Indiana Tribüne, Volume 27, Number 127, Indianapolis, Marion County, 20 January 1904 — Page 5
Jttdiana Tribune, 20. Januar 1904
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Zwkl rhrnNvuralgKritcn. Sa rös't, VtziH H die langst Zuschritt im de.llsche Reiche. 2)ü; flößte Bild und die längste Infchrift, die eS in Deutschland bis jetzt gibt, befinden sicu wohl in Sfreäbrn und Leipzig. DaZ Bild ijt so lang, wie die ganze Augustusstraße in Dresden. (i ist der bekannte Wettw'sch sjürstenzug von W. kalter, der eine ganze Außenfront bey kvnilichen RejidenzschlosscS am sogenannten Stallhaus bedeckt. Die Inschrift ist wohl noch dreimal länger. Sie lauft in der Höhe des ersten Stoc!werkv rings um das ganze riesige alte Leipziger RathhanS. Beide Wahrzei chen heben unter dem Einstuft der Zeit sehr gelitken, und von der Inschrift ist nur noch ganz weniges erkennbar. Sie hat Beng auf die im Jahre 1566 be aonnene Erbauung des Nathhauses. stecht bedauerlnh ist es, daß auch die Tage des erst im Jahre 3874, nach dem großen Kriege gemalten Wettin' schen Furftenzuges gezählt sind. tir zeigt, hoch zu Uiorj, alle Fürsten dieses Hause seit 1089 bis auf die rühmreichen Heerführer der 70 71er Schlachten, die damaligen Prinzen HU bert und Georg mit ihren Mannen, gibt somit eine sehr anziehende knappe Uebersicht der jeweiligen ritterlichen und kriegsmännischen Trachten. Das Bildwerk ist in der Sgraffirvtechnik herg.'stellt. Diese Technik erwies sich aber bei dem Dresdner Klima nicht als haltbar. und auch mehrere Versuche, sie aufzufrischen, die in letzter Zeit unternonimen wurden, sind nicht befriedigend ausgefallen. Man will aber dennoch das mächtige Schaustück erhalten und ist deshalb auf ein neues originelles Verfahren gekommen. Das Gemälde, das auf einer massiven Wand aufliegt, soll nunmehr nachdem ein Theilstück probeweise hergestellt worden und durchaus gelungen ist auf im Scharffeuerverfahren hergestellten Meißener Por,;el!anfliesen nachgebildet und an derselben Steche wieoer angebracht wcr den. gut gleichen Zeit, wie von der französischen Por,;ctlanf-bril zu Sevres ein Porzellanthu rui gebaut wird, wird also Dresden ein etwa ebenso moinimentales Porzellanbild erhalten. Die Kosten für das Werk sind auf 87,000 Mark veranschlagt.
Zur Radium Forschung. Professor Himstedt von der llnioer sität Fieiburg. Baden, hat Untersuchungen angestellt, lvelche geeignet erscheinen, der rage der radioaktiven Strahlung eine ganz neue, wesentlich breitere, Basis, als bisher bekannt, zu verleihen. Drr genannte Forscher hat den ÄCtttywifi geliefert, daß den Produkten aller oon ihm untersuchten Wasser- und Erdöl Quellen ein radioaktives. spezifisch schweres Was entströmt, das der Emanation des NadiumS mindestens sehr ähnlich, vielleicht aber damit identisch ist. Man muß hiernach annehmen, daß entincber das Radium iln Erdreiche außerordentlich weit VN breitet ist. oder daß außer ihm auch noch andere Stoffe die Fähigkeit bt sitzen, ähnliche oder gleiche (SWstNüMo nen abzugeben, die von dem damit in Berührung gelangten Wasser oder Srdvl absorbirt und zu Tage geför dert werden. Himfttdl glaubt aus sei nen Untersuchungen den Schluß ziehen zu können, daß eine weit größere Zahl von Körpern, nl bisher angenommen, die Fähigkeit b'sifet, eine Art BecquerelStrohlen auszusenden. lir vertritt die Ansicht, daß hinsichtlich seines Strahlungsvermögens das Radium sich zu anderen Stoffen ähnlich verhalte, wie dies m'.t Elfen und Stahl bezüglich der magnetischen Eigenschaften der Fall ist. welche man lange ausschließlich diesen Metallen zuschrieb, während man jetzt weiß, daß sie allen Körpern eigenthiimlich sind, wenn auch theilweise in viele Tausend mal geringerem Maße als dem leisen. In gleicher Weisi nimmt Himstedt an. daß das Radium bezüg.ich seines StrahlungSvermögens sich nicht qualitativ, sondern nur quantitativ von den übrigen Stoffen unterscheide. Hlcischvervraucli auf Schiffen. Der enorme Fleischverbrauch auf den Schiffen der beiden größten deutschen Damofschifffahrts - Gesellschaften, des Norddeutschen Lloyd und der Hambürg -Amerita-Linie, im aufe des letzten FiStaljahreZ ergibt sich aus folgender Jnsmnmenftellnng: Der Norddeutsche loyd verbrauchte: frisches Rindfleisch 3,958,215 Pfund, frisches Schweinefleisch 372,65 Pfund, frisches Kalbfleisch 404,629 Pfund, frisches Hammelfleisch 4f!).0:i) Pfund. Kasseler Braten l.'i,789 Pfund. Kalbsköpfe 7607 Stück. Kalbsmidder 50, 947 Stück. Kalbsleber. Nieren. Zungen Yl'liM) Plund, Springlämmer 767 Pfund, gesalzenes Rindfleisch 495,897 Pfund, gesalzenes Schweinefleisch i !.'."..) Pfund, präfervirtes Rindfleisch 251,259 Pfund, präfervirtes Hammelfleisch 109,101 Pfund, g räucherten Speck 241,556 und, Nagelholz 24.5.94 Pfund. Corned Beef 75,415 Pfund. Schinken 18.566 Stück, frische Wurst 5K.K90 Pfund, geräucherte Wurst 44.179 Pfund. Die Hamburg Amerika inie verbrauchte an frischem Fleisch aller Sorten 3,7413, 287 Pfund. Mit gleich hohen Ziffern muß man bei dem ziohlenverbrauch rechnen. Der größte Dampfer des Norddeutschen Lloyd. ..Kaiscr Wilhelm II.." verbraucht täglich : 4.000 Centner. der größte Dampfer der Ha?nburg-Amerika-Linie. ..Deutschland." über 11,000 Centner.
Für Wiedereinführung körperlich'r Züchtigung in öffentlichen Schulen hat die Bereinigung männlicher Lehrer der öffentlichen Schulen New Yorks eine Agitation begonnen. Die Forderungen der Lehrer für Wiedcreinführung des Züchtigugsrechts sind indessen keine unbedingten; vielmehr wird von ihnen erklärt, daß erst
allc anderen Mittel erschöpft werden sollen, ehe zur Züchtigung geschritten wird. In U P t o n. Mass.. ist in seinein Hause nach einer Krankheit von zwei Monaten im Alter von 1 Iah--ren der angesehene Schriftsteller und Journalist Daniel Edward FiSke. bekannter unter dem Namen Pratt Pond jr.. gestorben, dessen berühmte (beschichte von dem Geldschatz in Upton vor 60 Jahren viele Leute veranlaßte, nach der Stadt zu kommen und nach etwas zu suchen, was niemals existirt hatte. Eine verhängnißvolle Lhncherei haben sie in Pineapple, Alabama. gehabt. Ein Mob erstürmt: des Gefängniß, schlug den farbigen Morde? Stewart nieder, begoß ihn mit Petroleum und steckte ihn an. Der Neger verbrannte und mit ihm vcrbrannt.m das Gefängniß und ein Dutzend Läden und Wohnhäuser. Die Bevölkerung Pineapj.le'S will nun Me Führer des Mobs für den Schaden zur Verantwortung ziehen. Eines reichen Kinders eg e n s erfreut sich das Ehepaar Anthony Perude und Frau, die in Brandon bei Vinton, Ja., eine Farm besitzen. Vor Kurzen, wurde ihnen das sechste Paar Zwillinge geboren. Außerdem kamen früher einmal Drillinge zur Welt. Diese starben alle drei, während von den Zwillingen noch 8 Jiiuber leben. Bei den Zwillingen waren fünf Paare ein Knabe und ein Äiädchen, das sechste Paar zwei Knaden. Muthige Mädchen sind Edith und Faustina Greig, die Döchter des Registrators von McPherson lounty, S. D., welche unlängst, nur mit Knütteln bewaffnet, einem Wolfe den Garaus machten Der Wolf war
von einem Herrn Greig gehörenden Wolfshunde aufgejagt, einige Meilen verfolgt und schließlich in der Nähe der Greig'schen Wohnung zum 6fo hen gebracht worden. Die beiden Mädchen ergriffen jedes einen Knüttel und bearbeiteten dmit das wildc Thier, bis dasselbe todt niedersank. DieTexaner lv ollen ihre farbigen Feldarbeiter auf jeden Fall behalten. Agenten aus Louisiana und Mississippi, welche in Texas derartige Arbeiter zu bewegen suchen, bei Pflanzern der zwei anderen genannten Staaten in Dienst zu treten, wurden von texanischen Farmern aufgefordert, schleunigst die Gegend zu verlassen. Durch die Lockung der Agenten war nämlich die Auswanderung von Nr gern aus dem texanischen Baunvollegürtel tvährend der letzten Jahre derart stark, daß in Texaö selbst Aroeitermangel eintrat. Das g r B e M t b a n d t der Welt wird, wie aus New 7)ork mitgetheilt wird, auf dem unteren Broadway errichtet werden, falls die bereits dafür entworftllen Pläne zur All)füh rung gelangen. Mil fünf Etagen UN ter der Erde vierzig Stockwerken darüber und überragt von einem sechzig Fuß hohen Thurm, wird di ser Man strebau eine Gcsammthöhi von ''15 Fuß besitzen. Die Kosten für den projektirten Bau sind auf zehn Millionen Dollars veranschlagt worden. Der dazn nöthige Grund und Boden soll bereits erworben worden sein, und binnen eines Jahres soll das ganze Gebäude fix und fertig dastehen. Aus T a c o m a. W i s., w i r d geschrieben: In Eolfax starb neulich Abends Joe Richardson plötzlich, nachdem er daö 17. Glas Bier geleirt hatte. Er war eine Wette eingegan gen. 25 Glas hiesig gebrauten BiereS ohne Unterbrechung zu trinken, und eine Menge Leute hatte sich in dem okal einqefunden. wo das Trinken stattfand Beim 10. Glase setzte er sich einige Minuten hin. Schweiß be deckte sein ganzes Gesicht. Einige seiner Freunde miethen ihm. die unsinnig? Wette aufzugeben, aber die Majorität spornte ihn zu weiterem Trinken an. Er trank dann tvieder 6 Glas und paufirte einige Minuten. Als er das folgende Glas geleert, brach er todt zusammen. Ein Herzschlag hatte ihn an der Ausführung seiner Wette derhindert. Richardson war ein Müller und 50 Jahre alt. I n L e h i g h t o n. P a.. a n s ä ss i t Farmer würden sehr gern die persönliche Bekanntschaft eines Mannes inaclen, der sich Samuel Harrison nennt und in New Dort zu wohnen angibt. Sollte es ihnen gelingen, seiner habhaft zu werden, so dürfte ihm ein Kleid aus Theer und Federn gewiß sein. Harrison hat in letzter Zeit dersucht, hübsche FarmerStöchter nach New Vjork au locken, um sie für die Bühne auszubilden. Er schilderte ihnen das Leben auf den weltbedeutenden Brettern in den verlockendsten Farben, verspricht ihnen hohe Gagen, ein sehr bequemes Leben und elegante Toiletten. Eine hübsche Farmerstochter erzählt, daß Harrison ihr eine Gage von 520 bis $25 wöchentlich das ganze Jahr hindurch und eine Prämie von $50 für jedes andere Mädchen, das sie der Kunst" gewinnen könne, in Aussicht gestellt hat.
Allerlei fiir's Agu.
Petroleum lecke z u e n tfernen, legt man den Stoff über ein nisit zu warme? Bügeleisen, die Hitze entfernt den Flea. ohne dem Stoff zu schaden. Aus Papier entfernt mn Petroleumflecke, wenn man das Papier üöcr die Lampe hält. Wasserdichter Le r. Gewöhnlicher Tisch!:rleim kann in Wasser unlöslich gemacht werden, wenn man dem Wasser, womit der L.'im z Zeit seiner Verwendung gekocht wird, ine kleine Menge doppelten Ehromkalrt zusetzt, und die damit geleimten Gegenstände alsdann dem Lichte aussetzt. Trübes Wasser zu rein igen. Trübes Wasser läßt sich durch ci'.ten Zusatz von Alaun reinigen, der die Bestandtheile. wclä)e die Trübung verursachen, niederschlägt. Mit einem 5taffeelöffel voll Alaunpulve? kann v. Hl 10 bis 12 Quart Wasser klar macben. Dieses einfache Mittel läßt sich für hauswirthschaftliche and gewerblich Zwecke anwenden. W e i ß e s T u ch zu reinigen. Man bereitet sich einen Brei von Weizennichl und Benzm und reibt diesen ermittelst eines reinen leinenen Zuches fest in den weißen Stoff ein. Dieser muß nun etwa eine halbe Sinde ruhig bleiben, bis man mit einer
scharfen Aur,:e das Mehl Strich für Strich ?echt sorgsam abbürstet. Der Ctoff ist dan .ch wie neu. Sackleinwand Wasserdicht zu machen. Man koche 2 Unzen Lausenblase so lange mit Regenwasser. bis sie vollständig aufgelöst ist. löse darauf 4 Unzen Alaun in 3 uart Wasser und 1 Unzen weiße Äist in iz kis 2 Quart Wasser, uenge sodann !üe filtrirten Flüssigkeitekl und trage .)ie Mischung in stark n:wärmtem Zustand mittels einccBür-
sie auf das Zeug auf. F l e ck i g w e r o c n der Stoffe beim Farben zu verhüte.,. Man muß. um dies zu erreichen, den Stoff, so lange er sich in der Brühe befindet, beständig wenden und heben. Etwa im Stoff befindliche Fettflecken müssest vor dem Färben mit Seife in lvrmem Wasser gut ausgeioaschen werden, da Fett keine Farle anNimmt. Ist der Stoff stellenweise Erschlossen, so muß ma denselben oil duukler färben. . M ö b e l, d i e e i n e n A u 6 schlag ,igen. werden zuerst mit einem mit ,?wei Tropfen Mandelöl und zwei Tropfen reinem Spiritus benetzten (-tück Flanell glän'.knd geriebn und alsdann mit einer Möbelpolitur, die nicht ausschlägt, rein polirt. iine sol. ttje Möbelpolitur wird hergestellt, iudem man drei Theile Spiritus mit siel n Theilen Benzin mischt Einem Quart dieser Mischung setzt man Uaze Aenzoegummi und h Unze Sanvarak zu. Sauerkraut, welches zu verderben drohl. indem sich die Oberfläche mit Schimmel überzieht der sich im mer wieder erneuert und einen schlcchtenlclchmack verursacht, kann man dadurck nor dem Verderben schützen, daß man auf die obenauf stehende Flüssigkeit langsam etwas Branntwein gießt und dies jedesmal wiederholt, wenn Sauertraut aus dein Fasse gcnonlknen Wird. In der Rel genügt es aber, wenn dies drei, bis viermal geschieht, und soff der Sauerkohl darnach einen angenehmen, Weinsäuren Geschmack bekommen. Ein unschädliches Färbemittel ist der Sast der srischcn WalNußschalen. Um den in diesen Schalen enthaltenen Farbstoss zu konserviren, zieht man die Farbe auö den Schalen der reifen Früchte mittels Aetkers aus. fügt der Aetherlösung eine Ehromsäurelösung bei, schüttelt durch, destillirt den Aethcr ab und reinigt den Rückstand mit eine: Mischung von Ehloroform und Pe!rolenmäther. Die so erhaltene Substanz färbt graue, weiße oder blonde Haare genau so, wie der Saft der frischen Nußsäalen zur Erntezcit der Früchte. Tapeten waschbar zu mach e n. Tapeten, welche in Herrenzimmern oder anderen Räumen vielem Dunst oder Rauch ausgesetzt sind, daher leicht schwärzen oder schmutzen, lann man vor oder nach dem Tapezieren leicht waschbar machen, wenn man sie auf folgende Weise präparirt: 2 Theile Borax und 2 Theile Schellack löst man in 24 Theilen Wasser und seiht die Lösung durch ein feineö Tuch. Mit derselben werden die Tapeten überzogen und nach dem Trocknen mit einer weichen Bürste glänz'nd geriebn. Dieselben gestatten dann das Abwäschen, ohne daß sich die Farben lösen oder verwischen würden. Crepe-lisse zureinigen. Ist der Stoff nur staubig und grau, je wird er in erwärmtes Mehl gesteckt und vorsichtig gedrückt und gewendet; bald ist das Mehl schmutzig, der Creplisse weiß, dann wird er ausgestaubt und zwischen einem Leintuch gebügelt. Zeigt der Stoff aber Flecken, so milß er in's nasse Seifenbad. AusGallseife und lauwarmem Wasser wird die Brühe hergestellt, in welcher man milthig das zarte Gewebe hin- und rrschweNkt, aber ja nicht zerren soll; der gereinigte Stoff wird in kalte Wasser nachgespült, zwischen zwei Leintüchern vorsichtig ausgebreitet und gleich gebügelt. So behandelt, wird er wieder wie neu aussehen.
DicenglischenSpitzbuben sind offenbar in argen Nöthen, da sie sich bereits an Kanonen vergreifen. Vor der Rotunde in Woolwich. einem zum dortigen berühmten Arsenal gehürigen Gcbäude. standen sechs alte Kanonen von dem Kalib und der staunten vorsintfluihlichen Gestalt der ..faulen Grcte". Kürzlich fehlten nun ein. 's 'Borgens zwei der stolzen Donnerbüchsen. Man wunderte sich über das außergewöhnliche Ereignis;, abe' da der einzige Mensch, der je für die Kanonen verantwortlich gewesen ist, unterdessen ebenso al1 geworden war wie diese selbst, so fühlte sich Niemand verpflichtet, etwas über ihr Verschwinden zu wissen. Schließlich nahm man an, sie seien nach der MilitärAkademie geschafft worden, zur Inftruction der dortigen Kadetten! Was diese von den faulen Greten'' lernen sollten, wurde nicht erörtert. Als aber
am nächsten Morgen alle Kanonen verschlounden waren, raffte sich selbst Woolwich zu der Erkenntniß auf. daß die Sache nicht mit rechten Dingen zugchen könne. Nun wurde die Nachbarschaft untersucht, und unvcrlennbare Spuren führten zu der Mwißheit, daß die Kanonen Nachts auf ein Gefäyrt geschafft und in der Richtung nach London fortgefahren worden waren. Was aus ihnen geworden ilt. ob die Diebe mit den sechs Kanonen zum Pfandleiher gegangen sind, odr o' sie sie in einen Schmelzofen geworfen haben, wird vermuthlich ein ewiges, tiefes Geheimniß bleiben. Die Ge schütze, die natürlich großen Werth als historische Reliquien hatten, waren von Messina und Bronze. Den letzten Willen crneS Sterbenden und seine testamentarisch ausgedrückten Wünsche pflegt man gewöhnlich gewissenhast zu erfüllen. Manchmal passirt es jedoch, daß die Erteil oder die Testamentsvollstrecker
des Verstorbenen durch die Erbschaft in nicht geringe Verlegenheit gebracht lvcrden. Das ist auch der Fall bei den Erben des am 10. Dceinbr verstorben nen Kardinals Hcrrero. ErzbischofS von Valencia. Wie von dort berichtet loird. lsinterläßt der Verstorbne letztwillig eine Summe von s000 Peseta! ($1n,oo()) dein ersten spanischen General. dem es gelingen würde, ein starkes spanisches Heer auf dem Gebiete der Ver. Staaten zu landen und für die tiedcrlage auf Euba und den Philip pinen blutige Wach? zu nehmen. Bis zliin Eintritt dieses glorreichen Ereignisses sollen die 5,0,"0 Pesetas in den Gcldschrättken der Bank von Spa nien rlibig schlummern; das Eapital wird, bevor es die Bank verlassen kann, sicherlich Zinsen gcnua bringen, um den nrnthigen Vollstrecker des patriotischen lei'tcn Willens" reichlich tu belohnen. ÄNN darf aber wohl annehiacn. daß die Erben des .Kardinals sich weniger rachsüchtig zeigen und die Mittel und Wege findi n werden, das merkwürdige, Vermächtnis; für ungiltig erklären zu lassen. D i e d r a h t l o s e T e l e g r a- ; ie hat wieder einmal ihren großen Werth für die Zwecke der Schitsfahrt bewiesen. Der holländische Dampfer ,.troo,.land", aus der Fahrt von Ant' tverpcn nach Icetv tyoxt, verlor tvestlich vom Leuchtthurm auf dem FastnetFelsen, einer Klipp an der Südküste Irlands, da Steuerruder und mußte infolge dessen seine Reise aufgeben, ouiittl'cheriveise war das Schiff mi. drahtlose? Telcgraphie ausgerüstet, und so konnte der Eapitän den lins all dem Vertreter der Linie in Antwerpen mittheilen und in weniger als V Stunden Anweisungen entgegennehmen. Außerdem waren dic Fahrgäste in die Lage versetzt, ihren Angehörigen zu melden, daß sie sich wegen ihrer Sicherheit nicht zu beunruhigen brauch ten. Bor Kurzem hat die drahtlose Telegraphie auch noch in einem andcren Fall praktische Dienste geleistet, indem ein aus Ainerika heimkehrendes deittsches Auslvandererschiff einem nach New Jork unterwegs begriffenen die Mittheilung zugehen ließ, daß auf den elektrischen Straßenbahnlinien in New ?)ort Englisch sprechende Auslranderer als Motorführer verlangt würden, wodurch ein Theil der Alls loanderer den Vorzug erhielt, sich gleich nach ihrer Anknnft in New ?)ork um die Stellen bewerlvn zu können. Znaraze wo (Bosnien) eilte d'.cjer Tage ein uiijiociutiro wahnsinnig gewordener Mohammedaner Namens Zikmauovilsch mit gezücktem. Messer durch die Straßen der Stadt. Überfiel hinterrücks einen elnhcimischen Kauflnaan und dann einen ljahrigen Knaben und vei letzte beide durch Messerstich lebensgefährlich. Zikmanovitsch machte dann noch den Versuch, einen in der Thür seines Geschäfts stellenden Fellhändler nitderzusteck)en. In dein kritischril Moment kam die Musik deö Iusauterie - Regiments No. Ms dcs WegeS. Der Regimentstam bour Dooracek erkannte sofort die Gefahr, in lvelcher die Passanten schlvebten, ließ hk Musik aufmarschleren, das Seitengewehl ziehen und den Todtschläger, welcher die Flucht ergreifen wollte, im Laufschritt verfolgen und umzingeln. Zikmanooitsch tvltrdc übertnaltigt. gebunden und der Polizei übergeben. n l a n i r e r r t o l e. HausHerr (zum Besucher): Auch eine Seltenheit: mein Dienstmädchen erzählt mir eben, daß es noch keinen GerichtsVollzieher gesehen hat! Der kleine Willy seinwerfend): Ja. die ist eben auck erst einen Taa bei uns!
Gissnbniin FahrplA.
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