Indiana Tribüne, Volume 27, Number 162, Indianapolis, Marion County, 1 March 1904 — Page 3

Jndtana Tribüne, I Mär, 190.

Von Neuem beschossen. Japanische Flotte greift Port Arthur an. Angebliche Beschädigung russischer Schiffe.

Die Scharmützel in Korea. Guana abd ontrebande. Prinz Cheng proteftirt beim Gesandten Japans. Schlimme Runde aus deutschen Kolonien.

Ost'Asttn. Wieder einige russische Schiffe beschädigt. London, 1. März. Eine Depe sche an den Daily Telegraph" au Yin Kow vom 29. Februar besagt: 15 japanische Kriegsschiffe beschossen heute Vormittag von 10 bis 12 Uhr Port Arthur heftig. Die russischen Kreuzer Novik," AS told" und Bayan" fuhren in Beglei tung von 4 Torpedobooten hinaus, um dem Angriff zu begegnen. Sie wurden jedoch zum Rückzug gezwungen. Der ..Bskold" war in sinkendem Zustande, ,Iovtt" schwer beschädigt und ein Tor pe.oboot wurde zum Sinken gebracht. DaS Schlachtschiff Retvizan" wurde wiederum beschädigt. Die Japaner zogen sich in guter Ordnung zurück. London, 1. März. Der obige kurze Bericht zeigt eine Wiederholung der bereits bekannten taktischen Manö der Japan'S und der Angriff ist wahr scheinlich bei stürmischem Wetter ge. macht worden. Wie stets blieben die Japaner nicht lange genug, um von den Forts beschossen werden zu können. Wiederum fuhren die drei gleichen russischen Kreuzer hinaus, woraus man schließen muß. daß sie die einzigen diensttauglichen Schiffe waren oder daß die größeren Schlachtschiffe nicht aus dem Hafen herauskönnen. C ftS e eG e f ch w a d e r. Paris. 1. März. Nach dem ,.Echo de Paris" ist es bestätigt, daß das russische Geschwader mit Admiral WireniuS (zuletzt im rothen Meer) nach Libau. Kurland, zurückkehrt und bis Juni in der Oft.See bleibt. Heute entscheidender Schlag prophezeit. L i a o.Y a n g, Mandsch., 29. Febr. In Z)ing Kow wohnende Ausländer beHäupten, die japanische Flotte habe Be fehl erhalten, am 1. März Port Arthur anzugreifen und unter allen Umständen einzunehmen. Port Arthur. Sonntag, 28.

Febr. General Stoessel, der Comman deur der hiesigen Garnison, hat einen General'Befehl erlassen, worin er die Aufmerksamkeit von Truppen und Ein wohnern auf die Thatsache lenkt, daß die Japaner eine Landung und Ein nähme der Festung planen. Der General erklärt, die Japaner be trachten Port Arthur'S Fall al eine Frage nationaler Ehre und auS ihren verzweifelten Angriffen lasse sich nur schließen, daß sie alle Anstrengungen zur Einnahme machen werden. Falls dies fehlschlage, wolle der Feind die Bahn zerstören und sich zurückziehen. Der General führt deS Weiteren aus. er werde niemals den Befehl zur Ueber gäbe zeben ; eS gebe nur einen Weg zur Rettung, nämlich den Kampf. Trotz des schweren SturmeS sind die Lichter der japan KundschaftS'Schiffe Nachts auf offener See fichtbar. Der japan. korean. Ver trag. W a i Hai W a i, 29. Februar. Der Dienftag'Vertrag zwischen Japan und Korea bestimmt, daß letzteres sich den japanischen Resormplünen sügt, Japan garantirt die Sicherheit des 5königShauseS und die Unabhängig keit des Landes. Japan hat das Recht, im Nothfalle korean. Gebiet zu ftrategi schen Zwecken zu besetzen. Damit rechtfertigt sich seine Besetzung von Ehe mulpo, Söul und seine wahrscheinliche Bewegungen nach Norden. Ehina'S Haltung. St. Petersburg. 29. Febr. Eine amtliche NeuigkeitS'Agentur pub lt zirt heute nachfolgende Depesche:

Port A r t h u r, 29. Fevr. Nach Nachrichten aus Peking setzte Prinz

Eheng dem japanischen Gesandten aus inander, daß die Haltung der Japa

ner in China, die über eine Woche lügenhafte Berichte derbreiten, einen Aufstand der chinesischen Bevölkerung

gegen die Europäer zur Folge haben

kann. Der Prinz verlangte von dem

Gesandten die nöthigen VorbeugungS Maßregeln.

SS ist bestätigt, daß in dem letzten Kampfe ein japanischer Torpedojüger in die Luft flog und ein anderer zum Sinken gebracht wurde. Da? Wrack deS letzteren wurde später an 'S Ufer ge trieben. Der Smiet" erklärt heute ftqina als geheimen Verbündeten Japan's, der gleich America uud England alles thue, um Rußland zu schädigen." Möglicherweise werde China auch ein offener Feind und die russischen Be. Hürden in Okasien treffen bereits Vor. kehrungen gegen einen unvermutheten Angriff der Chinesen. In Petersburg wird eine Ausstellung aller russischen, für St. Louis be. stimmten Kunftgegenftände arrangirt. Die Erträgnisse fließen dem rothen Kreuz zu. Die Bewegungen in Nord Korea. L i a o Z) a n g, 29. Febr. General Mifhfenko ist mit Kossacken in Kaf. sanja. Korea, eingetroffen und wird heute in Jcbiyang erwartet. Leute und Pferde sind in guter Verfassung. Die korean. Beamten fliehen aus den von den Russen erreichten Plätzen und infor miren die Japaner von derenZ An. Näherung. Die Telegraphen . Linie in Nord Korea haben die Kossacken beschlag. nahmt. Ein japanischer Major Tazu firo, mit 5 Leuten von den Kossa cken bei Wiju gefangen, ist hierher ge. bracht. ES ist zweifelhaft, ob der Be. völkerung getraut werden kann. An verschiedenen Plätzen weigerten sich die Leute, den Russen Vorrüthe zu der kaufen. Schneestürme wüthen und die Kälte ist furchtbar. Die Bahn ist in trefflichem Zustande und bringt ununterbrochen Truppen, die bei guter Gesundheit und von vorzüglichem Geiste beseelt sind. aA Ueber den B a i k a l.S e e. M y s s o w a. Sibirien, 29. Febr. Die Kreuzung des Baikal'SeeS für die. welche nicht die Eis Bahn nützen, ist bequem eingerichtet. In

einer Entfernung von je 7 Werft be

finden sich warme Baracken mit Thee

und warme Nahrung für die Soldaten, die den Marsch mühelos in einem Tag

zurücklegen. Gepäck und Vorräthe

werden in Wagen überführt. In der

Mitte des Sees sind Stände und Er.

frischungSränme für Offiziere und Ci viliflen, die den See in Schlitten kreu

zen. Vte Baracken sind mit den User

Stationen telephonisch verbunden. Das

Wetter ist schön, aber sehr kalt. DaöPing Bang Geplänkel.

Tokio. 28. Febr. Die ersten Schüsse zu Land wurden heute in Pin

Bang gewechselt.

Eine kleine Abtheilung russ. Jnfan.

terie erschien nördlich von der Stadt;

die japan. Vorposten schössen aus 1700 Meter Entfernung und die Russen zogen sich zurück. Verluste kamen anschei

nend nicht vor. Wie hier berichtet

wird, steht demnächst ein heißer Kamps nicht zu erwarten. Die stärkste russ. Truppenmacht scheint sich bei Wiju zu befinden. Nörd. lich vom Balu vergrößert sich die russ. Armee auch bedeutend; die Japaner verstärken ihre Streitkräfte in Korea gleichfalls. Tokio, 29. Febr. Der korean. Hof hat 100,000 für die Hospitäler deS rothen Kreuzes geschenkt. Der amer. und engl. Gesandte in Söul billigen das japan ..korean. Pro tokoll. Zwangs Patriotismus. G r a j e v o, Rußl.. 29. Febr. Die jüdische Gemeinde füllte am Samstag die Synagoge, um für einen russischen Sieg zu beten. Der Rabbiner verglich die Japaner mit den Amalekitern, an die selbst die Erinnerung ausgelöscht werden würde. Eine Subskr!p!ion wurde eröffnet. I r k u S k, Sib., 29. Febr. Die Pferde.Preife steigen rapid; jetzt $40, vor einer Woche noch 20 bis $25. T i fliS, Caucasus, 29. Febr. Der caucastsche Sheik Ul Islam hat die russ. Mohamedaner zur Vertheidigung ihres Vaterlandes aufgefordert.

Guam. Kabel. St. Petersburg. 29. Febr. Falls ein Versuch gemacht wird, ein Kabel von Guam nach Javan zu legen, so wird eS unter der gestrigen Prokla. mation als Kriegs Contredande be' trachtet. Die Erklärung des CapitänS vom amerikanischen Kreuzer BickSdurg" über die Chemulpo.Angelegenheit wurde dem auswärtigen Amte übermittelt und wird als völlig genügende Erläuterung betrachtet. Man bedauert, daß der Zwischenfall hier so viel böseS Blut machte. Washington, 29. Februar. Rußland hat bis zetzt noch nicht gegen das Guam.Kabel proteftirt. Die Stellung der Vereinigten Staaten in sol chem Felle läßt sich nicht vorhersagen. Krieg SB e i t r ä g e. Moskau, 29. Febr. Der hie. sige AdelS.Club bewilligte $50,000 für den Flotten.Fond und $25,000 für das rothe Kreuz. Ein Tabakhändler schenkte letzterem 2.000.090 Cigaretten und ein Zucker. Raffineur eine Wagenladung mit Zucker. Die Großfürstin SergiuS schenkte eine Feldkirche für die Armee auf dem Kriegsschauplatz. Ein Gibraltar deS Westens. Seattle, Wa., 29. Februar. England sendet in aller Eile Vorrüthe. Geschütze und Schiffe nach Victoria und beabsichtigt die Hauptstadt von Brit. Colombia zu einem westlichen Gibraltar zu machen. Diese Vorbereitungen find schon lange im Gange, werden aber erst seit dem Orient.Kriege und der Möglich, keit. daß England derwicke.lt werden kann, energisch betrieben. DaS Geschwader soll bedeutend durch Schiffe, die jetzt um das Cap Horn fahren, verstärkt werden. Japanische Infanterie und Kosacken. Ehe F o o , 29. Febr. DaS 29. japanische Infanterie. Regiment, welches Ping Fang, in der Mitte zwischen Söul und dem Baku. Flusse, besetzte, stieß am Freitag nördlich von Ping Bang auf russische Cavallerie - Pa. trouillen und trieb sie zurück. Der Schützung nach find 60,000 Japaner in Chemulpo gelandet. Die Trans portschiffe werden jetzt nicht mehr von Kriegsschiffen eScortirt. Die japanischen Seeleute, welche sich auf den vor Port Arthur gesunkenen HandelSdampfern befanden, schnitten sich nach ihrer Ankunft hier das Haar ab, zum Zeichen deS Gefühls der

Schande, das sie wegen deS Fehlschlages empfinden. Flüchtende Amerikaner. Washington, 29. Febr. Ge sandte? Allen in Söul depeschirt, daß nach Uebereinkommen mit dem japan. Gesandten ein zurückkehrender TranS Portdampfer Amerikaner von Ting Bang nach einem Platze in Nordweft Korea, nahe der MandfchureiGrenze, bringt. Britische P r i s e n f r e i. Suez. 29. Febr. Der russ. Kreu

zer ..Aurora" traf hier mit 5 Torpedo.

booten ein. Die britischen Kohlen dampfe? ..Ettrickdale" (von Barry. 3. Febr.. für Sabang) und Frankby" (von öarry, 3. Febr.. für Hongkong) sind von den russ. Schiffen, die sie kaperten, hierher gebracht und auf Be fehl des Zaren freigelassen worden. Die amer. Torpedo.Jäger Flotille fuhr heute auf dem Wege nach Manila südwärts ab. C o l o m b o, Ceylon, 29. Februar. Ein Schiff der russ. freiw. Kreuzerflotte kreuzt 370 Meilen' westlich von hier. A u S H a r b i n. Harbin, Mand., 29. Februar. Die Stadt ist ruhig und die Chinesen arbeiten willig, um für NahrungSmit tel für die russ. Gemeinde zu sorgen und sie sammeln beträchtliche Summen für die Hospital'Züge. Die Frauen bleiben Nachts zur Arbeit auf. Deutschland. Debatte über russische Polizei.Spitzel. Berlin, 29. Febr. Im Reichs tage wurde heute vor dichtbesetzten Ga lerien die DiScussion über russische lizei.Spitzel in Preußen fortgesetzt. Justizminister Schönftedt sprach 2 Mal, Minister des Innern v. Hammer stein 3 Mal. ES war ein großer par lamentarischer Tag, indem sich Oppo fitionSführer und Minister energisch bekämpften. Die Socialisten Bebel und HaaS wiederholten eingehend die Anklagen

vom 19. Januar und die fozialdemokr. Partei beantragte Kündigung deS Au. lieferungS.VertragS zwischen Deutsch!, und Rußl. Der konserv. Führer Kardorff bezeichnete eine solche For. derung derzeit als unfreundliche Hand, lung und NeutralitätSVerletzung. Bebel verlas einen Protest russ. Studenten gegen Staatssekretär Richt. hofen'S Bemerkung, fie feien Anarchisten und rief, die Regierung gehe so weit in ihrer Unterwürdigkeit gegen Rußland, daß fie die Würde und Ehre deS Reichs untergrabe. Kein halbwegs anständiger Mensch kann daS Weiterbestehen deS gegen. wärtigen Vertrags rechtfertigen." Auch Mueller (F. VolkSp.) sprach gegen den Vertrag. Er warf der Regierung vor. daß sie zu viel Angst vor Rußland habe und daß ihr der Muth und die Energie BiSmarck'S fehlen. Reichskanzler Bülow versicherte wie derum. die Thätigkeit der russ. Agmten sei auf die Ueberwachung verdächtiger Anarchisten beschränkt. Bei der Er. mordung Carnot'S, McKinley'S. Hum bert'S u. A. habe sich die Anarchie al international im Charakter gezeigt und alle Staaten müssen sich zu ihrer Unter drückung vereinen. 1903 seinen nur 3 Russen Über die russ. Grenze auSge. wiesen worden und diese waren zweifellos Anarchisten. Herr Haase nannte Deutschlands Haltung gegen Rußland eine Schande für die Civilisation. Die Zeiten der Heiligen Allianz kehren für Preußen wieder, und der Kanzler habe nur be. ftätigt, daß Deutschland vor Rußland krieche. Auf weitere Reden Schönftedt'S und Hammerftein'S erwiederte wieder Bebel, der erzählte, wie 2 russische Spione in Paris gezüchtigt wurden, als man sie in einer russischen StudentenVersamm lung entdecket. Solch' schmutzige Arbeit werde in Deutschland nicht bloß geduldet, son dern gerühmt. ..ES fteckt noch immer zu viel von dem alten Bedientengeist im deutschen Charakter." Gefecht mit den HereroS. Berlin, 29. Febr. Oberst Leutwein, Gouverneur von E. W. Afrika, telegraphirte gestern aus Swa kopmund, daß Major Efteroff'S Adthei lung am 20. mit den HeroroS bei Oldjihinahaka einen 10ftündigen Kampf zu bestehen hatte. Abends brach Franke'S Compagnie durch die Reihen des Feindes und die Eingebore nen traten den Rückzug an. Ihre Stärke und die Zahl ihrer Verluste sind nicht bekannt. Auf deutscher Seite fiel ein Offizier, 4 Soldaten, darunter Frh. v. SchoffanWehr, und 4 Sol daten sind verwundet. Aufstand inKamerun. Berlin, 29. Febr. Die einge borenen Truppen an den Croß und Nosanang Flüssen, Kamerun, haben rebellirt. Heute ari'ft Colonialamt gelangte Depeschen melden die Einc.sche rung verschiedener Faktoreien und die Ermordung von 4 Deutschen. Alle deutschen Colonien in Afrika find in Aufregung wegen der von Herero Boten ausgesprengten Kunde, daß die Deutschen an'S Meer getrieben wurden. Die Beerdigung des kleinen Prinzen. Kiel, 29. Febr. Bei der Todes, feier für den kleinen Prinzen Heinrich, die heute in der Schlohkapelle stattfand, war die amerikanische Botschaft durch Lieut. Commander PottS vertreten. Der Kaiser, der Großherzog v. Hessen und Prinzessin Battenberg waren zu. gegen. Präsident Roosevelt übermittelte Prinz und Prinzessin Heinrich tele. graphisch sein Beileid. Frankreich. EinErfolgderRegierung. P a r ! S, 29. Febr. In der De putirtenkammer kam es heute zu einer erregten Debatte anläßlich der Jnter. pellation deS Nationalisten F. Faure über die Vertheidigung Pläne de Marine Ministers. Der Abg. griff Minister Pelleta n bitter an und suchte die ganze Frage deS ruff.jap. Kriegs au 'zurollen. Premier ComdeS verlangte Verta. gung der Interpellation, was auch die Kammer, nachdem noch JaureS (Soc.) einen Tumult verursachte, mit der gro ßen Mehrheit von 328 gegen 261 Stimmen beschloß. Nachher kam die Vorlage zur Unter drückung der religiösen Erziehung auf die Tagesordnung. Ein VertagungS Antrag bis Oktober wurde mit großer Mehrheit abgelehnt.

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In die Prüfungs Kommission der Universität Aberdeen wurde al: erstes weibliches Mitglied Miß Jane Forbes gewählt. 4 Das Folkething (Dänemark) hat beschlossen, daß auch dicnende Person nen (Dienstboten. Knechte und Mägde) und verheiratbete Frauen das commu nale Wahlrecht erhalten. Bedingung soll freilich Steuerleistung sein, doch wird Ehefrauen die Steuerzahlung ihres Mannes angerechnet. Frau Laure dc Maupassant, die kürzlich verstorbene Mutter des berühmten Dichters Äuy de Maupassant. bat dem französischen SchriftstellerBunde 3500 Francs vermacht mit der Bestimmung, daß von den Zinsen die ser Summe alljährlich am Todestage ihres Sohnes dessen Grab mit frischen Blumen geschmückt werde. Auch in Island, dem UltimaThule. beginnt sich die Frauen - Bcwegung zu entfalten. An der Spitze derselben steht die Schriftstellerin Briet Bjarnhedinsdottir. wclche eine FrauenZeitung herausgiebt und damit vielen Erfolg t)ai. Die isländische Bevölterung zählt etwa zehn Prozent mehr Frauen wie Männer. Die norwegische Regierung hat einen Gesch - Entwurf ausgearbeitet, nach welchem Frauen in staatlichen Aemtern angestellt werden können, wenn sie die Bedingungen erfüllen, welche für Männer vorgeschrieben sind und die für derartige Stellungen erforderlichen Eigenschaften nachweisen. Von einzelnen Aemtern, wie von der Geistlichkeit, der Polizei, dem Consulats - Dienste, bleiben Frauen jedoch ausgeschlossen. Sie ist nun einmal allmächtig, die Herrscherin Mode! Was alle Gründe hygienischer Natur, immer wieder betont von anerkanntesten Aerzten, nicht vermochten, sie hat bewirkt, daß die Damen der englischen Gesellschaft die Sitte des Umarmens und Küssens, selbst bei oberflächlichster Bekanntschaft. durch. ein einfaches Händeschütteln nunmehr ersetzen. Wie wichtig sind aber auch die Gründe für diese Aenderung! Einmal: Durch den Kuß werden die jetzt modernen, großen Hüte verschoben; zum andern: es leiden darunter die beliebten langen, wallenden Schleier; der zart aufgetragene Puder wird drittens verwischt, und schließlich. o. o! : die schönen, schönen Blusen mit dem zarten Besatz verlieren bei Umarmungen den Eindruck ihrer Neuheit. Ja. ja die Mode, sie ist nun einmal ... Da überfällt uns zum Schluß doch noch ein leiser Zweifel an ihrer Allmächtigkeit. Wird sie alles Küssen abzuschaffen mächtig sein? O. der schweren Seelenkämpfe, die den Damen bevorstehen, wenn Frau Liebe als Gegenkönigin auf den Plan tritt! Ministerfrau und Malerin! Wie hoch der Rang, den Frau Helene von Frauendorfer - Mühlthaler das Verdienst ihres soeben zum bayerischen Verkehrs-Minister ernannten Gemahls einräumt das Ansehen, das sie kraft ihres Talentes sich errungen hat. ist nicht minder groß. Vom vierten Jahre an fest entschlossen. Malerin zu werden, ist Frau Mühltbaler diesem kindlichen Ideal treu geblieben und hat. im Hause ihres Vaters, des Ober - Bauoirektors Mühlthaler, stets künstlerisch angeregt, die Münchener Kunst- und Kunstgewerbe - Schulen durchlaufen, um dann aus eigener Kraft, nach selbstgewählten Vorbildern, we'tter zu ixcden. Piglhein's Pastelle wirkten wit eine Erleuchtung und wiesen Wege, auf denen der Ruan für die junge Künstlerin lag. Duvch leichte, lebenbig, sichere Gestaltu igskrafl. liebenswürdig anmuthige Auffassum;. die Eleganz und Farben - Harmonie der Durchführung erwarb sie sich den Eh rentitel einer zweiten Angelika Kaufmann" und ward, gleich ihrer geistesverwandten Vorgängerin, die berufene Malerin fürstlicher Frauen und Kinder. Neben dem Portrait pflegte sie auch daS Stilleben, namentlich in decorativ und vornehm dargestellten Mumen. Helene Mühlthaler hat. unbeschadet intimsten Naturstudiums den modernen Strömungen oer Technik das Gute, waö sie boten, abgewonnen. Jm mer neu lernen aus dem Stoff, den das Leben täglich zuführt. i)"t ihre Regel. Alles, waö sie erlebt, ist auch zum Besten der Vertiefung ihrer Kunstanschauung. ..Mann und Sohn gehen vor Allem." sagt sie. aber dann kommt gleich die Malerei, und ihr gehört Alles. was üp. Muhe mt zufallt, und. wer fleißig sein will, hat viel Zeit.So vereint Helene von FrauendorferMühlthaler, beiden Namen zur Ehre, in glücklicher Lösung des viclumstrit tenen Problems, den Beruf der öbe mit künstlerisch schöpferischer Thätigkeit. Die Faulheit flieh' sonst flieht vor dir das Glück; Sie gleicht dem Rost, der an Metallen klebt. Indeß der Fleih von seiner Arbeit lebt, Verfolgt die Trägheit Mißgeschick.

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