Indiana Tribüne, Volume 27, Number 153, Indianapolis, Marion County, 19 February 1904 — Page 6
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Luroräische Nachrichten. iKesterreichVgarn. Wien. In der Eichenstraße in Meidling bei den Kohlen rutschen der Sildbahn stieß ein Dampftramwayzug mit einem Lastwagen zusammen, wodurch der 41jährtae Oberbauarbeiter d;r Lokalbahnen Michael Kocic, Breitenfurterstrafze No. 28 wohnhaft, niedergestohen wurde. Er erlitt eine schivere Quetschung der Lende mit inneren Verletzungen und Wunden im Gesicht. Bor kurzer Zeit wurde der 65jährige Handels agent David Hanzal, Margarethen. Spengergafse No. 21 wohnhaft, nächst der Pilgrimbrücke von einem Radfahrer niedergestoßen. Er erlitt eine Nißwrnde am Kopf uno ist nunmehr lm Allgemeinen Krankenhaus infolge der Berletzung gestorben. Durch Explosion eines Spiritusbrenners gerieth die Einrichtung und der Thürstock der 5tiiche in der Wohnung der Frau Jorjaniia Kohl, BriL.ittenau, Salzachstrafte To. 31, in Brand. Bei den Löschversuchen erlitt Frau Kohl so schwere Brandwunden, daß sie in das Spital gebracht werden mußte. Oedenburg. In Nemesladonz wurde die Gastwirthin Esther Lörincz ermordet und beraubt. Bon dem Thäter fehlte jede Spur. Letztens gelang es nun dem Untersuchungsrichter Julius Takacs in Esepreg durch einen Zufall, den Raubmörder in der Person des in der Bükker Zuckerfabrik beschäftigten Tagelöhners Josef Bella zu ver haften. Pilsen. Vom hiesigen Schwur gericbte wurde der Direktor einer tschechischen Schule, Emanuel Swrkau, we gen Schändung und Verleitung zur Unzucht zu fünf Jahren schweren Ker fers verurtheilt. P r o j. Die im Hause No. 20 der Husgasse (Altstadt) bedienstete, 21ja rigeMagd Josefa Dvorak erlitt schwere Brandwunden, indem ihre Kleider, als sie bei der offenen Ofenthüre stand, Feuer fingen. Der Rettungswagen überführte sie in das allgemeine Krankenhaus. Die 13 Jahre alte Schülerin in der fünften Klasse der tschechischn Volksschule in Zizkow, Anna Beranek, nahm, weil sie einen schlechten Schulausweis erhalten hatte, eine Phosphorlösung zu sich, die sie sich aus Zündhölzchen bereitet hatte. Man überführte sie in das AllgemeineKran kenhaus. Der von seiner Frau ge. trennt lebende 68jährige Tagarbeiter Anton Danek vcrübte auf diese einen Mordversuch. Auf offener Straße gab Danek zwei Schüsse auf seine Ehefrau ab, welche derselben den rechten Arm zerschmetterten. Der Thäter wurde nach mißglücttem Fluchtversuch verhastet. Frau Danek in's Spital über, führt. Sieben. Anläßlich des Kirchweihfestes fand hier Tanzmusik statt. Aus ganz nichtiger Ursache entstand unter den Gästen ein Streit. Der Aastwirth Wenzel wieö deshalb den Kutscher des Gemeindevorstehers, den er für den Urheber des Streites hielt, in energischer Weise zur Ruhe. Der Kutscher war darüber derart erbost, daß er auö dem Hofe eine Radehaue holte und mit dieser mit solcher Wucht auf den Kopf des Gastwirthes schlug, daß dieser blutüberströmt bewußtlos zusammenbrach. Die Verletzung ist eine so schwere, daß an dem Aufkom men des Gastwirtheö W5nzel gezweifeit wird. W i e d e n (Wien). In seiner Wohnung, Weyringergasse No. 3, ist Major d. R. und Kämmerer Anton Freiherr de Majneri,Besitzer der Kriegsmedaille des Officiersdienstzeichens 2, Klasse, Ritter des toskanischen St. Josef-Or. dens und des preußischen Rothen Adler - Ordens 3. Klasse und Officier des Ordens Stern von Rumänien, 78 Jahre alt, gestorben. Luxemburg. Luxemburg. Joseph Limpach, Sekretär der Rechnungskammer, wurde auf sein Ansuchen ehrenvoll aus seinem Amte entlassen und ihm zugleich der Titel eines Ehrensekretärs der Nechnungskammer verliehen. Grevenmacher. Herrn Merten hat der König der Belgier das Officierökreuz des Leopold - Ordens verliehen. Jngeldorf. Die Identität der in der Sauer zu Jngeldorf als Leicke aufgefundenen Mannsperson ist nunmehr festgestellt. Der Verunglückte ist ein gewisser Joh. P. Gödert. Eigen thümer auf Koerperich (Preußen).
,,lptzon : tu, 9101.
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Verfrühte Frage. Rtchter: ..Was haben Sie sich gedacht, als der Angeklagte in's Zimmer trat?" Zeuge: ..Aha !" Richter (une. duldig): Nun, hat sich daö bestätigt?Sin R e n o m m ist. Studio. suö: ..Ich hab' doch einen seelenguten Onkel! Wenn ich den einmal acht Tage nicht anpumpe, frägt er aleich telegraphisch an. ob ich nicht krank bin!" Zarte Redeweise. Herr (zur Köchin): Ach. gehen Sie doch gleich m die Küche, der Eierkuchen, mit dem sich meine Frau beschäftigt, scheint die Oberhand gewinnen zu wollen!" AuchinNothwehr. Rich. ter: Als Sie den Kläger niederschlugen, haben Sie sich in keinerlei Nothwehr befunden?" Angeklagter: ..Doch, er wollte mir durchaus sein Schauspiel erlesen
Der Vohncnkuchen. Skizze von Franz Zsnrz-Glsheim. Herbert war sehr unzufrieden. Mit sich, mit seinem Diener, mit der ganzu: Welt und vor allem mit der reizenden Frau von Denkling, einer kleinen capriziösen Wittwe, einem eleganten. vielumworbenen und interessanten Frauchen, zu deren Verehrern er eigentlich schon zählte, als der alte Baron, der sie vor drei Jahren zu seiner Gattin gemacht, noch unter den Lebenden weilte. Mit sich, weil er es trotz seiner vielgerühmten Schneid yLS nicht zu der Courage gebracht hatte, der vielgeliebten Frau zu sagen, wie es ihm zu Muthe sei. Mit seinem Diener, weil der Hornochse es versäumt hatte, den Blumenstrauß, den er der Wittwe zu Neujahr zugedacht, recht' zeitig beim Gärtner zu bestellen. Mit der ganzen Welt, weil er die, nie das andere Leute in der Reael auch thun, für sein eigenes Mißgeschick verantwortlich machte. Und mit Frau von Denkling also, weil diese andere Hereen weit mehr zu bevorzugen schien, als ihn, wenngleich er auch manchmal zu bemerken glaubte, daß ihre Blicke mit einer gewissen Zärtlichkeit auf ihm ruhten. Mit dem Neujahrsstrauß war es also nichts. So erstand er nur einige wundervoll Rosen und fuhr dann bei ihr vor, um ihr zum Jahreswechsel seine Glückwünsche zu Füßen zu legen. Sie war allein, eben erst aufgestanden, wie sie sagte, und hätte noch keine Zeit gefunden. Toilette zu machen, was er sicherlich entschuldigen würde, wenn er erführe, daß sie heute, ausgerechnet heute, furchtbare Kopfschmerzen habe. Gestern, der Sylvesterabend bei meiner Freundin Lilli Sie verstehen." Gewiß verstand Herbert und er lächelte diskret. Insgeheim aber fand er es geradezu entzückend, daß sie ihn doch empfange. Das hob sein Selbstvertrauen wieder über den Gefrierpunkt hinaus. Uebrigens gestand er ihr, daß sie bezaubernd sei in diesem weihrosigen Morgenrock, der ihre schlanke Gestalt vom Hals bis zu den Füßen einhüllte und nur, wenn sie, was sie nämlich gern that, die Hände unter dem Kopf verschränkte, das sich ihre volle Büste in die weiche Gewandung einprägte, die runden Arme freigab, die er gar zu gern einmal geküßt hätte, um sich an dem wohligen Duft ihres Körpers zu berauschen. So kamen sie leicht ins Plaudern. Dora, wie sie mit dem Vornamen hieß, war irotz ihrer Migräne von einer bt strickenden Liebenswürdigkeit. Jetzt drückte er gar verstohlen einen Kuß auf ihr Patschhändchen, ohne daß sie zürnte. Und auf einmal war das Gestandnih seiner Liebe heraus. Er wüßte selbst gar nicht, wie ihm das heute möglich geworden war. Da. mit einem Ruck hatte sie sich losgemacht. Das kam so plötzlich, daß er erschrocken zusammenzuckte und nun drein sah wie ein Kind, welches Schläge erwartet. Daß sie ihn mit einer listigen Verschlagenheit anschaute, das bemerkte er gar nicht, einer Verschlagenheit, die etwas von der Grausamkeit der Weiber an sich hat, die sich freuen, wenn andere um ihretwillen leiden. Was Sie mir da sagen," unterbrach sie endlich das drückende Schweigen. weiß ich längst. Ja, ich habe sogar schon mit diesem Augenblicke gerechnet." Darf ich also hoffen?" jubelte er auf. Hoffen darf jeder," wich sie indessen lachend aus. Sehen Sie, ein solcher Schritt will überlegt sein, von mir um so mehr, als ich mich schon einmal gebunden habe und daher das Leben etwas mehr kenne als Sie, der Junggeselle. Meine erste Ehe, ich brauche heute kein Hehl mehr daraus zu machen. war nichts weniger als glücklich. Das macht mich vorsichtig." Theuerste, ich werde Sie auf den Händen tragen." Ab pah, das sind schöne Phrasen," fiel sie ihm brüsk ins Wort. Ich müßte lügen, wenn ich behaupten wollte, Sie seien mir ganz gleichgültig. Aber, das mag sonderbar sein, ich kann zu keinem Entschluß gelangen. Wissen Sie was? ' Der Zufall mag entscheiden." Der Zufall ." stotterte er. Gelviß, der Zufall. Darf ich Sie für den nächsten Sonntag zu einem Täßchen Kaffee einladen? Ganz unter uns. Natürlich darf ich. Wir pflegen dann die alte Dreikönigssitte, einen Bohnenkuchen anzuschneiden. Finden Sie die Bohne, so bin ich die Jhrige. Erhalte ich sie, dann will das Schicksal unsereVerbinduna nicht. Auf Wiedersehen denn, lieber Baron." WOG Line recht gemüthliche Heimlichkeit herrschte in dem Zimmer, m welchem ste ihn am festgesetzten Tage erwartete. Alle Gegenstände verriethen die Frau von Geschmack. Und das einfache helle Hauskleid, das sie beute angelegt, das ihre schwarze Haarsiille erst recht hob und unter dem leichten Schein der verhängten Lampe von einem farbigen zarten Schimmer überfluthet wurde. kündete von ihrem stolzen Bewußtsein. daß ihre Schönheit keiner großen Toileite bedürfte. Herbert sah etwas gedrückt aus; doch achtete sie nicht darauf. Sin liebes Lächeln umspielte ih?en Mund, als sie ihm die Hand zum Willkommen reichte und ihn einlud, Platz zu nehmen.
Und dann schenkte sie den vustenven Mokka ein und präsentirte ihm den zurechtgeschnittenen kleinen Bohnenku. chen. Soll also wirklich mein Schicksal von einer Laune abhängen?" sagte er. Liebste Dora, wollen Sie das verantworten?" Gewiß," gab sie ohne Befangen zurück. Mag's eine Laune sein. & soll uns jetzt nicht die Stimmung verderben. Hier, langen Sie. bitte, zu." Und sie drängte ihm fast der? Kuchen auf. Auf'S Gerathewohl griff er ein Stück heraus. Auch sie legte sich eins auf den Teller und stach mit dem silbernen Löffelchen hinein und beobachtete seine finstere Miene mit stillem Vergnügen. Sind Sie aber heute ein bärbeißiger Gast," meinte sie nach einer kleinen Pause. Der Kuchen schmeckt Ihnen wohl nicht?" Das schon, aber " Und nun wollte er sagen, waö ihn bedrückte, wollte ihr erzählen, daß er vorgehabt, gar nicht zu kommen, daß er verreisen wollte, weit weg von hier, irgend wo hin, wo er keine Z?it fand, an sie zu denken. Ja, das wollte er; nur verfärbte er sich in dem Augenblicke, denn er hatte auf etwas Festes gebissen, die Bohne! Und Herbert sah die Bohne an und dann wieder das verführerische Frauchen, daö iym zu sagen schien: Nun also, das Glück hat für Dich entschieden. Schließe mich in Deine A:me." Doch nichts dergleichen geschah; vielmehr erhob sich Herbert, sehr steif und sehr förmlich, und begann: Gnädige Frau!" .Was? Jetzt noch Gnädige Frau"?" Dora glaubte nicht reasi gehört zu haben. Gnädige Frau. Die letzten Tage haben mich zum Nachdenken gezwungen. Nicht, daß sie meine Liebe zu Jhnen vermindert hätten. Im Gegentheil. Indessen mußte ich mir einge stehen, daß ein Wetb. welches seine Zusage, welches das Glück zweier Menschcn von einemZusall abhängig macht. niemals würdig ist, meine Gattin zu werden, denn es bietet mir Zeine Garantie für die Echtheit seiner Gefühle. Und so darf ich Sie nicht beim Worte nehmen und muß Sie nur bitten, so schmerzlich mir selbst das auch sein mag, mich in Gnaden zu entlassen." Wenn er etwa gehofft hatte, mit seinen Worten irgend welchen Eindruck auf sie zu machen, so irrte er allerdingS. Vielmehr klang Dora'S Lachen hell durch den Raum und brach sich an den Wänden und den schwerenPortieren wie der Klang kleiner Silberglocken. Und dann faßte sie ihn bei der Hand und zog ihn neben sich auf den weichen Diwan, vor dem der runde Kaffeetisch stand, und sagte, und der Schelm blitzte ihr aus den Augen: .Nun kommst Du Dir" zum er. siev Male Du"! aber sicherlich sehr erhaben vor, nachdem Du mir Deine Meinung einmal gründlich gezeigt host. Doch recht hast Du. Und darum schau her." Und sie zerschnitt jedes tinßelne Kuchenstück. und jedes enthielt eine Bobne. Er faßte sich an den Kopf. Dora. also liebst Du mich wirklich?" rief er beglückt und doch noch zweifelnd. Aber ja. Du siehst es doch; Du konntest doch nicht verlieren! Ich mußte Dich nur ein wenig auf die Probe stel len und ein wenig zappeln lassen." Ja. warum denn?" Weil Du nicht schon längst gesprochen hast, Du lieber böser Mensch Du. und gar nicht merken wolltest, daß ich Dir schon lange gut war . . ." Kuchen aßen sie an dem Abend nicht mehr. Wie man an den Mann kommt.
Ein Ergebniß hatte eine Festlichkeit, die in Ecaussines. südlich von Brüssel, stattgefunden hat. In dem Dorfe waren sehr wenige Heirathen vorgekommen, und die Mädchen, die nicht gern ledig bleiben wollten, steckten die Köpfe zusammen, um zu berathen, was da geschehen könnte. Man kam einstimmig zu der Ansicht, daß der beste Weg zu den Herzen der Dorsjünglinge durch den Magen gehe. Die Mädchen veranstalteten deshalb ein Frühstück, zu dem alle unverheiratheten Leute des Dorfes eingeladen wurden. Der Gedanke war entschieden ein Erfolg, die Männer erschienen in großer Zahl. Ein so großes Fest hatte noch niemand in Ecaussines erlebt, und man that dem Essen alle Ehre an. Nach dem Frühstück zogen die jungen Leute mit den Mädchen auf den Rasen, und natürlich wurde getanzt. Die Jünglinge zeigten bald eine Vorliebe für bestimmte Mädchen. Mit dem Vergnügen des einen Tages war die Sache aber nicht beendet; jetzt begann erst das Hosmachen, eö wurden Gelöbnisse ausgetauscht, und daS glückliche Ende ist. daß vieruhn von den Mädchen, die das Frühstück veranstalteten, am Pfingstmontag Hochzeit haben werden. Die anderen Madchen aber, deren Bemühungen, einen Mann zu kapern, er. folgloS waren, find durchaus nicht entmuthigt. Sie sind entschlossen, es mit einem weiten Frühstück zu versuchen. D e r N ö r a l e r. Gast (in der Sommerwirthschaft) : Die Milch ift ja gerne, warm!" Wirthin: Sie hat ten sie doch warm bestellt." Bast: So, dann ift sie nicht warm genug!"
Der Parvenü beim Kla. Vierhändler.
Ich vertrete die ersten Firmen und führe nur hochfeine Fabrikate! Darf ich Ihnen mein Lager zeigen?" Hab' keine Zeit schicken S' mir drei oder vier zur Auswahl!"
Gemüthlich. Chef (zum Kassirer): Wie kann man nur so vergehlich sein. Maier! Sie werden noch mal nach Amerika durchbrennen und vergessen, die Kasse mitzunehmen!" Unverfroren. Richter : Wenn Ihr Gewissen auch so schwarz ist wie Ihr Bart, dann gratulire ich." Angeklagter: Aber. Herr Richter, nach dem Bart zu schließen, hätten Sie ja gar kein Gewissen!"
Unvorsichtig.
Aber Herr Gerichtsvollzieher, müssen Sie denn gerade jetzt zum Pfänden kommen, wo ich über meinem knusperigen Ganserl sitze?! Sie haben mir jetzt den ganzen Appetit verdorben!" Ganz recht da nehm' ich 's Ganserl auch mit!" Verlockend. Münchener Hausbesitzer (beim Anblick eines New Forker Wolkenkratzers): Herrschaft, da möcht i' steigern!" Macht der Gewohnheit. Grenzbeamter (zu einem Reisenden, der eben seinen Paß vorgezeigt hat): Sie sind Vertreter der Thierhandlung Hagenbeck in Hamburg! Haben Sie vielleicht auch Musterkoffer bei sich?"
Beim Wort genommen.
Sie annonciren. daß Sie tausend Mark zahlen, wenn Ihr Bartwuchs Mittel nicht hilft?!" Djitnschen Sie eine Flasche?" Allerdings! Aber ich kann Ihnen aleich sagen, daß bei mir alles vergeden ist!. . . Können Sie mir nicht einen Vorschuß auf die tausend Mark geben?"
Ein glücklicher Gatte. ..In der zwanzigjährigen Ehe mit meiner Frau habe ich nur einen Kummer gekannt." Und der war?" Daß ich sie geheirathet habe!" PassendeVerwendung. Sagen Sie. existirt in dem alten Schlosse noch der Hungerthurm, den man seine? Zeit zeigte?" Freilich, auö dem hat man jetzt in Restaurant gemacht!" Seine Ansicht.
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Bauernwirth (bei dem ein junges Ehepaar eingekehrt ift): Die ganzen Knödel haben s' aufgegessen. . . na; das ift auch nur eine Vernunftheirath gewesen!"
Intrrkssante Wahl. Vndeblnator an von Ma?tzlnd traft lein polttttch Haltung Ein? größere allgemeine Aufmerksamkeit. als sonst die Wahlen für den Bundessenat auf sich zu lenken Pflegen, hat die jüngste Bundessenatorenwahl in Maryland erregt. Standen sich doch jwei Kandidaten von gleich hohem Ansehen, der bisherige Gouverneur Smith
Istdor Nayiir. und der Advokat Jsidor Rayner von Baltimore als Bewerber einander gegenüber. Der lange Wahlkampf endete mit dem Siege NaynerS. der damit der Nachfolger Ä!cComas' wurde. Jsidor Rayner hat bereits dem 50., 52. und 53. Kongresse als Repräsentant angehört und als solcher eine unabhängige Stellung eingenommen. Einen vierten Termin lehnte er ab. Im Jahre 1896 erklärte sich Rayner als Golddemokrat gegen Bryan; 1900 unterstützte er Bryan, jedoch unter ausdrücklicher Wahrung seiner Stel . lungnahme in der Währungsfrage. Nationale Aufmerksamkeit erregte Rayner als g schickt Anwalt des Admirals Schlei in der von diesem beantragten Untersuchung seines Verha tens im spanischen Kriege. Jsidor Rayner ist 53 'Jahre alt; er gilt als einer der hervorragendsten Advokaten Marylands und hat sich insonderheit den Ruf erworben, ein unübertroffener Meister in der Führung von Kreuzverhören zu sein. Mit Bezug auf seine Rednergabe äußerte sich einmal der verstorbene ehemalige Sprecher des Repräsentantenhauses, Reed. wie folgt: Es gibt in den Ver. Staaten rot drei Personen, denen ich länger als fünf Minuten zuzuhören im Stande bin. Die erste ist Bourkc Cockran, die zweite Rayner. und die dritte bin ich." Baltimores Mayor. Oin ntlmn der all,,, Echul und kein, distinguirten Verwandt,,,. Robert M. McLane. der Mayor der schwer geprüften Stadt Baltimore. Md., ist der jüngste Bürgermeister, der je die Geschäfte jenes Gemeinwesens geleitet hat. Er zählt der Jabe erst 36. Bob" McLane entstammt einer de: besten Familien Marylands; sein
Rsbert M. McLane. Großvater. James L. McLane. war ein intimer Freund der Präsidenten Jackson und Monroe; er fungirte nacheinander als Staatssekretär, Gesandter für England und Schatzamtssekretär. Ein Onkel Robert M. McLanes, Louis McLane. quittirte seiner Zeit den Marinedienst und wurde einer der Mitbegründer der Wells Fargo Expreß Company; ein anderer On5el, Robert L. McLane. war Gouverneur des Old Line"-Staates und Gesandter für Frankreich. Der Vater Robert M. McLanes, James L. McLane, steht der National-Bank von Baltimore ais Präsident vor. Robert M. McLane besuchte, nach, dem er an Privatschulen seine Vorbildung genossen hatte, die John Hop-kinö-Universität in Baltimore und araduirte an der Maryland-Universität in den Rechtswissenschaften. Nachdem er eine Reise nach Europa unternommen hatte, begründete er nach seiner Rückkehr 1891 mit seinem Bruder Allan McLane in Baltimore eine Advokatenfirma. Er wurde bald darauf Hilss-Staatsanwalt, sodann DeputyStaatsanwalt und 1899 Stactsanwalt, ein Posten, den Robert M. McLane bis zu seiner Uebernahme des Mrgermeisteramtes in Baltimore im Porigen Jahre innehatte. Bob" McLane ist ein Gentleman der alten Schule. In seinem Wesen verbindet er Höflichkeit und Rücksicht, nähme mit Energie. Seine Ansprachen und Reden sind mit einem feinen Humor gewürzt. Er ist ein geschickter Reiter und passiynirter Jäger.
