Indiana Tribüne, Volume 27, Number 159, Indianapolis, Marion County, 26 February 1904 — Page 3
Abermals heimgeschickt. Zweiter erfolgloser Angriff auf Port Arthur. Weitere Kämpfe stehen in Ausficht. Die (and Operationen auf Korea. Amer. Handel und die per stimmung in Rußland. Dementis britischer Staatsmänner. Gft.See.Geschwader. Aus dem Vatikan.
Jndiana Tribüne, 16 Februar lg.
Ostasien. Der zweite russische Sieg. Paris. 26. Febr. Der Peterö. burger Correspondent des Echo de Paris" meldet, der letzte oder zweite japanische Angriff auf Port Arthur sei glänzend zurückgewiesen worden. Wie man annimmt, nahm das ganze Geschwader an dem zweiten Angriff Antheil, um die Scharte vom vorherge henden Tage auswetzen zu können. In diesem langen Kampfe dürften die Ja paner weitere Verluste erlitten haben. Admiral Stark hat mitgetheilt, daß er einen dritten Angriff erwarte. Der Correspondent sagt, General Kuropatkin sei nach Hause gereift, um sich vor der Reise auf den Kriegöschau platz von seiner Mutter zu verabschie den und bade sich folgendermaßen geüußert: Dieser Krieg mag 18 Monate dauern, eS find aber alle Vorkehrungen getroffen, daß kein Japaner, nachdem er gelandet, mehr nach seinem Vater lande zurückkehrt." AngeblicherussischeGreuel. Peking, 26. Febr. Privat. Nachrichten auS New Chwang beftäti gen die Mißhandlungen von japan. Flüchtlingen in der Mandschurei durch die Russen und behaupten, verschiedene der Flüchtlinge seien grausam ermordet worden. Die russische SoldateSca in New Chwang ist derart undiSciplinirt, daß sich europäische Frauen dort nicht auf halten können. London, 20. Febr. Nach der Daily Mail" sind die japanischen Kreuzer Jdzumo", Suma" und Atitaushima" in Shangai angelangt. Au eingeborenen Quellen in Tient sin verlautet, die Russen hätten ein großes Dorf am Sungart Fluß abgebrannt und die Bewohner, sammt Frauen, massakrirt, aus Rache für einen Versuch die Sungari Brücke zu sprengen. Anscheinend noch ein A n griff. St. Petersburg, 25. Febr., 6:32 Abends. General Pflug, Vicekö nig Alexieff' Stabschef, telegraphirt unter heutigem Datum: Der Feind versuchte abermals Port Arthur von 1 bis 3 Uhr Morgens anzugreifen und wurde überall zurückge schlagen. Näheres folgt. Heute Nachmittag find Gerüchte im Umlauf, wonach eine Beschießung von Port Arthur stattfand. Bericht von Alexieff. St. Petersburg, 25. Febr. Auf die Depesche des Generals Pflug, wonach die Japaner am Donnerstag früh Port Arthur wieder angegriffen haben und zurückgeschlagen wurden, ist ein gleichartiger Bericht deS Vicekönig an den Zaren gefolgt. Die Erneuerung des Angriffs führt zu der Anficht, daß die Japaner entweder zur Einschließung oder Vernichtung der russ. Flotte in Port Arthur entschlossen sind, um sich für Landmanöver zur Einschließung der Stadt Lust zu schaffen oder daß eS sich um eine Finte handelt, um ander bärtige Bewegungen zu verdecken. Erfolg V r i s c o m 'S. Tokio. 25. Febr. Die japan. Regierung erledigte heute den berühmten White Whisky Fall, indem sie dem amer. Gesandten GriScom einen Check auf 115,000 zu Gunsten der amer. Handelsgesellschaft einhändigte. Der Anspruch entstand auS einer Zoll-Entscheidung im Jahre 1900, welche die Einführung von 800 Fässern WhiSky al Alcohol ansah und den Soll von 40 auf 250 Procent erhöhte. Japan lehnte zuerst Erstattung der zu hoch berechneten Zölle ab, bis GriScom energisch für den Anspruch eintrat.
fischen Kundschaftern in der Gegend am Wiju bestätigt und man hatte den Ein. druck, daß eS dort bald zum Kampf kommen würde. Falls die Russen je diese Bewegung im Auge hatten, so find ihnen jeden falls die Japaner zuvorgekommen. Sie baden jetzt genug Truppen, um die Russen in Schach zu halten und können sich den Besitz Korea's sichern, sobald sie einen agressiven Vorstoß nach Nor den zu machen vermögen. Die schwa chen russ. CosakenPatrsuillen, die sich südlich vom Z)alu zeigten, haben sich rasch nordwärts zurückgezogen. Die Flotten Operationen werden durch Stürme gestört. Das gelbe Meer wird von schweren Stürmen ge peitscht, der Schneefall ist stark und das Wetter bitterlich kalt. Während der nächsten 60 Tage müssen beide Seiten schwer leiden. Die Erbitterung gegen Amerika. St. Petersburg, 25. Febr. Die Verstimmung geg?n die Ver. Staa ten scheint kürzlich schärfer hervorzu treten und seit dem VickSburg Zwischen fall in Chemulpo (wo der Capitän die seS amer. Kanonenboots sich geweigert haben soll, sich dem Proteste der übrigen fremden Kriegsschiffe gegen den Kampf, welcher zum Verluste von Variag und Korietz führte, anzuschließen u. dteVickS bürg keine Ueberlebenden der russischen Schiffe an Bord nahm), hegen ameri?. Geschäftsleute ernste Befürchtungen be treffs der möglichen Wirkung auf den amer. Handel. In den letzten Tagen wurden Auf. träge für amer. Waaren zurückgezogen, nur unter der Begründung, daß die Käufer unter den gegenwärtigen Ver. hültnissen amer. Waare.i nicht trln sehen. In dem Falle einer amer. Firma, welch? einen großen Contrakt für SchulMateriali?n hatte, wurde der amer. General Consul Watts um Hilfe ersucht, ebenso auch in einem andern Fall. Herr Watts machte das Staats . Departement auf die hiesige Stimmung und auf den Schaden für den Handel ohne Maßregeln zur Stil lung der Erbitterung aufmerksam. Die hiesigen Amerikaner erwarten viel von einer amtlichen Aufklärung über den VickSburg Vorfall. In RegierungSkreiim wird die Be fürchtung ausgedrückt, daß, wenn Washington jetzt die Wünsche Ruß. land'S mißachte, ExequaturS für die Consuln in Mukden und Antung in Peking erwirken und versuchen sollte, die Beamten jetzt an ihre Posten zu senden, ein unangenehmer Zwischenfall geschaffen werden könnte. Rußland wünscht nicht in die Lage versetzt zu werden, als verweigere es den Konsuln den Antritt ihrer Stellen, da aber im Kriege der Handel still steht, so sind die militärischen Erwägungen maßgebend, die auch allein im Falle des Herrn Morgan, des amer. Consul für Dalny, in Betracht kamen. Telegraph zerstört. Söul, 25. Febr. Russische Pa. trouillen, die südlich non Anju vor rückten, haben die Telegraphendrähte zwischen Anju und Ping.Zlanz zerstört. Vi'Bung'Sa. der frühere Kriegs. minist -r und in Wirklichkeit der Dikta. tor Koreas, als Russenfreund geltend, wurde von den Japanern nach dem Einmarsch in Chemulpo gefangen und noch in derselben Nacht auf einem Kriegsschiff nach Japan gesandt. VierderBlockirungS schiffe gesunken. P o r t A r t i u r, 25. Febr. Vier Dampfer wurden gestern früh von den Japanern zur Blockirung deS HafenS abgesandt und alle zum Sinken ge bracht. Sie lagen in folgender Lage: Eines hinter Golden Htll; eines nahe beim Retvizan"; zwei zwischen der li'analeinsahrt und derLtaoTingLhan Halbinsel. Zwei der Schiffe brennen noch immer. L o n d o n, 25. Fed.. 6:5 AbendS. Einer amtlichen Depesche an'S auswärtige Ami zufolge wurde bet dem Fort Arthur Angriff am 24. keine der jap. Torpedoboote beschädigt.
Retvizan" ?. nd Czarevitch." St. Petersburg, 25. Febr. Die Schlachtschiffe Retvizan" und özarevitch" werden zeitweilig in Port Arthur alSWachtschiffe verwandt, wozu sie ihre wirkungsvollen Geschütze be sonders befähigen. Die vollständigen Reparaturen bei den 2 Schiffen lassen sich erst ausführen, wenn Gelegenheit gegeben ist. sie nach Vladivoftock zu senden. Der Zar hat dem Vicekönig und dem ganzen Port Arthur Ge. schwader zur Zurückweisung des japan. Angriffs gratulirt. D a S O st'S e eG e s ch w a d e r. S t. P e t e r S b u r g, 25. Febr. Wie verlautet, fährt das Oft'See.Ge. schwader, 8 Schlachtschiffe, 5 Kreuzer, 2 große Transportdampfer und 30 Torpedoboote, Ende Juni nach Oft. asten. Wichtiger P o ft'e n. St. Petersburg, 25. Febr. Gen. Major BlagoefchenSky wurde u der wichtigen Stellung eines General. Inspekteurs der Mandschurei . Armee ernannt. Der General machte den Türken.Krieg mit. Graf Benckendorff, der kürzlich von London eingetroffene dortige russische Botschafter, hatte heute eine längere Audienz beim Kaiser. BritischeHilfe für russ. Seeleute. London, 25. Febr. Wie eine Depesche ausHongkong meldet, gaben die britischen Admiralität Beamten den bei Chemulpo, Korea, geretteten rusfi. schen Matrosen Kleider und die Mann schaft de britischen Geschwaders schenkte zur Erleichterung der russischen Ver mundeten einen halben Tagessold. Im Oberhause dementirte heute der erste Lord der Admiralität Lord Sel. dorne, kategorisch die zahlreichen Er. zählungen über britische Parteilichkeit für Japan gegen Rußlaud. Im Unterhause dementirte Premier Balsour die Meldungen. England wolle im Falle eines ?urop. Krieges spanische Küftenplätze besetzen. Feldarmee für Korea. St. Petersburg, 25. Febr. Nach zuverlässiger Schätzung besteht die russische Armee, welche zu Operationen in Korea bestimmt ist, aus einer Avant Garde von zwei Regimentern sibirischer Scharfschützen, einer Arriere.Garde von 16 Regimentern Infanterie, mit 96 Schnellfeuer.Geschützen, sowie drei Bat. terien Artillerie und entsprechender Ca. vallerie. Das Hauptcorps besteht aus 40 Regimentern, darunter Kosacken Cavallerie, mit 300 Geschützen. Wichtige Operationen sind vor Ein tritt deS Thauwetter nicht möglich und die gegenwärtigen beschränken sich auf die nöthigen Vorbereitungen. Bewachung der Man d s ch u r e i B a h n. Peking, 25. Febr. Der Gene, raldirektor der chinesischen Bahnen meldet, daß 100 russische Infanteristen, ein Offizier und ein Geschütz mit Mu. nttion in ZZao Z)eng angelangl sind, in Lui Li Chang 200 Cavalleriften und 2 Geschütze. Die Städte liegen an der Westseite de Liao Flusse. Die Mandschurei.Bahn ist von Eos. sacken'Detachement zu je 30 Mann bewacht, die in hohen Wachttürrnen in Zmischenräumen von einer Meile po ftirt find. T i e n t s i n. 26. Febr. Die Rus. sen haben eine bewaffnete Wache an die Vin.Kor BahN'Station poftirt. 300 Russen, mit 2 Geschützen, stehen außer, halb von Chin Wing Tung. Japan. Bormarsch. Y i n K o w, 25. Febr. Bericht der Eingeborenen, wonach die Japaner in der Polfiat Bay gelandet sind und nachher Operationen gegen Hunchun und Kirin ausführten, sind von eng' lischen Missionären, die auf der Flucht in Neld Chwang eintrafen, bestätigt. Die russ chines. Bank soll von Kirin nach Kwang Chang Tst verlegt sein. Der japanische Vormarsch jhat unter den europäischen Civilisten auf der Marschlinie Bestürzung erregt. ES wird auch gemeldet, daß das ruf. fische RegierungS'Bureau in Bladivo stock nach Khavarovik zurückgezogen fei. Dementi betreff der Botschaft inWashington. St. Petersburg, 25. Febr. Die ssoc. Presse ift zu der Erklärung ermächtigt, daß da Gerücht, die rufst, lche Botschaft in Washington solle au Verstimmung über den Capitän de amer. Kanonenboot VickSburg". der sich bet Chemulpo dem Proteste der an
deren fremden Kriegsschiffe geen dn japan. Angriff nicht anschloß, einem Geschäftsträger übergeben werden, auf Erfindung beruht Panama. Beendete Dienstpflicht. E o l o n, 25. Febr. Eine Abthei. lung von 470 amer. Marine.Soldaten, bis kürzlich in Emperador und Baso. bispo kampirend. schifft sich heute aus dem Hilfskreuzer Dixie nach der Hei. Math ein. Cuba. Amer. Flöten. Manöver. Guantanamo, 25. Februar. 6 amer. Kriegsschiffe manöverirten ge stern vor dem hiesigen Hafen; zahlreiche angesehene Cudaner, welche die Bahn gebracht, wurden von Admiral Walker aus dem Flaggschiff Kearsage" em. pfangen. Hilfskreuzer Prairie" fuhr heute nach Colon. Italien. Erzbischof Farley beim Papst. Rom, 25. Februar. Der Papst empfing heute in Privat-Audienz den Erzbischof Farley, mit dem er schon vor 2 Jahren in Venedig zusammen, getroffen war. Der Papst zeigte sich sehr befriedigt über die Fortschritte der amer. Universität und drückte seine Theilnahme für die Heimsuchung Bal timore'S aus. Der Erzbischof stellte hierauf dem Papst den früheren Bürgermeister Seth Low nebst Gattin und anderen Ameri kanern vor. Der Papst ließ sich von allen Besuchern die Hand küssen und hielt eine Ansprache, die Erzbischof Farley in'S Englische übersetzte. Zum Schluß ertheilte der Papst allen den Segen und beschenkte auch seine Besucher mit verschiedenen Medaillen. Schiffsnachrichten. Angekommen. London : Georgiern" von Boston. Br'ftol: Turkoman" von Portland. Genua: Perugia", von Neapel. New Bork: Sicilian Prince" von Neapel ; Prinzeß Irene" von Armentan" von Liverpool. New York: Carpathia" von Neapel. New York: MajeStic" von Liverpool und QueenStown. Glasgow: Anchoria" von New Vork. Neapel: Hohenzollern" von New York. Liverpool: Celtic" von New York.
Das Lachen.
Das Lachen ist, physiologisch be. trachtet, die Ausführung einesBefehls. den das Gehirn auf eine Reizung der Empfindungsnerven einem von der untern Wangengegend zum MundWinkel verlaufenden, zu dem breiten Halsmuskel gehörigen Muskelbündelchen ertheilt. Das Muskelbündelchen, der Lachmuskel, zieht sich auf diesen Befehl zusammen, wobei die Mundspalte erweitert und die Mundwinkel gehoben werden. Bei hörbarem Lachen entstehen dazu noch eigenthümliche Athmungsbewegungen. bei denen die Ausathmung in schnell aufeinander folgenden Stößen mit stärkerm oder schwächerm Schall, die Einathmung dagegen in einem tiefen Zuge erfolgt. Das Lachen umfaßt also alle Stufen vom sanften Lächeln der zarten Jungfrau bis zum Homerischen unauslöschlichen Gelächter der seligen Göt. ter". Der Schall beim Lachen ist je nach der Persönlichkeit verschieden. Die Revue Mondiale unterscheidet fünf Lacharten, und zwar nach den fünf Selbstlautern a. e. i. o. u (ii), die einem bestimmten Charakter ent. sprechen sollen. Leute, die in a lachen. sind nach der genannten Zeitschrift ofsen und ehrlich, aber zu Lärm und geräuschvollem Treiben geneigt. DaS Lachen in e kündigt ein plegmatisches, indeß zur Melancholie neigendes Temperament an. Das Lachen in i ist gewinnend; es iß das der Kinder und der kindlichen, dienstbereiten und ergedenen Seelen, hat jedoch den Fehler, daß es zu scharf ist, in den höhern La. gern leicht in die Kopfstimme übergeht und lästig wird. Grohmiithige und kühne Naturen lachen in o, Menschenfeinde in u. Eine Lachart erwähnt die Revue Mondiale nicht: das innerliche Lachen des Philosophen, dessen höchstes Gut in der Wohlgemuthheit (Euthmia) des Demokritos besteht, und der fortwährend Stoff zum La. chen hat, e aber höchst selten in Vo. kale oder Minensvielumsetzt. Ab Hilfe. Afrikareisender : Mit vollem Rechte wird über das starke Ueberhandnehmen der bilden Thiere in Ostafrika geklagt. Man weiß nicht, was dagegen zu macben tst." Herr: Da sollte man einfach einmal unseren neugegründeten Auto, mobilclub hindurchfahren lassen." Ungewöhnlich. Unglaub. lich, waö gestern meiner Frau passirt tst!" Nun?" Sie sollte Thea. ter spielen und da hatte sie plötzlich ln ihrer Rolle das letzte Wort ver geffen."
Orsolge t ?eutsuowefiafrna. Während die allgemeine Aufmerk, samkeit mit Spannung auf die (5nt. Wickelung der Ereignisse in Ostasien gerichtet ist und stündlich Ueberraschungen erwartet, spielt sich das Drama auf dem Kriegstheater in DeutschSüdwestafrika mit einer Planmäßigkeit und Sicherheit ab, die ein wohldrch--dacHes und zielbewußtes militärisches Vorgehen auf Schritt und Tritt erkennen lassen. Die Verwaltung mag vor dem Aufstande vielleicht folgenschwere Fehler begangen haben, der deutsche Soldat thut seine Schuldigkeit! Die neuesten Depeschen aus dem Aufruhrgebiet geben die Gewiszheit. daß die Zeit ernster Gefahr für die Garnisonen im Innern des Landes und namentlich für die vorgesobenen kleinen Militräposten glücklich vorüber ist. Der Draht meldet von neuen Kämpfen bei Otjimbingue. Dieser befestigte Ort liegt in der Luftlinie zwischen Swakopmund und Windhuk. aber weit von der Eisenbahn entfernt, welche die beiden genannten Garnisonen in großem Bogen verbindet. Es wird die Vermuthung ausgesprochen, daß die Truppen auf Eingeborene gestoßen sind, welche den Ansiedlern geftohlenes Vieh in Sicherheit zu bringen versuchen. Die Annahm? dürfte richtig sein, denn Otjimbingue wurde bereits vor Wochen entsetzt, und die Möglichkeit eines erneuten Angriffes der Herero auf die Garnison ist wohl ausgeschlossen. Es ist vielmehr mit Sicherheit anzunehmen, daß der erste und zweite Truppennachschub aus der Heimath, 230 Mann Ersatz und daS Seebataillon, in Swakopmund eingetroffen und sofort die energische Ver folgung der rebellischen Eingeborenen aufgenommen hoben. Ein thatkräftiges Vorgehen ist jetzt unter allen Umständen geboten. Die kleine Schutztruppe vermochte zwar die Bondelzwarts zur Ruhe zu bringen und sich trotz der zersplitterten Kräfte erfolgreich gegen die gewaltige Uebermacht der Herero zu behaupten, es ging aber über ihr Können hinaus, die Ansiedler und deren Eigenthum gegen den unvorhergesehenen Angriff zu schützen. Zu hoher Ehre muh es ihr angerechnet werden, daß sie mit der geringfügigen Unterstützung von 85 Mann des Hadicht" den Kampf gegen den starken Feind aufnahm und aus eigener Kraft die hart bedrängten Garnisonen entsetzte. Freilich war damit nur ein Theil der bedeutenden militärischen Aufgabe erfüllt. Jetzt gilt es, das Ansiedlergebiet von unbotmäßigen Elementen zu befreien, die zerstörten Theile der Bahn wiederherzustellen, den Räubern die Beute abzujagen, die Radelsführer. Mörder und Diebe zu sirafen und vor allen Dingen den gijcn Stamm zu entwaffnen. Erfahrungsgemäß begünstigen Schwäche und Versäumnisse die gefährliche Vorbereitung und Wiederholung derartiger Aufstände, es kann deshalb nicht schnell und nachdrücklich genug gehandelt werden. Die Pflicht dazu liegt hier doppelt vor. da auch aus dem Norden der Kolonie Nachrichten über eine Bewegung im Owambolande eintrafen. Nach dem bisherigen Vorgehen, der Militärbehörden zu schließen, sind diese geneigt, gründlich reinen Tisch zu machen und auch dort wenigstens für schleunige Entwaffnung der Eingeborenen zu sorgen. Die bis jetzt verfügte Verstärkung aus Deutschland setzt sich folgendermaßen zusammen: Ersad 230 Mann, Nachschub vom 21. Januar 813 Mann. Nachschub oom 30. Januar 180 Mann und Nachschub vom 6. Februar 350 Mann. Den Truppenfü'hrern werden somit außer der regelrecbten. durch Ersatz und Freiwillige verstärkten Schutztruppe 1343 Mann zur Verfügung stehen. Es heißt, daß der Marineinfanterie der Dienst in den Garnisonen zufällt, während die Ängrifssbewegungen von berittenen Truppen unter der Führung von mit den Verhältnissen vertrauten Offizieren und Leuten,, die gegenwärtig in den einzelnen Garnisonen zerstreut sind, unternommen werden sollen. Jedenfalls wird die deutsche Regierung die gegenwärtige Streitmacht noch längere Zeit in der Kolonie unterhalten und dauernd stärkere Zimmandos als vor dem Ausstande dort kklassen müssen, wenn sie ihre Schutzbefohlenen und Ansiedler gegen den Wiederausbruch der Raub- und Mordgelüste der Eingeborenen wirksam schützen will.
EinJnterview mitBoris Sarafow hatte der Korrespondent der Franks. Ztg." in Genf. Sarafow. nelcher burt unter dem Nam?n Wladimir Nikolas wohnte, äußerte sich u; a.: Es sei nicht ausgeschlossen, daß die Zentralorganisation der mazeooniscbeu Iewegung nach Genf verlegt werde. Er habe die Absicht, einigen hervorragen--den Persönlichkeiten in Genf den Plan zur Gründung eines internationalen Hilfökomites vorzulegen. Auf die Frage. was er von Bulgarien denke, antwertete er: Dort haben wir die besten Freunde. Fürst Ferdinand bleibt natürlich neutral und ist unö auch sehr gleichgültig; es scheint mir aber, daß die Lage hier befestigter wird. Auf die Frage, waö er jetzt beabsichtige, gab Sarafow zur Antwort: Ich reise nach Rom zurück und werde in Italien die Freun unserer Bewegung besuchen. Dann reise ich wieder nach Mazedo. nien. denn sobald der Frühling kommt, acbt'ft wiritfr lo.
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mmmmmBEBBBBBBssssBBsaassmmm Bor dem Diplomaten d i n e r im Slyseepalast zu Parib tu eignete sich ein lustiger Zwischenfall. Der Gastgeber. Präsident Loubet. plauderte im Empfangssalon, wo sich die geladene Gesellschaft bereits dersammelt hatte, mit einem Botschafter, als der Thürhüter in gewohnter feier. licher Weise die Ankunft eines Gastes ankündigte und Herrn Marineminister Pelletan und Frau meldete. Loubet eilt zur Thür und begrüßt die Angekommenen: Ich bin sehr erfreut. Sie zu sehen, aber ich gebe heute ein Di. plomaten - Diner und habe nicht das Vergnügen gehabt, Sie einzuladen." Pelletan erwidert: ..Sie irren. Herr Präsident, hier ist die Einladungskarte." Loubet liest die Karte und giebt sie Pelletan zurück: Sehr rich. tig, Herr Minister, aber diese Einladung ist für den 4. Februar Nun war es allerdings Herr Pelletan. der das verblüffte Gesicht machte, indessen bat ihn Loubet, da er schon da sei, nun auch mit ihm zu diniren. ES verging allerdings noch eine halbe Stunde, ehe für Pelletan und Frau die ihnen zukommenden Plädan der Tafel ausgesucht waren. Aber die Herren und Damen haben alle herzlich gelacht und die ungeladenen Gäste gern willkommen geheißen. Der diesjährige Hof. b a l l in Athen verlief nicht, wie seine Vorgänger, in ungestörter Harmonie. Während früher die Officiere die Damen begleiteten, in den Sälen des ersten Stockwerks des Schlosses speisen durften, war das sämmtlichen 2fficieren diesmal untersagt. Sie hatten sich ausnahmslos in das zu diesem Zweck im Schloßhof errichtete Zelt zu begeben, wo da gemeinsame Souper stattfinden sollte. Es scheint nun, daß mehreren Officieren dieser Befehl des Königs nicht rechtzeitig bekannt wurde, so daß sie sich trotzdem mit ihren Damen zum Souper in die oberen Räumlichkeiten des Schlosses begaben. Bom Flügeladjutanten des Königs, Oberst. leutnant Wakaloglos. aufgefordert. ihre Plätze zu verlassen, erhoben sie Einspruch mit der Bemerkung, das könne erst geschehen, wenn sie für ihre Damen andere Herren aefunden hatten. Erzürnt darüber, daß seinem Befehl nicht sogleich Folge geleistet wurde, bestrafte der Flügeladjutant mehrere der jüngeren Office mi: Stubenarrest. Einer unliebsamen Auftritt führte auch der Uebereifec ei. Niger Geladenen herbei, sich an den im Zelt aufgeschlagenen Tischen einen gu ten Plad zu sichern. Noch ehe die Sollperstunde gekommen war, hatten sie das Zelt gestürmt, und alö sie trotz der Aufforderung des Flügeladjutanten ihre Plätze nicht verließen, mußten die Gasflammen ausgelöscht werden, so daß eine Panik unter den nun ängstlich auseinanderstiebenden Herren und Damen auöbrach.
Die gute Freundin. Mein Mann laßt sich in den Verein der Alkoholgeqner aufnehmen !" Sein Hauptgrund wird wohl sein, dai er Dich nicht doppelt sehen will'.-
Die Bewegungen in Korea. Tokio. 24. Febr. (bei der Ueber. Mittelung verspätet). Bald nach dem
Kriegsausbruch nahm man in gewissen
( Kreisen ein rasches Vorrücken der Ruf
y nach Süden, mit Ptng ?)ang al
Ziel, in Aussicht. Die Meinng schien durch dos spaten Austauchen von rus
