Indiana Tribüne, Volume 27, Number 161, Indianapolis, Marion County, 29 February 1904 — Page 4

Juvtana Tribüne, 20. Abrar 1904.

Zndiana Tribüne. Hnaua,aden von dtt ttttf Indianapolis, Ind.

Hrrtz C. Thudium

199

Vräfidenk.

VeschäftSloeal: o 31 Süd Delawars Strahe. TELEPHONE sv.

r !red at the Pott Ostce of Indianapoli a econd clatt matter.

Ver Kriegsschauplatz. Die ersten russischen Truppen Haben sich bei Ping Jang. Korea, gezeigt. ES sind nur Patrouillen, die RecognoS cirungSdienfte für nachfolgende größere Truppenkörper bilden. Kaum 80 Mei. len entfernt entfaltet sich nördlich von EHemulpo das xoi der japanischen Armee. daS bestimmt ist den Yalu-Flub zu überschreiten und auf Harbin, dem wichtigsten ftrategischen Punkt, dem Knotenpunkt der Eibirischen Bahn, zu marschiren. Von Harbin zweigt die Bahnlinie südlich nach Port Arthur, westlich nach Vladivoftock ab. Der fernere Truppenzuschub nach diesen Fe ftungen hängt vom Besitz der Station Harbin ab. ES ist anzunehmen, daß die rufst' schert Streitkräfte lden Japanern jeden Fuß weiteren'.BormarscheS streitig ma. chen werden, swenn die russische Flotte Bewegungsfreiheit hat. Bei Ping Jang verengert sich die koreanifcheHalb insel zu 125 Meilen. Eine Küftensahrt von 400 Meilen würde die russischen Kriegsschiffe von Vladivoftock und eine solche von 200 Meilen die in Port Ar. thur liegenden Schiffe zur Stelle bringen. ES ist auch daher dem Laien er. sichtlich, daß 'Japan'S Hauptanstren gung darauf gerichtet sein muß, we nigftenS die Port Arthur Flotte zu blockiren. Gelingt dies, so steht dem japanischenZBormarsch nichts im Wege. Die Ruffen lwürden bk- Mandschurei nicht ohneZ steten Truppenzuschub be. Häupten können. DaS nächste größere Engagement dürfte die Situation Hören. Die Haltung China'S giebt denGroß. mächten guten Grund zur Unruhe. Irreguläre und reguläre chinesische Truppen zeigen sich in zunehmender Häufigkeit in der Nähe der Bahnstation. Vorgeblichsind sie nur vorhanden, um dem Rüuberunwesen entgegenzutreten, aber man bringt ihnen gerechte Miß. trauen entgegen und die Befürchtung wird oft von europäischen Zeitungen laut, daß diese chinesischen Truppen nur aus daS Eindringen der Japane. sen in die Mandschurei lauern, um dann offen zu ihnen zu stoßen. Der Nachrichten.Dienft vom Kriegs, schauplatz ist dermaßen verwirrt, daß vorläufig nur den officiellen Depeschen der Oberbefehlshaber an ihre Regie. rungen Glauben beizumeffen ist. Die Börsenmanipulanten in London und Paris sind in erster Linie für die vielen sensationellen und unwahren Berichte verantwortlich. Keine amerikanische Zeitung, und wir können auch getrost sagen europäische Zeitung, hat diS jetzt ihre eigenen KriegSberichterftatter auf dem Platze. Die Affociirte Preffe liefert den zuverlässigsten Dienst der zu erlerngen ist. Erstens weil ihre Corresponden ten bei den verschiedenen Regierungen accreditirt sind und zweiten weil sie schon lange vor AuSbruch de Kriege fähige Corresvondenten in Seoul, Tokio und Hong Kong hatte. Diese Korrespondenten sind ehrlich genug, nicht authentische Nachrichten als solche zu kennzeichnen und nicht zu Thatsachen aufzubauschen. Wie uusere Leser ersehen haben, sind russische Schiffe, die von den Japanern laut Preßnachrichten in den Grund ge bohrt wurden, noch in bester Berfas. sung. Bis die Nachrichtenbureaus völ lig etablirt find kann man keiner Mel dng, die nicht als officiell angekündigt ist, Glauben schenken. ,, 9m Mit allgemeiner Spannung sieht da Publikum der gemeinsamen Confe renz der Wetchkohlen.Grubenbefitzer und Arbeiter, die heute hier zusammentritt, entgegen. Gelangen die beiden Par. teien über die Lohnskala zu keinem Er gebniffe, so ist mit dem Scheitern dieses letzten Versuche am 1. April der Streik unausbleiblich. In den 4 Weichkohlenftaatm Jndiana, Ohio. Illinois und Pennsylvanien würden etwa 190,000 Mann involvirt, wonach sich der Verlust an Arbeitslöhnen, von der unausbleiblichen Roth für viele Familien ganz zu schweigen, ermeffen läßt. Den Hauptschaden aber natürlich

hätte, wie beim Hartkohlenftreik. das

i

unbetheiligte und unschuldige Publi kum. Die Arbeiter verlangen nur die Beibehaltung der jetzigen Lohnskala, keine Erhöhung, und schon darum steht ihnen die Sympathie der Bevöl. kerung zur Seite. Im allgemeinen Interesse läßt sich nur hoffen, daß in letzter Stunde we. nigftenS ein Eompromiß auf einer mittleren Linie durch gegenseitige Nach, giebigkeit zu Stande kommt. Auch für die Arbeiter selbst wäre das immer noch bester als der Streik. Unser Correlponoent ia Madrid schreibt: Es ist 'begreiflich, daß enge

fichts des in Ostaften auSgedrochenen Streites das Jntereffe für unsere in der großen Politik nur noch eine unter geordnete Rolle spielende Halbinsel vergleichsweise gering ist. Und trotz, dem verdient die innerpolittsche Situa tion Spaniens eine größere Aufmerk, samkeit, da es durchaus nicht auSge schloffen ist, daß daS Land in abseh.

barer Zeit revolutionären Zuckungen anheimfällt. Die starke angewachsene republikani. sche Partei richtet unverhüllt ihre An griffe egen die königliche Familie, in erster Reihe gegen die Königin.Mutter. Diese wird als die Gönnerin der extrem

kirchlichen katholischen Richtung hinge stellt, obwohl zum mindesten die besser unterrichteten unter den republikani schen Führern sehr wohl wissen, daß die KöniginMutter persönlich von kirch. reaktionären Gesinnungen durchaus frei ist. Die Verdächtigung der Köni. gin aber gelingt den Republikanern um so leichter, als sie, trotzdem sie 17 schwere Jahre hindurch nach besten Kräften als Regentin für das Land gesorgt hat. doch immer noch als Fremde gilt, wa man ihr nicht nur in den unteren Schichten der Bevölke rung, sondern auch in den höheren Ge sellschaftSkreisen nun einmal nicht der zeihen kann. Die Mißgunst, unter de'.' die Königin zu leiden hat, schädigt natürlich auch den König, ihren Sohn. König AlfonS ist ein junger Mann von vortrefflichem Charakter und von mehr als gewöhn licher Intelligenz. Zudem verfügt er über eine persönliche Liebenswürdigkeit, die ihm auf allen Reisen, die er bisher in seinem Lande gemacht hat, die Zu neigung der Bevölkerung verschafft hat. Natürlich aber hat der noch nicht 18. jährige junge Herrscher noch nicht Ge legenheit gehabt, seine Fähigkeiten durch hervorragende Leistungen für sein Land in helleS Licht zu setzen und dadurch seine Position zu festigen. Die Re. publikaner wollen ihn auch gar nicht dazu gelangen lassen, sondern sie Hof. fen, ihn schon vom Throne stürzen zu können, bevor er sich durch Verdienste um Spanien eine solidere Sympathie verschafft 'hat, als es die auf äußeren Eindrücken beruhende ist. Und da der König, was seinem Charakter und sei. ner Klugheit Ehre macht, in vollem Vertrauen an seiner Mutter hängt und ihre Rathschläge beachtet, so ist e be. greiflich, daß schließlich ein Theil der

Abneigung die der Kbnigtn.Mutter entgergebracht wird, auch auf den Sohn übergeht. Je eher sich der König von seinem gegenwärtigen Ministerpräsidenten zu trennen vermag, desto besser würde dies für die Ruhe de Lande sein. Freilich würde auch der Sturz de Ministeriums Maura an der Thatsache nichts ändern, daß auch jedes künftige Ministerium den größten Schwierigkeiten begegnen würde, weil sowohl die liberale wie die konservative Partei in sich gespalten sind, sodaß eine geschlossene große bllr. gerlich monarchische Partei zur Zeit überhaupt nicht xiftirt. Der Spaltung im liberalen und im konservativen Lager gegenüber hat die republikanische Partei, einstweilen we nigftenS. den Vortheil der Einmüthig. keit. Dadurch würde diese Partei zu einer wirklichen Gefahr für das spani sche Königthum werden, sobald einer der beliebteren Generäle zu ihr hin. neigen würde. Bis jetzt find allerdings noch keine Anzeichen für ein Bündniß eine ehrgeizigen und populären Gene ral tni den Republikanern vorhanden, aber t oer Geschichte Spanien ist e keineswegs ausgeschlossen, daß es früher oder später einmal zu einem solchen Bündniß kommt. Dann aber wäre die gegenwärtige Dynastie auf da schwerste bedroht.

Bauerlaubnißscheine. Frank H. Hegarty, Wohnhau mit Laden, 1418 Sherman Drive. 1500. H. Stacy, Wohnhau und Scheune, 3220 N. Capital Ave.. $2400. B. F. Yount, hölz. Wohnhau, 611 Pro spect, I2600.

Nachrichten auö Jndiana. Unabhängige Telephon. Gesellschaft organisirt.

S o u t h B e n d. Die Northern Jndiana & Southern Michigan Toll

Line Ass'n." ist hier am Samstag or ganisirt worden. Die Vereinigung repräsentirt ein Territorium, in wcl chem sich 10,000 unabhängige Tele. phone befinden. Folgende Städte mit nachstehender Anzahl Telephone gehö ren zu dieser Organisation : South Bend, 520; Elkhart und Goshen, 1,. 742 ; Michigan City, 750 ; Benton

Harbor. Mich., 1,575 ; Kno; und

Hamlet. Ind., 200 ; Winam und Kewanna. 315; Wakarusa, 175; Mil lerSburg, 735; Dunlap. 150; War saw, 400; Plymouth, 300; Rochester, 430; Bremen, 136; Napannee, 275; Milford, 275; Columbia City, 900; Silver Lake, 125; Star Point, 200; ArgoS, 65; North Judson, 50; Tee garden. 105; Bristol, 100; Lagrange, 1,600. Schlecht bezahlte Anlage. E l w o o d. Die National Bottle Co. von Swayzee hat die früheren Fa briken der Central Bottle & Supply Co., welche sich seit vier Monaten in

den Händen eine Massenverwalter befand, für $2750 angekauft. Mehr als $20,000 haben die Actionäre der National Bottle Co. an dem Unterneh. men verloren. 22 GeburtStagein 92 t Jahren. South Bend. Obgleich schon 92 Jahre alt. hat Stephan I. Baker, welcher nördlich von South Bend an säsfig ist, verhältnißmäßig nur wenige Geburttage feiern können, da er am 29. Februar und zwar im Jahre 1812 geboren ist. In diesem Jahre hatte er das Vergnügen zum 22. Male seinen Geburtstag feiern zu können. Im Jahre 1835 kcnn er von New Jork zu Pferde in Laporte an und seitdem ist er in diesem Theile des Staates ansässig gewesey. Prohibitioniften inRush C o u n t y. R u s h v i l l e. Die Rufh County Prohibitioniften hielten hier gestern eine Convention ab, in welcher die De. legaten für die am 5. und 6. April ln Indianapolis stattfindenden Staats Convention erwühlt und das County Ticket aufgestellt wird. Die Delegaten ftnd: I. C. Hall A. H. Swain, Wm. Power, I. W. Lyons. I. L. Lord, W. L. Hall, O. F. Guffin, C. A. Mo Callifter, 0. S. Henley, W. L. Nor. them und I. W. McMichael. Unabhängige Organis ation. F a i r m o u n t. i? Arbeiter, welche da Schneiden von Fensterglas besorgen, beabsichtigen ihre Verein Verbindung mit der L. A. 300, welche seit 4 Jahren bestanden hat, zu lösen und unverzüglich eine unabhängige Organisation zu gründen. Nur wenig Versicherung. K o k o m o. Der Verlust, welchen die Main . Str. Christliche Kirchen Gemeinde durch den Brand ihre GotteShauseS erlitten l,at, ist ein sehr be deutender. Er wird sich auf über tz25,000 belaufen, welchem eine Versicherung von nur 88000 gegenübersteht. Gerade am Samstag, also dem Tage, an welchem die Kirche ein Raub der Flammen wurde, sollte die letzte Schuld von $300, welche noch auf der selben lastete, getilgt werden. Die neue große Orgel, welche 84000 geko stet hat, ist ebenfalls dem verheerenden

Elemente zum Opfer gefallen. Gute Oelquelle ange bohrt. Hartford City. Die Ari zona Hartford Oil & Mining Co., welche sich au Jndianapolifer Geschäftsleuten zusammensetzt, hat auf der Garrett Farm in Washington Town ship ihre Quelle No. 2 angebohrt. Dieselbe liefert etwa 25 Fässer per Taq. BekannterZeitungSmann und Temperenzler gestorben. L a f a y e t t e. Henry L. Shaf. fer, Gründer und Herausgeber der Clavi'S Hill NewS" und Führer der vielen Kreuzzüge gegen die Wirthe, ist am Samstag in setner Wohnung in Clark'S Hill der Nierenkrankheit er. legen.

Im Soosier-Staat wird das

Blue Gras" zum erste

Male entdeckt.

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Mit Vorliebe nennt man Kentucky, wenn man eS nicht den blutigen Grund'' schimpfen will, den Blau. graSftaat, und dort gedeiht ja bekannt, lich dieses werthvolle Gras auch besonders üppig. Aber aus dem Hoo sterStaat kommt die bestimmte Verficherung, daß das Blaugras nicht in Kentucky zuerst aufgekommen sei. son dern in Jndiana, und nach Kentucky nur importirt worden sei. Der frühere Jndianaer StaatSgeo loge Prof- Collett verbürgt sich für diese Angabe. Er erzählt, die Trup. pen William Henry HarriscnS hätten während des berühmten Marsches nach dem Tippecanoe, 1811, zum ersten Male diejeS GraS im Wabash.Thal ge gefunden, gerade zur Zeit, als das Futter für die Pferde sehr knapp geworden war. An manchen Plätzen sagt er weiter wuchs dasselbe volle drei Fuß hoch. Von solchem Futter hatten die Ken tuckyer Soldaten nie gehört. Man brachte Samen des Grases nach Ken

tuest) und säete ihn dort auS; aber an fänglich wollte er in dem warmen Bo den nicht gedeihen und mußte mit Hafer und Roggen zusammen gesäet werden. Nachdem jedoch dieses GraS einmal in Kentucky acclimatiftrt war, entwickelte eS sich aber vortrefflich. Schließlich vergaßen die Meisten seinen Ursprung. Ein Jndianaer, Tom Downing. war sehr erstaunt, als er eines TageS seinen Freund Henry Clay bei Ashland besuchte, bei einem Blick auf das Herr, liche BlaugraS der Clay'schen Farm ihn darum bat, ihm Samen davon zur An. Pflanzung in Jndiana zu überlassen, von ihm zur Antwort zu bekommen: Ei, machen Sie mich nicht zum Nar ren der Vorfahr diese Grase wächst um Ihr Heim herum massenhaft". Professor Collett mag mit seiner Er zählung recht haben, aber wo ist die Hooster BlaugraSregion?

Hrunveigenthumß' Uebertragungen.

John eder's Wirthschaft, 91. 764 eft North tr.

Lavina M. Wright an Margaret S. Steinmetz. Lot 401, Spann & Co.'S 2. Woodlawn Add. 1300. John S. Neal an Ella Cushman. Lot 2, Neal'S Belmont Avenue Dd. 550. Joseph F. Singler an Eltzabeth Breckling, Lot 7. Moore'S Add. 0800 Laura I. Rush an Harry A. Winterrowd, Lot 447, Spann & Co'S 2. Woodlawn Add. $2,000. , Mary H. Donnan an Eliza I. JoneS, Lot 16, Allen & Rool'S North Add. 5,000. Walter E. Smith an Oscar L. Smith, Lot 100, Kenwood Addition. 2,000. Friedricke Spielhoff an Benjamin F. Yount, Lot 71. Hendricks' Subd.. Außenlot 92. $1,000. Rufus A. Pilcher an John A. von Sprecklesen, Lot 70, Stratford.

$2,000.

Samuel S. RhodeS an Jesse C. Moore u. A., Lot 3, Crane'S Nord

Add. $700.

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Coa! & Supply Co., Lots 1, 2 und

3, Crane'S Nord Add. $1500.

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Lot 130 in Reagan Park. $700.

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ein Theil der Section 20, Tshp. 15, Range 3. 15000.

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Theil von demselben Grundeigenthum, 40,000.

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tne alte Jungfer. Au dem Italienischen von Dr. van Ltesal. Man hatte uns gesagt, das sie sehr tüchtig in Stickereiardeiten sei. Es kostete nicht geringe Mühe, das Häuschen im Labyrinth der engen Gäßchen aufzusin den. Ueber eine Schneckenftiege. die uns schwindelig machte, kamen wir zur Thüre, an der eine Karte mit einem säuberlich geschriebenen Namen ange bracht war. Wir hatten gedacht, eine Arbeiterin zu finden, aber die Alte, die uns off. nete. war trotz deS sehr bescheidenen Anzugs so ganz ..Dame " vom Scheitel bis zur Sohle, daß wir uns unwillkür. lich respektvoll verbeugten. Ihr Heim war winzig: eine Puppen Wohnung, aber die Behausung einer armen Puppe, denn die ledernen Persönchen. mit den Wachsgesichtern, den großen Glasaugen und den ..echten" Haaren, die im Leben unserer Kinder von heute eine so große RoUe spielen, wohnen ja in verzauberten Palästen mit den kostbarsten Möbeln. Hier aber war alles ärmlich, wenn auch nett. Eine winzige Küche, mit Küchengerüthe en miniature". wie für einen Zwerg, hanshalt, aber blitzend vor Sauberkeit. Das Empfangszimmer, ein zwischen zwei Holzwänden geschaffener Winkel, wies ein kleine Kanapee, zwei Stühle und ein Tischchen auf. alle bedeckt mit zierlich gehäkelten Deckchen, die mttlei. dig alle Mängel de Stoffe und de wurmstichigen Holze verschleierten. An den Wänden, auf selbstgemachten Eta geren eine Menge vonNichtigkeiten. über dle man hätte lächeln mögen, wenn sie nicht so beutlich das Bestreben verrathen Hütten, mit dem denkbar geringsten Kostenaufwand den Raum für sich und die anderen fo anheimelnd als möglich zu gestalten. Während mewe Feeundin ihr die schwierige Arbeit erklärte und sie ihr mit müdem Lächeln der farblosen Lip. pen zuhörte, traf mich, lind wie eine Liebkosung, der zarte Duft vonVeilchen. ein FrühlingShauch an diesem kalt, trüben Wintertag. Ich suchte nach dem Ursprung diese? DufteS nnd entdeckte auf einer kleinen Vandetagere ein ier. liche Väschen mit den herrlichsten Beilchen der Riviera. Dahinter hingekünst' lerischem Rahmen ein Daguerreotyp. doch konnte ich nicht erkennen was eS darstellte. 0. welch herrliche Veilchen!" rief ich bewundernd. ..Wie bekommen Sie dieselben?'' Sie erhob den Kopf nnd ein fast jugendliche Errvthen färbte die einge' sunkenen Wangen.. ..Sie kommen von Genua: ein dort iger Blumenhändler sendet sie mir das ganze Jahr hindurch", antwortete sie mit einem gewissen Stolz. Und da wir unsere Ueberraschung doch gar zu schlecht zu verbergen &er mochten, sügte sie erklärend bei: ..Sie kosten ja ziemlich viel, aber bis jetzt vermochte ich immer noch genug zu verdienen." Nun trieb uns die Neugierde, das kleine Bild näher zu betrachten. (5s stellte einen schönen, jungen Offizier in

einer fremdartigen Uniform dar. Sie war hinzugetreten nnd hatte ihre Hand wie liebkosend darüber gleiten lassen. ,,(5 ist die Uniform eines Österreich!. schen Regiments." erklärte sie uns und dann mit tiefer, feierlicher Stimme: ..Er ist todt!" Und ohne daß wir sie weiter fragten. erzählte sie uns ohne Thränen, die längst versiegt waren, ohne Zorn und Troß. die sie nie gekannt hatte, die Geschichte ihrer Liebe, die all ihren Schmerz und all ihr Mück ausmachte. Auch sie war einmal schon und juug gewesen. In bescheidenem Wohlstande verlebte sie ihre Jugend mit den leb haften Brüdern und dem guten, ein wenig bärbeißigen Vater, ohne große Wünsche und Leidenschaften in der ge funden, ein bischen langweilige Mono tonie einer Provinzstadt. Aber das politische Gewitter, das im Jahre 1848 zum Ausbruch kam. hatte auch ein anderes in ihrem Mädchenher zen hervorgernfen: ein Atom in der Großartigeeit der damaligen Ereignisse, aber genügend ein Herz zu brechen, ein Dasein zu zerstören! Warum hatten sie sich geliebt, da doch Alle sie trennen sollte. Sie waren sich vor AuSbruch der Revolution oft in einem befreundeten Hause begegnet und während viele seiner Kameraden, die sich gar zu lehr als Sieger m besiegten Lande gaben, eben ols nothwendiges Uebel ertragen wur, Unr hatte er sich durch seine Lieben. Würdigkeit und sein feines Taktgefühl die Achtung und die Sympathie Aller erworben. Dies war vielleicht auch der erste Anstoß zu der schwärmerischen Der ehrung des jungen Mädchens. .Wir liebten uu," sagte un die Alte mit einer Wärme, die deutlich er kennen ließ, daß ihre Liede heute noch so lebendig war al am ersten Tage. Sie wissen e wohl auch, die Liebe ist stärker al Baterland! iede und Na. tionalftolz. aber mein Vater war ein glühender Patriot, er hätte mich eher getödtet, al einem Feind de Vater, landes gelassen." Weine Freundin fuhr auf: Aber das ist EgoiSmu. Ungerechtigkeit.... Ihr Bater halte kein Recht Sie schüttelte mit mildem Lächeln das areife Haupt. Liebes Mädchen, zu meiner Zeit sprachen die jungen Mädchen noch nicht von ihren Rechten, der Wille des Bater war Gesetz, gegen das es kein Auslehnen gab."

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Kapital 1, 000,000 Office : Ecke Washington Ger. nnd Virginia ve. Sie konnten warten, bis Sle groß jährig waren " wäre für meinen Vater der größte Schmerz feine Lebens, vielleicht der Tod gewesen: mir blieb keine andere Wahl, atö zu entsagen " .Und er?" Ihre abgemagerte Hand machte eine Bewegung, die Alle sagte, waS die Lippen verschwiegen." ..Er blieb in So fermo." flüsterte fie dann, mit einem Blick voll Stolz auf da Bild. Er starb den Heldentodt mit meinem Namen auf den Lippen. Seine Mutter sandte mir später iein Bild, um seinen legten Willen zu erfüllen." Sie stand vor un, erhaben in der Würde ihre Schmerze, majestätisch ragte fie empor au den Ruinen der Vergangenheit, au der die Version de blutigen Schlachtfeldes auftauchte, wo die armen Knochen bleich!?. In ihrem kleinen Stübchen sitzt sie Tag für Tag. die mageren Finger em. sig regend unter denen die weichen Tü cher, die hübfchen Teckchen entstehen und sich vergrößern. Die Brüder, die in guten Stellungen überall verstreut sind, haben ihr Alle schon ein Heim geboten, aber fie will allein bleiben, allein mit der Erinnerung Die Nachbarweiber mit dem prakti schen Sinn deS Volke lächeln spöttisch und mitleidig, wenn jede Woche der kleine Karton kommt, in welchem sorg, fältig verpackt die dunklen, duftenden Veilchen liegen, ihr Tribut an den Tod ten. Arbeiten, um zu leben, da lassen wir un gefallen." meinen fie. ,.ader sich für so ein Hirngeftpinft bplagen . ..." und fie zuckten vielsagend die Achseln über die alte Jungfer. Die aber läßt die lieben Nachbarin nen schwätzen und lebl still weiter in dem Traum ihrer Jugend, so eine grö ßere, ungetrübtere Glückseligkeit genie stend, al das wahre Leben, die Wirk lichkeit ihr je hätten bieten können. Burch'eine Feuer Sbrunst wurde ein berühmtes französisches Institut, das College Tivoli zu Bordeaux, fast vollständig zustört. Die zahlreichen Schüler des Instituts spielten gerade in einer Pause zwischen den Unterrichtsstunden im Garten, als der Ruf Feuer" ertönte, und schon sah man die hellen Flammen aus den Fenstern der Anstaltskapelle schlagen. deren Dach bald zusammenfiel und durch den Fußboden in die zu ebener Erde belegenen Schlafräume der im College wohnenden Zöglinge stürzte. Diese Säle waren während der Erholungöpause der Hausordnung gemätz geräumt, so dab auch hier Personen nicht in Gefahr kamen. Wie sich später feststellen ließ, war der Brand dadurch verursacht worden, daß in einem verschloffenenPrivatzimmer eine Lehrerö au dem Ofen glühende Kohlen auf den Parkettboden gefallen waren. Der Schaden wird auf iy2 Millionen Francs geschätzt, davon find zweiDrittel durch Versicherung gedeckt. Da College Tivoli war früher Eigenthum der Jesuiten, gehörte zuletzt einer ka tholischen Gesellschaft und stand unter der Leitung de Redakteurs Moise.