Indiana Tribüne, Volume 27, Number 151, Indianapolis, Marion County, 17 February 1904 — Page 3

Jndiana Tribüne, 17 Februar 190.

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Die Hansa" nicht beschossen. Dürftige Nachrichten vom Kriegsschauplätze. Die paucr sollen 120,000 Soldaten in Korea haben. Alexieff oexISht port Arthur. China rührt sich endlich und sendet Truppen nach den Grenzen.

Ostasien. r u n d l o s t x 1 1 i d) t. Berlin, lö. Febr. Hier ist or ziel! nichts davo bekannt, baß die ja panischen Kriegsschiffe ans den deut, 'chen Jfatlfrf Hansa", der deutsche Unterthanen in Port Arthur ausnahm, gefeuert haben. Japaner in Korea. i o o o , 17. gebr. Der 6orre spondent der .DsUtz Erpreß" kabelt von (5hemulpo: Dir JapaneL haben in Korea 120,000 Via n n Trup. pen g r l a n d e t. Davon sind -0,000 siiolich vom ) a l u $ 1 j f vertheilt. itefl Pariser Depesche zufolge wur den auf dem russischen Kreuzer Wariag" 100 ) arvedos. die zwei Drittel de ganzen Vorraths, den Rußland an Torpedo? hatte, ausmachten, zerstört. China rtthrtsich. T i t n 1 j i n, 16. Febr. ?)uanshi Kai. der Oberbefehlshaber der chi. nefischen Armee, hat die europäischen llommandanten benachrichtigt, daß er beabsichtige, am 18. Februar die in PaoTing'Fu befindlichen chinesischen Gruppen nach Kin-lshou bttm Golf von Liav'Tung zum Schutz der Grenze zu schicken. Wichtiges g u g e st ü n d n i ß. S ö u e l. 10. Febr. Die koreani sche Regierung hat Japan da Recht gewährt, das Land zu durchquereren. (5S verlautet, daß japanische KriS schiffe 3 russische Schisse bei ZZonganpho entdeckt haben. Näheres ist nicht bekannt. 600 Rissen erfroren. Berlin, 10. Febr. Nach einer Petersburger Depesche find 000 Russen bei dem Marsch Über den Baithal See, Oft Sibirien, erfroren. Die temporüre Bahn über den See ist noch nicht fertig und ein großer Truppenzug hatte den 22 Keilen weiten Marsch über den

eiSbedeckten See zu unternehmen. U n v o r f i ch t i g e r E o n f u l. Berlin, 10. Februar. Die Be. merkungen deS deutschen Consuls von Reichenberg in Moskau, der u. a. zu einer russischen Volksmenge gesagt haben soll, die Japaner hätten Port Artbur verr.ltherischer Weise angegriffen, werden van der Presse scharf gerügt. Der Consul erhält wahrsch?inlich einen Tadel von der Regierung. ldetten in ichterfelde haben an die (5adett?n der NickolaS Kriegsschule in Petersburg ein Schreiben mit guten Wünschen gciandt. Die Ausgabe von $2r,,000,000 ruf. nfcher Noten, die heute von Petersburg angekündigt wird, hat die russischen StaatSpapiere an der Börse geschwächt, tprozentige sielen wieder um V Prozent. Die Bankiers haben den Eindruck, Rußland beabsichtige im Auslande mit Gold, im Inlande mit Papiergeld zu zahlen. Auch glaubt man. daß Rußland balde hier eine Anleihe sucht. Oberst. Leutnant Stoessel, der Eom mandeur des 3. sibirischen Corps der rujuschen Armee, ist ein geborener Magdeburger. Hansa von Japanern be schössen. St. Petersburg, 10. Febr. (5in halbamtliches Telegramm aus dem Hauptquartier deS VicekönigS meldet, daß der deutsche Kreuzer Hansa, welcher deutsche Unterthanen von Port Ärthur abholte und auch russisch Frauen und Kinder an Bord hatte, durch japanische Kriegsschiffe beschaffen mnrden. Die Depesche wiederholt, eS seien 3 japanisch? Torpedos bei einem NachtAngriff auf Port Arthur gesunken. Am 13. Febr. war m Port Arthur alleZ ruhig. W o l t e Schutz. London, 17. Feb. Der Seoul Eynespsndeni der Daily Mail" berichtet, daß kurz vor dem Kampf vor Chemulpo der Eapitain deS russischen Kreuzers ,ariag" eine Konferenz mit dem Eapitain des britischen Kreuzers Talbot" hatte, zu welcher auch franzü

fische und italienische Capitaine besohle!! wurden. Er ersucht dabei um de ren Sckutz beim Verlassen des Hafens, fhj amerikanischer Capitain weigerte sich der lsol,ferenz beizuwohnen. Das Gefach des russischen lapitains wurde

nicht gewahrt. Wieder d c m e n t i r t. St. Petersburg. 10. Febr. (Mtie Depesche von Port Arthur demen tirt die Nachricht, daß die japanischen Truppeu in VhM'Waug'Tao. einen, Hafeu der Südlinie der Mandschurei gelandet habe. Die See sei mit (Sis bedeckt und l in Schiff könne dem Ufer b'S auf 1 l Meilen nahe kommen. Bleibt in britischen Händen. St. Petersburg. 10. Febr. Der russische Gesandte in Pekin meldet, daß auf seine umtliche Anfrage die chinesische Regierung geantwortet habe, daß Wei'Hai.Wai den Engländern weiter verpachtet worden sei. A m e r. Kreuze r. Washington, 10. Februar. Admiral EvanS, Commandeur der asia tischen Station, meldet, daß er '. Kreuzer nach nordchinesischen Häfen abgesandt hat, wo dieselben als Depeschen boote, zur Aufnahme von Flüchtlingen und ähnliche Zwecke dienen. Die New Orleans fuhr nach Ehe Foo, dem nächsten neutralen Platze vom Kriegstheater ; Raleigh und Frolia gingen nach Shagai. Die U cberleben den deS M st 1 1 0 1). Washington. 10. Febr. Der Gesandte Allen in Söul kabelt, daß die russischen Seeleute deS Marray. die sich auf denl franz. Kreuzer Pascal be fanden, morgen nach Saigou ikochinlshina überführt werden. Die Ruffen auf dem britischen Schiff kommen nach Hongkong.

i D a r,i p f e r der Marine - R e-

s e r v e. B a n c o u v e r. B. C., 10. Febr. Die kanadische Pacisic Bahn erhielt heute vom britisch? Kriegsamt Erlaubniß, daß Dampfer der Marine-Reserve Nahrungsmittel aller Art nach Japan führen dürfen, falls nicht Rußland eine effektive Blockade der japanischen Häfen ergreift. Verbot an die Presse. C o n st a n t i n o p e l. 10. Febr. Ein Jrade verbietet der Presse während oeS Krieges ungünstige Kriegsberichte über Rußland zu veröffentlichen, g l ü ch t l i n g e a u f der B at a v i a". Hamburg, 10. Febr. Der Hamburg. America Dampfer Batavia" hat 1,000 Flüchtlinge in Vladiostock aufgenommen. Sie werden in Mofi,

Japan, oder Kiao-Chon (deutsch) gelandet. x n g, K o m. M o n t i), 15. Febr. Russische Soldaten veranstal' leteu drohende Kundgebungen gegen das britische Kanonenboot Espiegle" uno das amer. Kanonenboot Helena" De? Civil Administrator hat Bestrafung der Schuldigen zugesagt. In New Kwang hielt heute das 11. sibirische Regiment eine Parade ab Es wird mitgetheilt. Japan tooü zunächst keine Truppen in der Mandschurei lau den. da es durch die zur See er langte Herrschaft Rußland Jtttercffen in Cslafirn zum grubeu Theile als be reit vernichtet ansieht.

Die flagge der .,N a r i a u". o U o. 10. Febr. Die Flagge deS bei Chcmulpo zerstörte russischen Kreuzers Variag". die dem Kaiser als erste Kriezstrophie überreicht wird, langte gestern nebst anderen Beutestücken in Sasedo an. Der Kapitän des Kreuzers ßfrnwda" ist zu persön lichem Berichte zum Kaiser empfohlen. Der deutsche Dampfer Batoria" ist

mit 1500 japan. Flüchtlingen in Mofi angelanzt, darunter dem HandelsAgenten in Vladioostock. ES ineldet. daß 10 ruff. Torpedoboote in jenem Hafen 'ingefroren feien Vladioostock sei aus eiuen Angriff gänzlich vordereitet. Die Truppenconcktitrirun am V)ala mauert fort, indem die Ruffen augenscheinlich glanben. daß das Hauptziel der Japaner Zerstörung der Bahn und damit Ab'chneidung der Verbindung zwischen Port Arthur und Vladivostock sei. Gen. R e n n e n t a m p s s A b reise. B o r i s s o f. Rußland. 10. Febr. Die heutige Abreise von W. Rennenkanipf nach der Front führte zu einer patriotischen Kundgebung. Die Kume' raben trugen ihn auf den Schultern zum Bahnhof. K i e f f. 10. Febr. Fünf A'rztc, 50 männlich.' und weibliche Pflegen ha den sich zum Sanitütsdicnsi aemeldet. St. Petersburg. 10. Febr. Admiral Wirekiino erhielt Befehl, ocs russische Geschwader, aus dem Schlachtschiff Oslabaya", 2 Kreuzern und einer Anzahl Torpedoboots Zerstörern bestehend, bis auf Weiteres in Jibutil. Franz. Somaliland, zu halten. Nicht zur Weltausstellung. St. Petersburg. 10. Febr. General - Gornmiffi'.: Alex AndroviZki kündigt heute amtlich an. daß Rußland die beabsichtigte Betheiligung an der St Louiser Ausstellung aufgibt. ,.N i s s h i n" und ...K a s u g a". R o m. 10. Febr. Eine Depesche an den japanischen Gesandten meldet, daß die japanischen Kriegsschiffe Nisshin" und Kasugo" au ihrem Bestimmungsorte okpsuga in vortrefflichem Zustande angelangt sind. N e n t r u l i t ä t s-N o t e. Paris. 10. Febr. Nachrichten an die Regierung bestätigen, daß die Japaner eine Landung westlich von der Liaotung - Halbinsel oder bei New Ehwang vorbereiten. Anläßlich den bedeutenden amerikanischen Jntereffen in jene? Gegend und da New Ehwang der Eingangshafen zu der Hauptstadt

V r'. ' . -vi''', ''V'u ''.''(jf Ü mhfir if BPfc, ' ' ' 1i jjiffSr H ! ' ' '&ti$ ' , hSF v" -t 'z stA ' p WM Ibw : r L j& . ' g . Y HM M Wm 4 V " MHB8IEi rVv n" "" u; ijHQi MHBHMfcMBSSh MUUMflHILDQBr mlStEt f"l'' " '"" , WU,I MIW??!i HHQHBV r -ii if vMk nHHHHHHHHH &MWKjfiMRBHBR3r 1 ? fiSts P , 7" : Jji' mlKSHBuS "äs. i ' NP-:: '. muviBi IBBtttf J 1 'Ifa jVk yfr " jTSSSSmBII C r a m mm i fiEB(BR.'Jr U -KJBHB m : . .,'-f ., ' c H-'Mtz ,' jBsmKK ..v: . ' ' -Stfv'x ' rjfßSSIimmSnfflfgit. BWf i PJt . , , y ffeBMMpJjB5y-gnHH - --

der Mandschurei ist. wird die Bewe gung hier als wichtig betrachtet. Die amerikanische NeutralitätS-Note mavt neue Verbaudlunaen nothwen dia. da Großbritannien die Beding ung beifügte, daß das Einvernehmen sich auch auf die fremden Concessionen in China erstrecken sollen. Rußland hat dieser Bedingung bis jet noch ni)t zu gestimmt. Detschiad. Kaiser und K u n st. Berlin. l(. Febr. Der soc. Ab geordnete Singer leitete den Angriff auf die Regierung wegen Hintenansetzung der S -essionStünstler bei der 'Ausstellung in St. Louis. Der Kaiser, sazte Herr Singer, hat die neue Richtung Straßenkunst genannt und man kann deshalb erwarten, daß die AuSstellungS-lommiffäre dieser Kunstricdtung wenig Entgegenkommen zeigen werden. Secrctär Posadow'ki erklärte, er würde sich jeden Urtheils ent halten, doch glaube er, daß die neue Richtung ibre Berechtigung habe. Auch viele Coservative. darunter Graf Oriola und Baron Karoorff. deklagten die herrische Stettüna, die der Kaiser betreffs der Kunstrichtungen einnehme. Ersterer saqtc. daß Kunstrichtunzen dem Volksgcsllhl entsvrän gen und, daß Niemand, wie hoch er auch gestellt sei, der Kunst befehlen sollte. Heinrich Ernst Müller citirte auZ des Kaisers Rede vom 20. cürz 1901 oie Stelle: ..Kunst, die über die von mir beschriebenen (Grenzen hinaus geht, hört auf Kunst zu sein." Dann machte er sich über die Hobenzollern Standbilder, welche vom Kaiser in der SiegeSAUee ausgestellt wuroen, lächerlich. indem er sie monumentale Mar morbrüche nannte.

Italien. Gegen Entäußerung von Alterthümern. R o m, 10. Febr. In der Deputir ten' Kammer interpellirte der Deputirte Barnabel die Regierung über den Verkauf einer griechischen Karoffe aus dem 7. Jahrbundert nfe Christo für $50,. 000 an einen reichen New Yorker. Der Untersekretär des ErziehungSmesens ?r klälte darauf, daß de? betreffende In sn-'tor für seine Nachlässigkeit aus dem Am! entlassen worden sei.

Dr. Amado? zum Präsidenton Panamas erwählt. Panama. 10. Febr. Dr. Manuel Amador mucde hier einstimm'g zum ersten Präsidenten der neuen Republik Panama gewählt. Dr. Pablo Arosecuana, Domingo Obaldia uild Dr. CarloS find die Vice-Präsidenten.

Schlffsnachrichten. Angekommen. New Z)ork: Kroonland" von Ant. wrpen. Bremen: Kaiser Wilhelm der Große" von New ')ork via Plymouth und Cherdourg.

Oben: Vicekönig Alexieff und sein Stab. Unten: Der stärkste Theil der Befestigungen von Prt Arthur.

EinvorsiebenJahrcn verschtoundenes Halsband wurde dieser Tage in Ncwark, N. I., in einer schadhaften Abflußrohre gefunden. Vor 7 Jahcen hatte Frau A. A. Eisele ein goldenes Halsband im Werthe von .D200 verloren und alle Nachforschungen nach dem Verbleib desselben blic den erfolglos. Um so größer war die Ueberraschung. als Plumber, die eine schadhafte Abfnßröhr? reparirten, das verloren geglaubte Kleinod wiederfinden. Die betreffende Abflußrohre war durch eine Baumwurzel gesprengt wordei., so daß s'e durch eine neue er-s-tzl werden mußte. Beim Heransnehmen entdeckten die Arbeiter an der Wurzel, die sich einen Weg durch db Röhre gebahnt hatte, das Halsband, das zwar mit Schmutz bedeckt, doch so',.st unbeschädigt war. In einem Brooklyner G ericht kam es dieser Tage zu einer ergötzlichen Scene, als es sich um die Frage handelte, ob dem Wirth Jakob Wise die Licenz entzogen werden solle. 'Der Anwalt des Staatsaccisecommis sars führte aus, daß drei Spezialagenten eines Sonntags in Wise's Wirthschaft gekommen wären und Whiskys desiellt hätten. Der Schankwärtcr verabreichte das Verlangte und stellte gleichzeitig drei Sandwiches hin, die nicht bestellt waren. Nachder.: die Whiskys cusgetrunken waren, wurden die drei Sandwiches fortgenommen, und als eine neue Runde Whisky bestellt worden, wieder hingestellt. Dieselben Sandwiches oder frische?" frug der Richter. (53 waren dieselben," erwiderte der Anwalt, und ofsenbar waren sie schern lange im Ge brauch, denn unsere Agenten identifizirten sie als die das uchte Mal servirten an einem langen Haar, das sich auf einem derselben befand. Die Sandwies waren so alt, daß sie kreits einen Bart bekommen batten." Der gestrenge Ricbter lächelte und das gan.e Auditorium fing an zu kichern. Die Entscheidung wurde vorbehalten.

Dir Hereros. .tebcllischrr (5lngrborencnstamr' in

Dcutjch?Süd vrstajrikst. darakter und Bcschästigung der Hererot. ..qrri" ud t,aldkttglig Hu,n St'utdcrrzict,un. ..okuba' und ?!ermakkluttgk. berer ,,d .edigungkn. Besonders große Schwierigkeiten haben unter den aufständischen Einge borenen in Tentsch-Siidwestafrika den Teutschen die Hereros bereitet. Die Hereros, deren Iah! aus an nahmch W0.0W schätzt wnd. sind ein stattlickier Menschenschlag von schwarzer, etwas in' Röthliche sä, im mernler Hantfarbe. Sie sind säi!ank uild ebenmäßig gebaut und erreichen eine durchschnittliche Höh ron 5 Fuji 8 Zoll bis j Fuß 2 Zoll. Auch d Frauen sind groß: Figumk unier Fß Zoll Hohe sind selten. Äorer arm und Fuße sind ausfallend lan. Bartwuchs ist bei den Hcreros selten zu finden, weil sie sich srühzeitig mit Wn zetien jede sprossende Haar aufreißen. Der Hereio .zeigt eine gewisse Glich: lügen, aufzuschneiden; er neigt zum Betteln und Geiz, dagegen wird sein offener, gastfre.indlicher Charatier ge rühmt. Tie Hereroö sind ai!scht'.e lich Vnchzüchter und beschäftige, sich mit dem Landdan nur dann, wenn sie auf der Station von MissionattN be sonders dazu angehalten tverden. Sie führen heute fast nur europäische ?5euertvaffen. Dai Actvchr tragen jic meist über der Schulter, doch so, daß die Mündung nach unten zei(it und der Kolben in die Luft ragt. Viel im Gebrauch ist auch noch die Wurfkeule oder der Kicry; er inird aus dem Weißdorn oder jlameeldorn verfertigt und von ihnen ?ueiftcryaft gehandhab:. Die Hereros wohnen in halbkugeligen Hütten, deren Grundlage eine Anzahl. im .Kreise eingezriebene Pflöcke bilden, die nach der Mitte herunter gebogen

und zusammengebunden sind. Zur Ausfüllung der Lücken des Gerüstes benutzt ma Vuschloert und Gestrüpp, das möglichst eng in einander geflochten wird und dann mit Lehm oder in l5r mangelung desselben mit Kuhmist ge strichen wird. Als Bedachung dienen Ochsenhäute. Die Erziehung der Kinder betressend, so bleibt der Sprößling nach de Geburt vorläufig der Pflege seiner Mutter überlassen, die ihn während sei ner ersten Lebensjahre in einem Fell auf dem Rücken trägt; ist er größer ge. worden, so schließt sich der Junge se: nen Altersgenossen an. zieht mit diesen und den alltäglich auf die nahe Weide getriebenen Nindern, Ziegen und Schafen in's Feld, übt sich im Bogenschie

ßen, 5tirrywerfen und hilft wohl auch der Zcnechten bei der Ueberwachunq des

zUeirnueheS, wahrend das junge Mad-

chen mit der Mutter Brennholz und

Feldkost sucht und im Haushalt mil Hand anlegt. Nachdem das 12. bis

Iß. Altersjahr erreicht ist. muß an den Kindern beiderlei Geschlechts die schmerzvolle Operation des Okuba" vorgenommen werden, die darin besieh:, daß den Betreffenden die vier unteren Schneidezähne ausgebrochen und die

zwei mittleren des Oberkiefers in Form einer umgekehrten römischen Füuf )

ausgefeilt werden. In den beiden Zahnlücken sehen oie Eingeborenen ein; Verschönerung des Gesichts. Die Bestimmungen über später stattzufindende eheliche Verbindungen werden vcn den Eltern meist schon zu der Zeit getrof fen, da die Kinder noch unmündig sind. Regel soll es sein, daß der Bräutigam die Braut von dem Zeitpunkte der Ver lobung an bis zur Hochzeit nicht zu sehen bekommt. ?)er Bräutigam hat der Sitte gemäß oeu Eltern als Preis ,'ür die hcimznfüh.?nde Frau eine vorher vereinbarte Anzahl Rinder und Schafe zu befahlen. In KrankheitS fällen wird gewöhnlich der Zauberer geholt, der seine Kur mit der Schlach. tung eines Ochsen beginnt, dessen Haupttheil sein Honorar darstellt. Ein große? Kessel mit Fleisch wird auf das Feuer gesetzt und der oranke in dem aufsteigenden Dampf hin- und herg: schwenkt. Stirbt ein Herero, so wird ihm das Rückgrat mit Kyrris oder Steinen zerbrochen und der Kopf zwisehen die Beine gebunden, damit oer Todt? nicht wieder aufwachen, ent wischen und den (tammetgliedern Un heil bringen könne. Die so behandelt' Leiche wird dann n Ochsenfelle gewickelt und. mit d?m Gesicht nach Norden, mittelst Ocksenriemen in die zw?i bis drei Fuß breite, sechs Fuß tiefe und ebenso langc Grube gelassen. Den ge schlössen,: Grabhügel bedeckt man dann mit Steinen und Dornen.

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Schnupftaba? in der Medizin. Nach einer länger währenden EisenKahnfahrt stellt sich häufig durch tiuathmen von Rauch und Kohlenstaub, sowie durch die Hitze ein lästiger Ka tarrh der Nase und des Halses ein. Dieselbe Erscheinung ruft auch eine Fußwanderung auf staubigen Straßen hervor. Gegen diesen Katarrh war man bis heute ganz und gar hil'los. Nunmehr meldet ein medizinisches Blatt, daß Schnupftabak, der wäh-.'cnd der Neise oder Wandenmg öfter gebraucht wird, die Entstehung eMs jeden derartigen Katarrhs verhindere. Die Empfindlichkeit der Gewebe wi.'d durch den Schnupftabak herabgesetzt,

! und das lästige Austrocknen der Na

sen- und Nachenschleimhaut Hort ganz auf. Die stärksten Schnupftabatsorten sind die besten.

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Serbien und (Griechenland haben eine Bevölkerung von je 2,500,000 Einwohnern. Es ist dies etwas weniger als die Einwohnerzahl des Staates Jndiana. Veruntreuungen, Bankund Kassendiebstälsle bezifferten sich in den Ver. Staaten im letzten Jahre auf $6,562,163; im Vergleich zum Jahre 1902 um etwa $200,000 weniger. Die Gräfin Lvnyay (ErzHerzogin Stefanie) erhob Einspruch gegen die Schenkung der königlich belgischen Güter an das Volk. Der General gouverneur des Wilajcts Saloniki. Hassan Fehmi Pascha, giebt sich die größte Mühe, um die maced.mische Bevölkerung zu

! beruhigen. Den Muhammedanern ist i a . tm r

das tragen von raffen unterjagt worden, verdächtig erscheinende Jndividuen stehen unter polizeilicher Kontrolle, der Verkehr in den Straßen nach 8 Uhr Alands soll eine empfindliche Einschränkung erfahren. Nicht mindet streng sind die das Militär betreffenden Verordnungen, nach tvelchen Ansammlungen Rilitnrpersonen in Wirthshansorn untersagt worden ist. der Genuß geistiger Getränke in strenger Weise geanndet und den Soldaten Bewegungsfreiheit nur bis; Sonnenuntergang eingeräumt wird. Bei den öffentlichen Gebäuden. Konsulaten. Banken. Postanstaltkn usw. wurden die Wachen verstärkt. Von den fremden Offizieren verspricht man sich guten Erfolg für die Reorganisation der Polizei und Gendarmerie. u d e n geschichtlich hervorragcndsten Häusern gehört der Gasthof ..Zum goldenen 'Adler" in Innsbruck, der zahlreiche Fürsten und berühmte Persönlichkeiten beherbergte. Kaiser Jvseph der Zweite, König Ludwig der Erste von Bayern, Andreas H .fer. Heine und viele andere wohnten hier. Auch Goethe fand auf seinen italienischen Reisen im Goldenen Adler" gastliche Unterkunft. Zur Erinnerung an ihn hat der gegenwärtige Besitzer des Gasthofes ein eigenes Goeihe-Stllbchen qeschaffen. das so wie das Batzenhäusl in Bozen ein Künstlerheim werden soll. Selbstbewußtes Bursch. chen. In Frankreich ist zwar der Schulbesuch obligatorisch, aber die Kinder brauchen nach dem Gi.sctz nur bis zum vollendeten 13. Lebensjahre in der Schule zu bleiben. In einer Voltsschule eines etwas wilden Viertels erhob sich nun dieser Tage mitten in der Stunde einer von den Jungen, packte seine Bücher zusammen, legte sie auf den Tisch des Lehrers, nahm seine Mütze und ging zur Thür. Die Uhr schlug eben halb drei. Herr Professor." erwiderte der Bengel ganz keck, soeben bin ich volle 18 Jahre. Ich bin sogar" er sah nach der Uhr hin über schon seit vier Minuten im 14., Sie haben also, nach dem Gesetze, kein Recht mehr auf mich." Sprach's und verschwand der Professor und die Klasse ware. sprachlos.