Indiana Tribüne, Volume 27, Number 155, Indianapolis, Marion County, 22 February 1904 — Page 6

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EnropÄische Nachrichten. Zfrovinz Prc-ndenburg. Berlin. Im Friedrichshain tu schoß sich der 36 Jahre alte Weißger. vtr August Vollralh aus der Ärelsswalderstraße 28. der seit längerer Zeit lungenkrank und arbeitsunfähig war. Man fand ihn todt auf einer Bank im Hain sitzend. Mit einem Revolverschuß in die rechte Schläfe hatte er seimm Leben ein Ende gemacht, weil er an der Heilbarkeit seines Leidens vcrzweifelte. Das Opfer eines doppelten Unfalls ist der 53 Jahre alte Handelsmann Johann Palaszek aus der Soldinerstraße 104 geworden. Der Mann hatte über seinem Pferdestall einen Taubenboden. Als er dort hinaufsteigen wollte, um die Tauben zu füttern, trat er fehl, stürzte von der Leiter uno fiel dient neben sein junges Pferd, das er erst vor kurzem gekauft hatte. Das Thier scheute, schlug aus. sprang umher und traf ihn mehrmals so unglücklich, daß er sich außer inneren Verletzungen mehrere Rippenbrüche zuzog. Im Hedwigskrantenhause starb der Verunglückte an den Folgen des Unfalls. Ihr 40jähriges Thätigkeits-Jubiläum als StadtHebamme beging die 70jährige Frau Wilhelmine Dembowski. Weberstraße 39-40. Die Maurerfrau Zickrow aus der Dunckerstraßc 22 reinigte ihre Wohnung, während ihr einziges Kind, der ein Jahr alte Erich, ihr zusah. Der kräftig entwickelte Knabe ging dabei umher und fiel in einem unbewachten Augenblick mit dem Kopf in ein Gefäß mit kaltem Wasser. Als die Mutter ihn in dieser Lage fand, war er bereits erstickt. Den Tod in den Flammen erlitten hat die elfjährige Tochter des Kürschnergehilfen Liznerski. Das Kind spielte mit einer gleichaltrigen Schwester und einem acht Jahre alter. Vetter in der Wohnung, während die Eltern abwesend waren. In dem Zimmer, in dem sich die Kinder aufhielten, brannte eine Petroleumlampe, welche umfiel und das Zimmer in Brand setzte. Tödtlich verunglückt ist der Gärtner Albert Wieck aus Biesenthal, der hier beschäftigt war, als er nach Feierabend vom Stettiner Bahnhof nach Hause fahren wollte. Er fiel auf der steinernen Bahnhofstreppe so unglücklich, daß er einen Schädelbruch erlitt und bald darauf in der Charit starb. Potsdam. Der frühere Direktor der hiesigen Gasanstalt. Carl Blume. der 32 Jahre im Dienst der Deutschcn Continental - Gas - Gesellschaft stand, ist rm Alter von 83 Jahren hier gestorben. F r i e s a ck. Ein vorgeschichtlicher Fund wurde jüngst bei Karolinenhof auf dem Acker des Grafen Karl v. Bredow auf Burg Briesack zu Tage gefördert. In einer Tiefe von 1 Meter fand man ein menschliches Skelett, das. nach den dabei vorhandenen Beigaben zu urtheilen, auf ein Alter von 2500 bis 3000 Jahren zu schätzen ist. Neben dem Gerippe lag ein größeres, gemusterter Urnenstück, zwei kleine Steinbeile, verschiedene steinernePfeilspitzen, ein kleines Steinmesser und ein bearbeiteter Schleuderstein. L e h d e. Letztens wurde hier einer der letzten Wenden deö Dorfes zur ewigen Ruhe geleitet, nachdem erst am 23. März vergangenen Jahres ein solcher, der alte ehrenfeste Kahnbauer Richter, daö Zeitliche gesegnet hatte. Der jetzt Bestattete, der 87jährigeAuSziigler Johann Koal, war ein hochgeachtete? und beliebter Mann. In der Jugendzeit dieser Männer vollzog sich der Uebergang der wendischen Sprache in die deutsche. Frovtnz Ostpreußen. K ') 7 i g s b e r g. Geheimer Justiznth Professor Dr. Güterbock ist aus seinen Aemtern als Stipendienkurator und erster Deposttarius der Universität, welche er 56 Semester ununterbrochen verwaltet bat, geschieden. Braunsberg. Für treue Diensie wurde Oberlandbriefträger Wegner durch den Postdirektor die vom Kaiser gestiftete silberne Uhr mit dem Bildniß des Kaisers überreicht. Wegner ist 43 Jahrc im Postdienst. Remmerödorf. Präzeptor Annies wurde von hier nach Aulowö nen versetzt. Annies hat 25 Jahre hindurch als Lehrer und hiesiger Kir chenbeamter seines Amtes gemalt. Reddenau. Ein großes Unglück yat den Besitzer Schmauk betroffen. Während er selbst sich auf einer Besuchsreise befand, ging sein elfjähriger Sohn mit Erlaubniß der Mutter auf den zugefrorenen Teich, wagte sich jedoch zu weit nach der Mitte, wo das Eis noch mürbe war. und brach tx Auf sein Angstgeschrei eilte die Mutter herbei und stürzte verzweifelt und blindlings nach der Stelle, wo ihr Sohn üm sein Leben kämpfte. Bevor sie ihn aber erreichte, brach auch sie ein und versank. Einer Frau, welche das Unglück angesehen hatte, gelang es noch, der Frau eine lange Stange zu reichen, mittelst deren sie die Verunglückte noch im letzten Augenblicke rette. Der Knabe war aber inzwischen unter dem Eise versunken. Er konnte erst nach einiger Zeit als Leiche herausgezogen werden. S t u m b e r n bei Goldap. Dem Besitzer Kutz'schen Ehepaar wurde auS Anlaß der goldenen Hochzeit die EhejubiläumSmedaille verliehen. Schippenbeil. Den Arbeiter

Kowaleöki auS Roseschatzken fanv man hinter einer Scheune im Schnee bewußtlos liegen. Dort mo,g er schon längere Zeit zugebracht haben, denn der Körper war steif gefroren. Man brachte den Kowalewski sofort unter Dach und verabsäumte nichts, um ibn wö Leben zurückzurufen. Die Bemuhungen waren leider vergebens. T a p i a u. Dem Gerichtsdiener Brachmann Hierselbst ist auS Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen worden: dieses wurde ihm von dem aufsichtführenden Richter im Beisein der übrigen Gerichtsbeamten feierlich überreicht. Mdovinz Mestpreußen. D an zig. Der Geh. MarineBaurath und Hafen - Direktor Bieske von der hiesigen kaiserlichen Werft ist zum 1. Mai d. I. mit der gesetzlichen Pension in den Ruhestand versetzt. Der Kreisthierarzt Max Jortenbacher ist um Kreisthierarzt für den Kreis Danziger Hohe ernannt worden. C a r t h a u s. Auf die Stelle des Bezirtsoffiziers Hierselbst, welche seit Jahresfrist unbesetzt war. ist der Hauptmann z. D. v. Schmid' versetzt worden. D i r s ch a u. Sein 50jähriaes

Dienstjubiläum feierte der Küster an der hiesigen evangelischen St. GeorgenKirche, Goenck. E l b i n g. Ter Fabrikgesangverein der Löser und Wolff'schen Cigarrenfabrik beging die Feier seines 25jährigen Bestehens. Der auf einem Zcdler'schen Dampfer beschäftigte 21 Jahre alte Matrose Borowski hatte eine Reihe von Schanklokalen besucht und war nicht nach Hause gekommen. Bald darauf fand man ihn im Elbingflusse (in der Nähe des Aschhofsgrabens) im Eise eingefroren. In trunkenem Zustande hat der Verunglückte wahrscheinlich den Elbing überschreiten wollen, ist eingebrochen und ertrunken. G a r n s e e. Auf der Nebenbahnstrecke Garnsee - Lessen, in der Nähe der Haltestelle Schönbrück, wurde der Arbeiter Bencke ans Groß-Schönbrück von einem Zuge überfahren und getödtet. H a m m. Dem Hilfsrangirer N. Reekmann aus Walstedde wurden hier bei Ausübung seines Dienstes beide Beine abgefahren. Jserlohn. Fabrikarbeiter I. Holstein stürzte so unglücklich die Treppe hinunter, daß er einen schweren Schädelbruch erlitt und in das Krankenhaus verbracht werden muh' te. Dort ist er seinen Verletzungen erlegen. K o n i tz. Buchdruckereibesitzer Theodor Kämpf ist nach langem, schwerem Leiden hier gestorben. Kämpf war in den Jahren 1892 bis Ende 1898 Verleger des Konitzer Tagesblatte. L ö b a u. Eine Scheune des Gutsbesitzers Rozwadowski auf Ludwigshöfchen wurde vollständig eingeäschert. Marien (Dortmund). Im Verlaufe eines Streites warf der Bergmann Faoer seine Frau durchs Feniti dev dritten Stockwerkes. 3ht Frau starb an den erlittenen Verletzungen. Paderborn. Das hiesige Schwurgericht verurtheilte den Arbeiter Heinrich Kaster aus Brannschweig, der am 17. October seinen Mitarbeiter Strübing im gemeinschaftlichen Logis buchstäblich zu Tode geprügelt halte, zu 12 Jahren Zuchthaus. Nach längerem Leiden ist der Kreiswegmeister Susen dahier gestorben. Rauendahl. Beim Schllttschuhlaufen auf der Ruhr ertrankt der zwölfjährige Sohn des Arbeiters Sehwig. Zfrovinz Zfsrnrnern. Stettin. In einem hiesigen Gasthofe erschoß sich der Kupferschmiedmeister Rudolf Strauch. Die Leiche wurde nach der Leichenhalle geschafft. Von einem Zuge der Jasenitzer Bahn ließ sich der in der Pölitzerstraße 72 wohnende, in mißlichen Vermögensverhältnissen befindende Fleischermeister Böttcher den Kopf vom Rumpfe abfahren. D e m m i n. In der Kleinhammer'schen Dampfmllhle in Meyenkrebs gerieth der 20jährige Heizer Boldt in das Triebrad der Dampfmaschine, das ihm den linken Arm und das rechte Bein brach. Im Krankenhause mußte ihm alsbald der Arm fast ganz und das Bein bis zum Kniegelenk abgenommen werden. G u d d e r i tz. Auf dem Hofe des Pächters Schön entstand Feuer. In kurzer Zeit wurde daö Gehöft, bestehend aus Wohnhaus, Scheune und Viehzimmer, mit allem, was in den Gebäuden und was im Freien auf dem Hofe war, bis auf ein paar Möbelgegenstände, ein Raub der Flammen. Neu-Kolziglow. Der frühere Reichstagsabgeordnete v. Puttkamer ist im Alter von 68 Jahren gestorben. Er war ein Bruder des früheren Minister und hat von 1874 bi 1876 und von 1878 bi 1881 dem Reichstage und von 1882 bis 1885 dem preußischen Abgeordnetenhause für Rummelsburg - Schlawe als Mitglied der deutsch-conservativen Iraktion angehört. R k d d i e . Die Arbeiter Quetschke'schen Eheleute feierten daö Fest ihrer diamantenen Hochzeit. S w i n e m ü n d e. Die Ehefrau deö Schneidermeisters Kamp au Seebad Ahlbeck ertränkte sich im hiesigen Fährhasen. Die Frau muß den Tod

in einem Anfall geistiger Umnachtung gesucht haben. W a n g e r i n. Letztens ertranken beim Schlittschuhlaufen auf dem See die Schulknaben Pribbernow und Runge. Zfiovinz Schresn?ig'bocstein. A l t o n a. In der in der 2. Bornstraße im Stadttheil Ottenpn belegenen großen Fischräucherei und Fischkonservenfabrik von Jürgens & Wetphalen brach Feuer aus Das Gewese ist bis auf die Umfassungsmauern vernichtet und der Schaden, der durch Versicherung bei mehreren Assekuranzgesellschaften gedeckt, bedeutend. A l p e n r a d e. Seinen 90. Geburtstag feierte hier Probst a. D. Göttig. Er wurde 1840 ordinirt, war in Adelbye, Friedrichstadt und Gleichendorf ungefähr je ein Jahr Pastor, dann 20 Jahre in Hahnsühn in Holstein und kam 1864 als Probst nach hier. Im Jahre 1892 legte er nach 52jähriger Amtsthätigkeit im Alter von 79 Jahren sein Amt nieder, nachdem er zum Ehrenbürger hiesiger Stadt ernannt worden war. Elmshorn. Im hohen Alter von 83 Jahren starb hier der frühere Stadtsekretär in Heide. Weyl. Der Verstorbene war seinerzeit Leutnant in der schleswig - holsteinischen Armee und hat 1848 51 mehrere Gefechte mitgemacht. F l e n s b u r g. In das hiesige Landgerichts - Gefängniß wurde ein 19jähriger Bursche Namens Alfred Eidam, gebürtig aus Schlesien, wegen Raubes eingeliefert. Im Hofe des Dorfkruges zu Bollerskben hatte er einen gewissen Andr. Festersen durch einen Schlag über den Kopf betäubt und ihm etwa 200 Mark geraubt. Durch seine Geldausgaben hatte sich Eidam verdächtig gemacht. Friedrichs st ad t. Dem GastWirth Heinsohn auf Herrenballig bei Koldenbüttel wurde der siebente Sohn geboren. Der Kaiser übernahm die Pathenstelle. Herzhorn. Eine letztens abgehaltene Maskerade des hiesigen Man nergesang - Vereins wurde jäh unterkrochen. Indem das Feuerhorn ertönte. da das Gewese des Landmanne Tölling Hierselbst in Flammen stand. Scheune und Haus sind abgebrannt; auch wurde das Inventar und Mobiliar vernichtet. Kiel. Die Lootsen Ludwig und Stade begingen ihr 25jähriges Berufsjubiläum. Kuden. Die Eheleute Joh. Siegemann und Frau Katharina geb. Rehder feierten das Fest ihrer goldenen Hochzeit. Lütjenburg. Auf seinem Hofe Schmoel verschied der vormalige Reichstagsabgeordnete für den 9. schlesw.-holst. Wahlkreis, von Tungeln. Reinfeld. Im hiesigen Amtsgerichtsgefängniß hat sich der Arbeiter Lebermann aus Trenthorst erhängt. Die Eheleute Lebermann befinden sich seit längerer Zeit in Untersuchungshaft, weil der Verdacht besteht, baß sie an dem Tode ihres in einem Wasserloch todt aufgefundenen Sohneö schuldig sind. Der Selbstmord de Vaters scheint den Verdacht der Mitschuld zu bestätigen. I m Z w e i f e l. Bauer (angeheiert, am Heimweg vom WirthsHaus): Sakra, hinter mir pustet'S, entweder kommt so ein Malefizautomobil ode? mei' Alte!" Moderne Dien st boten. Erste Köchin: Warum bist Du bei der Frau Doktor schon wieder ausgetreten?" Zweite Köchin: Mit der konnte ich mich absolut nicht vertragen sie hat eine ganz andere geistige Richtung!" Waschmittel für bunte Leinen st ickereien. Mckn kocyl drei Quart Wasser mit einem Theelöffel voll Borax gut auf, gibt y2 Pfund feingeschnittene Castile - Srtft und eine Messerspitze voll gereinigre Pottasche hinzu. Die kocht man so lange, bis Alles gut aufgelöst ist. und füllt es dann in einen Steintopf, wo es zu einer Masse von der Consistenz festcn Gelees erkaltet. Sollte es dünn bleiben, so wird es noch einmal gut aufgekocht. Von diesem Gelee nimmt man zum Waschen etwa einen großen Kochlöffel voll, löst es in Regenwasser auf, so daß die schauniig wird, wäscht die Leinenstickereien gut darin, spült sie sofort in klarem Wasser auS. schlägt sie in leinene Tücher und plättet sie halb trocken. Die heikelsten Farbcn bleiben bei diesem Verfahren völlig frisch. DaS Poliren der Gipsfig u r e n (Marmor - Imitation). Um den Gipsfiguren die Politur und da Aussehen von Marmor zu geben, überzieht man den betreffenden Gegenstand mit einer Seiferrlösung, die man erhält, wenn man weiße Seife fein schnitzelt und am Feuer in weichem Wasser zergehen läßt, so daß eine noch leicht flüssige Lösung entsteht. Beim Ueberziehen ist sorgfältig zu vermeiden, dajj die Flüssigkeit schäumt oder Blasen gibt. Wenn der Gips die Lösung eingesogen Hut und recht trocken geworden ist, reibt man ihn sanft mit einem feinen leinenen Lappen ab. Hierdurch erhält die Figur einen prächtigen zarten Glanz und steht dem schönsten weißen Marmor täuschend ähnlich.

Der Hafen Penang. Der Norddeutsche Lloyd hat in letzter Zeit seine Fahrten nach Ostasien infolge des großen Zudrangs von Passagieren und Waaren verdoppeln und seine Flotte erheblich vermehren müsfen. Diese Ausdehnung der bremischen Dampferlinien hat auch viele Abänderungen des Fahrplans zur Folge gehabt, und dazu gehört unter anderem die Aufnahme von Penang in die Reihe der ostasiatischen Häfen, wo der Lloyd nunmehr feine stolze Flagge zeigt. Wie Singapur am Südende der Malakkastraße, so ist Penang in der nördlichen Hälfte derselben das bedeutendste Handelsemporium. oas überdies infolge der immer weiter greifenden Erschließung seiner Hinterländer in raschem Aufblühen begriffen ist. Zu dem Wachsthum dieser engli-

Deutsche Geschäftshäuser am H a f e n k a i. schen Colonie haben die dort ansässigen deutschen Firmen erheblich beigetragen. Man kann getrost sagen, daß mehr alö ein Drittel des Handels von Penang in deutschen Händen ruht, und wenn anläßlich der Haltung der Deutschen im Transvaalkrieg die Engländer zur Geltung brachten, welchen Rechtsschutzes sich die Deutschen in den englischen Colonien. besonders Ostasiens, erfreuen. so kann dagegen doch auch angeführt werden, daß die Deutschen ihrerseits wieder zu dem Aufbhühen jener Colonien mehr beigetragen haben als vielleicht die Angehörigen aller anderen Kulturvölker zusammengenommen. Glücklicherweise wird dies wenigstens in den Colonien selbst von beiden Seiten anerkannt, denn es herrscht dort geschäftlich wie gesellschaftlich ein gegenseitiges Hand-in-Hand-Arbeiten, gegenseitige Achtung und erfreulicherweise auch freundschaftlicher Verkehr. Dies gilt vornehmlich von Penang. wo es unter einer Bevölkerung von

Eine indische Prozess! o n in der Chuliah straße. nahe 200,000 Seelen überhaupt nur etwas über tausend Europäer, darunter ein Zehntel Deutsche und stamm-, verwandte Schweizer, gibt, die man um ihre schöne zweite Heimath wahrhaftig beneiden könnte. Der Reisende, der auf der Ostastenfahrt nach viertägiger Reise von Colombo in Penang eintrifft, ist entzückt von der Schönheit und Großartigkeit des Bildeö. das sich ihm darbietet. Pulo Nenang.zu deutsch die Insel der Arekanüsse. schließt im Verein mit dem nur wenigeMeilen entfernten Festlande einenMeeresarm ein. der an scenischem Reiz mit einem der vielgerühmten italienischen Seen verglichen werden könnte, vorausgesetzt, daß dort, wie hier, die Vegetation sich in so wunderbarer Tropenpracht entfalten würde. Palmenwälder und die entzückendsten Tropenbäume, wohin das Auge blickt, bis dicht an den Strand der tiefblauen, von zahlreichen fremdartigen Fahrzeugen durchfurchten Wasserfläche. Dem Ankerplatz der Dampfer gegenüber breitet sich auf ei-

Hindutempel, ner Ebene die Stadt Penang aus. mit anspruchsvollen, eleganten Häuserfronten an der Hafenseite, und es erregt nicht geringe Genugthhung. daß die schönsten dieser Gebäude da Eigenthum deutscher Firmen sind (s. die Abbildung). Hinter dem Häusergewirr der Stadt dehnen sich große Anlagen von Kokospalmen aus. und jenseits derselben erheben sich hohe, dicht bewaldete Berge, deren mächtigster der etwa 200 Fuß hohe Gouvernment Hill ist. mit einem romantisch gelegenen Buen Retiro auf dem stets von kühlen Lüften umwehten Gipfel. Betritt man Penang. dann glaubt man kaum, sich in einer eurpäischen Städtegründung zu befinden. Sind auch die Gebäude selbst der Mehrzahl nach in europäischem Baustil gehalten, so ist doch da Leben und Treiben m den Straßen so seltsam, so bunt,

so fremdartig wie in irgendeinerStadt Indiens oder Chinas; denn Penang wird von einemVölkergemifch bewohnt, wie es. kaum irgendwo seinesgleichen findet. Während es als östlichster Ort der hindostanischen Welt gelten kann, ist es gleichzeitig der westlichste Vorvosten der chinesischen Welt, die Stadt steht inmitten der malaiischen Welt, und ihre Gründe? und eigentlichen Herren sind Kaukasier. Das ist es, was Penang einen so eigenartigen Reiz verleiht. Ungaefähr 30.000Jndier aller Stämme, JUing, Sikys. Tschat li-L.Parseehs.haben bei denetwa50,000 Seelen zählenden Malaien eine zweite Hcimath gefunden. Von den Arabern, die vor sechs Jahrhunderten als grausame Eroberer unter den letzteren auftraten, sind ebenfalls zahlreiche Vertreter vorhanden. Dazu Sundanesen. Javaner, Birmanen, Siamesen. Japanerinnen, vor allen aber Chinesen. Chinesen überall im ganzen Handel und Wandel, über die ganze Stadt verbreitet, von den geschäftigen Hafenvierteln bis in die vornehmsten und reichsten Paläste, deren Besitzer sie geworden sind. Ihre Zahl beläuft sich heute schon auf hunderttausend, und jedes Schiff bringt neue bezopfte ZuWanderer aus oem Reiche der Mitte. Der Reisende lernt hier zum erstenmal diese höchst eigenartige, fleißige, nüchterne Rasse kennen, und es gewährt dies ein um so höheres Interesse, als e? sie inmitten andeee? Rassen leben sieht, die alle ihre Trachten, ihre Sitten und Gebräuche zäh beibehalten haben. Das ganze Penang ist wie eine Taschenausgabe des asiatischen Conti-

S i a m e si s ch e P a g o d e. nents. Mit jedem Schritt begegnet man fremdartigen Menschen, und nicht nur das, man sieht ih?e religiösen Feste, ihre Hochzeiten. Beerdigungen. Umzüge u. dgl., die vielleicht mit noch größerem Glanz als in ihrer Heimath abgehalten werden, weil sie hier unter englischem Schutz bedeutenderen Wohlstand erlangt haben. Der Reisende, der durch die Straßen wandert, sieht abwechselnd Schiwatempel. siamesische Pagoden, die Buddha gewidmet sind, christliche Kirchen, mohammedanische Moscheen und chinesische Götzentempel. Zur Nachtzeit kann er ein europäisches Concert anhören, gegeben von einem aus Philippinern bestehenden städtischen Musikkorpö. während er sich auSschließlich unter der eleganten europäischen Welt bewegt. Er kann aber auch ein indisches Theater, ein malaiisches Wajang oder ein chinesisches Theater besuchen. Die ostasiatische Welt thut sich ihm hier in ihrer ganzen Seltsamkeit auf. und verläßt er die Stadt, um die Umgebung kennen zu lernen, dann hat er Gelegenheit, die Pracht der Tropen zu bewundern, besonders in dem schönen Botanischen Garten, der sich am Fuße des Government Hill hinzieht. Das wird ihn mehr fesseln als der Handel der Stadt mit seinen tropischenProdukten. Pfeffer. Muökat. Kokosnüssen. Guttapercha. Tabak. Kaffee, Rohrzucker, Reis und anderen Waaren, die hier auf den Markt gebracht und gegen europäische Erzeugnisse, darunter größtentheil deutsche, eingetauscht werden. Naheliegend.

Dame (dem Vogelhändler einen Papageizurückbringend): Sie haben mich da mit dem Vogel schön angeführt; er spricht ja gar nicht!" Vogelhändler (beleidigt): ..Na. Sie werden ihn halt nicht zu Wort kommen lassen!" DieökonomischeHauöfrau.

Schweizerkäse kaufe ich nicht, der ist zu unökonomisch." Wieso? Nun, da muß man doch bei jedem Pfund die Löcher mitbezahlen."