Indiana Tribüne, Volume 27, Number 131, Indianapolis, Marion County, 25 January 1904 — Page 6

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Europäische Nachrichten. HcstorrercHZtlTgcrrn. Wien. In der Pfarrkirche Mana vom Siege fand die güldene Hochzeit deß Beamten Ferdinand Grill MN seiner Gattin Julianne statt. Grisl'steht im 73. Levcnsjahre. seine Frau ist um drei Jahre älter. Auf dem Getreidemarkt. (icke der Dreihufeisenjasse. wurde die s7.jährige Sprachlchrerin Jda Nembold, Burggasse No. 57 wohnhaft, von einem ,veispännigen Postwagen ülerfabren. Die alte strau ist an den folgen der erlittenen schweren inneren Verletzungen nach wenigen Augenblicken aestorben. Gegen den Postkutscher wurde daS strafgerichtliche Verfahren eingeleitet. Beim Sta lcl)uer feierte der Musitdirektoz de' Dornbacher Quartetts Sax Dch? sein 2' jähriges JubilciilZN. Die fteier itadm einen unaemcin herzlichen Berlauif. Beim Bau der Hofburg stürzte der 2 '.jährige Maurer Johann Blaschek, .ftenrnls. MavKcngasse No. 15 njolm

haft, von einer drei Meter hohen' Lei-

ter und erlitt einen Bruch des rechten Oberschenkels. Aerzte der Freiwilligen Rcttungaesellschaft verbanden ihn und brachten ihn ins Allgemein' Krankeuhaus. Auf der Stadtbahnst l?cke bei der Brigittbrücie wurde ein junger Minn von einem Zug überfahren und furchtbar verstümmelt. Die Leiche wurde als die des 23jrigenEf'nibs toiristenAdolf Bock. Alsergrund..1ahngasse No. 84 nohnbaft gewesen, a iiu 3 zirt. Er dürfte in einem Anfall' von (Geistesstörung den Selbstmord verübt haben. Baden bei Wien. Jda Schuselka -Brüning. die frühere bchbetagte Schauspielerin, ist im Alter von Sti Jahren hier gestorben. Sie' war die Tochter des Weimarer HofschiZUspielerö Wohlbrücf. B o z e n. Der Bauernsohn Jgnaz Ohnewcin in lZppen ermordet aus Eifersucht meuchlings seine Geliebte Katharina Niedermair. Deren Mutter wurde wahnsinnig. ? Florisdorf bei Wien Unter festlichem Gepränge und in tfnttx senheit der Vertreter der Regierung,

des Landes und der übrigen Bchord-'N. sowie zahlreicher Festgäste des befreundeten Gemeindeverwaltnngcy von Wien und der angrenzenden Orte fand die feierliche Schlußsteinlegung und kirchliche Einweihung des neuerbauien Rathbauses statt, j Franzensfeste. Zugführer Aloys Oberhofer aus Lienz gerieth vßl ter den Wi-ner Schnellzug wurde überfahren unb erlag bald darauff den erlitlcnen inneren Verletzungen. L a r b a ch. Auf dem MiiitärsK)ief.' platze verunglückte der Oberlieutnant Richard Kleinoschegg vom 27. JnfaN' terie - Regiment durch die Rütfiplih terung eines Geschosses. Die Uxktznngen sind schierer Natur und der Verletzte mufzte in's Garnisonsspital gebracht werden. P i t t e n. Der seit 23 Jahren in der hiesigen Papierfabrik beschäftigt gewesene tVijähnge Arbeiter Franz Novi5. welcher des Diebstahls beschul digt und entlassen lvnrde. hat sich ans Kränkung darüber crhenkt. Noviö heirathete erst letztens zum zweitenmal wieder und zwar am gleichen Taßk an denl seine Eltern die goldene Hozeik feierten. T a u f e r s. Hier erschost sich der Finanzvberausseher Joseph Gastl. ein von den Vorgesetzten tvegen seiner Tüchtigkeit geachteter Wachmann, mit seinem Dienstgewehr. Die Beivcggt linde zur That siud noch unaufge klärt. W i e n e r - N e u st a d t. Der 2.",.

jäh-ige, der Stabökanzlei des hiesigen 17. Jägcrbataillons zugetheilte Obersäger Fritz Fibinger hcii sich in der Ba taillonkanzlei mittelst seines Dienstgewehres dllrch einen Schuft in den 5lopf get'ödtkt. DaS Selbftutordmotiv ist unbekannt. luanrnrnz. L u x e m b il r g. Viktor Jul!u3 Bremer aus hiesiger Stadt ist Provis?"

risch zum Turnlehrer am Athenäum ernannt worden. Notar Leo Ma jernPräsident der Notariatskammer, Officier des Ordens der Eichenlaubtrime, beging im kreise vieler Kollegen daß Fest seiner U) jährigen Aintöihätigkeit. G r e v e n m a ch e r. Es brachFeuer aus in der Scheune Winzers Wilh. Mahn 00N lreoenluachcr. Scheune und Stall verbrannten. 5i a y l. Der Bergniaan und liast wirth Ries - Erpelding wurde in ei ner (Batterie ans dem sogen. Schifflingerberg am Fufze derart schwer verumndet, bat di' Amplltatio.a des ver--letztklt Gliedes vorgenontitten uerbtn mutzte. O b e r m a r t e l i n g e n. Dem Ar beitcr Albert Theisen wurde ans ei ner Schiefergrubc von einem schiveikn Schiefersteine der rechte Fus; schlver ge, guetscht. Stadtbredimus. Die Schktine des Winzers und Tagelöhners Joh. Meyers brannte ab. Dank derHilfe der Dorfbewolmer konnte das Feuer auf seinen Herd beschränkt und das Wohn haus gerettet werden. A u ch d a s! Ste? ..Zu meinem neuen Jacquet brauche ich nothwendig auch ein neres Kleid!" Er: Aber liebes Kind. Kleider, nichts als. Kleider! Hast Du denn gar keinen , Sinn für etwas Höheres?" Sie: Für Hö heres? O ja. ich brauche auch einen neuen fmt!"

Der ,Roland" zu Bremen.

Roland, der Ries' am Rathhaus zu Bremen" ist altersschwach geworden und soll nun, wie von dort berichtet wird, einer durchgreifenden Vcrjüngung unterzogen werden und ein neue! Gewand erhalten. Nachdem schon vor zwei Iahren einige arge Schäden der Figur durch Einsetzen neuer Steine beseitigt werden waren, handelt es sich jetzt in erster Linie u.n die Erneuerung des Baldachins und der Bekrönung der Säule. Der Baldachin, der wahrscheinlich wie das Standbild aus dem Jahre 1404 stammt, ist im Laufe der Zeit dermaßen zerstört, daß er der Figur den nöthigen Schutz gegen Regen nicht mehr gewährt. Man hatte deshalb einst über dem Baldachin ein vorspringendes Kupferdach angebracht, das indessen vor ;tw 25 Jahren wieder entfernt und, weil es selbst schad haft war und zu dem Denkinal durchaus nicht vaßte. nicht erneuert worden ist. Die die Säulen krönenden drei Fialen sind ebenfalls start beschädigt und zum Theil unschön in lhrer Fo'rmenentwicklung. Sie müssen, da ihre lntfernung für die Einsetzuug eines neuen Baldachins ohnedies nathwenbic, ist. gleichzeitig ernei-ert werden. Die schlichte Gestalt der gegenwärtigen Bekrönilng soll unter nur leiser Abänderung der beiden äußeien Fialen beibehalten, der Baldachin genau in der Gestalt, die er jetzt und wahrscheinlich auch ursprünglich hatte, wieder hergestellt werden. Weiter soll das Denkmal wieder bunt bemalt werden. Mehrere ältere Abbildungen des Roland zeigen ihn in Farben, und urkundliche Ueberlieferungen beweisen, daß die Bemclung im Laufe der Jahrhunderte mehrfach erneuert worden ist. Wahrscheinlich hat sie bis gegen Ende des 18. JahrHunderts, also nahezu vierhundert Jahre lang bestanden, ist dann aber zu Anfang des vorigen Jahrhunderts dnrch einen grauen Anstrich ersetzt worden. Aus historischen, wie aus ästhetischen Gründen haben die kirnstnstorische Commission und die bremiche Baudeputation nach reiflicher Uc?erleaunq mit einem der besten 5tenne? der deulicyen Rolandnandbilder. Ar,iorath Dr. Sello in Oldenburg, die Wiederherstellung der Farben empfohlen. ..DaS Standbild, das dieses Iahc auf ein halbtausendjähriges Bestehen zurückblicken wn, ist" so beißt es in einem kürzlich dem Senate erstatteten Berichte auf's engste mit der Geschichte Bremens verknüpft gewesen. Es dürfte daher, zumal in einer Zeit, die mit dem glänzenden Aufschwünge der bildenden Kunst der Farbe auch an Werken der Baukunst und der Skulptur ihr Recht zurüägegeben hat, dem Sinne der bremischen Bevölkerung entsprechen, tvenn der Roland aus Anlaß seines ."Mjährigen Jubiläums im Geiste des alten Meisters, der ihn geschaffen hat, farbig ivieder hergestellt wird. Die Bemalung muß mit möglichst wetterbeständigen Farben in diskreter Weise ausgeführt werden." Der Bremer Senat ist mit dem Vorschlage einverstanden. Ein guter Deutscher. Der eben zum Justizrath gestempelte Herr RechtSanwalt Streitbcrger wird Morgens von seinem getreuen Fakto thun,, das sich auf sein Atteudeutsch nicht w.'iiig einbilde!, mit folgenden Worten begrüßt: Guten Morgen. Herr Justizrath! Ich gratulire Ihnen zu letzterem!" V o n d e r S ch m i e r e. In einein Trauerspiel bricht bei der ernste-

sten Scene das Publikum in lautes Lachen aus. Da erhebt sich der ster-

bende Held und ruft wüthend turn der Bühne herab: ..Ihr Schafsköpfe, daö ist doch ein Trauerspiel und keine Kom ö die!" - Mißverständniß. (In der Apotheke.) Junger Herr (Stotterer): Hhp hup Apotheker (leidenschaftlicher Freuud des Ruder sport): Hurrah!! Junger Herr : Aber nein! Hyp - - hvperman gan sau sa.lres Kali! Richt abzuschrecken. Al. so wieder ein Wcinreisender! Drei Ihrer Kollegen habe ich lvreiis beute

idie Treppe herunterqcworfcn!" ..Sehr erfreut! Also hatten Euer Wohlge

boren Gute, mir Ihre werthen Aufträge zu reserviren!" c l n e r T a f c l s e n s wird bereitet, indem man in ein reichliches Li ter Weißwein 5 Pfund gestoßenes Senfpulvcr einrührt, eine Messerspitze gestoßene Gewürznelken zusetzt und die ülasse bei gelindem Feuer etwas aufkocht. Hierauf setzt man unter starkein Umrühren nach Bedarf klaren Z'lekcr zu. läßt noch etwas aufkochen lind füllt den fertigen Senf in ein verschlies.bares lefäß. Federbetten. Soll das Schlaseil in Federbetten nicht gesundheitS' schädlich sein, so müssen selbst die allerneuesten Federn vor dem Einfüllen unbedingt chemisch gereinigt werden. Man kaufe sie deshalb grundsätzlich nur dort, wo, als Beweis der Reinigung, für die Eigenschaften: trocken, ger ach- und staubfrei garantirt wird. Während ungereinigte Federn als Schweißsauger klumpig und übelriechend lverden, Athembeklemmungen.

1 schwere Träume u. s. w. verursachen, ! und man beim Erwachen wie zerschla-

gen', daher nußgelaunt ist, lassen gereinigte Federn die nöthige Ventilation zu und ermöglichen einen erquickenden Sälaf. nach dem nurn sich förmlich verjüngt fühlt.

Banern und KricgHschisse. Das Heer und die Kriegsflotte Deutschlands sind natürlich vor Allem dazu bestimmt, das Reich gegen die lir den Nachbarn im Westen und Osten zu beschützen. Soweit das Heer in Frag: kommt, sind mit Ausnahme der SozialDemokraten alle deutschen Parteien darin einig, daß es sehr start und schlag' fertig gehalten werden muß. und wa3 die verbündeten Regierungen für solaze Zweae fordern, wird schon seit Jahren ohne viel Widerspruch vom Reichstage genehmigt. Weniger Einigkeit herrscht bei den dkiitschen Parteien mit Bezug auf die Flotte. Viele deutsche Reichsbürger sind der Ansicht, daß die Kräfte des Landes nicht ausreicien, gleichzeitig ein großes Heer und eine sehr starke Kriegsflotte zu unterhalten, und e ist vornehmlich dem Einflüsse des Kaisers zuzuschreiben. daß der Flottenverinchrungsplan schließlich doch die Zustimmung des Rei'iötages erlangte. Im letzten Jahre wurden für das Heer 67.V.74.SK7 und für die Flotte L21L04L6L Mark bewilligt. Der Widerspruch gegen eine starke Kriegs marine kam abgesehen von den Sozialdemokraten hauptsächlich aus den Kreisen der Landwirthe. Die drei großen Nährstände Deutsch, lands sind die Ackerbauer, die Gelverbctreibenden und die Handelsleute, welche die Erzeugnisse der Bauern und Industricllen befördern. In der Landwirthschaft, im Forstwesen und ver-

wandten Berllfszwcigcn waren nacki der Berusszählung vom 14. Juni 1898 18,001.304 Mensclien beschäftigt. INI Gewerbe 18,405,9o4, im Handel 5.96G.548. im Bergbau 1,847,307. Der Rest der Bevölkerung bestand aus Beamten. Geistlichen, Soldaten. Dienstboten und Leuten ohne Beruf. Die Land und Bergleute behaupten, daß ihnen aus der Vermehrung der Kriegsflotte vcrl)ältnlßmäßig geringer Nutzen erwachse; jedenfalls viel weniger Vortheil als Denjenigen, welche im Gewerbe und im Handel thätig sind. Denn die Ausfuhr des Reiches, welche sich nach den letzten uns vorliegenden amtlichen Berichten auf 4.(7,785.000 Mark im Jahre bezifferte, ginge großen theils nach überseeischen Ländern. Sie bestände sast ausschließlich aus Erzeugnisscn der Industrie; mithin hätten das Gewerbe und die Handeltreibenden ein vorwiegendes Interesse daran, den überseeischen Verkehr zu schützen. Dieser Handel brächte aber eine Menge ErZeugnisse des fremdländischen Ackerbaues in das Land; darunter für M.000.00 Mark Getreide, für 278.800.000 Wolle, für 185i.300.000 Häute und Felle, für 201.500.000 Vieh, für 115,100.000 Eicr. für 157.')0,000 Sämereien, für 87.800,000 Schmalz, für (N.000,000 Fleisch und für mehr als 150,000,000 Flachs. Kleie und Oelkuchen; mithin für nahezu 1 ,900.000,000 Dinge, welche die deutsche Landwirthschaft größtentheils hervorbringen könnte. loenn sie dcnsclben Zollschtitz genießen würde, wie das Gewerbe. Und lim die Herbeischaffuug dieser großenteils überseeischen Waaren zu schützen, welche die deutsche Landtoirthschist schädigen, werde den Vertretern der letzteren zugemuthet, für eine gewaltige Vermehrung der Kriegsflotte beizusteuern. Wie jehr die Handelsverträge das Gelvcrb.' begünstigt und die Landivirthichaft gcs Mdigt hätten, ginge aus oer Thatsactze hervor, daß im Jahre 1882 von jedem Tausend der Bevölkerung Deutschlands 41(j.(i in der Landwirt h sthaft beschäftigt waren, im Jahre

1 r aber nur noch 340.0. dagegen hätten sich in den 13 Jahren die Gelverbrtreibenden von 325.3 auf 355.5 per Tausend vermehrt. Diese hätten also an Zahl die Landioirthe überholt; weil die Jndnstlie in Folge hoher Schutzzölle bessere Löhne zahlet' könne, als die großen und kleinen Bauern. Auch die Zahl der im Handel Beschas tigten hätte sich von 100.2 per Tausend im Jahre K1 auf 115.2 im Jahre 1805 gesteigert. Der Ackerbau habe mithin zu Gunsten des Gewerbes und des Handels sehr schwer gelitten. Bei dieser dne Ackerbau schädigenden Zollpolitik deö Reiches habe sich dessen Handelsbilanz mit dem Auslande im nier ungünstiger gestaltet. Während I'ach nnter BiSrnarck'S Amtsführung Ausfuhr und Einfuhr ziemlich gleich 'varen. weil der große Kanzler der Laudlvirthschaft eben jo wie dem Ge s'crbe einen gewissen Zollsatz zugestand, hätte im letzten Fiuaiizjahre. aus welchem amtliche Verichte vorliegen, die ''lufuhr 4,077,785,000 betragen, die Anfuhr aber 5.031.000,000. Die Handelsbilanz weist also ein Defizit oon f ist 1,000.000,000 Mark auf und das schon seit Jahren' Es Uvtic dieser beständig ungünstig. Geschäfts -bschluß. daß die Handelspolitik des Reiches eine schädliche sei. Würde man durch einen angemessenen Zollschutz die Rutschen Bauern in den Stand setzen. Nehr intensiv zu wirthschaften, dann sönntcn die deutschen Lannirtl'e ei'"' mmhaften Theil der Ackerbauerzeug nisse im Werthe von mehr als !,' 0.000 Mark, welche jetzt importirt werden, selbst ziehen; dann würde die Handelsbilanz sich wieder günstig ge'taltcn. Wie die Dinge stehen, dürfe man sich durchaus nicht wundern, wenn die 'chwer darnieder liegende Landivirth'chaft nur ungern dazu beisteuere, die 'triegsflottc zu vermehren, deren vor'ehmste Aufgabe es doch sei. den überseeischen Handel zu schützen, welcher

theilweise die deutschen Bauern schwer schädige. So ,.agum?ntiren" die deutschen Landwirthe und es läßt sich daraus erkennen, daß sie mit der Handelspolitik der verbündeten Regierungen sehr UNzufrieden und nicht geneigt sind, für eine weitere Verniehrung der Kriegsflotte die Mittel zu bewilligen.

Allerlei sür's auS.

:wa JHoen. Der englische Premier - Minister Balfour hat in Manchester eine Rede gcba'.ten. in welcher die fernöstliche" Lage eriräl'nt wurde. Herr Balfour sprach mit Sorge von der Möglichkeit ci'.cs Krieges zwischen Rußland und Japan und erklärte. Großbritannien werde in diesem Falle seine Vertragsverpflichtungen in vollem Umfange erfüllen. DaS klingt sehr entschieden und wird als eine Drohung gegen Ruß land ausgesaßt. Die Londoner Daily c'eivs" tadelt den Premier ivegen seiner drohenden Sprache und meint, der Vertrag mit Japan sei voller Gefah ren für England. Gleichzeitig hielt aber der frühere Kriegsminister und jetzige Staatssekretär für Indien. Herr William St. John Brodrick. eine andere Ansprache. in welcher die Vermittlung Groß britanniens und die Absicht in Aussicht gestellt wurde, den Krieg, falls er ausbrechen würde, möglichst zu beschrän' ken. Es entsteht nun zunächst die Frage, welche Verpflichtungen Großbritan nicn in seinem Vertrage mit Japan auf sich genommen hat. Aus Brodrick's Aeußerung, daß England sich bemühen werde, einen ausbrechender Krieg auf ein möglichst enges Gebiet zu beschränken, scheint hervorzugelen. daß Großbritannien nicht verpflichtet ist. in einem Kampfe zwischen Ruß land und Japan für letzteres zu den Waffea zu greifen; denn im Falle eine solche Verpflichtung bestände und erfüllt werden würde, könnte man mit ziemlicher Gewißheit darauf rechnen, daß Rußland den Krieg auf Indien ausdehnen würde. Man darf hiernach Balfour's Rede wohl als eine leere Drohung ansehen, deren beabsichtigte Wirkung durch Brodrici'S Ansprache ganz aufgehoben wird. Es scheint also im britischen Ministerium weder Einmüthigkeit noch auch nur so viel Einverständniß bestehen, daß der eine Minister schweigt, wenn der andere öffentlich spricht. Diese beiden, mit einander in offenbarem Gegensatze stehenden Reden Balfour's und Brodrick's lassen es ziemlich offenbar erscheinen, daß Japan von Großbritannien keine thatkräftige Hülfe zu erivarten hat. falls es Rußland angreift und in St. Petersburg wird man wahrscheinlich über Balfoiir's große Speech" hörbar lächeln.

2erunglutlte cc.ru s.ttNgsdevcscNe Vor einiger Zeit wurde in einem verkehrsreichen Stadtviertel Berlins wieder einmal ein großes neues Lokal aufgemacht. Fast 200 Festtheilnehmer vereinigten sich mit dem Wirthe, an die Münchener Brauerei eine gemeinsame Begrüßung.'depejche zu richten. Alle unterschrieben, aber in der vorgerückten Stunde so undeutlich, daß man fürchtete, der Telegraphist werde die Namen nicht entziffern können. Einer der Herren erbot sich daher, die Namen noch einmal recht deutlich abzuschreiben und das Weitere zu besorgen. Die Gebühren für das umfangreiche Tclegramm wurden ihm sofort mitgegeben. Der Wirth wunderte sich, daß die Brauerei auf eine so ungewöhnliche Ehrung auch nicht die geringste Ant. wort sandte. Als er sich endlich erkundigte, erfuhr er. daß sie gar kein Telc gramm erhalten hatte. Wie die Nach' forschungen ergaben, hatte der Abschreibe? sich bei der langweiligen Ar feil mit der Halste der Namen begnügt und die Gebühren für den Rest in der Tasche behalten. Der Bote aber, dem er das gekürzte Programm zur Besorgung gab. hielt eine solche Begrüßung überhaupt für überflüssig und bebielt mit der Depesche die andere Hälfte der Gebühr für sich.

M i t einer Ladung von 1200 Tonnen sibirischen Lachö ist der Hamburger Dampfer Bianca". Kapi tän Lohrangel von Sibirien in Alto na eingetroffen. Er war im April nach Sibirien und dem Nördlichen Eismeer zum Lachsfang gefahren nud hat voll dort eine volle Ladung dieser Fische, im Kühlraum verladen, mitgc bracht. Die Waare hat sich in den .Uiihlrf umen trotz der ' icht gerade Zur zen Reise tadellos gehalten. Nian will, wenn dieser Versuch Gewinn ab 'irft. lvciterc Dampfer nach Sibirien senden, um von dem Neberfluß anLach. l'cn, der in den gewaltigen Stromgebie. ten des Nordens vorhanden ist, einen Ihtfl nach Deutschland zu bringen; ,nan hofft in den betheiiiqten Kreisen, dadurch eine wesentlich? Verbilligung dieses kostspieligen Fisches herbeizufüljren. Nach Brüsseler Blättern hat Deutschland es abgelehnt, sich amt lich an der Ausstellung in Lüttich zu beteiligen. Die Ablehnung wird mit dem Hinweis auf die Ausstellung in St. Louis begründet. Trotzdem hofft die Lütticher Ausstellungsbehörde auf eine rege Theilnahme namentlich der westd utschen Industrien.

lnisette d e Bordeaux". Einen sehr einfachen und wohlschmeelenden Likör bereitet man durch Zu sammenschütten von sechs Tropfen reinem Annisöl, zwei Quarts Wasser und 14 Quarts Weingeist. Gelb qewordens Elfenbein wieder weiß zu machen: Man legt das gelbgewordene Elfenbein in ungelöschten Kalk, schüttet etwas Wasser darüber und läßt es so 24 Stunden stehen, worauf es blendend weiß wird. Man muß aber guten, fr:schen Kalk dazu nehmen, der noch nicht zerfallen ist. Cacao - Flecke entfernt man mit Wasser, dem einige Tropfen Ammoniakwasser und eine Wenigkeit Reinigungssalz zugesetzt wurde. Ma wäscht den Fleck aus und reibt mit einem reinen. trockenenTuche nach. Falls das ganzeStück gewaschen werden soll legt man es zur Auffrischung der ?arbe in Wasser, dem Essig zugesetzt ist. Weiße H o l z f u ß o ö d e n b e kommen ein besonders weißes Aussehen, wenn man sie, nachdem sie mit Sand und Seife gereinigt sind, noch mit Schlemmkreide scheuert. Von d:r Kreide, die mit Wasser wegzuspülen ist. dringt etwas in die feinen Poren des Holzes ein und verleiht ihm nach dem Trocknen ein besonders weißes Aussehen. Pfirsiche im Dunst. Man schält die Früchte, schneidet sie durch und entfernt die Kerne. Dann legt man sie in Gläser, die runde Seite nach oben und übergießt sie mit geläutertem Zucker, bindet die Gläser fest mit Schweinsblase zu. umwickelt sie mit Heu und kocht sie in Wasser eineiunde lang. Man läßt die Gläser in dem Wasser erkalten. Um feuchteRäume zum Aufbelvabren von Obst geeignet zu machen. verfährt man wie folgt: (5blorcalcium wird in Schalen in das betreffende Zimmer gestellt. Schon nach kurzer Zeit hat dasselbe so viel Wasser angezogen, daß es zu einer schmutzigen Brühe zerfließt. Die Schalen sind aur halb zu füllen. Dann werden die Schalen ausgetrocknet und mit frischem Ehlorcalcium verseben. Das zerflossene. in der aufgesogenen Flüssigkeit enthaltene Salz kann getrocknet werden lindem man z. B. die Schale mit der Brühe auf den warmen Ofen stellt) und dann von Neuem verwendet n'erden. H u h n e r m i I b e n. Die Hau! der von Milden gevlagten .Hühner bestreicht man mit einer Lösung von Aniöl in Spiritus 1:10 und' giebt giebt den Hübnern Gelegenheit, sich in Asche zu baden, damit sie das Ünaeziefer abschütteln können. Der Stall n'uß gründlichst mit heih.m Sodatvasser gereinigt und frisch ausgeweißt werden; die Holzthcile bestreike man mit Earbolineum oder Bcineralöl (daS Holz muß vor dem Wiedergebrauch völlig troaen und ziemlich geruchlos sein) und auf den Fußboden streue man feingepulverten Kalkstein. Auch lverfe man ab und zu ein paar Hände voll solchen kalkstaubes an die Decke, da der langsam sich niedersenkcnde Staub sich in alle Ritzen legt und daS etwa darin verborgene Ungeziefer tödtct. Das Kochsalz ist in vielen Fällen eine wirkliche Arznei. Ein halber Theelöffel voll davon in ein wenig kaltem Wasser aufgelöst und z: trunken, wird sogleich Sodbrennen oder andere Magenbeschwerden erleichtern. Wenn die Quantität nach und nach bis auf einen ganzen Theelöffel und das Wasser bis auf e'N viertel Quart vermehrt wird, so wird es jeden gewöhnlichen Fall von UnVerdaulichkeit heilen, und kann man diese Dosis jeden Morgen vor dem Frühstück nehmen. Zum Gurgeln bei Halsentzündungen ist es ebenso gut wie Ehlorkalium und vollkommen unschädlich. Wenn man davon jedesmal und so oft man will, ein wenig ver schluckt, so wird es den Hals gründlich reinigen und nach und nach den Reiz mildern. Es ist ein ausgeze'chneteS Mittel bei Bissen und Stichen von Inselten, es ist ferner werthvoll z rm Stillen von Blutungen, besonders nach dem Z anziehen. In Gaben von 14 Theelöffel voll in bis j Quart warmem Wasser aelöst. wirkt es in gewissen Vergi'ftungsfällcn rasch als Brechmittel. ' Parmesankartoffeln in Muscheln. Neue, oder toenigstenS nicht zu mehlige Kartoffeln werden abgekocht, geschält und in Scheiben ge schnitten. Inzwischen hat man aus

nachstehenden Ingredienzen folgende Sauce bereitet: Eine Scheibe roher Schinken, eine kleine, in Scheiben geschnitten? Zwieb l, einige Sardell-n und 1 Pint Fleischbrühe werden zum Kochen gebracht und, nachdem die vorhergenannten Zuthaten herausgenommen sind, mit Mehl und Butter hell angeschwitzt. Man würzt die Sauce nach Geschmack, schüttet die Kartoffeln in die Flüssigkeit, giebt 1 Pint süße Sahne und entsprechend viel geriebenen Parmesankäse dazu und läßt das Gericht heiß werden. Nachdem die Masse in Muschelformen gefüllt ist. werden diese mit Semmel bestreut und Butterfischen daraus gethan. Sie müssen dann im Bratrohr hellgelb überbacken werden. Heringsstückchen die vorher gut zu wässern sind, können als Ersatz der Sardellen dienen. Das Gericht ist auch nach Belieben durch Zuthat von Kapern und Champignons zu verfeinern.