Indiana Tribüne, Volume 27, Number 128, Indianapolis, Marion County, 21 January 1904 — Page 3
Indiana Tribune, 21. Januar 1904
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Aerzte
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reiheitsbedrohende Pläne. i s Aussagen über die Prohibitions-Borlage vor der JuftizCommisfilin.
Annahme des Nahrungsmittel-Gesetzes. Xntscher Streik St. kouiS, Störung der Schiffahrt.
Im Irrsinn. Geistesgestörte Mutter enthauptet ihr leibliaies Kind.
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Wirthsch i stö - Uebernahme. Hiermit zur gest. Attzeige, daß ich die bis her unter dein Wanten Th llHniont bekannte Wirthschaft Vcke Madison Ave. und Morris Str. lautlich übernommen habe und Jedermann freuiidlirstst einlade, mich rn meinem lokale zu besuchen. ES wird mein Bestreben sein ein respek, tables HanS zu führen und meinen (Hasten stets die besten lHeträ, ke und Cigarren vor zusetzen. Warmer Lunch von 10 Uhr Mor gens bis 1 Uhr Nachmittag. Unl geneigten Zuspruch bittet ;i ST DOBB0KH, iadison Ave. und MorriS Str.
Gefährliche Vorlage. Washington, 30. Jan. Vor der Justiz'l5oin,ilission des Hauses fan den heute Vernehmungen statt ttber die Hepburn'Dolliver Vorlage, welche den Einzel'Staaten Polizeigewalt liberOri ginal.Verpactungen von geistigen Getränken, die in einen Staat zur Benützung gesandt werden, verleiht. Die Abg. Sulzer, N. g.. Bartholdt, Mo., Sherlcy, Ky., und cuibber, N. 7)., kündigten an, daß intercssirte Partcicn später gehört zu werden wünschen Robert 0'niiii aus Baltimore, Gene. ralanwalt des amerikan. Arauer-Ver. bandes, bezeichnete die Vorlage als die Wichtigste Mas'.regcl. welche seit l?rn Bürgerkrieg au den Kongreß komme und forderte angemessene Zeit fiir ihre Berathung. vRev. E. k. Dinwiddie, Vertreter der Anti.WirthschastS.Liga, erllärte die Vorlage für nothwendig im Hinblick auf die lntfcheiduugen des Oker.Bun
deSgerichtS, wodurch den Staaten alle Macht abgesprochen wurde, den Ver kauf berauschender Getränt?, so lange sie nach dem Transporte aus anderen Staaten in der ursprünglichen Ver Packung bleiben, zu regeln oder zu der. bieten. Die VersassungSfrage behandelte ein
Vertreter der Anti.Wirth chaft.L,aa
I
UOßreß. Hans.
Washington, 20. Januar. DasjHauS nahm heute oie Hcpburn Vorige für uuverfälschte NahrungS Mittel mit 201 gegen 68 Stimmen an. Das Amenocmcnt ans Einfügung des Wortes wissentlich" in Bezug auf Per sonen, die gefälschte Waar'ii verkaufen und wodurch der Regierung die Beweis, last gegen die Gesetzesverächter Zllgescho den Porden wäre, tvtlrde gestrichen. &i wurden eine Reihe AlnettdirliugS Vers lche, jedoch keine Aenderungen von Vcbrutimg gemacht.
Dse Vorlage bestimmt die Beschaffen heit tvon Nahrungsmitteln und Dro. gunj hinsichtlich ihrer Reinheit, Stärke uu, iBeschassenhei! nno deftnirt den Ve. griff der Fälschung. Auch Beförde. ruug, Ein" und AilSsuhr derart ge fälschte? Waaren lst untersagt. !' besteht die Absicht, be i Bureau für lhemie ein solche fUr NahruugS mitt l beizufügen, fochcm deren In fpck ion obliegt. Der landwirthschaft, liche Sekretär erhält Vollmacht zur Durchführung des Gesetzes die nöthigen khkfitter. Inspektoren. Clerkö und Ärbeiter anzustellen. Ein Theil der Vorlage stellt Strafen auf für die Einfuhr gefälschter Waa ren, ein anderer verlangt vom landw.
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des Distrikts Columbia, ausstthreud, Sekretär den festes von Vorschriften
au deu Dtrrltor des chemischen Bureaus übe die Prüfung von Waaren, welche gesehlicher Inspektion unterliegen. Der landw. Sekretär hat Verstöße gegen das Gesetz dem zuständigen Buu. deSk istrikts.Anwalt zu melden, dein die sofortige Einleitung eitler Strufverfolgung obliegt. Senat. Senate? Patterson vollendete heute sein-' Rede über die Panama Cana! Frage, Senator Platt begann eine solch. Äer erstere behauptete, an der Re Volk in Panama sei der Präsident zum großen Theil Schuld; ferner erklärte er sich 'entschieden zu Gunsten der Nicara-gucr-Route. Tiese Empfehlung der NicaraguaRoute dildete das Thema von Platt's Rede, indem er ausführte, dah hierdurch das Geheimniß der sonst unverstündlichen Gegnerschaft der demokra tischen Senatoren gegen den PanamaVertrag gelüst werde.
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Wir verkauften Solche an Senator David Turpie, Dr. E. A. Whrman, Fred. P. Rusch, T. C. Day. H. O. Thudium, Dickson & Talbott, F. A. Gregory, C. Van Camp, und Andere.
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zu vergehen, ohne em Depout u verlangen. Wir stellen dl Verbindung mtt der Haupt-.
X!eitungsröbre her. ebenso setzen loir einen Me
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per Tausend. Die einzige Berechnung die wir mach?,,. ,st für die PerdmdungÄöhre von der ttrundeigentkutns - Grenze bis zur Stelle dee
vleters. Ztt.r garanttren, daß dleselden Zu fiedeitheit geben. Für Näheres spreche man in der Office vor. INDIANAP()IJ8 GAS CO.
daß der Kongreß zum Erlasse eines solchen Gesetzes in vollem Maße be sugt sei. Im Namen der Mütter des an nes" bat Frau Margaret Dye Ellis. Vorsteherin deS christlichen Frauen Temperenz Verbandes, sttr die w nähme der Vorlage. Sie vertrete 800,000 Frauen, fiir Temperenz.Hwecke orgauisirt. In vie. len Ortschaften, wo die geistigen Ge tränke abgeschafft seien, mach? die Be schräukuug der staatlichen Polizei Ge. walt ein Verbot deS in Original-Ver-Packungen betriebenen Get.lukehandels unmöglich. E. ls. Heramer, Philadelphia, Prä. sident des dcutsch.amerikanischen Na tional'BundeS mit einer halben Million Mitgliedern, sprach sich gegen die ProhlbitionS-Bewegung ans. Wenn jemals bei einer Frage der Wille des Volks in unzweideutiger Weise zum Ausdruck kam, so geschah dies sicherlich hinsichflich der Prohibition, einer versehlten Bewegung, der jetzt das zwischenstaatliche Handelsgesetz zum Opfer gebracht werden soll." Anwalt S. I. Voß. N. Y., gleich, falls Vertreter des dcutsch-amerikani. schen National.BundeS und K. A. M. Scholtz aus Baltimore, bekämpften die Vorlage vom Standpunkte der Einmi-
fchung der BundeSgewalt in die Frei
heiten des Volkes aus.
Der Caual-Vertrag. Washington, 20. Jan. Es ist jetzt entschieden, daß alle AmendementS zum Eanal-Verlrag wegfallen. Von Panama sind Zusicherungen eingegangen, wonach dasselbe sich einverstanden erklärt, den Vertrag so zu interpretiren, wie dieS die Amende ments rilcknchtlich der Häfen, sanitären Verhältnisse und der Grenzen von Pa nama und (Trlou bestimmen. Präsident Roosevelt hatte hnit mit dem republikanischen SenatS-Führcr Aldrich. Rhode Island, ttber die Lage des Canal-VertragS eine lange lon ferenz. Ferner conferirten mit ihm Senatcr Smoot und Abgeordneter Howell von Utah, sowie ExGouverneur Thomas. Postmeister von Sa!t Lake Eity, ttber gegen Letzteren vorliegende Beschuldigungen. Staatssekretär Hay begab sich heute zur Erholung von seinem Grippe-Ansall auf etwa zwei Wochen nach Thomasville, Georgia. A u k u n f t der Iren e". New York. 20. Januar. Die irdischen Uebcrreste von John Smith fon. des in Genua 1829 verstorbenen
Gründers des Smithson Instituts, kamen heute auf dem Dampfer Irene" an und werden morgen auf dem Dol phin" nach Washington befördert.
Leichte Besserung.
(f v a n s v i l l e, 20. Jan. Die Verzhältnisse im Ohio Fluß wurden heule leicht gebessert durch Eisbrüche be Troy und Eloverport. Ein Schaden wird nicht erwartet. Der Wabash ist
noch immer der Schiffahrt verschlossen.
zDowie ein säumiger ' Zahler. San Francisco. 20. Jan. Hukh Eraig, früherer Vorsitzender der Ha idelskammer, verklagte heute I. A. Do vie auf Bezahlung von 8962. Der Be errscher von Zion borgte von ihm vo 12 Jahren 82772, weigert sich aber de, Restbetrag zu begleichen. D. führt morgen nach Sydney.
K u t s ch e r - S t r e i k.
ß t. Louis, 20. Januar. Zur
Erzwingung ihrer Forderungen. $12.50
Wochenlohn, 12 Stunden Tag, 25 Cents extra für jede Stunde Ueberzeit Mkd Anerkennung der Gewerkschaft, gingen heute 800 Kutscher an den Streik. Ter Streik wurde vom Internat. Verbände der Fuhrleute beschlossen und eine kleine Anzahl der Ausständig.n arbeitet in St. Louiö. Der Streik rietet sich gegen die LeihstallBesitzer und den Verband der Lcichenbestatter. Zeitgrenze verlängert. Washington. 20. Jan. Sicretär Hay und der cubanische Ge sai dte Quesada unterzeichneten heute eil Protokoll, wodurch die Zeitgreuze !ü den RatificationsWechsel deS allgc n. cuban. Vertrag um 6 Monate ve längert wird. Die Zeit wäre morgen abgelaufeu. Dcr Vertrag harrt der Entscheidung deS amerikanischen Senats.
P a t e r s o n , N. I.. 20. Jan. Frau Arthur Oswald wurde hute in Oakland unter der Anschuldigung der hafte', ihren achtjährigen Sohn ermor det zn haben. Sie gilt als geisteskrank. Als der Gatte gestern zu später Nachtstunde heimkehrte, entdeckte er die Tragödie. Beim Betrcteit dc3 Speisezimmers
sah cr die kopflose Leiche deS Knaben ans dem Fuszbodc'u liegen, in der Nähe den Kopf deS Kindes sowie die gleichfalls enthauptete Leiche feines Lieb lingShundes. Die Frau lag im Bett, mit dem jttugsten Kinde im Arm, es leise in den Schlaf singend; in der Nähe des BctteS lagen 2 andere Kinder in einer Wiege. Die Frau erkannte ihren Mann nicht. M o r g a n ' s A n n e c t i r u n g S A n t r a g. Washington. 20. Januar. Senator Morgan brachte heute eine
Vorlage ei, welche Anglicderung Pa namaS an die Vereinigten Staaten vorsieht, wobei Rechte und Elgenthn.n Panamas ohne Vorbehalt auf die Ver eiuigten Staaten ttbergehen". Ulß Entschädigung sollen Panama 5t0.000.000 bewilligt werden, S10,000,000 werden dem Präsidenten zur Entschädigung von Eolombia zur Ver fttgung gestellt und S00.000.000 sind für den Ankauf deS Eigenthums der neuen Panama-Gesettschaft in Eolom bja, einschließlich des PanamaEanalS, zu bewilligen. Ausdrücklich bestimmt wird, daß daS Spooner-Gesetz hierdurch nicht aufgehoben wird. Vorsicht geboten. A l l e n t o w n . Pa., 20. Jan. Der Kampf der Sachverständigen um daS Blut im Bechtcl-Processe kam heute zrnn Abschlüsse; morgen werden die Mitglieder der Familie als Ent lastungszeugen für die betagte Mutter Mabel's vernommen. Die Vertheidigung führte 0 Sach verständige vor, die alle erklärten, der biologische Beweis (neue Methode zur Ut.terfcheidung zwischen Menschen imo Thierblut) sei nicht verläßlich. Vor Eräsfnuug der Verhandlung
war von der Vertheidigung der erfolg lose Antrag gestellt worden, die Jury wegen mangelnden Beweismaterials gegen Frau Bechtel zu einem freispreche!,' deu Urtheil annweisen. S ch i f s f a h r t g e st ö r t.
Philadelphia. 20. Jan. In Folge der fortgesetzten Kälte und Eisbildung ist heute die Schifffahrt im DelawareFluß und der Bai fast ganz lahmgelegt. Ein Dutzend große Schiffe können ihreFahr.' nichtfortfetzen, darunter tranSatlantische Dampfer, wie der gestern nach Liverpool abgegangene Dampfer Noordland". Demokratisches Panama Comite. Washington, 20. Jan. Das Comite demokratischer Senatoren, welches einen Untersuchungs-Entwurf bezüglich der Panama-Revolution und angeblicher Betheiligung amerikanischer Beamten auszuarbeiten hat, trat heute zusammen. Ein Beschluß wurde nicht gefaßt. Wirkung der Theater Verordnung. Chicago, 20. Jan. Unter der neuen Theater Verordnung nimmt es gegen 2 Monate Arbeit und 8500,000 Auslagen, bis die Spielhäuser wieder geöffnet werden können. ; Theater sind ganz geschlossen und 5 andere weiden sich zum Schließen ge nöthigt sehen. Eine Reihe Theater gibt es, die viele Monate lang nur daS Parkett benutzen können; viele müssen auch
die Gallerie dauernd abstellen.
Japanische Ucramik. i m Zttdustrirzweig ooii flmi iittcllcr und künst lerischcr BfKutimf.. Die japanische Industrie in Porzellan, Fayence und Töpferei hat in den letzten Jahrzehnten ünen Weltruf erworden. Die Töpferei hat in Japan verschiedene Epochen durchgemacht, aber ihr eigentlicher Fortschritt schreibt sich
erst auö dem Jahre 724 her. in dem ein buddhistischer Priester Giogi, dessen Name übrigens noch heute für alte Töpfereien gebraucht wird, di? Töpferscheide erfand. Das Porzella ist mit gerer Entstehung in Japan. Sein.' ersten Erfinder sind die Clnnesen. und die Japaner haben seine Herstellung erst an, Ende to4 1(5. Jahrhundert) übernommen. Heute beschäftigt diese Industrie im Ganzen etwa 20,()H) t veitcr, ihre Erzeugnisse bewerthen sich auf rund $:,r2;Voi, wovon etwas mehr als der dritte Theil in's Ausland gehl. Bon 1K94 bi: 1900 hat sich die Fabrikation mehr als verdoppelt, und auch die Ausfuhr ist fast um da!. Doppelte gestiegen. Die Industrie ist in Japan sehr zersplittert unter eine grvf'.e Anzahl kleiner Unternehmer. Jede Oertlichkeit oder Provinz hat in de: Töpferei ihre Eigenart, die nach ihr benannt lvird. Das blaue oder blau und iucie Porzellan, das die Anregung für die Delster Schule gegeben bat, kommt aus der Provinz Hizen. Dies? Porzellansorte, die von jeh'r immer a.l derselben Stelle verfertigt vard, ist jetzt unter dem Namen des kleinen Hafens Jiilari bekannt. Aus dem südwestlichen Theil der Insel Kiusiu kommt das Satfuma, das schöne Porzellan mit rissigem Schmelz, elfenbein- oder creme farbcnem lrund und vergoldeten 'Illih stern. Diese berühmten und sehr ge schätzten Stücke haben in ihrer Verzierung init Blumen, Landschaften und Personen einen Grad von Vollkommen heit erreicht, der wohl niemals übertrof fen worden ist. Einzelne Stücke haben eine so seine Arbeit, daß sie un'r dem Mikroskop bescl,.n werden tonnen, z. B. die Tausende von Schmetterlingen, die das Innere eines großen Gefäßes auskleiden. 5tloto ist der eigentliche Mittelpunkt der gesammten gröberen und feineren Töpfereien bis zu solchen von höchster Vollkommenheit. In der durch ihre Kunstfertigkeit berühmten Stadt ist ein ganzes Viertel dieser Fabrikation gewidmet. Die Mannigfaltigkeit der
dortigen Erzeugnisse ist eine so große.
daß man für sie nicht einen einzelnen Namen gefunden ha.. Zu erwähnen
wäre noch 5iaga, woher das rothe und
goldene Porzellan kommt, daS als Kutani bezeichnet wird. Porzellan, Fayence und irdene Geräthe werden in
Japan viel allgemeiner gebraucht als in Europa. Selbst in den bescheidensten Läden der japanischen Städle findet
, man eine Auswahl solcher Waaren. In
vielen Fällen muß das Fayence das
Glas ersetzen, z. B. für Flaschen. Die
schönsten japanischen Porzellane werden in ?)okohama verfertigt und trage''
den !1camen N!akudsu nach dem Künst-
ler, der sie eingeführt hat. Sie lassen
sich erkennen an der äußersten Zartheit in der Farbe, an den schönen erhabenen Mustern und einer auffallenden Aehnlichkeit mit den prächtigsten Stücken,
die heute aus der königlichen Porzellan-
Manufaktur in Kopenhagen hervorge-
hen. D'e japanische Porzellanerde ist sehr rein und findet sich in verschiedenen Theilen deS Landes, namentlich auf der
Insel Kiusiu.
Rache mit schlimmen Folgen. In Pineapple, Ala.. hatte P. Melton. ein prominenter junger Mann, einen Streit mit einigen gern, und einer der Letzteren. Arthur Stewart, schoß ihn. Letzterer wurde nach dem Gefängnisse gebracht. Meltonö Freunde schworen Rache; am Morgen um vier Uhr brach ein Mob in s Gefängniß, schlug den Neger über den Kopf, goß Kerosin über ihn und steckte ihn in Arand. Das Feuer nahm so rasch überband, daß nicht nur das Gefängniß, fondern auch acht Kaufladen, zwei Lagerhäuser und das Posiam abbrannten und ein Schaden von $35,000 angerichtet wurde.
Die Post deS deutschen Kaisers.
Ueber den Postdienst beim deutschen
Kaiser und im königlichen Schlosse zu
Berlin wurden neulich von amtlicher Seite unter Anderen folgende Mitthei-
lunaen gemacht: Der Dienstbetrieb des
Kabinettspostamis, Konigstraße 60. erstreckt sich auf die Bearbeitung der Post-
sendungen des königlichen Hauses und
gewisser hoher Behörden. Dieses Post-
amt ist dem Oberpostdirektor unmutel
bar untergeordnet. Zur Zeit besteht
das Personal aus vier Beamten und
sechs Unterbeamten. sogenannten Ka
binettsbriefträgern. Der älteste Beamte hat die Vorstehergeschäfte wahr-
zunehmen. Der Dienst läuft Tag und
Nacht. Einen besonders wichtigen
Dienstzweig des Kabinettspostamts
bildet die Abfertigung der Postkuriere
Bei Reisen des Kaisers werden die
Postsachen des Monarchen und des Ge-
folges durch besondere Postkuriere zwl schen Berlin und dem jeweiligen Hos
lager befördert. Ferner erhalten die gesandtschaftlichen Sendungen unter bestimmten Voraussetzungen im In-
lande Beförderung durch besondere
Postbegleiter. Dieser Postkurierdienst wird von dem Unterbeamtenpersonal des Kabinettspostamts wahrgenommen. Befindet sich der Kaiser auf Reiscn, so wird in der Regl tätlich ein
Kun?r abgesandt. Wenn der Hof sich
rn Berlin befindet, ist tm königlichei Schloß eine Vetriebsstelle eingerichtet Sie bildet eine Zweigstelle des Kabi-
nettspostamts und hat in der Zeit ran
sieben Uhr bis zehn Uyr die Bestellung
sämmtlicher Postsendungen an die Be
wohner des königlichen Schlosses zu
vermitteln, Postwerthzeichen an diese zu
verkaufen und die Seudunaen. d
durch den Briefkasten eingeliefert werden, dem Briefpostamte zu überweisen. Onkel Sa ms Handel mit dem Auslande war im verflossenen Jahre der stärkste in der Geschichte des Landes. Die Importe wurden aus $1,025. 719,237 und die Exporte auf $1.420.141,679 geschätzt.
BeiNacogdocheö, Tex.. ist unter der Anleitung des Regierungsbeamten L. H. Shelfer Tabak in größcrer Quantität angepflanzt .worden, und derErfolg ist derart, daß die Bürgr in der Stadt eine Tabaks - Niedcrlage zu erbauen beabsichtigen, wo der Tabak die weitere Behandlung erfahren soll, um ihn für Cigarren,
Deckblatt urv Füllung verwendbar zu machen.
A u f e i n e r Kirchen - ..Fair"
in Jersey City wurde u. A. ein Dia-
mantring verloost. Ein dortiger Barbicr nahm r, Loose zu 10 Cents und
o Wonne gewann den Ring. Um
zu erfahren, um wieviel er durch sein
Gluck bereichert wurde, ging er zu einein Juwelier und ließ den Ring abschätzen. Schöne Imitation", meinte dieser, Stein und Ring zusammen
ungefähr ft5 Cents werth." Als der
Prediger der Gen.einde hiervon hörte,
erbot er sich, den Barbier für die Ent-
tc.uschung zu entschädigen, aber dieser verzichtete darauf, indem er erklärte.
er sei überzeugt, daß die Kirche durch
den Neiv vrker Juivelier. der den
Ring stiftete, getäuscht wurde.
U e b e r a n ö traurig ist der
Fall von Fräulein Lillian Bennet, einer jungen Engländerin, welche kürz-
lich vvn draußen in sJlttv ?Jork angekommen ist, um ihrem Landsmann Ambrose Good in Pennsylvanien angetraut zu werden, und bei ihrer Ankllnst erfuhr, daß ihr Bräutigam bei
dem schrecklichen Unglück auf der Bal-
ttmore & Ohio - Bahn bei Eonnellöville sein Leben verloren habe, als er der Braut entgegenfuhr. Der Bruder des Verunglückten stellte sich auf Ellis Island ein, um dem unglücklichen Mädchen zur Seite zu s?'n. Fräulein Bennet wurde sofort seiner Obhut übergeben, und die Beiden reisten nach VJlcHtt Port in Pennsylvanien, wo sich die Leiche des verunglückten jungen Mannes befand, deren Bestattung bis zur Ankunft der Braut verschoben worden war. Die Mitglieder der Pittsburger Anti - Saloon Liga" haben vor dem Staatsobergericht einen verhängnißvollen Sieg über die durch die Bestimmungen des Brooks - Gesetzes schon viel geplagten Wirthe erfochten. Das Obcrgericht hat nämlich entschieden, daß Formfehler in einem Licenzgesuch d4e Widerrufung der Concession rechtfertigen. Die Änti - SaloonLiga wird aus dieser Entscheidung Vortheile ziehen und die Widerrufuyg der Concessionen von ungefähr 30 Wirthen, die Mehrheit derselben Deutsche, beantragen. Der Schutzver band der Wirthe vonAllegheny County dagegen hat beschlossen, einen energischen Feldzua gegen Personen und Organisationen, die in unaesetzlicher Weise berauschende Getränke verkaufen, zu beginnen und gegen die Veranstalter von Unterhaltungen, bei denen geistige Getränke verkauft werden, gerichtlich vorzugehen. Unter den Passagieren des kürzlich in New ?)ork eingetroffenen Dumpfers Majestic" von der White Star Line befand sich William H. Ellis. der König Menelik von Abessinien aufgesucht hatte, um von ihm eine Concession für den Bau einer Eisenbahn zu erlangen und andere wichtige Geschäftsverbindungen abzuschließen. Wie er erzählte, habe der König ihn auf das Freundlichste empfangen und unter allen Nationalitäten die Amerikaner am besten aufgenommen, do. er das Gefühl habe, daß die Amerikaner es nicht auf Gebietseroberungen abgesehen hätten. Herr Ellis wurde von dem König in dessen Palast einquartiert und bei seinem Fortgehen übergab ihm der König drei Briefe, einen an Präsident Roosevelt, einen an Andrew Carnegie, dem er für seine der Negerrasse erwiesenen Wohlthaten dankte, und einen Gruß an das amerikanische Volk. König Menelik interessirte sich besonders für Präsident Roosevelt und Abraham Lincoln und konnte nicht genug von des Letzteren Laufbahn hören, wie er sich auch gerne von den Rouah Riders". an deren Spitze der jetzige Präsident gestanden, erzählen ließ. Ueber ein Katzenwunder wird aus Huntington. Long Island, berichtet. Das Thier befindet sich im Besitze des Mühlenbesitzers Andreas Titus. von Centerport. Wenn man die Katze sieht, hält man sie unbedingt für ein ganz gewöhnliches Thier, waö man sich aber nicht anmerken lassen darf, da sie weiblichen Geschlechtes und infolge dessen sehr eitel ist. Das Wunderbarc besteht darin, daß sich die Katze ganz vorzüglich auf den Fischfang verstehen soll. Sie stellt sich auf dem Ende des Docks möglichst nahe dem Wasser auf. und wenn Immer ein Fisch nahe der Oberfläche vorbeischwimmt, versetzt sie ihm einen wohlgezielten Tatzenhieb und holt ihn dann aus dem nassen Elemente heraus. Im Maul trägt sie ihn dann nach Hause und legt ihn der ersten Persönlichkeit, die ihr in den Weg kommt, zu Füßen. Selbst, als sie unlängst eine größere Familie zu ernähren hatte, lieferte sie alle gefana.aen Fische ehrlich und stolz ab.
Manche der gefangenen Fische sollen ein Pfund schwer gewesen sein, und wenn sie einmal einen mit der Tatze verfehlt, taucht sie w das eisige Wasser und holt ihn heraus. Herr Titus schätzt das Thier so sehr, daß er es nicht sür eine Million im Dime-Mu-seum ausstellen würde, schon aus Furcht, daß manche Leute die Katze für eine Ente halten könnten.
