Indiana Tribüne, Volume 27, Number 138, Indianapolis, Marion County, 2 February 1904 — Page 3
Jndiana Tribüne, 2 Zkebruar lOOi
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Der Wechsel im Ariegsdepart emenf. Rücktritt von Root vollzieht sich unter ungewöhnlichem Zeremoniell.
Zins dem Congreß. Budler allerorten. Schnell verurteilter Mörder. Europ. Geschwader.
Kriegs-SekretärTaft. Washington, 1. Febr. Gou. verneur William Taft legte heute den Amtseid als Kriegs-Sekretär ab und trat sofort in seinen Wirkungskreis ein. Die Feierlichkeit fand in dem großen
Empfangsraume neben dem Bureau
des Sekretärs im Kriegsdepartement ftatt und die Uebertragung der AmtsBcfugniffe von dem scheidenden Sekretär Root auf Gouverneur Taft gestaltete sich eindrucksvoller als ähnliche Ereigniffe seit vielen Jahren. Herr Taft ging mit einer Reihe von persönlichen Freunden aus seinem Hotel nach dem Departement und wurde in das Bureau von Sekretär Root geführt, der ihm mit einigen Worten sein Portefeuille einhändigte. Die eigentliche Feier spielte sich darauf unter Leitung des GeneralftabsChefs Chaffee im Empfangsraume ad; nur die Betheiligten, einige Freunde und Generalftabs - Offiziere waren zugegen. Nachdem ein Notar dem neuen Sekretär den Eid abgenommen, erfolgte die Beglückmünschung von Sekretär Taft und der Abschied von Sekretär Root. Alle in Washington dienstthuenden Offiziere erhielten Zutritt zu dem Raum; nachher auch die BureauVorstände und die meisten Angestellten des Departements. Jeder erhielt einen
freundlichen Gruß. Nach Schluß der Feier begab sich Herr Taft mit Freunde und Familie zum Frückstück. Heute Nachmittag begab sich der Präsident zu Fuß kurz vor dem Abgang des Zugs nach der Wohnung des früheren Sekretär Root, um sich von ihm und seiner Gemahlin persönlich zu derabschieden. Als der Präsident die Executive Avenue hinaufschritt, stand vor dem Hause des Setr. eine Schwadron des 15. (5av. Regt., um den Sekr. nach dem Bahnhof zu geleiten. Dem Präsidenten folgten unmittelbar General Chaffee und andere Offiziere, später auch der Nachfolger Taft. Nach kurzer Unterhaltung trat die Gesellschaft vor das Haus und der Präsident half Frau Root in den Wagen, mit dem Sekretär darauf einen letzten Hänbedruck wechselnd. Herr und Frau Root begaben sich nach New Jork, wo ersterer sich wiederum der Rechtspraris widmen wird. Die außergewöhnlichen militärischen Ehren erfolgten auf Befehl des Präfidenten. Im Bureau des neuen Sekretärs hängt das Bild seines trefflichen Vaters, Älfonso Taft, 1876 Präsident Grant's Kriegssekretär. Es ist dies
das zweitemal in der Geschichte des Kriegsamts, daß Vater und Sohn das gleiche Portefeuille innehaben, der erste Fall war der von Simon Cameron unter Lincoln und seines Sohnes I. D. Cameron unter Grant. Rasche Justiz. Detroit. 1. Febr. Josef Meunier alias Miller, der sich gestern der Polizei gestellt und die Ermordung der Frau Seville zugestanden hatte, verzichtete heute im Polizei-Gericht auf ein Vorverhör. 2 Stunden später bekannte er sich vor Richter Phelan des Mordes für schuldig. Nachdem er diese Erklärung wiederholt, wurde sie in offener Gerichtssitzung angenommen und Meunier zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe verurtheilt. Er dürfte noch heute nach Jackson in's Zuchthaus überführt werden. Löhne beschnitten. P h i l a d e l p h i a, 1. Febr. In den Midvale Stahl-Werken trat heute allgemeine Lohn-Reduktion ein, wodurch 3,500 Angestellte berührt sind. Die Reduktion, je nach Höhe der Löhne, schwankt zwischen 5 und 35 Cents den Tag. Nach Tokio befördert. Washington, 1. Febr. Miahud Cho, der kürzlich abberufene hiesige Gesandte Koreas, wird als Gesandte? nach Tokio versetzt. Er wird Washington erst in einigen Wochen Verlagen.
BerhöhnungdesRechts
Odcll verweigert die usliefernng eines schlimmen Budleis.
Congreß. Haus. Washington, 1. Febr. Die heutige Sitzung war durch eine hitzige Debatte über die Panama-Frage belebt. Abg. Thayer (Dem., Maff.) bezeichnete die Politik der Regierung als in Widerspruch stehend mit den Bestimmungen des Vertrags mit New Granada. Abg. Grosvenor (Rep., Ohio) hielt eine energische Vertheidigungsrede für die Regierung, wobei er ausrief, der glänzendste Stern, der auf dem Pfade des Candidaten der republikan. Partei scheine, sei sein Verhalten in der Panama Frage. Er rieth den Demokraten, Panama nicht als Wahl-Parole zu benutzen. Bei der Berathung über eine Vorläge, welche für eine Privatperson eine Ausnahme von dem Beschränkungsgesetze über den Landerwerb in Territorien und im Distrikt von Columbia auf amer. Bürger vorsieht, fragte Abg. Hepburn die Minderheit, warum sie ihre Haltung in di?ser Frage geändert habe und entgegen ihrer Haltung zur Zeit des Gesetzerlaffes keine Ausnahme von den Bestimmungen mehr zulaffen wolle. Abg. Bartlett (Ga.), fragte darauf Hepburn, ob das fragliche Gesetz nicht zu einer Zeit angenommen morden sei, wo die Cleveland Richtung anstatt die von Bryan, wie Hepburn angedeutet, innerhalb der demokr. Partei geherrscht habe. Hepburn ertheilte darauf den Demokraten den Rath, zur Cleveland'schen Richtung zurückzukehren. Sekretär Moody theilte heute dem
Hause mit, daß sein Departement 4 Pferde und ebensoviele Wagen eigne, deren Gesammtkoften sich auf !$5,112 belaufen. Senat. Im Senate ersuchte heute Senator Dietrich von Nebr. um Untersuchung über Anklagen, wegen welcher er sich kürzlich vor einem Bundesgerichte in seinem Staate zu verantworten hatte. Der Senat bewilligte das Gesuch und der Präs dent pro temp. ernannte eine Commission aus den Senatoren Hoar, Platt (Conn.), Spooner, Cockrell und Perkins zu diesem Zwecke. Der übrige Theil der Sitzung verging mit einer Reede des Senators Morgan zu Gunsten des Antrags Stone, den auswärtigen Ausschuß zu einer Untersuchung über die Panama Revolution anzuweisen. Redner griff abermals das Verhalten des Herrn Bunau-Varilla anläßlich
der Revolte an und bezeichnet? den Ver
trag als ein Zugeständniß an den commerciellen Geist des Zeitalters. Er schloß mit der Erklärung, der Süden werde das Abkommen nicht auf Kosten der Landes-Ehre unterstützen. Washington, 1. Febr. In der Erecutiv-Sitzung genehmigte der Senat den Naturalisations - Vertrag zwischen Amerika und Hayti. Der Vertrag weicht von andern derartigen Abkommen darin ab, daß Haytier, die hier naturalifirt werden, 5 Jahre nach ihrer Rückkehr nach Hayti aufhören als amerikanische Bürger betrachtet zu werden, echs Stimmen wurden gegen den Vertrag abgegeben.
Feuerfichsres Haus. Wicdereröffnuna der ersten nach dem Brande nesailoffenen Bühne.
Bom AnSlmlde.
Ausschluß Den zahlreichen Arbeitern. Chicago, 1. Febr. 1000 Ar. beiter in Wagen - Fabriken mußten heute in den Fabriken der Carriage & Wagon Manuf. Affoc. die Arbeit niederlegen. Der Grund liegt darin, daß die Gewerkschaft es abgelehnt hatte, ein gestern Nacht abgelaufenes Abkommen mit einer Clausel, die schiedSgerichtriche Erledigung von Streitigkeiten vorsieht, zu erneuern. Die Beamten der Ge werkschaft unterbreiteten eine Förderung auf 10-proc. Lohnerhöhung. Whitney's Erkrankung. N e w Y o r k, 1. Febr. Wm. C. Whitney, der frühere Marine-Sekretär, mußte sich einer Operation wegen Blinddarm - Entzündung unterziehen und befindet sich nicht außer Gefahr.
A l b an y, N. Y., 1. Febr. Gouverneur Odell hat beschlossen, die nachgesuchte Auslieferung von Wm. Ziegler aus New Iork abzulehnen. Ziegler wird in Missouri unter einer Bestechungsanklage anläßlich der Back-pulver-Gesetzgebung in der LegislaturSession von 1901 verfolgt. Der Gouverneur stützt sich bei der Ablehnung auf ein Rechtsgutachten des Generalanwalts, wonach nicht hinlänglich bemiesen ist, daß Ziegler im April 1901, zur Zeit der angebliche Strafthat, sich in St. Louis aufhielt. AOpferdes Brandes. New Bork, 1. Feb. Der gestrige Brand in dem Waarenhause der Amer
Manuf. Co. kostete 3 Feuerwehrleuten das Leben. indem 2 der in's Hospital verbrachten Leute während der Nacht verschieden. Einer war schon kurz nach dem Brande gestorben. Im euren wurden 25 Feuermehrleute vom Rauch überwältigt und 2 befinden sich noch in kritischem Zustande. Von 2 Elementen bedroht. Fort C oll ins, Colo., 1. Febr. Ein Sturm, der eine Schnelligkeit von 90 Meilen die Stunde erreichte, richtete heute beträchtlichen Schaden an. Während des Sturmeswüthens brachen 7 Brände aus und eine Zeitlang schien die Ortschaft von Vernichtunc bedroht. Hunderte von Bürgern halfen der Feuerwehr, die jedoch des Brandes erst nach Zerstörung mehrerer Häuser Herr wurde. E. Butler vor Gericht. F u l t o n, Mo., 1. Febr. Vor Richter Groves begann heute der Proceß gegen den Millionär - Politiker Oberst E. Butler aus St. Louis, unter der Anklage, 19 Mitglieder des St. Louiser Delegatenhauses bestochen zu haben. Zur Vertretung der Anklage ist Kreisanmalt tfolf von St. Louis nebst einigen Assistenten erschienen. Beim Betreten des Gerichtssaales erhiel Folk eine mehrere Minuten lang anhaltende Ovation. DieAnleihe für dieAusst e l l u n g. Washington, 1. Febr. Vor der Ausstellungs-Commisfion des Abg. Hauses gab heute Präsident Francis eine genaue Erläuterung der für die Ausstellungs-Gesellschaft vorgeschlagenen Anleihe von $4,500,000. Er schätzt den Besuch duf 30 Millionen Personen, wodurch bei einer Eintrittsgebühr von je 50 Cents eine genügende Sicherheit für die Anleihe vorhanden wäre. FranciS ist bescheiden. Washington. 1. Febr. Der frühere Sekretär David N. Francis, Präsident der Louisiana AusstellungsGesellschaft, sprach heute in Begleitung
einiger anderer Herren beim Präsidenten vor. Auf die Frage, was er von dem Vorschlage seiner demokr. Präfi-dentschafts-Candidatur halte, meinte Herr Francis O, ich betrachte dies für nichts weiter als einen Scherz." Das europäische Geschwa der.
Washington, 1. Febr. Das europäische Geschwader, bestehend aus
der Bcooklyn" in Alexandria, San
Francisco" in Beirut, MachiaS" aus
dem Wege nach Port Said und einem Kohlenschiff, ist nach Culebra beordert, um an den dortigen Flottenmanövern theilzunehmen.
Die Rückberufung wird jedoch nur als vorübergehend bezeichnet und das
Geschwader soll nach dem Manöver verstärkt zurückkehren, um eine noch eindrucksvollere Demonstration zu machen. VudlervorGericht. Milwaukee, Wis., 1. Febr. 26 Männer, darunter verschiedene gegenwärtige und frühere Inhaber von städtischen oder County-Aemtern, erschienen heute vor dem Richter, um sich auf die von der Grandjury gegen sie erhobenen Anklagen zu verantworten. Alle erklärten sich bezüglich der Anklagen, die meist auf Bestechung lauten, für nicht schuldig. Am Mittwoch wird der Prozeßtermin bestimmt.
Chicago, 1. Febr. McVickerS Theater, völlig mit dem nöthigenFeuerschütz ausgerüstet, öffnete heute Abend wieder seine Pforten, als die erste der nach dem Jroquois Brande geschloffenen Schaubühnen. Vor der Erlaubniß hatten ein Stadtrathscomite, der Bau-Commij-fär, Feuermarschall etc. das Gebäude genau inspizirt. Das Arrangement der Ausgänge wurde als vorzüglich befunden. Der feuersichere, eiserne Vorhang wurde zwischen den Akten niedergelassen. 17 Ausgänge sind vorhanden, die fast alle zu den Seitenstraßen auf jeder Seite des Theaters führen. Ueber jedem Ausgang steht in großen schwarzen Buchstaben Exit". Die Gänge im Theater führen direkt zu den Ausgängen. Senator Burton. St. Louis, 1. Febr. Bundessenator Burton, Kans., traf heute ein, um mit seinem Anwalt und Bundesbeamten über den gegen ihn schwebenden Beftechunsprozeß zu berathen.
Berlin. In Hamburg hat sich, anläßlich der St. Louiser Ausstellung, die Central Jury für Kunst conftituirt. Vorsitzender ist Carl Marr aus Mün-chen.
Eine der alte st en Zeitungen Deutschlands ist die Hanauer Zeitung", die nunmehr eine 225jährige Vergangenheit hinter sich hat. Sie wurde im December 1678 gegründet. Graf Friedrich Casimir von Hanau ertheilte dem Zeitungsschreiber" Justus Böff, welcher vorher bei dem wenige Jahre früher gegründeten Frankfurter Journal" thätig gewesen war, das Privilegium zur Herausgabe einer Zeitung, dem Hanauischen Mercurius"; es ist dies die heutige Hanauer Zeitung". Am 24. April 1679 erhielt Böff ein kaiserliches Patent für den Druck und freien Betrieb. Im Jahre 1682 wurde der Titel in Europäische Zeitung" umgeändert, 1774 in Neue Europäische Zeitung", dann in Hanauer Neue Europäische Zeitung", seit 1814 in Hanauer Neue Zeitung" und seit 1842 in Hanauer Zeitung". Das Blatt hat heute in politischer Beziebuna freisinniae Nicbtuna. Vordem Polizeigericht von West-London kam unlängst ein Fall zur Sprache, der das bekannte Tennyson'sche Gedicht 6noch Arden in Erinnerung ruft. Ein Seemann Namens John Kenny und seine Frau Margarete Jane Kenny waren die Hauptpersonen bei der dramatischen Verhandlung. Die Frau sind unter der Anklage der Bigamie. Im Juni 1891 hatte sie sich mit dem Seemann Kenny verheirathet. Nack zwei Iahren trat ihr Mann eine große Reise an, und die Frau hörte nichts mehr von ihm für lange Jahre. Endlich erzählte man ihr im Jahre 1898, daß das Schiff ihres Mannes gescheitert sei. und sie wurde dadurch in der An-
nähme bestärkt, bcfc er nicht mehr le-
be. In diesem Glauben heirathete sie
wiederum und lebte mit dem zweiten
Gatten bis zum April letzten Jahres an einem anderen Orte, als sie plötzlich erfuhr, ihr erster Mann sei bei dem Schiffbruch mit dem Leben davonqekommen. Der Seemann war
mittlerweile ebenfalls eine zweite Ehe
eingegangen und hatte sich deshalb vor dem Central - Criminal - Gerichtshof zu verantworten gehabt. Der Richter nahm jedoch an, daß er, da er seine
Frau daheim nicht mehr vorfand, von
deren Tod überzeugt gewesen sei und verurtheilte ihn nur zu einer Strafe von drei Tagen Gefängniß. Nach Abbüßung dieser Haft lebten Mr. und Mrs. Kenny glücklich zusammen, bis
der zweite Mann der Frau diese aus Eifersucht der Bigamie beschuldigte.
Denkmalsschänver tretben jetzt auch in Nürnberg ihr Unwesen. Dort fand man neulich Morgens den Neptunbrunnen auf dem Nürnberaer Hauptmarkt ara beschädiat. Ei-
nem Wassergott, der auf einem großen Seepferde reitet, war während der Nacht die lange, schwere Peitsche aus der Hand geschlagen worden. Zweifel-
los haben den nichtswürdigen Streich mehrere Personen mit eigens mitgebrachten Werkzeugen vollführt. Von den Thätern fehlt jede Spur. Zwei Knaben im Alte? von 12 und 11 Jahren, die das respektable Körpergewicht von 256 und 226 Pfund besitzen, sind die neueste Attraktion von Castan's Panopticum in Berlin. Die beiden Söhne des ehemaligen Matrosen Schneider aus Neufahrwasser sind verhältnißmäßig gelenkig, verfügen über eine recht erbebliche Körperkraft und haben ungewöhnlich starken Knochenbau. Aerztliche Untersuchungen haben ergeben, daß die Organe der Knaben durchaus gesund sind. Auch das Verständniß für Musik ist nicht verfettet". Adolf und Friedrich Schneider produciren sich als Coupletsänget und Balalaikaspieler. Von dem kolossalen Körperbau der Knaben geben folgende Zahlen Zeugniß: Der Brustund Schenkelumfang beträgt bei Adolf 55 und 37 Zoll, bei Friedrich 54 und 34 Zoll.
Aerzte.
EineigenartigesJubZläum konnte der Berichterstatter einer Zeitung in Neu-Rupin, Robert Caspzr, begehen. Hinter ihm liegen 25 Jahi- pflichttreuer Mitarbeit an seincm Blatte, trotzdem er seit mehr als zehn Jahren gänzlich erblindet ist. Casper war gelernter Buchdrucker. Ein Augenleiden zwang ihn. dem Beruf Valet zu sagen und in die Reihen der Berichterstatter einzutreten. Je schwächer fein AuFenlicht wurde, um so
mehr schärfte sich sem edacylniß uno sein Orientirunasvermöaen. So kam
es. daß er. als die Sehkraft völlig er-
losch, mcht allem im tanve war, jraj
in semer Heimathstadt auch oyne uyrer und Begleiter zurecht zu finden, er beherrschte auch bei Versammlungen politischer und commerz??ller Art den Stoff derart, daß er zum Beispiel größere Bilanzen bis in Detailsummen im Gedächtniß behielt und sie sväter seinem Schreiber in die Feder
diktirte. Die Endsummen stimmten
stets genau. dem Bericht des Je-
naer Volksblatts über die Verhandlun-
gen des Schöffengerichts in ena am 4. Jan. ist folgendes zu lesen: Der öandwirtb Julius Sck. siebt unter der
Anklage, seiner Nachbarin Frau 20. im
Monat November em Huyn, oas iv.ni
zugelaufen war, vorentyatten uno in einem anderen Falle eine Henne an der Rückkehr gehindert zu haben. Das wird vom Angeklagten entschieden bestritten, und das vorhandene Belastungsmaterial reicht auch nicht aus, um eine Verurteilung zu ermöglichen. Festgestellt wird nur, daß dem Sck. thatsächlich ein Huhn zugelaufen war. welches von der Eigenthümerin, Frau W., wieder weggeholt worden ist; unbewiesen bleibt jedoch, ob der Angeklagte die Absicht hatte, die Henne für sich zu behalten. Als Beweismaterial waren auch zwei Hühner mit zur Stelle gebracht worden; es verursachte nicht wenig Heiterkeit, als das Federvieh in seinen Behältern, die auf dem Gerichtstische Platz gefunden hatten, bei der Besichtigung durch die Richter höchst respektwidrig laut zu gackern anfing und sogar den grünen Tisch verunzierte. Nach längerer Berathung erfolgte dem Antrag gemäß Freisprechung. Wie überall, hatte sich auch in Belgien der Brauch eingebürgert. das Honorar für ärztliche Bemühungen nach dem Vermögen des Behandelten zu bemessen, wobei allerdings Aerzte von Ruf in Einzelfällen Beträge einheimsten, die das ganze Jahreseinkommen einfacher Landärzte überstiegen. Neuerdings hat der Brüsseler Appellhof solchen Ueberforderungen Einhalt geboten. Ein gesuchter Arzt war zu einem diphtheriekranken Kinde gerufen worden und hatte ihm zunächst zwei Serum - Einspritzungen, dann mit Erfolg den Luftröhrenschnitt gemacht. Drei Monate nachher trug er dem Kinde noch die geschwollenenMandeln ab. Für die Operationen verlangte er 300 Francs, für seinen Assistenten, der das Kind ungefähr 14 Tage bewacht hatte. 400 Francs. Obgleich die Eltern des Kindes sehr wohlhabend sind, hat der Appellhof das Honorar einschließlich der Gebühren für den Assistenzarzt auf 1.210 Francs herabgesetzt und dem behandelnden Arzt zudem die Gerichtskosten zur Last gelegt. In dem Urtheil heißt es. daß Derjenige, der ärztliche Hilfe in Anspruch nehme, dem Arzt die Bezahlung feiner Bemühungen schuldig sei, nicht aber noch eine besondere Vermögensabgäbe. Die aufopfernde Berufsthätiakeit der Aerzte gereiche diesen zur Ehre, berechtige sie aber nicht, übertriedenen Lohn zu fordern. EinOfficierdesvonder dänischen Regierung zu Forschungen in den nördlichen Gegenden des Atlantischen Meeres entsandten Michael Sars" berichtet über eine eigenthümliche Erscheinung, welche die Besatzung seines Schiffes zu beobachten Gelegenheit hatte. Dieses kreuzte im Juli l. I. im Danengatt (zwischen Island und Grönland), als von Bord aus ein riesiger Pottwal bemerkt wurde. Der Eapitän traf sofort alle Vorkehrungen
zur Erlegung des seltenen und gefahrlichen Ungethüms. Inzwischen machte der Wal Sprünge wie ein Delphin, warf sich bald auf die eine, bald auf die andere Seite, tauchte dann unter, um nach einigen Augenblicken wieder seine Bewegungen an der Oberfläche zu erneuern, und verbreitete dabei durch feine Spritzlöcher einen dichten Wasserdunst. In Treffnähe gab die Besatzung eine Kugelsalve auf das Thier ab, und auffallenderweise legte es sich
schon hiernach alsbald auf den Rücken
und verendete. Die nähere Unters u
chung ergab, daß der Wal sich schon
vorher im Todeskampf befunden hatte, und zwar durch Verletzungen, die er sich durch einen Kampf mit einem an-
deren Seeungeheuer zugezogen haben mußte. An dem 30 Fuß. langen Kopfe zeigte sich eine 10 Fuß lange Wunde. Auch um die Schnauze waren Verletzungcn, die offenbar von den mächtigen Armen eines Riesentintenfisches
herrührten. Bei Oeffnung des Ra
chens fand sich in diesem ein solcher 12
Fuß langer Arm. den der Wal abgebis-
sen hatte. Auch dessen übriger Körper war überall zerquetscht und geschunden. In den Fetttheilen des Thieres
fand man zudem Narben, die auf fru here Kämpfe ähnlicher Art hinwiesen.
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