Indiana Tribüne, Volume 27, Number 156, Indianapolis, Marion County, 23 February 1904 — Page 6
Jndiana Tribüne , . Februar 190
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Europäische Nachrichten.
Provinz KchkelZen. B r e s l a u. In dem zu? Zeit leer stehenden Haus Hobrechtufer 19 fand der Verwalte? die Thür des Küchenraumes von innen verschlossen. Nach Oeffnung der Thür entdeckte man in dem Raum zwei Leichen und zwar die des obdachlosen Arbeiters Hermann Reiß und der gleichfalls obdachlosen Arbeiterin Johanna Aulich. Die Leichen lagen dicht an der Thür kreuzweise übereinander, mit den Gesichtern nach unten. In das Haus haben sie sich eingeschlichen, um dort zu nächtigen. und sind vielleicht infolge starken Alkoholgenusses verstorben. Die bekannte Blumenhandlung der Kunstund Handelsgärtnerei von Adalbert Ullrich (Inhaber Jo. Ullrich). Rosentheil bei Breslau. feierte das Ljährige Bestehen des Geschäftes auf der Gartenstraße No. 57, Ecke Neue Schweid. nitzerstraße. G r ä n o w i tz. Ein Fest, welche? zu den allerseltensten gehört, nämlich die eiserne Hochzeit (nach 70jähriger tfhe), t)Qt das Häusler Püschel'sche Ehepaar Hierselbst begangen. Der Jubelbräutigam ist 93 Jahre alt, die Jubelbraut 94 Jahre. Beide erfreuen sich noch verhältnißmähiger Rüstigkeit, sodah sie noch im Stande sind, allein ihrer kleinen Häuslichkeit vorzustehen. G ö r l i tz. Futtermeister und Schweizer Aloys Thienel aus Köslitz. der in der Nacht zum 13. October seine Ehefrau Selma. geb. Müller, Vorsatzlich getödtet hat. stand kürzlich vor dem hiesigen Schwurgericht. Er bekannte sich auf eindringliches Befragen durch den Vorsitzenden der vorsätzlichen Tod tung seiner Ehefrau schuldig, bestritt aber, die That mit Ueberlegung ausgeführt zu haben. Der Wahrspruch der Geschworenen lautete: Schuldig des Mordes" und Thienel wurde darauf zum Tode verurtheilt. H a y n a u. Ein entsetzlicher Unglücksfall ereignete sich in der hiesigen Papierfabrik. Arbeiter Müller gerieth mit dem Arme zwischen eine zum Trocknen des Papiers bestimmte glühendheiße Walze und den darüberlausenden Filz. Dabei wurde der bedauernswerthe junge Mann so fest einge klemmt, dafe man erst die Maschine zum Stillstand bringen und den Dampf ablassen mußte,' ehe man den Arm befreien konnte. Der Arm ist bis auf die Knochen verbrannt, so daß diese schwarz erscheinen und der Aerm ste vor Schmerz bewußtlos wurde. Zfrovinz 'Zfoscn. Posen. Auf dem Grundstück Grabenstraße 29 wurde das Fundament eines abgebrochenen Hauses gelockert und sollte auf einmal umgestürzt werden. Dabei wurde der Ar veiter Pohl verschüttet und erdrückt. Der Arzt konnte nur noch den Tod feststellen. F o l l st e i n. Die Besitzersfrau Witt ließ sich in der Nähe der Blockstation durch einen Personenzug überfahren. Sie stellte sich mitten auf das Geleise und wurde durch den Puffer der Maschine die Böschung herabgeschleudert, wo sie todt liegen blieb. Grund zu dem Selbstmord sind Schwermuth und Kummer. Die Witt'sche Besitzung wurde kürzlich durch Brand fast gänzlich zerstört. G n e s e n. Durch KohlengaS ist ein elfjähriger Knabe der Wittwe Strehsau auf der Neustadt erstickt. Die Frau hatte den Ofen geheizt, worauf sich beide zur Ruhe begaben. Leute fanden die Frau bewußtlos im Bett, der Knabe war bereits todt. An dem Aufkommt der Frau wird gezweifelt. Jnowrazlaw. Maschinenputzer GranSkowSki gerieth zwischen die Puffer. Er erlitt Quetschungen, die den sofortigen Tod herbeiführten. Kurz darauf wurde der Rangirmeister Lllllwitz vom I-Zuge überfahren. Der Verunglückte starb auf dem Transport nach dem Krankenhause. O st r o w o. Ein schwerer Schicksalsschlag hat die Familie des Monteurs Klclbecki Hierselbst heimgesucht. Nachdem in ganz kurzer Zeit drei Kinder gestorben sind.erlag jetzt der 36jährige Ehemann einer Blutvergiftung. die er sich durch einen Eisens?iitter bei der Arbeit in der Kraszkowskischen Maschinenfabrik zugezogen hat. P a p r o t s ch. Dienstmädchen Bertha Kraft ließ sch von einem Eisenbahnzuge überfahren. Sie war sofort todt. Als Ursache wird angeführt, daß die Kraft auf einem Tanzvergnügen betrunken gemacht und dann verführt worden ist. AusSchamgefühl und Reue ist sie in den Tod gegangen. R a witsch. Sanitätsrath Dr. Dyrenfurth beging das 25jährige Jubiläum als Kaiserarzt des hiesigen Gesundheitspflege - Verein. Aus diesem Anlaß begab sich der Vorstand in die Wohnung des Jubilars und überreichte diesem als Andenken einen prachtvollen silbernen Weinkrug. S ch w a r z e n a u. Die dem Ackerbürger Johann Kost:nSki gehörige Holländer - Windmühle brannte vollständig ab. Sch u bin. In unem Torfgraben bei Blumenthal wurde die Leiche des Arbeiters Wilhelm Freimark ge. funden. Er hatte sich Mitte November hierher begeben und war nicht zurückgekehrt. Wahrscheinlich hat er den Weg verfehlt und ist verunglückt. Provinz Sachsen. Magdeburg. Das hiesige
Schwurgericht verurtheilte den V.xU ter Blumenthal wegen Nothzucht, die vom Angeklagten mit dem Messe? in der Hand an einem 15jährigen Mädchen in heller Mittagsstunde verübt wurde, zu fünf Jahren Zuchthaus. , Dem Obersteuermann Gerloff und dem Steuermann Teller wurde die Rettungsmedaille am Bande und dem Schornsteinfegermeister Conrad das Kreuz des Allgemeinen Ehrenzeichens verliehen. B ör necke. Bergarbeiter Wilhelm Schneider von hier, der im August im Streite einen anderen Arbeiter erstochen und des letzteren Vater schwer verletzt hatte, sodann aus dem Gerichtsgefangniß in Egeln ausgebrochen und verschwunden war, ist jetzt in Ebersrode bei Freyburg a. Unstrut. woselbst Schneider unter falschem Namen seit einiger Zeit auf einem Gute diente, ermittelt und verhaftet worden. Eichenberg. Auf dem hiesigen Bahnhofe ereignete sich ein gräßliches Unglück. Der Ranairer Wilhelm Albrecht gerieth beim Rangiren unter die Räder, sodaß ihm der Kopf vollständig vom Rumpfe getrennt wurde. H n u r ö d e n. Infolge Blutvergiftung verltarb hier der 27 Jahre alte Landwirth Aldt Stämker. I ü b a r. Der hiesige Altsitzer Pasemann stürzte infolge eines Radbruches in Bornsen von dem von ihm geführten Wagen so unglücklich herab, daß er das Genick brach und sofort todt war. Halle a. S. Wegen Betruges in wiederholtem Rückfall wurde von der hiesigen Strafkammer der Kaufmann Eduard Hollerung von hier zu 5 Iahren Zuchthaus verurtheilt. Die Bestrafung erfolgte wegen Cautionsschwindeleien. Leitzkau. DasHofmeister Kriotsch'sche Ehepaar hierfelbst feierte seine goldene Hochzeit im Kreise von Kindern, Enkeln und Verwandten. Schönebeck. Eine große Blutlache am Bahnhofsübergang an der Salzerstraße verkündete letztens den Passanten, daß dort das Messer wieder eine Rolle gespielt habe. Die Thäter sind auS Fermersleben. Sie derfolgten andere und glaubten, diese feien in die Wä?terbude am Bahnüberaang geflohen. Als sie versuchten, in das Wärterhaus einzudriiiaen, verwehrte ihnen der Bahnwärter Mille dies, worauf ihm einer der Angreifer einen Messerstich in den Oberarm versetzte. Der Stich traf die Schlagader und verursachte schweren Blutverlust. Ummendorf. Von einem bedauerlichen Unglücksfall wurde der 65jährige Altsijer Berke getroffen. Als e? mit feinern Gespann im benachbarten Eisleben um eine Straßenecke biegen wollte, wurde er aus der Schooßkelle geschleudert und gerieth unter die Räde?. Ihm wu?de ein Arm und ein Bein abgefahren. Nach Anlegung eines Nothverbandes wurde der Schwerverletzte dem Magdeburger Krankenhause zugeführt. Provinz Knnover. Hannover. Kürzlich waren 26 ayre oergaiia.cn, seitdem der ttonigliche Kammermusiker und Fürstlich' Lippe'sche Kammervirtuose Richard Lorlederg Mitglied des hiesigen Königlichen Orchesters wurde und in dem Musikleben der Stadt und des Lande feine Thätigkeit begann. Von Rowdies überfallen und zu Boden geschlagen wurde der Arbeiter Paul Refzka aus Peine beim Passiren der Deiterstraße. Die Verletzungen, die der Uebe?fallene erlitten hat. sind der artig, daß seine Ueberführung in das Krankenhaus nothwendig wurde. Sein Mjähriges Dienstjubiläum konnte Aanzleirath Degener vom Polizeiprästdium begehen, aus welchem Anlasse dem verdienstvollen Beamten von allen Seiten herzliche Glückwünsche zu Theil wurden. C e l l e. Der hiesige Rechtsanwalt Justizrath Thiele konnte auf den Tag zurückblicken, an welchem er vo? sechzig Jahren in den vormals hannoverschen Justizdienft eingetreten ist. Aus diesem Anlaß wurde ihm der Rothe Adlerorden dritter Klasse mit der Schleife und der Zahl 60 verliehen. Esplingerode. Auf dem Grundstücke der Wittwe Huch brack Feue? aus. das trotz kräftigen Eingreifens der Feuerwehr Wohnhaus und Hintergebäude in Asche legte. G ö t t i n g e n. Wittwe Christine Lotz-, geb. Fischer, vollendete ihr 100. Lebensjahr. Sie war 25 Jahre als Wärterin in der Anatomie thätig und Hai nach Aufgabe dieser Thätigkeit 25 Jahre für die ehemals hier bestehende Wildprethandlung des Fräulein Friedenke Rosenkranz Wildpret ausgetragen. Groß-Jlsede. Auf dem Hüttenterrain wurde der 22jährige Hilfsbremser Müller aus Gadenstedt beim Rangi?en von einem Zuge über Brust und Leib gefahren und sofort getödtet. Me p pe n. Im Alter von 89 Jabren starb hier nach längerer Krankheit Justizrath August Schwicker. Er stedelte vor reichlich 25 Jahren von Ascher.dorf als Rechtsanwalt nach hier über R i n g e l h e i m. Cigarrenfabrikant Opvermann hat sich hier erhängt. Von seiner Familie, einer Frau und zwei Kindern, hat er in einem Briefe, den er den Genannten zurücklieh. Abschied genommen. Da der Erhängte ein nüchterner und auch allgemein geackieter Mann war, so darf wohl an-
genommen werden, daß er die unglückliche That in einem Anfall v n Geistesgestörtheit ausführte. S t a d e. Im nahen Drochtersen brach Feuer aus. Es brannte zunächst eine Scheune und dann das Wohnhaus des Hof- und Ziegeleibesitzers Johannes von Allwörden. Wey Hausen bei Unterlüß. Im Alter von 38 wahren am tzerzscklaae gestorben ist hier der Sofbesitzer William Michaelis. Wegen seines riesigen Grundbesitzes (über 4.000 hannover'sche Morgen) wurde er wohl scherzweise der ..Haidkönig" genannt. AroVinz Mel?sren. Münster. Verliehen ist dem Landgerichtspräsidenten a. D. Freyse zu Bielefeld der Rothe Adlerorden 3. Klasse mit der Schleife, dem SteinHauer Heinrich Wienecke genannt Mette zu Anrechte. Kr. Lippstadt, das Allgemeine Ehrenzeichen, und dem Zimmergesellen Heinrich Kemler zu Wer ne, Kr. Lüdinghausen, die RettungsMedaille am Bande. A l t e n d e r n e. Auf recht traurige Weise kam der Arbeiter Johann Ledwon von hier zu Tode. Er trug Streichhölzer lose in der Westentasche bei sich, welche in Brand geriethen und ihm so die Kleidung vom Leibe herunterbrannten. Ledwon trug verartige Verletzungen davor, daß er an den Folgen im Krankenhause verstarb. Bochum. In der chemischen Fabrik von Gustav Schulz erfolgte kürzlich eine gewaltige Explosion. Die Theerdestillation stand sofort inFlammen. Vollständig zerstört ist die Maschinenhalle, das Ammoniaklager, eine Batterie Koksöfen, ein großer Theerkessel; zwei weitere größere Theerkessel konnten noch rechtzeitig entleert werden. Der Materialschaden wird auf über U Million Mark geschätzt. Dortmund. Beim Abladen eines Schleifsteines im nahen Hombruch gerieth der Feilenhauer A. Drawinski unter denselben und war sofort todt. Emsdetten. Hier starb vor Kurzem der Knecht Theodor Schäfer im Alter von 75 Jahren. Von seinem arbeitsreichen Leben verbrachte dieser brave Mann nicht weniger als 54 Jahre im Dienst der Familie Joseph Beckjunker hieselbst. G ü t e r s l o h. Auf dem hiesigen Bahnhofe verunglückte der Zugführer Schäfer aus Minden. Dieser wollte vor dem heranbrausenden Schnellzuge das Geleise noch überschreiten, wurde jedoch von der Maschine gefaßt und mitten durchgeschnitten, sodaß die Eingeweide umherlagen. L ü d e n s ch e i d. Der im besten Mannesalter stehende Fabrikant Emil Rahmede starb plötzlich infolge eines Schlaganfalles. Der Verstorbene war seit vielen Jahren Stadtverordneter und Mitglied der Handelskammer. Neuwarendorf. In dem Kft terhause des Gutsbesitzers Lange, von den Köttern Koch und Schröder bewohnt, entstand Feuer. Das Gebäude wurde vollständig eingeäschert. S u n d e r n. Knecht Oberröhrmann wollte einen zwei Centner schweren Sack mit Mehl auf den Boden tragen, glitt aber dabei aus und fiel so unglücklich, daß das Schlüsselbein brach und in die Lunge drang. Der 32jährige kräftige Manr. ist seiner schweren Verletzung nach großen Schmerzen erlegen. V ö l l i n g h a u s e n (S o e st). Zur Feier des 25jährigen Dienstjubiläums des Hierselbst wohnendenLandraths Kammerherrn Frhr. von Bockum - Dolffs er war von 1872 189? Landrath des Kreises Bochum, und von 1879 ab. also bereits 25 Jahre lang, Landrath des Kreises Soest wurde ein Fackelzug veran-staltet.
In das Garnison ge fängnih zu Ostrowo wurden dieser Tage fünf Deserteure der preußischen Armee eingeliefert. Die Leute hatten innerhalb der letzten sieben Jahre in Preußen Fahnenflucht begangen und sich nach Rußland gewandt. Dort n egen Vergehen und Verbrechen zu Gefängnißstrafe und Verschickung nach Sibirien verurtheilt, fanden sie sich in der Deportationöcolonne und faßten den Entschluß, zu entfliehen. Die Flucht gelang ihnen auch, denn sie erreichten nach einer entbehrungsreichen und mühevollen Wanderung Ostrowo. wo sie sich dem Ortsgendarmen als Deserteure zu erkennen gaben und ihre Jnhaftnahme verlangten. Die Fah nenflüchtigen haben ihren Freiheitsdrang schwer büßen müssen, denn sie erklärten, daß Sibirien, dem sie glücklich entronnen sind, einfach eine Hölle sei. Für die Zeit seines LebenS hat sich ein Forftgehülfe in der Nähe Nürnbergs durch leichtsinniges Umgehen mit Strvchnin geschädigt. Er wollte Füchsen mit Gift nachstellen und benutzte zum Einführen deS Giftes in die Brocken sein Toschenmesser. Mit dem gleichen Messer aß er später eine Wurst. Nach dem Genuß traten sofort Lähmungserscheinungen am ganzen Körper aus. Der Forstgehülfe befindet sich zur Zeit schwer krank in ärztlicher Behandlung. Man fürchtet, daß die Lähmung bleiben wird, auch wenn e? mit dem Leben davonkommt. DaS Gift habe sich in der im Messer eingeschlagenen Kerbe befunden, die nach Berührung deS Messerö mit dem Gift nicht gehörig gereinigt worden war.
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Den weiblichen Studiren den an der Königsberger Universität ist von der medizinischen Fakultät nunmehr die Theilnahme am Unterricht in der Anatomie, und zwar separat, gestattet worden. ch 0 Der deutsche Verein für Frauenstimmrecht richtete an denReichstag da Gesuch: Bei der bevorstehenden ReVision des Börsengesetzes vom 22. Juni 1896 die Bestimmung aufheben zu wollen, die das weibliche Geschlecht vom Besuch der Börse lusschließt." ch Zum Direktor der Augenheilkunde in Tislis ist in Oesterreich - Ungarn Dr. Rola Putitia ernannt worden. Sie war die erste Frau, die vom öfterreichischen Kaiser die Erlaubniß zur Ausübung der ärztlichen Praxis erhielt. Sie war früher in Salzburg eine viel gesuchte Augenärztin und heirathete später in Wien den Dr. Kerschbaumer. ch ch ch Der Bund deutscher Frauenvereine in Wiesbaden hat zwei Petitionen betreffend die Eröffnung der landwirthschaftlichen Schulen für Frauen sowie die Anlegung von Schulgärten an die landwirthschaftlichen und Kultusininisterien der Bundesstaaten Preußen. Bayern. Königreich Sachsen. Württemberg, die letztere Peiitrvn auch an die Kultusministerien von Baden und Hessen abgesandt. ch ch ch In der philosophischen Fakultät derUniversität Bern promovirte Fraulein S. Marie Joachimi aus Nordhausen WM Dr. Phil, mit ..summa cum laude". Frl. Joachimi. Tochter des verstorbenen Betriebssekretärs Joachimi. steht im 28. Lebensjahre. Sie war früher vertretungsweise Lehrerin an der Mädchenschule in Nordhausen. In Bern studirte sie seit dem Wintersemester 1900. ch ch ch Kürzlich wurde bei der Polizeidirektion in Wien die ..Oesterreichische Centrale zur Bekämpfung des Mädchenhandels" eröffnet, die auf Grund der Pariser internationalen Konvention vom Jahre 1902 eingerichtet wird und künftighin mit den zwei jetzt schon bestehenden (für Amerika und Deutschland) und in allen Staaten der Welt noch zu errichtenden gleichen CentralInstituten einen allgemeinen Beobachtungsdienit durchführen soll. ch ch ch Die kleine fünfjährige Marie Alexander. Tochter des Herrn Alexander in Indianapolis. Ind.. hat die Reise von Toledo. Ohio. bis Jndiana. nakezu 300 Meilen, allein zurückgclegt. Sie reiste mit einem großen Zettel am Halse, der ihren Namen und Bestimmungsort angab und wurde unterwegs überall mit großer Aufmerksamkeit behandelt. Das arme Kind ist heimathlos. Mutter und Vater leben getrennt und so wird es von einem Ort zum andern geschickt. ch ch ch In Butler. Pa.. erschien unlängst eine Reiterin, deren Aeußeres großes Aufsehen erregte, so daß der Sheriff sich genöthigt sah. sie zu verhaften. Da stellte es sich dann heraus, daß die Reisende ein Frl. Alois Andley aus Ozarl. Mo., war. Sie gehörte zur Secte der Shaker und wollte von der Farm ihres Vaters, der eine 700 Acre große Viehfarm in Mount Morris. N. D.. betreibt, auf ihrem getreuen Pony nach Missouri reiten. Frl. Alvis behauptete. ihr kleiner Hund, der ihr folgte, sei aller Schutz, dessen sie bedürfe. Da sie auch erzählte, daß sie ein ..College Girl" war. ließ sie der Sheriff natürlich ruhig weiter ziehen. Und da sagt man noch, die Romantik sei ausgestorben! O Daß es im Alterthum bereits Stenographinnen gab. darauf macht Dr. Heraens im Archiv für Stenographie aufmerksam. In Rom fand man im Jahre 1889 auf der Via Tiburtina eine Grabschrift, die zu deutsch lautet: Den Manen geweiht. Der griechisehen Stenographin (Notariae) Apate. die 25 Jahre gelebt hat. hat Pittosus diesen Grabstein setzen lassen als seiner lieben Gemahlin." Apate scheint Stenographin für das Griechische gewesen zu sein. Jedenfalls hat es weibliche Kalligraphen und Stenographen vor mehr als anderthalb Jahrtausenden geaeben. und Apate scheint zudem auch als verheirathete Frau den Beruf als Stenographin noch ausgeübt und dabei den armen Pittosus in den wenigen Jahren der Ehe sehr glücklich gemacht zu haben. Die Frau konnie also schon damals einem Berufe obliegen und doch eine liebe Gemahlin" sein. Der siebzigste Geburtstag der Frau Professor Pauline Bohn. der Mitbegründerin des Vereins Frauenwohl" in Königsberg, den sie 14 Jahre lang geleitet hat. der unermüdlichen Borkämpferin auf den verschiedensten Gebieten der sozialen Hilfsarbeit, gestaltete sich zu einer Reihe festlicher Kundgebungen zu Ehren der Jubilarin. Zahlreiche Vereine hatten Deputationen entsandt, ebenso der Magistrat der Stadt. Bürgermeister Kunckel sgte in seinem Glückwunsch, die
Arbeit der Jubilarin in der kommu nalen Armen- und Waifenpflege sei allezeit von der Stadt mit Freuden begrüßt worden. Sie haben für alle ein Herz gehabt und haben allen geholfen, den Alten, die erwerbsunfähig waren, den Kindern, die weiblicher Pflege bedurften, der Jugend, die Sie erwerbsfähig zu machen sich bemühten. Sie haben es bei uns als die Erste bewiesen, wie Tüchtiges die Frau in der Öffentlichkeit leisten kann im Dienst der Armen- und Waifenpflege." ch ch ch Nach wer Enquete der Organisation der Textilarbeiter in Gent, unter deren 1200 Mitgliedern sich 800 Frauen befinden, ist die Kindersterblichkeit unter den Kindern dieser Arbeiterinnen erschrecklich groß. Es kommen fält nur kranke Kinder auf d':e Welt.. 72 Prozent der Kinder unter fünf Jahren sterben an den Krankheiten. die sie mit auf die Welt gebracht haben. Durch die traurigen rgebnisse dieser Enquete sah sich die bclgische Regierung veranlaßt, gleichfalls eine Untersuchung vorzunehmen, und Zwar über die Sterblichkeit der Kinder der Arbeiterinnen aller Branche ; es ergab sich eine Kindersterblichkeit von 55 Prozent. Die Organisation der Textiler entfaltet nun. auf dieses Material gestützt, eine lebhafte Bewegung dafür, daß die Regierung die Arbeitszeit der Arbeiterinnen im Interesse der Volksgesundheit gesetzlich kürzen solle. Im Oktober des letzten Jahres brach ein Streik unter den Telegraphboten in Boston aus. Da der Ausstand ein allgemeiner war. kamen die Beamten auf den Gedanken. Mädchen an Stelle der Jungen zu engagiren und 130 Mädchen waren bald in Amt und Würden. Dieser Wechsel hat sich nun zu Gunsten des weiblichen Geschlechts gestaltet. Die Beamten sind mit dessen Führung außerordentlich zufrieden und haben die meiftcn Mädchen, wenigstens für die Tageszeit, beibehalten, und für solche Distrikte, in die nicht gut ein anständiges Frauenzimmer ge hen kann. Wenn es auch sein gutes Zeichen ist. daß die Mädchen sich immer mehr und mehr der häuslichen Beschäftigung entfremden, so muß doch anerkannt werden, das; sie sich in Stellungcn. die sie einmal errungen haben, auch zu behaupten wissen, und das ist doch wenigstens etwas werth. ch ch Fräulein Marie Charlotte Pancritius in Königsberg wird als erste Dame in der philosophischen FaZultät der Albertina zum Dr. phil. und Magistra der freien Künste promovirt werden. Ihre Dissertation handelt über Assyrische Kriegführung von Tiglat-pilcser den Ersten bis auf Mamsie-adad den Dritten." Die drei Doktorfragen, die sie öffentlich vertheidigen wird, sind gleichfalls der al, ten Kriegsgeschichte entnommen. OpPonenten sind die DDr. W. Pelka und A. Motzki. Fräulein Pancritius ist in Jnsterburg am 20. Navember 1859 als Tochter des inzwischen vensionirten Zahlmeisters und Rechnungsrahes Pancritius geboren. Sie hat die Tochterschule erledigt und widmete sich dann privatim dem Studium der neueren Sprachen. Literatur und einzelnen Llaturwissenscr.sten: später beschäftigte sie sich fast ausschließlich mit Ethnologie. insbesondere Volkskunde und vergleichender Mythologie. Erst spät seit dem Sommersemester 1899 begann Fräulein Pancritius das Stu dium an der Albertina, wo sie Vorzugsweise Orientalia und ältere Geschichte hörte. Am 26. November 1903 be. stand sie vor der philosophischen Fo kultät das Examen rigorosum. Kühne Rettung. Als sich jüngst an einem Nachmittage Hunderte von Personen auf der Eisbrücke unterhalb der Niagarcrfälle. N. Y.. befanden. löste sich dicht beim Eisberg eine Scholle los. auf welcher sich John Morrison aus Buffalo befand, und begann sich zu drehen. Fast in demselben Augenblicke stürzte ein Knabe Namens Murty vor dem Eisberg in offenes Wasser, und Morrison, welcher sich auf der jetzt den Whirlpool zuschießenden Scholle befand, streckte sich flach auf derselben aus und zog den mit den Fluthen kämpfenden Knaben bei den Haaren aus der Fluth. Die Volksmenge warf dem kühnen Retter Seile zu. Morrison war so glücklich, eines derselben zu erfassen, und der Retter und Gerettete wurden dann nach der Eisbrücke gezogen. In der Wüste umgekommen. Eine Anzahl Feldmesser, die mit den Vorarbeiten für die projektirte San Pedro. Los Angeles & Salt Lake-Bahnlinie beauftragt sind, haben mitten in der Nevada-Wüste. zwischen Moapa und Los Vegas. Nev.. 30 Leichen von Männern gefunden, die äugenscheinlich elend umgekommen sind. Die Verunglückten waren, wie man glaubt. Arbeiter, die den Marsch durch die wasserlose Einöde unternahmen, ohne gehörig mit Vorräthen von Wasser und Lebensmitteln ausgerüstet zu sein. Die Todten fand man in du Nähe der Dead Man's Well." einer mitten in der Wüste gelegenen Quelle, deren trüdes Wasser wohl auf kurze Zeit den Durft lindert, aber dem, der davon trinkt, sicheren Tod brinat.
Better Seroeio. Das Gefchlecht der Grafen Xheim war früher ja wohl fehr reich?" Freilich! Die Zheimö sind so reich ge. wesen, daß nach der Verarmung des Großvaters noch zwei Generationen der NamUie vm Kredit leben konnten."
