Indiana Tribüne, Volume 27, Number 160, Indianapolis, Marion County, 27 February 1904 — Page 5

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Jndiann Tribüne, 27. Februar 1904

Das Drama im ZöwenKiifig. Von Dr. Th Zell. Der entsetzliche Vorfall, der sich kürzlich in Dessau abspielte, wo eine Löwenbändigerin, eine junge, blühend Frau, im Angesicht ihres Gatten und ihrer Kinder von einem Löwen zerrissen wurde, zeigt wieder einmal mit er schreckender Deutlichkeit, wle unberechenbar die gezähmten" Bestien sind. Man kann die Behauptung aufstellen, die Geschichte der Löwenbändiger sei mit Blut geschrieben. Denn wie es nur ein Zufall war, wenn ein alter Wikinger aus Altersschwäche starb, so dürfte auch bei den Menschen, deren Lebensberuf in der Bändigung von Bestien besteht, ein normaler Tod eine große Ausnahme sein. Wenn man alle Fälle sammsln wollte, in denen Thier bündiger zerrissen oder mindestens verstümmelt sind, so würden sie einen stattlichen Band füllen. Man kann daher mit Sicherheit behaupten, daß die getödtete Frau Fischer nicht das letzte Opfer ihres Berufes gewesen ist. Greifen wir einen Fall heraus, bei dem der Bändiger doch noch mit knapper Noth dem Tode entrann. Im Jahre 1865 kam der Besitzer des zoologischen Gartens in Stuttgart, Werner. durch einen Löwen in die äußerste Lebensgefahr. Obwohl die Bestie in bösartiger Stimmung war, trat er doch mit de ' Peitsche in den Käfig und wollte sie. w'e er es schon hundert Mal gethan, dressurgemäß über seinen Nacken springen lassen. Sie packte ihn aber mit dem Rachen am rechtenSchulterblatt. das sie krachend zerbiß, schlug die rechte Bordertatze tief zwischen die Schultern ein und setzte die linke Tatze auf Werner's rechten Schenkel. ES gelang diesem zum Glück, seinen Kopf zwischen dem Löwenrachen und der rechten Tatze durchzudrängen und dem Löwen das bekannte Commandowort Mustapha in's Gesicht zu schreien. wahrend die Tochter des Bändigers ein paar Scheiben einschlug, was das wüthende Thier von Werner weg schreckte. So konnte er sich erheben, und hart verwundet verließ er den Käfig. nachdem er dem Löwen doch noch Peitschenhiebe versetzt hatte. Wie erklärt sich überhaupt die merkwürdige Thatsache, daß sich so riefenstarke Geschöpfe, wie Löwen und Tiger, von dem schwachen Menschen bändigen lassen? Der Umstand, daß die getödtete Frau Fischer von dem Löwen listigerweise von hinten überfallen wuvde, ebenso, daß der Bändiger Werner sich nur dadurch rettete, daß er dem wü thenden Thiere in das Gesicht schrie, wird wiederum für manche eine Bestätigung sein, daß die Bestien Furcht vor dem menschlichen Blick haben. Das ist natürlich richtig, aber nicht etwa in dem Sinne, wie eö gemeint ist, daß grade die Augen des Menschen einen so außerordentlichen Einfluß ausüben. Vielmehr wird es dem Löwen ebenso unangenehm sein, ein wehrhaftes Geschöpf, einen Stier und dergleichen ansehen zu müssen. Wir werden die Handlungsweise eines Thieres niemals richtig verstehen, wenn wir uns nicht seine Lebensweise vergegenwärtigen. Wie kommen denn der Löwe und die anderen Katzenarten zu ihrer Beute? Laufen sie einem Wilde nach? Sie denken nicht barar. Greifen sie eö von vorn an? Nur ausnahmsweise. Alle wehrhaften Pflanzenfresser also Büffel. Eber. Elche. Oryr- und andere Antilopen, die menschenähnlichen Affen usw. brauchten gar keine Angst vor den Katzen zu haben, wenn sie von vorn angegriffen würden. Der Elch z. B. würde den Luchs mit seinen Hufen zu Brei zer malmen, wenn dieser einen solchen Angriff wagen würde. Das weiß der Luchs auch sehr genau, deshalb springt er vom Baum dem ahnungslosenOpfer auf den Nacken und durchbeißt ihm die Schlagader. So machen es alle Katzen falls sie Hunger nicht zu ungewöhnlichen Handlungen treibt daß sie hinterlistigerweise ihr Opfer angreifen und deshalb ist ihnen de ren Blick fatal, weil sie nur Geschöpfe, von denen sie nicht angesehen werden. zu überfallen Pflegen. leinen deutlichen Beweis für die Richtigkeit dieser Ansicht konnte man vor einigen Jahren in Spanien erleben. Dort ließ man einen der berühmtesten Kampfstiere mit zwei Löwen kämpfen und war erstaunt, daß der Stier die großen Katzen auf die Hörner nahm und wie Lumpensäcke in die Luft schleuderte. Alle Welt schien hierüber erstaunt zu fein. Doch wohl mit Unrecht. Zunächst muß man berücksichtigen, daß der Ausenthalt in den engeren Käfigen den Gliedern die Gelenkigkeit nimmt. Sodann aber wieverhole ich: In der freien Natur würgt der einzelne Luchs, der Vielfraß usw. den starken Elch. Sperrte man dagegen diesen wehrhaften Riesenhirsch in einen Käfig mit einem halben Dutzend seiner Feinde, so würde er wahrscheinlich mit allen fertig werden. Ferner sucht man die merkwürdige Thatsache, daß die gefährlichsten Katzen sich bändigen lassen, ja selbst in der Wildniß den Menschen nur ausnahmsweise angreifen, damit zu erklären, daß ihnen die menschliche Gestalt wegen ihrer Höhe imponire. Schon an anderer Stelle habe ich eingehend diese Anschauung zu widerlegen versucht. Wenn die Größe ausscblaggebend ist. dann ist es direkt unbegreiflich, wie es z. B. der Löwe wagen kann, die etwa 18 Nutz hohe Giraffe anzu-

greifen. Ein so ausgezeichneter Kenner der afrikanischen Thierwelt, wie eö von Wissmann ist, bestätigt ausdrück-lich.-daß dieses thurmhohe Geschöpf seinen gefährlichsten Feind im Könige der Thiere habe. Aber selbst der jtaf ferbüffel, der doch oft vom Löwen angegriffen wird, ist mindestens so groß wie der Mensch, wenn nicht größer. In Wirklichkeit liegt die Sache so, daß jedas Thier bestimmte Bertheioigungs Waffen aber auch nur diese hat. Der Stier kann nicht plötzlich beißen, und der Pavian hat nicht plötzlich Giftzähne. ur der Mensch ist unberechenbar. Der schwächste Knabe, den ein Raubthier angreift, kann eine vergiftete Waffe bei sich führen, die dem Angreifer das Leben kostet. Weil nun die großen Katzen sehr um ihr Leben besorgt sind, so vermeiden sie es, mit dem Menschen in Confllkt zu gerathen. Da diese Ansicht ganz im Gegensatz zur herrschenden Meinung steht, will ich mich auf Brehm berufen, der über diesen Punkt Folgendes schreibt: ..Auch die größten Raubthiere scheuen Thiere, von denen sie bedeutenden Z)iderstand erwarten, und greifen si bloß dann an. wenn sie sich durch Erfahrung überzeugt haben, daß sie trotz der Stärke ihrer Gegner als Sieger aus einem etwaiaen Kampfe hervorgehen." Also nicht die Größe des Menschen, sondern die Unberechenbarkeit seiner Vertheidigung flöht dem Raubthiere Respekt ein. Wer hat sonst Schießge wehre, wer glühende Eisenstäbe und dergleichen, gegen die selbst die schärfsten Zähne machtlos sind? Der dritte Grund liegt regelmäßig in der Gewöhnung von Jugend auf. wie es ja auch bei den Löwen in der Raubthierschule deö Berliner Zoologischen Gartens geschehen ist. Doch nicht alle Bestien werden bereits in der Jugend gezähmt. Man sollte meinen, daß in der Gefangenschaft geborene Löwen ungefährlicher als in der Wildniß gefangene sind. Das Gegentheil ist jedoch der Fall. Man erklärt es gewöhnlich damit, daß die erstgedachten sich an den Blick des Menschen gewöhnt haben. Weshalb bei den anderen mit der Zeit nicht das Gleiche eintritt, ist schwer zu sagen, auch wird die Bedeutung des menschlichen Auges, wie wir sahen, überschätzt. Richtiger ist es wohl, daß in Käfigen geborene Bestien nie so gesund sind, wie die anderen, und deshalb viel mehr unter Verstimmungen leiden. Ausschlaggebend dürfte jedoch sein, daß wilde Löwen als Nachtseher bei Licht nur ungern angreifen, während Menagerielöwen wie unsere Hauskatzen Tagseher geworden sind. Der letzte Grund, weshalb sich d?r Starke vom Schwachen bändigen läßt, dürfte der sein, daß solches sehr oft in der Welt vorkommt. Büffel lassen sich von Kindern leiten, der starke Mann von der ganzen, kleinen" Frau usw. Wie es nun verschiedenartige Menschen gibt, so auch verschiedenartige Bestien. d. h. der eine Löwe ist gutmüthiger. als der andere. Wie ferner derselbe Mensch je nach' seiner Laune nicht in gleicher Stimmung ist, so ist das selbe auch bei den Thi-n der Fall. Hieraus scheinen die meisten Unglücksfalle herzurühren. So bleibt es z. B. immer gefährlich, sich einem wehrhaften Thiere zu nähern, das mit seinem Futter beschäftigt ist. weil es glaubt, man wolle es ihm fortnehmen. Professor Seiler, der jetzt in Griechenland Reisen unternimmt, ist sehr erstaunt darüber, daß ihn sein sonst gutmüthiges Maulthier durch Ausschlagen verletzte. Da eS gerade sein fsutter fraß, als er sich näherte, so ist die Sache durchaus nicht so wunderbar. Es soll deshalb äußerst aefährlich sein, in einen Käfig zu treten, in dem ein Löwe oder Tiaer mit dem Abnagen eines Knochens beschäftigt ist. Welche Gründe im Uebrigen bei den einzelnen Unglückösällen vorlagen, läßt sich schwer sagen. Hier seien noch einige angeführt. Im August 1869 wurde der Thierbündiger Lucas in ArnoultS Hippodrom zu Paris von der Löwin, in deren Käfig er sich begeben, und die er Kunststück? machen ließ, gepackt, umgewarfen und durch sie und einen anderen herbeigekommenen Löwen so hart verletzt, daß er. obwohl noch lebend aus dem Käsig gerettet, an den Wunden starb. Am 3. Januar 1872 ging in der englischen Stadt Bolton der einarmige Löwen! andiger John Mac Carte zu Grunde. Einer der fünf Löwen. in deren Käfig er war. schlug ihn mit der Tatze, so daß er auf ein Knie stürzte, und als er sich wandte und mit dem Schwerte einen Streich auf das Thier führte, legte ihm ein anderer Löwe die Klaue auf's Bein und riß ihm das Leopardenfell von fcn Brust, worauf dann die übrigen über ihn herfien, und als man nach zehn Minuten glühende Eisenstangen herbeigeschafft hatte, konnte er tödtlich vermundet hervorgezogen und nach dem Hospital geschaffen werden, wo er nach zehn Minuten starb. Am meisten fiel mir auf. daß bei den Alten sehr vieles von Dressur, aber nichts von Unglücksfällen berichtet wird. In der Bändigung von Bestien waren die alten Völker mindestens ebenso weit wie wir. Der erste Löwenbündiger. Ramses der Große, verwendete bereits Löwen als Begleiter zur Bekämpfung der Feinde. So etwas haben wir noch nicht nachgemacht. Zum Schluß noch eins. Die getödtete Frau Fischer wurde nicht todtgebissen, sondern mit der Pranke getödtet. Denn der Löwe ist, wie alle Ka-

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tzen, em Prankenthter, der daö Gebiß nur zur Unterstützung namentlich zum Durchbeihen der Schlagader braucht. Bei allen Unglücksfällen der Löwenbändiger spielen deshalb, wie wir sehen, die Tatzen die größte Rolle. Deshalb heißt die alte Regel: Erhebt der Löwe eine Vordertatze und streckt die Krallen hervor, dann muß der Bändiger bei Gefahr seines Lebens fest stehen bleiben, bis er die Tatze wegge schoben hat. Run betrachte man von diesem Standpunkt aus den Löwenkämpf auf der Lützow - Brücke. Hier hat Herkules den Rachen des Löwen aevackt. dessen Pranke aemütblich auf leinem Oberschenkel ruht. lömen Hund, ein Krokodil kann ich durch Aufreihen des Nachens bekämpfen, einen Löwen jedoch niemals. Nur ein Künstler, der keine Idee davon hat. daß die Pranken die Hauptwaffen deS Königs der Thiere sind, konnte ein Gebilde schaffen, daö die Spottlust eines jeden Kenners hervorrufen muß. Selbst der Schenkel eines Herkules würde durch die Pranken eines Löwen mit Leichtigkeit zerschmettert werden. Hat doch ein solcher Tatzenschlag, wie die Blätter übereinstimmend berichteten. das Gehirn der Bändigerin bloßgeleqt. Hoffen wir. daß wir in absehbarer Zeit kein neue Opfer auf diesem Gebiete zu verzeichnen haben.

Erinnerst du Sich? Bon Salvatore di Giacomo. AutoniUer Uebersetzung von Alfred Brie. Lieber College! Ich habe einen neuen, sehr interessanten Fall in BeHandlung! Genügt diese Mittheilung. um Sie zu einem Besuche bei mir zu veranlassen? Jh Dr. Eisen." Keine Antwort nöthig." sagte ich dem Boten, welcher mir diesen Brief des bekannten Irrenarztes Dr. Eisen, meines väterlichen Freundes und Gönners. überbrachte, ich komme mit Ihnen!" Es war ein trüber, unfreundlicher Tag. der Himmel grau und die Luft feucht. Dicke Regentropfen schlugen mir in's Gesicht, als ich das Haus verlieh und die öden, menschenleeren Straßen betrat. Im Hofe des Kranktnhauses kam mir Dr. Eisen mit gewohnter Herzlichkeit entgegen: ..Berzeihen Sie. College, daß ich Sie bei diesem Wetter hsrbemühte; treten Sie näher und entschuldigen Sie mich einen Augenblick!" Ein Diener öffnete mir eine verschlossene Thür, und ich war allein unter den Kranken. Ich befand mich in dem großen Wintergarten, der Promenade der harmlosen Geisteskranken. Eifrig Selbstgespräche führend, gingen sie spazieren, jeder mit seinen Wahnideen beschäftigt. Hier stand einer lebhaft sprechend vor einem Springbrunnen, dem er die schmeichelhaftesten Complimente über lein Aussehen machte. Dort bat ein anderer einen Sessel um die Erlaubniß, sich niederlassen zu

j dürfen; da wiederum häufte ein drit-

ter die bittersten Schmähungen auf einen unschuldigen Blumenstrauch! Den Mittelweg kam langsam ein Paar heran; ein alter Mann führte einen Jüngling sorglich auf und ab. Unverkennbar war es der Vater, welcher seinen kranken Sohn in dieser traurigen Umgebung besucht und ihm

j nun von der Heimath und den Lieben

zu Hause erzählte. In dem Raume war ein ewiaes Kommen und Gehen; eine innere Unruhe schien diese armen Schiffbrüchigen der rauhen Wirklichkeit hin- und herzujagen, und während die monotonen Selbstgespräche schauerlich von den Wänden widerhallten, während die gepeinigten Seelen rast- und ruhelos ihren Phantomen nachjagten, hörte ich ben alten Mann ängstlich seinen theilnahmslos vor sich hinstarrenden Sohn fragen: Sage mir, erinnerst du dich? Die Hände auf dem Rücken stieg Dr. Eisen gemächlich die Treppe herab, die nach den einzelnen Zellen führte. Er kam wie er sagte von seinem neuesten Fall, von einer schönen jungen Dame, die seiner Behandlung seit kurzem anvertraut war. Ein ganz ungewöhnlicher Fall!" fügte er nachdenklich hinzu. Was fehlt ihr denn?" fragte ich. Ich weih es selbst noch nicht zu erklären! Hysterische Anfälle mit Weinträmpfen verbunden; sie spricht selten ein Wort und ist menschenscheu, aber zuweilen singt sie mit seltsam ergreifender Stimme!" Und die Ursache ihrer Krankheit?" Vermuthlich unglückliche Liebe! Entweder sie liebt, und ihre Liebe wird nicht erwidert, oder ihrer Leidenschaft stehen unüberwindliche Hindernisse entgegen!" Wir waren die Treppen hinaufgestiegen und auf einen langen Corridor getreten. Hier ist es." sagte Dr. Eisen, No. L1." Die Kranke saß auf dem Rande ihres Bettes; ich sah nichts als die Goldwellen, welche achtlos mit den auf dem Tisch verstreuten Chrysanthemen spielte. &r. Eisen begrüßte die Patientin und stellte mich vor: Mein Freund und College Dr Litt." Sie drehte sich um und sprang empor. Ein Schrei dann stürzte sie auf mich zu und fchlang ihre Hände um meinen Hals. Lange betrachtete sie mich thränenden Auges, und leise murmelte sie: .Sage mir, erinnerst du dich?"

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welchen Aufruhr in meinem Hirn, welchen Gedankenchaoö rief diese Erinnerung hervor. Wachte oder träumte ich? Die Unglückliche war ja die Pflegetochtcr eines älteren Freundes, den ich vor Jahren besucht hatte, und gleich beim ersten Anblick hatte daS Mädchen einen großen Eindruck auf mich gemacht. Auch ich schien ihr nicht gleichgültig geblieben zu sein, und um so mehrl hatte el mich befremdet, als sie plötzlich jedes Zusammense, mit mir vermied und meinen Annäherungsversuchen geflissentlich auswich. Zum letzten Male hatte ich sie auf einem Balle gesehen, dcr am Abend vor meiner Abreise stattfand, und dort hatte ich auch Gelegenheit gefunden, ste um den Grund ihres sonderbaren Benehnens zu befragen. Peinlichste Verlegenheit hatte sich auf ihren lieblichen Zügen gemalt und sie schien sichtlich erleichtert, als sie zu ihrem Vater gerusen wurde. Traurig lächelnd hatte sie mir die Hand gereicht: Auf Wiedersehen!" Schwerlich hatte sie damals geahnt, daß wir uns so wiedersehen würden! . . . Wie gebannt betrachtete ich die Aermste. Was war es nur. das mich damals bei ihrem Anblicke so tief bewegt hatte? Welche Erinnerungen rief ihr blasses. abgehärmtes Gesichtchen in mir wach? Wie Schuppen fiel es mir plötzlich von meinen Augen! Der Zauber, den sie vom ersten Augenblick auf mich ausgeübt, die Sympathie. die mir selbst unerklärlich mich trotz aller ihrer Abweisungen stets wieder zu ihr hingezogen hatte die Aehnlichteit mit meiner Mutter war es! . . . Ich fand in diesem blassen, holden Antlitz meine Mutter wieder, meine Mutter, die gestorben war. als ich, ein Kind noch, keine Ahnung von den Kämpfen des Lebens, von seinen Scbmerzen und Enttäuschungen hatte. Ich sah meine Mutter vor mir, ihr reines. edles Profil, ihre goldenen Haare, die ich fo gern geliebkost, ihre großen, blauen, traurigen Augen, welche nie, niemals gelächelt hatten. Und vor allem ihre Stimme, die mit ihrem melodischen Klänge unser stilles Heim erfüllt hatte, und die unvergeßlich in mir fortlebte. Meine früheste Jugend kam mir wieder in's Gedächtniß zurück. Ich erinnerte mich des Tages, da ich an der Hand meines Voters das Zimmer betrat, in welchem meine Mutter sterbend lag. Seit so langer Zeit hatte ich sie nicht gesehen. Wie bleich lag sie in den weichen Kissen und wie bebte ihre zarte Hand auf meinem Haupte! Mühsam stammelte sie einige Worte, die ich nicht verstand dann war alles vorbei! Ich befand mich mit meinem Vater allein, in einem stillen Hause auf dem Lande. Alle waren fort. Die Diener, die Zofe meiner Mutter und auch Frieda, mein kleines blondes Schwesterchen, das mein Vater nie be achtet, welchem er nie einen freundlichen Blick geschenkt hatte ....

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Unbeweglich, wie angewurzelt, starren Bli'les betrachtete mich die schöne Unglückliche. Ich fühlte mich langsam von Dr. Eisen nach hinten gezogen. Wieder ertönte ein Schrei aber diesmal war es ein Name, mein Name: ..Heinrich!" Dr. Eisen prallte bestürzt zurück: Wie. sie kennt Sie?" Wirre Gedanken durchtobten mein Hirn. O Gott, mein Gott, wer löst mir dieses Räthsel? Die Aehnlichkeit mit meiner Mutter, die dunklen Erinnerungen aus meiner Jugendzeit, die ihr Anblick in mir hervorrief. Frieda, mein blondes Schwesterchen, .dessen Namen ich nie vor dem finsteren Vater nennen durfte, bist du es. du. die nach dem Tode meiner Mutter so plötzlich verschwunden? Ich stürzte vor und umklammerte ihre Arme: ..Frieda, erinnerst du dich?" Ausdruckslos. ohne Verständniß blickte sie mich an, meine Hände sanken herab, und an den Tisch zurückkehrend, sang sie mit halblauter Stimme ein Lied

Auch mit halbem Magen kann der Mensch noch leben. - Vor Kurzem wurde aus New Fork berichtet, daß ein dortiger Arzt eine Dame in Passate vom Magenkrebs glücklich befreit habe, wobei der halbe Magen mit weggeschnitten wurde eine O;eration, welche allgemeines Aufsehen erregte. 1 Jetzt verlautet, daß ein Arzt in Brooklyn am 19. Februar 1903, also vor beinahe einem Jahre, ganz dieselbe Overation an Peter Dengel in Brooklyn vollzogen hat und Peter zur Freude aller seiner Freunde jetzt wieder so gesund und munter ist wie früher, obwohl ihm der halbe Magen und 4 Zoll von feinen Därmen fehlen. Die and're Hälfte seines Verdauungs-Or-gans hefindet sich im Diakonissenheim, und wer es zu sehen wünscht, kann es dort bewundern. ljegengescywolleneMandeln. Gegen geschwollene Mandeln wird folgendes einfaches Mittel empfohlen: Man siede Leinsamen und Eibischwurzeln in Wasser und stoße dieö zu einem Brei, streiche es auf ein Tuch und lege e um den Hals. Nach kurzer Zeit wird da Uebel gehoben sein.

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