Indiana Tribüne, Volume 27, Number 149, Indianapolis, Marion County, 15 February 1904 — Page 4
Jndtena Tribune, IS. Februar im'i
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jndiana Tribüne. Htraug,gebn von btx Gutda Indianapolis, Ind.
Harry C. Thudium Präsident. GeschäftSlocalt Wo 31 Süd Dclaware Straße. telbpmoie sey. I i leied at the Pot Office of Indiaoapeli econd dass matter. Rusfifche Spinel in Deutschland.
Im Anschluß an die gestern im .Spottvogel" veröffentlichte Berliner Depesche übet die Verhaftung von 10 russischen Polen und deren Auöliefe rung an Rußland dürfte folgender Ar tikel der Vossischen Zeitung" von Jn teresse sein. Die Sozialdemokratie hat Glück. Da können sich znr Bekämpfung der Bedel und Genossen allerlei ..Reich, verbände" und ..Zentralstellen" bilden, und die Marr'tche Theorie kann als handgreiflich falsch und die Tactik der Partei als widei-stnuig uiib gemein gefährlich nachgewiesen werden, was thut's? tflne einzige Acichstagssitzung wie die gestrige, eine einzige Rede, wie die des ffreiherrn von Richthofen, und Tausende strömen wieder der Sozial demokratie zu, nicht um sich dem Pro gramm dieser .Partei anzuschließen, sondern um den denkbar stärksten Pro test gegen die Haltung der Regierung zu erheben. Die Mitlhcilungen. die der Abgeord nete Haase gestern Über da Treiben russischer Spione aus deutschem Boden ind Nber Maßnahmen deutscher Behör den gemacht hat. w-rden allenthalben peinliches 'Aussehen eregen. So lange nur die sozialdemokratische Presse ein zelne Schilderungen dieser Vorgänge
veröffentlichte, konnt man Zurlickhal tung üben, weil sich neuerlich manche Enthüllungen" des ..Vorwärts" als Hirngespinste erwiesen haben. Abe wenn eS sich in diesem Foll, bei den in'S Einzelne gehenden Angaben deS Vertreters für Königsberg um öd? Phantastereien handelte, hätte sie der Staatssekretär als solche bezeichnen, hätte er kl'pp und klar sagen müssen, daß die Regierung deS Deutschen ReiH auf ihrem Gebiet keinerlei russische Spionenwirthschaft duldet. Das hat der Freiherr v. Richthofen nicht gethan; im Gegentheil, er glaubte diese Thätigkeit russischer Agenten als berechtigt, Dienste, die Rußland erwiesen werden, als nothwendig und nützlich hinstellen zu sollen. Freilich konnte er eS nur, indem er znr Begründung seines Standpunktes die Opfer der russischen Spionage unter den Sammelbegriff Anarchisten" brachte. Wir bedauern den StoatssekreNr. daß er eine so schwache Antwort gab. wir bedauern 'ihn noch mehr, daß er keine bessere geben konnte. Daß er nicht selbst '.bei seiner Rede tiefes Un behagen empfunden habe, vermögen wir nicht zu glauben. Allerdings, er könnte sich darauf berufen, daß auch unter dem Fürsten Bismarck nicht anders gehandelt wurde, daß der erste Kanzler sogar einen Vertrag mit Ruß land schloß, wonach im Gegensatz zu dem allgemeinen völkerrechtlichenBrauch politische Verbrecher und wer fiilt nicht den russischen Machthabern als politischer Verbrecher ? ausgeliefert werden, daß uch dazumal lästige" Russen, wenn sie der Ausweisung auS dem Deu!schen Reiche verfielen, an die russische Grenze adgeschob-n und rusfischen Beamten auSgeliesert wurdm. Ader wenn das ein Gewohnheitsrecht geworden war. so war eS eineS. von dem der Bruch weit mehr als die Befol gung vom deutschen Volke gebilligt wor den wäre. Vielleicht hat der StaatSsekre tär auch daran gedacht, daß eS eine Zeit gab, wo die deutsche Regierung zu ähn lichen Mitteln griff, wie die russische. Die ..Wohlgemutherei" ist noch unver' reffen. Aber unvergessen ist auch, daß die Schweiz sich die Thätigkeit des Po. lizeiinspettorS Wohlgemuth Wühlen Sie nur luftig darauf lo !" nicht ge fallen ließ, sondern ihn selbst, nicht die Leute, die seine Agent? überwachen sollten, auA denLande verwies. Welche Entrüstung herrschte nicht einst in Deutschland gegen Kotzebue, der für einen russischen Spion gehalten wurde ! Was heute Anarchist" sein soll, hieß damals Demagog?-. Jeder, der ein dreifarbiges Band trug, jedes Mitglied der Burschenschaft, jeder der für die deutsche Einheit schwärmte, galt als Verbrecher. Er kam in den dunklen Kerker, in die feuchten Kase
matten, dank den Dambach, Kotzebue und den Schmalzgesellcn. Daß Kotze bue ein Spion sei, wurde nur dermuthet; daß es in Deutschland heutzuläge ein ganzes russisches Spionen bureau giebt, weiß man jetzt genau. Der Staatssekretär spricht von revolutionüren Unterthanen des befreunde ten Nachbarstaates", von fanatischen Gegnern der bestehenden Rechtsordnung in diesem Nachbarstaat"; aber sind das Anarchisten", daher hinzufügen darf: Gegenüber der anarchistischen Gefahr ist keine Sentimentalität am Piatze ?" Da sind Balten, die die drntale Rus sifizirung ihrer deutschen Heimath bekämpfen: da sind Finnen, die sich über
den schmählichen Bruch ihrer brieflichen Rechte empören; da sind wohlmeinende Männer, die ihr Volk aus den Feffeln der Unmündigkeit, der Korruption und de selbstherrlichen Zarismus befreien und dem Lande eine würdige Vrfas sung schaffen. Was haben sie alle mit dem wahnwitzigen, blutdürstigen AnarchiömuS zu thun? Und doch, wird der Staatssekretär nicht bestreiten können, daß sich die Ueberwachung durch die russischen Spione auch auf diese, vor zugöweise auf die revolutionären Un. terthanen des befreundeten Nachbar ItaatcS" erstreckt. Wobei der Regie
rung zu bedenken gegeben werden kann, ob die Thätigkeit der russischen Spione sich auf das beschränkt. waS sie als revo lutlonäre, als anarchistische Umtriebe ansehen. Der Spion sucht und findet vielleicht auch ganz anbete Dinge, bei
spiclsweise militärisch? Geheimnisse. Ooer er sucht die Politik zu beeinslus seu, wie durch die Verhinderung des Zarenbesuches in Italien. Der Staatssekretär berief sich aus Fraukreich. Aber Frankreich ist der Vasall Rußlands und huldigt heute dem Zaren so unterwürfig wie Preu ßen dem ersten Nikolaus huldigte, als die russikchen ituellenzen über das Po schalik Berlin" spotteten. Diese Zeit süllt ein dunkles Blatt in der preußi schen Geschichte. Man konnte an sie erinnert werden, als man letzthin dir Rede oeS Führers der konservativen Partei hörte. DaS ist die alte Begei fterung für Juchten, Knut? und Abfo lutiSmuS. Außer der allzeit Polizei seligen Rechten hat seine Partei die Ausführungen oeS Staatssekretärs ge billigt; die meisten gaben ihrem Ab scheu über das Treiben der russischen Spione Ausdruck, und selbst die Nationalliberalen konnten gelinder Vorbebebakte nicht entrathen. Schmeckt doch all das nur zu sehr nach heiliger Allianz und ist doch Rußland so sehr der Schauplaß gemaltthäliger Minwirthschaft, daß die besten und ehrenwerthesten Untertanen deS befreundeten Nach barstaateS" zu den fanatischen Geg nern d:r bestehenden Rechtsordnung in diesem Nachbarstaate" gehören! Der Reichskanzler wird die Nothwen digkeit schwerlich verkennen, der Rede des Freiherrn v. Richthofen noch ein amtliches Machtwort zu widmen. Welche Rücksichten er auch auf die aus wärtige Politik nehme, er wird darum die Bedürfniffe der inneren Politik nicht übersehen. Und wenn es bei den gestrigen Ausführungen bleibt, so seiert die Sozialdemokratie einen Tri umph, der nnschwer die Wirkungen deS Dresdener Parteitages wett macht.
Die birofzmächte pflichten der Hay'schcn ??otc bei Sie denken dabei an das sinnige Lied vom Hanemc.nn, geh' du voran eu"
Grunoeiaenthttms Nedertragunaen. Bertha W. Maas :c. an Fred W. Spacke. Theil von Außen-Lot 21. $4000. Jrvin Dickinson an Henry A. Harmon, Lot 210. Kühn & Johnson's 1. Indianapolis Addition, 52400. Ellen O'Brien an die E. P. Leih Papee Co.. Lot 43, McCarty's Snb divifion. Außen LolS 17 und 24, $3600. Luch JoneS an William Fox. Lot 44. Rnddell Vinton'S Park Place Addition, $1500. George TibbetS an die Home Brew ing Co., Lot 8, Lingenfelter'S Sub division, Vajen's 0. Subdivision, $1500.
Der Tabak läßt sich fast unter alen klimatischen Verhältnissen, welche überhaupt noch eine Vegetation aufkommen lassen, aus fast jedem Samen ziehen, aber lämmtliche angebauten Sorten verwandeln sich schließlich in eine Varietät, welche dem in Frage kommender. Boden und Klima sich ma besten anzupassen vermag.
Zndpls Licdcrkranz. Heute Abend ist Prinz arnc oal bei ihm zu Gaste.
Heute Abend findet, wie bereits mehv fach angekündigt, der diesjährige Liederkränz Maskenball statt. Für dieses Maskenfest hab.m die Liederlrl.nzler ganz außergewöhnliche Vorbereitun gen getroffen und steht zn erwarten, daß Prinz Carneval an diesem Abend in der Qj e r m a n i a - Ha l l e wiederum herrliche Triumphe feiern wird. Ist doch der Rosen Montag der eigentliche, der ideale Taz für MaSkeN'Bällc oder -Feste, an dem Jedweder die Sorgen und Grillen vergißt und sich mit seinen fröhlichen Mitmen schen des Lebens freut. Viele großartige Ueberraschungen stehen in Aussicht und werden alle Be sncher deö Festes einen riesig fidelen Abend verleben. Um 11 Uhr findet die Demaskirung swtt und biS dahin wird der Tanz boden nur für costümirte, bezw. maskirtc Gäste refervirt fein. Das Arrangements Comite für den Ball besteht auS den Herren Franz Scharfer, Gnft. Dongus, Curt Koru. Crnst MicheliS. Louis Kuechler nid Henry Neumeyer.
Ans deutschen Bereinen.
Stach der . Schweizerblmd" tritt dem Verbände deutscher Vereine bei. Der Indianapolis L i e d e r ! r a n z nahm in seiner gestern Nachmittag in der Germania Halle adgehaltenen regelinäßigen', 'ersammlnng und; Erledigung der RoutmeGes.häfte zunächst dui Berickt über das letzte Kornett entgegen, der in jeder Be ziehung sehr günstig lautete. 3 inue ttttW und 8 passive Mitglieder wurden aufgenommen. Alsdann lvurden die l "tzten Vorbcr.itungen für den heutigen Maskenball getroffen, ebenso wurde nach Erledignng der sonstigen Geschäfte für di? Mitwirkung deS Vereins beim Iahresseste deS Pionicr'V.'reinS und bei der Washington's Geburtstagsfeier deS D. A. Veteranktt-Vereins wacker geprobt. Die Vorbereitungen für die näcyfte Abendunterhaltung wurden gleichfalls schon iu Angriff genommen Der I n d i a n a p o l i s S ch w e i z e r b u n d hielt gestern Nachmittag in der Germania Halle seine sehr zahlreich besuchte Jahresversammlung mit Aeamtenmahl ab. Nach Erledigung der Routilie-Geschäste und nach Empfang des sehr erfreulichen Berichtes Über den Erfolg des neulichen Maskenoalles wurde ein neues Mitglied aufgenommZii. Ein Candidat wurde zur Aufnahme vorgeschlagen. Ferner be schloß der Verein, sich dem V e r -bände deutscher Vereine von Indianapolis anzu schließen, und wurden die Herrn: 3fin Stoll und A. Ambuehl zu Delegaten erwählt. Die Beamtcnwahl resultirtc wie folgt : Präs. Cbrisi. Vrader. Vice.Präs. John Giöler. Fin.-Secr, Carl Gntzwiller. Corr.Se:r. Gnft. Heß. Bibliothekar Alois Obrist. Fahnentrüzer John Ray. Vereins.Arzt Dr. LouiS Burck hardt. Der Badische Unterst. V ere i n betheiligte sich gestern Nachmit.'g vollzählig an dem Leichenbegängniß seines vcrstorbenMitgliedes Mm.SchüSler. Spüier hielt der Verein in Ottmar Kellt r's Clublocal seine regelmäßige monatliche Versammlung ab. In der selben wurden nur Geschäfte erledigt, welche innere Angelegenheiten deS Ver eins anbetrafen. Ein neues Mitglied wurde aufgenommen. Der S ü d f c i i c SchwadenVerein nahm in seiner gestrigen in der Südseite Turnhalle abgehaltenen Monats-Versa.nmlung ein neues Mit glied auf und ein Candidat für Mit gliedschaft wurde angemeldet. Das nnter dem Vorsitz des Herrn John Em hardt stehende Comite, welches die Vor bereitungcn für den am Ostermontag stattfindenden Maskenball zu treffen hat, berichtete, daß der Ball in diesem Jahre seine Vorgänger an Großartig keit noch weit übertreffen wird. Der Secretär berichtete, daß im verflossenen Jahre an 32 Mitglieder für 97 Wochen Krankennnterstützuna?ögelder ausbezahlt wurden. Nichtsdestoweniger hat das Vereinsvermögen um $268 zugenom men.
Zum f.'chstcnmnlc in den Stand : cr 5:,c getreten ist die erst 27jährige M.ne. Schinutz in Genf, die sich mit einem deutschen Ingenieur UttheiratHet hat. Sie hat ein? merkwürdig eheliche Lailfbahn hinter sicb. In Mailand als Tochter eine wohlhabenden Hände lsMMNttö gebov u, ging sie mit ihrem erstcn Gatten, einem Franzosen, nach Paris. Er starb; ein Jahr später heirathete sie einen Engländer, dessen Wohnort Bristol war. Der zweite Gate wurde bei einein Eisenbahn glück getödt"I. Als bald darauf einer seiner Freunde, ein AMttrkaner, um oie Wittwe anhielt. yeirat!etc sie ihn. Mit diesem Gatten ging sie nach New Aork und verlebte dort drei gliiäliche Jahre. Aber das Unglück schien sie zu verfolgen. und wieder blieb sie als Wittwe zurück. Bei ihrer Nncttehr nack Europa verliebte siä, ein russisch Reistndei in sie. und bald darauf fand die Trauung des Paares in Lillc statt. Aber kaum hatte sie Odessa. daj Heim ihres vierten Gatten erreicht, so erkrankte er an Typhus und starb. Sie kehrte nach Mailand zirnitf, wo sich ein Schulfreund um sie bewarb und sie heirathcte. nach einem selben Jahre fand er den Tod in den Bergen. Während der Heilsten zwei Jahre schlug die vielgeprüfte, aber anziehende Frau drei Hcirathsant'äge aus. aber schließlich nahm sie den Deutschen an. Mme. Schmutz ist eine große, hiibsche Frau mit schönem Gesicht und aninnthiqein Benehmen. Sie spricht fließend fünf europäische Sprachen. He sie von ihren verschiede-
neu Männern gelernt hat. Sie hat keine Kinder. Wie das Blatt, dein wir diese Geschichte cntnehm?n. beruhigend hinzusetzt, ist sie entschlossen, niemals wieder zn htirathen, wenn auch dieser letzte Versuch nicht von längerer Dauer al die iioriqett ist.
Massctt,X?och,ctl. (5in selten?) Fst hat kürzlich in Plouqastel (Btttagm) stattgesunden. wo 4 paare ;i'lleich getraut wurden. Die Arbeit int I ufe und in den nni liegcnocn W'iicrn ruhte an jenem Tage gänzlich, und ,'.n,ar aus dem einfachen Grande, weil kaum ein einziger Mensch in der Nachbarschaft nicht mit einer Braut oder einen, Vräntigam oer wandt war; d?nn die guten Leute nan Vloucstel heiratlkn niemals ttlißer h.lb ihrer eigenen GeiNc'ittde. Alle Männer trugen bei der Feierlic!,t .it hnlblaue Jacken, sehr enge schwarze Veiutleider und Jeder drei W?sten. Xie Frau?: hatten einen fleckenlosen
Iveißen Zlopfpntz. hübsch gestickte Mir der mit Stickereien oder eingewebten!
Ginstern, verzierte Striimnfe uno belle ScharM in bunten Farben. Infolge ihttö eigenartigen 5iopfputzes tragen die Frauen Plougasi?ls ihr Haar kurz geschnitten, wahrend die Männer es lang wachsen lassen; es ist nnhtß iln-gewöhnliche-, dcft ein Xenon on Plougastel bis aus die (schultern sallende Haar trägt. Xit TrauunqS' Zeremonie war eigenartig. Die Männer wurden von den Vrautslihrern an der Hand zum Altar geführi. Vor jedem .Pa,!i brannte während der Trauung ein Liä)t. und nach dem Gottesdienste verl'ef'.en alle Männer ge schlössen die 5iirche: dann erst folglen die Frauen. Der Nest des Tages war dem Singen und Tanzen nach oer Musik bretonische.' Dudelsäcke geioidmet. Tt Festlichtei.en dau.?rten eine Woche; und auch die ärmsten Bettler nahmen Antheil an der allgemeinen Fröhlich-keit.
lh, Millionen VerfttMlnift für Weder. Der Staot Schweidnitz in Schlesien ist die l anoesixrrliä Genehmigung ,'.ur Anliayme derNenticr Adolf Kessellistnna, im Betrage von mchr als drei Millionen Mark ertheilt worden. A.n 2. Juli 1902 verstarb in Hirsch, berg im Alter von 78 Jahren der Direktor Adolf Kessel. Er war einer alten Adelsf.-lin'rlie entsprossen, aber schon sein l!rs,ropMter. ein Handwerlsmeijter. leflte den Adelstitel ab. In seinen jüngeren Jahren war Adolf ttessel Beamter des Grafen Henctcl von Donnen smarck; er war auch Mitbeciründer der Donners:narck-Hü:te und deren erster Generaldirektor. Zeit seines Lebeii war Adolf Kessel ein Freund der Vtrge seiner Heimathprovinz. Bei seinen häuficien Besuchen im Gebirge halte er besonders die Weber des Eulengebirges und de? angrenzenden Distrikte in sein Herz geschlossen. In seinem im Jahre 1896 errichteten Testament ernannte er d'e Stadt Schloeidnih zu seiner Universalervin. Aus den Acitteln der Stiftung soll zue"st ein Institut für Knaben und später eZn solches für Mädchen errichtet werden. Testamentsvollstrecker ist der jeiveilige Erste Bürgermeister von Schweidnitz. Die Institute sind in erster Linie zur Aufnahme. Verpflegung und Erziehung von Kindern verstorbener oder noch lebender Weder im schlc sischen Gebirge in den Kreisen Hirsch berg, Landeshut. Neurode. Glatz. "abelschwerdt. Waldenburg bestimmt, mit dem Zwecke die Knaben dem Webereihandweck zu entziehen und sie für einen anderen Beruf, die Mädchen zur hauswirthfchaftlichen Arbeit vorzubereiten. Nur wenn die Erziehungsanstalten mit Weverkindern nicht voll besetzt sind jedes Institut ist mit W Kindern gedacht dürfen auch andere nothleidende Waisenkinder aufgenommcn werden.
: :: H-H-H -H-H-H M-t-K-I-I-M-j. I l)cttl: fiuf Tan&t f ? . : H a a r b ü r st e u reinigt man. wenn man ':e wiederholt in verdünnten Salmiakgeist taumt und ivenn der Schmutz Mtsernr ist, sie in reinem Waff abspült K o h l s -u p p e. ?in Kohlkops wird kleingeschnitten und mit einigen Karotten, Möchcn, einer Zwiebel, Pseffer!'ri.'rn und Salz während wein Siunden tüchtig lochen gelassen. Beim Anrichten gibi man etwas Lir big'schcn Fleischertrakt hinzu, und man lvird erstaunt sein, mit so einfachen
Mitteln eine so schmackhafte Suppe derstellen zu tonnen. Sodbrennen. Ein bekanntes Mittel gegen überschüssige Magcnsäure oder Vyvbrennen is! doppelkohlcnsaures Natron, indessen ist man oft nicht in seinem Besitz und versucht allerlei, dies eigenthümliche Brennen zu vertreiben. Ein ganz vorzügliches Mittel, das sogar in jedem Warmhaus vorhanden, ist roheS eingemachtes Kraut (Sauerkrau.) oder ei i Gläschen Salzwasfer oder eine Messerspitze Ziochsalz. C r f r o r e n e Glieder. Sind einzelne Theile bei Korpers. ivie Nase. Ohren, Hand?. Füfze. erfroren, so ist jede rasche Erwärmung schädlich, es mttsj vielmehr onrch Auslege von Schnee, und zwar im kalten Zimmer, für langsame Erwärmung Sorge ge tragen werden. Wenn die erfrorenen Glieder wieder Empfindung bekommen, wasche MSN sie abwechselnd mit Kam phersviritn und Pctroleuzn und r-r streiche sie da.n n ;t Baseliiie oder E oldcrcum. G a n z e g k b a d t r. t Kar löffeln. Man wähn hierzu grcs;e mehlige Kalt, sseln, schält sie rund, loäscht sie in gesalzenen! Wasser. Uoc! net sie gut ab. legt sie dicht nebeneinander in eine eiserne Eicrkuchenpfa, ne. stellt sie ohne weitere Zuthat in ein? Bratröhre mt läsjt sie etwa eine Stunde backen. Die Aartoffeln müs sen dann schön hellbraun aussehen und aussen recht knusperig sein. Man gibt diese Kartoffeln zum Braten und st r viri frische Bulle dazu. War zeltranke TopsPflanzen treiben nicht, bilden gelbe Blätter und werfen diese, vor, unten ansangend. allmälig ao. Ab Hilfe erfolgt nurch Umsetzen, da die Ursachen ste.s schlechte Erilährungsver hälti.isse sind. iiaU stets ist die Eide durch übermäßiges Beaikben verdorben worden. Beim Umpflanzen schneidet man die kranken Wurzeln bis auf die gesunden Thle .-.uriick. Auch die ober irdischen theile können start beschul! teii werden. Wir erleichtern dadurch die Wnrelbildttng. Ter S l r ii b ein Feind der Zimmerpflanze. Zt: Staub ist der gröszie Feind der Zimmerpflanzen nd dies namentlich während des Winier. Alle Gewächse, welche im Zinzmcr gr halten werden, kommen viel besser durch den Winter, wenn man die Blätter von Zeit zu Zeit mit einem weichen Schwämme vom Staub reinigt. Bei kleinblättrigen Pflanze,! ist ein Ueber gies-en oder Bespritzen zu empfehlen, was aber ..ur bei gelwoer Witterung ini Freien geschehen darf. Ein öfterem Abwäschen vertreibt auch die Schmarotzcr, besonders we:m man dem Was str etwas Seife zusetzt. Salzloafser gegen B r crn d w n n d e n. Jedem, der mit Feuer zu schaffen hat, sei es am Kessel, auf der Schniiedefle oder b der Klicke, kann es trotz aller Borsicht doch einmal passiren, daß er nicht blos die Finger verbrennt, sondern sich auch größere Brandwunden zuzieht. Als sehr wir!somes Mittel gegen derartige Verletzungen hat sich eine nicht zu schwache Lösung von Kochsalz in Wasser erprobt, ein Mittel, das ja überall zur Hand ist. Finger. Hände und Arme werden am besten in die Lösung getaucht; bei Verbrennungen im Gesicht und anderen Körpertheilen werden Salzwasserumschläge angewendet. B o r a r ist ein vorzügliches Rei nigungsmiitel für die Wäsche. Allgcmein hört man über den sämellen Verfall der Wäsche klagen. Die Ursache hiervon liegt wohl nur in der Anwen dung der scharfen Soda. Borar hingegen ist vollständig unschädlich, greift die Wasche durchaus nicht an und macht sie außerdem noch blendend weiß. Borax wird ganz so wie Soda ange wendet, man löst ihn erst in kochendem Wasser auf. ur.d vermischt ihn dann mit dem Waschwasser. Der Bora? macht nicht nur das Wasser weich, son dern es lvird auch Seife gespart. Aus etioa zehn Gallonen Wasser kann man beiläufig eine Hand ooll Borar rechnen. Fisch in brauner Sauce. Man legt einen geschuppten Karpfen oder anderen Fisch, zu Stücken geschnitten und gesalzen, auf Butter. Zwiebel und Selleriescheiben und gibt etwas Thymian. Citroncnschale. ein Lorbeerblatt, ganzen Pfeffer, Neugewürz, ein Stückchen Ingwer und Muskatblüthe und etwas Essig, Liebigs Fleischertrakt und Wasser dazu. Wenn die Fischstücke genug gekocht sind, legt man sie heraus und hält sie warm, während man Fett und Wurzeln braun werden läszt, mil Mehl und etwas Zucker staubt, mit der übrigen Brühe vergießt und aufkocht. Man passirt die Sauce zu den Fischstückk" und gibt dazu abgeschmalzene Knödel oder Vutlerteiggarniriuig.
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Das Baltimore Feuer demonslrirte, daß in großem Sicheri'eit. irwölb? einer Trust Eomvagnie der einziqc s,cl,ere Plah ist für (Meld und andere Werty' sacken. Wir wünschen Sie daran ju ernimm, daß die Gewölbe der Jndiana Trust (sompann abso luten Schuh gewahren vo Verlust bei ftfttcf oder oslwo. Taö qt "silc und siarlste M&tiHbt un Staat. Die oollftänbtgsts arranqirte VunuhtVNg. eve zielles Departement im grauer. Tresors K M per Jahr. Bureaus: Jndiana Trust (ebandc, Ecke Washington Straße und Virginia vcnuc.
Mardi Gras
Ercurfioen
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icto Orleans.
$22.83 Fahrkarten werden vom u. bis einschließlich l'. Februar verlaust. kctoursabrt limitirt bis ;urn 5. März Zweifache tägliche Bedien lug. Für nähere Information wende man sich an die Ticket-Agcnten orcr schreibe an R. P. Algeo, S. P.A.. Jndianspolis. Ind.
Tie verdrängte Mrtqift. Eine merkwürdige Auftlarung fand setz: ein Zwischenfall, der die Weihnachtsfeier einer Familie in Berlin, plötzlich unterbrach. Ais während der Befcheerung das Hausmädchen die Arderräume einen Augenblick verließ, stürzte H mit demRufe: Feuer! Feuer! zurück. Im Schlafzimmer der Dienstboten vrannte eine Kommode. Die Eigenihiimerin der Kommode war die seit 5 Jahren im Dienst befindliche Köchin L'sette F., die plötzlich in Tobsucht verfiel, sodatz die beiden erwachsenen Söhne sie nur mit größter Mühe überwältigen konnten. Die Köchin, die sich zu Neujahr verheirathen wollte. hatte Tags Zuvor ihre seit 20 Iahren gesammelten Ersparnisse, zweitausend Mark, von der Sparkasse abgehoben. Sie bewahrte diese Summe über Nacht in der Kommode auf. und der durch den Brand verursachte vollständige Verlust hatte die oben beschriebenen Folgen. So glaubte die Herrschaft, die dem tüchtigen Mädchen das beste Zeugniß ausstellte. Jeder meinte, daß daS ökld gestohlen und der Brand angelegt sei. um dn Anschein zu erwecken, als wären die 20 Hundertmarkscheine verbrannt. Die Polizei war ganz anderer Meinung. Eine Revision des Sparkassenbuches ergab, daß die tobsüchtige Lisettc überHaupt keine 2000 Mark besessen, also auch nicht abgehoben und in der Kommode ausbewahrt haben konnte. Sie gestand schließlich, die ganze Brandund Tobsuchtsszene fingirt zu haben, um ihrem Bräutigam nicht eingestehen zu müssen, daß sie die versprochene Mitgift nie besessen habe. Lisettc gab zu. schon seit Monaten mit dem Plane umgegangen zu sein, am Weihnachtsabend tobsüchtig zu werden.
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