Indiana Tribüne, Volume 27, Number 126, Indianapolis, Marion County, 19 January 1904 — Page 3

Jndiana Tribune, 19 Januar ifioi.

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Aerzte.

Dr. L. H. Herbert, Deutscher Ar;t Graduirt Rftifevt Nnivers. WlM, 120 Cft Cbio Ztr., Van vorhis Sdäud

Girkchti,nke

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A.M. t M.

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OR.C L. RITTER, View ton l.,i,rool wcvaude.

Aussichten wesentlich lichter. Russisch-japanische Berhandlungen eröffnen Weg zur Schlichtung.

.'vnvro Allfstand. Die Revolution in San pommgo. Uruguay Etappen siegreich. UNsere asiatische flotte.

Rauhe Reiter Rvosevelt's sucht t'cbadui) für seine ,,Wahr Mude."

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K.

tyfnttftmt.

Cftosien. Friedenspartei im Steigen. St. Petersburg, Jan.

na. m z-uhr ynm ach ist durch des Zaren persüu-

4UIIHa,l, ... ... . w ... rt. t. cvi.

ncue lngrelten oer imhtiuk oer ,riedenSpartei im Steigen. Besadrasoss. da! Haupt der Kriegspartei, ist in' AtlSlattd gtzgSSge, der friedlich gesitittte Minier amSdorsj ist völlig völlig re b n b 1 1 i t i r t uud Btcekönig Alexe jesf hat sich bei den ttuterhaudlungeu inehr nach dein auswärtigen Amte zu richten. Krim Allmacht ist beschnittet und er darf ohne leitehinigung des Zaren seinen entscheidenden schritt auorduen. Auster in LamSdorff, hatte die Frie den 'Partei eine starte Stiipe in Herrn Witte, dem Pnlsideuten des Ministerrathen, der alle Energie aufwandte. um einen Conflict zu vermeiden. Bei den kürzlichen Staatsraths-Sipttugeu trat Witte mit der alten 8mMfalri1 sfti den Frieden ein. darauf hiuwelscnd. daß Rußland durch einen Krieg nichts gewinnen, dagegen Alles verlieren tonne. Angeblicher Tod Tun g F n S i a u g S. Peking. 18. Jan. Der l5omMandant der russischen (GesandtschaftWache ist znm Stäbe Alereff'S commandirt. In Verbindung mit der Abreife russischer Truppen nach Tient-

sin erregt dies Kommentare.

Wirthschastö - Uebernahme. Hlevmlt x aefi. Anzelge, bis ick die l irher unter dem Name ''The Belnioiit" bekannte A!lrtl)fchaft 6cke Madison Ave. und Morris Str.

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Mandschurei auerleuut uud andere Zu gesjandttisse macht, den Vorwurf eines Braches auf Japan abladen. Die meisten Blatter üufzeru sich stieb lich. wobei eine eituug eS fltr befrem dend ertlürt. daß Rußland die fried lichen Worte zuerst über den Weg von Awerita zu H0m, bekomme. Die ..Novoe Vremlza". die VermittlungSmeldungcu beziialich Amerika?. KttMl reich uud uglaud'S besprechend. fra.it. ob ein solches Borgehen ange ftchtß der Aeup.eruugeu des Kaisers im Winterpalast wohl nothwendig sei. pan sei in iibler .'age und brauche gr'j'en Takt, um die (Gefahren zu oerme'deu. die sich auS den Diei.st'Attge' boten seiner eifrigen Freunde ergeben. ( e s ch i f t s s ch l U s s e j a p a n. B ante n. Vor! 1 5 thu r. 1. Jan. Die japan. Banken beenden rasch ibrc Oe schafte in der Mandschurei; Japan fucht Agenten dafelbst und in Korea, um angesichts der eiligen Abreise japa' nifcher Bewohner der Regierung über die russischen Bewegungen zu berichten. Die Besetzung von SinMiN'Tuu, tt) Meilen westlich von Mukden. durch die Russen, ist jetzt eine vollzo.ieue Thatsache. Ja p. Gesandter zum jaren. K öl n. 8. Jan. Nach einer Pe

.in belgischer Missionar meldet denlpurger Depesche der Kölnischen jei-

Tod von Tuns, Fu Siang. Es ist die$ der frühere . Commandeur der NordArmee, der in Folge Betheiligung an der Boxer-Bewegung degradirt wurde. Er erhielt lebenslängliches lefängttik und foll eine Zuflucht itt der Mougolei gefunden haben, wo a'lch Prinz Tuan angeblich verschiedentlich Truppeu sammelte, um gegen Peking zu marschirm. Tung'S Tod wurde fckon häufig gemeldet, stets aber wieder demeutirt.

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Die V e r h a tt d l u tt g c N. S t. Petersburg. 1. Jan.

Der Korrespondent der Assoc. Pref.

kann auf (rund hoher Autorität Nach-

stehendes über den derzeitigen Stand

der Berhaudluugeu mittheiln;

Rußlaud erkennt Japan'S Vorherr-

schaft in Korea und Japan Rußland'S

Sonder'Stellung in der Mandschurei

an. wel Hauptfragen smo nocy zu erledigen: Die russische Forderung nach einer neutralen Zone auf der loreani

scheu Seite des ")alu, der Japan da

Bedangen nachincm neutralen Streifen auf der mandfchur'fchen Seite gegenüberstellt. Auch einige larautien betreffs der Mandschurei hat Rußlaud bis jetzt nicht bewilligt. Indessen gilt die rnff. Versicherung betreffs der offenen Höfen als Zugestüudnid in dieser Richtung. Daß die beiden Mächte nicht mehr so

weit etttfernt sind, erhellt aus Aeuste ruugeu des jap. Gesandten Kurir.o. der eS nicht der MUhe werth erklärte. Über die jetzt noch streitigen Fragen zu den Waffen zu greifen. Concentration der amer. Flotte. Manila. 18. Jan. Biceadmiral Evans. Eommondeur der asiatischen Flotte, traf heute auS Honolulu mit dem chlachtschiffgefchwader ein. Bice tomiral Stirling. Eommandeur deS Philipp. Geschwaders, ist aus Hon kong auf dem Rainbow" angekom men, Biceadmiral Eooper, der das Kreuzergeschwader befehligt, wird mor gen erwartet.

Nachdem die ganze Flotie in afiatj. chen Gewssertl versammelt ist, werden alle verfügbaren Schiffe nach Olon gampho zu ManöverZmecken beordert. Admiral EvanS erhielt in Gua m Befehle vom MarineAmt, eine Begeg uung mit rufstfchen nnd japanischen Schiffen thunlichst zu vermeiden. Schuld fällt auf Japan. St. Petersburg. 18. Jau. DeS Hären Friedens Versicherung am ReujahrS'Empfang, 14. Januar, wird von den auswärtigen Diplomaten als eine der Welt gegeoene Bürgschaft zur Wahrung des Friedens betrachtet. Austerdem wUrde die Garantie, dah Ruhlaud die offnen Häfen in der

tinjg wird der japanische Gesandte vom

in einer Sonder-Audien; empfangen. Auf das Ereigttiß setzt man grosze Hoffnungen. Äukland. (Entschädigung bei U N fällen. Moskau, l. Jan. Das Gesetz,

'welches für alle Unfälle von Fabrik

nur Grubeuarbeiteru eiue JwangS Entschädigung einführt, eine der wichtigsten Masmahmen unter der gegen markigen Regierung, ist in Kraft ge treten. im Todesfälle ist ein Jahrgeld nicht blos; der Wittwe und den gesetzmäßigen Kindern zu zahlen, sondern auch den unehelichen Kindern, deren Müttern uud Ak.optiv-Kindern. Das Jahrgeld 'ntspricht 2f0 Lohntage deS JabreS. während daS durchschnittliche Arbeit?jähr nur 220 solcher anfweift. Da zuverlässige Stalistilen"nicht er häßlich sind, so lehnten die BersicherungS'GeseUschaften die AuSqabe von Unfall'Policen, außer zu ungeheuren Prämien, ab. Die Ardeitgeber haben sich darum jetzt zuZgegenfeitiger Berfiche ruizg verbunden.

San Domingo. Der Fall von Puerto ? P l a t a. Puerto P l a t a, 18. Jan. .Die RectierungStruppen. die soeben die Stadt .innabmen, waren W Mann stark. Die Eommandeure des amer. Kreuzers Detroit" und des britischen ..PallaS" stimmten der Uedergabe unter der Bedingung zu. daß die Truppen die Waffen niederlegen und sich auflösen. Hur Wahrung der Ordnung sind starke amer. und britische Abtheilungen geland?t. Washington. 1. Jan. Zach einer Depesche vom Commandeur der Detroit" ergab sich die Stcdt bediti gujtgSloS an MoraleS. ES herrscht vollkommene Ruhe; unter Nicht. Eom baitanten kamen leine Unfälle vor. ebensowenig Zerstörung von Eigen th'tM. Nruttuaii. 'Niederlage der I n f u r -g e n t e n. BttenoS AyreS. 1. Jan. Die RebeNen wurden nach einer dluti gen Schlacht bei JllescaS geschlagen. Taravas, der Fllhrer der Revolution, soll bei Mauzavillagra verwundet wor. den sein. Gen. Muniz. Befehlshaber der Re gierungS.Truppen, verfolgt die Revo lutionüre.

L o n d o n, 1. Januar. JaqueS Lebaudy. der Kaiser der Sahara", will Offiziere uud Unteroffiziere für feine kaiserlich uoe aus Großdritan rii und Amerika anwerben nnd demnü.s! den Präsidenten Roosevelt bitten, ihm für diesen Hweck einige der Cffij ziere seiner früheren ranhen Netter empfrlen zu wollen. Die Kaifer-Gardc foll aus 2 Batail lonett bestehen. Dentichlattd. Westindisches G es ch w a d e r. Berlin. 18. Jan. Der Befehls. Hader des westinoifchen Gef.'iwaderS ist angewiesen, die derzeit in Havana be kindlichen Schiffe nach amer. Häfen zn fcnden. Die Bi'teta" geht nach New Orleans. Falle" nach Mobile. Ala.. l'zelle" nach Galveston, Ter. D i e R e b e l l i o n n b e n o 1 o n i e n. B IX t n, 18. Januar. Weiteren Nachrichten auS S. W. Africa znfolge morden die HerrcroS Ansiedler und dre-

neu itt weitem Umhcife Heimstätten

nieder. Die deutschen Eolonia! Truppcn in den verwüsteten Distrikten sind den Eingeborenen gegenüber bei weitem numererisch nicht gewachsen. Der Reichskanzler legte dem Kaiser gestern die Depesche über die Angelegenheit vor, worauf dieser Kriegsmiuister Einem und Staatssekretär der Marine Ttrpip holen ließ. ES wurde beschlossen, den Reichstag um sofortige Erlaubnin zur Absendung von Berstärkuugeu zu ersuchen. Im Reichstag.' ergriff der Kanzler hente sofort nach dem Zusammentritt daS Wort, inn über die gefährliche Lgge der deutschen (Monisten zu berichte. Die Herreros hätten Anttedl.'r tlmgebracht, Häuser zerstört lind vielen deutschen Pionieren ihr Bich weggetrieben. 'jcle d'.'r Ansiedler seien nach den Slationeit gefloheit. Der Ausstand sei zu einer Zeit ans. gebrochen, als ein großer Theil der to lonial - Truppen den Bo.idelszwartStamm unterwarf. 20 Tagemärsche entfernt. In Folge dessen bedrohen die Eingeborenen jetzt ernstlich verschiedene Stationen, und sogar Wiudhoet selbst. Die Regierung habe vor den letzten Depeschen .",00 Matin zum Dunft berltsen: die Abfahrt könne aber nicht vor dem 30. Januar erfolgen. Die ernste Lage mache -die sofortige Abfendung von 50Q Mann Marine trappen, außer den übrigen Abtheilungen, nothwendig. Diese Tr ippen. nebst Geschützen und Pionieren, w.rden am Donnerstag auf einem Lloyd' Dampfer eingeschifft und treffen aut 18 Februar in Swakopmund ein. An demselben Or!e wird !)eute das Kano

nenboot Habicht" erwartet, ferner am

3. Februar 2.T) vorher abgesandte Soldaten. Das deutsche Bolk. sagte der Kanzler, werde dem Hilferufe der treuen Diener deS Staates uud der Eolouisteu ent sprecheu. Nach eitler kurzen Bemer kung über die nolhwendigen Fonds erklärte der Kanzler, daß dieselben nach, trüglich unterbreitet würden. Der Reichstag zollte der Erklärung des Kanzlers lebhaften Beifall nnd ging zur regelmäßigen Tagesordnung über. Kaiserin unwohl. B e r l i n. 18. Jan. Die Kaiserin leidet an einer lochten Fuß-Berletzung. so daß die auf 20. Jan. anberaumte

Borftellung von Hof.Debutantitinen bis zu einem der Hofbälle verschoben werden mußte. udasrika. Zerstörende Fluth. B l o e m f o n t e i n. Orange River Eolonte. 18. Jan. Durch eine Ueber schwemmuttg wurden gestern hier 3 Hotels uud viele Privathäuser zerstört; außerdem ist Berlust an Menschenleben zu betlagen. Hunderte sind obdc chlos 98 Personen sind ertruuken, 176 Häuser zerstört.

St. Petersburg. Das Za reti'Paar kommt diese Woche von Tzarkoe.Selo zurüct. Die Kaiserin ist wiederhergestellt.

chiffönalhrichtttt. Angekommen. Philadelphia: FrieSland" von i'ive Pool. New ')ork: Sicilian" von Neapel und Genua: Gcrmanic" von Mar feilleS. St. JohnS. N. F.: arthagenian" von Glasgow nd Liverpool. Liverpool: Jverrna" von New V)orl. Genua: Hohcnzollern" von Neu? ?)ork. Abgefahren: Genua: Liguria" nach Neu) 7)ork.

Auf Dem siciinritt. Lkie vvn X, on Wtenberq. S-ie sollte kokett sein?" DaS hatte n ihr gesagt, der dort mit dev ver schlossenen Zug um den Mund uno dem tief ernsten Gesicht neben ihr ritt. ttokett! Es war emporend! Die kleine rtnd krampfte sich um die Zii liel. die sie hielt, kokett, nur weil sie sich gern den Hof machen ließ, sich freute, lvirkli harmlos freute, wenn sie gefiel! Ja. tvar es denn ein Berbrechen, zu gefallen?" 2e hatte ihm geantwortet, gereizt, bitter, tief gekrankt von seinen ihr ungerecht dünkenden Borlvürfen. und da war daS Wort gefallen, das sie schied, das kleine, schieksalschlvere Wort, das sie für immer trennen sollte. Wer hätte gedacht, daß der so fröhlich begonnene Tag so trübe enden iviirde? Wie lustig war es beim Jagdfriihstiict gc.ve sen mit dem kleinen Ulan als iiMi berrn. der sich in ieben!vürdigkeiten öherbot. Wk hatte sie gescherzt und gelacht. Der Hubert war ein Brummdar. solch ein diüerböses Gesicht zu schneiden. Und dann das ganze, flotte Getriebe der Parforcejagd beim Stell dichein. Wie ein Ranfch war sä über sie gekommen von überquellendem Frohgefüh! und wilder Reiterluft. Ksu wus'.te sie, daß e"- nicht Hubert. ihrBerlodler. geivesen. von dem sie sich in den Sattel heben ließ, sondern wicrer der Ulan. Sie hatte die beste Absicht gehabt, mit Hnert at reiten, sich darauf gefreut, mit ihm gemeinfam an d:r Jagd theilzunet)sn, warum mttßte er aber auch gerade mit feinem schulmeisterlichsten Ton vouihr verlangen: Luise, du bleibst'n meiner Seite." Bei diesem herrischen Ton flammte ihr Trotz Stolz nannte sie es bei sich auf. Sich Hofmeistern, sich in Gegentvart von anderen von ihrem Verlobten lvie ein Kind behandeln zu lassen nein!" Nun gerade nicht!" Ohne ein Wort zu erwidern, hob sie die Peitsche. Der scharfe Gcrtcnhicb sauste nieder und traf die Flanken des Thieres, daß es in ein paar mächtigen Landaben davon fetzte. Zufall war es ge;oesen gewiß nicht Absicht, wie es Hubert ausgelegt, daß sie. als es ihr gelungen, ihr Rsß ,n zügeln, sich gerade nebe jenem jungen Ulanenoffizier defand, der sich nun dicht an ihrer Seite hielt, mit Lachen und Zuruf sie tlnd die N-ra zu immer gröfcr.7 raftleistung anspornend. Im tollen Uebermuth des wilden Rittes war Hubert und der Acrgcr über sein Beneh men bald vergessen. Was konnte sie dafür, daß ihre Rora schneller t?ar als sein schwerfälliger Harald! Wie im Flnge ging es iiber die Hecke und den Wassergraben, jetzt durch den Wald d"iiHunden nach und nun bergab durch d e berühmte Sandkussel. Um Gotteswillen Borsicht. Luise'. Langsam, langsam, die Zügel fester!" Das war Hubert, der es dicht hinter ihr rief. Ach toas! Sie wußte allein, was sie u thun hatte " Ganz unnötyig bekam daß Pferd den Sporn ;u fühleu. In langen Sätzen galoppirte es in dem ziemlich abschüssigenTerrain. das sanbig und von versteckten Wurzeln durch zogen war. llnd dann mar es geschehen, das Pferd stolperte, stürzte, sie. die satteifene Reiterin, hatte den Sand oeküßt. und als die Icora wieder auf den Beinen stand, schonte sie den rechten Borderfuß. An ein Mitreiten war i ichi mehr zu denken. Der klein? Ulan ritt längst wieder weit da hinten mitten im rothen Felde, als Hubert mit ihr den Heinnveg antrat. Sein hartnäckiges Schweigen bedrückte sie. Sie versuchte es, eine harmlose Plauderei in Gang zu bringen, erhielt jedoch nur kurze, einsilbige A'.tworten. Die schwüle Stimmung, die auf ihnen lastete, ward ihr in dem uneingestandenen Schuldgefühl und mit der Aussicht auf eine gehörige Strafpredigt, die ihrer daheim unfehlbar harrte, wenn sie mit dem lahmen den Gaul auf den Hof ritt, allmählich unerträglich, und in dem Bemühen, einen Borwurf für den Verlobten zu finden, warf sie schnippisch hin: Du hast noch nicht einmal danach gefragt, ob ich mir auch nicht weh gethan habe. Ein recht zärtlicher Bräutigam, das muß ich sagen." Er hatte nichts erwidert, nnr ein aufzuckender, mahnender Blick streifte über sie hin. Sie hatte es freilich nicht gesehen, wie sein tief erblaßtes Antlitz feine natürliche Farbe erst allmählich wiedergewonnen hatte, als er dieBraut hei! und unversehrt vor sich stehen sah. Ich glaube, du hast dich viel mehr um die Ilvra als um mich geängstigt." stichelte Luise, geärgert über sein Schweigen als Hubert den verletzten Fuß dc'ö Pferdes untersuchte. Das war der Tropfen, der das Maß zum Ueberlaufen brachte. Mit Hubert's Selbstbeherrschung war eö norbei; der ganze, im Laufe des Vormittags angesammelte Groll machte sich in bitteren Borwürfen Luft, die sich unaufhaltfam über das Mädchen ergofseu. Hart und kalt war es in ihr gewordem Fast wie Haß stieg es in ihr auf gegen ihn, der sie mit harten ?Üorten strafte, und aus deffen cunde sie doch Nur Liebesworte hätte hören mögen. Kalt fielen auch die Worte von ih ren Lippen: Du hast recht, wir verstehen uns nicht, werden uns nie verstehen Wir sind zu verschieden Nimm

lein Wort zurück Gieb mich frei!" Stumm ritten s:e durch den im herbstlich bunten Blätterschmuck ptangen den Wald. Roß neben Roß. im Schritt dahin. Das Sonnrnlu-! t fiel durch lud Gezweig. Zwitschernd, halb verträumt klangen die Bogelftim men au dem Geau. Uebera'll VjUU tagvfried.n. die köstliche Ruhe nnd Harmonie der Natur, nnr in den Köpfen der beiden '.'lienschenkinder wilder Aufruhr, bittere, qualvolle Gedanken. Ihre Liebe sollte ein Irrthum geivesen sein. Sie 'int ihrem kWjafte Temperament, die wie ein Kind nach allem Neuen wie neu einem bunten Spielzeug haschte, um. wenn ibr die Lust daran vergange, es achtes beiseite zu werfen, im t'ilUnde nicht, schlecht, nur leicbtlebia. genuhsnch und der Stimntuag des Augenblicks unter' worfen. und er. Nr ernste, zielbewußte Manu, lvorttatg. dabei ein wenig schwerfällig uud pedantisch, doch mit goldtreuem Herren und redlichem Sinn. Umviderneblich hatten sie sich zn rivnder hingezogen gefühlt, er bt zwungen von ihrem Liebren. sie unterjocht von der männlichen Kraft und Sicherheit, die ibr hier entgegentrat. Die Liebe sollte die Berschiedcnbeit der 'baratlere augleicl-en. Sie batte die Kluft nicht zu überbrücken vermocht. Nach Wochen voll Glück uud ibel war das Band jäh zerrissen, das sie an einander fesselte. Schweigend ritten sie im schritt dicht lieben einander dahin, das Herz vol! peinigender Gedanken. Wie warm die Svnne fchien! Sommerfäden flogen durch die Luft. (5in weißer. langer Faden fubr daher, gerade auf sie zu. Sie sahen ihn beide kommen, verfolgten ihn mit d.nBlicken. sahen, wie er sich an den Knöpten seines Waffenrvcks festhackte und mit dem anderen (5nde an der Schulter des Mädchens hängen blieb. Wie eine scknin.mernde. loseBrücke spannte es sich von ihm zu ihr. 5leins von beiden mochte das luftige Spinngeiv'be zerstören, das sie wie eine leicht zerrreißbare Fessel aneinander band, und wie sie so stumm dahin ritten, kamen mildere Gedanken über sie. Die :tteue pochte mit leisem Finger an ihre Herzen, hier fragend: Hat er vielleicht doch recht?" und dort mahnend: Warst du auch nicht zu hart?" Sie achteten des Weges kaum, der

eng, moc5veoeckt und v'n Wurzeln durchzogen war. Lässig hielt das Äcädchen die jügel zwischen den Fingern. Da stolperte das Pferd, e drohte in die Knie zu sinken. Durch den unerwarteten Ruck nach vorn wankte die Reiterin im Sattel, sie tväre unfeblbar ein zweites Mal gestürzt, wenn ihr Begleiter nicht mit rascheinGriff in die' Zügel das Roß hochgerissen hätte. Zitternd stand eS. Luise rückte sich im Sattel zurecht, ein Wort der Entschuldigung auf den Lippen. ..Aber so paß doch auf!" herrschte der junge Offizier sie an. Bei der scharfen Zurechtweisung sollte sie empört auffahren. Da sah sie den Blick heißer Angst, der sie umstzng. Wie ein Blitz ward ihr die Erkenntniß. Sie begriff ihre Schuld, sie begriff ihn und hörte aus den rauhen Worten nur noch den Ton der Liede heraus. Im rafchen Impuls fcblang sie beide Arme um seinen Hals, zog ihn zu sich hinüber, schmiegte ibr Moi 'chen an seine Brust und bettelte schluchzend und unter rinnenden Thränen: Sei wieder gut .... Ach. behalt mich doch .... Hab mich doch lieb Sei wieder gut Er hielt ganz still. Mucksmäuschenstill standen auch die Pferde, als wüßten sie. wie sehr es darauf ankäme, daß sie sich ruhig verhielten, reckten nur die Köpfe im langen Zügel und beschnupperten sich mit geblähten Nüstern. Wie er so leise und beruhigend mit der Haild über die goldblonden Flechten strich, von deiten das Reithütchen herabgesunken war. kam es auch wie Verstehen über den Mann, nnd im Stillen schwur er sich zu. dies holde Geschöpf in der treuen Hut seinerLie e zu halten, es zu führen, es liebevoll zu leiten. Sanft bog er ihr Köpfchen zurück, schaute ihr in die thränenfeuchten Augen, murmelte: Vergib " und preßte seine Lippen auf den zuckenden, schmerzverzogenen, kleinen Mund. Weiter ritten sie durch den Wald, nicht mehr schweigend wie zuvor. Helles Mädchenlachen tönte durch die Stille, und aus den Äuget, der beiden leuchtete das Glück um die Wette mit dem hellen Sonnenlicht, das auf den Gräsern und dem Moose spielte. Weit waren sie nicht gekommen, da ertönte der Hufschlag eines galoppirenden Pfe. des hinter ihnen. Auf seinein schweißbedeckten Braunen sprengte der junge Ulanenoffizier heran. Direkt vom Halali war er ihnen nachqeritten. Im Aufschlag der Ulanka steckte ihm der Eichenbruch. Sein Pferd parirend. erkundigte er sich hastig und eindringlich nach des Mädchens Befinden, und ob ihr der Sturz auch nicht geschadet habe. Er hatte wohl auf einen wärmeren Empfang gerechnet, denn nach kurzem Verweilen entschuldigte er sich und wandte sein Roß. ..Totaler Abfall." murmelte er in sich hinein und drückte dem Brauuen die Sporen in die Weichen, daß er davonstob. Unberechenbar ik doch so eine Braut!" Die zwei aber ritten heim mit dem lahmendet. Pferd und im Schritt wie die Sieger!