Indiana Tribüne, Volume 27, Number 154, Indianapolis, Marion County, 20 February 1904 — Page 3

Jndiana Tribüne, . Februar 1904

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Deutschland's Eingreifen Seine Ansprüche ans Shan Tung. Russ, Geschwader auö Jibuttl zurück.

Harbin wird Gperations-Basis. Die Tapferen von Chemulpo. Mikado empfängt Rrieqes.Trophäen. Aufhebung der Depefchen.Censur. vom Balkan.

Oft'Aften. TensationS. Gerüchte. London 20. Febr. Sin amer. Geschwader wird erwartet", telegraphirt der Khe Foo Korr. der Morning Post" unter'm 19. nd eS wird ge meldet, dab die Amerikaner Marine. Truppen zu landen beabsichtigen. Ge rüchte übe? mögliche Verwicklungen mit Deutschland, daS ausschließliche Rechte in Shantung beansprucht, find im Umlauf. Nur 3 russische Schiffe in Port Ar. thur sind intakt." Die Deutschen in der Shan tung Provinz. Shanghai, 19. Sebr. Wie in Wei.Thian, der wichtigsten Stadt der Shantung Provinz, berichtet wird, hat

Deutschland das Recht erworben, ein gleichartiges BerwaltungSsyftem in allen Städten von Shantung einzu. führen. Die Chinesen nahmen die An kündigung günstig auf. Berlin. 19. Febr. Als heute in der BudKet-Commission des Reichs tageS beim Budget des auswärtigen Amtes ein Posten von $3.500.000 für Auslagen in Oftasien, darunter für die Truppen in Kiao Chan. Shantung und Chili, zur Berathung stand. be kämpften verschiedene Abgeordnete die Auswendung als unnöthige Last. Staatssekretär des Aeußeren Richt. Höfen gab der Commission vertrauliche Aufschlüsse über die Verhältnisse im Osten und fügte in der öffentlichen -itzung bei. Deutschland habe 1,193 Mann, einschließlich der Nicht.Combat. tanten. Grotzbritanim 2.925; Frank reich 1.716; Japan 1.287 und Italien 771 Mann in China stehen. Die derzeitige Truppenmacht sei zu schwach, um die Ordnung im Innern zu wahren, während die 000 Reserven in Kiao Chau nur geringen Schutz auf die Ausrechthaltung der Neutralität in jenem Distrikt bieten. Jetzt sei nicht die Zeit, DcljchlandS Vertretung im fernen Osten diploma. tisch oder militärisch zu schwächen. Gedrückte Stimmung. St. Petersburg, 19. Febr. Heute und morgen, die Schlußtage des Carneval, werden nur durch das Brach, liegen der Arbeit geeiert; Freude giebt es wenig. An eme solche CarnevalS. ptt erinnert sich Niemand Keine Feste und keine fröhlichen Schlittenpartien nach den Inseln. Dagegen nhi oie Leute vor den auf der Straße spielenden Capellen oder begleiten die in den Krieg ziehenden Truppen. Von den auswärtigen Berichten über neue Angriffe der Japaner ist keiner offiziell bestätigt, wenn auch Privat.

Nachrichten über abgeschlagene Lan dungS-Versuche zu melden wissen. Der Regierungsbericht über daS See Gefecht bei Chemulpo (8. Febr.) mel. det. daß die Kreuzer Varlag" und Kotfetz" einen japanischen Kreuzer und einen Torpedoboot Zerstörer in den Grund gebohrt sowie ein anderes Schiff vor der Einfahrt in den Hafen bilchüdigt hätten. Die Censur für alle in'S Ausland gehenden Depeschen ist aufgehoben. Harbin strategische Basis. P a r i S, 19. Febr. Ein Vertreter der Matin ist in Harbin, dem Mittel. Punkt der russischen Militär Concen. tration, nach großen Mühseligkeiten an gelangt, indem alle Züge der tranSst. dirischen Bahn mit Tausenden von Soldaten besetzt waren. In einer gestrigen Depesche aus Har bin sagt er, jener Platz werde die Haupt.BasiS für die Land Opera, ttonen bilden. Bisher konnte die Ver. bindung mit Port Arthur aufrechter halten werden. Leere Versicherungen. London, 19. Febr. Die Ant. wort der japan. Regierung auf die chines. NeutralitütS-Jnftruktionen geht dahin, daß Japan keine GebietS.An nezation sucht und die chinesischen Pa lüfte, Grabdenkmäler und öffentlichen

Gebäude so viel wie möglich respektiren

wird.

Ueberreichung der Sie. g e ST r o p h ä e n. Tokio, 19, Febr. Capt. Kur, kami vom Kreuzer Chijoda" über, reichte heute dem Kaiser die zerfetzten Flaggen der russischen Kreuzer Va riag" und Korietz", am 9. bei Che. mulpo gesunken. Der Kaiser beglück wünschte den Capitän und trug ihm eine Botschaft an Offiziere und Mann schaften der Flotte auf. Die Mannschaften der Nisshin" und Kauga". der beiden von Italien ge kauften Kreuzer, wurden beute hier empfangen, nachdem sie von Yokohama ein Sonderzug gebracht. Im Sibeyet Park fand eine Garten. Partie ftatt, für die Offiziere Abends ein Diner.

Die Tapferkeit derRus. sen vor Chemulpo. St. Petersburg, 19. Febr. Die Regierung empfing heute von den nunmehr in Shanghai weilenden Offi zieren vom Variag" und Korietz" ihre Darstellung des Gefechtes bei Chemulpo. Die Schilderung zeigt, wie bewun dernswerth die beiden russischen Kriegs, schiffe im Angesicht eines überwältigen den Schicksals geführt wurden. Bestätigt wird, daß beim Erscheinen des japan. Geschwaders von 8 Schiffen

das zum RecognoSciren ausgesandte

kleine TorpedoKanonenboot Korietz"

sofort in den Hafen zurückkehrte und

sich dem Variag" anschloß. Die Javaner folgten bil zu der Ha fenmündung und stellten eine Auffor derung zur Uebergabe. Dieser Botschaft wurde keine Be tung geschenkt, worauf die Japaner be

schloffen, zur Bekämpfung der Russen

in den Hafen einzufahren.

Da hierdurch die andern Schiffe im

Hafen, einschließlich die franz. und

andere KriegSschi , in Gefahr ge

rathen wären, so gab Capitün Rendnef vom Variag" als r fter Offizier kühn den Befehl, beide Schiff' sollten herausdampfen und den Feind angrei fen. Nach dem Berichte der Offiziere resultirte der Kamps außerhalb des Hafens zwischen Variag" und Ko rietz" und den 8 japanischen Kriegs schiffen im Sinken zweier japanischer Kriegsschiffe, eines Kreuzers und eines Torpedoboot'ZerftürerS und der Be. schüdigung eine dritten Schiffes. Die russischen Schiffe wurden wie. derholt getroffen, es gelang ihnen aber die Rückfahrt in den Hafen und die Capitaine beschlossen, die Schiffe in die Luft zu sprengen, damit sie nicht in

FeindeS.Hünde fielen. Die Uederleben

den der Mannschaft wurden tütw

bracht und die beiden Kr'.eqSschiffe in Brnnd gesteckt. Auch zerstörten die

Russen den kleinen Dampfer Eun gart-. Die wenigen Petersburger, welche den authentischen Bericht über daS Ge fecht soeben gehört, preisen daS Geschick und die Tapferkeit de ..Variag" CapitünS. Nur Kohlen für den näch st e n Hafen. Madrid. 19. Febr. In einem Hafen der canarifchen Inseln ist ein russische Kriegsschiff angelangt. Die Behörden theilten dem Capitün mit. er dürfe eine beschränkte Zelt im Hafen bleiben, erhalte aber nur so viel Koh len. um den nächsten russischen Hafen zu erreichen. S h a n g a i. 19. gebr. In Wu. sung. 11 Meilen nördlich von hier, traf heute ein großer japan. Kreuzer ein. Chinesenagressiv. London, 20. Febr. Depeschen aus Shangai zufolge theilt Gen. Ma, welcher die Grenzen der Chi Li Pro vinz schift, mit, eS werde täglich schwie riger, die chines. Truppen am Ueber

schreiten deS Liau Ho und Angriffen

auf die russ. Bahnwachen zu hindern.

Copenhagen. 19. Febr. Der frühere japan. Gesandte bei Rußland

und Gesandte bei Schweden, Curino. ist hier nach Stockholm durchgereift.

Jibutil-Geschwader zurück. Pari. 20. Febr. Nach dem Fi. garo" ist das russische Keschwader in

Jibutil. Franz. Somaliland. Golf v.

Aden, nach Cronftadt zurückberufen.

Die Aufhebung der De-

peschen-Censur. St. Petersburg, 19. Febr.

Die Regierung schaffte heute die Censur

für alle Neuigkeiten und Depeschen nach dem Ausland ab.

Die Maßregel, welche auf direkten Anlaß des Zaren erfolgt ist. gilt in ge. wisser Hinficht als wichtigster Akt seit der Befreiung der Leibeigenen. Unter einer Regierung, welche der auswärtigen Presse vollkommene Freiheit giebt, wird Rußland, wie man glaubt, bald auf. hören, da stete Ziel unterirdischer An griffe zu sein und auch sein eigene Bild in einem getreuen Spiegel er blicken. Die auswärtigen Telegramme stan den bis zum Herbst unter Censur des auswärtigen Ministeriums, worauf die Censur an das Ministerium des Innern kam, dem Sitze des ständigen Cen sur.BureauS für Theaterstücke, Bücher und Zeitungen. NeuigkeitS'Telegramme an auSwär tige Plätze, die in den entferntesten Plätzen deS Reiches aufgegeben wurden, Vladivoftock oder Odessa z. B., wur den bisher zur Genehmigung nach Pe terSdurg depeschirt. Die Minister Plehve und LamSdorff befürworteten beide die Aufhebung der Censur. Die Censur im Innern bleibt, aber auswärtige Depeschen sind völlig frei, abgesehen von Militär Censur im Kriegszustande, wie sie in allen Lün

dern exiftirt. ffrankreich. Keine KabinetS-Krife. P a r i S, 19. Febr. Das Gerücht, Minister deS Aeußern Dekane sei zu. rückgetreten. entspricht nicht der Wahr, heit. Die Meldung circullrte im Foyer der Kammer, wurde aber sofort dementirt. Türkei. Der Albanese nA u f st a n d. C e t t i n j e, Montenegro. 19. Febr. Die katholischen Albanesen eilen in großer Zahl ihrm Brüdern zu Hilfe, die gegen Shamshi Pascha in Diakova, Provinz Jpek, Albanien, kämpfen. Deutschland.

Auch ein Opfer des Kriegs. Berlin, 19. Februar. Ma; H. Mayer, ein bekannter Börsenmakler, er. schoß sich gestern in seiner Villa. Der Kurssturz in russischen Werthen, wo. durch er 100,000 verlor, hatte seinen Geist verwirrt. UebrigenS war sein Vermögen bedeutend größer als dieser Verlust. Cuba. U n g l ü ck s ch i f f .,M a i n t G u a n t a n a m o, 19. Februar. Da Schlachtschiff Maine", da bei seiner gestrigen Ankunft wegen mehre, rer Masern.Fälle an Bord in Quaran tine kam, hat auch einen Blatternfall. Die Kranken sind in einem Hospital zu Caya iszlirt. Der Hilfskreuzer . Pankee" hat einen Masernfall.

Philippinen. 7 Leute gefallen. Manila, 19. Febr. Leutnant

Mac Rae und 6 Constabler wurden bet einer Streifatrouille auf der Insel

Samar in ei.iem BoloAngriff durch

500 Fanatiker getödtet. Das gleiche

Schicksal ereilte in Jolo einen! Solda

ten deS 14. Cav. Regt.

jDt gemeine H a u s s l , e g e

ist in ihrem Fluge nicht lesonders

schnell. Trotz 800 Fliigelschlägen in

der Sekunde legt sie dadurch tm Durch

schnitt nicht mehr als 25 Fuß zurück.

Wird das Infekt dagegen erschreckt und

gezagt, so kann eS seine Geschwmdlg.

kelt biS auf 148 Fuß in der (Sekunde

steigern.

Verpönte Kravatten.

färbe, n Plauen im Vogtlande erschien anläßlich des letzten Sedan-

tage bei der Schulfeier der Oberlehrer

Weidauer mit einer blutrothen Kra-

vatte. die allgemein bemerkt wurde und

peinlich auffiel. Der Redakteur deö Vlauener Anzeiger," Namens LeiSner. tonnte es sich nicht versagen, von die

sem Vorgange in seinem Blatte Noti.

zu nehmen und ihn aus das Avfal

lizste zu kritisiren. Weidauer strengte darauf eine Beleidigungsklage an. die letzthin vor dem zuständigen Gericht zur Verhandlung kam. Der Prozeß endete

damit, dah der Redakteur LeiSner frei

gesprochen wurde. Das Gericht :ntschied, daß das Tragen eine rothen Schlipses an nationalen Feiertagen unpassend und ungehörig sei. Das

Verhalten deö Klägers sei. zumal da er

Beamter sei, unwürdig. Die Kosten

deö Berfayrenö wurden dem Oberleh rer Weidauer auferlegt.

Blinddarmentzündungen.

3)f scheinbar Junaqm, sein rund f eaaft!gug Publikum. Die Zunahme der Blinddarmentzün. düngen, die in den letzten Jahren wohl überall beobachtet worden ist, hat zu einer gewissen Beunruhigung des Publikums geführt, die sich beispielsweise in der Gründung von Versicherungen gegen das Leiden und seine Folgen kundgethan hat. Natürlich wurde auch die Frage, welche Ursachen denn wohl dieser eigenthümlichen Erscheinung zu Grunde liegen könnten, aufgeworfen und vor einiger Zeit von irgend einem findigen Kopfe dahin beantwortet, es seien dafür kleine von emaillirten Kochgeschirren abgesprun gene Splitter verantwortlich zu machen. die in den Wurmfortsatz, dieses für den Körperhaushcilt völlig zwecklose Anhängsel des Blinddarms, hineingeriethen und hier eine häufig lebensgefährliche Entzündung und Eiterung verursachen. In wissenschaftlichen Kreisen ist diese Hypothese, die für Auenahmefälle zutreffen mag. in ihrer Äerallgemeine'

rung wohl schwerlich ernst genommen worden, denn ihre UnhaUbarkeit ergibt sich eigentlich für denjenigen, der mh den nöthigen Fachkenntnissen an ihre Prüfung herantritt, von selbst; immerhin aber ist es ein verdienstliches Werk des deutschen Generalarztes Dr. Villaret. dieser Mär mit der modernen Waffe der Statistik das schwache Lebenslicht ausgeblasen zu haben. Villaret beweist an der Hand der amtlichen Berichte des Kriegsministeriums über die Krankenbewegung im deutschen Heer, daß entsprechend der Zunahme der Häufigkeit der Blinddarmentzündung die Bauchfellentzündungen, Leverleiden und Magenkrankheiten abgenommen haben, ja, sogar in noch höherem Grade, als zum Ausgleich der ersteren nöthig wäre. Das heißt mit anderen Worten, vie

les, was man vor 10 und 20 Jahren unter der unsicheren und vieldeutigen Diagnose Bauchfellentzündung oder Leberaffektion zusammenfaßte, wird von den Aerzten heutzutage richtig als

eme Entzündung des Wurmfortsatzes

erkannt und demgemäß in die Statistik eingesetzt. Diese sichere Diagnosestel-

lung. die augenblicklich ein Gemeingut

der Aerzte bildet, ist erst ermöglicht wor

den durch das Eingreifen der Chirurgie in die Behandlung des Leidens und

durch das Studium der so gewissermaßen am Lebenden gewonnenen ana-

tomischen Präparate, die über den Ur-

sprungsherd der Krankheit Klarheit

brachten und nun zu einer gründlichen

Revision der ganzen Lehre von der

Blinddarmentzündung führten. Die

unbestimmten Symptome, mit denen

die Erkrankung des Wurmfortsatzes

in vielen Fällen beginnt, werden dem-

gemäß jetzt häufiger richtig gedeutet und veranlassen den Chirurgen zu frühzeitigem Einschreiten; diese mehr

aktive Behandlungsmethode verhütet dann in einer großen Anzahl von Fäl.

len einen Durchbruch des Eiterherdes

in die Bauchhöhle und damit die meist

unter so schweren Erscheinungen verlaufende, häufig zum Tode führende

Bauchfellentzündung.

Das beweisen mit völliger Sicherhei' auch Lillaretö Wahlen, die für die letztere Krankheit eine Abnahme von über 70 Prozent ergeben. Betrachtet man aus diesen Gesichtspunkten die aufgeführte Statistik, so gewinnt man die trostreiche Ueberzeugung, daß die Zunahme der Blinddarmentzündungen nur scheinbar ist, und daß in Wirklichkeit für das Publikum gar kein Grund zur Beängstigung vorliegt, zumal da die Technik der Operation in den letzten Jahren zu einem bewundernswerth hohen Grade der Vervollkommnung ge. diehen ist. Australische Pflanzenwunder. Hn AustrGlien. dem jüngsten Erd theile, scheint alles umgekehrt herzu, gehen, wie bei unö. Der Wald ist bei unS wegen seines kühlen Schattens ge schätzt. In Australien stehen die in ihrer Belaubung eher an Nadelholz erinnernden Bäume parkähnlich auseinander, entbehren des Unterholzes und kehren der Sonne nicht die Breitseite ihrer Blätter, sondern deren Kante zu. Nicht genug damit, werfen die Bäume, nicht wie bei unS periodisch ihr Laub, sondern die Rinde ab, die, von der Sonne versengt, Blasen zieht, sich auf. rollt und in Stücken abfällt. Noch wunderbarer ist, daß es dort Dornen gibt, die Blumen und Blätter treiben: Ein zierlicher Strauch. Criptarnira spinoscons. verwandelt jedes Aestchen seiner abwärts stehenden Zweige in Dornen, an denen dann die kugeligen Blümchen und Blättchen hervorbrechen. Auch gibt es dort birnartige Früchte, deren Stiel am dicken, statt am spitzen Theile trägt, sowie Kirschenformen, deren Kern außen an der Spitze sitzt, statt in der Mitte der Frucht. Eine

Erklärung dieser und ähnlicher für uns wunderbaren Thatsachen findet man zum Theil darin, daß die Flora (wie auch die Fauna) Australiens noch immer urweltlichen Charakter ausweist, der in andern Erdtheilen seit Jahrhunderten und Jahrtausenden allerwärts schon höher entwickeltern Formen Platz gemacht hat. Zur Zeit der Sklaverei kam bei den Negern selten ein Fall von Schwindsucht vor, während jetzt die Sterblichkeit in Folge dieser Krankheit unter den Farbigen dreimal so groß ist wie bei den Weisen.

Dreijährige Burgermeiflerin." gntereffantes Umiiüitl Torrtdt für die st yorb iu Vngland. Tie jüngste Bürgermeisterin in England und in der ganzen Welt besitzt die Stadt Cbatham. Während sonst im Lande Albions Amtstitel des Mannes nicht auf dessen Frau übergehen, wird bei den Mayors eine Ausnahme gemacht. Man sagt Mayoreß und bei einer kleinen Zahl von Großstädten, di? einen Lordmayor haben, Lady Ä!ayoreß, und wenn der Stadtgewaltige Wittlvcr oder Hagestolz ist, gesellt er sich eine Tochter oder Schwester als Gehilfin in den gesellschaftlichen Pflichten des Amtes zu, und auch diese unverheiratheten Tamen führen alsdann mit der Last auch den Titel des Amts und heißen Lady Mayoreß oder Mayoreß. Und so ist es auch in Chatham der Fall. Der Mayor, Herr Driver, ist Wittwer. und da er sonst keine geeigneten nähern weiblichen Verwandten besitzt, so ist sein Töchterlein, das unlängst drei Jahr? alt wurde, zur Bürgermeisterin aufgerückt. Die Kleine hat in dieser Eigenschaft neulich sogar einen großen Bazar eröffnet. Sie sah auf einem hohen Stuhl mitten auf der Tribüne neben dem Präsidenten, und als der Augenblick gekommen war. die AmtsHandlung zu vollziehen, und alles gespannt lauschte, vernahm man auf einmal ein kleines Kinderstimmchen, das frei und unbefangen erklärte: ..Die Schau ist eröffnet." Auch bei einer Weihnachtsbescheerung für etwa 900 arme Kinder, denen der Bürgermeister ein Fest gerüstet htte, fiel der kleinen Bürgermeisterin die Vertheilung zu. und sie entledigte sich ihrer Pflicht mit viel Anstand und freundlichem Wesen. Der Vater erklärte allerdings später, er habe im Stillen Sorge gehabt, sein Töchterlein hätte bei der einen oder andern Gabe auf einmal sich entschließen können, sie für sich zu behalten. Sogar ein Interviewer hat versucht. M'ß Louisa Mary Dawes Driver auszufragen. Er scheint aber kein Meister auf seinem Gebiet zu sein, denn außer der großen Thatsache, daß sie die glückliche Besitzerin von fünf Puppen sei. hat er aus der kleinen Bürgermeisterin nicht viel herausgeschlagen. Irauenftudium in Nuftland. Di ftuschew ich,, Araunkuri in Ptr4' dur und ihr Ursel. Im Herbste 1903 waren 25 Jahre verflossen, seit die sogenannten Bestuschew' sehen Frauenkurse in Petersburg in's Leben getreten sind. Diese Frauenkurse wurden dank den Bemühungen des Historikers Bestuschew-Riumin und einiger anderer ausgeklärter Männer eröffnet. Aus kleinen und bescheidenen Anfängen hat sich ein stattliches Unternehinen entwickelt. Die Liegenschaften, die Lehrsamnilungen und die Kapita-

lien der ..Gesellschaft zur Unterstützung

der höheren Frauenkurse m Petersbürg übersteigen den Gesammtwerth von 2.000.000 Rubel (1 Rubel gleich

76 Cents), die ausschließlich den Beiträgen von Privatleuten entstammen. Von Seiten der Regierung und der Stadtkommune genießt das Unterneh. men einen jährlichen Zuschuß von nur 6000 Rubel. Im Frühjahre 1903 ab.

solvirten 181 Frauen die Anstalt, die sich in eine historisch-philologische. eine

mathematische und eine physiko-chemi-sche Fakultät gliedert. Im Ganzen

haben 2217 Frauen die höheren Frauenkurse seit ihrem Bestehen absol-

virt. Aus dieftr Zahl haben 53 viele

Abhandlungen wissenschaftlichen In-

Halts publizirt. eine hat ein Lehrbuch der Differential- und Jntegralrechnung geschrieben, das mehrere Auflagen erlebt hat. Fast die Hälfte aller

Ablturientinnen sind auf Pädagogik

schem (Gebiete thätig; ungefähr drei

Viertel sind verheirathet; 36 setzen ihre

Studien an Universitäten fort oder ar beiten in Observatorien und Laborato rien. 86 haben sich dem ärztlichen Be

rufe gewidmet, 11 der Landwirthschaft. Aehnliche höhere Frauenkurse, die ihr

Dasein der Privatinitiative verdanken. bestehen in Moskau, Kiew. Kasan und

Charkow. Außerdem wird an den Re

gi?rungsanstalten den Frauen, die sich der Medizin oder dem Lehrfache widmen wollen, Gelegenheit gegeben, sich auszubilden. Zahlreiche Russinnen füllen endlich die Hörsäle ausländi scher, namentlich schweizerischer Universitäten. Frankreichs Weinernte. Die endgiltigen Ziffern der Weinernte Frankreichs für 1903 sind nicht ganz so gering, wie man nach den sehr ungünstigen Witterungsverhältnissen im Frühling und Sommer voraussetzen zu müssen glaubte. Die Erträgnisse sind selbstverständlich gegen die Vorjähre zurückgeblieben und zwar um 4.500.000 Hektoliter gegen das Jahr 1902 und um 8.500.000 Hektoliter gegen di.' Durchschnittsergebnisse der letzten zehn Jahre, und beziffern sich auf 35.402.336 Hektoliter, zu denen ungefähr 6.600.000 Hektoliter für Algerien hinzutreten. Fast überall wird üb?r die Qualität geklagt, da die Edelfäule nirgends abgewartet werden konnte und oft nicht hinreichend reife Trauben eingekeltert werden mußten. Natürlich sind auch einzelne Ausnahmen festzustellen, besonders die für die Champagnerliebhaber erfreuliche, daß die Ernte in den Departements Aube und Marne über 300.000 Hektoliter mehr als im Vorjahre ergeben hat und daß die Blume dort eine sehr gute ist. (EinHektoliter hält etwa 25 Gallonen.)

Aerzte.

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e t) r e r i n als NÄuder t n. In Millers. S. D., wurde eine junge Lehrerin Namens Hattie Pilcher unter tr Anklage festgenommen, in Männerkleidern und gemeinsam mit einem Räuber zur Nachtzeit einen Clerk in einer Apotheke überfallen. durchDroguen betäubt und zu berauben versucht zu haben. Am anderen Morgen wurde festgestellt, dah rl. Pilcher eine Kugelwunde an der Schulter hatte, und sie wurde als der kleiner:" von den beiden Räubern verhaftet. Dem Arzte, der sie wegen der Wunde behan delte. hatte Frl. Pilcher gesagt, sie sei mit einer Windbüchse verwundet noxden. Soldatenbraut. Die 22jährige Bondell von Terre Haute. Ind.. erschien mit kurz geschnittenem Haar und mit einem Anzug ihres Bruders bekleidet auf dem Rekrutirungsbureau, um sich für die Kompagnie I des 20. Regiments anwerben zu lassen. Als ihr mitgetheilt wurde, daß sie sich einer ärztlichen Prüfung zu unterwerfen habe, gestand sie. dah sie ein Mädchen sei und die Trennung von ihrem Geliebten, dem Gemeinen Karl Pflaum von Kompagnie I. die eben nach den Philippinen abkommandirt worden war, nicht ertragen könne. Der Entschluh sei in ihr gereift, der Kompagnie beizutreten und Freud und Leid mit dem Liebhaber zu theilen. atten als Betriebs ft L r e r. An Winona. Minn.. ist ein Damm durchgebrochen und dadurch der Betrieb der elektrischen Beleuchtungs anläge und der Fabrik eingestellt wor den. Bisamratten waren die Anstifter dieser Verheerung.