Indiana Tribüne, Volume 27, Number 150, Indianapolis, Marion County, 16 February 1904 — Page 6

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Jüdinn Tribüttl. I. Februar 190.

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Europäische Nachrichten Z'vc'oinz fraimorcr. Hannover. Aus bedeutender Höhe herabqestiirzt ist der Tischler

Ernst Weber bei Ausführung von Ar Veiten in der luinmikammfabrit. We-

ber erlitt einen schweren Tchädelbruch und wurde mittels Sanitätswagens in das V.rankenrjauS l überführt. We gen Verbrechens im Amte wurde der lÄerichtsvollzicdcr (3iiintl)er II am hiesict.cn Amtsichte, wohnhaft in Linden. verhaftet. ls handelt sich um die Veruntreuung von amtlichen Geldern in cw nein Umfange. Wie sich bei wiederhvlien Revisionen bis jetzt heraus gestellt hat. hat er insgesammt ver inutblich 80,000 Wart amtliche (Gelder unterschlagen. Um die Untcrschlagungen zu verdecken, hat er die vorgeschriedenen Äuchungen unterlassen. B e n n i g s e it. Ein besingend werthkr Nngluctssall ereignete sich auf der Strafte von, Steinkrug nach fier. Adols Freimann aus Nestors hatte von OrtfeCftted ein Fuder .Nalk geholt. Bei den binden wurden die Pserde unruhig und begannen zu laufen. Freimaan faßte in' Hintergeschirr, wobei das Pferd aufschlug lind ibn oben a'N .Beine traf, u obei die Schlagader des selben .'.errin. Zwei de. Wege komlende Wanderer schafftm den Verletzhm nach hier, wo ihn Dr. Thies in VkHandlung nahm, aber leider zu spat, htm nach kurzer Zeit schon gcib er seium Weift auf. H i l d e 6 h e i m. Generalconsul a. D. LuMoia, Dveö ist hier im 72. Le vencjcihre gestorben. Der Verstorbene, ein geborener Hildesheimer, war viele Iah in Bremen Inhaber einer gro gen kaufmännischen Firma und österreichischer (Sk n e r o I c 0 n s ii . Verba ch. Ans der Eisknsteingrube ,,xu! tauche" wurden die Bergleute Hannig und 3auerbrey durch nieder gebende Gestcill verschüttet und getödtet. Ersterer hinterlaßt fünf, letzlerer drei Winter. W i l h e l in s h a v e n. Ein bedau eclichcr llngliictsfall hat sich im Artilleriehof zugetragen. Arbeiter Spankec wurde bei eintretender Dämme rung von einem Benzinmotor erfaßt und so schwer verletzt, daß er bald darauf seinem Leiden erla. Spänker war 31 Jahre alt und hinterläßt Frau und zwei kleine Kinder. S o e st. Ehren des Landrcithö von Boctum Dolffs. der sein .jähri ges Lattdrathsjubiläum feierte, fand kill ?skstesscn statt, an dem die Betheilitiii groft tvar. u l tten. Die Sehnsucht, seine alten Eltern einnial wiederzusehen. trieb den von hier stammenden, seit fahren in Amerika lebenden 5caufmann Becker nach hier zurück. Aber während er das große Wasser kreuzte, trug ein anderes Dampfschiff die Nachricht von Um plötzlichen Tode seines 7,'Zjährigen Vaters hiniiber. Hier eingetroffen, klopfte er lange Zeit ver geblich an seinem elterlichen Hanse. bis endlich eine ihm unbekannte Ifrau ein ffenster öffnet und ihm mittheilt, daß sein atcr seit drei Tagen ocen digt. seine Mutter aber infolge eines am Bcqräbnißtage erlittenen Ünfasles schwer erkrankt im Krankenhause darNiederlage. Das Wiedersehen zwi schen der siebzigjährigen ?Zrau und ib rem Sohk-e kann man sich leicht auh malen. ?kror inz "33ostfaCcrt. M ii n st t r. In große Erregung wurden letztens die Anivohncr des Al-ten-SteinweaeS versetzt. Dort erfolge te eine derartig heftige Detonation, daß Thüren und Fenster klirrten. In dem Geschäftslokale des Uhrmach'r Pech hatte eine lacexplosion slattgefunden. Der Schaden, der dadurch aageriäitet wurde, ist bedeutend. Nicht allein, daß die im Schaufenster ausgestellten Uhren durch das Henker mif die Straße geschleudert wurden, sndern auch ein großer Theil der im Innern befindlichen Maare wurde zertrümmert. A m e l s b ii r e n. Ertrunken ist hier beiln Schlittschuhlaufen der Anftreichiehrling Zrerichs aus Hau bannen igcbürtig aus Senden). Er versuchte zum erstenmal den 5ianal zu befahren. Mehrere anwesende junge Leute waren mch in der Lage, tn zu retten. Bochum. Die Buchdruckerei Milch. Stumpf konnte auf ein 75jähriges Bestehen zurückblicken. Im Verlag derselben erscheint das amtliche Kreisblatt. der ..Mkische Sprecher", dessen erste Nummer unter dem Titel ..Wochenblatt für den Kreis Bochum" vom 10. Januar 1829 datirt. Bielefeld. Der ve-hei.athete Fuhrmann Gottlieb Goßliug glitt, als er im Begriff war. auf seinen, eben sich in Bewegung fetzenden, schwer beladenei Wagen zu steigen, aus. gerieth mit dem Kopf unter ein Nad i.nd wurde sofort getödtet. Dortmund. Auf dem Nangirbahnhofe in Huckarde wude beim Nangiren der Rangirarbeiter Heit mann durch einen Güterwagen überfahren uid getödtet. Vleinprovittz. Köln. Letztens wurden eö vierzig Jahre, daß die Haushälterin Elifabeth Bongartz bei den lZheleuten Jacob Munzel an Lhökirchen in Dienst trat. Nach deren Ableben verblieb sie

jff. der Familie des Schwiegersohnes.

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seltener Treue und Anhänglichkeit ihxti Amtes waltet. In Anerkennung der treuen Dienste hat es die Herr schüft sich angelegen sein lassen, der Jubilarin einen sorgenlosen Lebensabend zu sichere Eine besondere Freude wurde derselben an ihrem Ehrentage zu theil durch Verleihung des goldenen Verdienstkreuzes seitens der Kaiserin. , München G l a d b a ch. Der städtische Gesangverein Eänlia feierte sein fünfziajäbiiges Jubiläum durch ein ziveitägiges c'usikfei't in der neuen Qnltr Friedrich i 5ialle.

Neu ß. In der Rl)einischen Pa-! .'. . r,

pierfabrik wurde der ageiorzner er rez damit beschäftigt, ein Maschinen theil anzudrehen. Da Derrez zu stark r,n her JfSebf k Zurück Ulld

schlug dem Arbiter gegen den Kopf an Der Schlag lvar derart, daß Der rez einen chädelbruch erlitt. Der Beranalüctte wurde in'ö Hospital ge-j schafft, wo er starb. . . t . . it. . i

N a t i n g e n. W unrerl)elralue:c 33 Jahre alte Kesselschmied Anaust Dobe von hier wurde am katholischen ftuchbiM'e verwundet ausgefuuden. Er blutete aus einer W'.'nde in der Magengcaend und gab e n. auf sich selbst ain Jlinkernblisch geschossen zu haben. Der lerlehte wurde mittels Tragbah re in das Krankenhaus geschafft, woselbst er der V'rlvundung erlag. a a r b r ü ck e n. Dir Straftam.ner biersclbst v-rilrtl)eilte den LKjäh rigen Lehrer Gustav Zerndt aus )ir ioeiler bei Ottwriler ioegen Mioflätsbeleid'gung zu vier Monaten Gefäng niß. Der Lehrer hatte im Nebermnth darüber, daß er Reparaturen an sei' nein 2chulhause. die er selbst eigen mächtig hat vornehmen lassen, selbst bezahlen sollte, schivere Schniähungeii g?gcn den deutschen Kaiser und das deutsche Kaiserhaus ausgestoßen. Wesel. Im Alter von 71 Jabren verschied nach neunzehnjähriger Wirk sarnkeit an der Pfarre St. Martini Hierselbst Dechant Johannes Noelofs. Ehrendomherr der Kathedrale zu 'Utiin'ler. Drr Verstorbene wurde am 1 Juli 1M2 zu Elten geboren und am (. Juni 1857 zum Priester ge iveiht. vovxm ,z ßt ff o n Kassel. Ein Musketier von der 2. E ompagnie des hiesigen 1 07. Ins. Negt. Namen) Bauer auS Kiel er schoß sich auf dem Node der Kaserne mn setnem 'ienfkgewehr. Da? Motw der That ist unbekannt. Frankfurt. Im TrevpenhauS Offenbicher Landstraße 10 fand ein Bäckerbursche den dort wohnenden 71 Jahr.' alten Postschaffner a. D. Friedrich Dosius todt auf. Dosius hatte sich in später Stunde nach Hause begeben und war die Treppe hinuntergestürzt. Dem bekannten Serumfo. scher. Direktor des .Königlichen Instituts für lrperitnentelle Therapie, Geheimen Medizinalrath Professor Dr. Pmil Ehrlich, ist die große goldene Ver dienstmedaille verliehen worden. - Vor seiner Wohnung in der Elephantengasse todt aufgefunden frvurde der 22 'Jahre alte Schreine? Jacob Ehri stian. Er hat bei einem Sturz von der Trevpe tödHiche Verletzungen da vongetragen. Die seit einiger Zeit vermißte' 1 Jahre alte Marie Texter aus der Seckböchergasse ivucde bei Schwanheiln als Lcicbe ans demMain gelandet. Im Stadtwald lourde ein junger Schlosser Namens August Stein bewußtlos mit einer Schädelwunde aufgefunden. Er wurde in ei' ner Droschke nach dein städtischen Krankenhaus verbracht, wo er kurz nach der Einlieferung starb, ohne nochmale das Bewußtsein erlangt zu haben. Veriauthlich war Stein in eine Schlägerei verwickelt. H o m b u r g. Wegen unmenschlicher Mißhandlung und schließlichcr Tödtung ihres Pflegekindes stand die Wittwe Färber von Mitelbexbach vor dem hiesigen Gericht. Das Urtheil lautete auf Zuchthausstrafe von zehn Jahren. Die Tödtung des .Kindes war durch gewaltsames Einließen von sehe starkem Kalmus Spiritus erfolgt. 5iT i 1 1 c tb c 1 1 t ( fc f rt t f rt . B r a u n s ch w e i g. Zimmeimann Vilbelm lentje aus Lehndorf stürzte bei dem Abdecken eines Schutzdaches an einem Neubau auf der Frankfurterftraße aus der Höhe der zweiten Etage ab und erlitt schwere innere Verletzungen. Er wurde mittels Sanitätswagens nach dem Krankenhause gebracht. E i s e n a ch. Dem Eisenbahngütererpeditivnsvorsteher a. D. von Müller wurde der Rothe Adlerorden 4. .Nlasse verliehen. G reiz. Die Vermählung der Prinzessin Marie Neuß ä. L.. der zweiten Tochter des verstorbenen Fürsten Heinrich 22. und älteren Schw ster der Großherzogin Karolina von Sachsen - Weimar, mit dem Leutnant im 0. österreichischen Dragoilerregiment Baron v. Guagnoni wurde am 14. Januar nach evangelisch-luthcri-schem Ritus in der hiesigen Hofkirche durch denHofprediger Consistorialrath Ger'hold vollzogen. S t a d t h a g e n. Zwei Radfahrer aus Sachsenhagen fuhren im Dunkeln ohne Loterile von hier über Pollhagen nach Hause. Dabei wurde der auf dem Fußsteig gehende 5l)jährige Vorarbeite? Pape von dort angefahren und durch den erlittenen Fall am Hinterkopfe so schwer verletzt, daß er längere Zeit bewußtlos am Platze lie-

gen blieb und bald darauf, nachdem er sich noch nach seiner Behausung geschleppt hatte, verstarb, ohne wieder das klare Bewußtsein erlangt zu ha den. Der betreffende Nadfahrer, ein Gastwirth aus Sachsenhagen, welcher sich von dem Thatorte schleunigst entfernt hatte, ohne sich um den Verunglückten zu kümmern, ist vom Landgendarmen dadurch ermittelt worden, daß dieser das Fahrrad ausfindig machte, z'i dem ein an der Unfall stelle gefa .denes Stück einer Fahrrad-La-ferne gehörte. a s b e ck (Arolsen). Ein Hildes Jahrhundert Dorbürgerineister gelvesen zu sei,,, diesen seltenen Ruhm kann der frühere langjährige Alterspräsident im waldeckismen Landtage. Bürgermeister Schulze fü? sich in Anspruch n.'hiilen. Seaule ist jedoch jetzt 9fi Jahre alt. das Herrschen im Dorfe leid und er hat das Amt auf die stär keren Schultern seines 1' Jahre alten Sohnes acleot.

kl u H P a riß i ? d wieder ein gräfzlicher Vorgang in einer Menagerie mitgetheilt! Im Pariser .f)ippovrompalast befand sich die Menagerie Vostock. zu deren Bestand auch dtes'iile Jaguare gehören, die von einem Fräu - lein Morelli. genannt die Jagnarkönigin". vorgeführt zu loerde.i pflegten. Bei der letzten Vorstellung betrat die Dompteuse den Käfig, als plötzlich zwei der Jagu.re. gerade diejenigen Thiere, welch Fräulein Morelli für ihre gelehrigsten Schüler erklärt hatte. auf die Dame zusprangen, sie zu Boden warfen und mit den Zähnen an Nacken und Brust zerfleischten. Die Unglückliche entging dem Tode nur da durch, daß die rasenden Thiere von ei nem dritten Jaguar angefallen und gezwungen wurden, ihr Opfer sreizuge ben. Erst als die hauptsächlichste Ge fahr vorüber lvar. feuerte der Menageriebesitzer Bostock einige Schüsse kUs die Bestien ab. schließlich wurde die schwerverletzte Thierbändigerin an den Haaren aus den, Kcfig oezerrt und ih ren Angreifern entrissen. Ueber eine riefigeErb schaft wird aus Des Moines. Ja., be richtet: Schwester Ph'lomena. die Prwrin des Merch Hospitals von Des Moines. erote eine Summe von $15, 000.000. Ihr Onkel, der vor 10 Iah. ren in Australien starb, hatte sie zur Erbin eingesetzt, und erst jetzt wurde man ihrer ausfindig. Sein Name w.r John MeCoiinia. wohnte in Meiboulne und oesaß viele Goldmin'N. Schafhecrden und sonstigesEigenthun.. PicElrinick hatte noch zwei Brüder und eine Schwester. Die beiden Brii der begaben sich in früher Jiigend nach Australien und hat man nichts mehr von ihnen vernonifrn.'n. Die Schwester yjlaxt) heiratbete einen Mann. Namens Keating und zog im Jab"e 1858 nach Davenport. Schwester Philomcna ist eine Tochter von Marv Keating. Zwei VrUde'- und ivei Schfrvestern in D".venport werden ssch in das Glück der Schwester Philomena theilen. ..Admiral D o t". einst der rste Tenor in der Liliputaner - Gesell schüft in Barnum's kircuß und der beivunderte Liebling aller Kinder, ist von Sheriff Merritt von Westchester Eounty. N. J., zu seinem Deputy ernannt worden. ..Admiral Dvt" ist nur 46 Zoll groß, trotzdem aber ein gewichtiocrMann in White Plains, denn nachdem er schon vor vielen Jahren der Bichnc und der Kunst" den Rücken gekehrt und sich verheirathet hat, hat er es jetzt zum wohlhabenden Besitzer eines großen Hotels und Sommer Platzes, mit großem Tanzsaal, Elub zimmern und Kegelbahnen gebracht. Des Admirals" lvahrer Name ist Julius Kahn, und zwei kleine Kinder, eine Tochter, 10 Jahre alt, und ein Sohn. 7 Jahre alt. können trotz ihrer Jugend schn Beide auf die Eltern herabschauen. Der Admiral" sagt, daß seine Ernennung kein Jur ist uud daß er seinen Mann als Deputy-Sh.riff schon stehen wird, uild nach seinen Leisiungen im Hotelgeschäft ist dieses ivrhl zu erwarten. Trübe Kunde gelangte nach New Dort über das Schicksal der kleinen Expedition nach Labrador über Quebec, welche im letzten Juli von einer New gorker Sportzeitung ausgerüstet war. An der Spitze dieser Ej pedition stand Leonidas Hubbard, Mitredakteur eines Sportblatte v. den seine Gattin bis zum Regolettv begleit tet hatte, worauf sie noch Quebec zurüctgekehrt war, um von dort aus die N'icktehr ihres Mannes abzuwarten. Aber sie hatte vergeblich gcwartct. denn vor einigen Tigen wurde ihr au 5 dem Innern Labrador's die Kunde, daß ihr Mann elenden Hungers gestorben s'i und daß die Leiche mittelstHundeschlittens auf dem Wege nach Canaoa sei. Hubbard wurde von dessen persönlichen Freund A. P. Wallace, einem Advokaten. auf dec Forschungsreise begleitet, sowie von zwei Eree - Indianern, von deneit man erwartet hatte, daß sie über die Verhältnisse in Labrador Bescheid wüßten. Der Zweck der Expedition war der, Näheres über Nascoup - Indianer. deren Lebensweise etc. in ErWahrung zu bringen, deren Jagdgründe sich im Innern Labrador's befinden, und die die Expedi'ion glücklich zu erreichen hoffte. Aber den jüngsten Nachrichten zufolgc sind diese Hoffnungen zu Schanden geworden. Was aus Wallace gervorden, scheint Niemand zu wisscn.

Die iicfi cinnfl noni üfsioOos.

Unter d?n Beamten des Ministeriums. vom ältcs.en 5eanzleirath bis zum jiingsien Supcrnumerar, herrschte eitiige Aufregung. Tti neue Ministerialdirektor, dem der Ruf voraaiglng, daß er ein Herr on strengen Grundsätzcn sei, der aus pünktliche Befolgung einet Anordnungen halle, hatte eine unvermuthete Revision während der Frühstückspause vorgcnouimen und da bei entdeckt, daß beinah von allen Herren alkoholhaltige Getränke eingenommen wurden. Er hielt cs deshalb für angebracht, nachdrücklich darauf hinzuwerfen, daß er ein undedingter AuHänger völliger Abstinenz fei und den gkge den Dämon Alkohol gerichteten Bestrebungen nicht nur seine beste Symptb!c entgegenbringe, sondern atlch Mitglied de? Vereins vom blauen Kreuz sei. Wie smädlich. meine Herren." schloß er seine Auspiche, isl der Alkohol aenutz. in welche? Gestalt er auch er folgen möge! Am schädlichsten aber während der Arbeit in den, geordneten Mechanismus einer modernen Staatemaschuic, wo auch der kleinste Fehler Jrraimer und llnregelmäßigleilen im Betriebe hervorrufen kann! An inir leibst, der ich schon seit dreißig Jabren vötiigc Enthaltsamkeit in diesem Punkt üve. habe ich erfahreil, wieviel leiftungsfähiger man dadurch lvird; Leib und Seele sollen Sie aber srisch erhalten und Ihre un getheilte und ungeschlvächte rrast in den Dienst des Staaten s!elen. Das muh gefordert lrerdm und geschieht mil Necht. denn dafür be kommen Bit Ihr ausköinmlichco ("k halt. (Die Hilfsschreiber im Hinter, gründe zuckten bet diesem Satze zusammen.) Ich bitte Sie also, sich danach zu richten, meiae Herren." Er blickte noch einiaal mit seinen kleinen grauen Auocu um sich und verließ eilig, ivic er gekommen, das Bureau. AI man sich überzeugt hatte, daß der Wirkliche Geheime Ober Rezierungsrath das Gebäude wirklich verlassen oatt'.. erhob sich ein Summen ivic in einem Bienenkorb. Solche Beschränkung ist noch nicht dagelnes7n!" meiitte der hagere Sekretär Wcndematln. ..Man sollte eine casseubeschlverde an den Herrn Minister lichten." Ja, e? ist eine vollständige Schadlo nisirung." fiel der dicke Lehnhoff ein. Man muß doch bei solcher Gelegenheit die verschiedenen Jnvwidualttaten be rücksichtigen! Der eine kann eben viel vertragen, der andere gar nichts." ..Da haben Sie nicht unrecht." be merkte ein geblickter, grauhaariger .Vianzleirath leite. ..7uir einen Mann von ziveihi'.ndertzwanzig Pfund wie 2t, ist die häufige Zuführung von Flüssigkeit gewiß nothivendig, wohingegen unser kleiner, dünner Herr oir heiln rath" er sah sich vorsichtig um und schwieg. .Trübselig schwiegen auch die Hilfsschreider. die in einer Csct c saßen. Jeder von ihnen pflegte zum Frühstück sein Liebli!'.g.-gettä'nl zu genießen, dieser einen ...Noks." wie er ein Gläschen Rtim mit einem Stück Zucker darin nannte, jener ein Nordlicht mit Morgenroth." das von einem Nordhäuser mit Him beer dargestellt wurde, und ein dritter

! einen Petroleum." der iii Wirklichkeit

Get'-eidelüminel war. Denn ein Glas Lagerbier oder gar ein 5tulmbacher oder Münchener, wie die fest angestelllen Herren, konnten sie sich nicht leisten, llnd nun sollten sie sich auch diesen br scheide neu Genuß noch entziehen, und ihr dürftiges Näfebrot ohne die anregende Feuchtigkeit herunterwürgen ! Mehrcrc Tage wagte Niemand der Forderung des Ehefö zu trotzen, und es machte sich eine allgemeine Mattigkeit und Schlaffheit bemerkbar, so daß S.kretär Lehnholf feststellte, dic Alkoholeiil,iehung scheine eher niederschlage. kcäfligettd auf das Nervensystem zu wirken. Doch bald war die Ansprache des Gestrengen vergessen. Der Uanzleidie.ier ,oar wieder nach tvie vor damit besch'7!ftigt, gebraute und gebrannte Gewässer in Flaschen und Gläsern kbeizuschslffen, und bei den Hilfsschreibern traten, sobald sie oas Frühstüäspapier aufgewickelt hatten, Koks, Petroleum und Nordlicht mit Morgen roth loieder in ihre Rechte. Aber man hatte mch' mit der Findigkeil d?s Herrn Wirklichen Geheimen Oberregierungsraihec- gerechnet. Entwe'.er hatte er durch einen liebedienertschen Bcrräther von der Sache Wind bekommen, oder er war durch eignes Nachdenken dazu gelangt. Er erschien also eines Tages in der im untersten Stocttverk des Gebäudes belegenen Wohnung des Kanzleidieners ?ind sorderte ihn auf, ihm das Buch mit dem verzeichnen über die zum Frühstück an die Beamten gelieferten Waaren vorzulegen. Da man wörtlich zu bezahle;, pflegte, so fand er dort bei einigen Herren ganz erkleckliche Summen oerzeichnet. Spornstreichs eilte er die Treppe hinauf. Aber meine Herren!' rief er vorwurfsvott. Sie haben ja. wie ich

! soeben gesehen habe, meine Anw:isiln-

gen durchaus nicht befolgt. Im Gegentheil! A!anchevon Ihnen scheinen sich sogar fanatisch dem Biergeiiuß ergeben zu haben. Wie konnten zum Beispiel Sie. Herr Sekretär Lehnhoff, ein so geradezu ungeheures Quantum h'er vertilgen!" Verzeihung. Herr Geheimraih," stammelte der gewichtige Sekretär. Aber ich babe ::icht alles allein e

ist dabei auch eine eine Lage aus Anlaß meines Geburtstages." Wie? Sogar Gelage feiern Sie hier? Vierorgien? Im königlichen Dienstgebäude Tas ist ja unerhört! Herr! Ich rathe Ihnen, sich einzuprägen, daß ein töntglicher Beamter im 'nft an nichts weiter als an seine Akten denken darf! Ihnen allen aber, meine Herren, habe ich eine Mittheilung zu machen. Da ich sehe, daß Sie ohne Getränk während Ihrer Tiennzeit n:rfit auskommen, wa ich ja schließlich verstehen kann, so werde ich anordnen, daß die Frau des .anzleidieners einen Zgjtt herstellt. Ich sclvst werde soviel dazu beitragen, daß das ''.as Thee für fünf Pt'enmg geleert werden kann. Auf diese Weise wird Niemand mehr eine Entschuldigung haben, sich während deS Tienl dem Alkoholicufe! zu ergeben. Adieu, meine Herren!" i. c verneigte sich kurz und gmg. Bon NUN an gab e Thee. (5 5 war ein dünner Ausgus, oon u bestimm bare? Farbe und satcm süßlichen l)5schmact. Keiner konnte sich natürlich ausschließen, u-enit auch di? nieis:en nnr davon nippten llnd da öbrigk in den Wasserleilung.' AuSguß wandern lie ßen. Nur Sekretär Wendemann trank feinen Thee mit Seelenruhe und loble die gute Wirkung auf sein befinden. Als nach eintg:r y,cit der Wirkliche Geheime Overregierungcrtb wieder ini Bureau erschien. nal)m er mit sich: licher Befriedigung ii. geiferten ihecgläscr wahr. Schmunzelnd, mit senst nicht an ihm bemerkter freundlicher Mietn blickte er auf dic einzelnen Pulte und lächelte sogar, als er sah. wie Wendemann, der das Abzeichen des blauen JUeuze in seiner .Krawatte trug, den Rest seinem Glases behaglich in die .Hehle laufen ließ. Dicht dabei saß der dicke Lehnhofs, dessen las bereit leer war. Auf sein.m Pult lag ein großes, festgebundenes Buch, das auf dem Nückcn in Goldschrift den Titel Bürgerliches Gesetzbuch" trug. Der Geheinuath wurde aufmerksam. Was ist denn das für eine schöne Ausgabe, Herr Lehnhokf?" sagte er wohlwollend. ..So eine hab' u! ja noch gar nicht gesehen. Ist wohl mit großem .Nommetttar ! Wo ist denn die erschienen?" Lehnhofs war gan roth geworden. In --ich glaube in Berlin. Herr Geheimrath." brachte er verlegen heraus. Das i.aneii Sie nicht einmal? Nun, ".a6 können wir a leicht feststellen. Lassen Sie doch einmal schauen!" Der Borgesetzte hatte aas Buch zu sich herangeschoen. öffnete es und fuhr entsetzt zurück. Das vermeintliche ..Bürgerliche Gesetzbuch" war eine trefflich hergestellte Attrappe, in der gerade zwei Bierflaschen ilatz yattcn, dic dort friedlich nebeneinander schlummerten. Bei der nächsten Gebaltcerböhung wurde Lehnhoff Übergängen. Er belau, auch keine Weihnachts-Gratifika-tion. Aber seinem Nebenmann Wendemanii wurde beides zu Theil. Der Herr Ehef wußte ja nicht, daß dieser eifrige Theetr'aker in seinen Thee immer ein gewalliges Quantum Jamaika-Rum. den er in ein-m verborgenen Fläschchen bei sich führte, zu gießen pflegte! Zkrvlrrrnt. Professor: Ach. guten Tag. Herr Lebmann. Sie haben sich aber sehr verändert seit intserm letzten Zusam menscin!"H t x x : Ich heiße gar nicht Lehmann. mein Name ist Meyer!" Professor: Was. und Lehmann heißen Sie auch nicht mehr?" 4?irtrtl. Köchin (zur Kollegin): Warum streichst Du den Brief im Liebesbriefsteller aus. nachdem Du ihn abgeschrieben hast ?" Ja. weißt Du. das ist zu unangenehm; an tneinen vorigen Bräu tigam habe ich nämlich denselben Brief mal zweimal geschrieben!" lliitm'Uri,. Untersuchungsrichter (ärgerlich : Na. warum leugnen Sie denn so beharrlich? Sagen Sie doch die Wahrheit?" A n g e k l a g t e r : Ich denke nich dran, wozu sitzen Sie denn da?" Ziodvrnv Z.kort'rnd'crlrtttt. A.: Fanden Sie nach jahrelangem Fernhin Ihre Heimath sehr verändert?" B.: ttnd wie! Beispielsweise stand auf der Wiese, wo früher ttuhe weideten, eine Margarinefabrit." Ei,l SctmIorc,rtlicr-. Herr Oekonomierath, ich hätt' e' nutes Geschäft für Sie!" Nu'. lassen Sie hören!" Sie geben Ihrer Toch ter e' Million Mitgift! Ich nehm' sie mit 'ner halben Mill'.on ersparen Sie netto ünf'ig Brozent?" act,c. M e ß n e x (als sich Bauernburschen raufen und er einen Hieb kriegt): Wart's nur. Ihr Bande, Euch trieg ich dran, ich läute ietzt durch eine Woche eine halbe Stunde später Feierabend!" Vesizcrlr,. Wirth (zum Hausknecht, als die Gäste zu raufen beginnen): Bring nur n' Metzger-Natzi gleich in Sicherheit, der muß ja morgen unsere Sau schlachten." Amerikanische g e t r o cl -n e t e Früchte erfreuen sich in Deutschland so großer Beliebtheit, daß sie sozusagen den deutschen Markt ton-trolliren.

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