Indiana Tribüne, Volume 27, Number 127, Indianapolis, Marion County, 20 January 1904 — Page 3
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Schuhputzer Rußland s Nennt Bcbtl die deutsche Regierung.
Korea's Soldaten
Süllen Unruhen veranstalten.
Die Situation In Osi-Asien. Besserung der preußischen uijtijLujc. König Peter in schwieriger Stellung. ErzHerxi und Gelehrtentochter.- Cbambedaitfs Htfc.
Tcntschlano. rdnungSrnf fUr Bebel. Berlin. 10. Jan. Die inti. men BezicHlingen zwischen Rnftland und Ttntfchland waren im Reichstage Gegenstand einer zeitweilig recht Hingen Dislnssion. ig wurde behauptet, daß den russischen Spionen besondere Unter stüpung in Deutschland gegeben werde. Die Socialijten hatten schon früher Notiz gegeben, dast sie die Angelegen heit zur Sprache dringen würden. Herr Hasse begann den Angriff. Er behauptete, daß Rußland eiw'n Ober Spou Namen Tardieck in Berlin unterhalte; derselbe erhalte ein Salair von jährlich 10000 und trage den Titel ircellenz. Ter 1. Assistent Tardicks habe so i'ime Beziehungen mit der deutschen Regierung, daß ihm deutsche Polizisten zur VersÜgung stehen und man gestatte ihm auch im Postamtc Briefe an in Berlin wohnende Russen durchzusehen. ')luch uuuen die Postsachen eines socialistischen Mitgliedes des Reichstages, das man im Verdacht hatte, mit ver Süchtigen Russen zu correspond'ren, dem Spion ausgeliefert worden. Ferner seien Russen, die in Deutschland wohnen, nur auf Ersuchen der russischen Regierung per Schub über die russische (Grenze gebracht worden, ohne jedes gerichtliche Verfahren, oder ohne ihnen das Privilegium zu gewahren, durch eine andere Grenze Deutschland zu oerlazsen. Der Minister des Auswärtigen 58a rvn von Richlhofen erwiderte, daß die Negierllng wohl wisse, daß russische Aaenten ikl Berlin anwesend sind, de ren Aufgabe e sei russische Anarchisten i überwachen, dab die Spitze! auch deutsche BUrger beobachteten, davon wisse er nichts. Die deutsche Regieruug müsse wohl oder Übel russische Anarchisten durch die russische Grenze abschieben, andere Lander würden sonst protestireu. Auf Antrag deZ Hcrrn Singer wurde gegen den Protest der Rechten zur Debatte über den Gegenstand geschritten. Herr Bebel eröffnete nun die Debatte mit dtm Bemerken, dah es üderhanpr Anarchisten nach deutschen Begriffen nicht in Rußland gebe. Selbst ein conservativer Mann, wie der Abg. Gras imburg würde, wenn er Em pfchlungen. wie er sie im Reichstage machte, in Rufzland unterstützte, nach Sibirien geschickt werden. Im weiteren Verlaufe seiner Rede, besonders auf die Auslieferung russischer Untertha nen anspielend, erklärte Bebel: Das Deutsche Reich entwürdige sich zum ..Schuhputzer Rußland'S. Dies? Bemerkung trug ihm einen Ord-
nungrnf deS Präsidenten Ballestrem ein. Die Liberalen Schrader und Barth schlössen sich in der Debatte den Socialisten an. Herr Spähn vom Centrum erklärte die Antwort RichthofenS für ungenügend. Fremde, welche sich anständig benehmen, sollten während ihreS AufenthaliS den Schutz des Reiches genießen. Auf eine Bemerkung von conser vativer Seite sagte Herr Richter, daß die Conservativen gerne russische Zustände in Deutschland sehen würden. ColonialDebatte. Berlin. 19. Jan. Der Reichs tag nahm heute die für Dentsch-Süd-weft'Afrika anläßlich des HerreroAnf standes nothwendig gewordenen ZusatzBewilligungen von 8705,000 in erster und zweiter Lesung an. Dr. Stübel. Direktor des kolonial Amtes, bezeichnete die Lage als ans nehmend ernft. Ein deutscher Posten im Norden des Herrero-GebieteS ist bc lagert, und Oytimbigne, eine MissionS Station südlich von Windhoek, wurde von den Eingeborenen besetzt. Ans einer Niederlage in JohannAlbrechts höhe, die sie plünderten, verschastten sich die Eingeborenen TropcnUniformen. Der stellvertretende Gouverneur von
Deutsch SÜdwestAfrika verlangt eine
FeldArttllerieBatterie. In dem Aufstandögebiete befinden
sich 1542 Weiße. Die Hauptursache
der Rebellton liegt darin, daß die Eingeborenen ihre frühere Freiheit nicht zu vergessen vermochten. Die Deutschen
betrachtcterr1N?erreroS alj, Bundesge noszen cWn die WitboyS. Bis 1806 blieben vie Herreros io) damals wurde der erste Aufstand unterdrückt. Dr. Spähn iientrnm) hielt eS für angemessen, daß da ganze Hans die Rimmg unterstütze, wenn auch der Aufstand in anderen Gründen zu suchen sei, als die Regierung behaupte. Be sonders sei über grausame Härte bei Schuld'Eitttreibuug durch Händler gegen Eingeborene geklagt worden. Bebel (Socialist) erklärte, er habe gegen rasches Vorgehen nichts cinzn wenden: übrigens glaube er. daß die HerreroS genügend Grnud zur Ver zweiflnng hätten. Die Socialisten ent halten sich bis aus Vorliegen fernerer Information der Abstimmung, ohne damit ihrer allgemeinen Opposition ge gen die lolouil.Po'itik zu präjudi ciren. Andere Redner erklärten sich kurz für die Bewilligungen, sich Kritik auf eine mehr paffende Gelegenheit volbehal tend. Günstiger Bericht. Berlin. 19. Jan. Im Abge ordnetenhanse wurde Herr Kroecher zum Präsidenten und die Herren Porch und Kraus zu VicePräsidenten er wählt. Als Finanzminister v. Rhein baden das Budget vorlegte, erklärte er, daß er die angenehme Mittheilung ma chen könne, daß durch den Ausschwung im Handel ein Ueberschuß von 85,500... 000 zu erwarten sei, statt des gefttrchteten Deficits von 817.750,000. Auch würde man in 1904 keine Anleihe zu machen brauchen. Serbien. Peter vor der Abdankung. W i e n. 19. Januar. Nach einer Meldung aus tzetenje. Montenegro. will König Peter vvn Serben dem Thron entsagen und den Mächte öie Ernennung seines Nachfolgers über lassen. Der Fürst von. Montenegro soll von Rußland den Auftrag erhalten haben, der Patron von Serbien zu werden. Peter hat angeblich die Unhaltdarkeit seiner Stellung anerkannt. Die Angelegenheiten in Serbin verschlimmern sich täglich und verursachen größte Besorgniß in Rußland und Oesterreich. Die serbischen Verschwö rer drohen offen, sich an Europa zu rächen, indem sie sich der für Frühjahr erneuerten neuen Revolution in Mace donien anschlössen. Oesterreich'Nngarn. Erzherzog und Profes s o r s T o ch t e r. Wien. 19. Januar. Nach der Zeitung" steht Erzherzog Ferdinand
Earl. Neffe deS Kaisers und Bruder deS vermuthlichen Nachfolgers Franz Fer
dinand, im Begriffe die Tochter des Herrn Emanuel Czahr, Professor der Mathematik an der hiesigen Universität. zu heicathen. Er lernte das Mädchen in Prag kennen, wo er eine Brigade kommandirte. Die Verwand ten beider Parteien machen energi'ch Anstrengungen, den Erzherzog von sei nem Vorhaben abzubringen. Die in Aussicht genommene Braut ist 28 Jahre alt. Spätere Depeschen melden, daß Earl den Heirathsplan aufgiebt. Rußland. JmpofanteHandlung. St. Petersburg, 19. Jan. Der Zar vollzog heute unter den üb lichen Eermonien die Segnuug de? Gewässer von einem ofienen Pavillon an den Ufern der Neoa. Sämmtliche fremde Diplomaten wohnten dem imposanten Schauspiele bei.
Kurze Depeschen.
E m p o r i a, KanS. 83 Stück Hereford ZuchtVieh, E. A. Howard gehörig, sind mit einem Verlust von 825,000 verbrannt. A n n a p o l i S, Md. General Adjutant I. S. SaunderS von der National.Garde ist 68 I. alt gestorben. Er machte den Bürgerkrieg auf con föderirter Seite mit. Pilot G r o v e, Mo. Bei der Entgleisung eines Passagierzuges der Miss., KansaS & TexaS Bahn bei Boonville wurden 2 Zugbedienftete und ein Paffagier oerletzt, jedoch Niemand getödtel.
Seoul, KJ. Jan. Rußland be schwert sich, daß knreauische Soldaten Unruhen Veranstalter:, ttorea antwor tei. daß Rußland sich nicht eiuzu mischen habe. Die Spannung in Seoul ist groß und die dortige Presse greift die Fremden aus Bitterste an. Die russischen und englischen Gesandt schaften habn ihre Wachen vecstärlt. Rufs. Truppen n o r d w ü 7 t s. Port Arthur. 19. Januar. 400 russische Truppen gehen morgen nach dem Nuiden ab. S. nst sind die Berbältuiffe normal; Familien haben den Ort nicht verlassen. Gesuch? von Korrespondenten, die Truppen begleiten zu dürfen, wurden alle mit der Begründung abgelehnt, daß man keine Feindseligkeiten erwarte. kie hiesigen Behörden erklären ent schieden, daß Rußland keinerlei Jnter ventionSAbsichten hat, selbst nicht, weiln Japan in Verletzung der bestehen' den' Verträge fortfahren sollte, kleiue Abtheilungen in Korea zu landen, was nach Behauptung der Russen schon jetzt geschieht. St. Petersburg, 19. Jan. ist jetzt ein offenes Geheimniß, daß die japanisch? Antwort entschieden ablehnend lautet und daß den sehr hdf lichen Ton eine große Festigkeit in der Stellungnahme begleitet. iigland's japan..sreundliche Politik erregt ernste Aufmerksamkeit und man ist der Ansicht, daß Rußland in Wirk lichkeit eS mehr mit England als Japan zu thun hat. Viele Politiker verlan gen. Rußland solle eine Demonstration gegen die indische Grenze veranstalten und eine agresstve Taktik in Persien txgreifen. Diplomatische Kreise besprechen die eisige Aufnahme, welche jüngst der bri tifche Botschafter beim auswärtigen Minister Lamsdorff fand. . mn den höchsten Kreisen herrscht große Erbitterung gegen England uud auch geen Amerika. Die Melduug der Kölnischen Zeitung über eiue bevorstehende Begegnung zwi scheu den Zaren und den japanischen Gesandten Hunno entspricht nickt der Wahrheit. Der Bericht wird amtlich dementirt. bestätigt wird, daß Rußland bei Mthcilung an Japan über die Mo crlknnuug der Vertragsrechte in der Mgndschurei. ausdrücklich fremde An siedlungen hiervon ausuimmt. Ferner sotten die Ver. Staaten informirt sein, daß Japan zur Bestreitung dieses für die HmidelS'Privilegien vitalen Punktes gewillt sei. Peking, 19. Jan. Die in ching - Wang Tao iinü Shan-Hai-Ktvan stationirten ruff. Truppen sind
nach der Mandschurei abmarfchirt. Großbritannien. Erfolgreiche Rede E h a m 1 d e r l a i n s. London, 19. Jan. In der Gnildhall sprach heute Josef Ehambec laiu vor einer dichtgedrängten Ver sammlung, die ihm eine groß? Ovation bereitete. Er erklärte, die Haupt-Handels-lautren des Landes seien über seine ZollVorschläge sistirt worden, die Ansichten der Bürger v. London dagegen noich nicht bekannt. wünsche vor der Parlamentserdffnung zu wissen, wie die Männer in der Hauptstadt übtr seinen Plan den
ten. Er legte darauf seine wohlbe kannten fiscalischen Ansichten dar. Er zwelfle, ob London's Stellung aU Clearing House" der Welt bei Beibehaltung deS alten Fiscal'Aber glaubeus fortdauern könne. Bevor es zu, spät sei, möge man uns dem Schick sal Venedigs. Hollands und der Hansa Städte lernen, deren Größe geschwun den sei. weil keine produktive und schaffende Energie hinter ihnen stand. .Es wurde zwar nicht abgestimmt, akjer der große Enthusiasmus der Mit glieder der Börse, die Chamderlain zu seinem Wagen geleiteten, und de? starke Applaus konnten dem früheren Colonial'Minifter zeigen, daß die Zu Hörer sich in voller Uebereinstimmung mit ihm befanden.
Der Zapftnftreick"
Wird zum Zankapfel.
Berlin, 19. Jan. Bcyerlein's
Zapfenstreich", das vielerwähnte Mi i
litär Schauspiel, de3 Verfassers von Jena oder Sedan", welches schon in einer großen Anzahl von Garnisonen ans den Index gesetzt ist, wachst allgemein zum Zankapfel zwischen dem Ber liner Hof und verschiedenen anderen Residenzen aus. Großherzog Ernst Li'dwig von Hessen und Großherzog Friedrich Franz IV. von Mecklenburg Schwerin Pntronisiren das Stück ostentativ, und weder am Darmstädter noch am Schweriner Hofe scheint man die geringste Neigung zu verspüren, sich in dieser ausgesprochenen Vorliebe ir gend wie stören zu lassen, noch auch einer Pression von anderer Seile nach zi'gebcn Ebenso ostentativ aber verbie ten die Militärverwaltungen in den ihnen unterstellten Garnisonen, der AllsjÜhrung des ZavfenstreichS" bei zluvolinen. Namentlich der Großherzog von Hessen scheint c3 förmlich darauf abgesehen zu haben, den Berliner Hof möglichst oft zu ärgern. Auf diese Absicht wird auch der merkwürdige Verkehr des Fürsten mit sociali tischen Abgeordneten zurückgeführt, wor wer man an maßgebender Stelle in Berlin höchst wüthend ist. Auch die Theilnahme des Großher zogs an der Weihnachtsfeier der Hand werksburschen in Darmstadt hat in hie sigen allerhöchsten" Kreisen gewaltig verschnupft, und man ist darauf gefaßt, daß durch die vielen Zapfenstreich"Verbote noch immer mehr Oel in's Jener gegossen werden wird. Frankreich. Die P an a m aF rage. Paris. 19. Jan. Beinahe alle Republiken von Südamerika waren in der Massenversanimlung vertreten, die George Thiebaud. einer der Activ' närc der PanamaCanalGesellschaft, einberufn! hatte. Die (5 anal - Frage wurde erörtert und die Gesellschaft ween schlechter Verwaltung kritisirt. Be sonders wurde sie wegen ihrer Stellung ilahme zir. neuen Republik Panama und wegen ihrer Unterhandlungen mit den Vereinigten Staaten durch die He. chel gezogen. Es wurde behauptet, daß die Panama-Eanal'Gesellschast und die Vereinigten Staaten die Revolution angezettelt hätten.
Jubiläum der oudsbörse in London.
Adelige Zlaullente. Pmcu mit Herr, der tusltttn (ftcfttlftfiaft in, limUe Merkurs. Ciniae Mitglieder des englischen Lldel yabeii sazon vor Jahren beconnen. in London unter ihrem vollen Namen Kaufläden zu eröffnen, die sich größtentheils aU sehr einträgliche Untcrne!)munen erwiesen haben. Beson dcrö wenn sie bekannten Damen der Gesellschaft gehören, werden sie von dein Publikum mit besonderer Vorliebe patronisirt." Die Folge ist, daß i::.n:cr mehr derartige Geschäfte ent stehen, und gleich '.eilig haben die DaMkN begsnnen, für Geschäfte und Fa bnlcn aller Arten gewissermaßen als Reisende zu ivirlen. ind:in sie ihren Freunden und Freundinnen die betreffenden aaren anpreisen und dafür eine ante 5lomnlission ausgezahlt erhalicn. itabi) Wattvnj tocir eigentlich die erste Dame der Gesellschaft, die tri wagte, in London unter ihrem vollen Namen und Tii?l einen Laden aufzumachen nnd zlvar in der fashionablen Bond Street. Pik lieh üjrc irnia in großen weitlun sichtbaretl Buchstaben über Kern Geschäft anbringen, llebrigens war das Unternehmen ein rein philanthropische, denn sie verkaufte dort nur die Arbeiten der Schülerinnen der von ihr eingerichteten Schulen in Warwictshire. und die I5ri riiciruffe kamen wieder diesen Schulen zu Nntzen. '.'ils die Gräfin aber erfubr. dast sie als Inhaderin eines Ladens nicht bei Hofe erscheinen könne, verlauste sie da Ge schaft wieder weiter. Viele andere Tarnen der Gesellschaft, die nicht bei Hofe oerkehren. führen Geschäfte unter ihren Naiuen ruhig weiter. Lady Esser zum Beispiel hat mit Mrs. Williams eine Waschanstalt in Coonibe. Lady Elphinstonc ein KonfektionSgeschäft in Maddox Street. Rcuerdiugs hat die Hon. Ac'rs. Archibald Tnrnour ein Putzmacheretablisse:ment in Bond Street eröffnet, ähnlich wie das der ebenfalls in der Gesellschaft wohlbekannten drei Misses Wilson in Hanovcr Square. In Duke Street hat Mrs. Guy Bethell, deren Gemahl ein naher Berlvandter Lord Westburys ist, einen kleinen Möbelladen. Auch Herren betheiligen sich sehr aktiv am Geschäft. Sir Henry de Bathes Sodn hat eine Motorcarniederläge eröffnet und Mr. (5. S. Rolls. Lord Llangattocks Sohn, ist dabei, ein ähnliches Geschäft zu eröffnen. Man möchte sagen. eS ist mit einem Mal Fashion geworden, nebenbei auch ein bischen zu handeln, und vorläufig sind die Grenzen noch gar nicht abzusehen, die diese neue Passion der Fashionablen einhalten oder überschreiten wird.
Aerzte.
Z Trölllici'. Gatte: Also fnßfr.ic Kleider sind modern? Da wirst Du natürlich wieder von all Deinen Roben die Schlepp? entfernen lassen müssen?" Göttin: Beruhige Dich, Emil! Ms den Schleppen laß ich Dir die schönsten Schlipse machen'"
Man schreibt aus London: Ohne Sang und 5Nang ist das Jubiläum des hundertjährigen Bestehens der Royal Exchange" voriiberaegangen; im vorigen Jahre hätte es gefeiert werden können, denn im Jahre 1802 wnrde die Londoner Börse eröffnet. Bis dahin wurde der Handel in Fonds in primitiver Weise betrieben, theils im Freien in Change Allen", theils in einem Cafe in Cornhill und theils in einem Zimmer in der Bank von England, wo indessen nur Confols gehandelt werden durften. Nach und nach war die Zahl der Interessenten auf Hunderte angewachsen, und man beschloß, eigene Räume zu erwerben, und zwar in Chapel Court, gegenüber der Bank von England. Es wurden 400 Antheilscheine 50 Pfund Sterling ausgegeben, und dieses Kapital erwles ub während fast eines halben JahrHunderts als genügend. Dann tvurde das gegenwärtige 'Börsengebäude errichtet, welches Königin Bictoria im Jahre 1844 feierlich eröffnete, und die Ausgaben hierfür und für nachfo!gende Erweiterungen und Verbesserungen beliefen sich auf über 2fä Millionen Dollars. Die Londoner Börse steht in keiner Weise unter Aufsicht irgend einer Behörde, doch haoen die Mitglieder selbst strenge Reaeln festgesetzt, denen sie sich unterwerfen; so darf u. A. kein Mitglied der Fondsbörse sein Geschäft innonciren. was alljährlich in Erinneruna gebracht wird. Ueber der sit-
testen Jnnehaltung all der selbstge- '
wählten Regeln und Beschränkungen wacht ein Comite von Mitgliedern, das mit absoluter Macht ausgestattet ist. Es hat das Recht. Strafen zu verhängen, Suspensionen und sogar AuSschliehungen von der Börse U verfügen, und gegen seine Beschlüsse giebt es keine Appellation. Die Mitglieder theilen sich, wie man weisi, in ..Brokers" und Jobbers". Die erste-
ren sind Commissionäre, ttc mir dem '
Publikum arbeiten, und zwar tN auen Wüthen, welche zur Notirung kommen. Der Jobber" verl-gt sich uf Specialitäten und handelt nicht mit Outsiders". Der Mitglieder - Beitrag ist 80 Guineas ($158) jährlich. Neue Mitglieder zahlen ferner ein Eintrittsgeld von 500 Guineas ($2.625) und müssen außerdem noch drei Bürgen für je 500 Pfd. Sterl. ($2.500) stellen, welche vier Jahr haftbar bleiben.
Am korcanisknen Hofe. In Seoul, der Hauptstadt Koreas, wurden unlängst die Hosfcstlichkciten, die am J.hrec'tage der UnabhängigkeitSerklärung Koreas stattfinden sollten, wegen einiger betrübender Borfälle in der kaiserlichen Familie abbestellt. Zunächst erkrankte ein Pr:uz. der Sohn der Lieblingsgattin Eum. an den Ma fern: dann stich dein Kaiser selbst ein Unfall zu. Die koreanische Zeitung Hoang - Sveng" schrieb darüber: Während des gestrigen Frühstücks brach Sr. Majestät ein Zahn entzwei. Ter Borsteher und die Angestellten der kaiserlichen Küche wurden abgesetzt und werde zur Bestrafung vor Bericht gezogen." Ein auf der Durchreise in Seoul weilender amerikanischer Zahnarzt wurde sofort zum Palast beschieden, und eS gelang ihm. das Uebel zu beseitigen, wobei er sorgfältig jede AnWendung von Stahlwerkzeugen vermied, um den hohen Kranken nicht zu erschrecken. Das Gericht verurtheilte den Küchenvors'.eher zu dreimonatiger Gehaltsentziehung. Der Kaiser ließ ob der großen Leistung dem Amerikaniscben Zahnarzt 1000 Jen (etwa an $500) auszahlen. Zur Feier der Genesunz des Kaisers und seines Sohnes wurden große Festlichkeiten veranstaltei. Cnfel Sams Trtiuhcport. Laut einer Statistik des HandelsDepartements in Washington. D. C., haben die Ver. Staaten im verflossenen Fiskaljahre nahezu 4.000,000 Paar Schuhe im Werthe von über $6.000.000 ansgcf'ihrt. Im Jahre 1893 bezifferte sich dieser Werth noch auf $750,G0a Mehr als 60 Länder und Kolonien beziehen Fußbekleidungen von Onkel Sam. Die Hauptkunden in Europa sind England, Teutschland, Belgien, Frankreich, Dänemark und die Niederlande, und zwar hat England im letzten Jahre 986.154 Paar Schuhe nild Stiefel im W-rthe non $2.128.958 von der Union gerauft; Deutschland 189,198 Paar im Werthe von $337.083. Frankreich 45.099 Paar zu $109.874. Das oritische Nordamerika. Kuba, Mexiko und Australien nahmen den Ver. Staaten je 400,000 Paar Schuhe ab. England führte im Jahre 1903 rund 9.500.000 Paar Schuhe im Werthe von $9.229.000 aus. Ter Werth der amerikanischen Schuhwaaren ist etwa 60 Prozent größer, als der von England ausgeführten Schuhe und Stiefel. Während das Paar englischer Schuhe auf 97 Cents steht, bringe amerikanische Schuhe im Auslande durchschnittlich $1.56. Die Zahl der Dcposit o r t n in den amerikanischen Spardanken ist von 3,666.672 im Jahre 1903 auf 7 035.228 im Jahre 190. gestiegen.
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Verunglückte Schiffe. Nach dem Berichte des General-Su-perintendenten S. I. Kimball vom Lebensrettungsdienst verunglückten in de.n letzten Fiskaljahr 346 Schiffe mit 3682 Personen an Bord, von denen 20 umkamen. Tie Schiffe mit ihrer Ladung hatten einen Werth von 8.848.. 215. :oo?on $7,683,580 gerettet wur den. Außerdem wurden noch 351 kleinere Schiffe (wie Segelboote, Jollen etc.) von Unglück betroffen, wobei vier Personen umkamen. Die Leoensrettungsslation.n retteten, respektive unterstützten 573 gefährdete Scbiffe und leisteten 438 anderen Schiffen Hilfeleistungen aller Art. Im Ganzen gibt eL 273 Lebensrettungsstationen in den Ver. Stacten, wovon 196 am Atlantischen Ozean und am Golf, 36 an der Pacific-Kü'stc, 60 an den großen Binnenseen und eine bei Louiöville, Ky.. gelegen sind.
