnhaus und die umfangreichen Rebenaebäude des Ackerers Johann Hartel sind abgebrannt. Duisburg. Arbeiter Schoener feuerte auf seine Eh;frau aus Eifersucht mehrere Revolverschüsse ab. Die Frau liegt hoffnunaslos darnieder. Der Thäter stellte sich selbst der Polizei. Elberfeld. Eine schreckliche That beaing die Frau des Fabrikarbeiters Krauskovf. trnnk. w"bl infolae einer Gemk!ths?rankheit, eine ',. Liter - Flasche mit Salmiakgeist fast ganz auS und stürmte dann, geveiniqt von rasenden Schmerzen, laut schreiend auf den Flur hinaus, wo sie den herbeieilenden Nachbarn todt in die Arme sank. Die Frau soll aus Gram über die Krankheit ihres Kindeö Selbstmord begangen baben. H e p v e n d o r f. In der nabe gelegenen Burg Stammeln brach Feuer aus. welches in kurzer Jttii die umfangreichen Oekonomie-Gbäulichkeiten der Besitzung vollständig vernichtete. 18 schwere Zugochsen fielen dem Feuer zum Opfer. K r c s e l d. Der älteste der noch immer thätige Justizbeamten des Rbeinlandes. der Nota? Justizrath Hundt. beging hier bei bestem Wohlbefinden im Alter von 84 Jahren sein 60jähriges Dienstjubiläum. München-Gladbach. Infolge von Gasausftrömung, hervorgerufen Wer) daS Aeblen eines Stöpsels an einer neuen Valettung, sano oer 12,0m? mis Karl Klein in feinem Schlafzimmer den Tod. Ruhrort. Der hier stationirte Locomotivfllhrer Bernstein gerieth beim Rangiren zwischen die Puffer zweier Wagen und wurde auf der Stelle getödtet. Spiesen bei Neunkirchen. Auf der Ortsstraße kam es zwischen einigen aus dem Wirthshaus heimkehrenden Bergleuten zu einem vnbedeutenden Wortwechsel, der den Bergmann Jacob Dumont so in Aufregung versetzte, daß er seinem Kameraden Heinrich Dennc mit einem Sielscheit den Schädel einschlug. Denne's Verletzung dürfte tödtliche Folgen haben. Dumont wurde verhaftet. Z?rcV,nz Kefscn'Wslnu. Kassel. Die Dorfstraße des nahen Elmshagen war unlängst der cyauplatz einer Blutthat. Der Anstreichergehilfe Fritz Landau. in Elmshagen beheimathet und erst kürzlich vom Militär entlassen, bekam in einer dorten Wirthschaft mit jungen Burschen aus Breitenöach Streit. Dieser setzte sich später auf der Straße fort. Dabei erhielt Landau mit einer Wagenzunge einen Schlc.g aus den Kopf, so daß er zusammenbrach. Während seine Gegner entflohen, blieb er bewußtlos liegen. Bald darauf war er eine Leiche. In Breitenbach wurde ein Bergmann Stiefel unter dem Verdacht verhaftet, der Urheber der Blutthat zu sein. D ö r n b e r g. Lehrer und Organist Köhler hierselbst feierte sein 50jähriges Dienstjubiläum in Schule und Kirche. Seitens der Gemeindcmitglieder und der großen Zahl früb.rer Schüler wurden Köhler reiche Ehrungen zutheil. F r a n k f u r t a. M. Hermann v. Mumm, der Ende vc .en Jahres den Vorsitz im Kunstgewerbeverein a3 gesundheitlichen Rücksichten niedergelegt hat, hat dem Verein eine Schenkung von 100.000 Mark zur Förderung seiner Zwecke überwiesen. An den Folgen einer Blutvergiftung, die er sich vor längerer Zeit dadurch zuzog, daß ihm eine herabfallende Schreibfeder die Hand verletzte, verstarb hier der Secretär der Centralstelle für Obstverwerthung und des Obstmarktcomites. W. H. Weider. Professor L. Oelsner feierte hier sein 50jähriges Doctorjubiläum. Der Jubilar, der in Breölau geboren ist. studirte unter der Leitung von G. A. Stengel. Röpell und Ranke in Breslau und Berlin Geschichte.
Hosgetsmar. Seinem Leben ein Ziel gesetzt hst der Kontorist Stolze hier, ein etwa 38jähriger. lediger Mann, indem er sich in seinem elterlichen Hause, im Bette liegend, mit einem Revolver in die Schläfe schoß. Hütten. Von seinem eigenen Pferde erschlagen wurde der GutSbesitzer Scheel. Er wollte ein junges Pferd aus dem Stalle führen und zu einer Vergnügungsfahrt anspannen. Dabei schlug das plötzlich wild gewordene Pferd aus und traf seinen Herrn an den Kopf. Kronberq i. Taunuö. Geheimer Sanitätsrath Dr. Peter DettWeiler, der langjährige Leiter der Heilanstalt Flkenstein. ist in seiner hiesigen Villa im Alter von 67 Jahren plötzlich infolge Herzschlages gestorben. Marburg. Im Alter von 74 Jahren verschied hier ein hessischer Gelebrter. der Geh?ime Reqierungsrath Biblioth?ksdirector a. D. Dr. Otto (Whrnii
Ueber ei n e Panik in einer französischen Mädchenschule wird aus Paris berichtet: In der Stadt Beaune saßen die Schülerinnen der untersten Klasse der Gemeindeschule beim Schreibunterricht, als plötzlich Feuerrufe ertönten. Die Kleider eines sechsjährigen Mädchens Namens Blavet. das in nächster Nähe eines vor Hitze roth glühenden eisernen OfenS sah. waren in Flammen aufgegangen. Während die Lehrerin der armen Kleinen Hülfe zu bringen suchte, stürzten die anderen Schülerinnen angsterfüllt auf den Corridor hinaus und die Treppe hinab, wo ein furchtbares Gedränge entstand, da auch die Kinder der anderen Klassen, durch die Alarmrufe erschreckt, das Freie zu erreichen suchten. Von den größeren Mädchen wurden bei der Flucht die kleineren zu Boden gestoßen, und über die Gestürzten. die zum Theil schwere Verletzungen erlitten, ging die wilde Jagd fort. Die kleine Blavet mußte in ein Hospital gebracht werden, wo sie bald nach ihrer Einlieferung verstarb. Im Baugeschäft scheinen sich die Aussichten wieder zu bessern. Dies läßt sich nicht nur aus den in vielen Orten vermehrten Gesuchen um Bauerlaubnißscheine schließen, sondern noch mehr aus dem Bemühen der in New Aork organisirten Bauherren, Architekten, Contractoren u. s. w., Arbeitscontracte mit den verschiedenen Unionö der Bauhandwerker abzuschließen. So früh im Jahre wurden sonst derartige Unterhandlungen nicht begönnen; man darf also annehmen, daß zahlreiche Bau - Aufträge die Ursache der Neuerung sind. Als im letzten Frühjahr. wie aus Nebraöka berichtet wird, beim Hochwasser die Pontonbrücke bei Plattömouth fortgeschwemmt wurde, blieb eine Anzahl der Boote zwischen Plattömouth und Nebraska Tity. von denen einige wiedererlangt wurden, hingegen andere nicht. Eben oberhalb Nebraska City blieben zwei derselben auf einer Sandbank und der Farmer Til Sheldon beschloß, die Dinger herauszuholen, sobald der Fluß zugefroren sei. Letzthin nun spannte er seine Pferde an und fuhr über den Fluß. Als er auf dem Hauptstrom war, brachen die Pferde durch und im Nu hat.te die Strömung Pferde, Wagen und Geschirr unter das Eis geschwemmt. Mit großer Mühe gelang es Sheldon. sein eigenes Leben zu retten. Die Pontons sind noch immer am alten Platze und werden wohl warten, bis das Frühjahröhochwasser sie mitnimmt. Ein neuer Schwindel, verübt von Rothhäuten, ist zu Portland in Maine an's Licht gekommen. Der dortige Stadtschatzmeister hat die beiden Passanaquody-Jndianer Louis Sapio .und Joseph S. Dana auö Eastport in Maine verhaften lassen unter der Anklage, sie hätten sich auS dem öffentlichen Säckel Prämien auf künstlich hergestellte Sehundsschnauzen bezahlen lassen, welche sie zum Nachweis der wirklichen Erlegung der angeblichen einstigen Inhaber dersel1en einreichten. Sie verübten den Betrug, indem sie mit großem Geschick gut passenden Stücken Seehundsfell die erforderliche Form gaben, kunstgerecht ein paar Nasenlöcher darin anbrachten, einige Borsten cn Stelle der Bärte hineinnähten und so einen Artikel herstellten, welcher dem echten außerordentlich ähnlich sah. Sie sollen auf diese Art je einen Dollar auf 86 Kunstschnauzen gezogen haben. Kasernenhofblüthe. Unterofficier: Es ist ein wahres Glück, daß Sie das Pulver nicht erfunden haben, denn da ginge gewiß kein Schuß los."
Erste Lieöe.
Von Viktor Fleischer.
Rache.
Alte Kokette: Bei mir wird nichts gegeben!" Bettler- Haben S' vielleicht übrig aebliebe Busserl
Seit zwei Tagen waren wir Gym. nasiasten. Da zog mich Vormittags vor dem Unterrichte mein Freund Emi! bei Seite. Du. ich hab' Dir 'was zu sag.'n." So." Ja eigentlich möcht' ich Dich 'was fragen" .Na " Aber zuerst muß ich Dir 'was erzählen" So." Ja weißt Du gestern Nachmittag war ich im Park" Was geht das mich an. Wenn Du mich zum Narren halten willst, werd' ich Dir paar Schellen geben" Sei nicht so blöd und laß mich erst ausreden also : gestern Nachmittag. wie ich im Park war. hab' ich bis Fini getroffen, die Tochter vom Luchs" ' Na und" drängte ich, denn die Sache fing an, mich zu interessiren. . . . und hab sie gegrüßt" Schaf, dummes das ist doch nichts, wa3 man zu erzählen braucht." Wenn Du aber auch nicht warten kannst! Also sie war allein und ich hab' sie angesprochen" Was hat sie g'sagt? " Ich weiß nicht mehr, mir scheint, daß sie nächste Woche mit der .Geläu-. figkeitsschule von Czerny anfängt und dann " Na. was?" Dann hab' ich sie geküßt" Ich war sprachlos. Was hat sie g'macht?" Sie hat mich auch geküßt und gesagt: .Treu bis in den Tod! süßer Emil!'" Das ist doch 'ne Lüge." Mein Ehrenwort! Wenn ich Dir's sag'! Aber was ich Dich fragen wollt': Muß ich sie jetzt heirathen?" Ja!" sagte ich, weil ich davon überzeugt war und dann, weil er wohl keine andere Antwort erwartete. Hm ja, muß ich das jetzt dem Luchs sagen?" Ja!" Muß ich hingehen im schwarzen Anzug und Cylinder?" .Ja!" Ich hab' aber keinen" Da trat Professor Luchs ein, den wir als Griechischlehrer hatten. Ich borg' Dir den von meinem Bruder," sagte ich noch geschwind zu Emil. Haben Sie noch etwas zu reden? Soll ich warten, bis Sie fertig sind?" brüllte Luchs vom lkatheder. Bitte. smd Sie so freundlich und sagen Sie's.
wann ich anfangen darf. Meine Mitschüler lachten. Sie wollten sich damit einschmeicheln bei ihm, die Kerle. Also beginnen Sie 'mal. Schuster!" Emil war feuerroth, er stotterte imd skandirte die Verse ganz falsch. Setzen Sie sich! Wenn Sie als Quintaner noch nicht einmal Hexameter lesen können, da werden Sie's weit bringen im Leben. Meyer, lesen Sie dasselbe noch einmal " Nachmittag kam Schuster zu mir. Mein Bruder war nicht zu Hause, und so gab ich Emil den Cylinder. Dann begleitete ich ihn bis zum Hause des Professors. Luchs war im Vorgarten. Als Schuster kam. fing er an zu lachen. Das war nicht recht, denn der Cylinder paßte Emil ganz gut. wenn er ihm auch ein bissel zu groß war, deswegen hätt' ihn der Luchs nicht auslachen brauchen. Also was wollen Sie?" Schuster drehte den Cylinder in len Händen, dann ließ er ihn fallen, der Esel. Endlich platzte er heraus, daß er Firn geküßt habe und sie heirathen wolle. Luchs lachte, daß ihm die Thränen über die Backen liefen. Ja, da muß ich doch erst meine Tochter fragen." Er rief Fini. Sie kam, ganz verlegen, und durch's Gebüsch sah ich, wie sie nach Emil schielte. Willst Du den Schuster heirathen?" fragte der Professor ganz ernst. Nein." Na, sehen Sie, sie will gar nicht. Thut mir leid, daß Sie sich umsonst herbemüht haben, aber morgen können Sie sich ein Stück Brot mitbringen und über'n Mittag in der Schule bleiben und Homer lesen lernen. Adieu!" Als Emil herauskgm, standen ihm die Thränen in den Augen. So eine falsche Katz'!" sagte er. ,Treu bis in den Tod' hat sie mir gestern geschworen." Ich suchte ihn zu trösten, aber er ließ nicht mit sich reden und schimpfte schließlich, daß ich an der Blamage schuld sei. Der Gemeinling! Dafür hab' ich's auch gleich der ganzen Klasse erzählt. Zu Haufe wollte ich noch rasch den aufgeschundenen Cylinder mit der Klei, deroürste glätten. Leider kam mein Bruder dazu und na ja er ist hal! stärker als ich. Gcdanlzknsplittkr. Außnahmsrollcn auf der Bühne dcö Le enk verlange sie nicht! Denn schwer sinl f!e stcti und selten nur dankbar. Empfindlichkeit gegen wohlmeinenden Ta, del ist ein Zeichen von Mangel an Klugheit nnd Gediegenheit. Tas Leben bringt wenigen mehr als eine Ahnung, waS es hätte sein können. DaS peinlichste Farbebekcnnen ist das Er, rothen auS charn und das Erbt, n aus Furcht.
Vom Jnlande. ZudenOpferndeöBaltimorer Brandes, deren Verluste durch keine, oder doch nur sehr geringe Versicherung gedeckt smd. gehört der Mit lionär George H. Reinecker aus Webster City. Ja., der in der Brandkata strophe einen Verlust von $250,.000 erlitten hat. Er war der Besitzer ei nes als feuerfest betrachteten Stahlgebaudes neben dem Hurst-Block. wo das Feuer entstand, und hatte das Gebäude nur für $4.000 versichert. V o r zwei Jahren st i f t ete Andrew Carnegie für eine Bibliothek in Waterloo. Ja.. $40.000. Unter der Bürgerschaft entstand aber ein Streit über den Platz, auf dem das Gebäude errichtet werden sollte. Der brave Andrew hat jetzt den gordischen Knoten durchgehauen und den Bürgern den weisen Rath ertheilt, sie sollten sich doch für das Geld zwei Bibliotheken bauen. Mit riesigem Jubel wur de dieses acceptirt und in Waterloo ist holder Friede eingekehrt. Auf unsere Neger haben es. so meldet man aus Louisville. Ky., etliche Schwindler abgesehen, auf welche die Polizei jetzt eifrig, aber erfolg. los. Jagd macbt. Die Leute preisen den Schwarzen nämlich eine Medi zin" an. welche die Locken entfernt und das Haar lang wachsen läßt, voraus gesetzt, daß die Leute sich den Kopf rasiren lassen. Nur 25 Cents kostet die Geschichte, und man kann sich denken. daß eine ganze Anzahl der schwarzen Menschenbrüder" auf die Sache hereingefallen sind. Jetzt soll denGaunern das Handwerk gelegt werden. Ueber die Aufrührung einer alten Mordgeschichte wird aus Muscatine. Ja., berichtet: Vor 36 Jahren brach Charles Cackley aus dem Gefängniß in Farmington aus; er stand unter der Anklage, den Constabler Reuben Fenstermaker ermordet zu haben, als dieser ihn wegen eines Diebstahls verhaften wollte. Zu seiner Verhaftung nach diesen langen Jahren führte seine Nachsuchung um Pension unter dem Namen John Beck. Im Pensionsamt ist man aber sehr neugierig über da Vorleben der Petenten. und so wurde denn der richtige Same ermittelt, den er auch zugestand. Aeltere Leute erinnerten sich dann ver alten Geschichte und Cackley sitzt nun in demselben Gefängniß, wo er vor 36 Jahren ausbrach. Eine unzertrennliche Freundschaft besteht offenbar zwischen Gen. Sickles, welcher jetzt Alderman von New Aork ist, und seinem Blenheim - Wachtelhund. Letzterer begleitet den General Tag für Tag nach der City Hall und wohnt sämmtlichen Aldermen - Sitzungen, sowie den ComiteBerathungen bei. Wenn das Wetter kalt ist, trägt er eine schwarze Astrachan - Decke, genau dasselbe Fabrikat, aus welchem Kragen und Aermelbesätze des Winterrockes seines Herrn bestehen. Niemals fällt es dem General lästig, eine Frage in Bezug aus den Stammbäum des Hundes zu beantworten. Im Gegentheil, er freut sich darüber und pflegt dann mit Stolz zu sagen 7 Dieser Blenheim - Wachtelhund stammt aus dem Zuchtstall des Herzogs von Marlborough. Der Herzog selbst machte ihn mir zum Geschenk." Nach zweijährigem Studium des Problems, für die New Aorker Tunnelbahn unverbrennbare Cars zu erbauen, läßt deren Ingenieur Gibbö gegenwärtig 200 ohne jedes Holzwerk construirte Stahlwaggons erbauen, die noch in diesem Frühjahr in Dienst gestellt werden sollen. Wie Herr Gibbs erklärt, besteht der HauptVorzug der Stahlcars aber nicht bloß in der absoluten Ausschließung der Feuersgefahr, sondern auch darin, daß die Passagiere nicht durch entweichende Elektricität in Folge von Kurzschluß oder ähnlichen Zufällen erschüttert werden können. Die Construction der Cars ist vielmehr derart, daß entweichende Elektricität in den Erdboden ableitet wird. Aus den weiteren Beschreibungen des Herrn Gibbs gcht hervor, daß er nach allen Erprobungen seiner Erfindung ein Car-Modell für alle Untergrund- und Straßenbahnen geschaffen zu haben glaubt, das in Bezug auf Sicherheit nicht zu übertreffen ist. Eine aufregende Jagd auf einen auö dem Pockenhospital entsprungenen, nur mit einem Nachthemd bekleideten Blatternkranken fand kürzlich in Allegheny City, Pa., statt. Die Verfolgung deö Kranken. Barker mit Namen, wurde von dem Janitor der Stadthalle, Walter Steinbrunner. aufgenommen. Als Barker diesen jedoch bemerkte, wich er ihm in großem Bogen aus und rannte die Federal Straße hinab, verfolgt von Stein brunner, dem sich viele zur Arbeit gehende Leute, welche der Anblick eine.4 im Nachthemd und mit bloßen Füßen durch den Schnee laufenden Menschen anlockte, anschlössen. An Lacock Straße holte Steinbrunner der Flüchtling ein und setzte die anderen Verfolger von der Art der Krankheit Barker'S in Kenntniß, worauf der Schwärm nach allen Richtungen hin auseinanderstob. Steinbrunner entledigte sich nun seines Mantels, hüllte Barker in denselb. ein und brachte den Krank in einer Kutsche nach dem Gesundheitsamt an West Diamond Straße, von wo der Ausreißer in de? Ambulanz des Pockenhospitals dorthin zurückgebracht wurde.
