Indiana Tribüne, Volume 27, Number 141, Indianapolis, Marion County, 5 February 1904 — Page 6
i
Judiana Trlbünc, Februar IttO'l.
tp
a, wir verkaufen
44
yers
f g--'l
M
.V w , - um
"
Gtirland 0tf en UNd ...Randes , Mobcltt und Xcpptcbe zu den nic&i ivfton Preisen.
WILLIG'S Möbcl-Lndcu. 141 W Washington Str, aar oder Vredit.
BMMS
14? Nord Pennfnlvania Strafte, .'I'auvt-Niartier für 3villcu mit (OycvmilälVv
TÄ
wem,
jrnö
ics
rx. .11 l
7
ÜAI1
- Brillen N','rdtt nacd den btittn MkNivden den Augrn aiijrrpant. Hiui'üiu c VI gen werden MpKTJfel eingefeyt.
' . 'j
Bereitet (uch für den Winter vor ! BACKUS aö-brennende Dampf Heizer für offenen Feuerplatz. Bis verkauften olche an Senator David Turpie. Dr. iS. A. Wehrman, Fred. P. Rusch, ?. C. Day. H. O. Thudium, Dickson Taldott, F. A. Gregory. 6. Van Camp, und And?re.
Office, 24-2r Pembrokc Arcade, F E. GATES & C0.
GNrcchcn Sie vor zur Vench
tigunq der Muster.
in'oft Kuswlrvz von
P Ml. WM 1 A 8 i1 M ' I 1 wSfe " MMI
Aug. Diener, o. 449 Oft Washington 6ü ms trUUOot 52s
...(Ltwas Neues... Wir haben beschlossen. vUIo welch künstliche Wtt gebrauchen, mit MwAlchliMgs Meter zu venehen. vt,ne ein Dtjiofg in verlange. Wir it.'llen Die Aerbmdung mit der tawt LeittmaMöhr her, ebenl setze wir einen Re ter aus unv liefern das (Mit sur einen Dollar per Tausend. Die einzige terechnliug du ivir machen, ist für die QtrfetnfeunflftrÖtjte von der ttrunlelgenthums ,GreZ bis zur stelle dee Meters. Wu? lzarantiren, duft dieselben u f7iedenl)eit ;zeten. Für Näheres spreche ,uan in der Office vor. INDIANAPOLIS QAS CO
r
LAKE ERIE & WESTERN R. R. .... Fahrzeit der Züge . . . Abadrtnkuntt Lolkdo. dca a und ttluan Vpr...t 7. Ift HO.ai Xoltbo. Trtroit und attuauo 8irn li.to t MI fj)'diion titto, HaiKl u.UafutrtttGtl..t 7.25 fio.M tögUch t auOncmmen ftontii ui
Luropöische Nachrichten ?Stlrtte,tterg, Stuttgart. Die bei der Firma Geh rüder Löv, Trikotopschast. angebellt Directrice Frau Marie Ansiett beging da Jubiläum ihrer Wjähriaen Thätigkeit daselbst, ans lvelchein An las; ihr mannigfache Ehrungen zutheil wurden. - Der Kantor der israeHÜ schcn Gemeinde. Ömil Gnndefinger, feierte sein 40istl)tiatl Dienstjubiluum. Vliiv feinen sriiberen Schüler und (inderen Gemeindemitglicdern hatte sich ein Comite gebildet, welches ihni in Anerkennung seiner treuen Dienste zu diesen, Tage eine Ehrengabe überreichte. A ,1 es). Schultheiß Seeger trat tot gen Kräntlichkeii nach jähriger ersprieszlicher Aintsthatigkeit ucrn fe i nein Amte znrnck. Die enlvahl findet in klirzer eit statt. VöD l In g c ii. In der Bierbr'uerei Dinkelacker lvurde der Mechaniker thr. aubcngair im Malzkeller von dem infolge de Bruchs eines Niemenß herabstürzenden Fahrstuhl gelobtet. a n n st a t t. Der hier lebende teneral der Infanterie ,z. D. Fr Hr. Friedrich $togitf v. 'Perglas und sei' ne Gemahlin, geb. Freiin von Forstner. feierten das Fest der goldenen Hochzeit. (M ö b p i n g e n. Unter zahlreicher Betbeiligung von Stadt und Bezirk feierte der hiesige Handeln nnd Ge!verl.vverein das Jubiläum feines (n jährigen Bestehe,, . G a i l d o r f. Unsere Oberaintsstadt wird im nächsten Jahre die .'.' iätnige Feier ihrer Erhebung znr tadt begehm. Im Jahre wurde nämlicb von Kaiser llprecht von der Pfalz der Gemeinde das Stadtrccht verliehen. P f a l ,z q r a f e n w e i l e r. Post(lp.'ditor iühle feierte sein 25ijähriges ?ln.tsjnbi!äum. Der Festtag lvurde von der Gemeinde festlich begangen. R e n 1 1 i n g t n. In einem Anfalle von Schivermutk hat sich die 35jährige (Ehefrau des 5laufmanns Bossert durch einen Schuß in denKopf das Leben genommen. Auf dieselbe Art nahm sich
der Buchhalter Schwertle im Bruder baus das Leben. Tübingen. Nachdem der Konig oon dem Begnadigungsrecht keinen Gebrauch gemacht hat, fand die Hinrichtung der beiden Raubmörder Näpple und Hespeler, die wegen Ermordung des Privatmanns Krausz am ctoder vom Schlvurgericht zum Tode verurtheilt wurden, im Anatomiehofe hier statt. XL l m. Im Glaciswäldchen erhängte sich der frühere in guten Verhältnissen gestandene, später aber verarmte. 57 Jahre alte Taglöhner Janh von bier. U r a ch. In dem Wohnhaus des Holzwaarenfbrikanien Rudi brach Feuer aus.das mit ungeheurer Schnell ligkeit das ganze Gebäude ergriff und in kurzer Zeit bis auf den Grund zer störte. e i l h e i m u. 1. Die Tochter der hochbetagten Wittwe Mark hier stürzte vom Oberling auf die Tenne herav und blieb mit zerschmetterter Hirnschale todt liegen. Wittershausen. Schreiner Leicht arbeitete bei dem Bauern Schittenhelm. mit dessen Tochter er verlobt war. auf der Buhne, stürzte infolge ei lies Fehltritts durch das Garbeuloch ab und starb nach wenigen Augenbli da im Hause seiner Braut. Ircrc tüMc. Ha m b ii t g. Der Geschäftsführer Schacht in der Margarethenstraße hat sich erschossen. Als Motiv wird Liebes am angegeben. Die in der Giuctft raste lvrhnende Ehefrau Feller wurde in der Hambarg?rstrasze, als sie den Fabrdamm überschritt, von einem Motorwagen der Straßenbahn umgesto fcni. Sie erlitt einen Schädelbruch und wurde nach dem Krantenhf.us? ge bracht, wo sie bald darauf starb. IM April vorigen Jahres ertrank in turhafen m Hafen der Matrosenartillerist Mever. der, als er Podien stand, vermutblich infolge eines Fehltrittes in's Wasser gestürzt war. Die Reiche deß Verunglückten lvurde damals sofort gefunden und bestattet. Nunmehr wurde auch das Gewehr des Todten urch den Staatsbagger bei seiner Ar bit an'S Tageslicht befördert; es wurde der Marinebehörde übergeben. B r e m e r h a v e n. Unter dem Perdacht, die kiirzlich vermiete Summe von 15,400 Mark aus der Schiffskasse des Llovddampfers ..Karlsrub?" unterschlaaen ,zn haben, wurde der Zahl' meister Vilkenburg verhaftet.
:.r.rvtz. Bern. Der Professor der gerichtlichen Medizin Dr. Karl Friedrich (mmert ist im Alter von 92 Iayren gestorben. Gelegentlich der Hoch schtilfeier. an welcher der neue Rektor, Professor Guillcbeau, die Festrede liielt. wurden zu Ehrendoktoren der philosophischen Fakultät Projessor Leopold Brandegger in Luzern und Adolf Fluri, Seminarlehrer in Bern, promovirt. In Jegenstorf ist nach langer Krankheit im Alter von 5 Iahren der frühere konservative Nationalrath Steinhaner gestorben. Basel. Der R-:gierungsrath Hot Herrn Dr. Albert Geszler zum außerordentlichen Professor an der Hochschule ernannt und ihm einen Lehrnuftrag für Geschichte der deutschen Literatur ertheilt.
lZ n n e n da. Hier starb Herr Ienni-Zwicki. einer der hervorragendsten schw. Industriellen. (r geborte jener Familie an. welche seinerzeit die Riitti M Bürglen. ttri. behufß Aus beutung der Wasserkräfte des Schä chens zu industriellen Zwecken erwer 'n'n wollte. G l a r n s. Die am 17. November verstorbene Frau Babette Triimpv hat zu Gunsten wohlthätige Institute des Hiesigen Kantons 1;o"", Franks vermacht. Lausen Nach kurzem Unwohl sein starb hier plötzlich tfh?. Mosch derger. Amtsschreiber und Aiutsschaffrer. 'r war ein tüchtiger Staatsbeamter, der während seiner S ihrigen Thätigkeit das Zutrauen und die Achtung von elwrden und loU in reichem Maße genoß. M a r ch. In Tuggen urde Iel;i i)lu Die Leiche der Frau Aloista Hahn Ciui-itier von teichcubilrg aus dem Linthfaual geläudct. Die junge Frau war erst seit circa eineui Jahr verheirathet und lebte in den glücklichsten leibättnissen. R e u e u b i; r g. Pauk Ieanreuaud. Postdirektor des 4. eidgenoss ische Kreises, entschlief hier. 86 Zahn alt, an einer Lungenentzündung. P a t$li 11 x. In der Station diersclbst ereignete sich ein schiocrcs g iscnbalmuugliick. Der auf der Station hier nicht anhaltende Erpreß zug Zürich und Basel - Genf stieß mit einer Lokomotive zusammen, welche ans dem Geleise stand. Der direkte Wagen Bafel it. Maurice. welcher sofort hinter dem Gepäckwagen folgte, wurde zwischen dem Fourgon und dem großen folgenden deutschen Wagen BerlinGens z?rdrüekt. Der zerdrückte Wa gen. der erste nnd zweite Klasse führte, war mit Passagieren überfüllt. gc sto 1 1 1 ieH'Hln g a v n . licn. Der Assistent in der Klinik deß Prof. Neumann, Dr. Löwenbach, der in Gesellschaft von zehn Herren '.ine Skipartie auf die Rar unternom wen hatte, wurde von einer herabfausenden Lawine erfaßt und verschüttet. Seine Begleiter waren theils weit voraus. theils konnten sie sich durch Seitensprünge retten. Auf dem Schmerlingplatz scheute das vor dem Wagen des Florian Drechsler, Seidengasse No. 39a wohnhaft, gespannte Pserd. Auf dem Bocke saßen Drechsler und ein in demselben Hause wohnt,..'ter Inhaber einer chemischen Putzerei. An der tcke des Schmerlingsplatzes und der Auerspcrgstraße kam dem Gefährte ein Waggon der elektrischen Straßenbahn entaege,!. Es erfolgte ein überaus heftiger Zusammenstoß. Der Wa
gen lvurde gänzlich zertrümmere, das Pfttd wurde gegen die Wand des WaggöNs d.-r Elektrischen geschlendert und blieb tödtlich verletzt leigen. Aus einem Gangfenster des vierten Stockes im Hause No. 13 der Gonzagagasfe in die Tiefe gestürzt ist die jährige Marie Streicher. (5s ist Hoffnung vorhanden, die Berunglückte am Leben zu erhalten. Die Streiche hat beim Ausstauben eines Tuches sich zu weit vorgebeugt und ist abgestürzt. F r i e d l a n d. Im hiesigen sögenannten Karpfenteiche, nahe dem 2chützenhause. wurde die :?2 Jahre alte Margarethe Gerber, Gattin des städ tischen Thierarztes Karl Gerber, als Leiche aufgefunden. Die junge Frau, die aus Warnsdorf gebürtig und erst seit kurzem verheirathet ist. soll diesen Schritt aus Heimweh begangen haben. Frau Gerber entfernte sich aus ihrer Wohnung und wurde seither von ihrem (satten gesucht. Die jungen (5heleute lebten sehr gut mit einantur. O l m ü tz. Der ehemalige ReichsrathS - Abgeordnete Pater Wurm stach sich mit einer Stahlfeder in den Hand tcller, in Folge dessen eine Blutaergiftung eintrat. Um das Lekn des Pc, tienten zu retten, wurde ihm in der Landestrankenanstalt der rechte Arm nom PrimariuS Dr. Smoler bis zum Ellbogen amputirt. Das Befinden des Patienten ist befriedigend. Pater Jgnaz Wurm ist Kuratvikar bei der lziestgen cetropolitankirchc und steht im 78. Lebensjahre. Prag. Der Schüler der sieben ten Klasse an der tschechischen ReaU schule auf derKleinseite Franz Brannv, 1!) Jahre alt. Sohn einer Beamtenlvittwe aus Smichow. Moldaugasse 5, begab sich während des Unterrichtes auf den Anstandsort und gab dort drei Vtevolverfchüsse gegen sich ab. (?r war augenblicklich todt. Furcht vor Strafe war daö. Motiv. In der Reifcr'fchen Malzfabrik zu Dejwitz wurde der 17'
jährige Tcigarbeiter Wenzel Miv;. f von der Transmission erfaßt und ZU Tode gerädert. Der Unglückliche soll den Unfall, den er mit dem Leben V'zahlte, selbst verschuldet haben. T e s ch e n. Obercont.'olleur der Kaschau - Oderberger (5iscubahn An ton Heinrich stürzte sich ans seiner im ersten Stocke befindlichen Wohnung auf daö Straßeupflastcr und blieb mit zerschmetterten Gliedern todt liegen. Heinrich sollt? in die Irrenanstalt nach Troppau überführt werden nnd beging den Selbstmord im Zustande geistiger Umnachtung. guxcmlSuvw. Luxemburg. Dem großherzoglichen luxcmbnrgischen Jagdgehilfen Wolfgang Pfund aus Lenggries wurde durch das Geschoß seines aus Zufall losgegarrzenen Gewehres die rechte Hand ourchbohrt und einFinger schwer verlebt.
A s ! e I b o r n. Als der Ackerer
Math. .Kreins zu Assel born in seiner Küche beschädigt war. stieß er gegen ein an der Mauer aiclelintes geladr ncs Jagdgewehr. Die Waffe entlud sich und die Kugel drang Ztreins in die rechte Schlafe: der Tod trat zur St'.llc ein. B a st e n d o r f. Der Müllerknecht R. s)Hx)d) kam mit seinem Kar rcn von Landscheid. An einer absä üs' sigen stelle versagte die Br.'msvorrichtnna. Mcrsch ' fiel vom Karren, wurde überfahren und erlitt einen Beinbruch. g v e r l i n g e n. Der Knabe Rei ser war mit mehreren Kameraden beschäftigt. ein von ihnen angelegtes Feuer zu unterhalten. Dabei kam er den Flammen zu nahe. Seine Kleider wurden ergriffen und der Bedau ernswerthe so arg zugerichtet, daß er starb.
Der spöttische P e p e r l. Bäcker (zum Peverl, dem er ein paar winzigeSemmeln geschenkt): No. Pc perl, was fehlt Dir denn, was blistest denn fo V Peperl: A Semmel is mir in den unrechten Schlnnd kommen." tt n t e r f ch i e d. ..Bitte, zeigen Sie mir einen besseren Brillantring." - Sehr gern! Soll es ein echter ein garantirt echter oder ein wirk lichcr Stein sein.'"
Der erfinderische Wirth.
Mfilllliül sün
h
) (4 , ,M fef J Fsr I 4 j J4f ' j J ß y
In einem kleinen tiroler Gebirgsdorf vermißt ein Gast in seinem gim mer einen Toilettespiegel. Als er den Huberwirth um einen' solchen ersucht, bringt dieser bald einen dinier mit reinem Wasser gefüllt herein. Auf die verivunderte Frage des Gastes entgegnet er: An Spiegel ba'mer net. aber denk' halt, Sie tenna Jhne da a eini schaun." S i t kennen ss ch. Dame (in einer neuen Robe): Arthur, sieh schnell hin. welches Gesicht die Räthin beim UmZvenden macht!" Herr 2lt wandte sich gar nicht um? Dame: Muß der aber mein Kleid imponirt
haben
"
Senior und Junior.
Herr Müller zu Hause?" Der ist schon seit 7 Uhr im Gesch't!" Ich meine den jungen Httrn Müller!" ..Der ist noch da. der liegt bis 12 Uhr im Bett."
Im Eifer. Richter: ..Also Ibr Schwiegersohn hat Sie aus de'anse gejagt?" Schlvicgermutter (als 5Uägerin): ..Jawohl! Und eine Furie hat ?r mich geheißen." Richter izum Schwiegersohn): ..Wollen Sie die Furie zurücknehmen?"
3 w e i jugendliche W e l t u m s e g l e r" aus Berlin tvurden durch die Hamburger Polizei fcstge nommen. Die Berhaftetcn sind die ' bezw. Itjährigen Baueleven Bruno K. und Kurt H. Beide hatten sich mit dem Erlöse eirns verkauften Fahrrades auf den Weg nach der Haf.astadt gemacht, wo sie nach ihrer An kuuft den Hafenanlaen einen Besuch abstatteten. Nachdem sie sich die vieIen Fahrzeuge ordentlich angesehen, wandten sie sich an einen Passanten mit der Frage, auf welche Weise sie am besten Schiffsjungen werden könnten, um auf dem schnellsten Wege nach Amerika zu gelangen. Die ttn terredung war von einem Hafenpolizisten beobachtet worden, der die jligendlichen Abenteurer nach der zuständigen Revierwache sistirte. Nachdem sie hier ihre heimliche Flucht aus dem Elternhause eingeräumt hatten, wurden die Angehörigen telegraphisch aufgefordert. ihre Sprößlinge sofort in Empfang zu nehmen. Der injähng? K. hatte 1.65 Mark und eine Schachtel Patronen im Besitz, während sein Begleicher H. 3.1 Mark und einen Ro senkranz bei sich führte.
Die Amnmelwnth. Plauderei von Victor ttmann. In ein?r seiner drolligen Schnurren schildert Mark Twin einen komischen Kauz, der zuerst Ziegelsteine uud andere schöne Dinge sammelt und sich dann, um den raffinirteren Anfordernngkn seines Geschmacks zu geniern, auf das Sammeln von Echoö ver legt, gr tauft alle möglichen Ländereien. in denen eS schöne Echos gibt, er besitzt doppelt und dreiläufige Echos, sogar solche, die deutsch verste heu. was nach Mark Twains Ansicht die schwerste von allen Künsten ist. aber schlief lich bringt ihn die kostspie lige Liebhaberei an den Bettelstab und cr wird ans seine alten Tage genöthigt, mit Echos hausiren zu gehen. Der amerikanische Humorist hat nicht einmal sonderlich übertrieben, wenigstens kann ich mir nach vielen Erfahrungen seltsamer Art sehr wohl ein.en Mann vorstellen, der im Sammein von Echos den i loii des Sam mclfports erblickt. Es ist ja kaum noch etwas im Kunst und Alltags leben, nichts, was im weiten Reiche der RatUk kreucht und fleucht, davor sicher, von Sammelhänden gesucht, geordnet, rubrizirt und ctikettirt zu werden. In der Sexta sängt es gewöhnlich an. Die Sehnsucht nach einer Nikaragua, einer Versteinerung oder einem Todtenkopffalter kann dem Knaben schlumnerlosc Nächte bereitcn. die Ausficht auf ihren Besitz ihn in einen Wonnetaumel versetzen, gegen den alle freudigen Sensationen des gereiften Mannes in ihren Farben verblassen. Bom harmlosen Kindergemüth an. das sich mit Straßenbahnbilletten begnügt, bis zum Pariser Rothschild, der die größte Flohsammlung der Welt besitzt und für ein einziges Eremplai einer seltenen Art dieser lieben Thierchen baare 20.000 Franken auf's Brett gezahlt hat. ist es zwar eine weite Reise, aber auch hier berühren sich die Extreme. Und da .lles Glüctsem pfinden. gottlob! relativ ist. vermuthe ich. daß ein kleines Mädchen seine Mi bigbilder mit viel größerem Genuß in's Stammbuch pappt, als Herr Pier pont Morgan ihn verspürt, wenn er sich im Borüdergchen für eine runde Million einen Raffael zulegt. Sammeln, mit Verständniß und Mäßigung betrieben, ist eine der schönsten Lebensfreuden, aber um daß , verstehen, muß man eben Sammler sein. Nennt es ein Steckenpferd. spottet über dic Auswüchse, rechnet uns ruhig auf Heller und Pfennig vor, wieviel wir sparen könnten, wenn wir nicht Sammler wären aber dann gestattet, daß wir in die andere Wagschale werfen, wofür ihr Pedanten keine Augen habt; zahllose Stunden stillen Glücks, geistige Vertiefung äftbetischcs Bet'.'cn und Bereicherung des Wissens. Das Geld, das wir für gute Bilder oder Werke der Kleinkttnst. für seltene Bücher oder inieressante Naturalien ausgeben, ist wahrlich nicht am schlechtesten angewandt, jedenfalls gibt tu bedenklichere Passionen. Aehnliches, was ein geistreicher Jünger Epikurs von der Feinschmeckerei gesagt hat. nämlich daß sie die einzige Lebensfreude wäre, die dem Mensehen bis in's höchste Alter treu bliebe, gilt auch vom Sammeln: gleich Schillers Mädchen aus der Fremde" be-
Musst ,ä hen tnrrMtnn rnt? d?n (MmA-
iz l (4 u i v - fr.v .wm'- vv w am Stäbe." Daß anch diese schöne Medaille ihre Kehrseite hat, wer wollte es leugnen? Eine sowohl an unbegrenzter Komik wie an mancheni Häßlichen und Traurigen reiche Kehrseite. Wo der Sammeleifcr in Sammelwuth, dic harmlose Liebhaberei in Manie übergeht, da kommt der Humor nicht zu kurz und zwar der unfreiwillige, der doch noch immer der beste Humor ist. Aber auch bis zum Rande finsterer Abgründe führt die Sammelwuth, und die Fälle, in denen Sammler zum Verbrecher werden um ihrer ungezügelten Leidenschuft zu sröhnen sind gar nicht so selten. Dach im weniger krassen Falle Vernachlässigung des Nothwendigsten zu Gunsten der Sammelobjekte und Vermögensverfall die Folge sein könneu. hat lohl jeder unter uns schon zu beobachten Gelegenheit gehabt. Besonders komisch äußert sich die Sammelwuth häufig im Antiquitätenfache, weil hier der Leidenschaft einerscits und dem Betrüge anderseits der weiteste Spielraum gelassen ist. Zweifellos geht von alterthümlichen Sachen ein starker Reiz aus; daö Alter adelt doppelt, was schon durch Schönheit oder Seltsamkeit geadelt ist. Aber darin liegt eben der Maßstab, mit dem man Antiquitäten messen sollte: sie müssen schön, zum mindesten seltsam sein. Wenn ein häßlicher oder gleichgültiger Gegenstand gar kein Verdienst weiter hat als das eines hohen Alters, so ist das doch ein bischen wenig. Und wieviel Segen könnten die reichen Sammler stiften, wenn sie nur einen Theil der Unsummen, die sie für An tiguitäten von zweifelhaftem Werth oder gar offenbare Fälschungen opfern, den lebenden Künstlern zuwenden wollten! Sonst heißt es immer, der Lebende hat recht, aber in der Samm lcrwelt erfreut sich dieses Wort nur geringe? Schätzung. Die Jagd nach dem Antiken hat unsere al'.en Bürgerhäuser und Bau crngchöftt so ziemlich von allem entblvßt, was einigermaßen Antiquitätenwertb belak. Vietätlosiakeit. die
aits Urväterdn'rath rdn Gewicht legt nnd der das Verständniß für den ftillcn Zauber ererbten Besitzes fehlt, gab die alten Stücke willig hin. um sich für das dafür gelöste Geld in den billigen Va.zaren eine zehnfach größere Menge ganz neuer Sachen anzuschaffen. 'Virem Milieu entrissen, in dem sie e.waö Lebendiges, organisch gßewor dcnes waren, gehen nun die alln t hü m lichen Mobc' und Gerätbe auf di' Wanderung, vielleicht über's große Waffer zu einem Ehkaa Schweinefchlächter. der den komischen Ebrgeiz bat. seinen Palafl mit friesischen oder tiroler VaUnnmöbel anczustatten. und sich gar nicht des Sinnwidrigen bewußt wird, das in der Kluft wi schcn seiner Persönlichkeit, seiner Lebensführung und dem Gevrä'ge deo bäurischen Haliscaths liegt. Und wie werden die Antiquitätensammlcr hinter's Licht geführt! Selbst die aufklärenden Bücher von Eudel und Groß über Fä!f..,cr!ünfte uud Ra ritätenbetrug können daran nicht äudcrn. denn wenn irgendwo, so beißt es hier mit Recht : die Welt will bcirogen werden, also ...! Dieses mepbiftophelische Also grinst durch das ganze Antiquitätenwefcn. Wie soll : ? es auch anders fein lie Nachfrage i,t um ein Vierfaches stärker, ak- der Vorrat y reicht, und um die Suchenden zu 'j'ricdigen. tritt der Fälscher mit der Devise: Was gemacht werden kann, wird gemacht" auf den Plan. Und er kann in der That so ziemlich alle. Bei alten Gemälden ist die Sache schon schwieriger, aber tM geht auch. (:rst vor kurzem wurde hier von einem verstorbener Wiener Arzi erzählt, dessen früher auf drei Million? Kronen geschätzte alte Bilder sich jetzt als ..recht talentvolle Pinselübungen" entpuppen, die leider mit den berühmten Renaissancemeistern nicht im entferntesten in Beziehungen stehen." Ein wahrer Segen für den Sammler, daß er diesen Schmerz nicht mehr erlebt hat. Er war glücklich im Aentz seiner imaginären Schätze, denn alles Glück besteht ja im letzten Grunde auf Einbildung. Uebrigcns gibt es genug Sammler, die gar kein tieferes Interesse für ibre Sammelobjett? hegen, sondern unter der Maske des Kunstliebhabers einfach aus kühler, materieller Berechnung zu fammentragcn. weil bei der beständigen Steigerung der Liebhaberwerthe das geschickte, planmäßige Sammeln, besonders von Gemälden, eine gute Kapitalsanlage bedeutet. Geübter Blick, sichere H.-:nd. feine Witterung für das, was von vorläufig mäßiger Preisnotirung einer Hausse entgegensieht, bringen da kleine Wunder zu Stande, und so mancher Sammler hat in einer kurzen Spanne Zeit das Vielfache seines Anlagekapitals ..herausgeschlagen". Die schnell wechselnden Launen des Geschmacks, und die Leichtigkeit, womit tunstsammelnde Snobs allerband Suggestionen unter lieg?n, begünstigen Die Spekulation. Man denke nur daran, daß es Zeiten gab. in denen auf die wundervollsten Rembrandls mit Geringschätzung herabgcblickt wurde und Boucher seine bezaubernd graziösen Gemälde um einen Pappenstiel losschlagen mußte. Wer vor einigen Jahrzehnten Manet sammelte, mußte gewärtig sein, daß man sich über ihn lustig machte heule erzielt Manet fabelhafte Preise. Es ist ja natürlich viel künstliche Mache bei solchen Preistreibereien, und es ließe sich ein amüsantes Buch über die Manöver schreiben, die irgend im großer Künstler anstellt, um einen seiner" Maler zu gründen" und von tüchtigen Fanfarenbläsern das Lob des bisher Verkannten durch die Lande schmettern zu lassen. Während ich das schreibe, fällt mir ein. daß ich immer nur von Sarnmlern, nicht von Sammlerinnen spreche. Merkwürdig, aber wahr: Die sammelnden grauen sind seltene Erscheinungen. Ja. die Gerechtigkeit erfor dcrt es zu sagen, daß die Frau allzu häufig der größte Feind des Sammlers ist. Besonders die verheiratbeten Bücherfreunde haben ihren besseren Hälften gegenüber einen schweren Stand. Ein gelehrter Franzose hat ein großes Buch über ..die Frauen als Bücherfeinde" geschrieben, worin er an der Hand zahlrcio,er Beispiele den Nachweis zu führen sucht, daß den Frauen jedes Verständniß für den edelsten aller Sports", wie Gladftone das Bücherfammeln nannte, fehlt. Dieser Franzose war wohl nicht verheirathet, denn sonst hätte er die Veröffentlichung seiner Studie kaum gewagt. Mir selbst sind drei büchersammelnde Ehemänner bekannt, die ihre Schätze in einer geheimen NebenWohnung ober in verschlossenen Truhen auf dem Boden aufbewahren und zu den seltsamsten Kniffen und Nänken ihre Zuflucht nehmen, blos um Ruhe zu haben. Und dabei sind sie so gestellt, daß auö materiellen Gründen nicht das Geringste gegen ihre Harmlose Liebhaberei einzuwenden wäre. Was ist wohl die Ursache dieser weiblichen Animosität? Sparsamkeit? Oder vielleicht auch eine gewisse Eifersucht, die es nicht verträgt, daß der Mann seine Leidenschaft ar. Sammelobjekte verschleudert? Indessen, wenngleich auch ich ein enragirter Sammler bin. werde ich mich doch schön hüten, feurige Kohlen auf mein Haupt zu sammeln und überlasse desh?.lb die Lösung der Frage den Herren Pslnologcn. die ja vor nichts zurück, schrecken.
