Indiana Tribüne, Volume 27, Number 149, Indianapolis, Marion County, 15 February 1904 — Page 3
Jndiana Tribüne, 15 Februar 1904
Mißlungener andungsversuch.
Angriffe der Japaner auf Part Arthur von dcu Nnfscu blutig znrültgcviefen.
Anarchie in Korea. Hufs. Vefellsl?abcr für die Mandschure i Truppen. Dampfer sianfa''. Sonstige Rrica.5' Bulletins.
OstAsien. Japaner zurückgeschlagen. London, 15. Febr. Der Port Arihur Korrespondent der Daily Mail" meldet unter dem 12: Nach amtlichen Nachrichten landeten 5.00 Japaner bei flalie 'wang mit ver hangnikvollem Resultat. 410 wurden von den Kossaken niergemacht. Die übrigen entkamen auf ihre Schisse. Einem weiterem Berichte zufolge landeten die Japaner in Dove Bay, wo HO fielen und der Rett sich zurückzog. London. 15 Febr. Der New (shmang Korrespondent der Daily Mail" kabelt unter dem 11: Nach ofnnellm Port ArthurDepeschen landeten die Japaner gestern in Pigeon Aay. West Port Arthur. Sie wurden von bni Truppen nnd Batterien angegriffen und unter schweren Verlusten zuritckeschlag-n. In l? h e m u l p o gelandet. St. Petersburg, 15. gebr. fl ttbr 45 Min. Morgens). Eine eben von Alerieif eingetroffene Meldung be statigt Berichte, wonach 19,600 Japa ner in tt'emulpo gelandet sind. Ver suche zur Zerstörung der Telegraphen linie an der chinesischen Ostbahn und der Sungari' drücke wurden vereitelt. önoriuegische Dampfer gekapert. Nagasaki, 14. Febr. G nor wegische Dampfer, von einem russischen Marine-Eoniraftor gechartert, sind gekapert; es sind die Schiffe Lena. Aktiv. ?entis, Seirftadt. Argo und HermiS, die Kohlen süyrten. HermiS traf im ter Bedeckung eines Kreuzer heute ein. lerüchtweise verlautet, 1,800 Javamr seien . vermuthlich durch das Sinken eines TranportdampferS, um gekommen. In Söul sind Unruhen im Gange. Söul. 14. Febr. Der japanische Gesandte hat dem Kaiser von Korea zur Verhaftung von 7)i Z)ong Jk ge. rathen, der eine thatsächliche Diktatur ausübte und Nuffenfreund ist.
In Kapsad. am ?)alu, sind 2000 l5hefoo.
Russen angelangt. Die Japaner bauen eine Telegraphenlinie um Söul. N o r w. C a p i t S n verhaftet. tz h e o o, 14. Febr. Eavt. Gun derson von dem norwg. Kohlenschisf ..ByIdo" wurde 4 Tage lang in Port Arthur gefangen gehalten, weil er eine in seinem Besitze gefundene Karte der SmgvantaU Kohlenftation den Japa. ner zeigte. Tie Japaner kamen zu gleich in Haft; Über sie ist nichts bekonnt. Auch ein Korrespondent soll iu siaft sein, weil er auf dem nach Port Arthur fahrenden Dampfer Chee 7ioo" Nachrichten wegzusenden versuchte. Der Kapitän durfte fahren, nachdem er zugesagt, über den unbestätigten Be-
richt, bei dem Dienstag Kefecht feien 51 Bussen gefallen, zu schweigen. Ein Flüchtling will gesehen haben, wie 7 Leichen von einem beschädigten Kreuzer nn's Lond getrieben wurden. Die Russen erklären die Beschieszung des britischen Dampfers Fu Pingg da mit, daß da!) Schiff den Hafen ohne Papiere verließ. Der britische Dampfer ..Wenchow" wird zurückgehalten, weil er die japanischen Passagiere auszuliefern sich weigerte. (5 h e F o o, 12. Febr. Kein fremder Dampfer, der aus Dalny kommt, hat etwas von der japon. Flotte oder Armee gehört. Söul. Dienstag, 9. Febr. Am Freitag Mittag zogen 10,000 Japaner in Söul ein. Seegefecht im a n g. C h e e F o o, 14. gebr. Ein aus Port Arthur angelangter Dampfer meldet, daß um Mitternacht in d?r Straße von Pe Shi Li heftiger Kano nendonner vernehmbar war. Der Commandeur der MandschureiArmee. St. Petersburg. 14. Febr. General Litewitsch hat das OberCom mando der russischen Mandschurei-Ar-mee erhalten. Großfürst Cyril, ein Vetter, und sein Onkel, Großfürst Bo ris, stehen im Begriffe, nach dem Kriekö
schauplahe abzureisen. Amerikanerin nen und Engländerinnen betheiligen sich an den Arbeiten für das Rothe Kreuz mit derselben Opfersreude wie die russischen Frauen. Verschiede Comites und NäbGesellschaften sind bereits un ter ihnen gegründet. E u t r ü ft u n g über d i e ruf fische Kreuzer. Tok io. 12. iedr. Ueber die Ver. uichtung des Handelsschiffes ZenSfp Maru" durch 4 russische Kreuzer, die gestern das Schiff nebst dem Naqa nora Maru" auf der Fahrt nach Ostaru. Insel Hakkaido, angriffen, herrscht tiefe Entrüstung. Der Angriff wird unter allen Umständen als ein Verbrechen erklärt, selbst wenn das Schiss die Signale, was geleugnet wird, miß achtet bätte. Nach einer Erklärung deö auswärtig gen Amtes wurde das Feuer ohne vorherige Aufforderung zur Uebergabe eröffnet. Die Naganora" entkam, wäh rend Alle an Bord deS anderen DampfecS getödtet wurden oder ertranken Die japan. Regierung plant durch l5onfiscirung bisher nur zurückg?halteuer russischer Schiffe Repreffalie. Alle möglichen Gerüchte r?gen aic Stadt aus. Matsuma soll beschossen werden; nach einem andern haben ja panische Kreuzer die Russen angegrif fen. Bestätigt ist dies nicht. Als wahrscheinlich gilt eS. daß die russische Flotte entweder nach Vladivostock zurückgekehrt ist. nachdem sie ihre Bewegung, die Japaner, abzulenken, ausgeführt oder nach der Tfugaru Straße, südlich, gefahren ist. Das japanische Kreuz'rGeschwader kreuzt in Suche nach der russischen Flotte. Die japan. Regierung nimmt die Parole Frankreichs für die bei Ehemulpo, anläßlich der Zerstörung des Variag" und Korie" gefangenen Russen an, falls man sie nach Shangai sendet. 20 Verwundete, die sich an Bord des sranz. Dampfers PaScal" befinden, kommen in ein Hospital nach
Tokio, Donnerstag, 11. Febr. Die Mobilmachung oer Reserven in Der russische Gesandte Nosen reiste Sibirien und im Kasan-Diftrikt ruft heute Abend ab. Die Straßen nach 300,000 Mann unter die Waffen.
Abreise russischer t r e t e r.
Ver
Tokio, Fr.'itag, 12. Febr. Du japan. Regierung stellt in Abrede, daß
der russische Gesandte Pavioff Seoul, ordentlich im Charakter.
dem Bahnhof waren polizeilich bt wacht. Eine Polizeirvae begleitete den Gelanoten ucbst Gefolge rn-i) Z)oko hama, wo er sich auf dem französischen Dampfer stvva" einschiffte. H e l d e n m u t h russischer Seeleute. Nagasaki. 14. Febr. Die Ue derledinden der Bandst" und ,,Ko netz" bleiben an Bord des britischen Kreuzcrs Tal bot", des italienischen Kreuzers ..Elba" und deö französischen ..Pascal." Die Japaner verlangten zweimal die Auslieferung der Leute als Kriegsgefangene. An Bord des amerikanischen Kanonenboots ..Vicksburg'' befinden sich keine Rnssen. da deffen Capitttn das Verlangen der Japaner gerechtfertigt hält. Eine großartige Episode aus dem EhemnlpoGefecht war der zweite An griff der russischen Kreuzer. Während die Kapellen die NationalHvme spiel ten und die internationale Flotte anläß lieh d. r Tavfertcit der Russen in laute Hochrufe ausbrach, fu zren die beiden russischen Kreuzer der japauilchenFlotte, gleichocde'.itend mit sicherem Tode, ent gegen. Di? Wracks liegen so. daß die Geschütze leicht gerettet werden können. Di? Rnssen verloren an Leuten einen Offizier und 40 Mann uud hatten 44 Verwundete. A niedlich j a p a n . Nieder läge. C h e f o o. 12. Febr. Einer Mel. dung zufolge landeten am Mittag 12.000 Japaner in der Dove Bay und wurden von den Russen in einen Nah kanzps verwickelt. Nach den Berichten sind die Japaner geflohen. Auch 40 Meilen westlich sollen japan. Truppen gelandet sein. Z h e f oo. Samstag. 13. Februar. 400 Japaner sollt n noch in Port Arthur sein und man ist um ihre Sicherheit besorgt. Flüchtlingen nach sind sie in's Gefängniß geworfen und ihres Geldes und ihrer Kleider beraubt. Enthusiasmus im ganzen Reich. S t. P e t e r S b u r g. 14. Febr. Iu erstenmale seit dem Kriege ehal ten die Zeitungen heute ttrlaubniß. die auswärtigen Berichte über das Gefecht bei (5hemulpo. wo die Kriegsschiffe Variag" und ..Korietz" zerstört wurden. zu veröffentlichen. Im ganzen europ. Rußland hat die bisherige Indifferenz nach den Niederlagen einer ungeheuren patriotischen Begeisterung Platz gemacht. Die De monstration.'n dauern jetzt fast 3 Tage und sie sind alle spontan, einige außer-
Korea, heute unter japanischem Duck? verließ, erklärt vielmehr den Rücktritt für durchaus freiwillig. ES wurde ihm ein Specialzug nach Chemulpo gestellt und er geht zunächst nach Ehe ffoo. D'e obige Nachricht zeigt zugleich, daß. trotzdem Korea grcßentheilS in den Hände., dcs japanischen MiliiärS ist, die Regierung zur Zeit keine. Ge-bietS-Erwerduug beabsichtigt.
Tausende Studenten und Schul knaben marschirten zum Palais der KaiseriN'Wittwe und dann zum WinterPalast, wo auf die Hochrufe Zar und Zarina erschienen. Als die Kaiserin den Knaben 3 Kußhände zuwarf, erscholl ein Beifall-Geschrei, das am andern Ufer der Newa Widerhall fand. Aus allen andern Städten, besonders Moskau, werden ähnliche Kundgebungen berichtet.
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General Litewitsch, der neue Oberbefehlsdab'r der russische,: Landtruppen in der Mandschurei. Oben russische Artillerie.
Jeder, der k Jahre gedient hat und noch nicht 43 zählt, ist ftellungöpflichtig. Das Gefecht bei Port Arthur. N a g a f u k i , 14. Febr. Das Gefecht bei Port Arthur begann am 9. Morgens 4 Uhr. Im Ganzen wurden 12 Schiffe zerstört und 8 genommen. Letztere werden heute in Sasebo erwartet. Der Kaiser hat den Admiral Togo zu seinem glänzenden Siege beglück wünscht. Als bezeichnend gilt es, daß die strenge Ceitsur über die Bewegungen der japanischen Flotte aufgehoben wurde. Flucht aus Port Arthur. Ehe F o o , 11. Febr. Der Dam-
pser ..Ehe Foo ' traf heute aus Port Arthur mit vielen Flüchtlingen, meist Chinesen, aber auch einigen Europäern, ein. In dem Dieustag-Kampfe schlugen in die Stadt Port Arthur etwa 30 Geschösse, in der Hauptstraße wurden alle Fenster zertrümmert. Andere schlugen in kleine Häuser auf den Anhöhen, wobei eine Frau und iin Kind um'S Leben kamen. Die Einwohner sind schrcckgelähmt und verlassen mit jedem Zuge die Stadt. E hesoo. 14. Febr. Nach Pasjagieren von Port Arthur wurde in dem Dienstag - Kampfe anch der russische Kreuzer Askold" beschädigt, sank aber erst am Samstag. Nagasaki. 14. Februar. Das japanische Geschwader, weiches am 8. die ruff. Kreuzer Bariag" und Korietz" vernichtete, bestand aus den KreuzernNaniva", Talachiho", Akashi", ..Zuma" und Asuma". Die Japa ner verloren keinen Mann. Deutscher Dampfer Hansa". Ehe F o o. Freitag. 12. Febr. Das deutsche Flaggschiff ..Hansa" ist znm Kohlenfassen angelangt. Seine Bewegungen werden mit Interesse verfolgt. Das Saiff verließ vor S Wo-
I chen Port Arthur und kreuzte seither im
Golf von Petchili und an der koreanischeu Küste. Bemerkt wird auch, oaß der deutsche Dampfer Hansa" beim Auslausen Port Arthur vor andern Schiffen bevorzugt wurde. Korea i n h e l l e r A n a r ch i e. Söul, 14. Febr. Der gesammte PostVerkehr ist suspendirt. Unzufricdene Koreaner ziehen im ganzen Lande plündernd umher. Die Meldung von der Landnng der Japaner ist unrichtig. Mongolia in Sicherheit Shanghai, 14. Febr. Der russische Poftdampser ..Mongolia". am 7. Febr. abgegangen, ist unversehrt in Dalny angekommen. Am 9. war berichtet worden, die Mongolia" sei von den Japanern bti der Shan Tung Halbinsel gekapert worden. Nach einer Privatdepesche ist ViceKönig Alerieff nach Harbin, Mandschurei, gereist. Chinesische Truppen nach der Grenze. Tientsin, Samstag, 13. Febr. 10,000 chinesische Truppen sind zum Abmärsche von Pao Ting gu befohlen, um die Chi Li Mandschurei Grenze zu
bewachen. Sibirische Bahn angeb lich beschädigt. London. 15. Febr. DaS Geheimniß über das Schicfsal des Vladivostock Geschwaders ist noch immer un gelöst. Verschiedene Blätter melden die Zerstörung dreier ruff. Kreuzer in der Tsugaru Straße; Bestätigung fehlt. Alle Ausländer und Civilisten sollen aus Port Arthur ausgewiesen werden. Ferner wird berichtet, die sibirische Bahn sei an 0 Plätzen, in einem Umkreis von 70 Meilen, zerstört. Nach dem D.'.ily Expreß ist Vicekönig Alerieff thatsächlich isolirt. indem die direkte Verbindung zwischen Port Arthur und Vladivostock unterbroche.. ist. Die Bahnlinie hinter Port Arth"r soll zerstört und 0000 Japaner bei Dalny gelandet sein. Nach der Daily Mail" hat das japan. Kriegsschiff Amaki" den deutscheu Tlmpfer Yokohama", der eine Ladung, darunter Dynamit, nach Port Arthur führte, gekapert. Nach dem Daily Telegraph" haben die Japaner Dalny bombardirt und Marine Truppen gelandet, ferner Ching Hai Wen, eim ruff. KohlenStation bei Masumpho, besetzt.
Neutralität s-E r k l ä r u n g. Paris. 14. Febr. Die franzöfische Regierung hat anläßlich des Krie geS ihre Neutralität erklärt. Nicht bestätigt. St. Petersburg. 14. Febr. Die Landung japanischer Truppen in Shan-Kai-Kman wird hier nicht beftütigi. Die Abreise russischer Beamten familien über den?)alu vou?)ougampho wird als Zeichen betrachtet, daß in jener Gegeno die erstenLandtämpse beginnen. Die grau des CapitänS Roudneff
vom Variag" erhielt eine Depesche von Alexieff. wonach ihr Gatte unverletzt ist. In Port Arthur ist alles ruhig. Von der feindlichen Flotte fehlt neue Kunde und das gemeldete Auftauchen japan. Kriegsschiffe vor Tadung-Kan ist nicht bestätigt. Dagegen scheint der Feind vor Jntau zu sein. Deutschland. Ansang gemacht. Berlin, 14. Febr. Der Salonichi Korrespondent der Frankfurter Zeitung tetegrapbirt, eine Bande von 100 Bulgaren sei bei Echambola von türkischen Grenzwachen angegriffen wor den, die 2 Jnfant. Compagnien verstärkten. Nach la igem Kampf flohen die Bulgaren, 12 Todte zurücklassend. Die Türken hatteu einen Todten und 2 Velwundete. tRrttlAltlA
ywwnwi Marine-Truppen nach San D o m i n g o. Colon. 14. Fcdr. Aus Washington irafen EilBefehle ein. ein MarineBaiaillon aus der Prairie einzuschiffen. Ein pe.ialzug bracht? heute 400 Marine ' Soldaten von BaS Odispo an der Panama-Bahn zurück. Das Bataillon, welches morgen auf der Prairie abfahrt, tommandirt Major Lucas. Es verlautet, dß die Truppen für San Domingo bestimmt sind. In Bas Obispo bleiben nur etwa 100 Truppen.
Aerzte.
Chicago. Schatzsekrctär Shaw, der seit Freitag hier weiltc, ist nach Washiugton zurückgelehrt.
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Z u den historisch heroorragcndstcn Häusern der Stadt Innsbruck gehört der Gasthof zum Goldenen Adler", der seinerzeit zahlreiche Fürsten und berühmte Person lichteiten beherbergt hat. Kaiser Joseph l l., König Ludwig der Erse von Bayern, Andreas Hofer, Heine und trifc!e andere haben hier gewohnt. Auch Gcethe hat auf seinen italienischen Reisen un Goldenen Adler" gastliche Untcrknnft gefunden. Zur Erinnerung an ihn hat der gegenwärtige Besitzer des Gasthofes ein eigenes Goethestübchen geschaffen, das, wie das Batzenhäusl in Bozen, ein Künstlerheim werden soll. Kürzlich sa,nd die Eröffnung des Goethestübchens statt. Der größte Zuckers abrikant Rußlands. Leopold König, ist in Charkow im Alter von 83 Jahren
gestorben. Man schätzt sein Vermögen
auf 100 Millionen Rubel. Er war ein Deutscher ans den baltischen Provinzen und hat seine Laufbahn als Arbeiter in einer Zuckerfabrik begonnen. Er war ein überaus fleißiger und sparsumcr Mann und in geschäftlichen Dingen von eiserner Strenge. Aufsehen machte es seinerzeit, daß er über seinen Sohn, der eine große Baumwollwaarenfabrik in Jekaterinoslaw besaß und ihm eine Million Rubel schuldete, den Concurs eröffnen ließ, als er ihm den schuldigen Betrag nicht rechtzeitig zurückzahlte. In dem elsässisch?n Ort Winkel feierte dieser Tage der Schreiner Josef Fröhly seinen 100. Geburtstag, bei welcher Gelegenheit dem alten Manne auch Glückwünsche und Geschenke von Kaiser Wilhelm zugmgen. Josef Fröhly ist weit und breit unter dem Namen Schreinerseppel" bekonnt. Er erfreut sich noch großer geistiger Frische; auch sein körperliches Befinden ist, wenn man sein hohes Alter berülsichtigt, sehr gut, nur se'.n Gehör hat etwas gelitten. Bei günstiger Wi!terunq unternimmt der Greis seh; oft Spaziergänge ins Dorf und besucht bei dieser Gelegenheit auch noch eine Wirthschaft, um sich an einem Glase Bier zu laben. Eine hoch i.l den 80er Jahren stehende Schwester des Jubilars lebt noch in Winkel, während seine Kinder und Kin'oeskinder zerstreut in vielen Orten in Deutschland und in Amerika wohnen. Das ..Geburtstacskind" erlebte die Regierung von fünf Kaisern (Napoleon der Erste, Napoleon der Dritte, Wilhelm der Erste, Friedrich der Dritte und WilHelm der Zweite) und drei Königen (Ludwig der Achtzehnte, Karl der lehnte und Ludwia !bilivv). Immer seemännisch. Wir sind gerade so lustig. Herr Capitän warum wollen Sie nur keine Flasche Sekt mehr trinken?" .Weil ich meine Tiefladelinie nicht überschreiten darf!" Deshalb. Baron X.: ..Was veranlaßte Dich, mein Lieber. Deinen flotten Einspänner plötzlich mit "inem Automobil zu vertauschen?" Baron U.: O, nur die Auto - Suggestiv!"
)R.C L. RITTER, Newton Clavpool cbände, st,mer 133. N'ue Telephon 4M1 Ven?1ylvala und Ctjio Str.) 2. Stock sftce. Stunden: 9 bil 10:30, 2 bil 3:80 t 7 di 8 Nhr dend am Montag. Dtenftg, Vonnerstaq. Samstag -Sohnuna: 144 Vrssvect V. tiunbcn : 8 Uhr Vormi'tagZ unc l Uhr Nachmittag. Nruks Telephon 30 !h .1. A. Nuteiiffe, Wund -Arzt, Geschlechts., Urin anöRectum Arankkeiten. Cmt ! 155 Ost Market Str. Tel. 4! O'ceStunden : di l Udr m. , dt 4Udr
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Eine forsch nngsreise nach Brasilien jirb der Zoologe Alphonse Robert unternehmen, der bereits früher mit dem bekannten englifchen Gelehrten fforfyth Major eine Expedition nach Madagaskar unternommen und dann drei Jahre lang in Brasilien zugebracht hatte. Jetzt ist er nach kurzem Aufenthalt in Europa wieder aufgebrochen, um zunächst die große brasilianische Provinz Para zu durchziehen. Er beabsichtigt dort ein ge Zeit mit zoologischen Sammlungen zu verbringen und dann den Amazo nenstrom aufwärts bis in peruanisches Gebiet vorzudringen. Die erst jetzt bekannt gewordenen Ergebnisse der letzten Reise Robert'S beweisen, dah seine Sammlungen die Kenntniß der Säugethiere der großen Provinz Matto Grosso und der angrenzenden Gebiete Brasiliens bedeutend erweitert haben. Interessante Brand proben zur Feststellung der Feuersicherheit von Treppen fanden kürzlich in Berlin in Gegenwart von Sachverständigen statt, wobei drei verschiedene Treppenanlagen, aus Stein. Eisen und Holz, dem Feuer ausgesetzt wurden. DaS Ergebniß hat die alte Erfahrung bestätigt, daß Treppen aus hartem Holz allen anderen vorzuziehen feien. Holztreppen sind auch dann noch zu betreten, w:nn sie schon in Flammen st-hen oder die Hitze bereits fehr groß rft. Das Badische Ministerium hat daraufhin di Borschriften über die Anlage von Holzireppen freigegeben. In Berlin sind Holztreppen von jeher gestattet gewesen, in Dresden werden mir Steintreppen, die indeß durch stark- Treppenwände geschützt sind, gestattet. Steintreppen haben den Nachtheil, daß sie bei großer Hitze unter der Einwirkung von Wasser leick't springen und einstürzen, während eiserne Treppen auch bei kleineren Bränden vielfach durch Heißwerden versagen. E s st leicht, über das ..Heer von Monaco" zu spotten, und doch wird bald manchem leid thun, daß er das imposant; Truppenaufgebot nicht n.ehr gesehen hat. Mit dem L Juli d. I. werden nämlich c , die letzten 10 Mann und ihr Ü ..nant, welche die Ehrenwache des Fürsten Albert bildeten, entlassen werden. Der Befehlshaber wird pensionirt und die Mannschaften werden der Gendarmerie einverleibt, die dann 80 Mann stark sein wird. Ter Entschluß deö Fürstet sollte in aller Stille durchge führt werden, aber die bctheiligte Soldateska plauderte und nun spricht alle Welt von diesem Akt der Abrüstung. Es heißt weiter, die Auslösung der monagakischen Armee wäre schon zu Neujahr erfolgt, wenn nicht sehr hoher Besuch" im Februar noch eine Art Ehrenparade nothwendig machte. In Monaco hatte es früher nur Soldtruppen. bald aus Spanien, bald Italien und Frankreich gegeben. Im Jahre 1809 erhielt aber Honoratius IV. von Napoleon die Erlaubniß. Soldaten auszubeben. ein Recht, das bis 1860 geübt wurde. Als dann Mentone 1861 an Frankreich fiel, behielt der Fürst seine Garde nur deshalb oei, um seine Souveränetät zu markiren.
