Indiana Tribüne, Volume 27, Number 136, Indianapolis, Marion County, 30 January 1904 — Page 3

Jndiana Tribüne, 30 Junuar 1904L

Schönklingendes Programm. Tic Politik des neuen KriegssekrctärS riickfichtlich der Philippinen.

LabinetS'SitzMlg Nachklänge vom Bcchwl all. XreNM Wneta". 2l?nes frei.

last Philip p!e"VH l i t i k. Washington, 29. Jan. s ist arranAirt. daß Gouvernellr Taft den Amtseid als KriegSsekretttr am Montag im Kricgs'Tepartement ablegt. Den Leitfaden des neuen Sekretärs gegenüber dem östlicn Archipel bildet das Motto : die Philippinen fU, die Filipinos. 3 einer seiner letzten Re den vor der Abreise wiederholte er diesen Wrimbsufe, den er sofort bei der Uebernahme deö GouverneurS-AmteS aufftellte. In dieser iKeoe, die von Amtswegen publieirt wurde und eben hier eintrifft, erklärt Herr Taft, daß diese Doktrin nicht dazu bestimmt sei, amer. Unter nehmungen oder die Anlage amer. (Capitals auf den Philippinen zu ent muthigen. Denn nichts, selbst nickt WkzithMkg oder eine freie ReglerungSform, könne mebr zur Hebung der Si lippinoS bewerkstelligen, als die In läge amer. Capitals zur materiellen Entwicklung der Inseln. R o o t 'S Abschied v o n d e n College. W a s h i n z o n, V. Jan. Prä. sident Roosevelt. Selr. Root und Woverneur Taft waren die Hauptperson lichkeiten in der heutigen labimtö. itzulig. ANe Mitgliener. außer Hay. waren zngegen Taft jdlieb bis zum Schlüsse. Nach Erledigung laufender Departe mentS.eschaste stellte Sekr. Root sei neu ollegeu Herrn Taft als Nachfol gerstor. zugleich fein Bedauern Über die 8ftfNfl seiuer amtlichen Beziehun gen zu Präsident und (sabinet aus driickend. Der Präsident zollte dem scheidenden Kriegssekretar warme Worte des Dan kes und der Anerkennung. Panama und Orientfragc standen nicht zur Besprechung. Die Regierung ist ohne bedeutungsvolle Nachrichten ails dem Cften. Feuer im Capitol. Washington, 29. Jan. Im Zimmer deS auswärtigen HauS-AuS schusseS im l?apitol entstand heute Nach mittag ein Kaminbrand, der aber ohne

Eongres;. Senat. Washington, 29. Jan. Der Senat nahm heute den Antrag Dulder son im demokratischen (saucuS be schlössen an. den Präsioenten zu einer Erklärung aufzufordern, ob er dem Senat alle Thatsachen bezüglich des Panama Streits übermittelt habe. Die Annahme dieses Antrags geschah einstimmig: dagegen fand Über ein Amen dement des repnbl. Senators (5ullom namentliche Abstimmung statt. Das Aittendelnent. nach welchem solche In sormation nur verlangt werden fall, falls der Präsident die Mittheilungen für nicht unvereinbar mit dem ossent lichen Interesse hält, ging mit 39 gegen 2lX Stimmen durch. Alle Republikaner stimmten für, alle Demokraten mit Ausnahme des mit der Mehrheit ftirn menden McJnery gegen das Amendc mcnt. Wahrend der Debatte wurde häufige Versicherungen laut, daß trop dieser Beschränkuug alle auf die Frage bezilg lichen Dokumente dem Senate borge legt wlirdcn Nachher kam der Antrag Bacon, her die Schlichtung unserer Differenzen mit (5olombia bezweckt, zur Berathung. Senator Bacon begründete seine Bor. schlag ausführlich, von der Anficht aus gehend, daß selbst im Falle der lrud losigkeit der colombischcn Beschuldiqun gen schon die Thatsache, daß übcrhal-pt solche Anklagen erhoben werden könn ten, eine Streitfrage ergebe, die in versöhnlichem (eiste gelöst werden müsse. i Hau. DaS Haus berieth heute darüber. 6b lsottgrcsMtglieoeru das Anrecht auf zweimalige Zahlung von MeilenGei dern zustehe. Die Frage erhob sich aulüßlich eineS Postens in der Dringlichkeits'BewiNi. guugSBorlage, der 2 Zahlungen von Meilengeldern für Senatoren und Ab geordnete in Rücksicht auf die (Zrtra Session, die in die regelmäßige über ging, vorsieht. . liegen die Doppel-Zahlung sprach

Trennungs-Furcht Bom (Heliebten bringt eine Jndianaerin ans einen kecken Plan.

Abg. Maddor. Dem.. Ja., den der

anscheinendeil Schaden für das Ge : Republ. L ittlefield. Maiue. unterstützt?.

bände durch Anwendung des cheinischen

Apparates rasch geloscht werden konnte. Kreuzer V i n e t a". New Orleans, 29. Januar. Zwischen Gouverneur Heard. den Staats-Beamten und dem Eapitün deS deutschen Kreuzers Vineta", Schroeder, sowie den anderen Offizieren wur den heute Höflichkeiten ausgetauscht. Der (Gouverneur kam nach New Orleans zu dem besonderen Zwecke, dem deutschen Besuche seine Achtung zu bczeugen und empfing inmitten seines Stabes die Offiziere im PalmcnGar ten des St. EharleS Hotels. Nachher fuhr der Gouverneur nebft Stab in Booten zu dem Schiff; 0ei der Ankunft gaben die beschütze des Kreuzers einen Salut ab. In der Cajüte brachte (5apt. Schroeder die Gesundheit des Präsidenten und

des Gouverneurs aus; Gouverneur Heard toastirte aus den deutschen Schiffsführer und den deutschen Kaiser, die Hoffnung ausdrückend, die gegenwärtigen guten Beziehungen beider Länder möchten auch künftig fortdauern. Gestern Abend hatten die deutschen Vereine für die Seeleute einen Ball veranstaltet; heute Abend sind sie beim deutschen Konsul von Meysenburg zu Gaste. Die Bineta fährt am Saurstug nach Berac:uz. Vom Löwen angegriffen. St. Louis, 29. Januar. Im Zoologischen Garten griff heute der Löwe Caesar den Wärter Lawrence an, der in seinen Käfig gekommen war, um einige Produltionen mit ihm vorzuneh men. Der Löwe riß demß Wärter die Kleider vom Leibe, als ein Polizei Beamter erschien und das Thier erschoß. Schnelle Fahrt. Chicago, 29. Jan. Der Santa FeSonderzug. auf dem Ch. W. Clark zu seiner inzwischen gestorbenen Gattin in N. B. eilte, legte die Fahrt von Bl buguergue nach Chicago, 1377 Meilen, in 89 Stunden und Minuten zurück, um 20 Minuten weniger, als der Spe ctal'Zug vom letzten August brauchte.

Diner-Reden. Gen. Woaiiford entwickelt seine Der bluffenden Ne?n.

Cr behauptete, man könne nicht von einem Interregnum sprechen, so daß nur eine einzige Conreß-Sessivn vor liege, die gesrtzlich zu keiner nochmaligen Bewilligung der Gelder berechtige. Das Interesse an der Frage zeigte der Umstand, daß bei der Berathung hierüber wenige Sitz? auf beiden S.'iten leer standen. Abg. Littlefield fand gespannte Aufmerksamkeit und erhielt zahlreiche Zwischenrufe bezüglich seiner Interpretation von Gesetz und Ver-

fassung. Vor der Erledigung trat Vertagung ein. Die Berathung des Amer.dements über Erhöhung der Bewilligung für die Auslagen der Dlftrict and-Aemtcr führte zu einer Diöcussion. über die angeblichen Landschwindelcien. Der Repnbl. Moude. Wo., der Ut

Heber des Amendements, wies auf die erhöhte Geschäftslast hin. Abg. Ro binfon, Dem.. Ind., fragte, ob die vermehrten Geschäfte nicht von betrü gerischen Einträgen herrühren. l'ionbcll erwiederte, hierüber nicht orientirt zu sein und sagte, er halte die Betrugs-Meldungen für start übertrieben durch Personen, die an d.r Verbreitung solcher Berichte interefsirt seien. Eine Bestimmung d?r Vorlage, die Auslagen für die Internat. WährungsCommission betreffend und eine andere auf Verschmelzung von ZoUEinttahmc Districten, wurden gestrichen.

Schwer gebüßte Unvori, s i ch t i g k e i t. P i t t S b u r g, 29. Jan. Durch eine Explosion, die dem Versuche, ein Feuer mit Oel rascher anzufachen; folgte, verlor Frau A. F. Gray das Lebeu; eine zwölfjährige Tochter liegt lebensgefährlich verletzt darnieder untj 5 andere Familienmitgliedir sind ernst lich vermundet. ; Die Familie verzog unlängst aus Lovette, Ind., hierher.

Chicago. 29. Jan. In Klei dern ihres Bruders und mit kurzge schnittencm Haar erschien die 22jährigc May Bondell aus Terre Haute, Ind.. vor dem Rekrutirungs-Sergeanten in Fort Sheridan ilild bat um Einmuste rung iil Comp. I.. die zur Ergänzung des 20. Rcgts. auf den Philippinen bestimmt ist. Als das Mädchen erfuhr, daß es sich der üblichen Untersuchung sügeu müsie. gestand eS sein Geschlecht, bekümmert bei dem Gedanken an die Trennung von seinem Liebhaber Carl Pflaum, der als Soldat bei jener Comp. steht Panik bei einem Brande. Chicago. 89 Jan. In dem an den Masonic Tempel angrenzenden CoSmopolitan Gebäude brach heute ein Brand aus. der die Insassen zu rascher

Flucht trieb. In den oberen Stockwerken versiich ten eine Anzahl Fraueu. durch Äugst und Rauch hysterisch geworden, aus dcil Felisteril abzuspringen. Kühlere Köpfe verhinderte dies aber uud die Frauell wurden über die Feuerleitern gerettet. Henna Verba erlitt lebensgesähr liche Brandwunden; minder bcdeuieiide einige andere Personen. Die Ent stehung deS Feuers erfolgte durch eine Erplosion, als Frln. Verba im 0. Stock Chemikalien mischte. Der Brand war aus den 5 und 0. Stock beschränkt; Schaden etwa 875,000. U n t e r s n ch u n g d u r ch S p t c i a l G r a u d j u r y. Chicago, 29. Jauuar. Der Staatsauwalt Hai sich heute für eine Untersuchung des Jroquois UuglückS durch eine Special Grandjury ?nt schieden. Die von A. Hilll, dessen ganze 'Familie umkam, angestrengte Strafverfolgung wurde ach dem Vcrd'lt der CoronerZ.Jury zurückgezoge. I n o l eines (Sensation 8 Processes. K a w a situ, Mo., 29, Jan. Frau Liilu Priuce Kennedy, die ibren zweiten Proceß wegen Ermordung ihres ersten Gatten Kennedy, Jan. 1001, zu bestehe hatte, wurde heute von einer Jury für nichtschuldig erklärt. Im ersten Proceß erhielt sie 10 Jahre Zucht hauö. Das erste Urtheil wurde umgestoßen und während ihrer Freilassuikg unter Bürgschaft heirathete die Frall im letz, ten Februar den Anwalt Krämer. Ver theidiger ihres Bruders, welch' letzterer später wegen Betheiligung an dem Kennedy'Morde verurtheilt wurde. Frau Kenuedy tödtete ihren ersten Mann, einen Agenten, einen Monat nach der Heirath. Er weigerte sich mit ihr zu lebeu und klagte auf Aunullirnng der Ehe. da er hierzu gezwungen wor den fei. Ein würdiger Vertreter c c $ RechtS. Allentown, Pa., 29. Jan. Der Anwalt der Bechtcl'Familie erhob

heute Beschwerde vor Gericht wegen der Aufführung deS Distrikts-Anwalts E. L. Lichtenwalner bei dem kurzlichen Processe anläßlich der Ermordung Mi bcl BechtelS. Frau Bechtel, ihre Tochter und eine Nachbarin sagten aus. der Distrikts anmalt habe sich während zweier ProceßTage in einem Zustande viehischer Betrilnkenheit" befunde, so daß der Fall betagt werden mußte. Auch wird behauptet, er habe Frau Bechtel bei einem Besuche in ihrem Hause am 27. Okt.. als man Mabel'S Leiche sand, wiederholt geküßt und ihr in der Betrunkenheit unzüchtige An träge gestellt. Tod eines früheren Ban k i e r s. L a p o r te, Ind.. 29. Jan. Julius Conitz, ein früherer hiesiger Bankier, der vor :! Jahren bei der Finanziruug

von Bahnen in Michigan mit S100.000 fallirte. ist in Blue Grab. N. D.. ge stordcn. Seine Aktiva betrugen 5.0 Procent und er hat die übrigen Schul den seither sast sämmtlich getilgt. Im Bundesgericht beantragte heute die Royal Trust Co. von Chicago die Einsetzung eines ConcurSverwalters für die Chic. & South Shore R. Co ", die eine elektrische Linie zwischen hier und Michigan City betreibt. Richter Aierson erließ gegen die Bahn einen zeitweiligen Einhaltsbefehl. Ihr Werth wird auf $400,000 geschätzt; sie wurde 1902 gebaut.

New York. 29. Jan. Im WaldorfAstaria fand heule Abend das McKinley-Diner deS W. S. republ. Club statt. Abg. Crumpacker, Ind., und adere Redner sprachen. New H'a v e n, Conn., 29. Jan. Bei dem heutige McKilcy Diner dem zahlreiche angesehene Persönliche knte beiwohnte, sprach General S. L. Woodsord, N. ?).. über McKinley und oeu spanischen Krieg." Er prophezeite. daß San Domingo uns ge hörcnluud die amer. Herrschaft sich einst i'om Panama-Canal bis zum nördl. Eismeer erstrecken werde." R e w Z) o r k . 29. Januar. Die Pilgrims vo Amerika gaben heute Abend i Delmonicos ein Bankett zu Ehren deS britischen BotschastrS Sir Henry M. Durand. Depesche mit den englischen Pligrim. die zu gleicher Zeit in London ein Diner abhielten, wnrden gewechselt. Gerichteter Mörder. Salem, Or., 29. Jan. H. D. Egbert, der I. G. Sarton und I. West im letzten Oktober ermordete, wurde heute gehängt. In einer kurzen Ansprache auf dem Schaffott warnte er die Hörer vor schlechten Wegen. Saxton, ein Anwalt, der als Hilss sheriff suttgirte, versolgte nebst West in, Oktober Egbert wegen Einbruchs. Als sie ihm nahten, schoß der Verfolgte Saxton nieder und verletzte West todt lich. Er entkam, wurde aber nach drei Wocheu gefangen.

Dem Verlagsbuchhandler Sattler in Braunschweig sind in den letzten Wochen nicht weniger als aus fünf Garnisonen im Osten und Weste des Reiches Manuskripte ange boten worden, die das Garnisonsleben schildern und eine ähnliche 5iritik der Verhäliuisie üben, wie der vielgenannte Bilsc'sche Roman. Ob diese Manuscripte das Licht der Öffentlichkeit erblicken, ist freilich die Frage, denn Herr SatNer wird, nachdem sein Bilse Roman eingezogen worden ist nnd dessen Platteii vernichtet worden find, als ge-brar-.ntec' Kind das Feuer sä)euen. Die vorzeiliqe Betheuerunq deS Herrn Kriegsministers, daß es nur einen Bilft und e i n Forbach gebe, wird also, l-eint ein Berliner Blatt, nur durch die Beihilfe des Staatsanwaltö wahr gemacht werden! So lange nicht ein ausländischer Verlag Herrn v. Einein Unrecht gibt! Seit einigen Jahren scheint die Stadt Kopenhagen eine Heimstätte für allerlei Haarwuchs mittel Schwindler geworden zu sein, denn in kurzen Zwischenräumen hört man von bezügktchen Prozessen. Jüngst wurde eine junge Dame freigesprochen, die einen glänzend prospcrirenden EzPort echter Haarwuchsmittel" nach Deutschland betreibt und in deutschen Zeitungen 5000 Mark für den Fall verspricht, daß die Mittel nichts helfen. Durch geschickte Abkürzung eines Straßennamens giebt sie einem glänzenden Zeugniß den Anschein, als ob es von einem Dr. Tvärg" unterschrieden sei, waö natürlich nicht stimmt; vielmehr rührt die Unterschrift von dem Geliebten des jungen Mädchens her. der in Dronningen Tvärgade" wobnt! Die Dame soll von ihrem Wunderbalsam täglich für etwa 300 Mark nach Deutschland versenden, und da Herstellungskosten bei solchen Sachcn in der Regel ausgeschlossen sind,

kann das Balsam - Fräulein sich einer rechl netten Einnahme erfreuen. Einen erbitterten Kampf mit Einbrechern hatten in Dortmund Polize.jbeamte zu bestehen. Straßen Passanten bemerkten Abends, daß sich verdächtige Personen in der Wohnung der verwittweten Stadträthin Mel linghaus in der Ostenallee zu schaffen machten, und holten einen Polizeibeamten herbei. Dieser stellte fest, daß von der Hofseite Einbrecher eingedrungen waren. Der Beamte ließ durch einen Kutscher noch einen weiteren Beamteu rufen, und nun drangen biide mit gezogenen Säbeln in das Haus; dicht hinier ihnen folgte der Kutscher mit einer brennenden Kerze in der Hand. Die Einbrecher flüchteten jetzt von einem Zimmer in das andere und saßen schließlich in einem fest. Als die drei Verfolger dort eindrangen, ertönten Schüsse. Eine Kugel zerschmetterte dem Kutscher den Unterkiefer, eine an dere prallte an dem Mantelknopfe eines Beamten ab. Da die Kerze, welche der verlebte Kutscher trug, erloschen war, befand man sich vollständig im Dunkeln. Die Beamten drangen aber dennoch vor, wurden jedoch von einem wahren Schnellfeuer empfangen und mußten sich zurückziehen. Die Aerbrecher eilten nun auf den Hof, wo sie die Beamten wiederum durch mehrere Rcvolverschüsse zurückhielten, kletterten über die Mauer und suchten zu entkommen. Es gelang indessen, einen von ihnen einzuholen und festzunehmen. Der Verhaftete ist ein Schmied aus Essen.

Enutischc Fallnachtobrauchk. der ..Viannkuk,,,, tm" und ander, Zifasch, ittgefreudc u alter Zeit. Wie in Deutschland, sv wird auch in anderen Ländern die Fastnachtszeit mit allerlei BolkSbräuchen festlich begangen. In England heißt der Faschlngsdienstag allgemein ..Pancake2:M," dcnil Pfannenkuchen bilden an diesem Tage im Ber. Königreiche das Nationalgericht. In der .iiche des Reichen wie in der Hütte des Armen werden die leckeren Kuchen unter allerlei .urzzveil her.Mellt. Burschen und Mädchen stehen mit g'rölhcten Wan gen am Kochbere und wenden ihre kuchen in der Pfanne um. damit sie nicht anbrennen. Dabei entlvi.t.'lt mau große Geschiälichlcit und kein Bniamann würde ein Mädchen zue Köchin nedmen, die es nicht verslebt, den Ku chen zu lvenden. ohne daß Fett ver spritzt oder eig verloren geht. In früheren Jahr.a wurden die Mitglieder des Hausl'alts am Faschingdienstag durch die Klänge einer Glocke in der Küche zusammengerufen. Man nannte diese Winde die Pancake Bell," zum Unterschiede von der 3hri ving Be'.l," welche die Leute am selben age z späterer Sturze ix allgemeinen Beichte rief. Diese Beichte war vor der Nesormationszeit in England von der Feier des Fasching-dienstag unertrennlich: galt kö doch, sich vor An

bruch der Fasten von allen Sünden zu reinigen. Trotz dieser religiösen Handlung war derFaschingcdicnstag auch in England und Schottland iiiimer ein Freudentag. besonders für daß ciefinde und die arbeitenden 5tlassen, und er wurde wie in anderen Landern mit allerlei tollem Mummenschanz begangen, jj Schottland wurdcu außer den traditionellen Pfannkuchen auch einige andere Speisen als besondere FastnachtSqerichte in iedem Hanshalte hergestellt. Auf jeden !1ittagstisch kam Hafcrmus. das einen '.Hing enthielt, den derjenige auf feinem Teller fand, welcher als erster von der Äcsellschast in den Vht stand treten ivürde. Des Abends gab eö Gersteiilnchen. die recht salzig waren und einen kleinen Zusatz von Wnß enthielten. Diese Kuchen hatten eine besondere Eigenschaft, wenn der Bäcker sich bei ihrer Zubereitung ..stumm wie ein Stein" verhielt. Man aß von ihnen und ging dann frühzeitig zu Bett, worauf man im Traume das Bild der Liebsten oder des (beliebten sah. Wahrend diese Gebräuche immer mehr in Bergessenheit gcriethen, hat sich der Pfannenkuchen als englisches FastNachtsgericht bis auf unsere Tage behauptct. Allerdings waren in früheren Zeiten auch in Berbindnng damit Volksbräuche üblich, die jetzt nur noch in der Tradition fortleben. So wur den vielfach in großen Hallen FastNachtskuchen für die Armen bereitet. AuS Nah und Fern strömten mittellose Hausfrauen mit ihren Kindern herbei, und auch die Männer kamen, um die Gefchictlichkeit ihrer Ehehälften zu beivundern und sich an den Produkten ihrer kulinarischen Kunst zu delektiren. Die Frauen mußten nämlich die Pfannenkuchen für ihre Familienmitglieder selber zubereiten, wobei sie den halbferiigen Kuchen aus der Pfanne nehmen, ihn emporwerfen und mit der noch ungeladenen Seite nach unten fangen mußten. Selbstverständlich gaben dabei allerlei heitere Zwischcnfälle hinreichend Grund zu Spaß und toller Lustigkeit, die durd) ein bestimmt Quantum Ale, das jeder Besucher des Festes, Mann, Frau und Kind, erhielt, noch erheblid) gesteigert wurde. uwacc der BundrSmarine. Der SdnffSbesiand der Bundes -Marine hat im letzten FiSkaljabre um 25 Schiffe zugenommen; es sind näm lich neu hinzugekommen: das Schlachtsäziff Main?"; die vier Hafenverthei-digungs-Monitore Arkansas," Nevada." Florida" und ..Waoming"; 12 Torpedojäger; 1 Torpedoboot und 7 Unterseeboote. Seil dem Ende des letzten Fiskaljahres sind noch folgende Schiffe hinzugekommen: der Torpedojäger MacDonough" am 3. Juli und der geschützte Kreuzer Cleveland" am 29. Oktober. Aus der Marine schieden während des letzten Fiskaljahres der Sd)leppdampfer Lcyden" und das Kanonenboot Monocacy- aus. Die Schiffsbausacilitäten im Lande haben in der jüngsten Zeit ganz beträchtlich zugenomn'en. und die großen Schiffsbauhöfe in den Ver. Staaten sind im Stande, ebenso schnell Neubestellungen auszuführen, als die Schiffsbauhöfe der europäischen Länder. Die durchfchnittliche Bauzeit der 10 Bundes-

Schlachtschiffe betrug vier Jahre acht Monate, was ungefähr der durchschnittlichen europäischenBauzeit gleiche kommt. Das Marine-Departcment hat auch dem maschinellen Theil der Flot-ten-Erneuerung große Aufmerksamkeit geschenkt, und besonders ist man der Frage näher getreten, ob es nicht praktisch sei. gewisse Schiffs-Typs mit Turbinen auszurüsten, wie man schon in England, Deutschland und Frank?eich damit begonnen hat. Für die VZarine wurden 487.036 Tonnen Kohlen angekauft oder 21 Prozent nich; als im Vorjahr. Der Kaufpreis bctrug $2,435,168 oder 16 Prozent weniger als im Vorjahr. ES sind 26 neue Kohlenstationen gebaut worden, im Bau begriffen oder geplant. Elektrische Bahnen besitzt Deutschland zur Zeit in einer Ausdehnung von 2Z17 Meilen.

Aerzte.

)R.C L.RITTER, Newton Claypool Gebäude Zimmer tmmS. ruf Telephon 4SS1 tSeni'sylvaiia und Ohlo Str., 2. Stock. P f f i c e 0 1 1 1 b c n : s btl 10:30, 2 tu 3:50 Uhr 7 bis 8 Uhr Abend am liionl ,g. Dttnftag, idonnkrstag Samfta, : 1441t 4rot"ct Vtatic ttunben : 8 Uhr Burnnttags Ml l Uhr Nachmittag. Neue Telep hon 930.

Dr. j. A. Sutcliffe, Wund -Arzt, Geschlechts., Urin- unectnm Kranklieiten. üfffee : 155 Oft Market Str. Tel. 941 O'ftce,Stund,n : di 1 Uhr $m.; 2bi4Ubr

n

mm

m

alle.

37 und 9 Sud ?fUnuarrtr Der beiiedteftr ud defiunSgestattete Tanzsaal i der Stadt. Hauptquartier tnr all, deutstdcu Vereine. Club, uud Bcrsam:uug0zt .er u mäftigr Preise u vermietde.

.v. . o,

Wirthschaftö Urbrrnahmk.

Hiermit zur qefl. Anae, dak ich die bis, her unter dem Namcn 'l'Ii' licimoiit" bekannte Wirthschaft Vcke Madison ve. und Morriö Str. käuflich übernommen habe und Jedermann freundlichst einlade, mich in uieinem Lokale zu besuchen. t'ö wird mein Bestreben lein ein relpek tableS .(auS zu führen und meinen ttäften stets die besten etrar-ke tnd Cigarren vor zusehen. Warmer Lunch von lt) Uhr Mor genS bis I Uhr ckminag. Uin geneigten Zuspruch bittet (;istv ior.itm:it, Ecke Madifon Ave. und MornS Str.

jo. JrV. Adams ...Paintcr... Spezielle Aufmerksamkeit wird Grainins, taicimtmng. Tintinq und Glaser Arbeit ae schentt werden. No. I I v"ds)n Str. vfl, relkphvn ?tru!7k', dnuna Ztlkvbon s9lcu SKM . , . . m UzoUt uvwan. no

5 hk JA jBBSM 5

Aug. Diener. 5o. 449 Ost Washington Str. ees Welevuo K2K. LAKE ERIE & WESTERN R. R. Fahrzeit der Züge. . . biahrt nkuntt Toledo. Ehicago und Mchigan Srpreß..,f 7. i5 iWM koledo. Detroit und Eh,cago Ltm 12 20 f 3. Michigan City. Muncie u.LasatietttSvl. r 7.25 1 10 n tögUch t auenommen Sonn'ag.

In 4 Cwndn, ntfbfn Vonarrhö und uiftuß, au d'n Um Organen durch Eantal-Mi n lu'gedoken st7 eine Undequemiichkkiten Preii Alny $1 i dei aNrn XruaaiftfN oder JUi"J P. C Woj 'l. New 7)orf.

Juden? sächsischenOrte Mockau unweit Leipzig hat die Gemeinde den Ratkskeller fr schweres &tlb verpachtet, aber der Pächter kann nicht auf seine Kosten kommen, weil die Mockauer Bürger nicht bei ihm einkehreu, und weigert sich deshalb, den rxu embarten Pachtzins zu entrichten. Der Gemeinderath hat denn auch beschlos sen. den Zins auf die Dauer der Abstinenz der Mockauer herabzusetzen, zu gleich aber dkn Gemeindemitgliedern zu verstehen gegeben, daß daö eine Schädigung der Gemeindeeinnahmen bedeute, die durch Gemeindesteuern wieder weit gemacht werden müsse. Gar beweglich heißt es in dem Hasst sehen Rathsprotokoll, man sei allgemein der Ansicht gewesen, daß eö Pflicht eines jeden Steuerzahlers sei, die schönen, von der Gemeinde für die Allgemeinheit geschaffenen Lokalitäten zu besuchen. Nun werden die ehrsamen Mockauer wohl oder übel ihren Abendschoppen im Rathskeller trinken müssen, wenn sie nicht tiefer als sonst in den Steuerfäckel greifen wollen.