Indiana Tribüne, Volume 27, Number 135, Indianapolis, Marion County, 29 January 1904 — Page 3
Jndiana Tribüne, SS. Januar 1901.
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Der Wirrwarr in Angarn. Tis;a mahnt zum letzten Male zum Einstellen der Obftruktiou.
Haftlanb's Antwort (Tumult tu ZNarocco. CibetExpedition VahlEfceffe in Euli.
OesterreichUngarn. T i s z a vor dem Parlament. Budapest. 28. Jan. Im Abge ordneten-Hause des Reichstags richtete heute Ministerpräsident Tisza einen letzten Appell an die Odstruktionisten. die Rekrutirungs-Vorlage schleunigst anzunehmen, da sonst taufende gami lien von Reservisten in daS tiesste Elend gestürzt würden. Das Verhalten der Qdftruktionisten müsse nothwendig zu ..parlamentarischer Anarchie" führen. Falls es nothwendig werde, sei die Regieruini zu den schärfsten Maßregeln zur Bekämpfung dieser VerschleppungsPolitik entschlossen und er rufe alle die zur Unterstüpung auf. welche die Verfassung und das Parlament lieben. Radium bei streb. Wien. 2. Jan. Prof. Gussenbaur. einer der ersten Chirurgen des Landes, hat erfolgreiche Experimente mit Radium zur Erweiterung des chlundes im Falle krebsartiger Ver engung der Speiseröhre angestellt. ES wird hierdurch die Zuflucht zu künstlicher Nahrung vermieden. Ost-Asien. Verstärkte ff r i e g s - V o r dereitungen.
Port Arthur, 29. Jan. Eine
gestrige Depesche aus Tokio meldet die
Mobilmachung der japanischen Armee und hatte die Wirkung, neue Vordere!-
tungen zur Absenkung von Truppen nordwärts zu treffen. Die Truppen lagen angesichts der feindlichen Aus-
sichten bisher hier. Die Behörden erhalten viele Sensa-tions-Berichte aus Korea und tfhrnci. Angeblicher Inhalt d e r ruf f. Antwort. London. 20. Jan. Nach dem Daily lraphic ist die russische Ant' wort noch nicht amtlich an Japan adgegangen, aber dem japan. (Gesandten in Petersburg mitgetheilt, der den In halt nach Tokio übermittelte. Die Antwort ist höflich, lehnt aber die Aufnahme der Garantie und Unabhüngigkeit für Ehina in den Vertrag, worauf Japan besteht, ab. Weite? sagt der Graphic. Japan werde wahrscheinlich nach Empfang der Antwort dem russischen Gesandten erklären, dar. es keine andere Wahl als die Ergreifung der Waffen habe und zugleich den Gesandten in Petersburg zurEinforderung sein?rPässe instruiren. E o l o m d o. Eeylon, 28. Januar. Die japan. Kreuzer Niasin" und Kasaga" sind abgefahren. R n ß l a n d ' S Antwort. St. Petersburg, 2. Jan. Rußlaud's Antwort auf die letzte japanische Note wird voraussichtlich Sam stag den ;0. abgesandt. Haldamtlicher
Mittheilung zufolge ist sie friedlich gehalten. Der StaatSruth faßte heute unter Vorsij) des Großfürsten Aleris Be fchluffe. Die dem Zaren zur Geneh migung unterbreitet werden. Anwesend in der Sitzung waren Auswartiger Minister LamSdorf, Kriegs Minister Kuropattin. Vice . Admiral Avettano. Vorstand des Admiralität Dept.; Admiral Abaza. Generalstabö. chef; General Sakharoff und Herr Hartwig. Vorstand der asiatischen Abt Heilung. D e l c a s s e und die Bot s ch a f t e r. Paris. 23. Jan. Der amer. Botschafter Porter conferirte heute langer mit dem auswärtigen Minister Delcasse über die östliche Lage. Zu gleicher Zeit erschienen die Botschafter RuktanoS und Deutschlands. Herr Relidaff und iyüift Radolin. Letzterer ist der Ansicht, daß die KrieSpartei in St. Petersburg wahrscheinlich die verhaut) -minnt. Frankreich theilt die Ansicht der ame rikanischen, der britischen und anderer Regierungen, daß gemeinsame Vermit tclungSvorschläge nicht angebracht sind, dagegen jede Macht für sich diplomatisch im Sinne deS Friedens thätig sein solle. Die Unruhen in Korea. New Bork, 28. Jan. Wie der Herald" aus Söul vernimmt, sind die Unruhen in PyEngBang im Wachsen
begriffen. Die geheim? Rebellen-Ge-sellschaft, die ..Tonghoks, bedroht of. fcn die Ausländer und die gegenwärtige Dynastie. In Py.Eng.?)ang wohnen 300 Ja. paner und Diele Amerikaner; der ame rikanische Gesaudte erwartet aber keine unmittelbare Gefahr. Rußland baut eine Telegraphenlinie zur Verbindung mit den Drähten an oe: chinesi'chen Oftbahn. K r i e g S v o r r ä t he. San Francisco, 28. Jan. Aus Kansaö Eity und Omaha sind drei Frachtzüge mit 3.000.000 Pfund Fleisch für die russische Armee in Ost Asien angelangt. Die eine Halste geht nach Port Arthur, die andere bleibt in Wladiwostok. Houston. Teras. 28. Jen. 3,600 für Japan bestimmte Ballen Baumwolle gingen heute auf der Süd bahn nach San Francisco ab. die! bedeutendste bisherige Verschickung im Orienthandel. Manila. 28. Jan. Die jjckpa. nische Regierung kauft Vieh auf den Philippinen.
Gefahr erhöht. ou?elzwarts Stämme n allgemein nem Aufruhr begriffen.
D i e f r ü h e r e n M i n i st e r beim Mikado. London, 28. Januar. Reuterö Telegraphen'Burcau zufolge wurzven heute in Tokio die älteren Staatsmän ner vom Kaiser in Audienz empfangen. Allgemein glaubt man in Tokio, Japan habe von Rußland eine Beschleunigung
seiner Antwort verlangt. Die russische Milttär.Thätigkeit 'an der koreanischen Grenze erregt wachsende Vesorgnih. Maroccs. Ausstand in d e r H a n p t st a d t. Tanger, 28. Jan. In der Stadt Marocco kam es zu ernsten Rllhestörutt gen in Folge des Versuchs der Regierung. die Eirculation neuer und unhe liebter Kupfermünzen zu erzwingen, oe nen sie einen künstlichen Werth beilegte, jedoch nicht sür die Steuern in Zahlung nahm. Die Geschäfle standen still. Auftröge blieben aus und Rothstaud drohte. Ein Pöbelhaufe griff zunächst den christli' chen Friedhof an. den der Sultan jüngst den auswärtigen Missionen e. schenkt hat, brannte die Thore nieder, entweihte die Grüber, grub die Leichen aus, schnitt die Köpfe ab, spießte sie auf Pfähle und zog dann durch die
Straßen. ' Die Aufständischen begaben sich hier auf nach dem Juden-Vicrtel, fanden aber die Thore verschlossen und scharf bewacht. Später plünderte die Menge julvelier-Laden. wobei viele Juden dc
raubt uud verwundet wurden. Der Gouverneur suchte einzuschreiten, x mnrde aber mit Steinen beworfen uud mußte sich in den Palast flüchten. Schließlich stillten die Behörde den Aufstand durch das Versprechen, das verhaßte Geld vorläufig aus dem Ve'r kehr zu ziehen. Panama I o n st. Versa m IN l n n g. P a n a m a, 2. Jan. Die lioip stituirende Versammlung nahm heute eine Vorlage au. welche die Bezahlung von Sl0.000.000 an Panama durch America für Benutzung der ($aital Zone Vorsicht S8.000.000 hiervon bleiben für künftige Verwendung ste hen. haljti. President Nord.
(s a p H a .) t i e n. 28. Jan. DaS domimk. Kanonenboot ..President?" traf hier am legten Dienstag ein und der Kapitän verlangte von der Hayti-
schen Regierung KriegSMunition. j Präsident 9iort erwiderte hierauf nicht. Er reiste später nach Montd Christi, um den deutschen Dampfer Schaumburg, der gegenwärtig hier liegt, an der Einfahrt in den dortigen Hafen zu hindern. , ft verlautet, daß der nach Cuba gebrachte Parteigänger deS Gen. Jimi nez. Deschamps, nebst zahlreichen Anhängern wieder nach Santo Domingq zurückk-hren wird.
Berlin, 28. Jan. Eine in D. S. W. Africa publicirte, eben hier ein getroffene Zeitung, meldet, daß unter den Bondelzwarts eine allgemeine Empörung entstand.
15 Weiße haben sich in Luederid' bucht, dem wichtigsten Hafen der Eolonie. verschanzt ; es besteht Gefahr, daß die ganze SUd-Gegend verwüstet wird. A ll s Süd West Africa. Berlin. 28. Jan. Als die Sen fationsderichte der Londoner Zeitun geu über die Lage in S. W. Africa hier anlangten, wandte sich das auswärtige Al..t .an den deutschen We neralconsul in Kapstadt um Bestätlgung. Nach sein heute eingelaufe nen Antwort ist von den Schandthaten der Boschleute und Rebellen nichts dekannt und die Berichte werden für im wahr gehalten. Der Eonsul fügt bei, der Waffenstillstand, den Hauptmann Koppy.
Führer der deutschen Truppen gegen die Bondelzwarts, mit den Rebellen abgeschlossen, bestehe noch und die Friedeusuntcrhandlungen beginnen dem nächst. Die deutschen Streitkräfte am Orange Fluß sind jetzt den Bondelz warts Überlegen. Brilisch'Jndien. Ei 'ct-E xpedition. E h u m b i. 23. Jan. Oberst Young Husband, der Befehlshaber der britischen Tibet-Erpedition. erhielt den Besuch des Depon.Lama. eines der fünf großen Lama? von Tibet. Er über lieferte ihm ein Ultimatum und forderte ihn zur Rückkehr auf, da es andernfalls zu schweren Verwicklungen kmne. Im Tibetanischen Lager sind bereits bedeutende Verstärkungen Infanterie und Eavallerie angelangt; weitere kommen aus Shasa und Shigatso. der westlichen Hauptstadt. Man erwartet einen baldigen Altgriff aus das britische Lager am Tunar. Inzwischen bauen die Briten an einem Durchgang nörd
lich Vom Lingwathang. der höher sein soll als der Kyder Paß. AU' diese Arbeit geschieht bei arktischem Wetter. lrokdritannien. Verdikt im Falle Wright. L o n d o n, 28. Jan. Die EoronerSJury gab heute ihr Verdikt anläßlich des Todes von Whiteacker Wright aus Selbstmord ab. Der Tod erfolgte durch Einnehmen von Blansäure ; nach dem Befunde war Wright ein vollkommen gesunder Mann. W.. entschlossen, im Falle seiner Verurtheilnng sich das Leben zu nehmen, schluckte ::ach der UrtheilS'Verkündi.
gung im Waschzimmer eine Gift I ableite, kehrte in daS Berathungs zia.mer zurück, spülte daS Gift mit Whiskey uild Wasser hinunter und starb. Akts seiner legten Worte lau tote : ..Das ist britische Gerechtigkeit !" Spanien.
K e i n O f f i z i e r v e r h a f t e t. M a d r i d, 23. Jan. Die gestrige Meldung einer amerikanischen ReuiglcitS'Agentur. ein avallcrie-Leutnant sei wegen Beleidigung des amer. CBe sandten bardy zu einem Monate Gefüngniß verurtheilt worden, ist unrichtig. Bei einem kttrzlichcn Empfang durch den König hatte ein Leutnant die Auffahrt der Wagen im Palast'Hos zu überwachen. Er gerieth mit Hardl) wegen deS Platzes, wo sein Wagen auf ihn warten solle, in eine lebhafte Aus einandersetzung. die aber ohne folgen blieb. Der Offizier wurde nicht ver haftet. Cuba.
W a h l . T u m u l t e. Cienfugos, 23. Jan. In Folge von Wahlstrcitigkciten kam es gestern zwischen den Anhängern der gegncri' schen polilischen Führer in einem tfase U einem Ir'ampf. der znr Tödtung eine Mannes und verschiedenen Verlegungen führte. ffrankreich. Gegen dle Beschäfti. g u n g 3 . A g e n t u r e n. Paris, 28. Jan. Der Senat nahm heute eine Vorlage an, welche den Gemeinden das Recht zur Abfchaf. fung der BefchästigungSBureauS v?r leiht, deren Betrieb kürzlich zu Arbei. ter.Unruhen führte. Gewisse Aende rungen bei der Borlage machen indessen
ihre Annahme in der Kammer zweife! haft. Der Präsident des Cassationshofes hat den Ritter Boncr mit dem Referat über die verlangte Revision des Dreyfus.Prozeffes betraut. Differenzen im C a b i n e t. Paris. 28. Jan. Gerüchte vom beabsichtigten Rücktritt deS FinanzMinisters Rouvier sind im Umlauf, eine Folge seiner cinungsverschieden heit mit dem Marine-Minifter Pellatan rücksichtlich der vorgeschlagenen Ver staatlichang der Eisenbahnen. Der Marine Minister erklärt in einem heute veröffentlichten Interview, er theile nicht den Standpunkt seines Collegen und trete entschieden für den Ankauf der Bahnen durch den Staat ein Herr Rouvier lehnte es Nachmittags ad. sich in eine ZeitungS-DtScussion
i mit seinem Eollegen einzutasten.
Serbien. Auch der ehemalige ? a b i -n e t s - C h e f verwickelt. Belgrad. 28. Jan. In die Unterschlagung der S30.000 vom Vermögen eine natürlichen SohncS deS FürstenMichaelObrenovicS. derentwegen gestern der frühere Minister TudorovicS in Haft kam. ist auch der ehemalige tfadinetS (5hef Köuig Alexander'. Milosch Petronievlch. verwickelt. Er ist gleichfalls verhaftet und erklärt, gewissen Personen in England auf Befehl des Königs Alexander Geld angewiesen zu haben.
?or Manjaittssokallm. V'mt merkwürdige Pjlanzcnsprzirb und ihre Eigenschaften.
Aerzte.
Kurze Depeschen. nSland. Berlin. Der Eommandeur des West-Jndischcn Geschwaders. Schedde rer, wurde z'um Vice-Admiral ernannt. Inland. Washington, D. C. Im Weißen Hause sand Abends das Diner zu Ehren deö Ober.BnndesgcrichtS statt. Alle Mitglieder des Gerichtshofs, außer Richter White. waren zu gegen. Washington. Die Jahres. Versammlung der Trustees der kathol. Universität fand hier statt. Unter den
Anwesenden befanden sich Eardinal
Gibbons sowie die Erzbifchöfe Jrcland
und Maes.
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Mlissnamrunleu. A gekommen.
Neapel: ..Deutschland" von New ?)ork.
Liverpool: ..Teutonic" von New ork via OueeuStown. Neapel: Ealabria" von Naw ?)ork. (5herdourg: Patricia" von New York. Abgefahren: London: ..Manitau" nach New York. Chetbourg: Kaiser Wilhelm der Große- nach New York. Queenstown : Oceanic" nach New i)oxl. New York: La Tourarne" nach Havre. Rcformirung der 5li?chcnmusit. Aetrcsfö des Briefes des Papstes Pins X. an den kardinal Nespigti, worin der Papst für eine Reformirung der ZNrchcnmllsit eintritt, gab n:u.ich Kardinal Giovons in Baltimore. Md.. eineAufklärung. wobei er sagte: Seine Heiligkeit bezieht sich auf den extremen Mistbrauch in Italien und Frankreich. In manchen Kirchen jener Länder mangelt es bei der Kirchenmusik an Ehrerbietung. und dieselbe grenzt an's Opernhafte. Dies wird vom hl. Vater beklagt und nicht die Benutzung moder ner Musik. Die Kirchenmusik hierzulande ist der gregorianische Gesang, zarter gestimmt durch Koloraturgesang. Der gregorianische Gesang ist die offizieUe Kirchenmusik, doch wird Koloraturmusi! innerhalb gewisser Grenzen nicht verurtheilt. Hierzulande ist wenig Mißbrauch vorgekommen, und es steht nicht zu erwarten, daß des Papstes Brief eine Aenderung in der Kirchenmusik in den Ver. Staaten herbeifuhren wird."
y 1 1 1 u n (i der O b st b a u m - wunden. Bei jungen Obstbäumen heilt man Wunden, welche von Haftn fraf; herstammen, in der folgenden Weise: Man stellt einen dicken Brei von Lehm und Kuhdung her und trägt ihn etwa fingerdick auf die Wunde. Um die Masse festzuhalten, muß man die Gestrichenen Stellen mit Streifen von alten Säcken verbinden. Man wickelt den Verband spiralförmig herum und zieht das Ende unter der letzten Um drehung hindurch. Bekommt der Verband auf diese Weise nicht den genü yendcn Halt, so muh man noch Bind faden nehmen. Von Wichtigkeit ist daö sofortige Bestreichen der Wunde, weil sich auf der Wundfläche häufig frifchc Bast- und Rinoentheile befinden, die ohne Deckung bald austrocknen würden. Werden sie aber durch sofortiges Be streichen vor der Luft geschlitzt, so blciden ste grün und heilen schneller.
lodbrincnde ?üslc Tit Vrfal,ru ,gei, Ja chns und Karslc - ,sal,rl'cher '.?!il.1, i-iit- lttsroitking von rtanzanillowäl? r. rebs als isteNtr. Eine merkwürdige Spezies des Pflanzenreiches, über welche die An sichten der Naturforscher lange aueinan der gegangen sind, ist der ianzanillo' bäum, tr stand in dem Rnfe. daß er giftige Dünste ausathmen nnd daß unter ihm einschlafende Menschen nicht ioicder erwachten, eine Akschammg, die auch Zlkeyerbeer in seiner Oper Die Afrikanerin" denütz; hat. Der berühmte ForfchUUgsreistndk Jaquin brachte zedoch ungestraft fast zwei Tage unter Manzaniüodäumen zu, unier denen er mit fernen Begleitern Schun gegen einen Sturm mit anbaltcndem Kkgen gesticht hatte. So erklärte er die Angaben über die flirchtbare Gif iigkeii te Manzanillo für eine Fabel. Tiefe Absicht ist dann von zahlreichen Schriftstellern verbreitet worden. Der
Botaniker Rarsten, der in den 4()er Jahren deö vorigen Jahrhunderts Kolnmvien und Venezuela bereiste, erinnerte sich der Angaoen JaquinK, als er auf kleine Wälder und Gruppen von Manzaniüobäumen traf und die bcgleitenden Indianer bethcnericn. es sei gefährlich, sich längere Zeit in der Nähe dieser Bäume aufzuhalten. Karsten lagerte sich also allein einige Stunden unter den Manzanillos und verließ seinen Aufenthalt erst, als er die Übeln Folgen bemerkte. Diese bestanden in einer Anschwellung, Rötbung und spätern Entzündung aller nicht bedeckten Körpertheile. Besonders heftig angegriffen und entzündet wurden die Schleimhäute der Augen, der Nase und des jKmtdes. Nach einigen Tagen ging die Geschwulst zurück, liehen die Schmerzen nach und begann sich die Haut vom (Besicht und von den Händen abzulösen. Diesen Versuch hatte Karsten bei schönem, sonnigem W?tter angestellt. Vorher und nachher hatte er aber wiederyolt ungestraft Schutz gegen Regen nnd Unwetter unter Manzanilloö gesucht und gefunden. Karsten erklärt diese scheinbar widersprechenden Beobachtungen in folgender Weise: Die Blätter. Blüthen, jungen Früchte und Aveige des Manzamllo athmen besonders im Sonnenlichte giftige Gase aus, die dem Ammoniak verwandt sind. Diese Gase erzeuge.: die oben angedcuteten Wirkungen, sobald sie mit Schleimhäuten in Berührung kommen. Der Regen absorbirt diese Gase, und dieses Regenivasser läuft unschädlich von dn Kleibern beziehungsweise dem
Körper des Menschen ab. Der Baum hat zudem einen alle Theile desselben erfüllenden Milchsaft, der auf den menschlichen Körper wie die direkte Berührung mit Feuer ein -
wirkt. Dies erfuhr z. B. die Besatzung der französischen Fregatte ..Kleopatra." die in tropischen Gewässern ein Bad nahm und ihre Hemden an Manzanillobäumen aufhängte, wobei einige kleine Zweige geknickt lvurden; sie wurde bald darauf von einem hitzigen, quälenden Ausschlage befallen. Nach einem heftigen Wirbelsturm auf der Insel Martinique erhielt der Gouverneur die Nachricht, daß fast sämmtliche Einwohner einiger Inseln an der Ostfeite von Martiniaue erblindet seien. Der dorthin entsandte Arzt fand. dfe die Augen der Kranken thatsächlich durch die geschwollenen Lider ganz geschlossen und stark entzündet waren; auch an andern Körperstellen stellte der Arzt heftige Entzündungen der Haut fest. Die Ertrankungen ivaren durch den Saft von Manzanillobäumen verrsacht Morden, nnter die sich die Eingeborenen nach der Zerstörung ihrer Hütten durch den Sturm geflüchtet hatten. Der Sturm brach von den Bau men Acste und Zweige ab. der giftige Saft vermischte sich mit dem Regen und sprühte auf die Schutzsuchenden herunter. Der Manzanillobaum kann wegen dieser Gefahr nicht durch Fällen, fondern nur durch Riederbrennen ausgerottet werden. In Guayana und Westindien, in Panama und an andern Stellen des tropischen AnierikaS sind ganze Manzanillowälder durch Feuer vernichtet worden. In diesen Wäldern nistet kein Vogel, hält sich überhaupt kein lebendes Wesen aus. ausgenommen eine große Krebsart. Diese nährt sich in erster Linie von den für den Menschen sehr giftigen, abgefallenen Früchten kleinen Acpfeln) des Baumes. (hinge Begleiter Jaquins, die diese 5lrebfe kochten und verzehrten, erkrankten an akuten Aeriiftungsersch'intZ.t gen. v m p l i z i r t e r S e l b st -mord. Der Porträtmaler Grifsith beging kürzlich in sei; er Zelle im EouMygefätlgnisse zu Salt Lake City. Utah, Selbstmord. Zuerst versuchte er sich die Arterien am Handgelenk und Hals nnt einem Schlüssel zu öffnen. Als ihm dies nicht gelang, steckte er Wolle aus der Bettdecke in seine Nasen löcher nnd zwängte sein Taschentuch den Hals hinunter, bis er langsam erstickte. Die anderen Gefangenen hör ten seinen Todeskanipf und suchten die Aufmerksamkeit der Gefängnißausseher durch Rufen und Klopfen daraus zu richten, allein diese glaubten, ec bindle sich um eine Denwnjtration und schenkten dem Aorganq weiter keine Beachtung.
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Offizielle Warnung. Das österreichische Ministerium des Innern hat in ganz Oesterreich Plakate anschlagen lassen, in welchen vor der Auswanderung nach den Ver. Staaten gewarnt wird, weil es dort sehr schwierig sei. Arbeit zu erhalten. Eö heißt in dein Anschlag, die durchaus ungünstige Lage im amerikanischen Arbeitsmarkt werde wahrscheinlich das ganze Jahr 1904 hindurch anhalten. 6 l n t r ä g l i ch e Pacht. Die Domverwaltung in Mailand, Italien, erhebt das Eintrittsgeld für den Aufstieg auf das Domdach nicht direkt, sondern verpachtet daö Unternehmen. Dieser Tage fand eine neue Verpachtung statt. Der bisherige Unternehmer erhielt den Zuschlag für fernere drei Jahre gegen eine jährliche Summe von 26.000 Lire ($520$. Noch vor wenigen Jahren betrug der Pachtpreis nur 10.000 Lire jährlich. Die amerikanische Han d e l s f l o l t e zählte zu Beginn des laufenden Fiskaljahres 24.126 registrirte Schiffe mit 6,087.345 Bruttotonnen, abgesehen von 182 flachten mit Bruttotonnen. Die Mann schaft dieser Schiffe beläuft sich ein schließlich der Kapitäne auf 170,000 Mann. Die amerikanische Dampfer flotte verfügt über 4,000,000 indizirte Pferdekräfte, bei einem jährlichen Kohlenkonsum von mehr als 10,000,000 Tonnen. iü t Italiener Mo unter der südamerikanischen Bevölkerung viel zahlreicher vertreten, als die Deutschen. In Brasilien wanderten 1894 ein 37. 266 Italiener und 812 Deutsch ; in Argentinien (1901) 54,866 Italiener und 2581 Deutsche. Hn Venquel. lebten 1894 unter der etngewanderten Bevölkerung 3058 Spanier, 3179 Jtaliener und nur 962 Deutsche, shile hatte 1(895 unter seiner eingewanderten Bevölkerung 7587 Italiener und 7049 Deutsche; Paraguay (1895) 2500 Jtaliener und 1250 Deutsche; Uruguay (1900) 26,297 Jtanener und nur 766 Deutsche.
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