Indiana Tribüne, Volume 27, Number 139, Indianapolis, Marion County, 3 February 1904 — Page 6

Jndiana Tribüe, 3 Februar 1904

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zrovtn.z Meflprertßen. D a n z i g. Commercienrath Otto Münsterberg ist nach Ablauf seiner ersteil dreijährigen Ernennungsperiode am Schlich des Jahres zum Handelslichter bei der hiesigen Kammer für Handelssachen af lveitere drei Jahre wiederernannt worden. Ertrunken sind der Mischer Karp und sein Sohn aus Pc!mrfen, welche auf das Haff hinauggesahren loaren. ' E l d i n st. Im Alter von 65 Iahren starb in seinem jetzigen Wohnorte Leipzig der frühere Elbinger Buchhändler Herr Edwin Schloemp. u t e h e r b c r g e. Der Gemeindevorsteher und Ceuererheber Herr Nugup Draheim h'erselbst ist auf iveitere sechs Jahre jjinn Gemeindevorsteher gclvählt worden. S oitz. AnKohlendunstvcrgiftung ist in feiner 'Wohnung plötzlich der Äutssorster in Jakobsdorf (Kreis Konttz) verstorben. N c u m a r X. Bei der hier erfolgten Handelskammer Thor für unsereu Kreis wurden unter sehr starker Theilnahme die bisherigen Mitglieder Kaufleute C. Cohn und C. Landshut wiedergewählt. P r. S t a r g a r d. Der Düchstuhl des Wittstcck'schen Hauses in der Hobrechtstraße war iu Brand gerathen. der nach ziemlich einstiindiger Arbeit der hiesigen ffeuertrehr gelöscht wurde. Riesenburg. Die goldene Hoch' zeit feierten in 'voller Nustigkeit im Alter von 81 bezw. 76 Jahren die Altsitzer Wcgner'schen Eheleute von hier.

Scharpenort bei astroiv. Bauerhofbesitzer Friedrich Mielbratz erhielt von einem seiner Pferde einen derartigen Schlag gegen den Unterleib, das; er an den erhaltenen inneren Ver letzungen gestorben ist. S I : ii h m Bei den Stadtverordneteuwahlen wurde Gerichtskassenrendant Lamprecht von der ersten Abthei, luna mit einer Stimme Mhrheit gear Kaufmann Eisenstadt aewäblt. Mkcinprovinz. Köln. 'Das hiesige Schwurgericht verurteilte den früheren Bureauarbeiter bei der Staatsanwaltschaft SteinHauer wegen Unterschlagung von Akten der Staatsanwaltschaft undBstechung im Amte zu sieben Jahren Zuchthaus und 3000 Mark Geldstrafe. SteinHauer hat in 20 Fällen ihm amtlich zugängliche Strafproceßakten vorsätzlich beiseite geschafft, um sich dadurch zu bereichern, und Geld für die Beseitignng der Akten angenommen. Der Agent Schambony erhielt wegen BeiHilfe drei Jahre Gefängniß: sieben weitere Angeklagte wurden wegen Bcstcchung zu Geldstrafen von 300 bis 500 Mark bezw. einer kurzen Gesangnißstrafe verurtheilt. A l t st a d e n. Bergmann Ludwig Mainka lebte schon seit längerer Zeit mit seinem Stiefsohne Franz Dudek in Unfrieden. Kürzlich geriethen die bei-

den aneinander, und der 19jahrrge Bursche erschlug seinen Stiefvattt. Der Thäter wurde verhaftet. Barmen. Rangierarbeiter Karl Sehrbruch gerieth auf dem GüterbahnHof Rittershausen während des Rangierens zwischen die Puffer zweier Güterwagen und wurde sofort getöotet. Die Leiche wurde nach dem TodtenHause im Klingelholl übergeführt. Düsseldorf. Reichsbankdirector a. D. Philipp Bungard ist hier verschieden. Er ist am 18. April 1833 geboren und hat ungefähr 40 Jahre hindurch der Reichsvank in Essen vorgestanden, davon 25 Jahre als Director dieser Bank. Essen. Metzgermeister Becker, der auf einen in voller Fahrt begriffenen Motorwagen der elektrischen Straßenbahn springen wollte, kam zu Fall, wurde überfahren und so schwer verletzt, daß er kurz nachher starb. Hilden. Die Eheleute Friedrich August Krall und Mathilde, geb. Gressard, die beide im 81. Lebensjahre stehen, begingen das Fest ihrer diamantenen Hochzeit. Koblenz. Im Streite erschlug

hier der Arbeiter Barz seine Ehefrau. Der ehemalige Fähnrich Hüssener ist von Magdeburg hier eingebracht worden, um seine Festungshaft auf der Festung Ehrenbreitstein abzubüßen. Der Transport des Gefangenen hierher erfolgte durch einen Unterofficier und einen Mann des Infanterie - Regiments Ro. 26. M e i d e r i ch. Der in der Charlottenstraße wohnendeFabrikarbeiter Fritz Mehrkötter erhängte sich im Schweinestalle an einem Pfosten. Dem Bernehmen nach sollen zerrüttete FamilienVerhältnisse denMann zum Selbstmord qetrieben haben. O t t w e i l e r. Hier betäubte der Hüttenarbeiter Otte seine Braut Namens Steigner, die in gesegneten Umständen war, dadurch, daß er ihr den

Kopf auf das Eisenbahngleis schlug. Dann legte er die Bewußtlose auf das Gleis, damit sie vom Zuge überfahren werde. Das Mädchen wurde tödtlich verletzt. Der Thäter, welcher am Sterbebette seiner Braut die That gestand, wurde verhaftet. Solingen. Großfeuer entstand hier letzthin in der Stahlwaarenschleiferei Berrenberg an der Nordstraße. Das Schleifereigebäude und das Maschinenhaus brannten vollständig nieder. Provinz Kessen-Wafscru. Kassel. Ein dreifaches Jubiläum tonnte Kesselschmied Friedrich Gund-

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No. 2807 Locust Strafe, St. Louis, Mo., den 29. März, 1903. Ich war ein Opfer von Schlaflosigkeit und äußerster Nervosität, achtzehn Monate lang nicht im Stande, eine gute Nachtruhe zu genießen, und war beständig müde und auf's Aeubcrste erschöpft. Ich gerieth leicht in Zorn und wurde bet der geringsten Veranlassung hysterisch, aber der Wine o Cardui verschaffte mir erstaun liche Erleichterung. Innerhalb einer Woche, nachdem ich dessen Gebrauch begann, erlebte ich die erste wirklich gute Nachtruhe seit Monaten. Mein Appetit kehrte wieder zurück, mein System war gestärkt, und von Ncr

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von keiner Medizin auf Erden, als Regulator der Perioden und Nervenstiller übertroffen werden. Nervosität und Hysterie sind Warnungen herannahenden Wahnsinnes, und wenn nicht gleich Hilfe verschafft wird, so kann das Leiden nur sein Ende im Irrenhause oder im Grabe finden. Mit einer solchen Prospektive vor ihren Augen, kann keine leidende Frau vernünftigerweise sich weigern, den Wine uf Cardui zu probiren. Er bewirkt eine Kur, die Tausende von Frauen vergebens gesucht haben. Wollt Ihr Euch eine Flascbe des Wine of Cardui heute

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lau? mit feiner Gattin begehen. Zunächst den Tag der silbernen Hochzeit, das silberne Miether - Jubiläum, denn seit 25 Jahren wohnt Gundlach im Hause Bettenhause No. 54, und zuletzt konnte der Jubilar sein silbernes Arbeitsjubiläum als Kesselschmied bei der Firma Henschel & Sohn unter Antheilnahme seiner Familie, Freunde und Vorgesetzten Feiern. D e l k e n h e i m. Der Kaiser ließ durch seinen Flügeladjutanten von Jacobi in Wiesbaden dem hiesigen Landmann Johann Georg Becht anläßlich dessen hundertjährigen Geburtstages das Verdienstkreuz, sowie als persönliches Geburtstagsgeschenk eine kostbare Tasse mit einem Reliefbild des Kaisers und 300 Mark in Baar überbringen. Das Infanterie - Regiment No. 87 aus Mainz, welchem der Jubilar zu nassauischen Zeiten angehört hatte, ließ dem einstigen Kameraden durch die gesammte Kapelle ein Ständchen bringen, während die Officiere Geschenke überreichten. Der Großherzog von Luremburg sandte ein Kistchen Wein. Frankfurt. Im GesellschaftsHaus des zoologischen Gartens wurde zu Ehren des Directors Victor Goenng, ver sein fahriges Dlenstjuvlläum beging, eine Feier abgehalten. Guntershausen. Fußgendarm Pfalzgraf feierte sein 25jähriges Dienstjubiläum als Gendarm der 11 Gendarmeriebriaade. Achtzehn von

diesen 25 Jahren war der Jubilar hier stcüionirt. L i m b u r g. Der hier stationirte Schaffner Herborn, gebürtig aus Freiendiez, gerieth beim Rangiren eines Güterzuges zwischen die Puffer zweier Wagen, wobei der Kopf derart gequetscht wurde, daß der Tod sofort eintrat. R i n t e l n. Selbstmord verübte der hiesige Cigarrenfabrikant Schwarz. Er war wegen Hausfriedensbruchs und Bedrohung angeklagt; es sollte vor der Strafkammer zu Hannover der Haupttermin abgehalten werden, zu dem viele Zeugen, auch zwei Aerzte als Sachverständige, geladen waren. Schwarz entzog sich der Strafe, indem er sich erhängte. W i tz e a h a u s e n. Die Frau des hiesigen Oekonomen Faber hob sich beim Fortschaffen eines schweren Kordes einen Bruch, der nach rnnen rrar und Darmverschlingung verursachte. Ein qualvoller Tod erlöste die bedauernswerthe Frau in Göttingen, wohin sie behufs Operation gebracht worden war, von ihren Qualen. Wiesbaden. Dem Verein für die Pflege armer Kinder Hierselbst hat der im September hier verstorbene frühere Rittn.eister bei den 17. Hufaren

in Braunschweig, Franz Ebmeier, sein ganzes, 120,000 Mark betragendes Vermögen, letztwillig hinterlassen. Volkmarsen. Der langjährige Seelsorger unserer Gemeinde. Pfarrer Julius Gunst, wurde zur letzten Ruhe bestattet. Groß war die Betheiligung der Gemeinde sowie der geistlichen Herren aus den Dekanaten Kassel und Marburg. Mehr als l0 Jahre hat Pfarrer Günst in unserer Gemeinde gewirkt. Klitterdcutsche Staaten. Braunschweig. Im benachbarten Dibbesdorf tödtete der 16jährige Arbeiter Jankowski den lljährigen Krendie auf dem Gehöft feines Vaters durch einen Axthieb auf den Kopf, nachdem er ihm erst einen Schlag mit einem Hammer versetzt hatte. Der Thäter entfloh, stellte sich aber später selbst der hiesigen Polizei. Jankowski behauptet, daß der Erschlagene, der ihm beim Häckselschneiden helfen sollte, andauernd geneckt habe. Dessau. Ein Veteran der deutschen Schauspielkunst, M. v. Prosky. vollendete hier sein 80. Lebensjahr. Von Hause aus österreichischer Militär, quittirte er als Oberleutnant den Dienst und widmete sich der Schauspielkunst. E i s e n a ch. Der Einjährige Clausen aus Hamburg, der beim hiesigen Bataillon . diente, erschoß sich. Die Gründe sind anscheinend nicht dienstlicher Art.

H o l z m i n d e n. Im 75. Lebensjähre verstarb hier der Nestor der hiesigen Gymnasiallehrer. Professor Dr. H. Leidloff. Während der langen Zeit von 1855 bis Michaelis 1901 war er ununterbrochen an dem hiesigen Gymnasium thätig. S ch i e d e r. Forstmeister Märtens konnte sein 50jähriges Dienstjubiläum

feiern, der me mer (Me enenhett thm hn& i

" V 7 vtninn'i u v t i v Lippische Ehrenkreuz 3. Klasse verliehen wurde. S ch ö n i n g e n. In der Weißfarbenfabrik von Bourjan & Co. explodirte ein Säurekaften und verletzte den mit Lothen beschäftigten Schlosser Sermund in gräßlicher Weise. Fast eine Gesichtshälfte wurde dem Bebauernswerthen weggerissen und der HalsWirbel beschädigt. Weimar. Infolge Vermittlung des Eeheimen 5)ofraths Dr. Ruland hat Rittergutsbesitzer C. MummyHannover dem hiesigen Goethe - Nationalmuseum ein werthvollesGeschenk gemacht. Es handelt sich undas fein eiaillirte, mit symbolischen Figuren und Silhouetten verzierte Weinglas, das, wie die Untersuchung Dr. Rulands ergeben hat, vom Oberbergrath v. Trebra aus Freiberg stammt und von Goethe im Tagebuch unter dem 21. Januar 1811 erwähnt worden ist. W o l f e n b ü t t e l. Auf dem hiesigen Güterbahnhofe fiel der Tischler Löhr von einem mit Bohlen beladnen Wagen herab und erlitt erheblich? Kopfverletzungen. Sachsen. Dresden. Oberprimaner Ernst Jastrow wurde erschossen aufgefunden. Er legte Hand an sich in der Befürchtung, daß er nach bestandenem Abiturientenexamen nicht weiter studiren könne, da kürzlich sein Vater, ein Getreidehändler, in Concurs verfallen war. Sein 25jähriges Dienstjubiläum beging Obersekretär Emil Geißler, Kanzleivorstand im städtischen Krankenpfleg- und Stiftsamt. Im 83. Lebensjahre verstarb hier ein treuverdienter Beamter, der 42 Jahre seines Lebens im städtischen Dienste gestanden, der Stadthauptkassirer a. D. Ernst Brähmer. Von ihrer aus der Stadt heimkehrenden Tochter wurde die Kaufmannswittwe Auguste Emilie Danneberg, verw. gew. Damm, geb. Maltert, in der gemeinsamen Wohnun'' Dresden - Plauen, Bienertstraße 3. ermordet aufgefunden. Die That ist durch Schläge mit einem vierkantigen Instrument, vermuthlich einer Rüstklammer oder einemSchieferdeckerHammer ausgeführt worden. Mit dem gleichen Werkzeuge hat der Thäter einen im Wohnzimmer stehenden Schreibskretär an verschiedenen Stellen angehackt und zu öffnen versucht. Als Mörder wurde der Fabrikarbeiter Emil Ewald Lehmann festgestellt und dem Gerichte eingeliefert. Da der jugendliche Mörder das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, kann eine Verurtheilung zum Tode nicht erfol-gen.

Aue. Der im besten Mannesalter stehende Gustav Voigt, der Besitzer eines großen Grünwaarengeschäfts, wurde auf einer umzäunten Düngerstelle im Hofe des Hotels Blauer Engel" mit einer Verletzung am Kopfe todt aufgefunden. Wie der Mann an den abgelegenen und abgegrenzten Ort gekommen ist und seinen Tod gefunden hat, ist nicht aufgeklärt. Bautzen. Vor dem hiesigen Schwurgericht stand der 28jährige Zimmermann Philipp, der die beiden 4 Monate und 3 Wochen alten Kinder seiner Geliebten, der 33jährigen Fabrikarbeiterin Urban, 1901 und 1903 durch Eingeben von Schwefelsäure getödtet hat. Die Geschworenen fanden den Angeklagten des versuchten Mordes in zwei Fällen schuldig, das Urtheil lautete auf 15 Jahre Zuchthaus. C h e m n i tz. Viehtransporteur Max Musch von hier. Angestellter der in Breslau bestehenden Firma Otto Geßner, wurde auf dem Bahnhof Liegnitz von einem Personenzug überfahren und getödtet.

Der Stuocnten-Salamander.

Eine hübsche Deutung des bisher noch unerklärten studentischen Sala mander - Reibens findet sich in einer Sammlung Spreu, von Xanthippus". Die bisherige, geschichtlich unverbürgte Annahme, daß Salamander 1831 aus Sauft all' miteinander" in Heidelberg entstanden sei, hat, abgesehen von der ethymologischen Ungeheuerlichkeit, in der That wenig für sich, wenn man an das feierliche, lateinische Ceremoniell des bei Ehrungen und Begrüßungen officiell gewordenen SalamanderReibens denkt. Auch ist dieser studentische Brauch nicht 1831 entstanden, er geht auf das noch heute übliche, aber sehr alte mdem alekuni", Friede sei mit euch, pux voti8cum" zurück. die heutige italienische Sprache gebraucht ihn zur Bezeichnung von Begrüßungsceremonien, far salama lecche". In Bologna wurden einst ankommende Studenten auf der Bursa mit dem altgewohnten Reiben des Pokals begrüßt. Das bei uns übliche (übrigens innerhalb des studentischen Comments

verpönte) Anklingen mit den Gläsern! ist noch heute allgemein dem Italiener j eine ganz unverständliche, halb närri-! sche Sitte, an der er den Tedesco erkennt. Ihm war das Reiben, ein ' Wenden des Glases im Halbkreise vom Trinkenden fort und wieder hin, der eigentliche Willkommengruß. Jedenfalls gibt das noch heute in der italie nischen Schriftsprache vorkommende salainateccin eine erträgliche, volksethymologische Ableitung, denn da der

von der alten Universität Bologna herüberkommende Brauch in unserer Sprache kein Wort fand, das mit salern a . . . anfing, fo verfiel man auf das im Volksbrauch sehr bekannte Thierlein Salamander. Heißt es doch auch in Faust's Beschwörung: Salamander soll glühen." Hier ist Salamander neben Undinen, Sylphen und Kobolden der Vertreter der Elementarkraft des Feuers. Ob Xanthippus' Deutung richtig ist oder nicht, möge fort und fort der Salamander nicht als rohes Sauft alle miteinander" gerieben werden, sondern in der heute üblichen Weise als höchste studentische Ehrenbezeigung mit dem Bewußtsein, daß es sich dabei ursprünglich um den uralten heiligen Friedensgruß handelt. Aus der S ch u l e. Lehrer: Streichinstrumente sind zum Beispiel die Geige, der Baß, das Cello. Wer weiß vielleicht noch eins?" Fritzchen: Der Pinsel." V eränderte Situation. A.: Wie, der Sanitätsrath hat Ihnen das Bier verboten ich habe ihn doch wegen des gleichen Leidens schon vor 10 Jahren consultirt, und mir hat er damals das Bier erlaubt?" B.: Damals war er eben noch kein gesuchter Arzt, da mußte er seine Patent anders behandeln!"

2ü o m Overbundesgerichl für verfassungsgemäß wurde das gegen Nahrungsmittelfälschung gerichtet? Gesetz des Staates New York, das laut der oberbundesgerichtlichen Entscheidung auch anwendbar ist auf einen Contrakt bezüglich des Ankaufes von Kaffee in Guatemala, der später nach New York gebracht wurde. Die Entscheidung erging in dem Prozeß von George H. Großman & Brother in New York gegen Theodore A. Lurman, einen Kaufmann, welcher einen Contrakt über die Lieferung von Kaffee einer bestimmten Klasse zu einem festgesetzten Preise abgeschlossen hatte. Als der Kaffee in New York eintraf, stellte es sich heraus, daß er der Abmachung bezüglich der Klasse entsprach, daß er aber gefärbt war. Lurman machte geltend, daß der Färbeprozeß einer Fälsung gleichstehe und die New Yorker Gerichte erkannten diesen Einwand an und entschieden, daß die Lieferung dem Contrakt nicht entspreche. Das erflossene Urtheil bestätigte die Entscheidung des New Yorker Ober-gerichtes.

Besue!, vcutsctzer Nnivcrsitäten. An den 21 deutschen Universitäten sind in dem laufenden Winter 37,81 Studireude immatrikulirt. gegen 37,813 im Sommer und 36,652 im vorigen Winter. Davon studiren: 1648 (gegen 1580 und 1509 a den beiden letzten Semestern) katholische und 2093 (gegen 2207 und 2149) evangelische Theologie, 11,259 (gegen 11,352 und 11,036) Jurisprudenz, 5965 (gegen 6204 und 6351) Medizin, 7257 (gegen 6983 und 6332) Philosophie, Pbilologie oder Geschichte, 5801 (gegen 5849 und 5614) Mathematik oder Naturwissenschaften, 1120 (gegen 1103 und 1104 Pharmazie, 1169 (gegen 921 und 955) Landwirthschaft, 1053 (gegen 953 und 968) Staats- oder Forstwissenschaft, 520 (gegen 592 und 459) Zahnheilkunde, endlich 156 (gegen 169 und 175) Thierheilkunde. Im Einzelnen treffen Studenten auf: Berlin 7503 (gegen 5781 und 7091), Bonn 2294 (2491 und 2214), Breslau 1770 (1794 und 1755), Erlangen 982 (937 und 964), Freiburg 1331 (1962 und 1271). Gießen 1071 (1092 und 1018), Göttingen 1370 (1441 und 1335), Greifswald 687 (798 und 706), Halle 1753 (1741 und 1740), Heidelberg 1359 (1671 und 1352), Jena 816 (841 und 697), Kiel 758 (1052 und 879), Königsberg 925 (948 und 976). Leipzig 3772 (3605 und 3764). Marburg 1154 (1305 und 1111), München 4609 (4696 und 4279), Münster 1205 (1211 und 1153), Rostock 519 (520 und 547), Straßburg 1333 (1121 und 1193), Tübing'1 1387 (1506 und 1301), Würzbu 1283 (gegen 1300 und 1306). Ideales Jagdrevier. Des Häufigen hört man den Ort Rominten in Ostpreußen, das Lieblingsrevier des deutschen Kaisers für die Pürschjagd auf Hirsche, nennen. Rominten ist ein ideales Jagdrevier. Es enthält fast durchweg gemischten Holzbestand, mit vielen Waldwiesen, und ist in seinem Haupttheil stark bergig und von der forellenreichen Rominte durchzogen. Das ganze Revier ist eingezäunt, die Förstereien sind telephonisch mit der Oberförsterei neben dem Jagdschloß verbunden. Jeder Förster muß über den Bestand seines Bezirks genau Buch führen und den Wechsel eines jeden starken Hirsches kennen. Wenn der Besuch des Kaisers bevorsteht, werden die Pürschsteige in Ordnung gebracht, jedes Steinchen, jedes trockene Aestlein, das unter dem Tritt des Jägers krachen könnte, wird entfernt. Rings um die Waldwiesen, auf denen das Wild austritt, führt ein bequemer Pfad. An geeigneten Stellen sind Schießstände angebracht, aus denen die Büchse die ganze Waldblöße bestreichen kann. Wenn man zudem noch weiß, an welchen Stellen die besten Hirsche stehen, dann ist es nicht schwer, an einem Tage drei, vier Stück Wild mit hoher Endenzahl zu erlegen. Die Pariser KriminalPolizei beschäftigten in der Zeit vom 1. Dezember 1902 bis 1. Dezember 1903 im Ganzen 70,699 Fälle darunter 3300 verbrecherische Angriffund 15 Morde, respektive Mordversuche. Ueber die Ursachen der Unterschlagungen hat die Ver. Staa-ten-Regierung eine Statistik aufgestellt. Danach war von 4152 Fällen das Glücksspiel für 3212 in erster Linie, und die Extravaganz der Frauen in 1875 Fällen hauptsächlich die Schuld. Starke Ginbildung. Warum ist denn der Geschäftsdiener Johann feit neuester Zeit so hochnasig?" Dem sind seine Chefs seit zwei Monaten das Gehalt schuldig, und da bildet er sich jetzt ein, daß er an dem Unternehmen finanziell betheiliat ist!" Siegreicher gurnor. Sie haben Ihrem Neffen nun doch och auf feinen zweiteil Brandbrief Geld geschickt?" Denken Sie sich: der Verschmitzte Bruder Studio hatte auf das Kouvert geschrieben: .Bitte stark zu klingeln Adressat hört schwer!' -

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